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Abendvkatt der Kra«Kf«r1er Seit«««
Areitag, 18. I«ni 1984
Wien OOCSO.—[Paris..
14.21 (Sofia
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1923
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1919
1918
(81. Dez.)
27531111.
27.5 Mill
3 882 44114 352 580
24 962
3 673.719 + 0.037
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Aegyptische —
Lehrerbildungsfrage
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Borkum ... Hamburg . Frankfurt . München... Seinem linde Berlin Dresden ... Memel.....
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10 970 Bill-
11069 Hl'
50001 .,
, - möglich wären. In der .—ft und in der Frage der Bezahlung der neunten Arbeitsstunde ourch einen besonderen Zuschlag waren die Vertreter deS Verkehrsministeriums außerstande, eine bindende Erklärung abzugeben, da für diese Fragen das Reichskabinett auS» schlaggebcnd sei. Sie ersuchten darauf um eine Vertagung dec Verhandlungen um 24 Stunden.
Die Verhandlungen werden also morgen nachmittag weiter- tzchen. Ter weitere Verlauf der Dinge wird dann wohl der sein, daß die Regierung den Vertretern der Eisenbahne'gewerk- schasten ihren Standpunkt mitteilt. Msdanu werden die Ge- werkschastsvertreter ihren Organisationen Bericht zu erstatten haken/ Man würde also selbst dann, wenn die Regierung sich zu den Forderungen der Geweickschasten, auf deren Erfüllung sie unter allen Umständen bestehen, ablehnend verhalten sollte, noch nicht ohne weiteres mit einem Streik zu rechnen haben. Alan darf annehmen, daß beide Teil« das äußerste ausbieten werden, um eine solch« Schädigung unseres Wirtschaftslebens im gegenwärtigen kritischen Zeitpunkt zu verhindern. Aber auch wenn der Streik sich nicht vermeiden ließe, ist wohl raum mit einem Generalstreik zu rechnen, sondem höchstens mit Teil- streite, die da und dort ausbrechen würden.
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schlechten Finanz- und Wirtschaftslage folgende Werke ruhen zu lassen: von Wintershall, Gewerkschaft Hüpstedt und Gewerkschaft Bebra und Lohra; von der Deutschen Kaliwerke A.-G. Nordhauser Kaliwerke Schacht 1 und 2, Ludwigshall, Gewerkschaft Immenroda, Chemische Fabriken Wolkramshausen, Gewerkschaft Hedwigsbung, Werk Neu- hof-Fuida, Cartefund Schacht 1 und 3. Kaliwerk Abteilung Bernburg; vom Glückauf-Konzern: Gewerkschaft Glückauf Schacht 8 und 4 und Kaliwerk Großherzog von Sachsen. Die Beamten und Arbeiter der still gelegten Werke seien zu dem
7.% 63 — 30% 106.% 129.% 990000
Rcichrver. _ _ , .
wurde in einer Entschließung das Vorgehen der Regierungen von
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5940504.7468749 320 159: 300 159 267475 1 504 911 24 000 -
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580000 70000
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Pennsylvania 44 — South. Railw. 58.% South Pacific 91 — Int. M.M. pri.,31 %
Juni......
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Juli ......
Ober ägyptische
Stillegungen in der Kaliindustrie. Der „Magdeburger Ztg.“ wird von zuständiger Seite mitgeteilt, daß die Leitung der verbundenen Konzerne Wintershall, Deutsche Kaliwerke und Glückauf - Sonders- h ausen beschlossen haben, nach vorangegangener Befah- durch die Befahrungskommission angesichts^ der
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2 475 036
9 664980 750 000
20000 132 405
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Gold...........
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Silber
Auslandsguthaben Wechsel ........
Wechsel Gest ...
Sachsen und Thüringen begrüßt und im übrigen gleichfalls Reichsregelung verlangt.
MMWe NachrWeri.
Schweres Grubenunglück.
b Breslau, 13. Juni. (Priv.-Tel.) Auf der Egmont- Grube bei Gottesberg im Waldenburger Kohlengebiet kam es gestern zu einem schweren Unglück infolge Ausströmens von Kohlensäure in einem Schacht, wo etwa 40 Bergleute beschäftigt waren. Ueber dreißig der Bergarbeiter konnten gerettet werden, vier sind bisher als Tote geborgen; das Schicksal einiger weiterer Bergknappen ist noch ungewiß. Da die Nachricht von dem Unglück sich in dem kleinen Ort rasch verbreitete, kamen die Frauen der Bergarbeiter massenweise vor die Grube geströmt, wo sich herzzerreißende Szenen abspielten.
Unwetterschäden im Landkreise Neuß.
Düsseldorf, 13. Juni. (Priv.-Tel.) Wie sich nachträglich heranssicllt, ist auch der Landkreis Neuß am Pfingstsonntag durch den H a g e l st u r m gleich der Stadt Düsseldorf außerordentlich st a r k b e s ch ä d i g i worden. Ein großer Teil der umliegenden Gemeinden hat die Getreideernte auch vollständig ein* büßen müssen. Auch die Rüben, und Kohlpflanzen, die in der Neußer Gegend die Domäne der dortigen landwirtschaftlichen Behiebe bilden, sind vollständig wcggeschwemmt. Ebenso sind die Frühkartoffeln und Gemüse kurz vor der Ernte vollständig vernichtet. Auch den Obstkulturen ist es nicht besser ergangen. Insgesamt wird der Schaden im Landkreis Neuß allein auf etwa zwei Millionen Goldmark geschätzt.
11
4 000 1427 17 06
16 79
Aktienkapital •••• Dariehensziusen • • Obligationszinsen
Zinsüberschuss
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1). Hyp. Rentabl." • Sonstige Anlagen Piovisionen ......
üobertr. a. Res. zur
Deckung v.ESek- ten-Abschreib... Brntto-G-eirim Unkosten, Steuern Absehreib. a. Inv.
do a. Effekten Oblig.Ant. u. IStpl. Reingewinn ••
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Taut. n. Gratiiikat Beamtenlonds etc. Ab aut Bankgeb Reserven..........
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299.623 + 0.137
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Warschau .. Kopenhagen . Haparanda . Stockholm .. Bergen ....
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Krlegsv. a. Staaten 23.000.000 unverändert . .do. an Verbündete 4.716.000 +
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r Berlin, 13. Juni. Chemische Fabrik Grünau, Landshot" t und
9226544 25787598 500058L19776872
203 2881 125 890
197 026 1 920 730
3505490 3 663947
3825649 3 964100
2475 036'2 475 036
9 I 9
750 454 567964
280 000 620 947
20 000 -
M0 159, 800 159
Von den Rezierungsvertretern wurde er der Arbeitszeit für die Bahnunterhaltung Tienstdaueworschriftien Verhandlungen mö
—...... !—BGB ♦ IBW1"1 ■
Wetterberichte vom 13. Juni.
(Von der Weiterdlenstabteilung des Univ.-Inst, für Meteor, und Geophysik)
Die Tiefdruckstörungen gleichen sich allmählich aus. Es ist daher zu erwarten, daß die Niederschläge zunächst in West- und später auch in Ostdeutschland aufhören. Die Temperaturen bleiben bei nördlichen Winden vorläufig noch kahl. — Vorhersage für Frankfurt a. M. und Westdeutschland: Abnehmende Bewölkung, trocken, kühl, nördliche Winde. — Vorhersage für Ostdeutschland: Nur anfangs noch vereinzelt Regen, kühl, nördliche Winde.
Wetterbeobachtungen von 8 Uhr vormittags.
Dresden A-Holbelnstr.■t't.
TRICKWOLLE
halt & Ohio B6 64 LaoadTacifjl46.y2il46 % Chesep Ohin 78.79.
Bethl. Steel) 47 y2l 47 —
Demokratischer Veamkenkag.
' sfe. Berlin, 13. Juni, (Priv.-Tel.) Zu dem demokratischen Dcamicntag, der in E i s e n a ch am 14. und 15. Juni stattfrndet, liegt nunmehr die endgültig« Tagesordnung vor. Die Gesamttagung findet auf der Wartburg statt und sieht am Samstag vormittag zwei Referate vor, deren erstes ,D a S Ergebnis der ReichstagSwahlen und seine Folgen von Gerhard Vogt-Berlin erstattet wird, wahrend Artur fresse. Berlin über den „AufbauderBeamtenorgani- s a Ho neu innerhalb der Partei" Bericht erstatten wird Am Nachmittag sprechen die Herren Delius-Halle und Schuldt-Steglitz über Materielle und rechtliche Forderungen der Beamtenschaft". Für den Abend ist eine große Veranstaltung im Festsaal des Wartburghotels geplant, bei der der Parteivorsitzende Reichsminister a. D. Koch svrechen wird. Am zweiten Tage erstattet Oberverwaltungsgerichtsrat Dr. v. Dultzig - Berlin einen Bericht über das neue DtSziplinargesetz. Die Tagung endet mit einer gropen vaterländischen Kundgebung im Burghof der Wartburg, bei der dl« Herren Reichsminister a. D. Koch und Gerhard Vogt- Berlin sprechen werden. Der Besuch der Tagung wird sehr stark sein liegen doch bereits über 200 Meldungen bei der Parteileitung vor. Interessenten wollen sich zwecks Quartierbestellung an die Geschäftsstelle der Deutschen Demokratischen Partei tn
dramatischen Züge — in ein helles Licht. Die unglückliche Königin wurde von Beatrice Sutter-Kottlar in Monitt groß- liniger Auffassung glaubhaft gemacht; der AeneaS zwar notgedrungen mit einem Bariton (statt Tenor) besetzt, doch von Jean Sterns markigem Organ außerordentlich eindringlich vertreten. In der zweiten Linie des Personals kam vor allem der Alt Mazda Spiegels in den Partien der Zauberin und des Geistes zu machtvoller Geltung, und Elisabeth Kandts lieblicher Sopran gab der Rolle der Hofdame Belinde fein geformten Ausdruck. Wir werden auf Werk und Aufführung noch zurückkommen. Dr. K. H.
= [®te Tonkünstler tu Bad Homburgs Die Teilnehmer der 54. TonkünstlersesteS in den Taunus zu führen, war eine geradezu notwendige Ergänzung des Programms. Der Einladung der Kurverwaltung nach Bad Homburg leistet« am Donnerstag denn auch eine große Schar der Festgäste Folge, und selbst der Wettergott war an diesem Tage hold gestimmt. Als man mit zwei Sonderzügen der elektrischen Bahn am Nachmittag auf der S aal - bürg eintraf, präsentierte sich nicht nur dieser Teil des Gebirges in feiner ganzen Schönheit, sondern man hatte auch einen ziemlich freien Blick in die Weid; der Mainebene. Unter Führung des Lvzcaldircktors Dr. Blümlein wurde dann das Kastell und sein Museum eingehend besichtigt, und es machte sichtlich tiefen Eindruck auf die Besucher, als sie an der Stelle, die die Grenze des RömerrcicheS gegen Germanien bezeichnet«, auf gewisse Analogien zwischen dem Einst und dem Jetzt aufmerksam gemacht wurden. Leider war die Zeit ein wenig knapp, und wer noch etwas von Homburg selbst sehen wollte, mußte eilen, wieder hinunter zu kommen Auch hier empfingen die Gaste di« angenehmsten Eindrücke; denn Homburg hat sich äußerlich ja von der Not der KrieaS- und Nachlriegs.zeit erholt und zeigt sich jetzt wieder in so schmuckem, einladendem Gewände, daß jeder sofort sicht: hier ist gut sein Im Kurhause, dessen Inneres gleichfalls in neuem geschmackvollem Glanz« efftanden ist, wurden die Besucher von Kurdirektor Hosrat Meister bei einem sehr appetitlichen Imbiß mit warmherzigen Worten begrüßt und darauf hingewiesen, welch« Anstrengungen der Badeort mache, um seinem alten guten Rufe neue (Geltung und Verbreitung zu schaffen. Nach der Aufführung von ,.Dido und Aencas" schloß am Abend ein Gartenfest mit Jlmni- nalion, Konzert und Tanz den schönen Tag auss angenehmste ab, und so lieb hatten t» den wenigen Stunden viele der Gäste das anmutige Taunusbad gewonnen, daß sie jetzt schon entarten, zu der für August geplanten Homburger Musikwoche wieder kommen zu wollen. Kfb.
— ^Chronik der Künste.^ Paris.- Der griechische Bildhauer Demetriades hat für seinen „Diskuswerfer" deri 1. Preis der olympischen Spiel« erhalten. Tie griechische Re- xÄt'ng wlS'WfflJttl ankanftn.
nächstgelegenen Kündigungstermin entlassen.
» Baumwollspinnerei Gronau A.-G., Gronau i. Wests. Die im Vorjahre stillgelegte Fabrik I konnte 1923 noch nicht wieder in Betrieb genommen werden; erst jetzt habe man die Maschinen wieder anlaufen lassen. Fabrik DI habe das ganze Jahr hindurch gearbeitet, ebenso Fabrik n mit Ausnahme einiger Selfaktoren. Die am 15. November 1923 beschlossene Kapitalserhöhung sei durchgetührt, und das Agio von M 3.75 Mill, dem Reservefond zugeschrieben worden. Nach in Papiermark geringfügigen Abschreibungen ergeben sich nach vorheriger Zuweisung von M 13 500 Bill, zur außerordentlichen Reserve M 191186 Bill. „Saldo” (i. V. 79.7 Mill. Reingewinn), aus dem 10 G.Ä Dividende je Aktie (150 000 Bill. M\ i. V. 500 pCL Dividende) verteilt, 40 000 Bill. M dem Wohltätigkeitsfonds zmgeführt und 1186 Bill. M vorgetragen werden. Die Goldmarkbilanz soll demnächst vorgelegt werden. Aus der P.-Ä-Bilanz per 31. Dez. v. J. bei M 15 (7-5) Mill. Aktienkapital und M 1.86 Mill. (Vorkriegs-) Anleiheschuld en, sowie M 92 000 Darlehen (unverändert): Kreditoren 371 497 Bill. M (198.9 Mill.), Akzepte 622 365 Bill. M (1104 Mill.), schuldige Löhne, Zinsen 102 206 Bill. M (108.7 Mill.); andererseits Forderungen 863 478 Bill. M (1008.5), Vorräte 290 371 Bin. ..7 (418 Mill.) und Wertpapiere 120 000 Bill. M (37.6 Mill.).
♦ Vereinigte Schmirgel- erntä Maschinenfabriken A.-G. vorn». 8. Oppenheim «L Co. tintl Schlesinger «& Co., Hannover. Der Bericht für 1923/24 sagt über den Verlauf des Geschäftsjahrs nur, daß infolge des wirtschaftlichen Niedergangs die Betriebseinrichtmngen nicht in vollem Maß ausgenutzt werden konnten. Die Kapitalserweiterung ist durchgeführt, die M 10 Mill. Schutzaktien sind zurückgezogen worden. Das Kapital ist, wie bereits mitgeteilt, ohne G.-Y.-Beschluß auf M 30 Milk, darunter 1 Million zehnstimmige Vorzugsaktien herabgesetzt worden. Nach M 85 848.22 Bill. (L V. 15.64 Mill.) Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn von M 583 016.24 Bill. (1280.08 Mill.), der vorgetragen werden soll (i. V. 2500 pCL). In der Bilanz stehen (in Bill., Vergleiche in Mill. JC) Kreditoren irif 437 953.63 (1221.96) neben 500 000 Werkerhaltungsrücklage gegenüber 609 538.53 (1328.80) Debitoren, 18'26.19 (638.49) 'Kasse, "Schecks und
Die Vertreter der Organisationen, di« über die Mittagsstunden noch einmal im Gewerkschaftshouse sich versammelt hatten, um ihr« Unterhändler zu instruieren, trugen ihre Forderungen vor. Die wesentlichste Forderung ist toi« bekannt eine generelle Lvproz. Lohnerhöhung, Von dieser Forderung wollten die Gewerkschaften grundsätzlich nicht abgehen. Sie erklärten jedoch tm Laufe der Verhandlungen, daß sie eventuell von dieser Lohnforderung unter der Voraussetzung herunterge'hen würden, daß das Reichsver- kchrsministettum in folgenden Punkten entgegenkommend sei:
1. in der Frage der lüstündtgen Arbeitszeit der Bahnunterhaltungsarbeiter;
2. in der Frage der Bezahlung der neunten A r b e 118- stund« durch einen Ueberstundenzuschlag und
3. in der Frage der D i e n st d a u e r v o r s ch r i f t e n.
Von den Regterungsvettretern wurde erklärt, daß in der Frage ■ - -■ - und in der Frage der
27.5 Mill. 27361964 23512 818
3 849 146 385000
540 101 12 000
2111977
297 796
M AegiermtgsbMuug in Bayern.
(Privattelegramm der .Frankfurter Zeitun g".)
G München, 12. Juni. Die Absage des Völkischen Blocks, sich weiter an den Besprechungen über die Regierungsbildung zu beteiligen, hatte zunächst die Folge, daß die für heute angesagte Besprechung auf morgen vertagt worden ist. Das wird wohl die einzige Verzögerung durch den Beschluß des Völkischen Blocks sein, denn im übrigen sind die Verhandlungen über die Regierungsbildung dadurch erleichtert worden. Das gehi auch aus einer Erklärung der deutsch nationalen Fraktion hervor, in der es heißt, daß die deutschnattonale Fmktion in der Weiterbehandlung der Frage der bayrischen Regierungsbildung durch di« völkische Absage nicht berührt werd«.
Die deutschnationale Landtagsfraktion weist dem Völftschen Mock nach, daß er mit seiner Erklärung die Oeffentlichreit irreführen wolle Sie teilt nämlich mit, daß in der ersten Besprechung am 6. Juni zunächst die selbstverständliche Vorfrage aufgeworfen wurde, ob die vier Parteien grundsätzlich bereit seien, sich an Verhandlungen zum Zwecke und mit dem Ziel einer gemeinsamen Regierungsibldung zu beteiligen. Die drei übrigen Parteien (Bayrische Volkspartei, Nationale Rechte und Bayrischer Bauernbund) bejahten diese Vorfrage grundsätzlich, der Völkische Block drückte sich um eine klare Beantwortung herum und behielt sich die Stellungnahme seiner Fraktion vor. Hierauf wurde die Besprechung auf 12. Juni vertagt, und am Tage vorher erfolgte di« Absage des Völkischen Blocks. Weiter wird noch mitgeteilt, was in der völkischen Veröffentlichung verschwiegen wird, daß der deutschnationale Führer Hilpert zur sofortigen Entgegennahme der völkischen Richtlinien bereit gewesen sei.
Auch di« Bayrisch« Volkspartei läßt durch ihr« Korrespondenz ein« Erklärung, abgeben, di« die deutsch- nationale Darstellung vollständig bestätigt.
Sie sagt, daß die Bayrische Volkspartei an den Bofprechun- gen mit dem Völkischen Block habe teilnehmen müssen, da die Zuziehung des Blocks von einer Seite .sogar als conditio sine qua non für di« Weiterführung der KoalitionSvechandlungen überhaupt" gestellt worden sei. Aber ihre Rolle sei allerdings von vornherein nur eine passive gewesen. Die „Bayrische Volkspartei-Korrespondenz" meint, daß es dem Völkischen Block nur darauf angekommen sei, „den. Versuch zu unternehmen, nach der programmatischen und personellen Seite hin Einfluß auf die Bildung der neuen Regierung zu nehmen, ohne zur prinzipiellen Frage Stellung zu nehmen".
Di« Völkischen wollten also die Ilelerschlauen spielen mit dem Erfolg, daß sie polittschen Kredit im Parlament und bei den Wählern verloren und,wie das Auftreten Essers in der vorigen Woche zeigt, tn ihren eigenen Reihen Verwirrung und Streit angerichtet haben. Sie haben aber auch der von ihnen über alles geliebten Bayrischen Volkspariei mit ihren Winkel- zügen einen großen Gefallen getan, wie sich' bei den weiteren Verhandlungen noch zeigen wird.
Regierungspräsident Kahr.
G München, 11. Juni. (Priv.-Tel.) Von dem Rücktritt Kahrs vom Posten des Regierungspräsidenten von Oberbayern ist trotz der freundlichen Aufforderung der Regierung noch immer nicht die Rede, wenn er auch sein Amt tatsächlich noch nicht wieder angetreten hat. Er hat aber der Regierung mitgeteilt, daß er nicht beabsichtige, der Aufforderung zu entsprechen. Herr v. Kahr wird sich wohl selbst nicht für unentbehrlich auf seinem Posten halten, so muß also doch etwas Wahres an den Behauptungen sein, daß er deshalb nicht zurücktritt, weil «r mit der P« n st o n von 7000 Mark nicht auszukommen glaubt. Das würde allerdings wenig zu der Ethik passen, die Herr v. Kahr anderen so freigebig gepredigt hat.
G München, 12. Juni. (Priv.-Tel.) Herr v. Kahr, noch immer Regierungspräsident von Oberbayern, erläßt ein« Erklärung, daß er niemals gesagt oder geschrieben hab«, er geh« deshalb nicht in Pension, weil er mit dem Ruhegehalt von 7000 Mark nicht leben sönne. Es ist schade, daß Herr v. Kahr sich über die Gründe seines Bleibens ausschweigt, nachdem ihm doch die bayrische Regierung und groß« Teile des bayrischen Volkes sehr deutlich zu erkennen gegeben haben, daß ein Mann, der so jede Autorität und jedes Vertrauen eingebüßt hat, nicht mehr als geeignet erscheint, an hervorragender Stell« der Verwaltung zu stehen. Die Regierung Knilling steckt die Weigerung des Herrn ». Kahr ruhig «in, und so wird es Sache der neuen Regierung fein, die „reffe und rücksichtslose Liquidation" des Novemberputsches auch gegenüber dem eigensinnigen Regierungspräsidenten von Oberbayern durchzubringen.
G München, 12. Juni. (Priv.-Tel.) Der Regierungsrat bei der Polizeidircktion München, Dr. Balß, hat seine Entlassung aus dem Staatsdienst genommen und will in die Industrie gehen. Regierungsrat Dr. Balß ist in dem großen Hitler-Prozeß zu Gunsten des Angeklagten Oberamtmanns und jetzigen Rcichstagsabgeordneten Dr. Frick aufgetreten. Er hatte nach der Ureilsverkündigung den Zusammenstoß mit Ludendorff, der sich partout dem schreienden deutschen Volke auf der Straße zeigen wollte und dem Balß auch schließlich wich. Balß sollte von der politischen Wteilung der Polizridirektion in eine andere M- teilung versetzt werden und beantwortete das mit dem Gesuch um seine "Entlassung.
Deutscher Lehrerkog.
b Breslau, 11. Juni. (Priv.-Tel.) Im weiteren Verlaufendes Deutschen Lehrertages referierte Dr. P r e tz e l - B e r l i n über den Stand der Lehrerbildung. Er polemisierte gegen die Bestimmungen der dritten Steuernotverordnung, wonach den einzelnen Ländern die finanzielle Deckung der Ausgaben für solche Bildungszwecke überlassen wird. Tie Möglichkeit einer einheitlichen Regelung sei damit ausgeschlossen.
An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Debatte über die Lösung der L e h r e r b i l d u n g s f r a g e in T h ü r t n g c n und Sachsen, gegen die der Vorsitzende des Thüringer Lehrerver- eins eine Erklärung ab gab. Von der Mehrheit der übrigen Sprecher wurde die thüringische und sächsische Lösung dagegen in Schutz genommen und als starker Fortschritt begrüßt. Die Mitarbeit der Hochschulen in Thüringen und Saäbsen sei mit Dank onzuerken- nen. Auch die hessische Schulpolitik oes früheren Unterrichts- ministers Dr. Strecker fand Anerkennung, und zwar nicht nur von seinen engeren Parteigenossen.
Einstimmig wurde eine Entschließung gefaßt, worin die Volksschulen gegen die Behauptung angeblichen Rückganges ihrer Leisttingen vetteidigt werden. Mit solchen Behauptungen solle nur die Wiedereinführung von Sonderschulen begründet werden. Der Arbeitsschulgedanke lasse sich durch Herabsetzung an Einzelleistungen nicht widerlegen. Die B e s o l d u n g s p o l i t i k der Reichsregieruag wurde als unsozial in einer anderen Entschließung verurteilt. Annahme fanden ferner Entschließungen für die Durchführung des G ru n d sch ul g e s e h e s und der Schulartikel der
Braunschweig, 11. Juni. (Wolff.) In der Nacht zum Dienstag gegen 1 Uhr entwich der zu einer längeren Zuchthausstrafe verurteilte Raubmörder Henry Bohne aus der Landes- strafanstalt in Wolfenbüt+l mit W zu VA Fahren verurteilten Bäcker Kurt H c i n e m a n n. Von beiden Sträflingen fehlt bisher jede Spur.
ZI Wind a a
Meyer A.-G. in Berlin weist einen Reingewinn von M 40 000 BiU. aus, der vorgetragen werden soll (i. V. 200 pCt.). Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß vorweg die freiwillige Reserve auf M 429 455 Bill. (24 Mill.) erhöht wurde. In der Bilanz betragen (in Bill. M, Vorjahrsziffern in Mül. Jty. Waren 217 089 (275), Guthaben und Kasse 510 422 (222) und Wertpapiere 23 328 (0.09), für deren Anschwellen eine Erklärung fehlt. Andererseits Kreditoren 271 115 383). Die Agioreserve wurde durch die Kapitalserhöhung auf 10 269 (4.86) gebracht. Das Kapital ist von 10.5 auf nom. 21 Mill, verdoppelt, aber davon M 3.75 Mill, noch nicht eingezahlt worden (75 pCt. auf nom. M 5 Mill, neuer Aktien). Gegen Ende des Jahres ließ der Absatz nach, besonders im Export, der durch ausländische Einfuhrbeschränkungen, durch die Suspendierung der Rückzahlung der englischen Reparationsabgabe und durch hohe Selbstkosten behindert werde.
Der Lothringen-Konzern hat Gewerkenversammlungen bei „Alte Haase“ und bei „S c h ü r b a n k“ und „C h a r 1 offen b u r g“ einberufen, um einen Beschluß über die Stillegung dieser Betriebe und Versaufenlassen der Gruben herbeizuführen. Der Ausstand von vier Wochen und die Lohnerhöhungen könnten laut ,.Ind.- u. Handelsztg.“ von einer Magerkohlenzeche wie „Alte Haase“ nicht ertragen werden, schon jetzt berechne sich die Verschuldung pro Kux auf M 300 bis 400. Bei „Alte Haase“ ist eben erst ein neuer Schacht vollendet; die Belegschaft beträgt 2100 Mann.
Die A. - G. v o r m. H. G 1 a d e n b e c k u. S o h n, B i i d g 1 e ß e- rei in Berlin (Rhein - Handelskonzern) will den 1923 erzielten Reingewinn von M 232 766 Bill. (i. V. M 21 Mill.) vortragen. Im laufenden Jahre mache sich die allgemeine Depression bemerkbar; doch seien die Umsätze hinter denjenigen in den entsprechenden Monaten der Vorkriegsjahre nicht allzuweit zurückgeblieben (i. V. 100 pCt. Dividende). In der Bilanz betragen: Waren M 228 018 Bill. (17 Mill.). Debitoren 132 958 Bill. (85 Mill.), Bankguthaben und Kasse 17 570 Bill. (12 Mill.); dagegen Kreditoren 125 779 Bill. (80 Mill.). .
Die Westliche B o d e n - A. - G. i. Li qu. in Berlin hat im letzten Jahre ihren Restbestand an Grundstücken, der bei Jahresbeginn 95 995 qm betrug, mit einem Papiermark-Buchgewinn von M 728 Md. verkauft. Der Erlös wurde in Dollarschatzanweisungen angelegt, die nach Abzug von 1529 B-Mark Steuern und Unkosten am 31. Dezember 1923 einen Wert von 43 215 B-Mark repräsentiert. Zuzüglich geringer Guthaben und Büromobiliar erscheint in der Goldmark-Eröffnungsbilanz eine entsprechende Aktivmasse von GM 43 490, der keine Verpflichtungen gegenüberstehen. Nach der Schlußbilanz vom 16. Juni 1924 hat sich dieses Vermögen durch Unkosten und einen Kursverlust auf GM 41 291 verringert, der teilweise an Aufsichtsrat und Liquidatoren verteilt werden soll, während der Rest der Handelsgesellschaft für Grundbesitz für vertraglichen Gewinnanteil und für Uebernahme der Löschungskosten zur Verfügung gestellt wird. Eine Restausschüttung an die Aktionäre erfolgt, wie früher bereits mitgeteilt, nicht mehr.
Die G.-V. der Getreidekredit A.-G. in Magdeburg änderte ebenso wie das Berliner Institut die Firma in Getreidekreditbark A.-G. Der Ueberschuß. von 47 903 Bill. wird, vorgetragen. Die Goldmarkbilanz wurde noch nicht vorgelegt. Das Stimmrecht der Vorzugsaktien wurde von 30 auf 50 Stimmen erhöht. Diese Erhöhung mache sich aus der Bedingung des Reichsfinanzministers bei Erteilung des Depotrechtes notwendig, nach der 51 pCt, der auf sämtliche Aktien entfallenden Stimmen während der Dauer des Kapitalfluchtgesetzes gebunden sein müssen.
Die seit dem 1. März 1924 abgeschlossenen Geschäfte in 4 p r o z. Budapester Staatanleihe von 1896 werden vom Berliner Börsenvorstand als hinfällig erklärt, soweit sie nicht in Abschnitten ä 2000 K erfüllbar sind oder der Käufer sich zur Abnahme von bis 1. Septbr. 1924 ausgelosten Stücke bereit erklärt. Die Anleihe wird vom 20. Juni ab in Berlin nur noch in Abschnitten ä 2300 K notiert.
Die Deutsche Schappe-Industrie-A. -G. in Berlin hat Umstellung von 10 M0 zu 1 (nicht 1000 zu 1) beschlossen.
äs Zs 59.1' 55.5
53.6 55.2
56.5 55 4
Paris. 12. JuniJ Wolff). EarU von Frankreich, vergl.m.d.Vorw (i. 10C0 Fy ------- . - — iVerseil, a Effekten 2 732.621 + 126.627
♦ Frankfurt a. M-, 13. Juni. Im Usancehandel nannte man vormittags Paris etwas schwächer, Pfunde gegen Paris 81%, gegen New York 4.31%, gegen Schweiz 24.45.
Ztiricli, 13. Juni. (VYoUi) 9 Uhr vorm. heatschl. 136—Cent Holland212 2B ------- ------ 29 60 I I-1’— »---—-
Frankfurter Handelsblatt
Wiedergabe und drahtliche Verbreitung <h»r Artikel mit* «rite ^‘nvaidepesohon Der mit gwauer Quellenangabe
• Rheinische Hypothekenbank, Mannheim. Nach dem Bericht für 1923 haben sich die an der Gründung der Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Hypothekenbanken geknüpften Erwartungen voll erfüllt Im Hypothekengeschäft bestand während eines Teiles des Jahres noch starke Nachfrage nach Papiermarkhypotheken, besonders von gemeinnützigen Baugenossenschaften, die man in weitgehendem Maße habe befriedigen können Das wertbeständige Geschäft habe man in größerem Maßstabe, und zwar auf Feingoldbasis, erst im laufenden Jahre ausgenommen. Um der ebenfalls starken Nachfrage nach Kommunaldarlehen entsprechen zu können, wurde bekanntlich von der erwähnten Arbeitsgemeinschaft als gemeinsames Organ speziell für den Kommunalkredit die S ü d d e u t s ehe Fe s t- wertbank A.-G. in Stuttgart gegründet. Die jahrzehntelange Geschäftsverbindung der Rheinischen Hypothekenbank mit” dem Verband der landwirtschaftlichen Kreditgenossenschaften in Baden erreichte 1923 infolge der Auflösung dieses Verbandes, der den Wirkungen der Inflation zum Opfer fiel, ihr Ende. Der Abschluß ergibt einen Reingewinn von M 29 962 Bill., wovon AL 5 000 Bill dem Pensionsfonds zugeführt und AL 24 962 Bill, vorgetragen werden (i. V. 9 pLt. Dividende). Zu dem Ergebnis hat das reguläre Geschäft zahlenmäßig nichts beigetragen. Bemerkenswert ist jedoch, daß die Darlehenszinsen mehr als das Fünffache der Obligationszinsen ausmachten.
fobdfii di« Umstände das möglich machen, fich selbst für die strikte Astwendung deS Achtstundentages einzusetzen. Soweit er das aus den ihm vorliegenden Tarifverträgen ersehen könne, würden außerdem die Ueberstunden bezahlt, und In verschiedenen Industrien, so in der Glasindustrie, der Buchdruckerei und im Bergwerksbetrieb werde der Achtstundentag weiter durchgcführt.
Im weiteren Verlauf der Sitzung schritt der Verwaltungsrat des Arbeitsamts zu der Ernennung der 3 Mitglieder des im Vertrag von Versailles vorgesehenen Ausschusses für die Regelung der Uebertragungsbedingungen der Versicherungsfonds in Ob e r sch le si e n. Ernannt wurden der ehemalige italienische Arbeitsminister Senator Mario A b b i a t e, der Präsident des Kgl. schwedischen Versicherungsamts L i n d st e d t und der Berner Professor für Finanz- und Versicherungswissenschasten Christian Moser. Laut Art. 312 ist noch je ein Mitglied des Ausschusses von der deutschen und der polnischen Regierung zu ernennen.
preußischer Staatsrat
Berlin, 13. Juni. (Priv.-Tel.) Dor Preußische S t aa t S rc t tritt am 16. Juni zu einem neuen TagungSabschniit zusammen. Zur Beratung stehen außer kleineren Vorlagen der Gesetzentwurf über die Regelung der Kosten für die Verwaltungsbehörden der evangelischen Landeskirchen und der Gesetzentwurf zur Aenderung des Stempelsteuergesetzes.
Die Ermordung des belgischen Leuknanks Graff.
Ein gerichtliches Nachspiel in «Stettin.
Stettin, 12. Juni. (Wolff.) Am 16. Juni beginnt in Stettin die Hauptverhandlung gegen drei ehemalige Angehörige der preußischen Schutzpolizei, die angeklagi sind, Enos März 1922 in Hamborn den belgischen Leutnant Graff getötet zu haben. Dem Prozeß kommt deshalb besondere Bedeutung zu, weil über die Urheberschaft des Mordes noch völliges Dunkel besteht. Die deutschen und belgischen Gerichte halten ganz verschiedene Persönlichkeiten für die Urheber des Awr- des. Da» belgische Militärgericht in Aachen verurteilte seinerzeit wegen dieses Mordes den Polizeileutnant Reinhardt und fünf weitere Angehörige der Schutzpolizei in Hamborn zum Tode. Das Urteil wurde später in lebenslängliches Zuchthaus umgewandelt. Die Verurteilten befinden sich zurzeit im belgischen Zuchthaus in Löwen. Im Gegensatz zu dem belgischen Urteil sind die deutschen Anklage- behörden der Ansicht, daß nicht die vom belgischen Gericht Verurteilten die Täter sind, sondern deutscherseits werden die ehemaligen Angehörigen der Hamborner Schutzpolizei Katos, Schwirrst und E n g e l e r, die im Stettiner Gerichtsgefängnis in Untersuchungshaft sitzen, für die Täter gehalten.
Die Lohnbewegung der Eisenbahner.
Berlin, 12. Juni. (Priv.-Tel.) In der Frage der Eisen- bahnerlöhne hat heute nachmittag bi« angekündigte Sorbe« sp rechun g zwischen Vertretern des R eichsv erkehrS- Ministeriums und der Gewerkschaften stattgefun- den. Die Besprechung hatte nur unverbindlichen Charakter.
Bankguthaben in einem Posten und 897 718.15 (570.78) Bestände. Die Beschäftigung der Werke sei den Zeitverhältnissen entsprechend zufriedenstellend. (G.-V. 26. Juni.)
* Paa American Petroleum Co.. Sew York. Die Gesellschaft weist für 1923 Doll. 20.35 fi. V. 81.57) MilL Rein- gewinn aus. Die Dividende beträgt 16 (38.87) pCt.
» Bhenanla-Piiosphat. Uns wird geschrieben: „Der P r e i e für 1 kg pCt. zitratlösliche Phosphorsäure beträgt ab 6. Juni 45 Goldpfennig frachtfrei jeder Station (ohne Umladung) bei Abnahme von mindestens 15 000 kg. Verpackungszuschläge für 100 kg Ware einschl. Füllgebühr Gm. 0.80 für Jutesäcke oder Gm. 0.40 für Papiersäcke.“
* ißetriebseinstellungen In der finnischen Taltailinätisirie. Zwei große Tabakfabriken haben laut „Ost- Expreß“ infolge der ungünstigenJKonjunktur und der großen Steuerlast ihre Betriebe geschlossen: die „Suomen T u p a k- kath edas 0. Y.” und die „0. Y. Savuke A s 11 eb o 1 a g e t . Die letztere Fabrik ist von der Tabakfirma Strengberg & Co. A. B. in Jakobstadt übernommen worden.
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Valuta-Markt.
New ’SsorR, 12. Juni. (Wolff.) Der Geldmarkt, war flüssig. Die Börse eröffnete sehr fest und nahm einen lebhaften festen Verlauf, durch die Ermäßigung des Bankdiskonts der Bundesreservebank günstig beeinflußt. Staatsanleihen der Vereinigten Staaten waren besonders lebhaft gefragt. Die Börse schloß sehr fest» Umsätze 990 (MX).
Warenmeidungen
Chicago, 12. Juni. (Wolff.) Weizen eröffnete träge. Die Kurse gaben dann zunächst infolge der schwachen Haltung Winnipegs, enttäuschender Telegramme aus Liverpool und Abgaben der Kommissionäre nach, erholten sich dann aber vorübergehend aut Grund ungünstiger Erntestandsberichte und geringer inländischer Anfuhren. Eintreffende bessere Emteaussichten aus dem südwestlichen Kanada bewirkten dann wieder eine Sei ung der Kurse, was durch die enttäuschende Ausfuhrfrage und Liquidationen begünstigt wurde. Gegen Schluß einsetzende Deckungskäufe und abnehmende Bestände ließen allerdings dann wieder die Kurse an ziehen. Schluß fest. — Mais eröffnete träge. Die Kurse gaben zunächst infolge von Abgaben der Kommissionäre, der enttäuschenden Ausfuhrfrage und erhöhter Schätzung der argentinischen Verschiffungen nach, um sich dann aber wegen des geringen inländischen Angebots, Deckungskäufe, ungünstiger Wetteraussichten und Käufe der Haussepartei zu erholen. Schluß fest. — Fettwaren eröffneten lustlos. Die Kurse erholten sich dann jedoch infolge geringer Schweineanfuhren im Westen, lebhafter Lokokäufe, geringen Angebot, sowie infolge von Käufen der Berufsspekulanten. Schluß fest.
Seit York, 12 Juni
I 11. | 12 Kiss. Pacific 13 % TopeK. 103 % 103.% Nortb. Pacific 53.%
London, 12. Juni. (Wolff). Bank von England. ToUlreserre .. . I 21.127 + 0.469 . PriiatgnthaDen.... Soteunmlanl 126.136 - 0.442 Staatssohatsguthab.
11
5 5
Notennmlanf .... 89.896.672 4*
Tresorgnthaben - 15.414 —
Privat2nthaben I 920 239 —
12. Mai (Wollt.) Baumwolle. (In eng-L Pfcl 454 g.)
12. 11. 12. Aegyptische —
♦) einschL Erträgnisse der Deutschen Hypotheken -Ben • ten bank u. einscht Einnahmen aus Entschädigungen für vorzeitige Zurückzahlungen von Darlehen. **) einschl. M 3 Ä»xll- 6-proz. Vorzugsaktien.
Zur Gewinn- und. Verlustrechnung bemerkt der Bericht, daß unter dem mit M 42 802 Bil]. auigeiührten Unkostem posten neben einer zahlenmäßig nicht angegebenen Vergü- tung für den Vorstand und die Beamten vorbehaltlich der Genehmigung der G.-V. — auch eine Vergütung für den Aufsichtsrat von 6500 Gm. in Rechnung gestellt, ist. Der bei weitem zitternirMig größte Posten „Sonstige Einnahmen“ (Al 50 001 Bill.), enthalte außer den Mieteinnahmen namentlich die Erträgnisse des Effektengeschäfts.
Der Bestand an Reichsmark - Hypotheken stellt sich auf M 1000 Bill. (625.8 Mill.) neben M 3028 Bill. Goldhypotheken und der Bestand an Reichsmark - Kommunaldarlehen auf M 145.2 Md. (280.7 Mill.) neben M 32 000 Kommunal- Darlehen auf Rentenmarkgrundlage. Die Kommunaldarlehen sind also diesmal höher als der Hypothekenbestand. Der Pf andbriofumlauf stellte sich Ende 1923 auf .Ä 724.8 (638.8) Mill, und der Umlauf an Kommunal-Obligationen auf M 665.5 (260.9) Mill. Zwangsverstei gerungen wurden 1923 nicht bewirkt. Eine auf Antrag der Bank bewirkte Zwangsverwaltung betraf ein Grundstück im westlichen Gebietsteile von Preußen. Zinsrückstände waren nicht zu .verbuchen. Die Gesamtsumme der im Jahre 1923 erfolgten Rückzahlungen- auf Hypotheken beträgt M 202.8 Mill. Kreditoren werden in Höhe von M 49 417 Bill, ausgewiesen gegenüber M 39186 Bill. Bankguthaben, und M 892 Bill. Lombardforderungen sowie M 14 754 Bill. Wertpapieren.
Da die Größe und Schwierigkeit der den Hypothekenbanken künftig bevorstehenden Aufgaben darüber hinaus ein gemeinsames Vorgehen der sämtlichen Institute als erstrebenswert erscheinen lasse, habe die Gruppe der Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Hypothekenbanken die in dieser Richtung ergangene Anregung der Gerne! n s chafts- gruppe Deutscher Hypothekenbanken gerne ausgenommen, wonach ein gemeinsames Vorgehen bei größeren Geschäften in Aussicht genommen ist.
* Landesbank der Bheinurovinz, Düsseldorf, Das Institut, das infolge des Notzustandes sich 1923 auch mit der Notgeldemission befaßt hat, berichtet, daß im zweiten Monat des neuen Geschäftsjahres 95 pCt. des Notgeldes wieder dem Verkehr entzogen und gleichzt itig eine Reihe von kommunalen Verwaltungen zur Durchführung der Kündigung des für eigene Rechnung ausgegebenen Notgeldes unterstützt wurde. In der Bilanz per 31. Dezember erscheint — nahezu als höchster Passivposten — das Notgeld mit 15 Mil,. Bill. -AL.
Emittiert wurden 1923 noch 14.19 Md. 6proz. Rheinprovinz- Anleihescheine, nicht indessen eigene wertbeständige Anleihen. Daß dies nicht geschah, wird damit begründet, daß ein Enolg als fraglich angesehen wurde und daß das Institut zu den Enttäuschungen, die von der Suggestivwirkung ausging, die mit dem Wort „wertbeständig” verbunden war, nicht beitragen wollte. In Essen und Trier wurden im neuen Jahre Filialen errichtet. Der Reingewinn beträgt 2.73 Mill. Bill.-Jf (i. V. 40.10 Mill.), der nicht verteilt wird (i. V. je 1.22 Mill, an Provinzialverwaltung und Rhein.-Westf., Sparkassenverband, 15 Mill, an Personal und 18 Mill, an Provinzialverwaltung sowie an Sparkassen), sondern der zu 1 Million Bill.-Jf zur „Wiederherstellung des Geschäftskapitals” (Stammfonds und Einlagen der beteiligten Sparkassen je 500 000 Bill.-Jt), zur 400 000 BiU.-Jf Reservenbildung („für innere Organisation”) und zu 1.2 Mill. BiU.-Jf zur Stellung einer Sicherheitsreserve Verwendung findet. Aus der Bilan z: die gekündigten Rheinprovinzanleihen nur mit einem Merkposten von 1 Bill.--« (i. V. 677 Mill.), die Kreditoren 15.28 BUl.-^ (1481 Mill.), hauptsächlich Sparkassen usw.; andererseits Kasse 1.14 Mill. Bill.--#, Wechsel 0.48 Mill. Bill.-Jf, Bankguthaben 12.72 Mill. Bill.-X Wertpapiere 3 Mill. Bill.-«, langfristige Darlehnsforderungen 1 Bill.-.« (835 Mill.), kurzfristige 11.26 Mill. Bill.-.« (2031 Mill.), Vorschüsse an die Provinz und deren Anstalten 7.5 Mill. Bill.-.« (1279 Mill.).
Im neuen Geschäftsjahr seien schon bedeutende Beträge, insbesondere für die Landwirtschaft, zur Verfügung gestellt worden.
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Schluß des redaktionellen Teiles.
