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Das Technische Blatt

1. August 1924

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Abb. 6. Rückwinde für Schleppfahrzeuge beim W. D.-Schlepper.

gepreßt. Die Abstützung gegen den Hauptrahmen erfolgt unter Zwischenschaltung von Federn. Bei dieser Konstruktion werden die Rollenkästen beim Ueberschreiten von Hindernissen nachein­ander gehoben, während b 1 der ersten Bauart der ganze Hilfsrahmen entsprechend geschwenkt wird. Die Stützrollen können in diesem Falle besser ge­lagert werden. Die Herstellungskosten sind ge­ringer und das bei der anderen Bauausführung zu beobachtende Durchbiegen der Kette fällt fqrt. Da außerdem weniger bewegliche Teile vorhanden sind, wird der Fahrwiderstand geringer, sodaß das Fahrzeug mit schwächerem Motor betrieben wer­den kann.

Der Fahrtwiderstand der Raupenkette kann in den Reibungswiderstand, den die ver­schiedenen Rollen, Treib- und Leitrad usw. ver­ursachen, die rollende Reibung der Stützrollen auf der Kette, und seitliche Reibungen zerlegt werden. Dazu kommt noch die Bodendruck- und Kom­pressionsarbeit der Stützfedern beim Ueberfähren von Hindernissen. Auch durch das ständige Um­biegen der Kettenglieder um Treib- und Leitrad entstehen Kraftverluste. Nachteilig ist auch der hohe Verschleiß, also die geringe Lebensdauer der Raupenkette. Nur durch aufmerksame Wartung kann die Wirtschaftlichkeit erhöht werden. Gute

Abb. 8. W. D.-Schlepper.

leichi zugänglich im Vorderteil des Fahrzeuges. Alle beweglichen Teile werden staubdicht ein­gekapselt, die starker Abnutzung unterworfenen Bauteile sollen leicht auswechselbar sein. Qünstig in dieser Beziehung ist z. B, der 25 bezw. 50 PS- Motor des W. D.-Raupenschleppers. Er ist sowohl für den Betrieb mit Leicht- und Schwerbenzin, als auch Benzol geeignet, kann aber auch für gemisch­ten Betrieb, Spiritus und Benzol, Petroleum und Benzol durch ein?, Anlaßvorrichtung brauchbar gemacht werden. (Abb. 3.) Die Kühlung dieses Motors erfolgt mit Hilfe einer Zirkulation^ Wasserpumpe, die für den ständigen Kreisfluß des Kühlwassers sorgt. Auch beim 55 PS-Motor des Büssing-Raupenschleppers wird das Wasser von einer Kreiselpumpe durch den Kühlmantel in einen über der Haube liegenden Vorkühler getrieben. Von hier gelangt das Wasser in den eigentlichen.

dessen Seite die Kurve erfolgen soll. (Abb. 2.) Diese Art der Lenkung ist besonders ungünstig für beladene Fahrzeuge, zumal der Regulierungs­bereich der heutigen Benzinmotoren nicht sehr groß ist. Die Verhältnisse werden noch verschlech­tert, wenn ein gewisser Geschwindigkeitsausgleich zwischen beiden Ketten stattfindet. Gerade bei Raupenwagen erfordert das Lenken einen recht großen Mehraufwand an Energie gegenüber dem Geradeausfahren, da bedeutende Widerstände in­folge der Bohrreibung an der Drehstelle überwun­den werden müssen. Auch die starken Bean­

Schmierung aller Bolzen, Gelenke und Rollen ist nötig.

Besonders auf Grund der .im Kriege gewonnenen Erfahrungen sind in den letzten Jahren einige äußerst brauchbare Raupenfahrzeuge entwickelt worden. Während das Kriegsfahrzeug — in der Regel handelte es sich um Kampf-, seltener um Transportwagen —, besonders im Hinblick auf Steigerung der Gefechtskraft entwickelt wurde, ist für ein friedlichen Zwecken dienendes Raupen­fahrzeug vor allem größte Wirtschaftlichkeit anzu­streben. Die Forderung größtmöglicher Schonung des Konstruktionsmaterials gewinnt damit an Bedeutung. Gerade deshalb wird neuerdings auf gute Federung, also weiches, erschütterungsfreies Fahren besonderer Wert gelegt. Für Kriegsfahr­zeuge war die Lösung dieser Frage schwieriger als für andere Wagen, da die Fahrt in hindernis­reichem Trichtergelände usw. besonders große Ansprüche an die Federung stellt, zumal die Kon­struktionsgewichte gepanzerter, mit Geschützen und größerer Besatzung usw. belasteter Kampf­wagen wesentlich größer sind.

Abb. 7. Hinteres Ende des Fahrgestells mit Kupplungsvorrichtungen.

Der zum Betriebe dienende Motor kann ent­sprechend den geringeren Baugewichten und der zu fordernden geringeren Geschwindigkeit für Raupenfahrzeuge, die friedlichen Zwecken, meist als Schlepper, dienen, wesentlich schwächer sein als für Kriegsfahrzeuge. Für diese werden heute vielfach Motoren von über 200 PS. verwendet, während man, wenn die Verwendung des Raupen­fahrzeuges als Schlepper für landwirtschaftliche und industrielle Zwecke beabsichtigt ist, mit 25 bis 50 PS. auskommt. In der Regel werden normale Automobilmotoren verwendet, meist handelt es sich um Vierzylinder-Explosionsmotoren mit Ker­zenzündung und elektrischem Anlasser. Nach Möglichkeit erfolgt die Lagerung von allen Seiten-

Abb. 5. Büssing-Schlepper 55 PS.

spruchungen der Lager der Stützrollen durch die seitlichen Schübe sind zu beachten.

Die Mehrzahl der Raupenfahrzeuge neuerer Bauart ist nur mit einem Motor ausgestattet. Man benützt dann ein Ausgleichgetriebe oder ein besonderes Uinlenkgetriebe aus Kegelrädern oder einem Schneckenantrieb. Jede Raupenkette kann durch eine besondere Kupplung vom Kraftfluß ge­trennt werden. Ist ein Ausgleichgetriebe vorhan­den, so wird einfach eine Seite abgebremst, wäh­rend die andere mit erhöhter Geschwindigkeit läuft.

Für die Wirtschaftlichkeit des Raupenwagens und die Lebensdauer der Kette ist die Ausführung der Kettenabstützung von Bedeutung. Am gebräuchlichsten sind zwei Arten. Bei der einen Bauart sind Trieb- und Leitrad in einem besonde­ren Rahmen vereinigt, der gegen den Haüptrahmen abgefedert ist. Weniger wirtschaftlich, aber weich federnd ist die bei Kampfwagen oft verwendete Bauart, bei der Trieb- und Leitrad am eigentlichen Wagenrahmen befestigt werden. Die Kette wird durch die einzelnen Rollenkästen gegen den Boden

mit auswechselbaren 'Elementen versehenen, Hauptkühler. Dieser ist in der aus dem Kraft­wagenbau bekannten Weise vor dem Motor ge­lagert, Die gleiche Anordnung finden wir auch beim W. D.-Schlepper, den Podeus- und Dinos- Raupenfahrzeugen (Abb. 4) usw., sowie bei fast allen ausländischen Raupenschleppern. Sie steht im Gegensatz zu der bei fast allen Tanks verwen­deten Einbauart. Um gutes Schußfeld und aus­reichende Sicht zu ermöglichen, wird hier der Kühler meist in den hinteren Teil des Fahrzeuges verlegt und zur Vermeidung von Schußverletzun-

Abb. 9. W. D.-Schlepper 50 PS.

gen in die Panzerung mit einbezogen. Zur Er­höhung der Kühlwirkung wird in beiden Fällen in der aus dem Kraftwagenbau bekannten Weise ein Ventilator eingebaut, der vom Motor aus durch Riemen angetrieben, in sicherer Weise auf Kugeln gelagert ist.

Die U e b e r t r a g u n g vom Motor auf das Getriebe erfolgt in der Regel ebenfalls ähnlich wie beim Kraftwagen. So besitzt z. B. der W. D.- Schlepper eine Konuskupplung, die in das Schwungrad des Motors eingreift bezw. eingebaut ist. Die Betätigung erfolgt vqm Führersitz durch Pedale. Zur Erzielung der genügenden Kupp­lungsadhäsion sind die konischen Kupplungs­flächen mit Ferodobänd belegt, das leicht ausge­wechselt werden kann. Zwischen Getriebe und Kupplung ist ein doppeltes Knpchengelenk ein­geschaltet. Dieses macht die Uebertragungswelle nach Art der Kardangelenke nach allen Richtungen nachgiebig. Auf diese Weise wird Beschädigungen durch Verwindungen oder Vibrationen am Gestell begegnet.

Auch die Getriebekonstruktion gleicht meist der im Kraftwagenbau üblichen. Nach

Abb. 10. W. D.-Schlepper 25 PS.

Möglichkeit sollte auf staubdichte Einkapselung geachtet werden. Meist sind drei Vorwärtsgänge und ein Rückwärtsgang vorhanden. Beim W. D.- Schlepper ist ein vierter, besonderer Antrieb für das Riemenscheibenvorgelege vorgesehen. Bei dieser Bauart ist das Getriebe grundsätzlich vom gewöhnlichen Kraftwagengetriebe durch die Ver­bindung mit dem Lenkgetriebe verschieden. Hier­für ist ein zweiter Getriebekasten angebaut, durch den die Kraft auf die Antriebsräder der Gleis­ketten nach links und rechts geleitet wird. Durch Differential sind beide Gleisketten in der Be­wegung von einander unabhängig.

Die Triebachsen sind in diesem Falle geson­dert gelagert. Auf ihnen bezw. auf ihrer Vorgelege­welle sind Bremsscheiben angebracht, die vom Führerstand mittels Bandbremse bis zum völligen Stillstand abgebremst werden können. Durch besondere Hebelanwendung wird erreicht, daß die gebremste Welle gleichzeitig vom Getriebe aus­geschaltet wird. Ungleichmäßige Bremsung ruft entsprechende Drehung, gleichmäßige Bremsung beider Ketten dagegen Stillstand des Schleppers hervor.

Die Unterbringung des Führers erfolgt bei ausländischen Raupenschleppern vielfach frei auf einem Blechsitz, wie wir ihn von landwirtschaft-