daß der neue Operndircktor die Werke StraußenS gebührend berücksichtigen wird. Die lange nicht mehr gegebene wird
wieder erscheinen, ferner „Die Frau ohne Schatten". Die jetzt ferttggestellte Oper Intermezzo" soll möglichst gleichzeitig mit der reichsdeutschen Uraufführung in Dresden (unter Fritz Busch) in Frankfurt herauskommen. Auch diese wird Krauß leiten. In einer Unterhaltung mit Richard Strauß hatte dieser den Wunsch geäußert. daS heitere Werk im Frankfurter Schauspielhause mifgefiihrt zu sehen, weil es einen intimeren Raum, als das große Opernhaus erfordere. Da die akustischen Verhältnisse der Schauspielhauses für Opern kaum besser als im Opernhaus sein dürften und auch die Frage der Placierung eines Orchesters von annähernd 50 Musikern im Hause Weicherts kaum günstig zu lösen sein würde — ganz abgesehen von den Dispositionen der Leitung des Schauspielhauses selbst — glaubt Prof. Krauß nicht, diesen Wunsch des Komponisten erfüllen zu können. Was die notwendigen .Ergänzungen im künstlerischen Personalbestände betrifft, so hat Krauß als Ersatz für Frl. Kley eine jugendlich-dramatische Sängerin aus Wien verpflichtet, ferner für den leider in Amerika bleibenden Hans Lange als ersten Konzertmeister den deutschen Musiker Hugo Solberg, der seit vier Jahren in Kristiania tätig ist. Zu seiner eigenen Entlastung, besonders für die Proben, denen Krauß sein ganz besonderes Interesse widmen will, hat sich der Operndirektor einen musikalischen Assistenten bestellt. Obwohl Krauß bisher auch als Leiter von großen Konzerten erfolgreich tätig war und diese Beschäftigung neben seiner Frankfurter Tätigkeit beizubehcckten gedenkt — als Leiter der Tonkünstlerkonzerte in Wien, der Konzerte im Salzburger Mozarteum und vermutlich auch in Budapest — kommt der Konzertdirigent Krauß in Franffurt, wie er sich äußerte, erst in zweiter, ja dritter Linie in Betracht, denn seine ganze Arbeitskraft und sein künstlerischer Ehrgeiz sollen vor allem der Oper gelten. Prophezeiungen will und kann Krauß nicht machen, aber dem Frankfurter Musikpublikum das Versprechen geben, mit guten, disziplinierten Kräften gute Aufführungen zu ermöglichen, die den Ruf des Frankfurter Opernhauses mich über die Stadtgrenzen hinaus wieder heben sollen, nach all den unerfteulichen und Krisenzeiten, die dem Institut wahrhaftig nicht förderlich waren. Prof. Krauß geht mit Optimismus an seine schwere Aufgabe, will fein Bestes dafür hergeben, erbittet aber nicht nur die Unterstützung durch seine Künstlerschar, sondern auch das starke und fördernde Jntereffe der Frankfurter. A. Bg.
= [Siebte Mitteilmrgen.fi Kürzlich ist der Goethe - Schiller-Briefwechselin französischer Ueber, setzung bei Plan in Paris in zwei Bänden erschienen. Lucien Herr, der Direktor der Bibliothek der „Ecole Normale Superieure", hat auf Grund der endgültigen deutschen Ausgabe die Uebertragung besorgt. b.
— [Madcmischo Nachrichtens Aus Gießen wird uns geschrieben: Der Oberarzt an der Universitäts-Frauenklinik, Priv.- Loz Dr. A. Seitz, ist zum a. o. Prof, ernannt worden.
Mettag, 28. 1924
Ave«dv5- ;r der Drarrksrnkker Iettmtgl
Murmner 627 Kette s
Der Besuch des Vrüsideukeu von Mexiko.
1 dt Hamburg, 21. Aug. (Priv.-Tel.) Nachdem gestern abend das Jbero-amerikanische Institut zu Ehren des hier weilenden General Calles eine auch von Damen und Herren der mexikanischen Kolonie in Hamburg stark besuchte Begrüßungsfeier veranstaltet hatte, bei der Prof. Dr. Schädel die geistigen Beziehungen zwischen Mexiko und Deutschland würdigte, gab der künftige mexikanische Präsident heute mittag zur Erwiderung der ihm erwiesenen Freundlichkeiten ein Essen im Hotel Attantic.
Der Gastgeber betonte, daß er alle ihm zuteil gewordenen Auszeichnungen nur als eine Ermunterung für sein Volk auffaffe, in seiner wirtschaftlichen, intellektuellen und moralischen Aufwärtsentwicklung sortzufahren. Mit einer für eine Bankettrede ungewöhnlichen Geradheit und Offenherzigkeit bekannte sich Genexal Calles zu dem Glauben, daß auf der Grundlage gänzlicher Unzufriedenheit und großen Elends der Masten sowie einer drückenden Ueb erwacht der Wenigen kein Wohlstand, keine gesunde Entwicklung der Länder aufgebaut werden könne. Mexiko werde als Volk wohl auch weiterhin verleumdet werden; die fortschrittlichen Elemente und General Calles selber seien dem Auslande als destruktiv und aggressiv hingestellt worden. Aber der beständige Grundsatz der Regierung dieser Männer werde Gesetz und Re ch t sein und ihr Ziel die soziale Besserung sowie die Zunahme ehrlich erworbenen Privat- und Kollektivreichtums.
Bürgermeister Dr. Petersen versicherte in einer schwungvollen Erwiderung, das deutsche Volk werde es sich zur Pflicht onrechnen, Verleumdungen über Mexiko entgegenzutreten, wie Mexiko das Gleiche im Interesse Deutschlands während des Krieges getan habe. Das deutsche Volk hab« für die von General CalleS entwickelten Ideen der Mitbestimmung und Pflichterfüllung des Volles und für die Grundsätze der Menschlichkeit und Gerechtigkeit die vollste Sympathie.
dt Hamburg, 21. Aug. (Priv.-Tel.) General Calles hat an den Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- bund folgendes Telegramm gettchtet:
„Beim Betteten europäischen Bodens begrüße ich durch Ihre Vermittlung die deutschen Arbeiterverbände aufs herzlichste und rvünfche unseren Brüdern, den Arbeitern dieses Landes, Wohlergehen und Erfolg in ihren sozialen Arbeiten. Herzlichst General CalleS," „ .
General Calles in Berlin.
P Berlin, 22. Aug. (Priv.-Tel.) Der neu erwählte Präsident der mexikanischen Republik, General Calles, trifft heute in Berlin ein. Obwohl die Amtstättgkeit des Präsidenten erst am 1. Dezember beginnt und Präsident Calles sich noch nicht in seiner offiziellen Eigenschaft in Europa auf- hält, sind ihm zu Ehren größere Veranstaltungen beabsichtigt. Zu feinem Empfang werden neben dem mexikanischen Gesandten und zahlreichen Mitgliedern der hiesigen mexikanischen Kolonie vor allem die deutschen Behörden am Lehrter Bahnhof vertreten sein. Es ist beabsichttgt, daß Vertreter des Reichspräsidenten und des Auswärttgen Amtes Calles empfangen. Eine Ehrenkompanie der Reichswehr wird den General am Bahnsteig erwarten. Der Präsident wird nach feiner Ankunst — ebenfalls halb offiziell — dem Reichspräsidenten und dem Auswärttgen Amt einen Besuch ab- statten. Zu Ehren des Gastes soll dann beim Reichspräsidenten ein Empfang stattfinden.
' General Calles benutzt die Gelegenheit, die ihm noch bis zUm Antritt feines Präsidentenamtes bleibt, zu einer europäischen Studienreise. Daß er sich zunächst nach Deutschland wendet, darf das deutsche Voll mit besonderer Genugtuung erfüllen. General Calles hat sich vorgenommen, vor allem die sozialen Einrichtungen und die sozialen Maßnahmen der europäischen Staaten zu studieren, und er will damit in Deutschland, das mit seiner Sozialpolitik an der Spitze der europäischen Ncttionen marschierte, bevor die Jnflatton die sozialen Einrichtungen um ein gut Teil ihrer Wirkung brachte, den Anfang machen. Die Aufmerksamkeit des zukünfttgen Präsidenten erstteckt sich besonders auf die sozialen Probleme, weil Mexiko gegenwärttg eine soziale Umwälzung durchmacht, die die Struktur des Landes und seiner Bevölkerung von Grund aus ändert. Im Brennpunkt der inneren Politik Mexllos steht heute die Agrargesetzgebung, die bezweckt, die großen Landgüter zu parzellieren und einen lebens- kräfttgen Kleinbauernstand zu schaffen. Dieses Zentralproblem spielte bei der letzten Revolutton, die sich äußerlich als ein Kamps der beiden Präsidentschaftskandidaten, des Generals Calles und des Finanzministers La Huerta, dorstellte, eine sehr große Rolle. Man tarnt es also verstehen, daß General Calles vor Uebernahme der Präsidentschaft das Bedürfnis Slt, sich eingehend zu orientieren, um die vom Präsidenten
regon eingeleitete Agrarpolittk sachkundig fortsctzen zu können. General Calles gehört schon seit Jahren dem meri- kanischen Mnisterrat an und war während des Krieges Gouverneur des an die Vereinigten Staaten grenzenden Staates Sonora. Wie die Regierung des Präsidenten Car- ranza bewahrte auch Calles in seiner Gouverneurstellung eine 'absolute Neutralität gegenüber den Kriegführenden. Daß er bei der Hetzkampagne gegen Deutschland nicht mitmachte, sichert ihm einen besonders stenndlichen Empfang in Deutschland.
Denesch und Marinkowiksch.
WrkvSkkilegramm der „Frankfurter Zeitung'.)
Belgrad, 21. Aug. Der südslawische Außenminister Marinkowitsch wird mit Dr. Benesch am 27. August in Laibach zusammentteffen. Dieser Besprechung wird vor allem deshalb besondere Bedeutung -beigemessen, weil sie vor Abreise des südslawischen Außenministers nach Paris erfolgen wird, wo mit Frankreich ein ähnliches Bündnis abgeschlossen werden soll wie seinerzeit zwischen der Tschechoslowakei und Frantteich.
Ans dem Reich.
Berlin, 21. Aug. (Priv.-Tel.) Der ReichLrat erklärte in seiner öffentlichen Vollsitzung vom Donnerstag nachmittag im Gegensatz zu den Beschlüssen seiner Ausschüsse den Einspruch der bayrischen Regierung gegen die Einbürgerung deS ungarischen Chemikers Dr. Ghemant und des holländischen Arztes Samuels für unbegründet. Die Entscheidung ist in besonderer Abstimmung mit 38 gegen 28 Stimmen getroffen worden.
Eine Entstellung.
■±- Berlin, 21. Aug. (Priv.-Tel.) Eine bösartige Ver- leumoung des demokrattschen Parteiführers Erkelenz läßt sich die „Oberschlestsche Morgenzeitung" zuschulden kommen, indem sie in ihrer Nummer vom 17. August schreibt:
Bei der Verfaffungsfeier am 11. August hat der Demokrat Erkelenz allen Deutschen, die in der Republik nicht die ideale Staatsform sehen, die Drohung zugerusen: „Den Daumen aufs Auge und das Knie auf die Brust!"
Abgeordneter Erkelenz hat daraufhin dem genannten Blatt eine Berichtigung zugesandt, in der er folgendes erklärt:
„Es ist unwahr, daß ich bisse Drohung ausgesprochen habe. Wahr ist vielmehr, daß ich gesagt habe: „Jedem, der die Verfassung mit Gewalt ändern will, wollen wir daS Laffallesche Wort zurufen: „Den Daumen aufs Auge und das Knie auf die Brust!" Weiter habe ich gesagt: „Es ist jedermanns Recht, dahin zu streben, daß die Veffassung auf gesetzlichem Wege abgeänbert wird. Aber auch diesen Besttebungen gegenüber wollen wir sagen, daß wir mit allen Mitteln des geistigen Kampfes uns der Abänderung der Gmndlinien der Verfassung widersetzen werden."
Rayern.
Sie Völkischen gegen die »Deutschen Tage".
München, 20. Aug. (Priv.-Tel.) Von den „Deutschen Tagen" will jetzt auch der „Völkische Kurier" nichts mehr wissen. In einer Bettachtung über den Weimarer Parteitag erklärt er:
„Es war in den letzten Jahren in Deuffchland und vor allem in unserem engeren Vaterland Bayern kein Mangel an „Deutschen Tagen", an nationalen Festen, an Kriegervereins» und anderen Feiern. Ihnen ollen lag gemeinsam der Gedanke an die Wiederauferstehung des Deutschen Reiches zugrunde, doch beftiedigen sie uns heute nicht mebr. Wir mißtrauen ihnen in dem gleichen Maße, in dem diese Gedenkfeiern immer mehr die praktische Auswirftmg der bei ihnen zum Ausdruck kommenden nationalen Begeisteruna vermissen lassen, je mehr diese Feste beherrscht wurd»n von dem unfruchtbaren Geist und je mehr der nationale Gedanke dabei mißbraucht wurde von den Nutznießern der Revolution."
Diese Erkenntnis, daß der nationale Gedanke auf den „Deutschen Tagen^ mißbraucht wird, dämmert den Völkischen sehr spät, und sie ist heute noch nicht völkisches Gemeingut, denn erst diese Woche mußte ein „Deutscher Tag" der Völkischen in Cham ausdrücklich verboten werden. Andern Leuten war dieser Mißbrauch, den die Völkischen selbst listig betrieben haben, längst klar, und die Erkenntnis des „Völkischen Kuriers" kommt wohl daher, daß die Völkischen das Geschäft nicht mehr allein machen können, sondern andere daran partizipieren.
frankfurter Angelegenheiten.
= Die Frankfurter Teueruygszahl stellt sich nach vorläufiger Berechnung des Städtischen Statistischen Amtes für die laufende Woche ohne Bekleidung auf 108 484 Milliarden, das ist das 1092» millrardenfache der Friedenszeit, mit Bekleidung auf 127 628 Milliarden, das ist das 1120-milliardenfache der Friedenszeit. Gegen die Vorwoche bedeuten die Ziffern eine Steigerung um 0,9 bezw. 0,7 Prozent.
Frankfurter Handelsblatt.
Wiedergabe und drahtliche Verbreitung der Artikel mit * und der mvatdepeschen nur mit genauer Quellenangabe „Erks. Ztg.“ gestattet,
• Henschel & ZM — Essener Sleinkohlen- fcergwerfee Ä.-G.
Ein eigenartiger Konflikt.
Vor kurzem wurde bekannt, daß ein zwischen der Henschel & Sohn G. m. b. H. in Cassel, eine der größten und ältesten deutschen Unternehmungen der Lokomotiv-Industrie, und der Essener Steinkohlen-Bergwerks A.-G. abgeschlossener, im Januar d. J. unterzeichneter und im Februar d. J. von der Generalversammlung der Essener A.-G. endgültig genehmigter Konzern-Vertrag plötzlich von dem Aufsichtsrat der Essener Steinkohlen-Bergwerke A.-G. als u n- gültig erklärt worden ist Die von beiden Parteien bisher über diese auffallende Angelegenheit in der Oeffent- lichkeit abgegebenen Mitteilungen gestatteten keinen Einblick in die Vorgänge, die dem Abbruch der Beziehungen zugrunde liegen. Die Sachlage ist augenblicklich die, daß die Henschel & Sohn G. m. b. H. an der Rechtsgültigkeit des geschlossenen Vertrages festhält, während die Essener Stein- kohlen-Bergwerke A.-G. sich den Wirkungen ihrer Unterschrift unter den Vertrag zu entziehen sucht. Dafür macht der Aufsichtsrat der Essener A.-G. zum Teil formelle Gründe geltend, so, daß der Vertrag nicht notariell gemacht worden sei (darauf wurde seinerzeit aus Ersparnisgründen verzichtet, zumal ein Zwang, weil es sich nicht um die Gründung einer neuen A.-G. handelte, nicht vorlag; inbezug hierauf liegt ein von Henschel & Sohn bei R.=A. Dr. Hachenburg-Mannheim eingeholtes Rechtsgutachten vor); zum Teil erhebt der Aufsichtsrat der Essener Steinkohlen A.-G. Einwände allgemeiner Art, so, daß die Firma Henschel & Sohn ihre Interessen zu Ungunsten der übrigen Aktionäre habe in den Vordergrund stellen wollen, daß die Beauftragten der Essener Werke unter Zwang gehandelt hätten usw. Es schweben in der Angelegenheit zurzeit zwei Prozesse. Generaldirektor Beyer von Henschel & Sohn klagt, bei dem Landgericht Hannover auf Feststellung, daß. der mit dem Konzernvertrag in Verbindung stehende Konsortialvertrag vom 10. Januar 1924 .gültig und die vom Aufsichtsrat der Essener Gesellschaft am 25. April d. J. beschlossene Begebung der neuen Konsortial- und Vorrataktien der Essener Gesellschaft an drei Herren der Verwaltung der Essener Gesellschaft unwirksam sei. Dagegen klagen die Essener Werke vor dem Landgericht Cassel gegen die Henschel & Sohn G. rn. b. H. darauf, daß der am 10. Januar 1924 geschlossene Aktientausch-Vertrag keine Gültigkeit habe.
Aus dem, was bisher über die Angelegenheit in die Öffentlichkeit gelangt ist, ist es für die außerhalb der Verwaltungsgruppen beider Werke Beteiligten unmöglich, sich ein klares Bild über die Vorgänge und über die Schuld- frage an dem Konflikt zu bilden. Es scheint deshalb notwendig, die Einzelheiten der Entwicklung darzustellen. Die Henschel u. Sohn G. m. b. H. hat im Jahre 1904 die Henrichs-Hütte in Hattingen erworben. Sie besitzt ferner die Niederscheldener Hütten A.-G. in Niederscheiden, sowie Erzgrubenbesitz im Sie.gerland, Es trat das Bedürfnis bei der durch das große Stahlwerk der Henrichs-Hütte und durch die Entwicklung der Casseler Lokomotivfabrik-Anlagen zu starker Ausdehnung gelangten Gesamtunternehmung der Henschel u. Sohn G. m. b. H. hervor, eine Kohlenbasis sich zu sichern. Gegen Ende des Jahres 1920 wurde ein Interessengemeinschaftsvertrag zwischen Henschel u. Sohn, der Bergbau A.-G. Lothringen und der Essener Steinkohlen- Bergwerke A.-G. geschlossen, der auf 50 Jahre unter Feststellung von Lieferungsverträgen mit Jahresbeginn 1921 laufen sollte; bei dieser Gelegenheit erhöhten die Essener Steinkohlen-Bergwerke ihr Kapital von JL 60 auf 75 Mill., auch die Umwandlung der Firma Henschel u. Sohn in eine G. m. b. H. (Kapital M 100 Mill.) stand mit der Bildung dieser Interessengemeinschaft in Verbindung. Schon im Herbst 1923 löste sich aber die Interessengemeinschaft wieder auf, indessen setzten sich die Beziehungen zwischen der Essener Steinkohlen.-Bergwerke A.-G. und der Henschel u. Sohn G. m. b. H. in veränderter Form fort. Die Henschel u. Sohn G. m. b. H. verfügte damals über M 25 Mill, von JL 75 Mill. Gesamtkapital der Essener Gesellschaft. Der äußere Hergang war nun der, daß zwicshen Henschel & Essen der eingangs erwähnte neue Konzern-Vertrag, dessen Ungültigkeit zu erreichen jetzt von Essen angestrebt wird, im Januar 1924 zum Abschluß gelangt ist.
Nach unseren Informationen war der innere Hergang der, daß dem VertragzwischenHenschelundEssen die Idee zugrunde lag, unter Erweiterung des Aktienbesitzes der Henschel & Sohn G. m. b. H. an der Essener A.-G. von Va auf die Höhe der Majorität die Henrichs-Hütte und den Erzgrubenbesitz der Firma Henschel an die Essener A.-G. anzu- ghedern. Es war ursprünglich vorgesehen, daß die Essener .Gesellschaft ihr Kapital yon * 75 auf 100 Mill, erhöhen,
und die neuen «ft 25 Mill. Aktien der Casseler Gesellschaft überlassen sollte, wofür diese die schon erwähnten Substanz- werte (Henrichs-Hütte, Niederschelden etc.) an Essen überlassen sollte. Diese letztere Transaktion war derart auf gezogen, daß die Niederscheldener Hütte A.-G. ihr Kapital von JL 500 000 auf GM. 5 Mill, erhöhen sollte, die Henrichs-Hütte und der Erzgrubenbesitz sollten in die Niederscheldener A.-G. autgehen, alsdann sollten 90 pCt. des Kapitals von GM. 5 Mill, an die Essener Gesellschaft ausgefolgt werden, Die Essener Gesellschaft schlug dann, formell „für Angliederungszwecke", in Wirklichkeit unter Verweis auf gewisse Eventualitäten, die sich aus der damaligen politischen Lage im Westen ergeben könnten, eine Erweiterung der Kapitalerhöhung auf M 150 Mill. vor. Die Casseler Gesellschaft stimmte diesem Projekt, welches im Oktober 1923 von der G.-V. der Essener Gesellschaft genehmigt wurde, zu, verlangte aber und erreichte durch Vertragsfestsetzung, daß die neuen Vorratsaktien in ein Konsortium gebunden wurden, das vertragsgemäß nur durch Einstimmigkeit seiner vier Beteiligten (je. zwei von der Gruppe von Henschel und Essen) über die Aktien verfügen konnte. Ein Dividendenanspruch stand diesen Konsortialaktien bis zu ihrer etwaigen Verwendung nicht zu. Dabei bestimmte die Henschel & Sohn G. m. b. H. als ihren Vertreter im Konsortium außer ihrem Generaldirektor Beyer den von der Lothringen-Gruppe herkommenden Herrn, Dr. Adolf Kühling-Hannover, dessen Bestallung zum Aufsichtsratvorsitzenden der Essener Gesellschaft sie ebenfalls bewerkstelligte; Henschel & Sohn bestellten ferner Herrn Dr. Kühling bei sich selbst zum stellvertretenden Geschäftsführer mit Unterschrift. Auf dieser Grundlage wurden Konzern- und Konsortialvertrag rechtsgültig unterschrieben, die Kapitalstransaktionen wurden entsprechend von den Aktionären der Essener Gesellschaft genehmigt. Unvermittelt erklärten am 24. Februar 1924 die Vertreter der Essener Gesellschaft, darunter der zum Geschäftsführer bei Henschel & Sohn bestellte Herr Dr. Kühling, den Vertrag nicht durchführen zu wollen. Die Verwaltung der Essener Steinkohlen-Bergwerke berief für die Osterwoche eine A u k- sichtsratssi.tzung der Gesellschaft und hielt diese ab, obwohl damals eine Anzahl (4) von Aufsichtsratsmitgliedern an dem Besuch der Sitzung verhindert war, darunter auch der stellvertretende Vorsitzende (Direktor Schütter von der Deutschen Bank). Obwohl gegen die Abhaltung der Aufsichtsratssitzung von dieser Seite Verwahrung eingelegt war, beschloß der Rumpfaufsichtsrat mit 7 Stimmen (darunter 2 Betriebsratsmitglieder) gegen 4 Stimmen (Henschelgruppe), den Vertrag., mit Henschel & Sohn für ungültig zu erklären und.die M 75 Mill, neuen Aktien in anderer Weise zu begeben, als im Konsortialvertrag vereinbart war. Die genannte Aufsichtsratmehrheit beschloß, die % der Konsortial-Aktien, die von den beiden Vertretern der Essener Gesellschaft und von Dr. Kühling gezeichnet worden waren, an die Herren Dr. Kühling, Gen.-Dir. Tengehnann und Dir. Wegener (Verwaltung der Essener Gesellschaft) ohne Treuhandverhältnis endgültig zu pari (in Papiermark!) zu begeben, und das vierte Konsortialmitglied, Gen.-Dir. Beyer von Henschel & Sohn, aufzufordern, sein Konsortialviertel ebenfalls dem Vorstand der Essener Gesellschaft zu überlassen. Ein Dividendenverzicht liegt im Gegensatz zu dem ursprünglichen Konsortialvertrag nicht mehr vor; durch die Papiermarkbegebung zu pari der von der G.-V. „für Angliederungszwecke“ beschlossenen Emission erscheint eine ausgesprochene Kapitalverwässerung eingetreten, die einer kleinen Zahl von Verwaltungsmitgliedern der Essener Gesellschaft ein ausschlaggebendes Stimmrecht verleiht; alle wichtigen Beschlüsse der G.-V. können mit einfacher Mehrheit nach dem Statut gefaßt werden.
Diese Vorgänge sind überraschend und auffallend. Ihr Schlüssel ist schwer zu finden. Es liegen Anzeichen dafür vor, daß die Konzernbildung Henschel-Essen in dem Augenblick für den hauptsächlichen Vermittler und Interessenten, Dr. Kühling-Hannover (damals noch in der Doppelstellung als Aufsichtsratvorsitzender von Essen und als Geschäftsführer bei Henschel) uninteressant wurde, als feststand, daß die Henschel & Sohn G. m. b. H. sich für die Hingabe ihrer Substanz- werte die Entwickelung ihrer Drittelminderheit bei Essen zur Aktienmajorität nicht mehr aus der Hand nehmen ließ. Von diesem Augenblick ab bereitete die Essener Gruppe offenbar den Bruch vor und führte ihn durch die erwähnte Aufsichtsratsitzung, bei welcher eine Reihe von wichtigen Mitgliedern nicht mitwirken konnte, durch. Man sollte* annehmen, daß ein so weit gediehener, bereits von der G.-V. genehmigter Konzern vertrag zwischen zwei großen Unternehmungen nicht ohne sehr triftige sachliche, und klar erkennbare Gründe von einer Partei angefochten wird. Wie die Dinge heute liegen, bleibt zunächst der Ausgang der schwebenden Prozesse abzuwarten. Inzwischen aber haben die Aktionäre der Essener Steinkohlen=Bergwerke A.-G. Anspruch darauf, daß die eigenartige Entwicklung des von ihnen genehmigten Konzernvertrags und die Wandlungen in der Durchführung der von ihnen beschlossenen Kapitalsverdoppelung zum Gegenstand einer neuen Generalversammlung, die unverzüglich einberufen werden sollte, gemacht werden.
* Niederländische Staatsfinanzen. Aus Amsterdam, 20. d. M., schreibt unser W-Korrespondent: „Auf die angebotenen fl. 60 MU. Schatz.scheine und Schatzwechsel wurden fl. 74 798 000 gezeichnet und fl. 30 Mill, zugewiesen. — Die ordentlichen Reichseinnahmen betrugen im Juli fl. 37.36 gegen fl. 34.66 Mill, im Juli 1923, und in den ersten sieben Monaten des Jahres fl. 246.33 Milk gegen fk 253.28. Die Schätzung hatte fl. 231.55 Mill, gelautet. Auf die Einkommensteuer entfallen fl. 62.96 gegen fk 71.16 Mill. — Gerüchtweise verlautet, daß die Begebung einer niederländisch-indischen Anleihe von fk 50 bis 75 Mill, zu erwarten sei. Die Anleihe dürfte 6 pCt. Zinsen tragen und zu einem etwa 3 pCt. unter pari hegenden Kurse begeben werden. Der billige Geldstand — Emmonats- geld gegen Effektenunterpfand notiert hier 2—2% pCL — erleichtert diese Absicht. Die Regierung kann auf Grund des auf fl. 400 Milk lautenden Ermächtigungsgesetzes von 1923 noch rund fl. 200 MW. begeben.“
* Exporterleichterungen für Werkzeuge. Ein Fachmiitarbeiter schreibt uns: „Den vereinten Bemühungen der Spitzenorgamisationen und der Reichsnegierung ist es gelungen, den Abschluß von Wirtschaftsabkommen mit Spanien, Oesterreich und Ungarn zu sichern, durch welche die Einfuhr von Werkzeugen künftig zu den gleichen Zollsätzen und Vergünstigungen gewährleistet ist, wie sie England, Frankreich und Italien bisher genießen. Das ist besonders bedeutsam, weil für Spanien ungemein hohe Zollsätze bestanden, welche die Ausfuhr völlig lahm legten. Die Erleichterungen, die nun in Kraft treten, dürfen jedoch keinesfalls zur Preisschleuderei führen, vielmehr bleiben die Auslandskonvent i o nen der Verbände zur Regelung dien Preisfrage in Kraft.“
* Amerikanischer Automobil-Export. Aus New York, 12. d. M., schreibt unser R-Korrespondent: „Im vergangenen Rechnungsjahre _ wurden 199 135 Kraft-Fahrzeuge aus den Ver. Staaten exportiert, womit einneuerRekord erreicht ist In dem Jahre vor dem Kriege bezifferte sich der Export auf nur 37 195. Von den exportierten Gefährten waren 142 395 Personenwagen, 27 851 Lastfuhrwerke und 19 387 Motorräder. Der Erlös der ausgeführten Automobile ist aber niedriger als z. B. 1919/20, als 178 534 Wagen ins Ausland gesandt wurden, die Doll. 278 Mill, kosteten, während der Export im letzten Jahre nur auf Doll. 211 Mill, bewertet wird.“
* Frankreich bestellt rollendes Material in Deutschland. Die französische Regierung will nach der „Joumäe Industrielle“ in Deutschland umfangreiche Bestellungen auf rollendes Material vornehmen, das unter den Sachlieferungen verrechnet werden soll
* Balmbedarf A.-G- Darmstadt. Der überaus knapp gefaßte, uns erst nach der G.-V. zugehende, Bericht des zur Gruppe J. Adler jun. in Frankfurt a. M. gehörenden Unternehmens bemerkt lediglich, daß die Geschäftsführung durch den Ruhreinbruch außerordentlich erschwert wurde. Der Reingewinn von M 9119 Bilk wird bekanntlich vorgetragen. Die Bilanz verzeichnet neben M 67 000 Bilk Akzeptverpflichtungen M 517 988 Bilk Verbindlichkeiten, darunter M 65 083 Bill. Bankschulden gegenüber M 288 228 Bilk Außenständen einschl. M 41386 Bill. Bankguthaben, sowie M 297 698 Bill- Vorräten.
* Ottomanisehe Eisenbahn Smyrna-Aidin. Die Gesellschaft hat nach der Pariser „Ag. Ec. et Ein.6* mit der türkischen Regierung eine Vereinbarung getroffen, wonach die Regierung die Regelung der rückständigen Anleihekupons aus der Kriegszeit übernimmt. Die Einlösung muß vor dem Rückkauf der Linie bewirkt sein. Die Tarife werden neu geregelt. Ferner kann die Gesellschaft 15 Jahre lang Material zollfrei einführen.
* Der deutsche Tafelölmarkt. Aus Fachkreisen wird uns mitgeteilt: „Der Saatenmarkt hat sich in den letzten Tagen etwas beruhigt. Es wurde bezahlt für Sesaat: China: Septbr.- Oktbr.-Abladung Ist. 26.5, Ostafrika Septbr.-Oktbr. Ist. 27.5—27.7; Erdnüsse Septbr.-Oktbr. Lst. 25.12, Oktbr.-Novbr. Lst. 25.5; Sojabohnen: Bei starker Nachfrage und kleinem Angebot Aug.-Septbr. Lst. 12.5. In Deutschland notieren: Soyaöl GM 95—97, feinstes SoyarTafelöl GM 98—100, Tafelöl GM 107—109, Sesamöl GM 114 bis 118, Erdnußöl GM 112—114.“
* Feste Seiiäenmärkte. Aus Mailand, 20. Aug., wird uns geschrieben: „Nach den Feiertagen des Ferragosto ist das Geschäft noch nicht in regulären Gang gekommen. Die Käufer sind zum großen Teil noch nicht zurückgekehrt. Auf dem hiesigen Platz halten rieh die Preise äußerst fest. Die Kokons „Mair*
rind stark gesucht, insbesondere für lange Lieferung; für Dez.-Jan, werden Lire 74 verlangt. Stark gesucht bleiben die Organzine, selbst per Jan.-März fanden sich Käufer zu Lire 380, für Extra 19/21 dL Sogar Lyon kaufte trotz des Einfuhrzolls verschiedene Lots in Organzin auf Lieferung. Die Zwirnlöhne haben L. 40 für 9/11 d übern stiegen. Für einzelne Ballen Grenadine muß man mit über L. 50 Zwiralohn rechnen. — Man verlangt: L. 840—835 für Gge. exquis 13/22 d, L. 845—840 für Gge. extra 9/11 d, L. 325 für Gge. extra 13/22 d, L. 815 für Gge. classique 13/22 d. New York ist durch den Arbeiterstreik in Paterson etwas in Mitleidenschaft gezogen. Der Markt ist jedoch fest Lyon hat unter den abermals starken Kursschwankungen zu leiden. Man hofft allgemein, daß nach dem günstigen Verlauf der Londoner Konferenz die deutsche Fa» brik ihren Verpflichtungen wieder naohkonunen kann. Die asiatischen Märkte sind alle fest.“
Valutä-Markt
* Frankfurt a. M., 22. Aug. 10.40 V. Im Usancen» handel nannte man heute vormittag London gegen Paris 82.65, gegen New York 4.51%, gegen Schweiz 24.02, gegen Holland 11.62.
16.00-[London 24.04%
141.% Kopenh
86.—i
Athen
9.%lKoustant. 282.—
Zürich, 22. Aug. (Weift) 9 Wien 00076.7$ [Paris.. 29.20—1 Prag ......
Stockt
Uhr vorm Deutsch!. 120% Cent. Holland 206.40
Budapest 0.69 “4 Belgrad 662.% New York 5.32« Iwarseh 103 —
26 86
245 — |HelsingL
13.40 ISofia
390.-
Buenos 177 BO Cbrisianla 73.% Madrid 71 %
Bnkar. " ------
Italien 23.67 %1Bndapest 0.69VI (Belgrad 662.%
Brüssel 26 86 lf - ......'------™
Drahtmeldim^en.
r Berlin, 22. August.
Der Aktienbauverein Passage in Berlin beruft eine G.-V. mit dem einzigen Punkt: Aufsichtsratswahl. Dazu hören wir, daß der schwedische Zündholzkonzern (vertreten durch Dr. Rotbart-Berlin),, der hier bereits größere Grundstücksinteressen hat, dem Majoritätskonsortium beigetreten ist. Die bisherigen Beteiligten bleiben voraussichtlich interessiert. Ein wesente lieber Aktienposten sei aber aus dem Besitz der Gruppe Krakow Brenner an die neue Gruppe übergegangen.
Zu dem bereits gemeldeten üebergang von 82 pCt der Aktien der A.-G. für Montanindustrie in Berlin an die Bankfirma A. Falkenburger L Co. in Berlin ist zu bemerken, daß die kürzlich in einer G.-V. besprochene Liquidation nun- mehr unterbleiben soll. Die Montanindustrie werde als Bankgeschäft speziell für die Braunkohleninteressen der neuen’ Gruppe fortgeführt.
Es erscheint angezeigt, die Inhaber von alten aufwertungsfähigen Sparkassenbüchern erneut darauf hinzuweisen# daß sie ihre mutmaßlich engbegrenzten Aufwertungsansprüche bis zum 31. Dezember d. J. bei den Sparkasseri anmelden müssen.
Bei der Berliner Städtischen Sparkasse haben sich' vom 1. Januar bis t. .di die Einlagen auf 1 836 615 (1825 745) Konten mit 5.76 Mill. (1.19 Mill.) Rentenmark gehoben. Bis vor kurzem wurden für täglich kündbare Einlagen 8 v. H. und für langfristige 15 v. H. Zinsen gewährt. Jüngst ist die Zinsforderung für tägliche Gelder auf 8 v. H. und mit Wirkung vom 1. August diejenige für langfristige Einlagen auf 12 r. H. herabgesetzt worden.
Sämtliche Aktien der Deutschen Bodenkultur A.-G. in Berlin, die i. V. von der Lerche & Nipp ort A--G. und der Friedrich Wasmuth A.-G. in Berlin gegründet worden! war, sind dem Vernehmen nach jetzt an das Reich (vertreten durch das Emährungsministerium) übergeleitet worden. Die Gesellschaft soll Meliorationen durchführen, ist aber bisher noch nicht recht in Aktion getreten. Es wurde ein neuer Aufsichtsrat gebildet, dem u. a. angehören: Ministerialdirektor Hoff-1 mann, Berlin, Freiherr V. Wangenheim, Graf Kalckreuth, sowie einiges weitere Ministorial- und Landwirtschaftsvertreter, Geheimrat v. Box-, rig-Beriin und die Gewerkschaftsführer Spliedt und Brust.
Vorsch. a Effekten 2 734.007
5.381
Paris, 21. Aug. 'Wolff). Bank von Frankreich, vergl. m.d.Vorw (L1000 Fr
Gold............3 679.441 + 0.018 ------- -------- -------
do. im Auslande 1.260.321 unveräud.
Silber .......... 300.564 4- 0.146
Auslandsguthaben 667.683 + 0.066
Weclsel....... 4393.003 -117.086
Weclsel Gest ___ 9171 — 0.002
Kriegs?, a. Staaten 22.900.000
.do. an Verbündete 4.766.000 + Notenumlauf .... 40.260.968 — Tresorgutlabea - 12.687 +
Prlvateuthaben - 2 916.790 —
umrand.
1,000
148.968
0.898
120.321
Iionden, 21. Aug. (Wolff). Bank von England. (In 1000 £).
Priratguthaben
109.974 +
1.178
KegiernngssicherL 42.468 —
0.389
Reserve 18.26 (Vorn. 18.03 0/o). Clearinghonsemnsata 710 (geg. Tori. -f-123 MillJ
0.916 0.916 0.001 2.907
22.947 +
125.119 —
128.316 +
78.317 +
Totalreserve .... Notenumlauf ... Barvorrat _____
Wechselbestanä
Staatsschatzguthab,
Hotenreaerve......
16.635 4- 2.229
21.126 4- 0.922
4 JapanerSS 62.%
5ffiex.AnlS9 37 +>
3 P erlegtes.
5 Bussen 06 41/» Russ.09 Balte. Ohio Can. Padf. Pennsylran. Soath.Pacif.
Union Fac Un. States Sie Tinte De Beers Gold Seid Randmtn.
2% Konsuls 5 Arg. 1886 4 Brasil. 89
21.
7.—
634 71% 168.%
50.^ 108.—
67.^ 96% 43.— 62.% 61%
London, 21. Aug. (Wolff)- Fonftskuxse.
20. 57% 95.V« 43 —
20.
7 —
7—
71% 168.% - 50. % 108 —
20.
162 —
122 —
84%
1S'%
68,1%
21, 162 — 123% 34 % 11«/«
18.% »834
Warenmeldungen.
24.25
24.25
21. Aug (Wolff.) Baumwolle. (In engh Pfd. 454 g.)
34.22
42.82
34.— 43.87
Umsatz Import August ... September.
Aegyptische —
Aug .....-
Alexandria —
Aug .......
Oberägypüscbe
19. 6000
21.
7 000
Oktober.«...
19.
14.71
21, 14.82
4189
3 438
November..
14.55
14.66
16.32
15.63
Dezember..
14.47
14.67
16.05
14 26
Januar ....
14.49
14.59
Amerika nischer Wirtschaftsdienst.
New York, 21. Aug. (Kabeldienst der „United Preß.) WM hier verlautet, wird die European Investors Cy. ihren Betrieb allmählich liquidieren. Die Company wurde voa einigen Jahren gegründet, um die Summen in deutscher Mark, die sich in amerikanischen Händen befanden, gegen deutsche We rt^ papiere umzutauschen. Es wird geschätzt, daß durch die Transaktionen der Gesellschaft annähernd 400 Millionen Mark nach Deutschland zurückgeflossen sind.
Ntw York, 21. Aug. (Wolff.) Der Geldmarkt war behauptet. Die Börse eröffnete unregelmäßig und nahm auch weiten hin einen unregelmäßigen schwankenden Verlauf. Eisenbahnaktien sowie Stahl- und Kupferwerte waren angeboten, während Motor» aktien sowie Del- und Gummiwerte ebenso wie Anteile von Publio Utility fest und lebhaft gefragt waren. Die Börse schloß wie sie er» öffnet hatte im Zeichen der Unregelmäßigkeit. Umsatz 1180 000 Stück»
19.
21.
Canad. Pads Cbesep Ohio Beit!. Steel
Kew kor&i, 21 Aug. (Wolff) .....Miss. Pacific 19.%
150.%
86.—
46.—
AcbtTopek. 104 % 104.% Nortb. Pacific 65.% Bail. & Ohio 63 3s 62 % Pennsylvania[4ö.% ‘ ........ . 161— South. RaUw. 68.%
86.% South Pacific 96 % 46 % Int.AI.M. prf.|42 %
19.%
66.)-»
46 %
69. y,
96 3'8 42.%
Ist 81. Mar. c Amcric. Smelt Anacond. Cop. UnitSt.Steel C „ pr Aktien Umsatz
10.—
71 H
41.H
110.%
121.— 1870000
10.«
76. £ 40%
109.%
121.% 1180000
IVew York, 21. Aug. (Kabeldienst der „United Preß.) Der, Baumwollmarkt weist eine bemerkenswerte Versteifung auf« Die diesjährige Ernte wird von privater Seite erheblich höher geschätzt als die offiziellen Ziffern, die kürzlich veröffentlicht wurde». Die Firma Bradstreet schätzt die diesjährige Weizen» ernte der Vereinigten Staaten und Canadas auf 89 491 000 Busheis; die von Amerika und Europa auf 141291 000.
New York, 21. Aug. (Wolff.) Baumwolle fest auf Aus» landsmeldungen. hn weiteren Verlaufe abgeschwächt auf günstiger^ Ernteberichte von, privater Seite u. Abgaben der Wallstreet. Einer Be» festigung auf bessere Verhältnisse im Effektenhandel folgte schließ» lieh wieder eine Abschwächung auf günstige Wetterprognosen und geringeren Export.
New York, 21. Aug. (Wolff.) Kaffee eröffnete in fester Haltung und nahm, abgesehen vom Schluß, wo Liquidationen die Preise nachgeben ließen, infolge der festen Haltung der brasilianischen Märkte und Käufe der Wallstreet auch weiterhin eine feste Haltung ein.
Chicago, 21. Aug. (Wolff.) Weizen eröffnete fest und nahm zunächst weiterhin 'eine feste Haltung ein auf Grund ungünstiger Wetterberichte aus dem Nordwesten sowie infolge von Deckungs» kaufen, fester Telegramme aus Liverpool und der festen Haltung der nordwestlichen Märkte; ungünstige Erntestandsberichte aus Frankreich und Argentinien trugen ebenfalls zu dieser festen Tendenz bei. Im Einklang mit Mais und infolge günstigerer private? Ernteschätzungen gaben die Preise im weiteren Verlaufe aber nach. Schluß träge. — Mais eröffnete schwach. Die Abgaben der Kommissare ließen dann zunächst auch eine Aenderung in der Tendenz nicht auf treten, was erst die geringen Anfuhren zur Folge ha.tt'egu Die Befestigung war aber nicht von langer Dauer, denn günstigere Erntestandsberichte und die enttäuschende allgemeine Frage ließen die Preise wieder allgemein nachgeben. — Fettwaren eröffneten kaum behauptet und nahmen auch weiterhin im Einklang mit Mais einen schwachen Verlauf infolge der enttäuschenden Lokofragq und Liquidationen. Schluß träge.
w. Buenos Aires, 21. Aug. Pes. pro 100 kg. Tendenz : behauptet
Weizen Sept..
Okt. ..
Mals Sept..
Okt...
Hofer Sept...
20. Ang.
1505
1535
1005
1035
910
21. Aug.
1505
1520
1020 1040 910
Geiste loko .. Leinsaat Sept. Okt.
Wetter......
20. Aug.
1020
2340
2365
2Lfo^
2350 2380
bewölkt
Wetterberichte vom 22. August.
Von der Wetterdlenstabteilung des Unlv.-lnst. für Meteor, und Geophysik)
Wetterbeobachtungen von 8 Uhr vormittags.
Station
Borkum Hamborg .. Frankfurt .. München.... Swinemfinde Berlin______
Dresden — Memel______
Breslau ....
SSW 4
SW 4 WSWI WSW 2
SW I
S 2
NW 4 SSW 2
562.
59.7
62.1
57.4
58 7
60.4
55 4
60.4
wolkig wolkig wolkig wolkig heiter wolkig wolkig wolkig heiter
1
Luftdruck in
Meercshöhe
58.2
64.1
60.3
55.0
53.0
52.7
1-12 +11 +14 + 14 + 16 +14 +13
SW 3
SW 3
NNW 1
WSW 3
SW 3 SSO 3 WSW 2 NNO 5
wolkig wolkig wolkig klar beiter wolkig wolkig wolkig
Paris......
Genf ......
Warschau .. Kopenhagen . Haparanda . Stockholm .. Bergen .....
+ 700 =
Frankfurt, 21. Aug. : Maiim.+I6.7. Minim. -4- 9.3. Tagesmittel +13.0. Normalm. +18.0
Feldberg LT. „ : Maxim. +10.0 Minim. + 5.7. Tagesm. + 7.8. Niederschl. 6.2 mm
Die Witterung hat in West- und Ostdeutschland seit gestern nur wenig Aenderung erfahren. Der Einfluß des nordeuropäischen Zyklonensystems hält noch an und bringt auch morgen noch einzelne Regenfälle. Vorhersage für Frankfurt a. M., West- und Ostdeutschland: Wolkig, vereinzelt noch Regenfälle, Temperatur unverändert, südwestliche bis westliche Winde.
Verantwort!.: Politik n. Singern.: A. Buschina; Feutllet.: Rud. Geck Handel: Hermann Stern; Anzeigen: R.Fuckert; sämtl-in Frankfurt 0.M Druck und Verlag der Framsurter SoeietätS- Druckerei G. m- o. H,.

