Dienstag, 4. Oktober 1927 1©

AkendUa«

72. Jahrgang Ar. 738

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Begründet von Leopold Sonnemnnn.

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Frankfurt, 4. Oktober.

Stus der allgemeinen Heimatbewegung, die k» Elsaß-Lothringen seit zwei Jahren die gesamte Bevölkerung ergriffen und sämtliche Parteien in eine innere Gärung ver­setzt hat, ist nunmehr die Gründung einer besonderenA uto­ll o m i st i s ch e n Partei Elsaß-Lothringens" her­vorgegangen, deren Programm dieZukunft" in ihrer letzten Nummer veröffentlicht. Der Wortlaut dieser Kundgebung ist uns erst fetzt zugänglich geworden, da die französische Poftver- waltung ein besonderes Geschick zu besitzen scheint, die ver­schiedenen Organe der elsaß-lothringischen Heimatbewegung an der Ueberschreitung der Grenze zu verhindern. DieFrank­furter Zeitung", die schon im Fahre 1871 für das Selbstbestim­mungsrecht der Elsaß-Lothringer eingetreten war, hält es auch heute für ihre Pflicht, die neue politische Entwicklung in dem durch den Frieden von Versailles verlorenen ehemaligen Reichsland in möglichst sachlicher Darstellung zu behandeln, ohne den beiden Parteien, den Elsaß-Lothringern ebensowenig wie den französischen Politikern, aufdringliche Ratschläge zu erteilen, die erfahrungsgemäß nur den Erfolg haben, die Trei­bereien der chauvinistischen Presse in Frankreich zu nähren.

Das Programm der Autonomistischen Partei Elsaß-Lathrtn- gens enthält zwei verschiedene Forderungen: die Anerkennung der besonderen elsaß-lothringischen Errungenschaften durch Frankreich und im Nahmen Europas die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts der Elsaß-Lothringer. Die von der Gründungsversammlung am 25. September ausgestellten Ziele der Partei umfassen deshalb eine grundsätzliche ErMrung über die gesamte Stellung des Landes und das Programm der in­nerpolitischen Forderungen. Wir geben hier im Wortlaut die allgemeine Erklärung der neuen Partei wieder:

Die Autonomistische Partei bekennt sich ohne Vorbehalt zum Föderalismus. Sie versteht darunter die Verbindung der Völker unter dem Gesichtspunkte gemeinsamer höherer Interessen unter gegenseitiger Anerkennung der Daseinsberechtigung und aller natürlichen Rechte. Die Partei nimmt zum Ausgangspunkte ihrer Politik die Feststellung, daß die Elsaß-Lothringer als ein aus Tellen zweier Stämme bestehendes Volk mit gemeinsamem poli­tischem Eigenbewußtsein das Recht haben, ihre staatspolitische Lebensform selbst zu bestimmen. Die A. P. sieht die beste Anwen­dung des Selbstbestimmungsrechts in der elsaß-lothrin­gischen Autonomie. Dadurch will sie nicht nur dem eigenen Volke, sondern auch dem europäischen Frieden dienen.

Die A. P. versteht unter Autonomie die Schaffung einer elsaß- lothring. Volksvertretung mit gesetzgeberischen Befugnissen und einer eigenen Exekutive sowie die Grün­dung eines eigenen Budgets. Bei der Aufrichtung des autonomen Elfaß-Lothringen soll die neuzeitliche Erkenntnis von der Not­wendigkeit der Anteilnahme der einzelnen Berufsstände an der Staatsverwaltung Berücksichtigung finden. Die Autonomie ist eine Grundforderung, von der die Partei nicht abgehen kann, weil sie Voraussetzung ist für jede Aufwärtsentwicklung unseres Volkes im Geiste seiner Kultur und nach Maßgabe feiner Geschichte. Die A. P. weist den Vorwurf des Separatismus zurück, weil die Autonomie Elsaß-Lothringens, wie Beispiele aus der neueren Ge­schichte beweisen, im Rahmen des franz. Staates durchführbar ist, wenn der franz. Staat dazu den guten Willen hat und die erforder­liche Staatskunst aufbringt.

Das Endziel der Autonomistischen Partei ist jedoch ein freies Elsast-Lotbringen als Mitgli« der vereinigten Staaten von Europa und Mittler Mischen Frankreich und Deutschland. Die Partei erblickt eine glückliche Zukunft Elsaß-Lothringens in einem freundschaftlichen Verhältnis zu allen Völkern. Selbstverständlich lehnt sie auch jede Feindschaft gegen Frankreich ob, sie achtet das französisch« Volk in seiner geschichtlichen Bedeutung und seinen kulturellen und zivilisatorischen Leistungen und tritt dem franzö­sischen Staate trat da entgegen, wo er sich Ueb ergriffe zum Nachteil des els.-lothr. Volles erlaubt."

Das innerpvlitische Programm zählt 17 Forderungen auf sowohl kultureller wie wirtschaftlicher Art. Die deutsche Sprache soll die allgemeine Volkssprache bleiben, ohne die Pflege der französischen Sprache aus den Schulen, aus den Gerichten nnd den öffentlichen Betrieben zu verdrängen. Der französische Unterricht soll von zuständigen Fachleuten organisiert werden, während gegenwärtig das Umgekehrte geschieht: der letzte Er­laß des Rekurs Pfister, der für den Unterricht in ganz Elfaß- Lothringen gilt, hat endgültig als allgemeine Unterrichts­sprache das Französische bestätigt und dem deutschen Unter­richt unter Anerkennung seiner Unentbehrlichkeit den Rang eines HilfSunterrichtS zugewiesen. Zur Kennzeichnung dieser gesamten Lage verlangen die Autonomisten, daß die Univer­sität Straßburg den Charakter einer selbständigen elsaß-lothrin­gischen LandeShochschule erhalte.

AuS den wirtschaftlichen Forderungen läßt sich der leb­

hafte Wunsch erkennen, eine Reihe von allgemeinen Ein­richtungen zu erhalten oder wiederzugewinnen, die, unter deutscher Verwaltung entstanden, auf die besonderen Bedürf­nisse Elsaß-Lothringens aufgebaut waren. Dazu gehören Forderungen auf Unabhängigkeit der Eisenbahnverwaltung, auf Verstaatlichung des Bergbaus einschließlich der Kali­industrie, auf Einführung eines besonderen elsaß-lothringischen Zollsystems, einer selbständigen Landesbank usw. Die Ab­schaffung der allgemeinen Militärdienstpflicht wollen die Auto­nomisten zurückstellen bis zur Durchführung der allgemeinen europäischen Abrüstung. Sie verlangen jedoch, daß bis zu diesem Tag die Elsaß-Lothringer nur in ihrer Heimat aus­gebildet werden sollen.

Von besonderer Bedeutung ist natürlich die Stellungnahme der Autonomisten zu der Taktik der Katholischen Volkspartei, die sich seit 1924 bemüht, ihren besonderen Kampf gegen die Verweltlichung der Volksschule durch ihr Eintreten für die Erhaltung des deutschsprachigen Unterrichts in bei Volksschule zu unterstützen. Die Autonomisten haben dazu folgenden Wunsch formuliert:

Die Kirchen- und Schulfragen dürfen nicht weiter den Gegnern Elsaß-Lothringens Anlaß geben, den Abwehrkampf zu zerreißen, den die Elsaß-Lothringer zu führen gezwungen sind. Die A. P verlangt deshalb Aufrechterhaltung der bestehenden gesetzlichen Zu stände bis zur Erlangung der Autonomie. Dann sollen, wenn nötig, die freigewählten Vertreter Elsaß-Lothringens über die betreffenden Gesetze neue Beschlüsse fassen und zwar im Einver­nehmen mit den daran interessierten Konfessionen. Sollten die Kirchen- und Schulfragen vor Erlangung der Autonomie von dritter Seite aus zur Entscheidung gedrängt werden, so wird die A P. darüber eine Volsabstimmung aller Elsaß-Lothringer verlangen."

Wie dieZukunft" mitteilt, haben an der Versammlung, die dieses Programm billigte, dreihundert Delegierte aus allen Teilen Elsaß-Lothringens teilgenommen. Als Wortführer traten die Vertreter derVolksstimme" und derZukunft" auf sowie der Sohn des verstorbenen Abgeordneten und Unter­staatssekretärs Hauß. Der ehemalige Vorsitzende des Landes­ausschusses Ricklin hatte seine Zustimmung brieflich erklärt. Es lagen auch Sympathiekundgebungen der MinderheitS- gruppen im übrigen Frankreich vor aus der Bretagne, aus Korsika und aus dem flämischen Belgien. Die französische Reptilienpresse in Paris wie in Elsaß-Lothringen selbst hat sich sofort des Programms wie seiner Entstehungsgeschichte bemächtigt, um den antinationalen Charakter der neuen Partei zu betonen und die Regierung zur rücksichtslosen Unter­drückung der ganzen Bewegung aufzufordern. Da dieZu­kunft" so unvorsichtig war, über einen Besuch der elsässischen Autonomisten bei dem Heimatbund der Bretonen zu berichten, der gar keine politischen Ambitionen besitzt, so war die Stellungnahme der französischen Presse einmütig und die Rück­wirkung zeigte sich sofort in den elsaß-lothringischen Zeitungen. Die sozialistische und radikale Presse nahm Stellung gegen die Autonomisten, die klerikale Presse verleugnete sie mit mehr oder weniger Offenheit.

Für die kommende Entwicklung der politischen Verhältnisse in Elsaß-Lothringen wird es natürlich ausschlaggebend sein, ob die nunmehr offen hervortretende Partei der Autonomisten selbständig in den Wahlkampf des nächsten Frühjahrs ein­treten wird oder nicht. Rach den bisherigen Mitteilungen derZukunft" scheint sie nicht über das nötige Personal zu verfügen zu einem zugkräftigen selbständigen Auftreten. Sie behält sich vielmehr vor, den Schiedsrichter zwischen den Kandidaten der andern Parteien abzugeben.

MiedorhsrKoLirrrg des MseLshVs irr Tirol.

dt Wien, 4- Oktbr. (Priv.-Tel.) Die Wiederaufnahme des Eisenbahnverkehrs nach der Hochwasserkatastrophe in Tirol und Vorarlberg macht rasche Fortschritte. Der Personen­verkehr über den Brenner ist seit gesten wieder frei. Mit der Auf­nahme des Güterverkehrs auf dieser Strecke ist in den nächsten Tagen zu rechnen. Heute wird auf der Zillertalbahn der Zugver­kehr wieder ausgenommen. Fm letzten Teil der Strecke muß noch umgestiegen werden. Auf der Strecke FeldkirchBuchs ist am Sonn­tag der gesamte Verkehr wieder ausgenommen. Gesperrt bleibt noch die Teilstrecke SchaanVaduz bis Buchs. Die Umleitung des Verkehrs der Schnellzüge vollzieht sich nach wie vor ohne wesentliche Verringerung der Reisedauer.

Girre deutsche Seschmerde gegen polnische Ungerechtigkeit.

(Drahtmeldung unseres Korrespondenten.)

-t- Warschau, 4. Oktbr. Vor einigen Wochen hatte der deutsche Abgeordnete Grabe und die deutschen Gutsbesitzer von B l ü ch e r und von Rodenacker an den Völkerbund eine Eingabe ge­richtet, in der über die Ungerechtigkeit bei A ufteilung des deutschen Grundbesitzes durch Anwendung des pol­nischen ParzellierungsgesetzeS Beschwerde geführt wurde. Nach dem Par^ellierungsgefetz sollen die größeren Güter bis auf einen Rest von 180 Hektar pro Gut aufgeteilt werden. Im Jahre 1926 wur­den in den Provinzen Posen und Pommerellen jedoch 32 Deutsche und nur 7 Polen zur Parzellierung herangezogen, und zwar wurden 10 800 Hektar deutschen Besitzes und nur 950 Hektar polnischen Besitzes für die Parzellierung bestimmt. Dies entspricht einem Verhältnis von 91-2 Prozent für die deutschen und 8-8 Prozent für die Polen, während der deutsche Besitzstand in Posen und Pommerellen heute nur noch 28 Prozent gegenüber 72 Prozent des polnischen beträgt.

Die Eingabe an den Völkerbund ist der polnischen Regierung unbequem. Die Wojewoden von Pommerellen und Posen haben nun an sämtliche Starosten die Weisung erteilt, den deutschen Gutsbesitzern eine schriftliche Erklärung abzuringen, wonach sie mit der Eingabe an den Völkerbund nichts zu tun haben wollen. Da die Starosten die Mittel in der Hand haben, die Guts­besitzer in jeder Meise zu schikanieren und sie im Notfälle selbst mit noch stärkerer Heranziehung zur Parzellierung oder Liquidie­rung zu bedrohen, so wird es jenen in vielen Fällen möglich sein, diese Erklärung zu erpressen. Dann sollen die Erklärungen dazu benutzt werden, um die im Namen des Deutschtums in Polen von dem Abg. Grabe und Genossen gemachte Eingabe an den Völker­bund als die unverantwortliche Handlung einer kleinen Gruppe erscheinen zu lassem Der Vorsitzende der deutschen Fraktion im Sejm, Abg. Naumann, hat den Innenminister schriftlich ersucht, dir Wojewoden und Staroste zur sofortiger Einstellung, ihrer Aktion zu veranlassen.

Der rreuo OkerprmstderrL von Sachsen.

(Privattelegramm derFrankfurter Zeitung".)

ch- Berlin, 4. Oktbr. Der preußische Minister des Innern Grzesinski führte gestern den neuen Oberpräsiden­ten der Prob inz Sachsen, Professor Dr. Wäntig, ht sein neues Amt ein. In seiner Ansprache gedachte der Minister zunächst des früheren Oberpräsidenten Hörsing, den die Regierung nur ungern habe scheiden sehen. Dann be­tonte er, daß der jetzige Oberpräsident als Hochschullehrer schon seit Jahrzehnten in der Provinz gewirkt habe, sodaß ihm die Verhältnisse dieser Provinz wohl bekannt seien.

Sie sind, so sagte er zu dem neuen Oberpräsidenten, der Ver­treter der preußischen Staatsregierung. t: ; sind ihr politischer Beamter" und Vertrauensmann in der Provinz, Sie sind der Staatsregierung dafür verantwortlich, daß sowohl die eigene Verwaltung wie die Verwaltungen, deren Ober­aufsicht Ihnen obliegt, in dem von der Staatsregie­rung für erforderlich gehaltenen politischen Sinne geführt werden. Als Repräsentant des Staates haben Sie aber auch, unbeschadet Ihrer eigenen politischen Ueberzeugung, ausgleichend zu wirken. Bei aller Wahrung der Staat s- autoritat müssen Sie dafür sorgen, daß die Behörden, und ihre Mitglieder sich stets bewußt bleiben. Diener und nicht Be­vor m u n d e r , Förderer und nicht Hemmer des Volkes zu fei"' Für ein glattes und reibungsloses Zusammenarbeiten Mit den anderen Behörden und den Mitgliedern seines Amtes, kann st, Oberpräsident nur dann garantieren, wenn er weiß, daß eine Politik auf eigene Faust von keinem versucht wird."

Im Namen der Beamtenschaft begrüßte Vizepräsident Hausmann den neuen Oberpräsidenten. Oberpräsident Wäntig dankte den Rednern und gelobte, in seinem Amt vor allem die Richtlinien des preußischen Ministers des Innern zu befolgen.

AtpdeiL am Einheitsstaat

Berlin, 4. Oktbr. (Priv.-Tel.) Im Anschluß an die Kund­gebung der süh reichen deutschen Oberbürgermeister auf der Magd eburger Städtetagung für den Einheitsstaat ha! jetzt der deutsche Städtetag mehrere Staatsrechtlehrer be­auftragt, positive Vorschlägezu machen, in welcher Weise die Verwaltung der öffentlichen Körperschaften im Sinne des Ein­heitsstaates umgestaltet werden Tann.

Berlin, 3. Oktbr. (Wolff.) Die Rei'chsregierung hat der sächli­chen Regierung zur Linderung der Unwetterschäden vom 8. Juli ds. Js. weitere fünf Millionen Reichsmark zur Ver­fügung gestellt.

Frankreich rmd Nordamerika.

(Drahtmeldung unseres Korrespondenten.)

K: Paris, 4. Oktbr. In amtlichen Kreisen glaubt man, die gestern veröffentlichte französische Note vom 30. September werde bei den Vereinigten Staaten die Ueberzeu­gung Hervorrufen, daß die Erörterung der grundsätzlichen Fra­gen unter keinen Umständen fortgesetzt werden dürfe, und daß es an der Zeit sei, die Verhandlungen für einen lang- fristi gen Vertrag unverzüglich zu beginnen. Man glaubt hier bestimmt, daß die Washingtoner Regierung mit der freunds christlichsten Gesinnung in die Verhandlungen eintreten werde und zugleich mit dem festen Willen, zu einem beide Teile befriedigenden Abschluß zu kommen.

Dieser gute Willen ist allerdings bitter nötig, denn mit Recht stellen heute die meisten Blätter fest, daß der veröffent­lichte Schriftwechsel die Unvereinbarkeit der theoretischen Grundsätze beider Parteien klar beweise und daß es deshalb dringend wünschenswert sei, den Boden der Doktrin zu ver­lassen und sich an die Erörterung praktischer Einzelheiten zu machen, die vielleicht einen brauchbaren Ausweg bieten können, wie die letzte französische Note dies auch zu zeigen versucht hat.

DerMatin" sagt zu diesem Thema:Die Amerikaner sind sich - glücklicherweise darüber klar, daß,, wenn Frankreich den Ver einigten Staaten die Vorteile, welche cS im Laufe langer und schwieriger Verhandlungen teuer an andere Länder verkauft hat, gratis gäbe, es der französischen Regierung^ absolut unmöast machen würde, ihre bestehenden Handelsverträge aufrecht zu er­halten und neue zu schließen.

DerEreelsior" weist übrigens mit Recht darauf hin, daß und an die verfassungsmäßigen Gesetze hält, wird die Animherun immer schwieriger, um nicht zu sagen unmöglich. Amerika, wslcksts die gewaltigste Wirtschaftsaruppe der modernen Welt dafftellt, und welches um sich wahre chinesische Mauern von prohibitiven Zoll­tarifen. errichtet hat, hat es leicht, zu versichern, daß sie nichts dagegen hat, wenn die anderen Mächte ebensolche Zollmauern er­richten, vorausgesetzt, daß die Gleichheit gewahrt werde. Eine scheinbare rechtliche Gleichheit würde praktisch gesehen die uner­hörteste Ungleichheit für die Staaten bedeuten, welche für ihre Roh­stoffversorgung auf den amerikanischen Markt angewiesen sind. Denn sie würden weiterhin gezwungen sein, in Amerika zu kaufen, ohne im Land verkaufen zu können."

DerExzelsior" weist übrigens mit Recht daraufhin, daß in dem ganzen Notenwechsel nicht die mindeste Anspielung auf das Alkoholverbot in Amerika enthalten ist, wel­ches die Debatte tatsächlich beherrscht, auch wenn nicht davon gesprochen werde.

Die .,Ere Nouvelle" geht auf den zweifellos schon sehr starken Zusammenhang zwischen der Zolldebatte und der Frage der interalliierten Schulden ein:

In der Angelegenheit ist viel mehr Eigenliebe als praktisches Interesse. Technisch gesehen ist die Möglichkeit zu einer Verständi­gung groß, moralisch gesehen gibt e? allerdings einige Gründe, sich zu streiten, aber bann muß man sich erklären Wirst man uns unsere Zollmetboden vor, um sich wirtschaftlich zu verteidigen oder denkt man an die nicht geregelten Kriegsschulden und wirst man uns in den Vereinigten Staaten vor, daß, wenn man mit ihnen verhandelt, wir nicht genügend Schuldnergeist zeigen?"

Dre Reform drv fvaAHssrscherr MMrischKlen.

rIi Paris, 8. Oktbr. (Priv.-Tel.) Der Unterrichtsminister Herriot hat gestern anläßlich der Einweihung einer Schule in Lyon interessante Erklärungen über feine Pläne zur Einrichtung einer Einheitsschule gemacht. Das Ziel des Ministers ist, den unentgeltlichen Besuch des Gymnasialunterrichts als erste Stufe zur Erreichung der Einheitsschule einzuführen. Herriot er­klärte: Das Prinzip der Unentgeltlichkeit ist _ von dem Minister­präsidenten bereits angenommen worden. Dieser Plan wird Un­kosten in Höhe von 58 Millionen Franken Hervorrufen.

Me irr England.

(Privattelegramm derFrankfurter Zeitung'.)

London, 4. Oktbr. Der Plan für die Reorganisation der Elektrifizierung von Südostengland wird soeben in einer Denk­schrift bekanntgegeben. Man hofft, daß eine beträchtliche Er­sparnis beim häuslichen und industriellen Gebrauch eintreten werde. Die errechneten Ersparnisse bei der Produktion und Verteilung von Elektrizität nach Durchführung der Reorganisation werden auf nahezu eine Million Pfund Sterling pro Jahr geschätzt. Der ehemalige Vergarbeiterführer Frank Hodges, der als Mitglied des englischen ReichskomiteeS für die Elektrifizierung Englands eine Reihe Vorträge zur Popularisierung der Elektrizität hielt, er­klärte, daß bei einer genügend ausgedehnten Entfaltung der Elektrizitätskräfte in England die Kosten in der Industrie soweit fallen würden, daß alle Sorgen der englischen Großindustrie über die Schwierigkeiten der Kohlenbergwerke verschwinden würden.

Iünf nnd zwanzig Icchre

«Kunst und Künstler".

Dan I. Meier-Graefe.

1 Wem» & nach Recht und Gerechtigkeit gingt, toürbe so ein Jubiläum öffentlich geehrt, und Redakteur und Verleger der Zeitschrift erhielten Bürgerkronen. Fünfundzwanzig Jahre lang jeden Monat Kunst verzapfen, und zwar nicht nut die, die man liebt, sondern auch die, di« zu der Zeitschrift kommt und kommen muß, über die man. ob man will oder nicht, zu reden gezwungen ist, über die man andere reden lassen muß, was ge­wöhnlich noch schlimmer ist, da natürlich jeder andere nut an seinen Senf und nicht an die Zeitschrift denkt; fünfundzwanzig Jahre in diesem niveaulosen, auf Einzelfall angewiesenen, von schemen­haften Richtungen, von Glücksrittern verzerrten, ewig illusorischen Betrieb bei der Stange bleiben, so tun, als ob es Künstler, denen zu helfen, ein Publikum, das zu belehren wäre, gäbe eine güldene Krone wäre nicht zu viel. Bruno Cassirer, der Ver­leger, hat nicht geahnt, was er sich damals auflud. Er fand Emil Heilbut, einen Amateur mit Witz und ohne Ueberzeugung, der sich gern mit angenehmen Dingen umgab, ungern schrieb, lieber plauderte, anmutig und frivol. Nie hätte der es zu einem Ju­biläum gebracht. Karl Scheffler war der gebotene Mami für die Aufgabe, der Idealist, bet es über sich brachte, seinen schöpfe­rischen Trieb der Zeitschrift zu opfern, und ihr wahrscheinlich sehr diel geopfert hat. Das durch solche Tätigkeit bedingte Verhältnis Zum Objekt muß zu einem Mittelmaß führen. Es gibt nicht alle vier Wochen neue Genies, und die wenigsten Entdeckungen dieses Bereichs eignen sich für den knappen Raum und das Schema der illustrierten Zeitschrift. So kommt man mit der Zeit zur Wieder­holung erprobter Platten, zu einer Hausmannskost, die man dem Kunstmenschen am wenigsten verzeiht. Es gibt eilt bißchen viel Liebermann in dieser Zeitschrift, sagt man, und jeder glaubt, es besser machen zu können. Jeder würde ein paar Nummern flotter, kühner, amüsanter machen. Welche Kunstzeitschrift hat nicht glückliche Flitterwochen erlebt! Manchmal dauern sie nur einen Prospekt lang.

Man kann über recht viele Nuancen ander? als Scheffler denken, und natürlich ist der eigne Gedanke immer der einzig rich­tige. Eins ergibt auch das uferlose Meer dieser Diskussion: Schafft Icr hat einen Standpunkt und tritt für ihn ein Niemand wird ihm michsagen, er treibe sein Metier nur der Sensation ober des Vergnügens der Abonnenten wegen. Zuweilen könnte sogar ein Schuß mehr. Vergnügen nicht schaden Was er sagt, hält zusam­men, ist organische Anschauung.. Reich, arm? Fragt sich, rb die zeitschriftlichen Varianten einer reicheren Anschauung fünfund; zwanzig Jahre halten würden und ob sie dann weniger schema­

tisch aussiihen, ob es überhaupt möglich ist, eine Kunstzeitschrist ohne die beanstandeten Mängel zu führen. SJlag dem Redakteur Scheffler eine Blutverdickung nützen, die auch Nachteile mit sich bringt: damit erschöpft sich nicht seine Tragfähigkeit. Auch nicht mit seinem Geschmack oder seinem Kunstverstand. Was wir heute zu krönen haben, ist das Stehervermögen dieses Mannes. Dazu ge­hört Rechtschaffenheit, Zucht, ©auberfeit, ein Bündel männlicher Tugenden, das auch außerhalb der Kunstgemeinde Respekt ver­dient. Diese Qualitäten haben die Zeitschrift auf die Höhe ge­bracht. Seit fünfundzwanzig Jahren steht sie an der Spitze ihres­gleichen . Das ist allerlei. Wir gratulieren.

Die verregneteWiese".

München, im September.

Schon den zweiten Sonntag, den Oktobersesthauvtsonntag, regnet es über der ,LLiese". Der Himmel ist grau auf die Erde gesunken und die Erde ins Bodenlose. Nur Wasser ist geblieben. Es platscht um die genagelten Stiefel der Männer vom Lande und quillt in die Sonntagsschuhe der Mädchen aus der Stadt; es stiebt auf Regenschirme und Zeltdächer; es stäubt über die Shimmytreppe und tropft von bet Himalayabahn und den Schiff­chen des russischen Rades; es macht alle Stangen klebrig und alle Bretter glatt; es rieselt in den Hals der Gummimantel- träger und in den seidenen Ueberwurf der Haremsdamen; es wäscht alle Farben weg das Rot der vier Teufel ist nicht mehr ans der Hölle und der Fägerwald, wo Hafen, Affen, Krokodile geruhsam unter Flintenkugeln ihres Weges ziehn, seine kleinen Chrischäumchen sind nicht mehr grün das Wasser ist Überall.

Zwerge und Riesen, Marsbewohner und Mißgeburten die- s c r Erde, gelehrige und wilde Tiere frieren und sind traurig. Die Wachsfiguren allein läßt der kalte Sonntag kalt. Wie auch daß ihre Gegenbilder aus Fleisch und Blut große Verbrecher, Staatsmänner und Potentaten längst geköpft oder anderweitig umgebracht. Und die geschliffenen Spiegel im Lachtempel walten mühelos ihres Amtes. Sie haben es leicht; bleiben ruhig an ihrem Orte hängen und lassen die Beschauer agieren; können des Erfolges sicher sein, ,daß die kleinen kugeligen Wesen, die mit run­dem Bauch und Kops und dürren Spinnenbeinen den plattge- drückten Raum durchfegen, sich selbst höchst löcherlick erscheinen werden und mit Gekreische und Gequietsche auch die Reklame noch besorgen.

Den andern aber vermag nur unerschütterliche Standhaftigkeit den Zulauf der Dorüb ermattenden zu gewinnen, eine Rede, die wie -das Schwert eines Helden in hoffnungslosem Kampfe dennoch weiterschwingt: alles soll diesmal umsonst geboten werden Propaganda von Mund zu Mund nach amerikanischem Muster, so bezweckt eS, weil heute Regentag, eine großzügige Direktion nur die Lustbarkeitssteuer wer zuerst kommt, kriegt die besten Plätze und drinnen lachen die Wartenden, die schon die besten Plätze inne haben, und der neu Eintretende lacht auch. Bald aber" wandelt sich die Fröhlichkeit zu frierender Ungeduld: vor dem Vorhänge beginnt die wohlbekannte preisende Rede zum drittenmal. Ta halt e§ die beherzten Burschen vom Lande nicht

länger, sie springen auf und versichern in glauhafter Weise aus ihrem Unwillen die Folgerungen zu ziehen.

Draußen am Hinteren Ausgang ist es Nacht; eine feuchte, morastige Finsternis; vor den austauchenden Laternen fiefelt es wie in einem abgespielten Film: die Pfützen glitzern; in großen, von Lichtern punktierten Bögen schwingt lieb die Himalayabahn empor; die Karusselle strahlen; aus den hellum- randeten Bierburgen schallt Gesang. In weiten Hallen sitzen sie dicht gedrängt um die runden Tische, wohlig eingehüllt in eine dampfende Wolke von Dunst und Tabaksqualm. In der Mitte jeweils die Pyramide der Hüte, dann der Kranz der gefüllten Krüge vor dem Kranze der Menschen, die aneinandergelehnt, in- einanderverbacken nunmehr schwer schwankend auf den Stühlen stehen, Hand in Hand und Arm in Arme sich haltend, singend sich wiegen, schreien, trampeln, hoch die Hände schmeißen. Die Musik da oben trompetet durch den Rauch, in Hemdsärmeln und Lederhose, die grünen Hüte auf dem Kopf, einer auf dem andern

hockend und die Trommel schlagend. Da unten klatschen sie, v-eisen und johlen, wenn's aufhört. Plötzlich, wie der sausende Schwall eines ausgeschütteten Spülichteimers, fegt es durch den Saal, Tische, Stühle, Menschen mit sich reißend, ein Gewirr von wch- telnden Armen, Köpfen mit offenen ßJtiruIcrn, Ordnermützen, weißen Kellnerjacken. Die eben noch auf den Stühlen fangen, purzeln schon, hauen blindlings um sich, können nicht standhalten, sind eingeschlungen und fortgerafft Bis der Ausgang erreicht ist und der ganze Schwall ins Freie stößt. Unter den Tischen sammeln sie sich.So was ham mer gier," sagen die Zurückkehrenden und streifen befriedigt die Aermel herunter; hinten haben sie gar nickst aufgehört zu singnen und zu tanzen; die Mustk bläst nnd blast.

Weitergehn!" raunzen die Ordner wie echte Schutzleute und stoßen zu, wo sich'S verstopfen will, fast so deftig wie die Kell­nerinnen in der Landsknechttracht. Viele dicke, rote Frauen Haven Lebkuchenherzen umgehangen, auf denen mit Zuckerguß geschrieben steht:Oktsberfest, München 1927".

Die

Der deutsche Physiologenkongreß hat in seiner Tagung wissen­schaftliche Ergebnisse gezeitigt, denen eine entscheidende Nachwirkung sicher ist. Es hatten sich die Physiologen des ganzen deutschen Sprachgebietes eingefunden, neben den Reichsdeutschen zahlreiche Vertreter des Auslandsdeutschtums, so die Fachkollegen der deut­schen Universität in Prag, der deutschösterreichischen und schweize­rischen Universitäten. Auch zahlreich hervorragende Gelehrte aus dem Ausland, besonders aus Holland, Rußland und Skan­dinavien waren erschienen. Aus der Fülle der Vorträge und Demonstrationen sei das Wichtigste hervorgehoben: Di« Ergebnisse der Untersuchung über die Ammoniakbildung im Muskel, die Embden (Frankfurt) und Pumas (Semberg) mitteilen konnten, gaben neue Aufklärung über das so wichtige Problem des Muskel- chemismus. Besondere Erfolge in methodischer Beziehung konnten Vroemser (Basel) (Messung der Geschwindigkeit des Blutstroms in den Arterien), Rein und Jansen (Freiburg) (Messung der Wärme und Zirkulation in den Nierengefäßenj, Bohnenkamp (Wür.-burg) und Fischer und Lehnartz (Frankfurt) sUntersuchung der Wärme- bildung in Herz und Muskel bei der Tätigkeitj, Verzar (Debrecen) (Bewegung der Darmzottenf erzielen, lieber die viel umstrittene Frage der Wirkung der Elektrizität auf das lebende Gewebe referierten Gildemeister (Leipzig) und 'eine Mitarbeiter, v. Brücke (Innsbruck), Lullies (Königsberg), Mond und Netter (Kiel). Welche Bedeutung die Filmaufnahme für das Studium der Lebensvorgänge gewonnen hat, wurde aus beiv Vorführungen von Filmen von v. Uexkull (Hamburg) der leider durch Krankheit verhindert war. zu kommen; Bethe (Frank­furt), Heß (Zürich), Holzlöhner (Berlin), Bertha.(Tübingen) deutlich. Aus sinneSPhysiologischem Gebiet brachten die Vorträge und Demonstrationen von Tschermak (Prag), Schilf und Kalischer (Berlin), Fröhlich (Rostock), Gellhorn (Halle). Fischer (Prag), Voß (Frankfurt), Kleinknecht (Leipzig), Steinhansen (Frankfurt) wesentlich neue Erkenntnisse.

Die chemisch-physiologischen Vorträge, zu denen

27. biS 30. Septbr.

die Mitglieder der deutschen chemischen Gesellschaft Ungeladen waren, erregten Aufsehen, Sie beschäftigten sich in der Hauptsache mit der Frage der Struktur der Eiw eihko rp er. ES sprachen darüber Abderhalden (Halle), Walds chmidl-Leitz und Felix (München) und die physiologisch - chemischeThomas-Schule «Leipzig). Aber auch auf anderen Gebieten der chemischen Physio­logie sind hervorragende Ergebnisse erzielt worden, so von Wert­heimer i5>alle), Foul gen (Gießen), Palladin (Charkow), Stern «Moskau), Lefler (Mannheim), Lipschütz, Braun und Barban (Frankfurt).

Die wissenschaftlichen Veranstaltungen, die durch die günstige und großzügige bauliche Gestaltung des Theodor Sternhanses, in dem Sie Tagung stattfand, und durch die vorzügliche Organisation programmäßig sich abwickelten, waren umrahmt durch einige fest­liche Veranstaltungen, die dem Namen der Stadt granfjurt als Kone.reßstadt große Ehre einboachten. Die Eröffnung der Tagung erfolgte im Feftsaal des Frankfurter Hofes, am Dienstag abend. Der Nachmittag des Donnerstag war von wrssenschastttchen Sitzungen ganz frei. Die Kongreßteilnehmer fuhren nach Hom­burg. In dem festlich geschmückten Theatersaal des Kurhauses fand die Geschäftssitzung statt, in der die im Vordergrund stehenden Probleme des physiologischen U n t e r r ich t § erörtert wurden und weiter der Frage, wie eS möglich sei, der Physiologie die Stellung zu erhalten, die sie im Rahmen der Gesamt«or;chnng nnd Lehre beanspruchen kann. Durch die allgemeine Beschränkung der Mittel wird die Physiologie besonders bettoffen, da sie ihr Gebiet in überraschender Weise ausgedehnt sieht. Es «besteht d-- Gefahr, daß andere Länder, wie besonders Amerika und Entstand der deutschen Physiologie die Führerstellung abnehmen, irre sie seit Begründung ihrer Forschung inne hat. In den zu ergreifenden Maßnahmen wurde Einstimmigkeit in den Beschlüssen erzielt. Stadt .rtomburg und die Kurverwaltung begrüßten in einem Fest­bankett/ das sich an die Sitzung anschloß, in ihren prachtvollen Räumen die Gesellschaft. Am letzten Abend hatte die <Stobt Frani-

Aerttsche physiologische Gesellschaft.

Frankfurter Tagung vom