Frettag, 4. November 1927

Abendblatt der Frankfurter Zeittmg

Frankfurter Handelsblatt.

"Wiedergabe und drahtliche Verbreitung der Artikel mit * und der Privatdepeschen nur mit genauer Quellenangabe *Frk£, Ztg. gestattet

* Zum Dividendenausfall bei der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg. Die zum Konzern der G u t e h o f L nungshütte gehörende Maschinenfabrik Augsburg-Nürn­berg sieht nach unseren telegraphischen Meldungen im II. Mgbl.. nachdem sie für das vorvergangene Jahr 1925/26 die Dividendenzahlung mit 5 pCt ausgenommen hatte, nach dem Abschluß für 1926/27 Anlaß, die Dividendenzah­lung wieder einzustellen. Dieser Schritt empfehle sich mit Rücksicht auf die fortdauernde Steigerung aller Lasten und die wenig klaren wirtschaftlichen Aussichten. In der G.-V. vom Dez. 1926, in welcher angesichts noch wesent­lich u n klarerer Wirtschaftslage, eine Dividende von 5 pCt. vorgeschlagen und genehmigt worden war, war mitgeteilt worden, daß im Vergleich zum Vorjahre die allgemeine Lage ein etwas freundlicheres Gesicht zeige, die Verwaltung lehnte allerdings übertriebenen Optimismus ab und verwies auf die Unsicherheit, ob eine dauernde Besserung der Ver­hältnisse zu erwarten sei. Die damals von ihr ausge­sprochenen Hoffnungen, daß sich die Erleichterung des Geld­marktes sicherlich im neuen Jahre fortsetzen und nicht ohne Auswirkung bleiben werde, hat sich immerhin ein Jahr hin­durch bestätigt. Die Gesamtlage des Maschinenbaus hob sich, wiewohl die Rationalisierung noch weit zurücksteht hinter der anderer Fachgruppen. Der Gewinn der M. A.-N. für 1926/27 wird bei kaum verminderten Abschreibungen in etwa unveränderter Höhe von JIM 1.64 Mill, aus­gewiesen; ohne den Vortrag war dieser Gewinn rd. JIM 1 Mill., dagegen für 1925/26 j£M 821 006. Die Steigerung der Lasten ist eine allgemeine Beschwerde der Industrie; doch ist es nicht sehr wahrscheinlich, daß diese Entwicklung Lei großen Unternehmungen allgemein eine so weittragende Konsequenz, wie die Dividendeeinstellung, zur Folge hat. Der Hinweis auf die wenig klaren wirtschaftlichen Aussichten allerdings scheint den Wunsch nach vorsichtiger Finanzgebarung zu enthalten; eine Sproz. Dividende würde bei JIM 2D Mill. A.-K. die Auskehrung eines Be­trages von JIM 1 Mill, bedeuten. Ob es überhaupt die finanziellen Verhältnisse sind, die der Verwal­tung die Zusammenlegung der Mittel nahelegen, wird sich an Hand des kommenden Geschäftsberichts besser beurteilen lassen; Ende 1925/26 war gegenüber JIM 1.36 MilL Bank­guthaben zwar an Bankschulden noch der hohe Betrag von JIM 17.97 Mill, auszuweisen; doch war inzwischen im neuen Jahre eine Pfandbrief-Anleihe von JIM 14 Mill, zur Konsolidierung eines überwiegenden Teils dieser Verpflich­tungen ausgegeben worden. Für das neue Jahr ist dann durch die Uebernahme der L. A. Riedinger Maschinen- und Bronzewaren-Fabrik A.-G. in Augsburg bei Aktientausch 1 zu 1 ohne Kapitalerhöhung der Manag eine Konzernerweite­rung erfolgt, die Manag kontrollierte bereits die Mehrheit des A.-K. der L. A. Riedinger A.-G. von JIM 2 Mill., so daß wesentliche neue Aktienbeträge für die Eintauschung des Restes der Riedinger-Aktien nicht erforderlich waren. Für die Aktionäre der Manag bedeutet der Dividendenausfall eine starke Enttäuschung und das um so mehr, als Ende Juni dieses Jahres noch aus Augsburg unwidersprochen verlautet hatte, daß man dort mit einer höheren Dividende als für 1926/27 rechnet (Börsenkurs Ende Mai etwa 150, Ende Oktober 115, am 3. Nov. 113 in Berlin. Die Gesellschaft hatte von 5:1 umgestellt auf JIM 20 Mill.).

* Metallgesellschalt Lehnkering & Co. A.-G. Die erweiterte Beteiligung der Gruppe der Metallgesellschaft in der Rheinflußschiffahrt durch die gemeldete Ausdehnung ihres Aktienbesitzes an der Speditionsfirma Lehnkering & Co. A.-G. in Duisburg liegt.dem Vornehmen nach in ihrem inneren Zweck auf der gleichen Linie, die s. Z. zur Be­teiligung d'er Gruppe an der .Unterweser Reederei A.-G. in Bremen geführt hat. Es spielt dabei eine Rolle zunächst das umfangreiche eigene Transportgeschäft der Metallgesellschaft (Schwefelkies .usw.), sodann der Wunsch, in diesen angegliederten Transportfirmen, ohne sie aus­schließlich für die Zwecke der eigenen Versendungen in An­spruch zu nehmen, Organisationen in .der Hand zu haben, welche die laufende Kontrolle der Verfrachtungs­verhältnisse auf den Flüssen und Kanälen sicherstellen. Dazu kommt bei der jetzt .erweiterten Beteiligung in der Rhein­schiffahrt wohl auch die Rücksicht auf die Möglichkeit einer sich in dieser allmählich entwickelnden straffen Kon­zentration, die unter .Umständen stark von der Ruhr aus beeinflußt werden könnte, und die eine Sicher­stellung der eigenen Interessen angezeigt erscheinen ließ.

* NeoanfroIIung der Fusion Weser und Tecklen- borg. Deutsche Schiffs- und Maschinenbau A.-G., Bremen. Im Anschluß an die bekannte Klage der Genuß­scheininhaber der ehemaligen Tecklenborg - Schiffs­werft, die z. Zt. beim Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg zur Festsetzung der vom Reichsgericht erkannten Aufwertungspflicht schwebt, ist nunmehr auch, wie unser Hamburger hp-Korrespondent berichtet, die Frage der Rechtmäßigen der am 28. Dez. 1926 beschlossenen Fusion A-G. Wese rJ oh. C. TecklenborgA-G. angeschnitten worden. Im Laufe der Verhandlungen sollen den Klägern Tatsachen bekannt geworden sein, auf Grund deren sie gegen die Fusion den Nichtigkeitseinwand erhoben haben. Das Gericht hat dem Einwand insofern be­reits Folge gegeben, als es die Wiedereintragung der Tecklenborg A. - G. mit ihren früheren Vorstands­mitgliedern ins Handelsregister gemäß § 29 BGB. a n ge­ordnet hat Der Einwand der Nichtigkeit stützt sich im wesentlichen auf § 306 HGB. und beanstandet, daß bei der Fusion an die Tecklenborg-Aktionäre ein Bar-Bonus von je JIM 20 pro Aktie gewährt worden sei. Darüber hinaus sei nachträglich bekannt geworden, daß den Vorstands­mitgliedern und den A.-R.-Mitgliedern von Tecklenborg, obwohl sie mit ihren Verträgen in die neue A.-G. übernom­men wurden, eine Vergütung von rd. Jl<M 500 000 aus­gezahlt worden sei, um ihre Zustimmung zu der Transaktion zu erhalten. (Wie verlautet, soll diese Sondervergütung vor kurzem zurückgezahlt worden sein. D. Ber.) Die Genußschein­inhaber behaupten außerdem, daß das Geschäftsjahr 19 2 6 bei Tecklenborg A.-G. günstig abgeschlossen haben würde, wenn nicht der Fusionsvertrag zwei Tage vor dem Bilanzstichtag abgeschlossen und dadurch die Aufstellung einer Bilanz bei Tecklenborg ver­hindert worden wäre. Daraus ergebe sich, da die Genuß­scheine ebenso wie die Aktien am Gewinn beteiligt seien, eine Benachteiligung für die Genußscheininhaber. Es hat den Anschein, als ob die vorliegende Streitsache auch auf den 1925 durch Vergleich beigelegten Prozeß A. - G. Wese r Norddeutscher Lloyd zurückgreifen wird. Wie ver­lautet, ist neuerdings von der Staatsanwaltschaft ein Ver­fahren gegen den damaligen Mehrheitsbesitzer der Weser, Dr. Sprenger, aus § 312 HGB. eingeleitet wor­den, der damals während des Prozesses sein Aktienpaket an die J. F. Schroeder Bank Komm.-Ges. in Bremen (im Inter­esse des Norddeutschen Lloyd?) verkauft hatte, wodurch erst der Vergleich möglich geworden war. Offenbar um die durch die Nichtigkeitsklage entstehende Unsicherheit (eventuell würde die Gültigkeit der zu Fusionszwecken von der A.-G. Weser ausgegebenen M 6 Mill, neuen Aktien in Frage ge­stellt sein) möglichst schnell zu beseitigen, hat jetzt, wie wir hören, die Deutsche Schiffs- und Maschinenbau A.-G. (Deschimag) gegen die klägerischen Genußscheininhaber Feststellungsklage auf Gültigkeit der Fusion beim Landgericht Bremen eingeleitet Es wäre zu wünschen, daß in dieser Angelegenheit, die sowohl für die Aktionäre beider Gesellschaften wie für die Genußscheininhaber von erheblicher Bedeutung werden kann, möglichst bald eine gerichtliche Klärung erfolgt Bis dahin wird wohl auch die Entscheidung des Hanseatischen Oberlandesgerichts wegen der Höhe der Aufwertung der Genußscheine, deren Belastung die Deschimag übernommen hatte, ausgesetzt wer­den. Bezüglich der Genußscheine hat die Börse bereits seit längerem eine differenzierte Bewertung vorgenommen; für diejenigen Genußscheine, die noch den Gewinnanteil­schein für 1926 besitzen, besteht verstärkte Nachfrage. (Kurs vom 3. Nov. Serie 1 M 44, Serie 2 M 26, Serie 3 M 16.) Die Käufer gehen anscheinend von der Meinung aus, daß die Ge­nußscheine auf Grund der Entscheidung des Reichsgerichts unverändert am Gewinn beteiligt sind, woraus sie offenbar folgern, daß eine für sie günstige Entscheidung des Prozesses eine nachträgliche Gewinnausschüttung für 1926 im Gefolge haben müßte.

* Die Ziehungsliste der Kommunal-Sammel-Ab- lösungsanleihe ist als unser Sonderabdruck, wie angekündigt, erschienen, und steht gegen Einsendung von freigemachtem, adressiertem Umschlag und gegen Beifügung von 10 Pfg. je Liste unseren Beziehern zur Verfügung bei der Geschäftsstelle Frank­furt a. M.

* Zahlungseinstellung in Schweden. Die Lull­te I m a A. B. (Kupfererzgruben, Schwefelkies), deren Aktien sich im Besitz der norwegischen Remesholm A. B. befinden, hat 1t. B. Lok>Anz. einen Verlust von Kr. 45 Mül. zu verzeichnen. Die Göteborg Handelsbank soll Kr. 14 MilL zu fordern haben. Einer vorgeschlagenon Kapitalzusammenlegung 10 zu 1 widersetze sich die norwegische .Gesellschaft, Os <Le Sulitelma liquidieren will.

* Finanzielles aus Holland. Aus Amsterdam, 2. Nov., schreibt unser W-Korr.:Der dieses Mal mit dem Monatsletzten zusammenfallende Wochenausweis der Nederlandsche Bank zeigt zwar eine Vermehrung des Notenumlaufs von fl. 806.68 auf 854.33 MilL; diese ist nur z. T. auf die Ultimo­ansprüche zurückzuführen, z. T. darauf, daß die Bankleitung die Devisenbestände weiter erhöht hat. Diese umfassen nunmehr £L 127-84 gegen 111.91 Mill-, wozu noch fl. 59.51 gegen 52.17 Mill. Auslandsguthaben treten. Daß die eigentlichen Ultimo­ansprüche nicht stärker waren, als es in einer Vermehrung dos Inlandsportefeuilles von fl. 156.16 auf 159.51 MilL und der Belei­hungen von fl. 126.78 auf 144.88 Mill, zum Ausdruck kommt, hängt teilweise wohl damit zusammen, daß gewöhnlich größere An­sprüche auch noch unmittelbar nach dem Ultimo auftreten, dann aber auch damit, daß man in der Erwartung eines geldknappen Monatswechsels allseits rechtzeitig Vorsorge getroffen hatte. Die Vorschüsse an das Reich stiegen von fl. 7.90 auf 12.27 Mill., die Guthaben Privater blieben mit fL 40.28 gegen 41.06 MilL fast unv.; dasselbe güt vom Motallvorrat, der fl. 413.37 (413.72) Mil! beträgt. Der Oktober hat mit fl. 74.70 MilL (35.04 Mül. im Sept) die Höchstsumme an Emissionen in diesem Jahre ge­bracht, wobei noch zu berückstichtigen ist, daß in dorn letzten Monatsdrittel so gut wie keine derartigen Transaktionen statt­fanden. In den ersten 10 Monaten betrugen die Emissionen 1t. TeL fl. 449.41 gegen 367.49 Miü. in 1926. Gegründet wurde eine N. V. Amsterdamsch Administratie-Kantoor van Italiaansche Waarden zu Amsterdam. 1 Die Industrieele Disconto Mij. bietet fl. 1 Mül. 6proz. Obligationen zu 98% pCt an. Die Einführung von Ak­tien der H an d e 1 s ve re e n i g i n gAmsterdam an der New Yorker Börse hat durch das Haus Brown Bros, statt­gefunden. Dieses Unternehmen, in amerikanischen Telegrammen Trading Co. Amsterdam genannt, ist bekanntlich die größte Kolonialunternehmung (Pflanzungen) der Niederlande. Oie Holl. Vereeniging tot Exploitatie van Marga- rinefabrieken kündigt auf die 5%proz. V.-A. eine Dividende von 5% pCt. (unv.) an, die D el i-Mi j. zahlt eine unv. Interims­dividende von 10 pCt.

* Äiedersehlesische Electricitäts- und Klein« balln- A.-G., Waldenburg (Schics.). Der A.-R. be­schloß, wie man uns aus Breslau schreibt (G.-V. 3. Dez.), wieder eine Dividende von 10 pCt. vorzuschlagen. Das Unter­nehmen ist bekanntlich an die Elektrizitätswerk Schlesien A.-G-, Breslau, verpachtet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sei die Steige­rung des Stromabsatzes normal gewesen, es war eine Zunahme gegenüber 1925/26 von 6 pCt zu verzeichnen. Ebenso habe der Straßenbahnbetrieb eine weitere günstige Entwicklung genommen.

* Insolvenz Lippold <fc Stehwinmier, Erfurt. Aus Erfurt, 2. d. M., wird uns geschrieben:Die Abstoßung der Firma Vicum u. Co. an die Firma Scheiter und Giesecke in Leipzig hat für die Konkursmasse der Firma Lippold u. Schwimmer nur einen recht geringen Aktivposten ergeben. Die Forderungen der Bankfirma an Vicum betragen JIM 230 000. Da zunächst JIM 70 000 anderweite Verpflichtungen der Firma Vicum zu decken sind, blieben für die Gläubiger von Lippold nur Reichs­mark 10 000 übrig, wenn die anderen Gläubiger der Vicum nicht auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten, wofür aber wenig Aussicht zu bestehen scheint. Der hiesige Betrieb der Firma Vicum u. Co. wird stillgelegt. Die von ihr hergestellten Tiegeldruck­pressen werden in Zukunft in Leipzig hergestellt.

* Berliner Konsum Genossenschaft. Diese Waren­genossenschaft, die im September <L J. das Berliner Konfektions­haus Maaßen aufkaufte und damit die Zahl ihrer Warenhäuser auf fünf erhöhte, verzeichnet einen Umsatz von MM 4U.< (L V. 33 1) MilL. wovon JIM 33.5 MilL auf die Lebensmittel­läden, JIM 1.5 Miü. auf die Fleischläden und JIM_ 1.9 Miü. auf die Warenhäuser entfallen. Die Bilanz verzeichnet bei JIM 1.7 Mül. Geschäftsguthaben (Anteile) und JIM.1.5 Mül. Reserve die Betriebsschulden mit JIM 3.9 MilL und Spargelder mit JIM. 16.7 Miü. An Aktiven sind vorhanden JIM 11.3 Mill, angelegte Gelder. JIM 1.1 Mill. Beteiligungen JIM 3.8 MilL Vorräte, JIM 6.5 Mül Grundstücke und 1.3 Mül. Inventar.

* Diamant. Die Kimberley-Schleiferei, erhöhte Alluvialproduktion, Importeur - Konsortien. Aus Amsterdam, 2. d. M. schreibt unser W-Korrespondent; Das südafrikanische Diamantengesetz wurde vom Volksrat in dritter Lesung angenommen; dies war zu erwarten; die eventuellen Schwierigkeiten werden erst wieder im Senat auftauchen. Die Regierung hat dem Volksrat das Abkommen mit der Antwerpener Firma Rosen- Strauch Bros, zur Ratifikation vorgelegt. Die Firma ver­pflichtet sich, binnen sechs Monaten eine Schleiferei zu Kimberley zu errichten, 50 Schleifer aus Europa nach Kimberley zu bringen und binnen vier Jahren 500,südafri­kanische Lehrlinge auszubilden.

Im ersten Jahr soll Diamant im Werte von Lst. 100000 ge- schliffen werden, und jedes Jahr um 100 000 mehr, bis Lst. 500 000 im fünften Jahr. Die Gesellschaft kann einen Teil geschliffener Diamanten, die aber nicht schwerer als 1 Kt. sein dürfen, gegen verringerte Exportabgabe ausführen. Die Subsidie betragt im ersten Jahr Lst 15 000. im zweiten Jahr 10 000 und im dritten 5000 zur Vergütung des Schadens, welchen die Unternehmung durch schlechtes Schleifen der Steine erleidet. Die Regierung^hat das Recht die Gesellschaft zu übernehmen, wenn diese ihre Ver­pflichtungen nicht erfüllt. Von Fachseite wird darauf hinge­wiesen, daß die neuerdings wieder erhöhte Produktion allu- xialer Diamanten weit überwiegend kleinere, bilugere Steine betrifft Die Anzahl weißer Arbeitskräfte in den Alluvialfeldern hat zuletzt 7900 betragen -gegen 19100 im No­vember y. J. Der Wert der alluvialen P r o d u k 11 o n in Transvaal war im Sept. Lst. 549 700 gegen 470 000 im Septem­ber.. mit einem Durchschnittspreise von 45 sh 6 d. Diese Zahl ist nur ungefähr Lst 2000 geringer als die Rekordproduktion vorn April 1927, die 236 533 Kt. im Werte von Lst 551 776 erreichte. In Belgien wurden die Diamant ar beiter löhne um durchschnittlich 5 pCt. erhöht; ein Krisisfonds wurde ge­stiftet zu welchem Arbeiter und Arbeitgeber ie Fr. 5 per Ar­beiter und Woche beitragen. u' Herr ^-enri Polak, der Führer der Diamantarbeitergewerkschaft und des Weltbundes der Diamantarbeiter. tritt fürorganisierte kommerzielle Zusammen­arbeit in der Industrie ein, um hierdurch die Amsterdamer Diamantschleiferei ihre Aufgabe besser erfüllen zu lassen Auch Modernisierung und Vereinfachung der Betriebe hält er-, für ein geeignetes Mittel, um die Bestrebungen holländischer Arbeit­geber. in Antwerpen arbeiten zu lassen, zu beendigen. Aus Antwerpen wird demAlg. Hdlbl. gemeldet, daß das im Mai auf Initiative der Firma R. u. L. Goldmuntz und unter Mitwirkung des Syndikates errichtete Konsortium von Importeuren alluvialer Diamanten aufge 1 est wurde. Ursache sei. daß die vom Rohdiamantensyndikat mit don Mitgliedern des Konsortiums vereinbarten Bedingungen zur Uebernahme aller importierten Alluvialdiamanten von einigen Importeuren nicht genau befolgt wurden, und dieses habe dazu geführt, daß die Abmachungen vom Rohdiamantensyndikat als beendigt angesehen wurden. Nunmehr hat das Syndikat mit den Londoner Firmen Lewis & Marks und S waab & Co. einen Vertrag bezüglich des Kaufes aller von diesen aus Südafrika im­portierten Alluvialdiamanten geschlossen. Es heißt, daß dies zu keiner Aenderung der Preispolitik geführt habe, und die Ant­werpener Importeure diese nicht durchkreuzen. .

Für die Amsterdamer Diamant industrie und den Diamanthandel war der Oktober ein recht günstiger Monat, mit Nachfrage vor allem nach weißen und größeren Stücken. Besonders . Phantasieschliffstücke erzielten wesent­lich höhere Preise. Die Nachfrage scheint, auch wegen der noch zu tätigenden Weihnachtseinkäufe, anzuhalten, und stammt nicht nur aus Uebersee, sondern auch aus ver­schiedenen europäischen Ländern.

* Rohholz. Feste Haltung an den internationalen Märkten. Ein Fachmann berichtet uns:Auf den inter­nationalen Holzmärkten blieb die Lage fest England ist trotz befriedigender Absatzmöglichkeit beim Einkauf zurück­haltender geworden, weil die englischen Häfen durch die reichlichen Herbstankünfte mit Holz überfüllt sind. In den nordischen Holzexportländern Finland, Schwe­den und Norwegen zogen die Rundholzpreise um 2025 pCt an. Das Rundholzgeschäft in der Schweiz hat begonnen. Nach der bisherigen Entwicklung sind die Preise höher als L V., so in der Ostschweiz beispielsweise um Fr. 5 je fm.

In der Tschechoslowakei nahm das Angebot in Rund­holz frischer Fällung etwas zu. In den Kreisen der Sägeindustrie und des Holzhandels wird das Frühjahrsgeschäft als verhältnis­mäßig günstig beurteilt. Dabei rechnet man mit einer stärkeren Exportmöglichkeit nach Deutschland und Holland. Besonders trugen die hohen Rundholzpreise in Deutschland zur Festigkeit des tschechoslowakischen Rundholzmarktes bei, doch zeigt sich schon Widerstand der deutschen Käufer gegen jegliche weitere, auch noch so kleine Preiserhöhung. Am öster­reichischen Rundholzmarkt entwickelten sich die Preise scharf nach oben, auch hauptsächlich veranlaßt durch den Ex­port nach Deutschland. Die ungarische Holzindustrie leidet noch unter den Auswirkungen vorjähriger Verluste und geht an neue Käufe nur zögernd heran, zumal auch der Absatz fertiger Schnitt­waren stockt, soweit es sich um Weichholz handelt. Der Laub­holzmarkt blieb jedoch belebt durch Export-Nachfrage. In Po­le n hat das Ackerbauministerium in Warschau die Stockpreise für langjährige Verträge der Sägewerke mit den staatlichen Forstverwaltungen um weitere 40 pCt) erhöht und damit die Rundholzpreise innerhalb des letzten Jahres um rund 200 pCt. geschraubt. Die derzeitigen Rundholzpreise übersteigen bereits die Weltmarktpreise ganz erheblich und stehen, wie fast überall, in keinem Verhältnis zu den erzielbaren Schnittholzpreisen. Aus Südslawien wird berichtet, daß auf den großen Laubrund­holzversteigerungen die Taxen der Forstverwaltungen durchweg überboten wurden, in einzelnen Fällen bis um 90 pCt. Da die Konkurrenzfähigkeit der rumänischen Holzwirtschaft auf dem Weltmarkt, besonders in Europa und den Mittelmeerländern sowie im Orient, lediglich von annehmbaren Rundholzpreisen ab­hängt, ist man dort allgemein bestrebt, eine Senkung derselben zu erzwingen. Am französischen und am belgischen Rundholzmarkt erhöhten sich die Preise leicht. In Holland war die Einfuhr von Nadel- sowie Eichenrundholz in der letzten rückläufig.

Die Rundholzpreise in Deutschland zeigen einen immer größeren Abstand von einer sachgemäßen Kalkulation. Firn Laubrundholz wurden in Hessen für Rotbuchen 2. bis 5. Klasse M 25 bis 50 ie fm loko Wald erzielt. Die Gebote für Eichenstammholz 1. bis 2. Kl. schwankten in der Obers. Dillen­burg im R.-B. Wiesbaden zwischen M 9.30 bis 32.50. Dabei betrug die Spanne zwischen dem niedrigsten und höchsten Gebot weit über 100 pCt. Nadel rundholz blieb gefragt. Die Obers. Oberscheld im R.-B. Wiesbaden er­zielte bei einem Vorverkauf auf dem Stamm für Fichte 1b KL M 27, 2a Kl. M 31 usw., die Obers. Jesberg im R.-B. Kassel für Fichtenstammholz la2b Kl. M 28.5030.40. Papier­holz war gesucht. Die Zellulosewerke halten jedoch an einem bestimmten Limit fest, so daß die Gebote der direkten Ver­braucher sich nur durch eine verhältnismäßig kleine Spanne unterscheiden. Dagegen legte der Zwischenhandel hier und da Preise an, die wesentlich höher lagen als die Gebote der Werke selbst. Die Obers. Oberscheld erlöste für Papierholz LIL KL M 15.20. die Obers. Dillenburg für I.H. KL M 116.20, die Obers. Straßebersbach im R.-B. Wiesbaden M 15.70. Bayern brachte im Monat Oktober 28 000 Rm zum Ausgebot und er­löste 140155 pCt. der Landes-Grundpreise. In Württemberg schwankten die Erlöse zwischen 155170 pCt. der L.-G. und in Baden zwischen 145160 pCt. Prima böhmische Ware wurde frei sächsischer Grenzstation zwischen M 1920 je Rm ange­boten und weißgeschältes Holz zu M 2021, alles ausfuhrfrei. Auch mit Oesterreich kamen größere Abschlüsse zustande. Dort lagen die Preise günstiger. In Polen zeigten die Preise einen weiteren Auftrieb. , , , , , ,

Grubenholz kam in namhaften Mengen au® den Markt, zog aber auch an. Die Obers. Jesberg erlöste M 17.20 je fm Kieferngrubenlangholz, die Obers. Dillenburg 1822. Für Eichengrubenlangholz bot man daselbst für 1.2. Kl. M 24.50 bis 32.50. Bei den ersten Verkäufen in S c h w e 11 e n r u n d- h o 1 z bot man für 1. Kl. in der Obers. Oberscheld M 25.60, für Buchen M 27.60 in der Obers. Dillenburg.

* Italienische Zuckerindustrie. Für die bevorstehende Zuckerkampagne rechnet man mit einer V erminde- r u n g der Produktion um 10 pCt. Die Gesamtproduktion wird auf etwa 2% Mill, dz .geschätzt. Sollte im nächsten Jahr der Zuckerverbrauch sich auf der Höhe des diesjährigen, 3.30 MilL dz halten, so müßten etwa 800 000 dz .gegen 540 000 dz in diesem Jahre eingeführt werden. Die diesjährige Zuckerrübenernte war in der Qualität gut, aber in der Quantität infolge der dauernden Trockenheit schlecht.

* Frankfurter Häuteauktion. Die nächste Auktion

ist auf 22. November angesetzt.

* Kaffee fest. Aus Rotterdam, Anfang d.M., wird uns geschrieben:Im Oktober-Verlauf hat sich für Kaffee 'eine Festigkeit herausgebildet, die bisweilen zu sprunghaften Preis­steigerungen an den Herkunftsmärkten führte.

In den Verbrauchsländern mußte noch mehrfach unter den Preisen der Ursprungsländer verkauft werden, weil die Abnehmer sich weigerten, den raschen Aufstieg mitzumachen. In Duurings Bericht kommt die Ansicht zum Ausdruck, daß die allgemein herrschende Zurückhaltung bei der Auffüllung der Läger und das Mißtrauen gegen das Kaffeinsütut eine der stärksten Waffe:» für das Institut gewesen sind. Nicht von der Defesa, sondern von Handel und Verbrauch sei der Preisauftrieb ausgegangen, die sich plötzlich eindecken mußten, als bekannt wurde, daß , die 1928/29er Ernte durch Niederschläge gelitten habe und nicht hoch geschätzt werden dürfe. In den jetzigen Preisen seien allerdings die ungünstigeren Aussichten berücksichtigt, außerdem könnte aus den jetzt zunehmenden Vorräten im Innern Sao Paulos großer Bedarf befriedigt werden. Der noch nicht eingeheimste Teil der laufenden Ernte habe anscheinend auch durch den Regen gelitten, doch käme dieser minder gut ausgefallene Kaffee kaum vor Juli n. J. in die Verschiffungshäfen. Ende Okt. notierte snp. Santos auf Abladung nach Rotterdam 98 sh (Ende Lent. Lio), Robusta auf Abladung 3514 (32%) Cents. Für W.LB.-Ro- busta betrug die Preiserhöhung 4% Cents. ... .

Die Ausfuhr von Robusta aus 'Sumatra stellte sich m ckeq ersten Jahreshälfte 1927 auf 333 000 Sack.

* Langsamer Obstabsate? lind die Preise? Uns wird berichtet:Eine sehr große Obsternte hatte in diesem Jahre wieder der im südwestlichen Teile Unterfrankens gelegene Kahlgrund. Die Nachfrage war g e >i n g ; es lagern noch ca. 100 Waggons bestes Winterobst in der Gegend. Die Frei s e sind für Mischobst durchschnittlich M. 5, und ifür bestes Tafelobst M. 10 pro Ztr.

* Bie zweite Schätzung1 der aseptischen Baumwollernte. Die ägyptische Regierung hat in einem Telegramm an das Internationale Ackerbauinstitut in Rom die Daten der zweiten Schätzung der Baumwollernte gemeldet. Danach beträgt die Baumwollproduktion in Sakellaridis 1123 000 Doppelzentner und in anderen Typen 1 598 000 dz. Die vorliegende Schätzung von insgesamt 2 721 000 dz ist etwas niedriger (unge­fähr 137 000 dz) als die Schätzung des. Vormonats und zemt im Vergleich zur Vorjahrsemte eins Verminderung von 524000 dz, d. h. eine Verminderung um 16.2 pCt.

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* Vickers-armsfruiig.

Sanierung und Rationalisierung durch Toilzusammenfassungen.

EondOM, 4. Nov. Ein Zusammenschluß, dem in der City große Bedeutung beigemessen wird, wird soeben offiziell mitgeteilt. Die beiden großen englischen Schwerindustriekonzeme Vickers Ltd. und W. G. Armstrong, Whitworth & Co. haben ein Abkommen für die Zusammenlegung und ge­meinsame Geschäftsführung gewisser Werke abgeschlossen, die hauptsächlich Schiffsbau, Schwer­metalle und Spezialstahl sowie Waffenfabrika- tion betreffen. Das Abkommen sieht die Bildung einer neuen Gesellschaft vor, in die vom 1. Januar 1928 die zusammen­gefaßten Betriebe ausgenommen werden. Den Aktionären beider Firmen soll der Plan in einer noch in diesem Jahr stattfindenden G.-V. zur Annahme vorgelegt werden, wobei noch die näheren Einzelheiten bekannt gegeben werden.Morning Post schätzt das dabei beteiligte Kapital auf insgesamt Lst. 37 MilL

Vor dem Kriege gehörten die beiden Finnen unter die ersten Englands, und die bei 10 bis 12% pCt. Dividenden investierten Kapitalien galten als erstklassige Anlage. Die für Kriegsmate­riallieferungen stark ausgedehnten Fabriken und Werke konnten aber nach der Umstellung auf Friedensarbeit nicht annähernd ihre Position halten, vielmehr lerlitten die einzelnen Werke (vgL die Parallelentwicklung in der deutschen Rüstungsindustrie, z. B. Deutsche Werke. Krupp. Red.) die beiden genannten Finnen ungeheure Verluste ____

Vickers kontrollieren William We.ardmore & Co Wolseley Motors and Metropolitain Carriage, Waggon and Finanee Co. und sind stark an der Metropolitain Vicker Eloctrical Co. beteiligt Die jetzige Finanzposition von Vickers nach der Kapitalreorganisation von 1925, die schon eine Abschreibung von Lst 12 MilL mit sich brachte, wird als gesund betrachtet

Armstrong, Whitworth & Co. gehören vor allem die E1 s w i c h w e r k e. Ihre Beteiligung am anderem Firmen wie vor allem an Crompton & Co. und Pearson & Knowles Co. (Kohle und Eisen), Partington Co. (Stahl und Eisen) und anderen Firmen führte zu großen Ver­lusten. Eine Reihe dieser Finnen wurde von der Verbi idungs- firma Armstrong, Vickers, Development Co. kon­trolliert. Bei dem im vergangenen Jahre entwickelten Reorgani­sationsplan wurde behauptet daß ein Verkauf der in dieser Gründung konzentrierten Interessen genügend Kapitalien sicher­stellen würde, um das ganze darniederliegende Geschäft fort­führen zu können. Das Kapital der Armstrong - Gesellschaft ist bisher nicht heruntergesohriebem doch wurde die Notwen­digkeit einer Kapitalhefabsetzung bereits fest- gestoUt der beiden Firmen ist natürlich ein

weiterer Schritt, und zwar ein erstergroßer Versuch, die britische Schwerindustrie zu rationalisieren. Times begrüßt natürlich diesen Schritt sowohl des Prinzips wegen wie auch als Anregung für weitere Zusammen­legungen. Die Wichtigkeit liege weniger in dem jetzt in Frage stehenden Plan und den Vorteilen für die beiden Firmen selbst als in seiner ökonomischen Kennzeichnung der Lage in der Industrie im allgemeinen. Das Ende des Krieges habe in allen Ländern eine neue Industrieorgani­sation nötig gemacht, da die für Kriegslieferungen ausge­dehnten Fabriken nach der Umstellung auf Friedensware keinen Absatz in der verarmten Nachkriegszeit finden konnten. E n.g - landkönne angesichts der enormen Konkurrenz seine Stellung nur halten, wenn es seinen Produktions­und Verteilungsmechanismus zum höchsten Standard entwickele. Zusammenschlüsse wie diese seien dabei notwendig, sie müßten mit Recht als Rationalisierung in der Industrie bezeichnet werden.

...... I I rillllm

* Zeiß in der bayer. Farbenglasindusfrie.

e München. Die Ver. Zwieseler und Pirnaer Farbenglas­werke A.-G. in München beantragt Herabsetzung des Ä.-K. von 1.52 Mill. 3.2 zu 1 auf 0.475 Mill, und Wiedererhöhung bis um JlM 1 Million zwecks Beseitigung der Unterbilanz und der bereits im letzten Geschäftsbericht in Aussicht gestellten Korrektur der Goldmarkbilanz, sowie zur Beschaffung der er­forderlichen Betriebsmittel, besonders zur Abdeckung des Bank­kredits. Von den neuen Aktien werden den Aktionären Reichs­mark 158 500 3 zu 1 zu pari zuzüglich Emissionskosten angeboten, den Rest erhält das Jenaer Glaswerk Schott u. Gen. (Karl- Zeiß- Stiftung) zu den gleichen Bedingungen. Wie erinner­lich, schloß die Gesellschaft zum 30. Dezember 1926 mit einem Verlust von JIM 214 431, der sich unter Verrechnung des Ge­winnvortrags von JIM 18 419 auf vorzutragende JIM 196 011 ermäßigte. Der Reingewinn in 1924/25 betrug noch JIM 116 796, an Dividende wurden aber damals JlM 700 gleich 7 pCt. auf JIM 10 000 V.-A. verteilt, die nach obiger Verwaltungserklärung von der nunmehr beantragten Sanierung nicht betroffen werden. Die Höhe der abzutragenden Bankschuld ist aus der letzten Bilanz nicht ersichtlich, denn diese war unter Kreditoren mit zusammen 0.82 Mill, gegen 0.95 Mill, in 1924/25 ausgewiesen. Die Gesellschaft ist, wie ferner zu bemerken, mit einer Annui­tätenhypothek von CL5 Mill, belastet.

Nummer 823 Seite 4

amerikanische KieMicUen.

k J8ew York, 3. Nov. Ein an sich unbedeutender Schienen- anftrag der Boston & Main Ry., der in der B e t h 1 e h e mb t e e 1 C o ging, während die Bahn früher auch schon deutsche schienen bezogen hatte, wird hier mit unfreundlicher Einstellung gegen-, über ausländischem Wettbewerb kommentiert. DieN. Y. limes behauptete, es sei die Vergebung an ein amerikanisches btani- werk damit begründet worden, daß diebisher bevorzugten deut­schen Schienen sich nicht als ebenso dauerhaft bewiesen hatten wie die amerikanischen Fabrikate . Die Bahn selbst habe auch in diesem Jahr wieder Angebote deutscher und amerikanischer Werke eingefordert. Die von beiden Seiten unterbreiteten Preise seien jedoch nahezu dieselben gewesen. Daher habe man natürlich beschlossen, den Auftrag an amerikanische Firmen zu vergeben. Leitende Beamte der Bahn erklärten ferner, ihre Erfahrungen m,it deut­schen Schienen seien durchaus befriedigend ausgefallen. Die aus Deutschland bezogenen Schienen hatten hinsichtlich der Qualität durchaus den Vergleich mit amerika­nischen Fabrikaten ausgehalten. (Es ist wenig nobel und zeugt auch von mangelhafter Erfassung der Weltlage, wenn gewisse amerikanische Stellen bei der geringsten Abwanderung von Auf­trägen nach Europa und nach Deutschland Zetermordio schreien und die fremden Produkte herabzusetzen suchen. D. Red.)

Wa-enmehtesgeii,

k .^Leipzig, 3. Nov. Boi außerordentlich fester Stimmung langte am dritten Tage der Mucrena Rauchwarenauktion in Leip­zig zunächst die Kollektion gefärbter und manipulierter v/arei zum Angebot, die schlank Aufnahme fand. Besonders begehrt waren Futter und Streifen (in erster Linie Sealkanin-otreifen) sowie amerikanische und australische Opossum zu sehr zufrieden­stellenden Preisen. Die nächste Au k t i o n findet vom. a. bis 7. Dezember statt, Annahmeschluß der Ware ist am 21. JNo-

Schleppend*

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Anfang 4. bezahlt

Dez.. März Mai.

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Dez.. März. Mai . Juli . Sept.

Schluß 3. bezahlt

Schluß 3. Briet 85 80 17^

Anfg- 4. Geld

Anfg 4. Briet

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Schluß 3. Geld 84*4 79% 77 75/2 74*4

vember.

Hamburgs, 4. Nov (WTB.I Kaffee. Amtl. 10 Uhr vm.

Juli.... 76

Sept. ..| 75

Hamburg, 4. Nov. CWTB.)

10.30 V. Amtl. Zuckemotierung. Ruhig

Novemb. Dezemb. Januar

Brief' 14.05 14.10 14.35

Geld 13.85 1400 14.25

bez. Fehr. März . April Mai - Juni

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Juli.... August Sept. .. JanMärz OktDez.

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Wa- und GektekL

Franldurt a. M«, 4. Nov. Vormittags bedang im Usancenverkehr London gegen: Paris 124.03, Mailand 89%, Zürich 25.25%, Madrid 28.50, Amsterdam 12.08, New York 4.87, Dollar gegen Mark 4.1910, Pfunde 20.40%.

Zürich, 4. Nov. (WTB). 9 Uhr. Devisen.

Paris

20.36^,

Madrid! 88.67-

Oslo

136.85

Budap.

9O.V7%IHe!s!ng.!13.O7.%

Load.

25.253g

Hollnd. 209.05

Kopenb.

138.95

Belgrd.

9.13 - BBuenos

221.^8

Nyork

6.18 =K

DlscM. 1123.77%

Sofia

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Athen

6.95 (Japan

241.

Briissl

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Wien 73.25-

Prag ..

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Konst.

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28.34-

Stockh.| 139.55

Warsch.

68.20-

ßukar.

3.20-j

DrahtmeMsssigeo»

Berlin, 4. November.

Tm Gelddiskontbankausweis enthält der Posten Wertpapiere neben den Hypothekenschuldscheinen der Renten­bankkreditanstalt noch einige andere Wertpapiere. Die Vermin­derung auf Lst. 12.86 (13.38) Mill, im Ausweis per 31. Oktober ist aber tatsächlich zum größeren Teil durch Verkauf von Hypo- thßkeHschuldscbeinen hervorgerufen, wie in der Besprechung im H. Morgenblatt angenommen. Es gäbe verschiedene Stellen, die Interesse an einer Geldanlage für 2 bis 3 Jahre, also für eine Zeitspanne hätten, die der Laufzeit der Hypothekenschuldscheine etwa entspricht. Zum kleineren Teil entfällt der Abgang auf an­dere Effekten, darunter auch auf solche, die zum 15. Oktober zur Auslosung gelangt sind.

Die Industriebau Held Francke A.-G. in Berlin hat ihre schon am 2. August beschlossene Kapitalerhöhung bisher nur soweit durchgeführt, wie zur Fusion mit der Held Francke A.-G. nötig war, <L h. um JIM 1 025 000 Aktien. Die Ausgabe der restlichen JIM 1775 000 neuen Stammaktien stößt auf Schwierigkeiten, da dafür ein Bezugsrecht 3 zu 1 zu 140 pCt. vor­gesehen war, während jetzt der Kurs nur noch auf 127 pCt. da­mals 161 pöt steht. Das Bankenkonsortium hat diese Aktien bis-! her nicht übernommen. Die Verwaltung hat daher dem Ver­nehmen nach die Durchführung der Bezugsrechtstransaktionb i s zueiner Besserung der Börsenlage verschoben.

hp Hamborg. Das unbedeutende Bankgeschäft Fritz Westendorf in Hamburg ist infolge, von persönlichen und finanziellen Schwierigkeiten aus der L i q u. i d a t i o n s k a s s e ausgeschieden. Bei der Geringfügigkeit der bankgeschäfb- liohen Umsätze dieser Firma sind, wie versichert wird, Gläubiger von Belang nicht vorhanden.

e Miln dien. Bei der Bayrischen Berg-, Hütten- und Salz-! welke A.-G. war nach den Ausführungen des bayrischen Finanz- ministers die Beschäftigung in dem nur sechs Monate umfassen­den ersten Geschäftsjahr in fast allen Werken recht befriedigend. Es seien 10 pCt. Dividende p. r. t. in Aussicht genommen, wovon die Hälfte an die Gesellschaft für Pensionslasten zurück-, vergütet werde. Nach dem jetzt vorgelegten letzten G.-B. der Generaldirektion der Berg-, Hütten- und Salzwerke (die nunmehr in die obengenannte A.-G. aufgegangen ist) für das am 31. März d. J. abgelaufene Geschäftsjahr ergibt sich (in Mül. Mark) nach 2.22 (LV. 1.48) ordentlichen und 0.46 (0.40) außerordentlichen Abschreibungen, nach Abzug von 2 (3.34) allgemeinen Ausgaben und 0.30 (0) Bankzinsen ein Werksgewinn von insgesamt 0.52; dabei sind aber wieder 0.18 (0.29) aus dem Kapital und 1.77 (0.29) aus den Reserven verschiedener Werke entnommen worden. Es sollen 0.2 (wie i. V.) an die Staatskasse abgeliefert und 0.32 (0.18) auf die Reserve der Zentralverwaltung übertragen werden.

d Augsburg. Die Zahnräderfabrik Renk in Augsburg (Konzern Gutehoffnungshütte) beantragt nach Abschreibungen von JIM 192 792 (179 753) wieder eine Dividende von 7 pCt. auf JIM 2 Mül. A.-K. Der Rest von JIM 46 705 (19 054) wird vorgetragen. (G.-V. 20. Dez.)

d Dresden. Die Bautzener Brauerei und Mälzerei A.-G. bringt wieder 14 pCt. Dividende in Vorschlag.

Unter Beteiligung der zum Elektra-Thüringer Gas- Konzern gehörenden Gasversorgung Ostsachsen A.-G. und der Stadtgemeinde Zittau wurde mit JIM 1 Mill. Grundkapital eine neue Gasfernversorgungs-A.-G. gegründet, deren Firma lautet Gasversorgung Oberlausitz A.-G. in Zittau.

JLondon, 3. Nov. (WTB.) Gestern wurde auf der Handels­börse in Newcastle mitgeteilt, daß die Hamburg-Amerika- Linie 120000 Tonnen gutklassiger Durham-Bunkerkohle, liefer­bar von April n. J. ab, zum Preise von 17 Shilling 4% Pence per Tonne cif Hamburg gekauft hat. Es wurde erklärt, daß die Hamburg-Amerika-Linie früher erhebliche Ankäufe von west­fälischer Kohle vorzunehmen pflegte. Eine beträchtliche Menge Durham-Kohle geht nach Deutschland, da die Berliner und Hamburger Gaswerke kürzlich Ankäufe gemacht haben.

sw Paris, 4. Nov. Die Metropolitain Gesellschaft beab­sichtigt, einer a. o. G.-V. den Antrag auf Obligationen- e m i s s i o n von Fr. 500 MilL einmalig oder in mehreren Ab­schnitten vorzulegen. Fr. 350 MilL sollen angeblich sofort be­gaben werden. .......

Die französische Kohlenförderung belief sich in 25 Arbeits­tagen des Sept, auf 4 222 848 t -gegen 4 379 010 t in 26 Tagen des Vormonats. Die tägliche Arbeitsförderung stieg gleichzeitig auf 168 914 (168 423) L Die Kok sp roduktio,n betrug im Sept. 332 000 t. Die französische Kohleneinfuhr ging im Sept, auf 1264 000 (1513 000) !t zurück und die Kokseiniuhr auf 369000 (458 000) t

Amerikanischer WsckafisäiensL

k New Toris, 3. Nov. (Blinkspruch.) Ueber die Ein­und Ausfuhr von Eisen und Stahl in den Ver. Staaten werden außer den bereits gemeldeten Angaben folgende Einzelheiten be­kannt: Die Ausfuhr betrug: an Roheisen im Sept. 3510 t (August 4850 t), an Stahlstangon 7320 (10'050) t. Die Ein­fuhr von Schrott belief sich auf 1330 (4680) t. Von Stahl- ingots wurden 11700 t ausgeführt und 480 t eingeführt, von Bandeisen kamen 2250 (2480) t zur Ausfuhr und 2390 (3860) t zur Einfuhr. In Stacheldraht wurden 4760 t ausgeführt und 400 Tonnen eingeführt. In gußeisernen Röhren kamen 2090 (1820) t zur Ausfuhr und 6080 (8340) t zur Einfuhr. Von der gesamten Eisen- und Stahleinfuhr von 58 460 t stammten 14 520 t aus Belgien. 12 960 t aus Frankreich und 11 700 t aus Deutschland. An der Baueiseneinfuhr, die sich insgesamt auf 15 640 t belief war Belgien mit 7000 t. Frankreich mit 4000 t und Deutschland mit 4510 t beteiligt. Die Einfuhr von Manganerzen bezifferte sich auf 36 030 t. von denen 21 500 t aus Rußland eingeführt wurden.

Nach Wniet and Gray betrugen die Zufuhren von kubani­schem Zucker nach den vier Häfen New York. Boston, Balti­more und Philadelphia in der am Mittwoch endenden Berichts­woche 42000 t gegen 43 000 t (i. V. 37 000 t). Zum Einwurf kamen 48 000 (51 000 bzw. 62 000) t: die Vorräte bezifferten sich auf 196 000 (203 000 bzw. 185 000) t.

Die amerikanische Gasolingewinnung betrug im Sept. 27 716 000 Faß (August 28 010 000 und 24 834 000 im Sept. 1926). Ver­braucht wurden 28 409 000 (29 779 000 bzw. 22 449 000); aus­geführt wurden 3 539 000 (4193 000 bzw. 3 853 000).

Die Preise für Drahtstangen und Stahlblech wurden im Pitts­burger Distrikt um Doll. 1 pro t herabgesetzt.

Nach einer Meldung aus Washington wurde im Schatzamt erklärt, daß zur Zeit zwischen dem Hilfsschatzsekretär Mills und dem griechischen Gesandten Verhandlungen geführt würden in Verbindung mit einer neuen Anleihe an Griechenland zur Ab­lösung der gegenwärtigen Kriegsanleihe. Außerdem soll Grie­chenland ein Kredit von Doll. 15 Mill, gewährt werden. Die Ver­handlungen befänden sich in gutem Fortschreiten.

Die Maklerdarlehen am 2. Nov. betrugen DolL 3371.-7 (26. Okt.

3343.8. L Nov. 1926 2602.2) MÜL