Sonntag, r». September loor.

!Tr.»8$. Sechstes Msegenblstt.

Preis der Anzeigen:

Teutsches Reich

Kra«ks«rt, 21. September.

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Palermo 1899

ßere Macht zu katholische Kir

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terter Hirnschale und beraubt. Die Identität wurde sofort : unzweifelhaft fcstgestellt. Niederhofer, der bleich und schwel, ;

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Stadien der ersten vorläufigen Lösung. Daneben ist das Zu­sammenwirken altfronzösischen, angelsächsischen und neuameri- knnischen Geistes in der Volkswirtschaft und in der staatlichen Verwaltung sehr lehrreich für die Behandlung verschiedener Nationalitäten unter einem staatlichen Dache. Ich denke, meint

gend vor der Leiche stand, stellte jede Kenntnis von der Tat in Abrede.

freigewordene Terrain wurde dann zu einem Kinderspiels»!au geebnet. Der junge Ri cherhofer veranstaltete auswärts Varisttvorftellungen, lebte aber in der Hauptsache von seines Mutter.

GerichtSzeituug.

Raubmorvprozetz Nieverftsfsr.

K München, 21. keptember. , Am Montag beginnt vor dem Schwurgericht dahier der Raubmord- und WeryselfälschunaSprozest Riel «Hofer, von

lieber dieses Gedicht geschrieben haben, alS morgen azosen schlagen." Es war die Zeit der Enzyklopädisten, selbst die Kriegshelden literarischen Ehrgeiz besaßen.

Die Erinnerung, n betreffen weiter die Entlassung Hohen- 's. iflr die bekanntlich der Chinakrieg die mittelbare An-

Xew-Tork unsere Agentur 1« World Bailding.

Kirche durch ......HWWWWDW

schaffen. Im französischen Canai

bei der Bank, die sein hoben. Hendschel blieb ;

Am 24. Mai 1904 entfernte sich der junge Hendschel vor­mittags aus seinem Geschäft und von da an wurde er nicht mehr gesehen. Kurz vorher hatte er" ' Vermögen verwahrte, 1000 Mk. abgehoben ... verschwunden. Niederhofer äußerte, er sei mit einem Artisten nach London gegangen. Loch stellte sich das als unrichtig

gungen nicht geändert werden. Das Untersuchungsgericht saut sein Urteil nach Recht und Billigkeit. Keiner der streitenden Teile ist aber an diesen Spruch gebunden. Mll er sich nicht daran kehren, so kann er dann tun, was er will, streiken oder aus­sperren. Die Verhandlungen des Untersuchungsgerichts sind öffentlich. Die Untersuchungskommissionen, die mit rich- terlicher Gewalt ausgerüstet sind, werden aus der Bundeskasse, die überhaupt die Kosten des gesamten Verfahrens trägt, rat- schädigt. Die Resultate dieses Gesetzes sind bisher höchst be­friedigend. Von dem Dutzend Fällen, die in den abgelaufcnen Monaten unter den Bestimmungen dieser Akte zur Verhandlung gelangt sind, ist das schiedsrichterliche Resultat nur m einem Falle ein negatives gewesen. In allen anderen Fallen haben sich die Parteien dem Schiedsspruch gefügt. Ich hatte Ge- leaenheit auf dem Arbeitsministerium in Ottawa mich über die verhandelten Fälle, die zum Teil sehr komplizierter Natur wa­ren. zu orientieren, und mit dem stellvertretenden Arbeitsmini- ster die ganze Materie durchzusprechen. Der Eindruck ist in dieser Unterredung bei mir verstärkt worden, daß dieser in Ca­nada unternommene Versuch, ein gesetzgeberisches Präservativ gegen Streiks und Aussperrungen zu schaffen mntatis mu- tandis auch in Deutschland gemacht werden könnte.

Nun lebte hier ein au» Nürnberg stammender wohlhaben­der junger Kaufmann Bernhard tzenft> schel. Seine An­gehörigen wobnen in dem 7 Kilometer von München entfern«

Briefe aus Amerika.

Bon Dr. Theodor Barth.

X.*)

Das französische Element in «anada. Sir Wilfrid Saurier und der deutsch-canadische Zollkrieg. Ein gesetzgeberische» Präservativ gegen Streik». .

O u e b e c , den 2. Sept. 1907.

Nach dem Verschwinden Hendschel» im Jähre 1904 ist fei« versuch gemacht worden, den großen Geldbetrag, den der B-r» schwundene bei der Dank liegen hatte, abzuheben. Di« verwandten Hendschels hatten allerdings einen Riegel vorge« schoben, indem sie sehr bald nach Hendschel» Abgang diesen entmündigten und daS Vermögen unter Kuratel stellen ließen. Anfangs Juli war Niederhofer auf feck» Wochen in die KreiS. irrenanstalt zur Beobachtung seine» Geisteszustandes verbracht, LS stellte fick aber heran». daß er. aeiitm völlig aefund ist

lohe», für die bekanntlich der Chinakrieg die mitte!

laß war. Fürst Hohenlohe war damals wegen seiner Kur in Ragaz lange von Berlin abwesend. Heckler hatte eine Unter- tebung mit ihm, deren Inhalt er veröffentlichen wollte. Als er ihm aber das Schriftstück zusandte, wurde ihm von Herrn o. Wi'mowski bedeutet, daß er damit niAt im Interesse des

Hendschel, während dieser sich über das Modell beugte, in de» Hinterkopf schoß, ihn beraubte und die Leiche durch den fix» bis zu dem Loche schleifte. Niederhofer soll dann die Leich, hineingestürzt und mit Kalk, Erde und Steinen so weit zuge» deckt haben, bis man nichts mehr davon sehen konnte. Dem Ausläufer Maier, der da» Loch in Riederhofer» Auftrag ge« graben hatte, weil hier, tote Niederhofer sagte, ein dicker Pfahl eingesetzt werden sollte, um einen Elefanten daran zu binden, befahl er, das Loch vollend» zuzuschütten. Al» Maier sich bet« wundert zeigte, sagte Niederhofer, er habe soeben seinen großen Hund erschossen, ihn in die Grube geworfen und diese zu« Teil zugeworfen. Maier füllte darauf die Grube vollends au». Maier war vorher im Maschinenbau» eingesperrt gewesen; al» Riederhofer ihn anwie» die Grube wieder zuzuschütten, ließ er Maier aus dem Maschinenhau» heran», wobei er ent­schuldigend bemerkte, der Hausmeister habe au» Versehen zu- geschlossen. Maier will den Schuß gehört haben, ebenso ein um diese Zeit am Zirkus vorüberaegangener Bäckerlehrling. Al» Ende v. I. das Gerede über Niederhofer begann, blieb Riederhofer dabei, daß sein Hund in der Grube sei.

Nationalitäten unter einem staatlichen Tache^ Ich amerikanifchen Skizzen noch durch einen Sqlußartikel abzu- runden, in dem ich bi» charakteristischen Züge der a m e r! k a Nischen ®«m 6Lief t t«, wie sie uns in den Vereinigten Staaten und in Canada entgegentritt, zu fixieren versuche.

. jer einem ad hoc gebildeten Sachver- ständigen-Untersuchungsgericht, bestehend aus drei Person m, von denen jede Partei eine wählt, unterstellt zu haben. Bis zum Ende der Untersuchung dürfen Lohn- und Arbeitsbedin­gungen nicht geändert werden. Das Untersuchungsgericht fallt r ~ 1-J t und Billigkeit. Keiner der streitenden Teile

>ruch gebunden. Will er sich nicht daran

Sache sei. Einige Tage später, am 10. Oktober, erklärte ihm aber Fürst Hohenlohe, daß er nicht daran denke, seine Ent­lassung zu nehmen. Am 18. Oktober erfolgte dann doch die Mitteilung vom Kanzlerwechsel; als er den Fürsten aufsuchte und nach den Gründen fragte, habe dieser es nicht wahr haben wollen, daß seine Beziehungen zum Kaiser; gelitten hätten. Auf eine Bemerkung über Bülow habe Hohenlohe erwidert, daß Bülow ihm selbst sagte, er hätte gewünscht, daß Hohen­lohe den Winter über im Amte geblieben wäre.

dem man glaubt, daß er die ganze Woche, vielleicht noch dar­über hinan» dauern werde. E» sind etwa 200 Zeugen geladen, BelastungS. und Entlastungszeugen, letztere zum teil, um die Qualität der Belastungszeugen zu erschüttern. Ter groß» ^eugenapparat ist dadurch bedingt, daß Niederhofer nicht nut )te Haupttat, landein alles wa» gegen ihn vorgebracht wird, in Abrede stellt.

David Niederhofer ist 26 Jahre alt, der Sohn eine» Münchener Zimmermelster», der auf der Oktoberfestwiese auf städtischem Grund und Beden einen ständigen Zirkus <Zirkus Bavaria) etl-ut hat, den er an wandernde Gesellschaften zeit- veise vermietete, mitunter auch selbst betrieb, weshalb sein Lohn sich Zir'uSdirektor nannte. Bor mehreren Jahren starb der Vater und der Zirkus ging in den Besitz der Witwe über, sie ihn durch ihren Sohn bewirtschaften ließ. Al» der Ver­trag mit der Stabt abgelaufen war, kündigte diese. Da» Ge- ',Sude wurde aber erst vor zwei Jahren abgebrochen; -mm ^setzten Mal wurde es beim Lcktoberfest 1005 benützt. Da» freigewordene Derrain wurde dann zu einem f**--

anderes anzubieten hätte. -------- ..... ,

»es Werkes freundlich an. Crispi wollte die Handschrift vollen­den, um sie vorn Kaiser vor der Veröffentlichung durchlesen zt» assen, da schwächte sich seine Gesundheitt so, daß « die Feier nebeiltgen mußte. Er konnte das Werk nicht vollenden und, eine Hoffnung, durch dessen Ertrag seine zerrütteten Ver­mögen-verhältnisse wieder herstellen zu könne», hliedi unerfüllt.

Vermischtes. F

L Koblenz. 20. Sept. H nie Rachmittaq fr-vwneit hier die De« fenMewn M 17 B-ibmdSta,e, d»S Rheinisch W-MalOchm ß

kastm.B rbandee. Die h-ntig'N Berbandlnngen »wsaßtkn n a 9t» | bwdiina der Haus' und H-imlpirkaffra mit dem «bholungsvirkkh^ »onto-Koirentverkeh- im G sihöflSdereiche her Gvirkaffra. Aosiche, s ünn e-patantaw aus fernen Gegenden. Die Haaptve,Handlungen tz finben morgen Hott Dem Verbände gehören «72 Svortftki, mit 2 636 POO COO Mark an. Rheinland mit 189 Sparkasstir und 1 269900 000 Mark Einlagen, Westfalen mit 177 Sparkassen und ! 1324 300 000 Mark Einlagen. . . . . __

m »öl«, 21. Sept Zn dem Leichenfund bei dem Ort, a fieetlen w>rd noch gemeldet, daß holländische Bergleute ° das dortige P'lg^lreu, zertrümmert-n unb. alebann den Shr-stuU körper in den glühenden Sch lacke »berg werfen wollten, da« bei siel einer Von ihnen in die glühende Masse und verbranntch Mehrete an dem Vorfall beteiligte Bergleute wurden verhaftet. !

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X yerlin, 20. Septbr. Seit mehreren Jahren schon klagen die Eisenbahn-^ahrbeamten der preußisch- hessischen Gemeinschaft über zu strammen Dienst, der, die Kräfte der Beamten vorzeitig aufreibe usw. Das neugeschaffene Eisenbayn-Aentralamt hat sich mit den Beschwerden und Peii- tumen der Jährperionale beschäftigt und scheint Wandel schaf­fen zu wollen, wo solcher nötig ist. Präsident Heft vom Äentrahrt hat einen Ausschuß bestimmt, welcher Anfang näch­sten Monats in Düsseldorf seine Verhandlungen begin­nen soll. Es handelt sich vor allem darum, festzustellen, ob sich eine Verkürzung der für Zugbegleitungsbeamte in der Heimat vorgeschriebene Ruhepause von mindestens acht Stan« den zu Gunsten einer zweckmäßigen Diensteinteilung empfehlen würde. Auch über die anderweite Regelrmg der Dienst- und Ruhezeiten des Fahrperfonal» soll beraten werden.

Sieber folgendes erzählen:

Bor einigen Tagen (Spätherbst 1899) sprach ich ein ern­ste» Wort mit dem Sohne des Reichskanzlers, dem Prinzen Alexander, ich sagte ihm, der Reichstag könne mit seinem Va« ter ernsthaft nicht mehr verhandeln, wenn er sein dem Reich«, tage bei der Verabschiedung des Bürgerlichen Gesetzbuch» ge­gebenes Wort, das Berbindungsverbot in Preußen auszuheben, verfallen lasse. Darauf begab sich der Fürst zum Kaiser und bat um die Ermächtigung, die preußischen Stimmen im Bun­desrat für die Aufhebung de» Verbots abgeben zu dürfen. Der Kaiser erwiderte ihm: Ja wieso denn? U..d grade jetzt, wo mit sneh.n der R"°chstag das Urbeit»wi"'gengesetz vor die Füße geworfen hat? Worauf Hohenlohe entgegnete: Ich h je dem Reichstage mein Wort gegeben, und mein Wort ist Fürstenfart, grad so gut wie daS Eurer Majestät. Wenn ich die Ermächtigung nicht erhalte, gehe ich al» sxkanzler oon hier fort und sitze heute abend schon auf der Eisenbahn nach Süd. deutschland. Der Kaiser: Aber Onkel Chlodwig, da» hast du ja schon oft gesagt. Hohenlo^c: Eure Majestät können sich überzeugen, daß be! mir zu Hause schon die Koffer gepackt find... Da erteilte der Kaiser die Ermächtigung.

ten Pasing. Sein schon lange verstorbener Baier war 0« Fabrikant und Kommerzienrat Hendschel, ein Millionär. Der pinge Hendschel war lebenslustig aber nicht verschwenderisch, hatte einen guten Ruf, suchte sich stet» Beschäftigung und hatt« »uletzt mit einem Kompagnon ein Glockengeschäft, das sehr lukrativ war. Der junge Hendschel besaß von feinem Vater ein Vermögen von etwa 60,000 Mk. unb darüber, nach dem Ableben seinerMutter würde er einen noch größeren Betrag ge­erbt haben. Zu seinen Liebhabereien gehörte der Verkehr in Artistenkreisen. Was ihn anzog war lediglich die artistisch» Berufstätigkeit. Das gefiJ seinen Angehörigen zwar nicht, ober er lebte mit ihnen doch auf bestem Fuße. Auch mit David Niederhofer wurde Hendschel bekannt, der Verkehr Hieb aber ein oberflächlicher.

sich in einem Paket, das die AufschriftLa Pfande infi trug. Aber diese Akten sind auf geheimnisvolle Weise sch wunden; die Siegel waren erbrochen und eine ange­stellte Untersuchung verlief ohne Ergebnis. ES ist noch nicht entschied«!, ob die fragmentarischen Teile unverändert ver­öffentlicht oder vorher noch auSgearbeitet werden sollen

Als Crispi im Juni 1901 noch die Hoffnung hatte, seinen Denkwürdigkeiten seihst die endgültige Form geben zu können,

Die Kaisermanöver des Jahres 1908 sollen, wie bieMil.-pol. Korrespondenz" erfährt, nach den bisherigen Dispositionen im Osten der Monarchie stattfinden und in der Hauptsache das I. (ostpreußische), XVII. (westpreußische) unb das Gardekorps betreffen. Auch eine Teilnahme bet Flotte an den Manövern erscheint nicht ausgeschlossen.

Eindrücke und Erfahrungen des Tage» am Abend au zeichnen. Diese Blätter mit seinen Notizen und Bemermn- gen sammelte Crispi nach Gegenständen geordnet in Brief­umschlägen, die sich schließlich auf mehrere Hundert beliefen. An die Ausarbeitung und systematische Ordnung des größten Teils des Materials ging Crispi erst wenige Monate vor seinem Tode. Es war die traurigste Zeit seines Daseins. In seinen letzten Jahren litt er an einer Trübung des Augen­lichts, die an Blindheit grenzte und die erst ein Vierteljahr vor feinem Tode durch eine Operation beseitigt wurde. Fast alle [eine Freunde hatten ihn verlassen, diejenigen nicht ausgenom­men, die ihm ihre ganze Existenz verdankten. In der Einsam­keit kamen ihm, der immer auf seine Sendung und seine Kräfte vertraut hatte, quälende Zweifel, über sich und sein Werk. Da verlieh ihm, wie seinem Freunde Bismarck, die Abfassung seiner Memoiren Trost, der Memoiren, die seine Ziele klarlegen sollten und die Gründe, weshalb sie nicht immer erreicht wurden. Star bei erste $ ei l seines Schriftwerkes war schon seit Jahren fertig, er behandelt die revolutionäre Periode seines Lebens bis zur Gründung der Einheit seines Vaterlandes. Er enthält auch die ganze Korrespondenz Crispis mit Mazzini und Garibaldi. Im Jahre 1864 trennten sich Mazzini unb Crispi unter heftigen Auseinandersetzungen für immer, trotzdem soll Crispi sich bie Gerechtigkeit in der Beurteilung seines früheren Freundes bewahrt und ihm in feinen Memoiren ein schönes Denkmal gefetzt haben. Leute, die den ersten Band gelesen haben, versichern, er enthalte so wertvolles neues Bla- teiial zur Geschichte der Einigung Italiens, daß es auf die Geschichtsschreibung von großem Einfluß sein werde. Von den übrigen zwei Teilen, die durch die Darstellung des Sturzes Crispis am 31. Januar 1891 getrennt werden, sind nur sie wichtigsten Teile ganz auSgearbeitet. Ties ist mit den Un­terredungen zwischen Crispi und Bismarck der Fall, dft der eiserne Kanzler selbst durchsah, ferner mit bet Steife Crispis an bie europäischen Höfe im Jahre 1878 und enbltc mit den Ereignissen, die die Jiolierung Italiens unb bie Be­setzung von Tunis beibeiführten. Vollständig ausgearbeitet und mit Dokumenten belegt war auch die Darsttuung des FeldzugS in Afrika von 1894 bi« 1896. Sie befand sich in einem Paket, das die AufschriftLa Brande inlamJa"

friedlich auseinander zu fetzen.

Canada wirb noch auf lange Zeit hinaus ein vorwiegend acktbautteibe^tzes Land b iben. trotz der gerade in den letzten Jahren ungewöhnlich starken mdustriellen Entwicklung in den östlichen Provinzen des Dominion. D er Weit der industriellen Jahres-Produktion des L'ndeS wird heute bereits ans etwa drei Milliarden Mark geschätzt. Toronto und Montteal bekommen mehr unb mehr den Charakter großer Fabrikstädte. Hinzu tritt bie sich ständig entwickelnde bedeutsame Minenindustrie.. Die» alles hat bewirft, daß auch Canada bereit« die Schatten des modernen industriellen Lebens kennen feint. Jnsbei. ibere ha­ben sich Streiks unb Aussperrungen des öfteren eingestellt. Um diesen inbuftrieHen KianHeitsetscheinunge'i vorzubeugen, brachte die Bundesregierung in diesem Ja", nen Gesetzentwurf vor das Parlament, der die Billigung ein« großen parlamentarischen Mehrheit fand und feit dem 22. März 1907 Gesetz geworden ist. DaS Gesetz trägt den Namen i ! The Industrial Disputes Investigation Act" und ist ein höchst beachtenswerter Versuch, Streiks und Aussperrungen vorzubeugen. Es hat nebenbei bemerkt von votneherein auch in den Reihen der Trade-Unions vollen Beifall gefunden. Seine Bestimmungen beschränken sich vorsichtigerweise aus solche Betrieb«, in denen mindestens zehn Personen beschäftigt sind und die ein öffentliches Interesse mehr ober weniger nahe berühren. So fallen alle Bergwerke, daS ganze Transport­wesen, speziell der Eisenbahn- unb Telegraphendienst, die Be- leuchtungs-Jnbustne. die Schiffahrt, Wasser- unb Kraftwerke obligatorisch unter die Bestimmungen des Gesetzes. Fakultativ kann aber auch jeder andere Betrieb darunter gebracht werden, sobald' beide streitenden Teile es wünschen. Die Bedeutung des Gesetzes liegt darin, daß es fein Zwangsschiedsgericht, fon- bern nur ein Zw a n g s u n t e i s u ch u n g s g e i i ch t oorfieht. j Arbeiter und Unternehmer in den obligatorischen Betrieben ver­fallen bettächtlichen Geldsttafen, wenn sie zu Streifs ober zu

I SItbei ter Aussperrungen schreiten, ohne ihren Streit übet die Arbeitsbedingungen vorher einem ad hoc gebildeten Sachver-

Die Kämpfe, welche dem Uebetgange Canadas von Frank­reich aus England votauSgingen, unb die in bet Schlacht aus den Plain» os Abraham und bet Eroberung Quebecs im Sep­tember 1759 ihren heroischen Höhepunkt erreichten, haben für Sieger unb Besiegte {eit- 150 Jahren ben Gegenstand des RationalstolzeS gebildet. Franzosen wie Engländer verloren in jenen Kämpfen um Quebec ven Oberbefehlshaber. Wolfe vnd Montcalm fielen. Tie' Tradition berichtet, daß, al» General Wolke zum Sturm aut Quebec vorrückte, er Gray» vlegq" rezitierte und bann zu seinen Offuieren sagtetIch

l Es ist seht beachtenswett in Louisiana, daß dieser Zustand der Tinge zwischen Franzosen und Angelsachsen zu keinen be- sonderen Reibungen geföhtt hat. Auch bet Umstand, daß das fcanzösische Element fast durchweg zu den getreuesten Kindern der katholischen Kirche gehött, während das angelsächsische über­wiegend protestantisch ist, hat den nationalen Frieden nicht zu stören vermocht. Der Katholizismus ist in ganz Nordamerika allerdings auch wenig« aggressiv als in Europa. Er hat in ben Bereinigten Staaten von Amerika gelegentlich versucht, einen beherrschenden Ein'luß auf das Schulwesen auszuüben, «bet die Versuche sind fast durchweg gescheitert. Obgleich bei Gründung von kgtholijchen Parochiolschulen nichts in den Weg gelegt wirb, hoben sie die Konkurrenz mit ben unentgeltlichen öffentlichen Schuten im allgemeinen nicht bestehen können. Der stille Kampf um die Schüfe ist zwar noch nicht endgültig er­ledigt, aber bie katholisch: Kirche hat bisher jedenfalls dem

erschienen Rr. 1 «M 31. Mini (1. MM), 2 a« i6 Jvni (I).'S am 27. Juni (IV), 4 am 7. Juli (VI), 6 am 21. Juli (VII). 6 am 8. Aug. (I), 7 am 19. Aug. (MM), 8 am £ Sept. (V), 2 am 18. Sept. (IV),

Italien.

Die Memoir « Erisplö.

o Mailand, 20. Sept. Noch hatte Crispi am 11. August 1901 nicht ben letzten Seufzer gehaucht, noch war sein Leven nicht ganz entwichen, als zwei höhere Richter in seiner Villa «schienen unb die Notizen und das ander« Material, bas er für bie Herausgabe seiner Denkwürdigkeiten gesammelt hatte, in höherem Staatsivteresse mit Beschlag belegen. Der Streit, der in den folgenden Jahren über diesen wertvollen Besitz und seine Veröffentlichung zwischen dem Staat unb den Erben, die auch unter sich nicht einig waren, herrschte, soll nach Zeitungsnachrichten bald ein End« finden. Daher dürfte es angebracht sein, einig« Angaben über die Entstehung unb die Anordnung der Denkwürdigkeiten zu machen^

Wie ein dem verstorbenen Staatsmann nahestehender Po­litiker imCorriere della Sera" mitteilt, pflegte Crispi die

das bei einem komfortablen heutigen Ho: Zeit Colberts gemahnt. Französisch ist nabas die vorherifchenbe Sonbesfpr eile Gesetze unb Verordnungen Englisch und Französisch pubh- e werden. Sogar altfionzösisches Privatrecht hat sich hier uptet wie der Code Napoleon.

Staat noch keinen besonderen Borsprung abgewonnen, so ge­wandt und klug auch manche katholische Großwürdenträg« sich ben demokratischen Anschauungen des Landes anzupasftn wif' fen. Ich Hobe einen bei gescheitesten dieser Würdenträger, den Erzinschsf I r e l a n v in 6t Paul kennen gelernt unb denke an die Unterredung mit großer Lsthetischei Befriedigung zmück. Ein demokratische! Kirchenfürst, der die öfsmtliche Meinung fei­ne« Landes mit dem katholischen AutoritätSprmzip zu versöh­nen sucht, ein Prälat, dem auch die Methoden beS smarten amerikanischen Politikers nicht fremd sind, trachtet Erzbischof Jreland seiner Kirche »durch Gewinnung von Povulaiität grö­ßere Macht zu schaffen. Im französischen Canada bedarf bie katholiscke Kirche keiner so uiwewöhnlich klugen Diener. Es genügt bet klerikal« Feldwebel, um die gehorsamen Truppen der Ecclesia militans unterm Kirchenbann« festzuhalten. Die Bundesregierung Canadas ist auch ihrerseits vorsichtig ge­nug, um diesen Frieden nicht durch unnötig« ftrchenpolitiscke Kraftproben zu gefährden. Die völlige Trennung von Staat unb flirre hat sich in Canada, wie in den Berei­nigten Staaten, als ein großer Segen erwiesen.

Mein Aufenthalt in Canada geht in einigen Tagen zu Ende. Et hat wenig mehr als einen Monat gedauert. Die Eindrücke konnten nur flüchtige sein, aber sie waten voller geistiger Anie- gung. Das Land steht zweifellos vor einer großen materiellen Entwicklung. Dem Volkswirt rote dem Politiker zeigt e» die interessantesten Probleme deS modernen Staatslebens in den

Der jetzigen kanadischen Regiern mz muß man Überhaupt nachrühmen, daß sie mit außergewöhnlichem Geschick bie poli­tischen Geschäfte des Lantz»« zu führen vnsteht. DaS Haupt dies« Regierung, der P rem i« tm int ft er, Sir Wilfried Lautier, d« seit elf Jahren am Ruder steht, ist ein wirt- lich« Staatsmann, der mit den gegebenen Mitteln unb Kräf­ten. so verhältnismäßig bescheiden sie waren, sowohl dem Mut­terlande England, rote der Nachbatrepubltk bet Bereinigten Staaten gegenüber bie kanadische Selbständigkeit «folgt«j zu entwickeln gewußt hat. Selbst der französischen Rationalität angehörig, hat er es verstanden, das französisch« El«m«nt, wel­ches früget fast ausschließlich zur konservativen Föhne schwor, zur liberalen Partei überzuführen. Damit hat « sich und fei­net Partei eine solche Majorität tm Bundesparlament gesi­chert. daß er um bie parlamentarisch« Zustimmung zu {einen Re- gierungshandlungen nicht verlegen zu fein braucht. Lautier» Persönlichkeit bat etwas Bestechendes. Nichts vom Typus,der amerikanischen Berufspolitiker. Englischer Gentleman, mit einer Beimischung von franzostschcm Esprit, bringt er in bet Un­terhaltung allen Dingen jene philosophische Vorurteilslosigkeit entgegen, bie einen besonderen Intellektuellen Reiz vnleiht. Auch in dem Zollkrieg zwischen Canada und Deutsch­land fühlt er sich nicht als Advokat, der nut für feinen Klien­ten plädiert. Er erkennt unumwunden an, daß bie Sache für beide Teile unbequem ist, unb daß es in beiderseitigem Interesse liegt, diesen unnützen Zollkrieg baldigst zu beenden. Sauriif gehört eben nicht zu jenen 9r5merbiplomoten, bie da glauben, man müsse sich bei HandelSvertragSnerhandlungen immer so stellen, als ob man alle Trümpfe tr der Hand hätte. Ein« Zwischenbemerkung meiv"rs»its, daß ich feine Mitteilungen nicht als vertrauliche behandeln würde, beantwattete et mit o« j unumwundenen Erklärung, daß ihm baS ganz recht fei.

I Solchen Dispositionen des leitenden kanadischen Staats* | mannes gegenüber sollte eS der deutschen Regierung eigentlich nicht schwer fallen, ben »ollpolitischen Kriegszustand zu been­dn. Da Canada voraussichtlich in kürzester Zeft zu einem zollpolitischen Abkommen mit Frankeich gelangen wird die Verhandlungen sind dem Abschluß ganz nahe jo ist «in Grund mehr für Deutschland gegeben, sich baldigst mit Canada

Erinnerungen an den Fürsten , lohe veröffentlicht I. Heckler imTürmer", der von I. E. Frhtn. v. Grotthuß herausgegebenen Monatsschrift, die so­eben ihren zehnten Jahrgang beginnt (Verlag von Greinet u. Pfeiffer in Stuttgart). Sie datieren vom Jahr« 1898 und reichen bis zur Verabschiedung deS Fürsten, u. a. läßt er von bet Aufhebung des Verbindung «Verbots für die Vereine in Preußen den Zentrumsabgeordneten Dr.

DaS französische Canada wurde englischer Kolonialbesitz, ater die französische Rationalität hat sich nicht nur behauptet, sondern bet ganzen Provinz Quebec ben kul­turellen Stempel aufgebrückt. Quebec, unter allen Provinzen Eonaba« räumlich nur Britisch Columbien, in der Bevölke- "rungszahl nur Ontario nachstehend, hat rund ein dreiviertel Millionen Einwohner. Montreal, die größte Stadt Canada«, mit ihren bald 400.000 Seelen, liegt in bet Provinz Quebec. Vier Fünftel bet Einwohner biefer Provinz gehören bet französischen Nationalität an. Außerhalb bet großen ß todte gibt eS Hunderttaufende, bie nur Französisch sprechen unb kein Englisch verstehen. Wenn man sich vergegenwärtigt. I tznß bei bet Zession Canada» an England vor 150 Jahren in j dem ganzen abgetretenen Gebiet nur etwa 70,000 Franzosen ] lebten unb ferner erwägt, daß inzwischen «ine irgendwie be­trächtliche Einwanderung aus Frankreich nicht ftättgef moen Lt, so erscheint die national-ftanzösische Zähigkeit nicht min­der bemerkenswert als die ganz außergewöhnliche fruchtbar- koit der französischen Canadier. Die Geburtsziffer weist bis zur heutigen Zeit eine Höhe auf, die nicht nur das alte Frank­reich weit in den Schatten stellt, sondern auch die GeburtS- jilfetn atzet andern europäischen Staaten übertrifft

Schon in Montreal, baS nur etwa zur Hälfte fran- »ösisch ist. glaubt man sich in eine Hafenstadt der Ror- mnnbie oder Bretagne versetzt. Dem stimmungsvollen Place b'Annes. den eine ungewöhnlich lebensvolle Statue Maison- n«uves von Heben ziert, umrahmen eine Reihe ganz unameri- konischer Bauwerke, darunter eine imposante Rotre- Dame- kirche, die für 12,000 Gläubige Platz hat. Selbst die der Kirche gegenüberliegende Bank os Montreal mit ihrem könn* tuschen Portikus, einer mächtigen Kuppel und bet Roumver* schwendung im Innern sieht einem europäischen Palast ähn­licher als einem amerikanischen Geschäft'Hause Quebec ab« führt uns noch viel weiter in baS alte Europa unb tnS- befonbere in das vorrevolutionäre Frankreich zurück. Eine ehe Zitadelle dreihundert Fuß über dem St Loremsttom, BpftunaSmauern. welche die innere Stadt umqürten. Statuen

Abenitemewtspret* t

en Vierteljahr In Frankfurt ond jLmz bei der Expedition 7.50 hei den Agenturen .... «A&-2S

den Postämtern in

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Salsrtea.........Fr. 13.92

Italien..........Vt. 15.10

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T Asslaad ........ BN. 4.53 jm Weltpostverein 13

Daran hat Niederhofer 618 heute festgehalten, obwohl er viele Gegenstände verkauft hat, die Hendschel am Tage seine» Verschwinden» bei sich trug. Man nimmt an, Niederhofep K habe Hendschel in den Zirkus bestellt, um das Modell eine» , r Loooing the loop" zu besichtigen und daß Niederhofer ben

midi Inder Aeilrmg

(Frankfurter Handelazeitnng.) tittt* bllltt* (Nene Fr&nkfhrter Zeitung.)

^»«gtünbef een Loopokd ^»ntiemann, ___ ________

da sandte « «inen jungen Freund, ben Advokaten Giuseppe Uaiatore, »n Kaisei Wilhelm IL mit o« Bitt«, die 3ibmuna b« Memoiren anzuvehmen. Der begleitend» )rief setzte die Pläne Crispis auseinander, beto-te das Be- lürfni« nach einem tüchtigen Verleger in Deutschland und enf» »eit bie Bitte an ben Kaiser, aus das gute Gelingen der Aus­gabe biruuroirfen. Dazu sandte Crispi dem Kuiscr die gol* jene Medaille, bie bi« Sijiliancr bei den großen Festen in

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Widmung

FestunqSmauern, welche die innere Stadt umgürten Statuen fcimuel de CharnplainS unb anderer französischer Chevalier« k» siebzehnten unb achtzehnten Jahrhunderts auf öffentlichen ffiläUen In ben Gasten keine NewspaverboyS, diese Eidechsen i» Öffentlichen Meinung, die in dem Straßengebiet amerikani­sche Städte sonst nie fehlen. Statt dessen Mönche und Non­nen, die uniformierte sittsame Waisenkinder zur Kirche führen. Gotteshäuser. Klöster, Priesterseminare, tragen lum Teil noch bie architektonischen. Spuren beS siebzehnten Jahrhundert«. T-as prächtig« Parkamentshaus ist im Stil der französischen Renaissance errichtet.

Selbst die kanadische Pazisicbahn hat sich dem französischen Baustil mit einem Hotel angrpnfet, das dm Romen Chateau Frontenac führt, von der Duffeiin Terrasse auf die untere Stadt herabblickt unb im Aeußeren wie im Snncrn so rocit baS bei einem komfortablen heutigen Hotel möglich ist, an die «eit Colberts gemahnt. Französisch ist in diesem Teile Ca-

heraus. Mehrere sehr wertvolle Pretiosen, Uhr und Ringe, die Hendschel zum Teil kurz zuvor getauft hatte, sowie Juwe- (en, die Hendschel in großer Menge trug, verkaufte Niederhofer ' bei Juwelieren; er stellt die» ab,er jetzt in Abrede. Einen auf \ \ den Namen de» jungen Hendschel ausgestellten Wechsel van 6000 Mk. präsentierte Niederhofer den Familienangehörigen s fendschelS; eS kam im BergleichSwege zur Bezahlung von

500 Mk. an den Kaufmann (Bros), der die Geldgeschäfte Nie« derhofers besorgte. Diese veraleichsweise Zahlung und da» bckldiae Ernscblummern der Nachforschungen nach dem jungen Hendschel, insbesondere bie unzureichende Beanspruchung der Polizei erklären sich Wohl damit, daß die Familienangehöriaer» Hendschels nicht an ein Verbrechen glaubten, sondern der $feU | nung waren, der junge Mann sei in bie Ferne gezogen um h ilrttst zu werden. Mit der Zeit entstand in den Kreisen Nie» : der Hofer» allerlei Gerede, da» sich auf Niederhofer zu spitzt«. : Der Herausgeber der WochenschriftDie Kritik", ein Wan« mit betektivlstischen Anlagen, ging btt Sache nach, ein Schutz- mann half ihm dabei, und eine» schönen Tage» lag die Sache ii so, daß Niederhofer vor die Polizei zittert wurde. Tie auf dem Terrain des ehemaligen Zirku» Bavaria ang-stevtm Nach- forsckmngen führten in kurzer Zett zur Auffindung der i Leiche Hmdschel» am 28. Februar d. I. Neben dem Maschi. i nenhau» entdeckte man ein Loch Im Erdboden und darin bie Leiche mit einem Redolverschuß im Hinterkopf, mit zerschmet- :

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Verlag und Drvek der Franks lurter Societät« Druckerei i (GeeelkichaC. m. h. ll)

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C- gab eine Zeit, in bet unter ollen europäischen Kolonial­mächten Frankreich auf dem nord amen konischen Konti nent ben größten Territorialbesitz ausweisen konnte. Die Franzosen hatten im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert mit kolonisatorischem Scharfblick sich an Den Mündungen bei beiden Hauptströme Nordamerikas festgesetzt. Abenteuernde Chevaliers und unternehmende katholische Patte« tragen dann bas Lilien bannet ben Mississippi unb ben 6t Lorenzsttom aufwärts. Sie drangen vom Norden her bi« zum Lake Su­perior vor. An der Sttaße oon Soult St. Mari«, die den Geevetkeht vom Lake Superior zum Lake Huron und zum Lake Michigan vermittelt, unb durch welche heute ein Schiffsver­kehr sich bewegt, der an Tonnenzahl beträchtlich umfangreicher ist als der Verkehr im Suezkanal, gründeten französische Je­suiten bereits im letzten Viertel des siebzehnten Jahrhundert« «in« Mistionsniederlassung. Die französischen Konquistadoren be« siebenten und achtzehnten Jahrhunderts, die mit kriege­rischer Tüchtigkeit und großem diplomatischen Geschick das französische Kolonialreich tm heutigen Canada befestigten, die vhamplam, Leval, Frontenae. Montcalm, Maifonneuve und ihre Gefährten träumten von einem Neu-Frankreich, das von der Mündung deS St. LorenzstromeS bis zur Mündung de« Mississippi reichen sollte. Die französischen Hauptstützpunkte rouroen im Mississippital New Orleans und Mobile, im un­teren Stromgebiet des St. Lorenz Quebec unb Montreal. DaS französisch« Louisiana umfaßte ein Territorialgebiet, das grö­ßer war al« bie Vereinigten Staaten von. Amerika zu Jester- sons Zeiten, dem «S bekanntlich im Jahre 1803 gelang, Loui­siana dem napoleonischen Frankreich für 15 Millionen Dollar» odzukausen. Canada aber mit allem Zubehör wurde 1763 tm Frieden von Paris von Frankreich an Großbritann i e n abgetreten. Quebec war damals bereits über hundertfünfzig Jahre alt. Champlain hatte Quebec 1608 gegründet. Die Stadt kann tm nächsten Jahre ein 800jährige» Jubiläum (eiern wie bnS virginische Jamestown, die älteste englische An- iedlung in Amerika, es in diesem Jahr getan hat.