9-1 i

I

Deuteohe Fonds.

12.

Preuß. ConsolsS- -

Reichsani. 3% kv.

3z-i

do.

99.50b 99.

Aualändlsohe Fonds.

do. Goldanl

3

Neue Bussen--4'

Serb. Bente

4-

Prämien-Anleihen.

333.25b

Gest 1864er Loose

333.1

Badische Loose4'

146.30b

145.10b

Schwed. 10 Thl.'

162.60b

162.50b

Ungarische Loose

282.25b

284.

132.50b

148.b

?.

Eisenbahn-Aktien.

81.20b

108.70b

401

192.25b

101.40b'l0l"g

Ital. Eisb.-Obl. 3-

do.

4-

1

103.1

Bank-Aktien.

1209.b

I

145.75b

119.70b

77.60b

66.40b

100.80b

12.

103.70b

103.50b,

114.90b

145.50b

119.70b

I

Baues comm. Ital. Banner Bank-V er. Berliner Bank----

30.90Ü

94.30a

1®

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I 7^

W

122.30b.

122.75b:

222.10b

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3--

100.90b

60.90b

100.20b

51.60b

21'85b

97.10b

102.60b

99.90b

82.40b

95.40b

67.60b

90.60b

146.70b

297.70b

32.80b

82.40b 96.b 67.75b

90.50b

146.50b

298"20b

3Z205

132.-5

148.20b

144.51 141.9, 171.- 134.21 123.31

125.31 160.11 160.91 131.51 150.4,

146.-

11716!

110.75b

112.90b

135.10b

118.40b

146.50b

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122.50g

222.40b:

31.10b 96.g 95.30g 100.20b

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94.30b

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, 122.80b

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, 160.605

, 199.105

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145.5 128.705

113.805

137.405

159.405

130.10g 109.255

198.505

13. 1

13.

103.70a

103.4ktz

96.905

Am 23. erschien Graf Ludwig Batthyany im Landtag, das neue Ministerium vorzustellen. Es bestand aus Batthyany als Ministerpräsidenten, Szem ere für Inneres, Fürst Paul Esterhazyfür das Aeußere, Ludwig Kossuth für die Finanzen, Graf Stephan Szechenyi, Kommunikationen, Baron Joseph Eötvös, Kultus mtbUnterricht, Meszaros, Krieg, Klaugal, Ackerbau und Handel, und Franz Denk für Justiz. Jeder einzelne Name weckte Begeisterung. Die herv orragendften waren ohne Zweifel Szechenyi, der schöpferischeste Geist, den das politische Ungarn hervorgebracht hat, Ludwig Kossuth, der gewaltigste Tribun des Jahrhunderts, Franz Deäk, der nüchternste und unbestechlichste Repräsentant der Rasse, der Weise der Ration, und Baron Eötvös, der feinsinnige Dichter, der Europäischeste unter ihnen. Aber noch fehlte die Sanktion der Liste, und bald erfuhr mau, daß die Verzögerung keine zu­fällige fei. Die Kamarilla hatte sich unterließ gerührt. Man wollte den Ungarn, toemVS schon nicht anders ginge, im Drange der Zeiten pro forma ein Ministerium zugestehen, um sie zum Schweigen zu bringen, aber dem Ministerium selbst wollte man das Rückgrat nehmen. Ein Portefeuille für Finanzen und für den Krieg sollte mit Rücksicht auf die Einheit der Monarchie nicht zugestanden werden. Nicht der Absolutismus war cs, der sich da widersetzte, sondern der Centralismus. Oesterreich sträubte sich, die Souveränetät Ungarns, dessen volle staatliche Gleichberechtigung anzuer­kennen. Aber gerade das war es, was Ungarn gestützt auf seine unveräußerlichen und nie aufgegebenen Rechte verlangte. Bei einiger Klugheit in Wien hätte man die Einigkeit der Ungarn leicht stören können, denn den Magnaten bangte schon vor dem demokratischen Geiste, der mit Kossuth in das Ministerium ein­gezogen war und so hätte man nur in Bezug auf die nationale Selbstständigkeit nachgiebig, in Bezug aus die freiheitlichen For­derungen etwas. reservirter zu sein brauchen, um einen Keil zwischen Adel und Volk zu treiben. Aber man war nicht so klug und schweißte dadurch die Stände von neuem zusammen. In der Frage der nationalen Würde gab es keinen Unterschied der Stände. Am 27. erschien eine drohende Proklamation an allen Mauern, die dem Volk zeigte, daß die Regierung, d. i. das noch nicht bestätigte Ministerium, zum Aeußersten entschlossen sei. Eine Nationalgarde wurde gebildet und bewaffnet. Am 29. traf der Palatin in Preßburg ein und verlas ein königliches Reskript, in welchem thatsächlich die Zusicherung eines vollstän­digen Ministeriums zurückgenommen wurde. Sofort erklärte Batthyany, daß er unter diesen Umständen nicht in der Lage sei, ein Portefeuille zu übernehmen. Die Versammlung begleitete diese Motte mit stürmischen Zustimmungskundgebungen. Daraus

122.805

111.70b

101.75g

160.905

199.105

122.80b

118.205

139.755

199.405

160.505

125.40g

144.60g

128.-5

113.305

137.405

159.60g

130.25g

108.705

142.70g 142.30b

117.40b. 117.605

162.905 162.205

49.25h

21'65#

99.905

79.-5

134.g 47.75g 60.255

Immer dichter drängte die Masse; da hieß es:auf zum Censor, damit er die Drucklegung des Nationalliedes und die zwölf Punkte bewillige!" Aber Petöfy donnerte:Zum Censor gehen wir nicht. Wir kennen keine Censur mehr. Auf, in die Druckerei!" Ein stürmischesElsen" aus tausend Kehlen folgt diesen Motten. Die nächste Druckerei war die von Länderer und Heckenast in her damaligen Hatvauer, jetzigen Kossuthgasse. Dorthin stürmten hie Studenten, das Volk ihnen nach. Petöfy und Jokai gingen als Deputation in die Druckerei. Draußen schrie das Volk: Es lebe die Preßfreiheit!" und die Setzer drinnen antworteten mit stürmischemEsten!" Die Maschinen wurden mit Beschlag belegt und nach einer formalen Verwahrung des Druckereibesitzers machten die Studenten sich selbst an die Arbeit, das erste Flug­blatt ohne Censur zu setzen Immer wieder mußte Petöfy hinaus sein Nationallied zu deklamiren und als er zur Stelle kambeim Ungarngott zu schwören keine Sklaven mehr zu sein!" da er­hoben Tausende die Hände und sprachen den Schwur nach, den diese Generation treulich gehalten hat. Am Nachmittag zogen hie begeisterten Jünglinge in hellen Haufen nach Ofen, die Frei­lassung des gefangenen Schriftstellers Lauestes zu fordern. Schon wagte man nicht mehr, ihnen Widerstand zu leisten. Tancsies wurde aus dem Kerker entlasten. Am Abend wiederholten sich im Nationaltheater die Szenen von der Straße. DasTalpra magyar" wurde deklamirt, Jokai mußte auf die Bühne, eine Ansprache zu halten; aus dm Coulissen aber trat Rosa Laborfalvy, die schöne Tragödin und spätere Gattin Jokai's und heftete dem Apostel der Freiheit die dreifarbige Kokarde auf die Brust... Das war der Tag, an dem Petöfy schrieb:Die ungarische Freiheit wurde geboren, denn an diesem Tage wurde die Presse von ihren Fesseln befreit."

* *

Aachen Mastricht Allg. D.Kleinbahn Braunschw. L.-E. Dortmund Gronau Lübeck-Büchen - - Marienburger --- Mittelmeer ......

Niederwaldbahn- Ostpreuß. Südb.-- Staatsbahn ......

Aussig-Teplitz -- Bnschtehrader - - LembergCzernow. Lombarden......

Nordwestbahn- - - - Beichenbg. - Pard. Schweiz. Central -

144.60b 141.755

171.60g 134.205

123.10g 125.50g

160.205 159.755

131.30g 150.40b

146.505 117160g

Australia, bezw. die English, Scottish u. A astral ian Bank, und je Lst 50,000 durch die Bank of New South Wales und die Bank of Australasia. Der im Januar abgegangene Dampfer hatte bereits Lst 450,000 mitgenommen, sodaß die im laufenden Jahre erfolgten Goldverscbiffungen somit einen Betrag von Lst 750,000 darstellen, während seit dem 1. Juli 1897 insgesammt Lst. 2,725,000 remittirt worden sind. Die Verschiffungen sind zur Ausgleichung der amerikanischen Forderungen bestimmt, welche im vergangenen Jahre speziell durch verstärkte Weizen­lieferungen eine ungewöhnliche Höhe erreicht hatten. Im laufenden Jahre dürfte sich das Verhältniß insoweit günstiger stellen, als Australien voraussichtlich auf dem Getreidemarkt nicht als Käufer aufzutreten haben wird.

Fallimente in den Vereinigten Staaten. Die im gestrigen Abendblatte mitgetheilte Konkurs-Statistik bezieht sich auf das erste Vierteljahr 1898 im Vergleich zum gleichen Zeitraum der Vorjahre.

Aktienf&rberel Münchberg, vorm. Knab n. Linhardt. Nach M 40.592 (i. V. M 37,595) Abschreib­ungen verblieb für 1897 ein Reingewinn von <A£ 72,600 (1896 77,585), der die Vertheilung einer Dividende von 8pCt. gestattet.

Aachener Diskonti 143.60g 143.905 - .1111.205 111.205

Schweden 18863% Span. Schuld--4- Cons. Türken 4- Türken conv.--l-- doJt.dmin.-Anl. 5- - Ungarn ......5--

do. Kronenrente >

57.805 99.-5

103.g

93.-5

59.g

6OJO5 89.405

208.90 168.751 110.80, 112.90 135.-3 118.401 146.251

Mainz-Ludw --4- Böhm.NordbGl' Dux-Bodenb.--3- Dox-Prag Gold3- Elisabeth stfr. 4- GaLKarl-Ludw.4' Gotthard......4

Lombard Priors-

do. Nordost......

do. Union........

Jura-Simplon

Gotthard ........

Prince Henri - Balt. Eisenbahn- Kursk-Kiew......

Warschau Wiener Amsterd. Rottend. Canada-Pacific-E. Ital. Meridional-E. Lüttich - Limburg North.P c.Vorz.A. Sardin. Seknndärb Westsicilianer---- Transvaal-Eisb.

82.755 82.505

87.505 87.50g

102.20g 102.305

100.10g 100.25b

100.805 100.805

78.105 78.305

101.105 101.a

107.605 107.60g

103.305 103.305

94.505 94.405

91.505

93.50b 93.505

91.80g.

104.-g 104.10g

102.a 102.a

102.25a 102.10b

58.505 57.7 99.

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59

60 89.50g

63

100 97.

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69.

fei'

BerLHandeisges- - Berg.-Märk. Bank Brasilien. Bk. f. D. Bresl. Disk.-Bank Brest Wechslerb. CoburgerCredit- - Darmstadt. Bank Deutsche Bank - do.Eff.-Bk. [Hahn] Genossensch. - Bk. D. Uebersee-Bank Diskonto - Comm. Dresdner Bank do. Bankverein Essener Credit Goth.Grunderedit do. junge - - .....

Hamb. Commerzb. Hamb-Hvpothkbk. Hamb. Wechslorb. Köln. Wechslerbk. Leipziger Bank - -

77.50b

100*805 46.305 36.-5 93.805

99.40b

41.a 32.905 45.-5 38.605

93.205

66.'--g 98.705 98.705 96.705

101.80b 101.90b 103.-5

Btamm-Prioritaten.

Breslau Warschau, 94.605 94.60g I Ostpreuß. Südb.-- 1117.605'

Marienbg.Mlawkai 119.60g 119.6Cg|

Elsenbahn-Prlorl täten-Obligationen.

108.205

108.305

40.505 33.805

44.605 38.40b

93.b

65.905

98 605 98.605

96.705

101.705

103'5

Wiedergabe der mit * bezeichneten Artikel und derPrivatdepeschen, auch deren telegraphische oder telephonische Verbreitung, ist nur mit deutlicher QuellenangabeErks. Ztg. gestattet.

Berliner Kursbericht

r Berlin. 13. ApriL | angeboten, g = gefragt b bezahlt.

* Die Abschreibungen in den Bilanzen von Aktiengesellschaften. Wie die im Abendblatt der Franks. Ztg. vom 15. März besprochene Bilanz der Hamburg - Südamerikanisehen Dampf­schiffs a h r ts-Gesellschaft, so hat, wie wir jetzt feststellen können, auch die Jahresrechnung der Akt.- Ges. Deutsche Levante-Linie in Ham- b u r g die Abschreibungen diesmal nicht gesondert an­gegeben. Im Gegentheil wurde eine solche Auskunft so­gar in der Generalversammlung der ersteren Gesellschaft auf eine Interpellation vom Vorsitzenden des Aufsichts- rathes, Herrn Karl Laeisz, der auch bei der Levante- Lmie die maßgebende Persönlichkeit ist, ausdrücklich verweigert Herr Laeisz vertrat grundsätzlich die Mein­ung, daß Aufschlüsse über die Höhe der Abschreibungen auch nicht einmal in der Generalversammlung gegeben werden sollen; er werde seinen ganzen Einfluß auf­bieten, um auch alle übrigen Rhederei - Aktiengesell­schaften zu einem gleichen Verfahren zu veranlassen. Der Einfluß dieses Herrn ist nicht gering, und das gilt auch von dem Vertrauen, das er wie die von ihm ge­führten Gesellschaften genießen. Vielleicht erklärt sich hieraus, daß in der Generalversammlung alle Aktionäre bis auf den Interpellanten ihm schweigend zustimmten. Dessenungeachtet müssen wir gegen dieses Verfahren nochmals Einspruch erheben, zumal eine solche Praxis nur allzu leicht Nachahmung finden könnte, in erster Reihe gerade bei solchen Aktiengesellschaften, deren Abschreibungsziffern am wenigsten die Kritik vertragen können. Wenn Herr Laeisz die Meinung aussprach, diese Ziffern hätten nur Interesse für Sozialpolitiker , Redak­tionen und Konkurrenten, so trifft dies selbst für die Konkurrenten nur sehr bedingt zu, da ja fast alle die Aktienform haben und somit in ein und derselben Weise zur Veröffentlichung gehalten sind. Die Redaktionen aber haben kein anderes Interesse als das ihrer Leser, d. i. der Aktionäre und derjenigen Kapitalisten, die früher oder später Aktien erwerben wollen. Dieser Wißbegier steht überdies das Aktienrecht zur Seite. Zwar verlangt es Aus­kunft über die Abschreibungen nicht expressis verbis, aber wenn man die Absicht des ganzen Gesetzes und seiner Umgestaltungen ins Auge faßt, offenbar nur deshalb nicht, weil dies bei den allgemeinen Vorschriften, die das Gesetz über die Rechnungslegung der Aktiengesellschaf­ten gibt, überflüssig erschien. Eines der Hauptziele des Aktiengesetzes ist, den Gesellschaftern eine so eingehende Beurtheilung ihres Unternehmens zu ermöglichen, wie das Gesellschaftsinteresse dies irgend erlaubt. Dazu dient vor Allem die in Art. 239 H. G. B. gegebene Vorschrift, daß der Vorstand alljährlich der Generalversammlung .eine Bilanz, eine Gewinn- und Verlustrechnung sowie einen den Vermögensstand und die Verhältnisse der Ge­sellschaft entwickelnden Bericht vorlegt. Also nicht blos eine Bilanz, in der ja nach Art. 185 a Nr. 6 der Gewinn oder Verlust am Schluß schon besonders angegeben werden muß, sondern zunächst auch eine Gewinn- und Verlust -Rechnung! Es ist hiernach auch rech­nerisch darzulegen, wie ein Gewinn oder Verlust zu Stande gekommen ist, und dazu gehört ohne Zweifel, daß auch die Abschreibungen ziffernmäßig angegeben werden. Weiter wird ein .den Vermögensstand und die Verhältnisse entwickelnder Bericht verlangt. Wie will man aber einen Vermögens Standentwickeln (nicht blos darstellen), wenn man über die Höhe der erfolgten Amortisationen keinerlei Auskunft gibt? Daß die Höhe der Abschreibungen in der den Aktionären zur Kenntniß zu bringenden Jahresrechnung beziffert sein muß, hatte auch der Entwurf des neuen Handelsgesetz­buches für so selbstverständlich gehalten, daß er sogar in § 252 Auskunft über die Grundsätze verlangte, nach denen die Abschreibungen geschehen seien, insbe­sondere auch Auskunft darüber, woher etwa ein auf­fälliger Unterschied zwischen den letzten und den früheren Abschreibungen stamme. Diese Bestimmung ist zwar im Reichstag von der Kommission gestrichen worden, indem man darauf binwies, daß die obligatorische Offen­legung der Grundsätze für die Abschreibungen unter Um­ständen auch Unzuträglichkeiten ergeben könne. Die Voraussetzung jedoch für diese gestrichene Vorschrift, daß nämlich die Abschreibungen selbst ziffernmäßig anzu­geben sind, ist natürlich geblieben, zumal, da in der Kommission besonders betont wurde, daß Jede Ab­schreibung in der Bilanz! ja einen sichtbaren Ausdruck finde. Nach Herrn Laeisz müsse es genügen, daß die Bilanz gesetzmäßig festgestellt sei. Uns scheint aber, daß es eben dem Gesetz nicht entspricht, wenn die Abschreibungssumme und wenn demgemäß auch die Höhe der in Wahrheit erzielten Betriebsgewinne ver­schwiegen wird, und wenn statt dessen nur der Saldo dieses Gewinnes nach Kürzung der Abschreibungen ver­zeichnet ist. Auch der Hinweis auf englische Gepflogen­heiten kann nicht durchschlagen. Deutschland hat seine eigenen Erfahrungen und danach seine eigenen Gesetze, die zu ändern vorläufig kein Anlaß besteht, am aller­wenigsten in dem von Herrn Laeisz gewünschten Sinne. Das deutsche Recht, wie es jetzt besteht und in der Praxis geübt wird, ist in Bezug auf die Aktiengesell­schaften dahin gerichtet, das Sparkapital mit thatsäch­lichen Informationen zur selbstständigen Prüfung zu ver­sorgen. Das entspricht der deutschen Eigenart, aus ihr ist eine kritisch veranlagte Presse hervorgegangen, beides zum Vortheil nicht nur des deutschen Kapitals, sondern auch unserer industriellen Unternehmungen, die wahr­lich nicht wünschen können, daß wir auf diesem Gebiete etwa dem kritiklosen Vertrauensdusel zusteuern, der z. B. in Frankreich so zerstörend auf das Kapital, so hemmend auf die Entwicklung der Industrie einwirkt.

* tiold Verschiffungen aus Australien. AusSydney, 16. Februar, wird uns geschrieben:Mit dem vor zwei Tagen nach San Francisco abgegangenen Postdampfer .Alaunda ist abermals ein Betrag von Lst. 300,000 in Gold nach den Vereinigten Staaten verschifft worden, und zwar jeweilig Lst. 100,000 durch die Union Bank of

LeipzigerCredit- -: Luxemb. Bank - - Magdeb. Privatbk. MitteldBodenkred Meining. Hyp.---- MitteldentscheBk Nationalbank f. D. Nordd. Credit.---- Ostdeutsche Bank Oest.Creditanstalt Petersb. Diskonto do International- Pfälzische Bank - Pr. Bodenkredit- do. Centr.-Bod.Cr. do. Hyp-Act-Bank do. Pfbr.B.-Ävollg. Bhein.-Westf. Bod D. Reichsbank Russ.Bk.f.ausl.Hd. Sächsische Bank Schaffhaus. Bk-V. Sehles. Bank-Ver. Wiener Bank-Ver. Westd. Bodencred.

Portug. Tabak 4)4 Portugiesen --4X Rom.Stadtanl.l4-- do. n-vni......

Rum. amSente 5 do.............4-

do. neueste- - - -4- - Russ.cons.Anl.1880 do. Pr.-Anl. --1864 do. do.........1866

do. GoldanL --3%

97.90g 97.9M

103.50g 103.6«

102.305.7

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dem die unrentablen Werke 'eiern sollen, die übrigen ds ein Abstandsgeld vcn mehreren Centavos für jeden " Quinta! zu zahlen hätten. Auch sei vorgeschlagen, v Jod, so auch für Salpeter einer einzigen Firma in Euroi._ Verkaufsmonopol zu übertragen. Thatsächlich hat aber her die Produktion eich nicht wesentlich reduzirt. Die Ä fuhr betrug Lot Mill, t gegen Lot Mill, t vor einem » 1.21 Mill, t vor zwei Jahren. Der Durchschnittspreis Jahres betrug 73t sh für den englischen Gentner, da der üeberproduktion auch der Preisrückgang des sch sauren Ammoniak drückte. Nach Deutschland 4.65 Mül. D.-Ctr. Chilesalpeter eingetührt gegen 4.» Mill, Vorjahrs, sodaß die deutsche Einfuhr fortgesetzt wächst* Für Anilinfarben begnügt sich der Bericht diesi im Wesentlichen leider mit dem Hinweis darauf, wie sh die Ausfuhr , seit einem Jahrzehnt gewachsen ist. von tssp Dctr. des Jahres 1888 für <.#. 40.06 Mill, schon bis 1896 * 162.329 Dctr. für 64.93 Mill. Das Jahr 1897 ergab weitere Steigerung auf 176,389 Dctr. für -41 70.36 Mill.

Der Bericht bemerkt hierzu nur, daß auf den Dop centner der Ausfuhrwerth von M 580 des Jahres 1 auf M 400 des Jahres 1897 zurückgegangen ist V gleichen wir aber die beiden letzten Jahre für sich all so finden wir die Ausfuhr nach ihrer Menge um 8.« gestiegen, nach ihrem Werthe um 8.3 pCt, also fast gleicher Höhe. Auch der Gehesche Bericht betner trotz der im Vergleich mit 1888 eingetretenen Entwert sei die Herstellung dieser Produkte immer noch r lohnend, wofür die hohen Dividenden der betr. Fabrik ein beredtes Zeugniß seien. Eine Erklärung für den i Eingang unseres Artikels erwähnten Dividendenrückgan ist somit auch hieraus noch nicht zu entnehmen.

Dss Änsstevbende Wfevd.

Im Neuen Wiener Journal führt Balduin Groller über die Zukunft des Pferdegeschlechts u. a. Folgendes aus: ,,Rur hereinfpaziert meine Herrschaften! Hier ist diegrößte Merk­würdigkeit zu sehen. Ein le b e nd e s P f er d! Tas letzte existirende Exemplar!" Dieser Text, durch eine entsprechende Illu­stration noch zu drastischer Anschaulichkeit gebracht, war in der Zeit, da das Fahrrad seinen weltumspannenden Siegeszug anzu­treten begann, sehr häufig in den Witzblättern aller Länder zu finden. Die zukunftsmufikalische groteske Hyperbel ist auch seit­her der Wirklichkeit nicht näher gerückt, aber immer mehr häufen sich die Erscheinungen, welche die Zukunst des Pferdege­schlechtes in der düstersten Färbung erscheinen lassen. Das Pferd, unser werthvollstes Hausthier, wird nur noch durch eigene Zucht­anstalten erhalten. Man darf getrost annehmen, daß es infolge der ihm zutheil gewordenen Pflege die Fähigkeit eingebüßt hat, sich in der Freiheit zu behaupten und seine Gattung zu erhalten. Man ist eben nicht ungestraft Jahrtausende lang Hausthier.

Zu der natürlichen Konjunktur, die der Gattung Pferd un­günstig ist, kommt noch der ihm anscheinend direkt feindselige Gang unserer Civilisation. Von der Friedensidee freilich ist leider für sie vorläufig noch nichts zu besorgen. Die Kavallerie wird erst mit den Kriegen von der Welt verschwinden, und bei Älem Respekt vor den Militärradfahrern - die Kavallerie wird man nicht entbehren können, solange man Kriege führt, und solange es eine Kavallerie gibt, wird man auch Pferde für sie haben muffen; sonst aber find die Aussichten für das Pferd schlecht, sehr schlecht.

Zuerst ist die Eisenbahn gekommen und hat mit den Post­pferden aufgeräumt, jetzt gesellt sich zu dem Dampfe die Elektri­cität, der Benzin- und Petroleummotor und zu diesen das über­setzte Zweirad. Bei uns mag man noch lächeln über die Vor­stellung des aussterbenden Pferdes, in Amerika, wo man mit den neuen Erfindungen ein etwas rascheres Tempo einhält »ls bei uns, lächelt man längst nicht mehr, im. Gegentheil, man ist in

Argentinier - 6 - do.............4%

Bukarest Stadt 5- - BuenosAiresPrä- - BuemAir. Stadt 6- - Bulgar. G.Hyp. 6- Chines.AnleineS- - Egypter unif--4-- Griechen......5--

do. cons.Goldr.4-- do. Monopol - -4- - do. von 1890 -5-- Italiener......5-

Ital. am. BenteS- - Lissabon Stadt 4- - Mexikan. Anl. 6-- do. äußere -6-- do. E. B.......5--

Oesterr, Silber 4Vs do.Papierrente41/ö do.Goldrente--!--

Vermischtes.

n Spandau, lO.April. Wegen der Steuerfreiheit der Militä r- werkstätten und der durch die Tausende von Arbeitern erwach­senden großen Schul- und Armenlasten hatte der hiesige Magistrat au die Reichsregierung eine Petition um Gewäh rung einer Beihilfezu den Kommunallastcn aus Reichsmittcln gerichtet. Dies Gesuch ist jetzt abschlägig beschjeden worden. Die Reichs­regierung kann nicht anerkennen, daß Spandau unter der Arbeiter­bevölkerung besonders stark leide; die Kommunalsteuern, zeitweise über 200 pCt., zuletzt 180 pCt seien nicht übermäßig hoch ; die Arbeiter deckten auch ihre Bedürfnisse in der Stadt, was zur Be­lebung von Handel und Wandel viel beitrage, und durch die be­deutende Btvölkerungsvermehrnng infolge der Beschäftigung der Arbeitcrmafsen gewinne der Grund und Boden an Werth, was her Stadtgemeinde gleichfalls zu. Gute komme. In Ellerbeck und Gaarden, denen auf ihre Gesuche Unterstützungen aus Reichsmitteln gewährt worden seien, lägen die Verhältnisse infolge ähnlicher Ursachen wesentlich schlechter für die Gemeinden.

K Düflcküorf, 12. April. Der frühere Rittmeister a. D. Freiherr von Erhardt war im Düsseldorfer Spiritistenprozesse bekanntlich wegen Herausforderung zum Zweikampf zu 5 Monaten Festung verurtheilt worden. Nach­träglich hatte v. Erhardt über die ganzen Vorgänge, namentlich über das Verhalten des militärischen Ehrengerichts in seiner Affäre mit dem Referendar Evers, eine Broschüre veröffentlicht, durch deren Inhalt sich der Divifionsgeneral von Funck beleidigt fühlte, der dann auch Strafantrag gegen v.E. stellte. Dieser Beleidigungs­Prozeß ist schon mehrmals vertagt worden. Frhr. v. E. hatte im October v. I. feine Festungshaft angetrete«, aus der er kurz vor Weihnachten aus Gesundheitsrücksichten beurlaubt worden war. Seitdem setzte er durch, daß gegen den Referendar Dr. Evers, der den Spiritistenprozcß eigentlich verschuldet hatte, die Unter­suchung eröffnet wurde. Vor einigen Tagen sollte Frhr. v. E. wieder auf der Festung Ehrenbrcitstein seine Haft antreten; ein Gesuch um Urlaubsverlängerung war abschlägig beschicken worden. Frhr. v. E. entzog sich dem Strafantritt durch die Flucht. Von den im Spiritistenprozeß verurtheiltcn sechs Personen haben nur die drei Redakteure die gegen sie erkannten Strafen verbüßt. Die Herren Hecker (9 Monate Gefängniß), Premierlieutenaut a. D. Rhein (5 Monate Gefängniß), von Erhards (5 Monate Festung) und Premierlieutenant a. D. von Kamptz, der eine Anklage wegen einer beleidigenden Broschüre zu gewärtigen hatte, befinden sich im Ausland.

Gerichtszeitung.

H Frankfurt, 13. April. (Strafkammer.) Die nach der Osterpause wieder eröffnete Thätigkeit der Kammer beginnt heute mit einer Verhandlung bei verschlossenen Thüren gegen den 25 Jahre alten Niederräder Schlaffer Ludw. Schmieder, der eine thätliche Beleidigung gegen eine Arbeiterin mit einer halbjährigen Freiheitsstrafe büßt. Eine nette Jagdgeschichte, die zeigt, wie man im grünen Walde das schwärzeste Pech haben kann, verzapft auf der Anklage­bank der wegen Wilddieberei im Niederwalde vor einem Vierteljahr vom Förster abgefaßte Schlosser Herm. Möller, ein Sechsziger, der schon eine Vorstrafe wegen solchen Sonntagssports hinter sich hat. Der Grünrock belauerte ihn und den 27jährigen Sohn, den Tagelöhner Ant. M., als sie Schlingen legen wollten. Bei dem Jungen fand sich ein Packet mit zwei erdrosselten Hasen und ungebrauchten Schlingen. Der Alte hat für alles seine Parade. Die Waldpromenade sollte nicht dem Jagd­sondern dem Angelsport dienen, da sie Angelruthen schneiden wollten. Da hatten sie das Pech, das ominöse Packet zn finden. Der Paletot des davonlausenden Vaters war mit Hasenhaaren und Blut, sein Gesicht mit Riffen bedeckt. Das komme daher, daß er durch Gebüsch gekrochen. Jagdgeschichten finden in der Regel keine Gläubigen. Urtheil : Gegen den Vater ein Vierteljahr, gegen den Sohn zwei Monate Gefängniß.

164.75g 164.755

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do. do.

78. 134.-4-

47.60g 59.90g, 105.75g 190^505

Am selben Tage reiste von Preßburg eine Deputation des Landtages nach Wien, dem Kaiser Ferdinand die Adresse zu überreichen, in welcher die Wiederherstellung der ungarischen Konstitution gefordert wurde. Wien nahm die Ungarn mit stürmischer Freude auf, und der Kaiser versprach der Deputation, ihre Wünsche baldigst zu erfüllen. Doch im Famllienrathe widersetzte sich Erzherzog Ludwig jeder Reform und es kam zwischen ihm und dem Palatin Stephan, der sich weigerte, unverrichteter Dinge nach Preßburg zurückzukehren, zu erregten Auseinandersetzungen. Ferdinand entschied sich für den Palatin, der am 17. März bereits den Grafen Batthyany verständigen formte, daß der König ihnmitderBildung des ersten konstitutionellen Ministeriums betraue. Vom Balkon eines Gasthofes in Preß­burg verkündete Kossuth dem versammelten Volke die große Bot­schaft und entwickelte zugleich die Grundzüge der neuen Verfassung.

betheiligten und betroffenen Kreisen sehr ernst gestimmt. DerH Preis des Gcbrauchspferdes ist dort ganz außerordentlich gesunken die Zucht lohnt sich nicht mehr. Gestüte werden aufgelöst, diW Heerden ihrem Schicksale überlassen, weil sich ckbsolut keine Käufer 1 mehr finden. Wir haben keine Anhaltspunkte, anzunehmen, daß g die Zukunft des Pferdes bei uns sich anders und rosiger gestalten | werde.

Das exceptionelle Sportpferd, das englische Vollblut und das | gute Halbblut, die Secundentraber, die werden zunächst noch ihrem ? hohen Preis behaupten, weil mit ihnen viel Geld zu verdienen ist,.Ä aber das Gebrauchspferd wenn es eine Actie wäre, es | stünde sehr kritisch um seinen Cours; denn zu viele Umstände der-1 einigen sich, um den Cours zu drücken.

Exemplisiciren wir einmal anWien selbst. In Wien cs dermalen an vierzigtausend Radfahrer uud Radfahrerinnen.'M Man frage doch komfortable- und Fiakerkutscher, ob sie das spüren^ oder nicht. Tausend Fahrten täglich, die sonst unzweifelhaft ihnen zugefallen wären, werden jetzt in aller Geschwindigkeit auf denn flinken Rade erledigt die ihnen bestimmt zugefallen wären, denn es handelt sich um Entfernungen, die zu Fuß entweder gar nicht: oder mit unverhältnißmäßigem Aufwand von Zeit zu bewältigen gewesen wären. Man hat gut sagen: Trotz Eisenbahn und Wegfall der Postkutschen haben sich die Pferde doch behauptet. Das m ja richtig sein, aber schließlich hat doch Alles seine Grenze. Wir bekommen die Stadtbahn. Veranschlagen wir hundert Züge im Tage, von welchem jeder die Leistung von hundert Pferden ver­richten kann. Soll das auch noch ganz ohne merklichen Ein auf den Pfcrdcbetrieb sein?

Tie Pferdebahn soll verelektrisirt werden. Die Tram­way braucht ihre fünfhundert Pferde im Jahre, und wenn sie nicht mehr als Käuferin auf dem Pferdemarkt auftritt, wird das auch ganz ohne Einfluß auf den Markt und auf den Courswcrth des Pferdes bleiben k

Nun hebt sich sogar das Gespenst des Automobilismns aus der Versenkung. Der pserdelose Wagen erscheint auf dem Plane, die Equipage des Mittelstandes. Noch ist diese Equipage zu theuer, in unserer Zeit verbilligen sich aber wirkliche Gebrauchsobjekte rapid. Man denke an die Nähmaschine und schon auch an das Fahrrad. Eine Equipage, die unbeschränkte Bewegungsfreiheit gestattet, eine Equipage, für welche man keine Pferde, nicht das tägliche Pferdefutter, keinen Kutscher, keinen Stall, nichts als eil Kanne Petroleum oder Benzin braucht. Welcher Bürger, der d Halbwegs thun kann, wird diese Equipage nicht haben? Der mann wird so seine Waare befördern und dabei Verpackung Fracht sparen. Wie in jeder Familie die Nähmaschine zu finden ifi wird in Zukunft die nützliche, billige, genügsame und doch ft leistungsfähige und dabei Genuß bietende Equipage des Volkes j finden sein.

Armes Pferd, rüste Dich zum letzten Gange in das Pferdeheil Was bleibt Dir noch, da man Dir Alles nimmt! Die Menschh wird bald gerührten Abschied von Dir nehmen -- Deine Zeit istw

185.105

173.305 173.405

. | Warschau-W-3--I. ; Ital. Eisb.-Obl. 3- 58.605

* Chemische Industrie. Die Abschlüsse der beiden größten Fabriken in der chemischen Industrie Deutsch­lands, die der Höchster Farbwerke und der Badischen Anilin- und Sodafabriken, lassen durch Verminderung der Dividendenvorschläge um je 2 pCt. gegen das Vorjahr erkennen, daß diese zu so großen Erfolgen gelangte In­dustrie für 1897 nicht ganz so vortheilhafte Geschäftsver­hältnisse aufwies, als im Jahre zuvor. So weit aus früheren Informationen an dieser Stelle ein Anhalt sich ergab, muß angenommen werden, daß auch diese beiden Gesellschaften, wie die chemische Industrie Deutschlands überhaupt, über einen Preisdruck ihrer Fabrikate zu klagen haben, der auch durch die Vergrößerung im Ab­satz nicht durchweg ausgeglichen werden konnte. Die Geschäftsberichte enthalten gewöhnlich nur ungenaue Andeutungen, daher einige Angaben aus dem gerade jetzt uns vorliegenden Privatbericht der bekannten Großhandlung Gehe & Co. in Dresden von Interesse sind. Auch dieser Stelle liegen genauere Zifferangaben für 1897 noch nicht vor; für 1896 ergibt der Gesammt- Außenhandel der chemischen Industrie Deutschlands, daß bei einer Einfuhr von 284 Mill, die Ausfuhr M 361 Mill, betrug und daß der Ueberschuß über die Einfuhr sogar von 59 Mill, auf M 77 Mill, gestiegen ist Dem Werthe nach beträgt aber die Zunahme der Ausfuhr nur 6.5 pCt., während sie der Menge nach um 13.4 pCt. gestiegen ist, sodaß im Durchschnitt die Ver­kaufspreise zurückgegangen sein müssen. Demgemäß hatten die Durchschnittsdividenden der auf Aktien be­triebenen Fabriken dieser Branche schon in den letzten Jahren sich reduzirt, von 13.4 pCt. des Jahres 1894 auf 12.7 pCt. in 1895 und auf 12a pCt. in 1896. Für die Zukunft spricht der Bericht die Besorgniß aus, daß der dem Bundesrathe vorliegende Gesetzentwurf betr. ein­heitliche Regelung des Geheimmittelwesens den Verkehr mit den s. g. Arzneimitteln nachtheilig beein­flussen werde. Der Gebrauch von wirklichen Geheim­mitteln nehme stark ab, der Entwurf werde mehr den Verkauf der fabrikmäßig hergestellten Arzneimittel treffen, die schwierige Erklärung des Wortes Geheimmittel bringe die Gefahr, daß Genuß-, kosmetische und andere der­artige Mittel mit den Arzneimitteln über einen Kamm geschoren werden. Auch für den Begriff der Feilhaltung von Arzneimitteln scheine das beabsichtigte Gesetz weit über das Ziel hinauszuschießen; besonders wird darge­legt, daß und weshalb (nicht zum Vortheil, sondern unter Benachtheiligung der Apotheker) auch die wissenschaft­liche Forschung Abbruch erfahren werde, wenn unter­sagt würde, neue Heilmittel in irgendwelcher Weise zu empfehlen oder auf ihre Wirkung aufmerksam zu machen. Ueber Einzelheiten entnehmen wir dem Bericht noch Folgendes:

Der Absatz von Schwefelsäuren hat sich durch die Besserung der Superphosphat - Industrie gehoben. Preiser­höhung war trotzdem nicht zu erreichen, da nach der Pro­duktionsvergrößerung der letzten Jahre der Bedarf die Mehr­erzeugung nicht aufzunehmen vermag. Auch können solche Hütten, die Schwefelsäure als Nebenprodukt aus metallischen Erzen gewinnen, billiger liefern, als solche, die sie aus Schwefelkiesen darstellen. Der Bericht betont den großen Aufschwung der Schwefelsäure-Produktion in Rußland, wo mehr als die Hälfte aus Pyriten gewonnen wird. Jetzt sollen in Rußland 1 Mill. Pud von inländischem und 13-2 Mill. Pud von importirtem Schwefel verarbeitet werden, eben so viel inländische Pyriten, sodaß die russische Produktion von Schwefelsäure auf etwa 6 Mill. Pud Monohydrat geschätzt wird. Der Preis ist dort auf 75 Kop. herabgegangen, er habe neuerdings durch vermehrte Nachfrage für die Petroleum- industrie etwas angezogen.

Für Weinsteinsäure hat sich der Verkaufspreis ge­hoben, aber auch der des Rohmaterials. In Deutschland wurde bereits eine Fabrik als unrentabel eingestellt, die fünfte seit einem Jahrzehnt, und Aehnliches zeige sich im Auslande. In 1897 stieg der deutsche Absatz aut 12.253 Dctr. (1896 nur 10,985); der deutsche Verbrauch wird auf 4500 Dctr. geschätzt gegen vorjährige 4000 Dctr. Die Mehrproduktion sei durch den Mehrverbrauch ausgenommen worden, aber auch das Ausland suche seine Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Der Verkaufspreis werde sich mindestens forterhalten zumal die letzte Weinernte etwa ein Drittel kleiner war.

In Antipyrin wurden die Preise der schweizerischen und französischen Marken fortwährend heruntergesetzt: am 1. August ds. Js. erlischt bekanntlich das deutsche Patent, man scheine somit vor diesem Zeitpunkt, in Erwartung einer wesentlichen Preisermäßigung, nach Möglichkeit viel ver­kaufen zu wollen. Ob dann auch der Preis für das deutsche Antipyrin herabgesetzt wird, bleibe abhängig von der Frage, ob der an Stelle des Patentschutzes in Anspruch genommene Wortschutz sich als unanfechtbar erweist, und ob er ver­hindern wird, daß nach dem 1. August inländische Kon­sumenten billiges ausländisches Produkt unter anderem Namen beziehen können.

Für Chile-Salpeter hat der Verein von chilenischen Produzenten, der das 1897er Ausfuhrquantum aut 23ü Mill. Quintais festgesetzt hatte, sich aufgelöst. Seinen Zweck habe er deshalb verfehlt, weil die Werke in der Versuchszeit ihre Produktion forcirten, um eine möglichst hohe Quote zuge- bilhgt zu erhalten, sodaß eine thatsächliche Einschränkung der Produktion gar nicht slattfand. Uer Bericht erwähnt einige neue Projekte zur wirklichen Abhilfe: angeblich wolle man die Ausfuhrmenge auf 18 Mill. Quintais verringern in- ergriff der Palatin' das Wort und versicherte, daß er abermals vor den König trete, die Wünsche des Landtags unterbreiten und von deren Genehmigung sein eigenes Verbleiben im Amte ab­hängig machen werde. Kossuth aber hielt, nachdem der Palatin sich entfernt hatte, eine Rede gegen die Rathgeber des Königs, den Erzherzog Ludwig vor allem, wie sie in normalen Zeiten von einem Ministerkandidaten wohl noch nie gehalten worden ist. Er verlangte die Anklage des Landesverrathes gegen Apponyi, Josika und den Hofrath Wakner, falls Palatin Stefan sein gegebenes Wort nicht in kürzester Frist einlösen könne. Am Abend aber wurden die Abschriften des königlichen Reskriptes aus den öffentlichen Plätzen von der Volksmenge verbrannt.

(Schluß folgt.)

Bayr. Loose -4 - 162.60b 162.505 Schwed. 10 Thl.--..

Braunschweiger-- 112.6 113.5 Türkische Loose 114.205 114.

Oldenburg.40ThL ' " ' '- """""

Oest. 1860er Loose

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t IHU) vtotLsudTCS

ns wird das Leben uud die Gesundheit der itrr weit bester geschützt, wenn man den heute amtirenden, an Zahl völlig unzulänglichen Bergiuspektoren Hülsskontrolleure aus den Reihen der Bergarbeiter zur Seite stellt. Diese Hülfs- konfrolleure müssen iu geheimer, direkter und von den Unternehmern völlig unbeeinflußter Wahl von den Belegschaften gewählt, vom Staate bevollmächtigt und besoldet werden.

Dieser Theil der Reform der Berginspektion wird von der Bcrgarbciterschaft für so durchaus nothwendig gehalten, daß, sollte es nicht anders möglich fein, sie sogar die Besoldung der Hülfskon- trolleure übernimmt.

, »Für die Wetterführung aus den Gruben ist beim Steinkohlen­bergbau auf jeder in Förderung stehenden Schachtanlage ein be­sonderer Wettcrbeamfer anzustellen.

Auf Schlagwettergruben ist in den Flötzen, wo conzentrirter Betrieb besteht oder entwickelt wird, nur bei elektrischen Lampen, toie solche aufHibernia" bei Gelsenkirchen eingeführt werden, zu arbeiten, damit die Unglücke durch Gasexplosionen, welche man auf die sich als sehr gefährlich herausgestellten Wetterlampen zu­rückführt, vermieden werden.

Es ist ferner die nothwendige Ergänzung des jetzigen auf die saugende Methode gegründeten Bewetterungssystems vorzunehmen, so zwar, daß der Bergmann nicht mehr genöthigt ist, in einem un­bewetterten Streckenende von 10 und mehr Meter Länge zu arbeiten. Entweder sind diese unbewetterten Streckenenden mit einer Tour entsprechend großerLuttcn, oder mit einer Röhrentour, durch welche die frische Tagesluft bis fast unmittelbar vor Ort geführt wird, zu versehen.

Endlich sind die Wettermessungen 3 bis 5 Meter vor Ort vor­zunehmen, um festzustellen, wie viel frische Lust dem Arbeiter that­sächlich zugeführt wird. Die jetzigen Wettermefsungen erfüllen diesen Zweck nicht und sind daher fast werthlos. Die Ergebnisse derWettermeffungen find derBelegschast durch öffentlichen Anschlag bekannt zu machen.

Es ist ferner strengstens darauf zu sehen, daß kein Mitglied der staatlichen Gruben-Kontrolle in irgend einer Weise an den Gruben­erträgen interessirt ist. Die heute bestehende gesetzliche Bestimmung, wonach die Theilhaberschaft des Revierbeamten an den Gruben seines Bezirks nicht gestattet ist, genügt nicht im Geringsten."

Nach längerer Debatte wurde die Resolution angenommen mit einigen Zusätzen, betreffend die Wahl der Hülfsinspektoren durch die Arbeiter; auf eine Belegschaft von über 600 Mann soll ein Hülfskontrolleur kommen, falls die betreffende Zeche nicht mit einer anderen durchschlägig ist. Heute, am Abende des zweiten Sitzungstages des Kongresses sind von den fünf Hauptberathungs- gegenständen erst zwei erledigt.

Goth.Gr.-Präm.3% 126.50a 126.50s Pr.Centr Pfdbr.b4 100.705 100.70» Meining. Pr.-Pfd.4 135.75s 135.75c Rheinprov.Obl. 3% 100.95g 101. Pr.Bd. Pr. A-B 815 99.50g 99.50g Pr.Centr.Pfdbr.3% 99.605 99.60g do.Bd-CrPfd.SJl 103.205] 103.30g do.Comm.-Obl.8k 89.505 99.5(3

Maced. Gold --3-- Mit telmeer-Pr. 4- Ruse. 8üdwest4-- NorthPacPr.-Lien do. Gener.-Lien Livorno ......3--

Portug. Eis. 86 3- Gar. Sardinier 4- Stenerfr. Steil. 4- - Süd-Ital. Eisb. 8- - Transvaal 4 (Lst.) Neueste Transvaal Anatolische I--5-- do...... --H--5-

Oeste de-Minasö- - Wladikawkas--4-

_ _____ ______ Bayer. Anleihe 3%_______

Preuß. OonsS%kv. 103.50g| 103.50g Sächs.St-Rente3-- 94.705 94.8E

Hypothekar-Obligationen.

Oesterr. Südb. 5- - Staatsbahn-Pr.4- do. ........-----3--

do. ...-1885----3-- do. Erg. -Netz 3-- Gr.russischeE. 3- Iwang.-Dombr. 4% Kursk-Kiew --4-- Mosco-Bjäsan 4-- Transkaukas - 3--