GamZtag, 13. Oktober 1928

Abendblatt der Frankfurter Zettung

Nummer 769 Seite 4

Frankfurter Handelsblatt.

Wiedergabe und drahtliche Verbreitung der Artikel mit * und der Privatdepeschen nur mit genauer Quellenangabe „Frkf. Ztg.“ gestattet.

*Dle Börse in Resignation.

Die Enttäuschung über den Verlauf des Oktober- Anlagetermins ist allgemein. Die auch von mancher Bank­seite genährten Hoffnungen, daß sich in dieser Zeit ein leb­hafteres Effektengeschäft bei aufsteigenden Kursen entwickeln könnte, sind sehr schnell durch den tatsächlichen Ablauf der Dinge ad absurdum geführt worden. Das Gegenteil ist ein­getreten. Nach dem Termin trat ein sich rasch verstärkendes Angebot an den Markt und die in Erwartung eines lebhafteren Geschäfts eben erst genommenen Bestände mußten wieder realisiert werden. Dieser Vorgang löste Blankoabgaben aus, die das erschütterte Niveau noch weiter herabdrückten. Die Fallbewegung wurde rascher, als mit dem Versagen der Privatkundschaft der Markt bis zu einem gewissen Grade an Aufnahmefähigkeit und Widerstandskraft verlor. Es machte sich eine deutliche Nervosität, geltend, die den Ablauf ungünstig beeinflußte und die allein es erklären kann, daß Abgaben von nicht einmal bedeutendem Umfang so erhebliche Kurseinbußen zur Folge hatten.

Diese Nervosität, die hoffentlich bald überwunden sein wird, hat, wie immer in solchen Zeiten, in vielem törichten Gerede Ausdruck gefunden. Dazu gehört die völlig falsche Version von Unstimmigkeiten in der Leitung eines bekannten Großbankhauses, dazu gehören Gerüchte von bedeutenden ausländischen Abgaben in führenden deutschen Werten (tat­sächlich hat man bei den internationalen Häusern des Platzes davon so gut wie nichts bemerkt), selbst von angeblichen Schwierigkeiten hier oder dort verlautete. Auch davon hat sich erfreulicher Weise nichts bewahrheitet. Indessen, die Schärfe der neueren Depression bedarf einer Erklärung. Man hat sie wohl zunächst darin zu suchen, daß aus gewisser­maßen natürlichen Gründen der aktivelnteressenten- kreis der deutschen Börsen außerhalb der auch sehr be­schäftigungsarm gewordenen Kulisse sehr klein gewor­den ist, so klein wie kaum jemals. Das Publikum hat andere Sorgen, als das ‘Börsengeschäft: Die Konjunktur bewegt sich noch immer in absteigender Linie, die Geschäfte gehen in vielen Branchen nicht gut, die Lager­haltung erfordert große und teuere Mittel, und die Kundschaft des Kaufmanns und Händlers beansprucht große Kredite und Ziele. Begreiflich, daß Mittel für neue Effektengeschäfte nur in geringem Umfange verfügbar sind, begreiflich auch, daß der Bedarf nach Betriebskapitalien manche in Effekten ange­legten Reserven zur. Auflösung gelangen läßt. Immerhin: ver­hältnismäßig sind die deutschen Aktien auch heute noch gut placiert, auch mögen die auf den Beständen teilweise ruhenden Verluste der Abstoßung im gegenwärtigen Augen­blick widerraten, sofern noch irgendwie andere Behelfsmittel vorhanden sind. Das Ausland aber, das in der Zeit vorm 13. Mai v. J. der große Nehmer deutscher Aktien gewesen ist, zeigt ein sehr fühlbares Desinteressement. Auch das ist begreiflich, die Situation hat sich geändert. Das Geld ist selbst in den Ver. Staaten teuer geworden, und in einer Zeit, in welcher Wallstreet Auslandsguthaben zurückzieht, muß es unwahrscheinlich sein, daß in größerem Umfange neues Kapital zur Anlage in deutschen Aktien im Auslande sich finden kann. Man muß damit zufrieden sein, daß die Investmenttrusts ihre Papiere halten: der manchmal besorgte Rückfluß größerer Bestände deutscher Aktien ist bis jetzt nicht eingetreten, wenn auch hier und dort Glattstellungen auch vom Auslande her erfolgt sind.

Versagt derart fast der gesamte Steuungskreis der Börse, so ist dieser selbst der Mut genommen durch mancherlei un­erfreuliche Umstände. Das Jahresende und die Geldversorgung zu diesem Termin ist noch ungeklärt. Wir dürfen hoffen, dar­über glatt und ohne besondere Belastung hinwegzukom­men. Aber die noch offene Frage ist, ob die teilweise zum Ersatz der zurückgeflossenen amerikanischen Gelder hereinge­nommenen französischen Leihkapitalien, zumeist Drei­monatsgeld, über den 1. Januar hinaus verbleiben werden und ob, wenn das nicht oder nicht in ausreichendem Um­fange der Fall sein sollte, bis dahin ohne Zinsverteuerung von Belang andere, besonders amerikanische Gelder wieder reichlicher zur Verfügung stehen werden. Daß die amerika­nische. Erntefinanzierung, die drüben große Mittel gebunden hat, bis dahin ihre Erledigung gefunden haben wird, läßt Hoffnung auf einen Wandel am amerikanischen Geldmärkte zu. Immerhin ist der derzeitige Zustand am Markte für längerfristiges Geld unbefriedigend und ein retardierender Faktor. Aber diese Sorgen sind nicht die einzigen. Die Börse sieht sich großen Lohnkonflikten in der deutschen Wirtschaft gegenüber und muß ihre Zunahme befürchten. Sie sieht sich aber auch der Tatsache gegenüber, daß das deutsche. Kursniveau, keineswegs überall das angemessene Verhältnis zur Rendite gefunden hat, ein Umstand, der in der Zeit starker Kapitalbedürfnisse sein besonderes Gewicht hat. Aber zur Erschütterung der Effektenmärkte hat vor allem auch beigetragen^ daß sich in der letzten Zeit ein deut­licher Mangel an Konsolidierung am wichtigsten, lange ziemlich stabilen Markte, dem der Termingroß­papiere, herausgestellt hat. Die neueste Entwicklung ver-

I zeichnet eine ganze Serie von teilweise wenig geklärten Kurs­einbrüchen. Der durch die bekannten Umstände am Markte der Autoaktien für wichtige Papiere eingetretene Kurs- druck, dem zur Zeit auch ein bezeichnender Abbau des Kampfkurses bei der Kleyer A.-G. um etwa 30 pCt. gefolgt ist, fand rasche Nachfolge in der bis heute noch nicht völlig aufgeklärten Werteinbuße der Ablösungsanleihe ohne Auslosungsschein, die immerhin etwa 10 pCt. des aus­machenden Betrags einbüßte; es ist eben ein Promessen- Papier. Es folgte die Kursrevision bei den Reichsbank­anteilen, dann bei der Harpener Bergbau-Aktie. An­dere wichtige Papiere, so Karstadt infolge der Unsicher­heit. über die beabsichtigte Ausländsanleihe, ferner nach rapidem Hochtrieb Deutsche Linoleum werke, schließlich auch die durch von Interessenten verbreiteten Emissionsversionen hochgetriebenen Kaliwerte der Salz­detfurth-Gruppe folgten. Und schließlich — um nur noch, einen Fall herauszugreifen — überraschte den Markt peinlichst das Versagen der Widerstandskraft des Farben­marktes mit einem Kursfall um ca. 6 pCt am Beginn der Freitagbörse. In Relation zum Gesamtkapital (und zu den früheren Umsätzen!) sehr unbedeutendes Angebot warf den I.-G.-Kurs unverhältnismäßig im Verlauf einer einzigen Börse zurück. Versagen einer kräftigen und ständigen Kurs­regulierung auf der ganzen Linie: die Märkte standen unter dem vollen Druck dieser Erkenntnis.

Gewiß gab es auch einige bessere Momente. Der Elektro­markt, wenn er auch schließlich überwiegend in die rück­läufige Bewegung hineingezogen wurde, fand Rückhalt, ange­trieben durch größere schweizerische Käufe, in der Kurs­bildung der L i c h t u n d K r a f t - A k t i e, die als Kombina­tionsobjekt für die Gesfürel in Betracht kommen soll, wie denn überhaupt nunmehr in der Elektrogroßindustrie par­tielle Verbindungen neuer Art sich anzubahnen scheinen, die auch wegen der dabei beteiligten Bankinteressen besonderes Interesse beanspruchen. Ein weiterer interessanter Vorgan» ist die Leistung eines Freigabe-Bonus durch die Berliner Handelsgesellschaft, der allerdings den Erwartungen mancher Kreise nicht ganz entspricht, aber immerhin dem Papier eine besondere Stellung sicherte. Die Bank bietet MM 5% Mill, von 1 auf 4 zu pari an, — ca. 38 pCt. Bezugs­recht. B

Von Bedeutung für die Gesamttendenz wurden aber diese Vorgänge nicht. Die Börse hat in diesen Tagen resigniert; der Erschöpfungszu stand kündigte sich übrigens schon lange an durch Stagnation der Geschäfte und durch den Rückgang der Engagements. Es ist eine offene frage, vyie lange dieser Zustand noch dauern wird. Man muß mit schlechteren Erträgnissen bei manchen Gesellschaften (so u. a. in der Kohlenindustrie), man muß auch mit dem offenbar langwierigen Verlauf von Bereinigungsprozessen in der Automobilindustrie, im Lokomotivbau usw. rechnen. Aber das und manche anderen störenden Einzelerscheinungen sollten keinen Anlaß geben, zu verallgemeinern. Es wäre sinnlos, während dieser Depressionsperiode und ihretwegen Aktien von zahlreichen guten und solide ge­führten Gesellschaften und Instituten zu verschleudern, aus der Beteiligung der Firmen herauszugeben, die mit solider r i.nanz- und Dividendenpolitik den Aktionären normale Er­tragnisse gegeben haben. Dazu ist kein Anlaß zur Beun­ruhigung sichtbar, wie denn auch nirgends Zeichen von schwache hervorgetreten sind, soweit der engere Kreis der Bank- und Börsenwelt in Betracht kommt. Man ist an der Börse schon durch manche Depressionsperiode hindurch°-e- gangen — bei ruhiger Entwicklung, auf die alle beteiligten Kreise hinwirken sollten, wird man auch jetzt darüber hin­wegkommen.

1926

1927

1928

L Jan.

31. Dez.

1. April

13. Mai

3 März|29Sept.‘12. Okt.

Deutsche Bank Disconfo-Ges. DarmsLBank.. Dresdner Bank Commerzbank Metallbank.... Reichsbank .. Farbenindustr Hanaff ........

103.5

103.5

104

iOI.ü

96.25

73.5

138

104.251)

945

94.78

54.25

46

47

69.75

43.25

80.6

60

191 182V.

266 175

228 184 171% 827-/, 175% 174-/, 157'18

140 209 212-/«

186

144 203%

188

192

181 289'/« 195%

214 173'/, 177 8257«

154 148'/, 153'/« 145'/, 234

226'/, 184

141

243 198-/8

169

163

2335

170

183

149.5 166%

28.2.5

134.5

137

142

1265

199

185 f«

162

113

216

151

165

157

227 I6OV3 174'4

127

196

256 151'/, 155

105

101=4

164

150

147

99

198 l'.9‘/s

170'/, 166 292 172'4 192

140)4 309'4 266'4

167'4 161% 288'4 169

186% 135'4 301

253'4

Nordes. Lloyd . Stahlverein .. Phönix........

Rheinstahl.... Mannesmann.. Riebeck ......

Rütgerswerke Scheideanstalt DentscheErdöl

153=4 97% 97'4

150'4 l*7/«

107'4 218'4 143

152=4

148

94

93'4

138

127

103 210'4

A. E. G.......

Siemens AHals. Bchuckert .... Daimler ......

Adler-Kleyer.. Zellst. Waldhot Rhein, Braunk.

81-4

64.5 505

21.5 25 58

1115

170 209'/, 171

88

118

245

256

180% 295

192 128% 140% 280-/- 316'/,

177

264

105

129

260

156-4 271

177

92'4

84

258

242

190'4 391

210'4

129

296'4

183 391=4 202'4

83

113%

Holzmann .... Sädd. Zucker.. Franks. Allgern. 5% Neckar....

38.5 83752) 67 565

174-/« 1442) HUA

87

195

164'/, 90

180

148

162

8990

137'4

135

175-/«

142

149

184-4

146

185'4

Abl.-Anl. o A. Schntzgeb.Anl. 5°/o Goldmexik.

4 4275

16.40

44

25.13

13 43-4

1850 lO-V« 48%

14.90

7-20

16.82'4

6.75

14'4

6.45

Zolltürken .... Anatolier I..,. Bagdad II....

7.65 7 6'/i

15.90

82

21V8

15 80 29>/s 21'4

iüv«

23

19 y«

13.05

13

21'4 10%

11%

20 11-/«

1) Kura der Bad. Anilin. >) Kurs der Zuckerfabrik Waghäusel.

* Guter Geschäftsgang bei der I.-G.-Farbenin- austrie A.-G. Aus der heutigen A.-R.-Sitzung wird mitge­teilt: Produktion und Absatz haben gegenüber dem Vorjahr weiter zu genommen. Die Absatzsteigerung in Stickstoff Produkten entspreche der erhöhten Produk­tion. Der Ausbau der norwegischen Fabrik von Norsk Hydro ist terminmäßig vorangeschritten. Auf dem Far­be n g e b i e t war die Entwicklung gleichzeitig an stei- K,e n d. Die fortschreitende Festigung der politischen Ver­hältnisse im fernen Osten hat insbesondere zu einer wesentlichen Steigerung der Farben a u s f u h r beigetragen. Die günstige Entwicklung der pharmazeutischen Pro­dukte bleibt gut. Dem steigenden Bedarf ah Leicht­metall in der Automobilindustrie und im Flugzeugbau wird durch Erweiterung der Produktion Rechnung getragen. Die Nachfrage nach photographischen Artikeln ist derart gestiegen, daß eine Erweiterung der Fabrikationsanlagen für Produkte vorgenommen werden muß. Trotz der rück­läufigen Konjunktur,in Textilien im Deutschland hat der Ab- satz an Kunstseide erheblich zugenommen. Die Anlage für Kupfer-Ammoniak-Seide in Dormagen mit einer Produk­tion von 5000 kg täglich ist fertigg°stelli. Die Arbeiten auf dem O e 1 g e b i e t gehen programmäßig weiter. Im Ein­klang mit dem allgemein befriedigenden Geschäftsgang stehen auch die bisher erzielten Gewinnergebnisse, die einen gün­stigen Jahresabschluß erwarten lassen.

. * Die Rentenbank Ende Oktober. Dem Tilgungsfonds bei der Reicnsbank sind aus Zinseinnahmen von den Grundschuld­verpflichteten weitere Rent.-M. 2.16 Mill, zugeführt worden, um die sich das Darlehen an das Reich und der Umlauf an Renten­bankscheinen verringerten. Seit Inkrafttreten des Liquidierungs­gesetzes sind somit Rentenbankscheine im Betrage von zusammen Rent.-M. 1433.54 Mill, getilgt worden.

In Mill. SLK

30. Juni.

1928

31. Juli

1 1928

31. August

1928

30. Sept.

1928

Aktive

Belastung der Landwirtschaft..........

2.000.00

2.000.00

2.000.00

2.000.00

Darlehen an das Reich ..............

Abzuwickelnde Wirtschaftskrodite........

739.88

721.38

719.1 3

Andere Debituren..................

_

Forderung a. d. Rentenbk.-Kreditanstalt . • Kasse, Giro-, Postsch.-, Bankguthaben....

57.78

53.53

53 49

53 39

0.10

2.67

2.80

3'02

Bankgebäude ....................

0.30

0.30

0.30

0.30

Sonstige Aktiva ....................

3.40

3.38

3.38

3.41

Passiva

Grundkapital........................

2.000.00

2.000.00

2.000.00

2 000.00

Umlaufende Rentenbankscheine..........

599.57

581.06

578.71

576 56

Davon im Asservat dar Reichsbank ....

70.08

70.08

70.08

70 08

Der Reichsbank zu vergütende Zinsen ..

70.08

70.08

70.08

70 08

Umlaulende Rentenbriefe............

0.16

0,16

Guthaben der Rentenbank-Kredit-Änstalt..

1.78

Gewinnreserve......................

52.74

52.74

52.74

52.74

Rückstellungen......................

6.00

6.00

6.00

Sonstige Passiva....................

0.50

0.50

0.50

0.50

* Banco Brasileiro Alemao, Rio de Janeiro. Dio Bank (früher Brasilianische Bank für Deutsch­land) schlägt der in Rio de Janeiro stattfindenden G.-V. (18. Okt.), wie unser hp-Korrespondent aus Hamburg drahtet, eine Dividende von 5 (4) pCt auf Milreis 20 MilL (rd. JUL 10 Mill.) A.-K.

* Uruguay. — AuBenhandelsergebnisse. Aus Rio de Janeiro wird uns berichtet, daß nunmehr die folgenden amtlichen Ergebnisse des uruguayanischen Außenhandels (in Goldpesos) veröffentlicht worden sind. Deutschland steht danach in der Einfuhr an dritter Stelle hinter den Ver Staa­ten und England.

in Mill. Goldpesos

I. Semester

Einfuhr

Ausfuhr

1928

1927

1926

1928

1927

1926

total....................

von bezw. nach Deutsch­land ...................

46-51

537

4045

4.04

8716

4.24

57.16

8.74

54.08

11.49

59.96

7.25

... * Raab-Oedsnburg-Ebenfurter Eisenbahn - Priori­täten. , Der Unterausschuß „Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisen­bahn-Prioritäten der Ständigen Kommission zur Wah- rung der Interessen deutscher Besitzer ausländischer Wertpapiere weist darauf hin, daß die Bemühungen, mit der Raab-Oeden- burg-Ebenfurter Eisenbahn-Ges. in Verhandlungen einzu- bisher daran gescheitert sind, daß die Pricri- tatenmhaber sich nicht in genügender Anzahl zur Unterstützung dieser Schritte bereit gefunden haben. Diejenigen Inhaber, die sich der Schutzvereinigung der Besitzer der Prioritäten noch nicht an­geschlossen haben, sollten dies nachholen.

* Leu-Stabilisierung. — Neue Verzögerung. Aus den Kreisen der rumänischen Nationalbank wird der „I. u. H.“ ver­sichert,, daß Vintila Bratianu, angesichts der großen Schwierig­keiten in der Anleihefrage, die noch ihrer Erledigung harren so­wie der ungünstigen Etatsaussichten, den Entschluß gefaßt hätte, die Operation der Stabilisierung des Leu bis zum Frühjahr auf­zuschieben. Der Leikurs war in der Tat (bei steifen Geld-ätzen letzthin kleinen Schwankungen unterworfen: von 3.22% in den ersten Monaten des Jahres auf 3.17% und jetzt in Zürich bis 3.14% und 3.15% Franken. Um den Abfluß der Devisen zu ver­hindern, gehe die Devisenstelle in Bukarest wieder schaner vor. Die Abhängigkeit der ganzen Situation vom Aus­gange der Anleihebemühungen ist natürlich vorhanden.

‘ Die Azetat-Tochtergesellschaft der Enka. Aus Amsterdam, 12. Okt., schreibt unser W-Korr.: „Die Statuten der N. V. Drya, Mij. tot exploitatie van k u n s t zi j d ef a b r i e - ken, der von der Enka und dem Elektrizitätswerk Lonza er­richteten Tochtergesellschaft, sind im „St. Ct.“ veröffentlicht worden. Als Geschäftsziele werden angegeben: Bau und Be­trieb einer oder mehrerer Kunstseidefabriken in Holland und Belgien; Fabrikation, Bearbeitung von und Handel in Kunst­seide und verwandten Produkten und alle weiteren im Zusammen­hang hiermit erforderlichen Tätigkeiten, doch alles nur insoweit, als es sich auf die Erzeugung von Azetatseide nach dem lr<Jc3e?ei1 Verfahren bezieht. Das Kapital beträgt fl. 1 015 000, in 500 St.-A. und 500 V.-A. von je fl. 100 und 60 Prioritätaktien von fl. 250; dieses Kapital ist als pari begeben und volleingezahlt, und jeder der beiden Gründer hat davon die Hälfte übernommen. Außerdem werden 1000 Gründeran­t.eile begeben. Zu Mitgliedern des Aufsichtsrat.es werden neben Dr. Hartogs, Arnhem, und Albert Vogt, Bern, sowie Carlo Tom- masi, Basel, auch Prof. Dr. Alfred Petersen, Frankfurt (diese drei Herren namens der Lonza-Ges., an der die Frankfurter Me­tallgesellschaft nur sehr entfernt über die Schweizerische Gesell­schaft für Metallwerte interessiert ist); auch zwei weitere nieder­ländische Herren sind gewählt.“

, * Kraftwerk Klingnau. — Schweizerische Mehr­heit. Die Beteiligung an dem geplanten Klingnauer Kraftwerk scheint jetzt, wie uns aus Zürich gedrahtet wird, im Sinne des schweizerischen XV asserrechtsgesetzes (schweizerische Mehrheit) festgesetzt zu werden; der Kanton Aargau will sich mit 50 pCt. und eine schweizerische Großbank mit 10 pCt. am A.-K. betei­ligen, so daß die Beteiligung des Rheinisch - Westfä­lischen Elektrizitätswerks sich auf 40 pCt redu­zieren würde. Auch im Verwaltungsrat der Gesellschaft würde ein schweizerisches Uebergewicht im Verhältnis 7 zu 5 bestehen. Trotzdem wendet sich in einer Eingabe an den Bundesrat der Schweizerische Energiekonsumentenverband auch gegen diese Lösung mit dem alten Argument, daß sich der Exportpreis unter dem entscheidenden Einfluß des einzigen Beziehers, der RWE., bilden würde. Da aber der Abtransport ab Klingnau zu Selbstkostenpreisen erfolgen solle und damit zu rechnen sei, daß die Klingnauer Energie im Durchschnitt auf 1.5 Rappen pro kWh zu stehen komme, so bedeute dies eine Un­terbietung der mittleren, jetzt erreichten Preislage der schweizerischen Exportenergie von 2.3 bis 2.4 Rappen um nahezu 40 pCt. Es wird in der Eingabe verlangt, daß unter keinen Um­standen reine Exportunternehmen gegründet weiden.

* Die Beteiligungen der Frankfurter Allgemeinen Versicheruilgs A.-G. werden, wie unsere Berliner Redaktion schreibt, in dem bereits kurz besprochenen Berliner Börsen­prospekt wenigstens teilweise aufgeklärt; sie haben insofern be­sonders Interesse, als diese Vers.-Gesellschaft bekanntlich nicht unerheblich auch an Banken und Bankfirmen interessiert ist In der letzten Bilanz waren die Beteiligungen an Vers.-Ge­sellschaften mit 3LAL 10.84 Mill, angegeben und die an „son­stigen Unternehmungen' (im wesentlichen wohl die Interessen i* Bankkreisen) mit 0.56 Mill. Der Prospekt nennt nunmehr an reinen Bankinteressen nur 462 000 Aktien der Landes- gewe rbebank für Südwestdeutschland A.-G. in Karlsruhe i. B., von deren A.-K. von <%Jil 2.5 Mill. % voll und % mit 25 pCt eingezahlt waren. Es bleibt zu fragen, ob nicht auch noch bei anderen Konzerngesellschaften Aktien dieser Bank untergebracht sind.

Weiter werden genannt als wesentliche Interessen: sämtliche vollgez. SIM 1.8 Mill. Frankfurter Lebensvers. A.-G. (letzte Div. 12 pCt.), SIM 812 000 von 1 Mill, vollgez. I n t a g - Phoebus -Vers. A.-G. in Berlin (0 pCt.), SiM 800 000 von 2.4 Mill. Karlsruher Lebensvers. - Bank A.-G. (ebenfalls vollgez., Div. 12 pCt-), Sh. 258 000 von Sh. 300 000 vollgez. Union Allgemeine Vers. A.-G. in Wien (0 pCt.), SIM 1.50 von 3.20 Mill, vollgez. Ver. Berlinische und Preußische Lebens­vers. A.-G. in Berlin (12 pCt.), SIM 1 von 2 Mill. Helios Allg. Rückvers. A.-G. in Frankfurt (zur Hälfte vollgez., zum Rest mit 25 pCt., Div. 12 pCt.), SIM 520000 von 1 Mill. Nürnberger Lebensvers. - Bank (10 pCt. Div.), bei der SIM 480 000 voll und SIM 520 000 mit 25 pCt. eingezahlt sind, SIM 1.32 von 3.6 Mill. Hammonia Allgemeine Vers. A.-G. (SIM 600000 voll, SIM 3 Mill, mit 25 pCt. eingez., Div. 10 pCt.), SIM 500 000 von 2 Mill. Aktien der zuletzt dividendenlosen Aach e‘n- Leipziger L e - bens vo r. -Bank (Einz.: 25 pCt.), SIM 1.6 von 3.2 Mill, mit 25 pCt. eingez. Aachen - Leipziger Vers. A.-G. (Div. 12 pCt.) und SIM 1.2 von 1.5 Mill, mit 25 pCt. eingez. Aktien der erst jüngst durch Fusion entstandenen Gedewag & Kosmos Ver­einigte Krankenvers. A.-G. (einschl. „Selbsthilfe“) in Berlin (0 pCt.). Im Ausland besitzt man schw. Frs. 1.40 Mill, von Frs. 4 Mill. Allgemeine V'ers. A.-G. in Bem (5 pCL, 25 pCt. Einzahlung). Schließlich gehören der Frankfurter Allgemeine noch SIM 499 000 von 1 Mill. Anteilen der zur Teilzahlungsfinanzierung gegründeten Frankfurter Industriekredit G. m. b. H. in Frankfurt, bei der SIM 100 000 voll und SIM 900 000 mit 25 pCt. eingezahlt sind, eine Div. wurde noch nicht verteilt Erwähnt werden ferner SIM 111000 von 200 0000 vollgezahlte Aktien der Berliner Grundstücksvorwaltungs A.-G. Der eingezahlte Nennwert der Betei­ligung stellt sich unter Umrechnung der Auslands Valuten auf zus. SIM 8.25 Mill. Nicht uninteressant ist schließlich die Zusammen­setzung des zuletzt mit SIM 2.78 Mill, aktivierten Effektenkon­tos. Es werden aufgeführt SIM 376 450 deutsche Reichs-, Provin­zial- und Städteanleihen, SIM 500 000 Bankaktien, Fr. 288 000 schwei­zerische Bundesbahn-Oblig., Pes. 335 000 8proz. chilenische Hypo- thekenbankpfandbr., Pes. 312 000 span. Staatsschuldverschr., Dollar 122 000 amerik. Eisenbahnobi. und Lst. 39 500 engl. Staatspapiere.

Gegenstand des Prospektes sind, wie gemeldet, JtJL 2.80 Mill, für 1928 voll dividendeberechtigte und fflJL 5 Mill, nur zur Hälfte div.-berechtigte Aktien. Erstere stammen noch aus der Inflation, sie wurden bisher nur in Frankfurt notiert und sollen jetzt außer in Berlin auch in München und Mannheim eingeführt werden. Die weiteren JIMC 5 Mill. Aktien wurden im Juni d. J. neu geschaffen, um das Auslandsgeschäft weiter auszu­dehnen ; ob in dieser Hinsicht bereits etwas geschehen ist, teilt der Prospekt nicht mit. Bei dieser Kap.-Erh. entfiel auch auf die 1923 geschaffenen, auf ( 5.2 Mill, umgestellten und mit nur 25 pCt. eingezahlten Namensaktien Lit. B ein Bezugsrecht. Diese Schutzaktien besitzt die zum Konzern gehörige Helios Allg. Rückvers.-A.-G. Sie sind an keiner Börse ein­geführt und eine Uebertragung ist auf 25 Jahre ausgeschlossen. Das A.-K. setzt sich nunmehr zusammen aus <JUL 19.8 Mill. In­haber-Aktien, von denen JO 1.3 Mill, bei der „Helios“ ruhen, also gewissermaßen Verwertungsaktien darstellen, und föJL 5.2 Mill, mit 25 pCt. eingezahlten Namensaktien. Die Aussich­ten werden bekanntlich als befriedigend bezeichnet.

* Deutsch - amerikanische Handelskammer in Newiork. Aus New York schreibt uns unser m-Korrespondent: ,,In der letzten Sitzung hat der Aufsichtsrat dieser Corporation (Board of Trade for German-American Commercu) beschlossen, den Namen der Organisation in „German-American Chamber of Commerce“ umzuwandeln. Sodann werden im Laufe der nächsten Zeit in verschiedenen Städten der USA., wie Philadelphia, Chicago, Cincinnati, Cleveland, St. Louis, Baltimore, San 1rancisco und Seattle Filialen errichtet werden, die zu­nächst den Charakter ehrenamtlicher Vertretungen haben werden. Die Handelskammer, der prominente Kreise des deutsch-amerikani- sehen Wirtschaftslebens angehören, hat im Laufs des letzten Jahres einen bemerkenswerten Aufschwung genommen.“

* Rheinische Handelshank A.-G., Mannheim. - Bcgreßklase gegen den A.-R. Die Bank gibt, wie unser v-Korresnondent aus Mannheim drahtet, bekannt, daß. nach- dein die monatelangen Verhandlungen über eine gütliche Ver­ständigung mit dem früheren A.-R. endgültig geachei- tert sind, die Verwaltung unter Zuzug von Vertretern der Aktionäre und der Gläubiger beschlossen hat. den Regreß- 13 den früheren A.-R. anzustrengen.

Mei ian & Co. G. m. b. H., Hollstein (Baden). Mam schreibt uns: „Diese älteste badische Baumwoll-Spinn- Ä ihr stammkai,ital von «M

* .-Aktiengesellschaft. In Berlin wurde, wie unsere Berliner Redaktion drahtet, die Süd-Berlin Boden A. - G. mit JX 100 000 Kapital gegründet. Im A.-R. ist u. a. Gen-Dir. Korytowskv (Emil Heinecke A.-G.). Berlin

Jobs. Girmes & Co. A.-G., Oedt. Im Anschluß an unsere Mitteilung vom Eintritt des Herrn Dr. Dietrich Girmes in die Geschäftsführung der Kre v u. Cleven G. m. b. H. in Lobberich bittet uns die Oedter A.-G. darauf hinzuweisen, daß 819 .ln»» 0 1 n § m Zusammenhang mit der G. m. b. H steht

-i- Brauhaus Neustadt A.-G., Neustadt a. d, S. Für das am 30. September beendete Geschäftsjahr ist bei der Ge­sellschaft. wie sie uns berichtet, eine Absatzsteigerung von 50 put. eingetreten. Die Bilanz bringt voraussichtlich ein günstiges Ergebnis (i. V. dividendelos). Durch die anhaltende Absatzstoige- rung soll m Kürze über eine Kapitalverdoppelung (z. ZL Mv>L 300 000) ‘beschlossen werden.

Die Abschlüsse der Kaligruppe Einigkeit. Dieser Kalikonzern, dessen früher in amerikanischen Händen (Virginia Carolina Chemical Co.) befindliche Kuxenbestand 1925 io.o'7 -m jS0K’ Kali-Antiblock übernommen wurde, verzeichnet für i °9!11 uns einstweilen nur auszugsweise vorliegenden Ge­schäftsbericht bei der Einigkeit Bergwerks-Ges mbH einen Rückgang des Verlustvortrags von (R,.4L 2.22 auf 2.21 Mill Die y- “■ ,?• hat Beteiligungen von 1.66 (1.27), Außenstände

von 1.16 (1.42), andererseits Kreditoren von 4.13 (4.02). Bei der Gew. E i n i gkei tl ist -bei 3.81 Kapital das Wertvermin­derungsir onio mit 1.98 (2.12) unter den Aktiven ausgewiesen, fer­ner das Beteih.gung-skonto mit 0.54 (etwa wie i. V.) und Forde- rUnSen oa’*" 0.28). Einigkeit II zeigt Beteiligungen von

unv. 0.30. Forderungen an Konzernwerke mit 1.03 (wie i V) andererseits das Kapital mit 1.33. Bei der Kaliwerke r r i n z Adalbert A-G. in Liqu. hat sich das Wertverininde- rungskonto unter den Aktiven von 1.79 auf 1,62 vermindert; bei Konzernwerken standen 0.68 (0.55) aus; A.-K. 2.31. Einig-

CK\ZeiuLe1-?911 Rückgang des Wertverminderungskontos auf w w>eder 0.31. Förderungen ant 0.70

(0.68); Kapital 1.64. Die Siegfried Vogelbeck Berg- werke-Ges m. b. H. weist einen fast unveränderten Vertust- vorfrag von 0.7/ bei 3UL 5000 Kapital auf; Forderungen 0 45 (0.85L Schulden 1.22 (1.63). Bei der Gew. Siegfried I ist das Wertverminderungskonto auf 1.73 (1.83) reduziert Rotel Ugungen 0.29 (0.01). Debitoren 0.51 (0.96) l KapM 2A4 te

* Charboiinage de Faulqnemont, Faulaue- mont (Eothr.). Man schreibt uns: „Die 1921 unter Haupt- beteiligung der Cie. de Mokta-eLHadid in Paris, der Forges et Acienes de la Manne et d Homöcourt, der Aciertos der Longwv. der, Hauts-Fourneaux et Fonderies de Pont-ä-Mousson und der Acienes de Micheville gegründete Kohlengewerkschaft Char- bonnage de Faulqu em on t erhöht zur weiteren Fort- setzimg ihrer Bohrungen das A.-K. von Frs. 10 auf 2 5 Mill. Die Bohrungen in St. Peter sind bis jetzt 1,085 m vorgedrungen; es wurden 9 Kohlenschichten von einer Tiefe von 14 m vorgefunden.

de la Jfacion Argentina, Buenos Aires. Der sich, nach namhaften Rückstellungen und Ab­schreibungen, im letzten Geschäftsjahr ergebende Reingewinn von Doll. 2 0to 000 wird satzungsgemäß dem Kapital und den Reserven zugeschlagen, die sich dadurch auf 158.1 Mill, erhöhen Die Einlagen haben sich bedeutend, von 1533.4 Mill, auf 1620 8 Mill, erhöht.

* Insolvenz einer Budapester Tuchhandels­firma. Die Budapester Tuchgroßhandelsfirma Blum & Klein ist mit Passiven von P. 603 000 (JUl 422.000 ni) Iti Außen handels-Korr. insolvent geworden. Die Aktiven betragen P 375 000 M 262 500). Geboten werden 50 pCti in Ä'Ratern ungarische STe<xtnfabriken? ° ^«^«slowakische und

Wachsender Stroinbedarf auch in Italien Die Zeitschrift „Energia. Elettrica“veröffentlicht in ihrer neuesten Ausgabe emo Statistik der Stromerzeugung für August, aus der hervorgeht, daß gegenüber dem Vorjahr in diesem Monat allein eine Steigerung von fast 16 pCt. eingetreten ist. Für die ersten -t2l0Äasw !lesia97res Crßei’en ach 5-37 Milliarden kWh, gegen- uber 4.83 in 1927, was also einer Erhöhung um 11 pCt ent- SDÄ 8-mvtteil (98 pCt.) der beobachteten Erzeugung entfallt wieder auf die Wasserkraft Insgesamt, stehen 189 private Werke zum Vergleich, ferner 40 öffentliche Betriebe und 3 Genossenschaften. Sie alle liefern etwa 84 pCt. der italieni­schen Stromerzeugung. Außer den eigenen Lieferungen wurden im August noch 15.4 (l V. 9.1) MilL kWh aus schweizerischen Zen- tralen bezogen.

• Z I>erlso*La,i*‘I*i Die Exportfirma B. Grimm u. Co. in Bangkok und Hamburg kann, wie uns aus Hamburg geschrieben wird, am 15 d. M. auf 50iähriges Bestehen und erfolgreichen Wiederaufbau des siamesischen Geschäfts zurück­blicken. —Am 16. d. M. feiert, das Bankgeschäft Friedrich Z a u n in Da r m s t a d t sein SOiähriges Bestehen

Valutamarkt. Frankfurt a. M.. 13. Okt. Vormittags s.->0 >7 ^^erkehr sehr still: es galt London gegen: Paris loniin' p;eTj\no"o"1-85^/3- Zürich 25,21. Dollar gegen Mark 4,2010. Pfund 20.38.

Aktien-

1927

1928

1215

12.20

11.85

Sept.

12.25

12.20

1210

11.90

12 00

11.90

Hamburg, 13. Oktbr. 'WTB.)

Kaffee Amts.

10 Uhr vrm. Ruhig

Schluß 12

Anfg. 13

1210

12.10

12.15

12.25

Mai Juni

Schluß 12. bez.

12.15

1215

Anfg. 13. bez.

Dezember....

März........

Ma. ........

Jub .......

September.. .

Oktober.

Nov.....

Dez. ....

Januar

11.85

11.95

Okt.-Dez.

Jan. Mä-;t

Briet 891/4 663/4 85- 841/s 84-

Antg 13. Geld 89— 86I/2 84V2 84- 831/2

Schluß 12. Geld 89- 86I/2 84=1/4 84- 83V3

Brie* 89 Va 87— 85- 841,2 83%

Dezember....

März........

Mal ........

Juli .......

September....

Am Rentenmarkt kam fast kein Geschäft, zustande. Nach der leichten Befestigung in den beiden Vorwochen trat erneut eine verhältnismäßig starke Abschwächung ein. Der Index gab auf 99.82 (gegen 100.15 in der Vorwoche) nach, was seit 1926 einen Rekordtiefpunkt bedeutet. Be­sonders schwach lagen Aufwertungspapiere. Nach dem Spezia lindex der mit 7 pCt. Verzinslichen war der Durchschnitt der Stadtanleihen etwas fester. Der Kursstand der deutschen Anleihen im Auslande erholte sich weiter von 102.91 auf 102.98.

I * Börsenindex. In der vergangenen Woche hat sich I der Abbröckeiungsprozeß an fast allen Effektenmärkten wei­ter und teilweise erheblich verschärft fortgesetzt. Die I n - dexzahl für Aktienwerte gab mit 138.34 gegen 140.21 auf einen seit Juli d. J. nicht mehr erreichten Tief­stand nach. Besonders gingen Montan- und Kalipapiere zu­rück. Auch die nun seit Wochen anhaltende Senkung der Automobilwerte setzte sich weiter fort. Leicht erholt waren lediglich Werft-, Waggon- und Kunstseidenaktien. Banken blieben verhältnismäßig behauptet.

Letzte Nachrichten.

hflb»XCinlUF13', OK Nach einer französischen Meldung haben die leistungsfähigsten Produzenten von Bandeisen Stab- nna”pU?d- Rohle™stl'eifen Frankreichs. Deutschlands. Luxemburgs und Belgiens neben der bereits gemeldeten Erhöhung der Grund­preise für obige Qualitäten auch eine Erhöhung der Ueberpreise rend dle lh 1 bis 2» ie t Qnd mehr beträg™h-

rend gewisse Sorten auch unverändert bleiben. Diese Erhöhung $j0vlsorlsch®r Natur; es soll durch dte Erfahrung feste gestellt iv erden, welche Satze endgültig beibehalten werden Können.

Warenmeldungen.

Berlin* 13. Oktbr. fWTB.) Elektrolytknpter 144%.

Süddeutscher Produktenmarkt. — Nach Befesti­gung Wieder abgeschwächt. Aus Mannheim, 12. d. M. wird uns geschrieben: „Nachdem die Festigkeit am Weltweizen­markt, nach hier übergreifend, zunächst noch einige Fortschritte gemacht hatte, war die Haltung, besonders in der zweiten Wochen- halfte, wieder schwächer. Die Zuschußländer haben offenbar den amerikanischen Erwartungen nicht entsprochen; Europa hat im September nur 21 Mill. Busheis amerik. Weizen eingeführt und die sichtbaren nordamerikanischen Beständ.e ^AAnA ™ ln der letzten Woche um 16 Mill. Busheis, d. h. 440 000 t angewachsen. Dazu lauten die E r n t o n a c h r i c h t e n aus Amerika, Canada, Argentinien und Australien weiter recht günstig, wenn auch die diesw öchentliche Washingtoner Schätzung keine wesentliche Aenderung gebracht hat. Neue indische Kaute verschiedener Dampferladungen australischen Weizens reich­ten nicht aus, dem Markt eine Stütze zu geben, zumal sich auch in Deutschland die Weizen-Exportverkäufe auf einige Abschlüsse nach Italien und Frankreich beschränkt haben sollen. Immerhin blieb am hiesigen Markt gegenüber der Vorwoche noch eine kleine Werterhöhung von etwa % für die 100 kg Weizen be- stehen In Roggen blieb das Angebot der deutschen noch mit Kartoffeln- und Rubenernte beschäftigten Landwirtschaft klein. Es hat aber auch die Kauflust der Mühlen und das Exportinteresse nachgelassen. Das Mehlgeschäft lag ruhig, nordd. Roggenmehl wurde billiger offeriert. Gerste bot bei leicht abgeschwächter lendenz nur in besten Qualitäten Interesse, Mittelsorten blieben renfachlassigt; Futtergerste unverändert. Hafer fest, doch zeigt sich auf der jetzigen Preisgrundlage mehr Angebot. In Mais sind die Bestände an hier greifbarer Ware klein und die Forderungen gegengber der Vorwoche um etwa eine halbe Mark per dz erhöht, bei bis zuletzt fester Tendenz-“

• j Rheins rach teil ab Rotterdam. Aus Holland Ttra n Ti ^°bneben: „Der niedrige Rheinw a

d flsldle Hauptursache der trotz gelegentlich flauerer Stim- a aoLdem kheinfrachtonmarkte merklichen festen Haltung, die m Sätzen zum Ausdruck kommt, die. obwohl sie in der Bel richtswoche einigermaßen schwankten, doch stets weit über den

rZU hle-ser Jahreszeit in Kraft stehenden Raten liegen Es notierten bei mäßigem Fraclifenangebot: Erzfrachten mit % uÄo-1 OOroDra-to?V10V^ 1

a'L. „;„nt'k i Bchlepplohn für beladene Schiffe war Ü. 0.3a, für nicht beladene kam kerne Notiz zustande.“

Hamburg, 13. Oktbr (WTB.it0.30V Zuckemottorung, schwächer

Briet Geld bez. Februar.. 12.05 11.95 --Juli . . 12 15 1

12.20 1210 —.— März .... 12.05 1200 1205 August 1225 1

11.85 11.85 -- April .... 12.10 12.00 Sept . 1Z25 '

(1926 = 100)

2. Mai

Jur >

1.

Ang.

25.

Nov.

14.

Sept.

21. Sept.

28- Sept.

Okt. |

12.

Okt.

1. Banken ........

140.24

11819

122.18

109.53

143.08

142.53

144.10

142.40

142.07

2. Hyp.-Banken ....

173.5«

146.33

137-89

122.60

141.86

142.43

143.11

142.64

142.04

3. Vers.-Gesell. ....

181.30

164.70

163.85

174.65

195.43

195 21

196.11

196.47

197.55

4. Eisen gemischt....

177.14

123.73

14132

97.77

104.54

104.15

105.53

102.27

98.80

5. Steinkohle ......

163.15

125.27

137.311

111.60

1 8.13

10833

110.13

103.18 104.73

6. Braunkohle ....

178.22

134.13

149.63

11633

145.33

144.82

144.99

145.8/ 143.87

212.231204.06

7. Kali ...........

1629«

127.01

140.92

118.66

20l.lt

202.69

213.39

8. Metalle ........

164.13

116 98

135.57

103.72

122.61

122.66

125.41

122.26

119.73

9. Maschinen ......

174.54

119.24

140.03

103.04

10, .3/

105.65

10837

107.01

104.81

10. Waggonbau.....

186.08

155.08

166.28

118.89

1317-

127.6!

127.11

124.86

128.89

11. Automobile......

195.91

145.28

16320

107.51

130 54

126.47

123.0-

118.1

108.26

12. Chemie.......

13. Elektrotochn.....

147.96 11'8.14:130.20

10140

117.03

11616

117.11

116.39

113.69

181,34‘ 120.34 146.52

1'23.50

166.78

169 12

171.14

173.33

170.02

14. Energieerzg.....

174071 127.73

145.-)5

128.50

156.72

157.90

161.37

158.97

157.44

15. Pap. u. Zellst.....

184.89

140.80.165.66

126.-7

147.27

146.-2

147.97

14878

147.95

18. Textilien........

17. Kunstseide......

194.61

151.32

166.96

138.46

242.71

152.18

149.40

150.17

149.13

147.23

300.98

221.1/

324.03

29423

290.43

291.92

286.77

289.14

18. Led. u.Schuhe....

171.08

137.93

139.21

108.74

120.86

120.86

118.70

121.62

119.21

19. Gummi ........

145-95

115.35

128.11

103.33

1-0.02

120.24

129.39

126.43

123-23

20. Glasu. Keram.....

146.39

117.25

120.04

108.54

166.02

162.04

163.92

162.48

161.08

21. Brau.u.Brenn....

214.64

154.39

172.35

133.68

162.89; 161.57

163.25

16308

159.77

22. Zucker ........

1/8.24

144.04

155.13

1'13.92

124.01 12237

122.60

121-54

120.34

23. Mühlen........

140.82

117.86

116.09

97.89

95.37

95.66

95.96

9566

94.29

24. ßauuntem......

214.83

154.56 161.72

125.95

150.59

149 9/1152.62

151.85

148.77

25. Baustofferzg.....

18547

131.621140.02

115.19

127.89

125.41

124.74

12368

26. Immobilien......

269.48

197 88:195.09

151.95

158.91

160-59

161.29

158.8/

156.52

27. Eisenbahnen ....

135.88

109.13

114.44

103.29

109.17

10891

108.57

108.38

107.60

28. Seeschiffahrt....

144.20

110.89

132.98

115.77

124.'>6

124.45

123.27

121.52

118.60

29. Werften......•

218.17

16332

166.95

1,61.66

139-17

133.66

124.50

128.57

134.52

Gesamt-

Index ....

177.46

136.76

149.73

121.73

140.98

140.18

141.21

140.21

138.34

Kassawerte......

180.10

143.581151.27

124.89

141.98

140.89

141.23

140.53

139-97

Termin werte.....

172.61

124.26,14689

115.90

13944

138.88

141.18

139.62

136.64

Anleihe- index (1926 = 100)

1927

1928

2. Mai

1. Juni

1- Ang.

25. Nov.

14 Sppt.

21. Sept.

Sept.

5. Okt.

12. Okt.

Kursdurchschnitt.....

Index d.IO’/slWerte....

10941 105-54

107.40

103.60

107.60

103.79

10313

99.48

102 96

99.32

102.70

99.06

102.50

98.86

102-63 99.00

102-52 98.90

Kursdurchschnitt.....

Index d,83/o Werte....

10263

108.96

100.30

106.48

100.15 106-35

95.39

101.27

93 81 99.60

93.90

99.69

93.84

99.63

93.91

99.71

93.63

99.41

Kursdurchschnitt.....

Index d. 7°/0 Werte....

Kursdurchschnitt.....

Index d.6°/o Werte....

99.11

108.60

96.66

110.20

96-73 105-99

95.38

108.74

95-00

104.10

93-50

106.59

87.90

96.32

88.00

100.32

85.17

94.43

87.09

99.28

85-83

94.05

87.00

99.18

85-87 94-09

87.03 99.21

86.02\ 85.85 94.261 94.07

86.86 86.65 99.02 98J8

Kursdurchschnitt.....

|ndexd.5°/oWerte....

89.75

115.11

87.50

112.22

83.71

107.36

78-88

101.17

78.35

100.49

78.33

100.46

78.40

100.55

78.26

100417

78.08

100.15

Kursdurchschnitt.....

Ind. d.4''2°/oWerte ..

86-12

113.16

83-00

109.07

81.55 78.82

107.16; 103.58

82.80’, 81.95

108.81| 107.69

82.20

108.02

82.62

108.57

81.87

107-59

Gesamt-

110.26-107-68

105.58

100.36

100.32 100.02

100.06

100.15

99.82

Spezial-Index d. 7 „ Werte 7°/oStaats-u.Prv.....

7% Stadtanleihen.... 7°/o Pfandbriefe.....

7°/o Komm.-Obi .... 7°/o Industr.-Anl.....

111.50

109.03

109.66

109.64

109.64

110.62 105.68

108.16 109-16 106-46

107.81 103.54 106 26 107.08

106-11

103-89 94.37 98.08 98.82 98.89

103.49

95.08 91.48 92.92 9839

103.45 94.69 93 27 92.9.- 98.3

103.25

94.62

93.18

92.82

97.78

103.66

94.48

93.33

92.82

97.7t

103.56

94.75

93.12

92.76

97.74

Index d. deut Anl. 1. Ausld.

104.90

104.86

104.43

102.14

103.12

102.98

102.79

102.91

10298

Amerikanischer WirMaMenst.

k New York, 13. Okt. (Funkspruch.) Nach Mitteilungen aus hiesigen Finanzkreisen werden die Besprechungen zwischen dem internationalen Bankierausschuß und der mexika­nischen Regierung zwecks Revision des Schuldenabkommens in nächster Zeit wieder'ausgenommen.

Die Royal Banking Power Co. schlägt eine Aktiendividende von 700 pCt. durch Umtausch der bisherigen alten Aktien in je acht neue Aktien vor.

Wew York, 12. Okt. Der Wert der Ausfuhr von Amerika nach Deutschland im Monat August betrug Doll. 24 579 000 (22 079 400 im Juli und 30 239 000 im August 1927). Aus Deutschland wurden Waren im Werte von Doll. 21 025 000 in die Vereinigten Staaten eingeführt (20 662 000 bzw. 18 014 000). Der Import aus Frankreich erreichte im August eine Höhe von Doll. 15 138 000. während sich der Export nach Frankreich aus den Vereinigten Staaten auf Doll. 15 167 000 belief. Die ent­sprechenden Ziffern für den Monat Juli lauten: DolL 11 293 000 bzw. 15 918 000.

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