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Nationalpark geworden »ein wird, der zahllose Liebhaber an­lockt Freilich birgt eine solche Ueberflutung auch Gefahren. Doch wie es die Bäder Ahrenshoop und Prerow und wiederum Zingst möglich gemacht haben, ihren alten schö­nen Stil zu bewahren, so wird auch der Darß als Naturschutz­gebiet das unberührte Paradies bleiben, das er von jeher war.

Durch alte Städte führt der Weg zum Garten der Tiere. Da ist Rostock, die alte Hansestadt mit der Universität und seiner denkwürdigen Geschichte. Da weisen die Straßen über Wismar, der Hansebündlerin, die sich noch Vergangen­heit bewahrt hat. Stralsund, das gotische Manifest mittel­alterlichen Lebens, vermittelt den Hauptverkehr zum Darß.

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„Noch gibt es einen Wald auf der Nordepitze Deutschlands, auf der Halbinsel Darß in Pommern. Er umfaßt 26 000 Morgen, und gewaltige Sümpfe haben der vernichtend vordringenden Zivilisation einen Riegel vorgeschoben. Dort breiten sich noch geheimnisvolle Erlenbrüche wie tropische Mangrovenwälder hinter den gewaltigen Dünen aus, und urwüchsige Baumriesen trotzen seit Jahrhunderten den Ostseestürmen. Die alten Keiler sind da, Hirsche röhren aus allen Ecken in den stillen Herbst­nächten; auf den Föhren brüten Seeadler, Fischadler und Wan­derfalken. Der Wald sieht stellenweise genau so aus wie ehe­dem, als unsere Vorfahren mit Axt und Speer den Auerochsen und Wisent verfolgten.“ So schrieb Schwedens großer Natur­forscher Bengt Berg vor fünf Jahren und gab damit einen wei­teren Anstoß zu dem lange von deutschen Naturfreunden ver­folgten Plan, den Darsser Urwald zu einem Naturschutzpara­dies auszubauen, wie es Amerika ähnlich in seinem National­park besitzt: nur sollten hier alle aussterbenden Wildtiere der Baltischen Tiefebene eine neue ungestörte Heimat finden, um ihr völliges Eingehen zu verhindern.

Alle Bemühungen einsichtsvoller Jäger und Förster schei­terten, bis vor etwa l1/« Jahren der Reichsforst- und Reichs­jägermeister den Befehl zur Inangriffnahme des Werkes gab, das kürzlich mit der vollendeten Einfriedung eines 28 000 Mor­gen großen Wald- und Landgebiets zu einem gewissen Abschluß gelangt ist. Aus Kanadas wilden Steppen ist eine siebenköpfige Familie mächtiger, dickhalsiger und schwerer Elche angekom­men, deren stolzes, schaufelartiges und vielzackiges Geweih nun bald die bemoosten Buchen- und Eichenstämme scheuern wird, wie diese plumpen Gesellen es noch in Pommern bis zum Jahre 1750 taten. Auch Friedrichs des Großen Schutzgebot hat das Aussterben dieses Wildes nicht aufhalten können, das heute nur noch in Ostpreußen, in den Baltischen Niederungen (Kurland, Litauen, Livland) und in Schweden und Norwegen

Bad Bippoldsau

Der Gesteinskundige denkt an Schapbach und sein Tal, wenn er sich einer der charakteristischen Arten von Gneis erinnert, die im Schwarzwald auftreten. Der Trachtenfreund weiß, daß in dieser reizvollen Bergwelt die Frauen und Mädchen eine besonders malerische Gewandung tragen und wundervolle Kopf­bedeckungen. Der Wanderer wird berichten, daß man das Ge­birge der Südwestmark nicht ganz kenne, wenn man nicht von Hausach aus — an der Schwarzwaldbahn von Offenburg nach dem Bodensee — erst der Kinzig entlang und dann dem viel­gewundenen Lauf des Wolfbaches folgend zum Kniebis hinauf­geschlendert sei. Und manch einer, der den Heilkräften der schwarzwälderischen Quellen Genesung und Erneuerung zu danken hat, wird sich des Bades Rippoldsau erinnern, das so beschaulich, fast wie eine gepflegte Abtei anmutend, in seinem Tale oberhalb von Schapbach geborgen liegt.

Victor von Scheffel, der in Bad Rippoldsau am „Ekkehard“ und am „Trompeter“ dichtete, hat in einer heiteren Legende die wohl von ihm ersonnene Fabel geschildert, nach der ein lebensüberdrüssiger Pater namens Rippold sich ins selbst ge­schaufelte Grab legte, um den Tod zu erwarten, indessen er plötzlich von hervorbrechenden Quellen emporgeschleudert wird. Die Wasser, die ihn so unvermutet aus der dumpfen Grube hinaus­schleudern, teilen dem Erstaunten alsbald ihre Heilkraft mit. Neue Daseinsfreude durchströmt den Einsiedler, der schließlich zum ersten „Badwirt“ von dem nach ihm genannten Badeort wird. Uebrigens erinnert ein Denkmal an den Dichter und Ver­herrlich® von Bad Rippoldsau. Ein Versepaar des sangesfrohen Poeten, das man auf einer Inschrifttafel liest, empfiehlt ein sehr probates Rezept dem Kurgast:

Hier trink’ ich bekümmernisledig Lenzlüfte und sonnigen Schein, Und wär’ ich der Fürst von Venedig, Mir könnte nicht wohliger sein.

Nicht neid’ ich der Welt ihre Wonnen, Noch allen neunfarbigen Dunst: Still liegen und einsam sich sonnen Ist auch eine tapfere Kunst!

Der Gast von Bad Rippoldsau verfügt über manche An­nehmlichkeit, die er vielleicht gar nicht so ohne weiteres er­wartet. So werden nicht nur alle möglichen Bäder verabfolgt — Mineral-, Stahl-, Kohlensäure-, Moor-, elektrische Bäder u. a. —, sondern man kann sich auch in einem schönen Hallenschwimm­bad erquicken. Unter den vier erdigsalinischen Eisensäuer­lingen, die in Bad Rippoldsau entspringen, gehört die Wenzel­quelle zu den stärksten Stahlbrunnen Deutschlands. Daß sich biedermeierliche Züge des ehedem auch von den badischen Landesherren gern und regelmäßig besuchten Bergbadeortes bis in unsere Tage erhalten haben, ohne daß man neuer Verfahren der Badetherapie zu entbehren brauchte, berührt durchaus sym­pathisch. Eine stille Welt zwar, aber doch mit allem versorgt und ausgerüstet, was der Badegast braucht, um sich wohl zu

Bad Kndowa

liegt im westlichen Teile der Grafschaft Glatz, Jenes schlesischen „Schatzkästleins", das ins Böhmische wie eine Bastion vorgeschoben ist. Unfern des Reinerzer Sattels birgt sich das Bad in einem sanften, zum Teil bewaldeten, nach Süden offenen Kessel; es bildet den End­punkt der Glatzer Bäderbahn, die in ihrem letzten Stück als eine Art Semmeringstrecke in kleinerem Maßstabe angesprochen wird. —- Schon Hufeland hat festgestellt, daß die Stahlquellen Kndowa« durch ihren Reichtum an kohlensaurem Gas vor ihresgleichen ausgezeichnet sind. Als Heiltrank waren die Wässer von Kudowa, deren Ent-

einmal Wallenstein und seinem Schwager Terzky gehört, später war es im Besitz der Grafen Goetzen. deren berühmtester Vertreter in der napoleonischen Zeit eine so wichtige Rolle für Schlesien, namentlich im Zusammenhänge mit der Festung Glatz spielte, lieber den nahen Reinerzer Paß führt die Straße von Glatz ins Nachbarland hin­über, nach Narhod. wo Steinmetz 66 die Oesterreicher schlug. Herr­liche Parkanlagen, die reich bewaldete Höhe deä Schloßbergs, Tscher- benay mit seinem Teiche und seiner Schädelkapeile sind die näheren Wanderziele. Mit Wagen oder Auto — auch Postomnibusse verkehren — sind allerlei schöne Punkte des Gebirgs, vor allem die Heu- scheuer mit ihrer eigenartigen ..Felsenstadt" bequem zu erreichen. — Daß in Kudowa für alle Ansprüche gesorgt ist, die man an ein Bad ersten Ranges stellen darf, sei am Rande vermerkt. Doch auch für gemäßigtere Anforderungen stehen gutgepflegte Unterkünfte- und Verpflegungsgelegenheiten zur Verfügung. Der neue hübsch auf ge­machte Prospekt des Bades gibt in einer Anlage auch über Pau­schal- und Vergünstigungskuren Aufschluß. DZ.

Bad Ems.

In diesem Jahre werden in Bad Ems im Staatlichen Kurtheater nach langer Zeit zum erstenmal wieder Aufführungen des Gießener Stadt­theaters mit seinem vollen Ensemble stattfinden. Die alte Kurbrücke, die eine bequeme Verbindung von der Trinkhalle zum Kurmittelhaus herstellte, ist jetzt durch eine neue und schönere ersetzt worden. Der Zustrom der Kurgäste, die an dem berühmten Kränchen Heilung suchen, hat bereits eingesetzt.

Bad Liebenstein.

Dieser bekannte am Südrand des Thüringer Waldes gelegene Luft­kurort und älteste Badeort Thüringens mit seinen starken kohlen-

s,®ot TaHrc ^siWiichcn ’ '"'Urzeit b rugem r D°m Ltao

baut worden ist. Nach Bad Liebenstein gelangt man mit der Eisej^ ----- ---- ---------- ------ . bahn von Eisenach aus über Bad Salzungen—Immelborn. Außerdqo^ deckung ins Jahr 1581 fallen solR seit Jahrhunderten bekannt; von jst der Qrt auch in das thüringische Postkraftliniennetz eingfoaj ihrer herzstärkenden Wirkung überzeugte man sich seit den 60er gliedert, m. ’

Jahren des verflossenen Säkulums mehr und mehr. So stehen heute

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Erwanderung einladend scheint — und in der Tat auch lohnt, Denn, hat der Wanderer den Südkamm erreicht, so liegt vor ihm das reizvolle, burgenbesetzte, kegelige Land um den Hohen­staufen herum, welcher selber überraschend steil aufragt, aber freilich von dem ehemaligen Sitz der Staufer nur ahnbar berichtet.

Der Gegensatz zwischen lieblich-anmutigem Tal und den herben Wäldern macht so viel einen Teil des Remstales aus, wie die zahllosen Obstbäume es zauberhaft verschönen, die es zum Besuch in der Blütezeit einfach prädestinieren. Es kommt dem poetisch verzückten Besucher dabei zugute, daß auch die Reben hier vorzüglich gedeihen, so daß er nicht trocken durch das Flußtal wandern muß. Orte wie Schnait oder Strümpfelbach gehören zum gehegten Bestand des Wein­liebhabers, der damit auch einen guten Anlaß entdeckt hat, das Remstal im Herbst zu besuchen, wo der junge Wein gar heftig in den Gemütern gärt und straßauf, straßab eine Häufung von parkenden Kraftwagen zu sehen ist, die, wollen wir hoffen, alle auch ungefährdet wieder heimfahren werden.

Das Remstal, wie wir es hier meinen, endet ungefähr bei Gmünd, der größten der hier genannten Städte, Geburtsort des Hans Baldung Grien (worüber es zwar Zweifel gibt), des Jörg Ratgeb und Heimat Peter Pariere, des Prager Dombaumeisters aus der weitberühmten Architektenfamilie.

Wäre es recht, einer anderen Geburtsstätte im Remstal zu vergessen, Schorndorfs, wo als Sohn eines Bäckers Gottlieb Daimler geboren worden ist? Die kleine Stadt liegt zwischen Waiblingen und Lorch, hat bedeutende Industrie und war einst eine vielumkämpfte und tapfere Festung. Von ihren Frauen hat man eine unbestimmte Vorstellung. Ist Schorndorf, geschicht­lich gesprochen, weder die Stadt der „klugen Frauen“ noch auch der „treuen Weiber“, so verdankt doch auch diese Festung ihren weiblichen Insassen ihre Rettung. Wänderten nämlich die Weinsbergerinnen mit ihren Männern auf dem Rücken durchs Tor und gewannen jene „klugen Frauen“ ihren Gesponsen mit Charme das Leben, so trieben es die mutigen Schorndorferinnen ganz anders. Während bereits Emissäre Mölacs (1688) auf dem Rathaus die Preisgabe der Stadt forderten, organisierten sich die Frauen unter der Führung ihrer resoluten Bürgermeisterin, bewaffneten sich, marschierten in Kolonnen zum Markt und setz­ten die aufdringlichen Franzosen gefangen. Ihr patriotisch-ent­schiedenes Verhalten feuerte die Männer zu ernstlichem Wider­stand an, so daß die „Mordbrennerscharen“, wie es im Bericht heißt, „ihren Endzweck nicht erreichen konnten“ und lieber ab­zogen. Schade, daß dieser deutsche Stoff noch nicht seine Ge­stalter gefunden hat; er könnte ein schönes Denkmal für die

In all seinen mächtigen wie leisen Reizen kennengelernt hat. sollte nach dem Büchlein greifen. Es wird ihm Vorfreude oder Willi .

kommens Gedächtnisstärkung sein. (1936, 64 Setten mit 27 Text» Ult denen bi bildern, dazu eine Karte auf der Innenseite des Schutzumschlagee

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Tatsache durchdringen läßt, um so eher wird er den lebendigen j Kabinetts Odem auch. aus den „Antiquitäten“ emporsteigen fühlen. (Italien. - l Eine Zusammenfassung seiner Geschichte und seines gegenwärtigen i’uiija.jen Lebens in Kunst, Wissenschaft, Volkswirtschaft, Industrie, Land« ritotDCÖCil n)il wirtschaft, und Sport. Mailand, Industrie Grafiche Italiane Stucchi 376 S. Viele Abbildungen. Deutsche Uebersetzung von Agnei Custer.) DZ.

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unter den Heilanzeigen die Erkrankungen des Herzens, zusammen mit Ummerstadt tn Thüringen.

der Basedowschen Krankheit, im Vordergründe. Auch für Frauen- . __, „. ..

leiden, Rheumatismen. Nerven- und Nierenkrankheiten ist Kudowa Im Rodachgrund liegt in südlichsten Zipfel Thüringens zwischi nach wie vor zuständig. — Der Reiz der Natur mischt sich wie überall -<"■ n-d C,

in der Grafschaft mit den Erinnerungen der Geschichte. Kudowa hat

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Ein Führer durch Hannover.

Der vorliegende Reiseführer weicht in der Durchführung seiner Auf­gabe nicht unwesentlich von der bisher gepflegten Art ab. Er richtet den Blick des Reisenden zunächst auf die Gesamterscheinung der Stadt, hebt ihre wesenhaften Züge heraus und geht erst dann zur Aufzählung der Einzelheiten über. Dabei liest man mit Vergnügen ein Kapitel über die Herstellung des Hanomag oder beim Zoo über die Anwendung des Freianlagegrundsatzes auf die verschiedensten Tierarten. Es wird dem Leser nicht nur gesagt, was die Museen an Kulturgut verwalten, sondern auch nach welchen Methoden sie es darbieten. Die Umgebung wird vom einzelnen Ort aus gezeigt, wobei freilich die Erschließung des Landschaftsbildes zu kurz kommt. Die Lüneburger Heide reicht über die Aller nach Süden bis fast vor die Tore Hannovers! Daß unter den Ausflugsorten der Umgebung Hildes­heim fehlt, obwohl das südlich davon gelegene Bad Salzdetfurth er­wähnt und westlich bis Bad Oeynhausen gegriffen wird, ist ein Mangel, der bei der nächsten Auflage beseitigt werden sollte. Ein kräftigerer Hinweis auf die einzigartigen romanischen Wandmalereien in Idensen bei Wunstorf und eine Einfügung der charakteristischen Reihendorf- anlagen in Isenhagen bei Hannover (vor Burgwedel) seien als wei­tere Wünsche notiert. — Die Sprache des Führers ist angenehm ein­fach. auf Flüssigkeit und Einprägsamkeit bedacht, obwohl bei Mit­arbeitern aus den kleineren Orten gelegentlich ein gewisser Reise­prospektstil durchdringt. Die zahlreichen Bildbeigaben sind durch- schnittlich eine gute Unterstützung des lebenden Wortes. Insgesamt: eine interessante und empfehlenswerte Leistung. („H a n n o v e r Und seine Ausflugsort e“. In Lührs gelben Reise- und Städteführern, Verlagsanstalt Heinr. Lühr, Rastede-Oldenburg, Preis 0.50 RM.) A- K-

Hamburg-Sfld-R eisen.

fn zwei hübsch bebilderten Heftchen gibt die Hamburg-Süd ameri­kanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft einen Ueberbhck über ihre Ferienreisen im Sommer. Sieben sechstägige Reisen führen im August und September nach London, vier Ferienreisen im Juli und August nach England, Irland. Schottland. Norwegen und Dänemark; eine Reise führt bis nach Spitzbergen. Neben den Fahrplänen und Preisen geben die beiden Prospekte in Text und Bild eine gute Einführung in die Sehenswürdigkeiten, die auf den Reisen berührt werden sollen. •*

Die Insel Juist.

Ale eine hübsche Ergänzung zu den sogenannten Prospekten, die sich auf eine aktuelle, praktisch-informative Darlegung der Ver­hältnisse in einem Bade- oder Kurort beschranken, gibt Otto Meißners Verlag, Hamburg, in Verbindung mit der Arbeitsgemein­schaft „Nordsee“ der Landesverkehreverbande eine Schriftenreihe heraus, die sich „Deutschlands Nord s e e b äd e i' bet Helt. Es liegt uns von den bereits erschienenen Bändchen das über „Die Insel Juist“ vor. Peter Smidt hat es geschrieben; vielseitig

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Halbinsel wolle, so heißt es weiter, kein eigentlicher Führer sein, komme jedoch einem solchen an Nützlichkeit für den R ei senden gleich. Wie das Inhaltsverzeichnis ausweist, folgt den geographischen und geschichtlichen Angaben eine eingehende Darstellung des moder­nen Italiens, insbesondere seiner industriellen Leistungen. Den Be4 : __ l_„r__cr Schluß bildet dann auf rund 150 Seiten ein „Kleiner Touristen* m 7 führet“, der den Reisenden bis in die Ueberseebesitzungen des König-? Ul •' um - reich? geleitet. — Wir begrüßen das Erscheinen dieses Werkes, dal die uns geläufigeren Reiseführer zwar nicht zu ersetzen bestimmt sein kann, jedoch in seinem wirtschaftlichen Teil ein sehr erwünschtes und in dieser knappen Uebersicht sonst nicht vorhandenes Hand- mcfiti büchlein für den Reisenden darstellt, der sich auf seiner Fahri in den Süden nicht ausschließlich auf den äußeren Anschein beschran« c JiC^icrnilß ken will. Das moderne Italien hat den Ehrgeiz, mehr zu sein als ein Ruinen- und Museumsland. Je mehr sich der Reisende von diese!

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einen steten Aufschwung genommen. Mit großen Tannen- und Buchenwäldern bedeckte Berge schützen den Ort vor rauhen Nord- und Ostwinden. Die schöne Umgebung des Herzheilbades bietet reiche Gelegenheiten zu lohnenden Spaziergängen und Wanderungen. 9o erreicht man u. a. in ’/, Stunden Schloß Altenstein, den von einem herrlichen Park umgebenen Sommersitz der ehemaligen Meininger Herzöge, der Ende des 18. Jahrhunderts in englischem Renaissance. Stil nahe den efeubewachsenen Trümmern der alten Burgruine er»

samen Brüchen des Darß, in den unzugänglichen Mooren, in den Weidenanpflanzungen an fetten Sümpfen und im undurchdring­lichen Niederholz-Vorkömmen zwischen stillen Morästen, in denen sich das Wildschwein suhlt, — hier wird sich auch Elen uni Ur wohl befinden, nachdem sie bei Hagenbeck akklimati­siert wurden. Stille Waldseen, purpurn blühende Heide, saftige Wiesen, mannshoher Adlerfarn, knorrige Eichen und Buchen, harzige Kiefern, fruchtbarer Waldboden, Wacholder, Ginster, Stechpalmen und Erlen wechseln in buntem Reigen in diesem Walde ab, werden eingesäumt von einem Steppengürtel, einem Dünengelände (zur See hin), von friedlichen Dörfern und selten betretenen Straßen.

Ueber 600 Stück Rotwild besiedeln den Darsser Urwald; ein reichlicher Bestand an Schwarz- und Reh-Wild ist vorhan­den. Zwischen den monddurchschienenen Hängen sagen sich noch Fuchs und Hase Gutenacht, und Marder, Iltis, Dachs, Wiesel und Otter bleiben ungestört. Die letzte Eule Norwegens, Strix Bubo, der große Uhu, hat hier eine neue Heimat gefunden, Wander- und Turm-Falken, Fischadler und seltene Reiher, Wild­gans und andere rare Seevögel ziehen von Jahr zu Jahr immer mehr in dieses Avalun jener Geschöpfe, die nahe daran waren, vernichtet zu werden. Verschwiegene Buchten, Bodden, Seen und schilfige Ströme klingen vom Jubel und Schreien der Krea­turen wider.

Noch mehr Leben wird auf der Halbinsel einkehren, wenn auch der Zingst eingefriedet ist. Hier sollen dann die Wisente und Ure heimisch gemacht werden, da sie in diesem Gebiet die vorzüglichsten Daseinsbedingungen vorfinden. Damwild und die reizenden Wildschafe, die Mufflons von den Mittelmeer-Inseln Sardinien und Korsika werden Urwald und Ursteppe bevölkern,

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