Wummer 60 Sette 2

auch Prinz Ludwig einstimmte. Mit den Worten, daß er ald Vertreter der Wissenschaft nicht Sonderinteressen, sondern daS Wohl der Allgemeinheit im Auge habe, wies Brentano unter stürmischem Beifall die Stellungnahme des Freiherrn v. Soden zurück, dessen Auftreten allgemein den Eindruck eines völlig verunglückten staatsmännischen Debüts hinterließ.

Hesterreich und Ungarn.

=s Wien, 29. Febr., 10 N. (Priv.-Tel.) Ministerpräsident .Gras Stürgkh hatte heute ebenfalls in der Ersatzres er. visten-Frage eine Besprechung mit dem Kriegsminister .Auffenberg. In politischen Kreisen verlautet, daß noch keinerlei Entscheidung in der Reservistenfrage getroffen sei, weil Ministerpräsident K h u e n bisher seine Auffassung maß­gebenden Orts noch nicht mittcilen konnte. Eine Klärung dürfte durch die baldige Audienz Khuens beim Kaiser her­beigeführt werden. * - -: - 'S

h Budapest, 29. Febr., 9.10 N. (Priv.-Tel.) Der Minister des Aeuheru, Graf B e rch t o l d , der heute hier eintraf, hatte nachmittags eine einstündige Konferenz mit dem Ministerprä­sidenten Grafen Khu en, wobei in erster Reihe die neuestens aufgetauchtcn Differenzen in der Frage der Einberufung der Ersatzreservisten zur Erörterung gelangten.

Ztatienifche Kammer.

Erregte Szene«.

M Rom, 29. Febr., 7.15 N. (Priv.-Tel.) In der heutigen .Kammersitzung kam es zu erregten Auftritten, weil die Sozialisten in ihren Blättern die Beschuldigung erhoben hatten. Las Resultat der geheimen Abstimmung über die Annexion sei um einige Stimmen zugunsten der Annahme gefälscht worden. Den Beweis hierfür glauben sir durch ehrenwörtliche Feststellungen bei ihren Abgeordneten erbracht zu haben. In der Sitzung bestritten alle Ver­antwortlichen jede Schuld und protestierten heftig, fast h a :i d- greislich, gegen den Versuch der Sozialisten, die Ange, legenheit, die übrigens ohne politische Bedeutung ist, zur Be­sprechung zu bringen.

Iranzösische Kammer.

y Paris, 29. Febr., 7 N. (Priv.-Tel.) Die Kammer bewilligte heute einstimmig einen Kredit von 50 000 Frs. für die unter Führung des Gesandten Regnault nach Fez zu entsendende Mission, welche den Protektoratsver­trag mit dem Sultan Von Marokko abzuschließen hat. Auf Anfrage des Sozialisten V a i l l a n t erflärte der Minister­präsident Poincare, daß der Protektoratsvcrtrag, sobald er vom Sultan unterzeichnet sei, selbstverständlich dem fran­zösischen Parlament zur Billigung unterbreitet werde.

Die Kammer nahm sodann hie Verhandlung über den zehnstündigen Arbeitstag in der Industrie wieder auf. Der Arbeitsminister Bourgeois trat in länge­rer Rede lebhaft für die Annahme der Vorlage ein. Die Kammer schloß die Gcneraldiskufsion ab und beschloß den liebergang zur Spczialdiskussion, die am nächsten Donnerstag beginnt.

Die Wahlrechtskommission der Kammer hat sich heute für die Einführung des Wahlzwanges ausge- sprachen'. Wähler, welche sich bei den Wahlen zum Parlament oder zu den Gemeinderäten der Abstimmung enthalten, sollen mit 5 Frs. Geldstrafe belegt werden. Wähler, welche am Wahltage nicht in ihrem Wahlbezirk anwesend sind, sollen das Recht erhalten, ihre Stimmzettel unter Kuvert an den Bür­germeister ihrer Gemeinde zu schicken.

Die chinesische Republik.

Peking, 29. Febr. (Reuter.) Abends begannen einige hundert Soldaten Nüanschikais zu meutern, plün­derten mehrere Häuser und zündeten sie an. Ein planloses Schießen begann. Einige tausend Soldaten wurden aufge­boten, um zu versuchen, die Ordnung wiederherzustellen. Die Straßen sind menschenleer. Es herrscht allgemein beträchtliche Besorgnis._______________

Drahtmeldungen.

piachdruck, telegraphische oder telephonische Verbreitung ist nur mit deutlicher « OuellenangabeFrkf. Zig." gestattet.)

Privat-Depeschen drr Frankfurter Zeitung.

a Köln, 29. Febr., 7.80 N. Gemeinsam mit dem rheinisch- westfälischen Verband der Freunde evangelischer Freiheit tag­ten hier Vertreter von kirchlich-liberalen Berbän- den aus ganz Deutschland. Wie fettgestellt wurde, hat die Mitgliederzahl dieser Verbände sich verdoppelt. Im Mit­telpunkt der Beratung stand der Förstersche Plan der E n t- staatlichung der Kirche. Die Tagung erklärte sich völlig einverstanden mit dem Wirken Traubs und feiner religiösen Auffassung. Bemerkenswert ist, daß an den Ver> sammlungen, hie Pfarrer Traub leitete, viele Pfarrer und Universitätsprofessoren teilnahmen.

u Lübeck, 29. Febr., 7.27 N. Die Schneidergesel. len haben hier gleichfalls den Streik am 1. März be­schlossen.

S Stuttgart, 24. Febr., 4.50 K. Die Göppinger Sozial­demokratie hat gegen v i e r P a r t e i g e n o s s e n, die in der sozialdemokratischenDonauwacht" eine Erklärung gegen die Freie Volkszeitung", das Organ der Göppinger Genossen, er« lassen haben, beim Landesvorstand das Äusschlutzver- fahren beantragt.

h Budapest, 29. Febr., 9 N. Die Polizeibehörde hat die Anmeldung der sozialdemokratischen Partei, am Montag einen Demonstrationsaufzug vor das Par­lament in der Angelegenheit des Wahlrechtes zu beran-

feiner Zeit anspielt. Schon das Geleitwort zur ersten Aus- gäbe, das übrigens ein glänzendes Stück Kalenderkunst ist, knüpft an die Ideen der vierziger Jahre an:Besinnst Dich hin und her, herüber und hinüber, lieber Leser, was das für ein Gevattersmann ist, der da zu Dir ins Haus kommt, und was ihm ein Recht gibt, sich so zu heißen. Es lassen sich siebenerlei Gründe dafür denken, fünf kannst Du Dir selber machen, und zwei will ich Dir sagen. Also: 6.) Will ich Dein Gevattersmann sein bei manchem rechtschaffenen Gedanken, den Du zur Welt bringst. Wenn Du das da liesest, was ich jetzt schreibe, und es geht Dir etwas Gutes dabei durch den Kops, und Du spürst es in allen Gliedern, daß Du ein braver Mann und ein guter Deutscher fein willst, so steht Einer im Winkel und freut sich und das ist der Gevattersmann. 7.) Will ich auch noch einmal Gevatter sein bei dem schönsten und liebsten Kind, das hoffentlich nicht mehr zu lange auf sich war­ten läßt. llnb weißt Du, wie es heißt? Tie deutsche Ein­heit. Laß dann dem Gevattersmann die Freude, ein ganz klein Zipfelchen von seinem Kaisermantel zu halten und ihm etwas ganz Gutes in das Kiffen zu binden." Und auch die kleine SchnurreSeltsames Loh" ist ein Kind feiner Zeit:Auf einem hohen Berge, von wo man einen großen Teil des f Landes Übersehen kann, stand vor nicht langer Zeit der Fürst des Lan­des und bei ihm der Schultheiß des nächsten Ortes. Sie schau­ten hinaus nach der wirklich schönen und gesegneten Gegend. ^Nicht wahr", sagte der Fürst,es ist doch ein prächtig Land, unser jer Land?"Ja, Königliche Majestät", erwiderte der Schultheiß,es ist gar nicht umzubringen." Die politische Note hat dem Kalender Auerbachs in feiner Verbreitung nicht über­all genützt. Im Vorwort zum zweiten Jahrgang heißt es, nach­dem von der herzlichen Aufnahme in vielen Gegenden berichtet worden:Man hat dem Gevattcrsmann ganze deutsche Länder verwiesen." Doch läßt sich der Kalendermacher nicht einschüch­tern durch derlei Mißgeschicke, und ungeschminkt sagt er die Wahrheit:Der Gevattersmann meint aber, man soll sich durch keinerlei Gewalttätigkeiten und Boshaftigkeiten davon ab- bringen lassen, das zu tun und das zu sagen, was mail für gut hält. Dahin möchten es ja die Gewaltmenschen und die Reidlinge gerne bringen, daß man ihnen das Feld räumte. .Wer hierin nachgibt,'hat sich selber aufgegeben." Unter den kleinen und großen Erzählungen und Einfällen desGevatters- mailil" finden sich köstliche'und lebendige, aber auch trockene ,unb' allzu schulmeisternde Stücke, doch wäre es leicht, eine recht anregende Auswahl zu treffen. Auerbach selbst hat später eine SammlungSchatzkästlein des Gevattersmann" (Stuft- gart 1856), ebenfalls nach dem Vorbild Hebels, herausgebracht >unb kurz danach begonnen, einen neuenVolkskalender" her» auszugeben, der aber 1869 auch wieder einging. Die Jahr­gänge desGevatterSmann", der im Jahre 1848 fein Er- >scheinen einstellte, vielleicht einstellen mußte, sind reich und gut illustriert. DaS Titelbild stammt von R. Vogel, verschiedene Zeichnungen von Graefs. Jeder Ausgabe ist das Vollbild eines deutschen Kaisers (Heinrich I. usw.) beigegeben. Was Berthold Auerbach als .Gevattersmann" geschrieben und zu­

Awettes Moraenbkatk der Iranksurter Zeitung

stalfen, nicht zur Kenntnis genommen und den Auszug ver­boten, so daß Zusammenstöße zwischen der Polizei und der Arbeiterschaft fast unvermeidlich erscheinen.

L> Petersburg, 29. Febr., 7 N. Die Reichs ko nirolle beendete die Revision der im japanischen Kriege verausgabten Geldsummen. Sie konstatiert, daß die ordnungswidrigen Ausgaben oder solche, für welche keinerlei Belege vorhanden sind, 30 Millionen Rubel betragen. In tie­fer Sume nicht inbegriffen sind die Ausgaben, bezüglich deren überhaupt keine Abrechnung vorgelegt wurde, sowie diejenigen, Über welche die intereffierten Ministerien bereits zur Eini­gung gelangt sind, obgleich diese Ausgaben ebenfalls ordnungs- widrig sind.

Infolge der Unterordnung bet finländifchen Lotsenressorts unter das russische Marineministerium sind bereits zahlreiche Abschiedsgesuche von finländifchen Lotsen ein« gelaufen. In Marinekreisen und intereffierten Handelskreisen wird befürchtet, daß infolge des massenweisen Ausscheidens erfahrener finländischer Lotsen die Schiffahrt in den finlänbi- schen Schären in Zukunft gefährlich, wenn nicht unmöglich wird.

K New Uork, 29. Febr., 3 N. Dienstag beginnt der Kri- minalprozeß gegen die Aufsichtsräte des Zucker­trusts toegen Verletzung des Trustgesetzes.

Der Importeur von Solinger Waren, Kastner, wurde auf Zahlung von 693 000 DollarH hinterzogener Zölle verklagt.

Die Bundesregierung verbietet die Verwendung von Saecharin.

Molff's telegraphisches Corrrspondenr - Aureau.

Washington, 29. Febr. Im Senat erklärte L o d g e, ein langjähriges Mitglied der Senatskommission für die aus­wärtigen Beziehungen, er sei gegen die Ratifikation der Schiedsgerichtsverträge mit England und Frankreich, weil sie die'Monroedoktrin gefährden könnten. Vor nicht sehr langer Zeit sei eine Bewegung ins Werk gesetzt worden, ünt den Besitz der Magdalena-Bah für eine fremde Macht zu sichern. Diese Verhandlungen, hinter denen die interessierte fremde Macht stände, würden offenbar fortgesetzt. Ferner habe man mehr als einmal an Ecuador Anfragen ge» richtet, ob er geneigt fei, die Galapagosinseln zu ver­kaufen, die nicht weit von dem westlichen Ausgangs­punkt des Panamakanals lägen. Stellen Sie sich bot, sagte Lobge, sie würden jetzt zum Kauf angeboten, irgend­eine westliche Macht ober östliche Macht würbe kaufen, unb wir würden intervenieren, und uns schließlich in der Sage befinden, vor einem Schiedsgericht die Frage zu er­örtern, ob diese Inseln, die für die Sicherheit des Panama­kanals von höchster Wichtigkeit sind, trotz flagranter Ber- letzung der Monroedoktrin an eine fremde Macht verkaust werden können. Im weiteren Verlaus feiner Rede erwähnte Lodge, daß auch die Panamakanalgebühren, die astatische Einwanderung und andere Fragen zu denjenigen gehörten, die vorläufig keiner schiedsgerichtlichen Regelung unterlägen, aber durch die vorgeschlagenen Verträge wahrscheinlich ebenfalls zum Gegenstand eines schiedsgerichtlichen Verfahrens gemacht werden könnten.

Monteearl», 29. Febr. In dem Boxkampf um die Meisterschaft Europas besiegte "der 18jährige Fran­zose Carpcntier den Engländer Sullivan, indem er ihn in der zweiten Runde kampfunfähig machte.

*

a Nizza, 29. Febr., 5 N.Sangre y soT, die neue dreiaktige Oper von Alexandre Georges, scheiterte bei ihrer Uraufführung am Kasino in Nizza trotz der feinsinnigen Musik am Libretto, dessen Heldin eine carmenähnliche Figur ist.

Pittsvurg, 28. Febr. Die hiesige Universität feierte heute ihr 125jähriges Stiftungsfest. Unter den eingeladenen Fest- tcilnehmern befand sich auch der deutsche Botschafter, Graf v. Bernstorff, dem die Universität den Grad eines Ehren­doktors der Rechte verliehen hat. ____

Das Schachturnier in San Sebastian.

Das zur Zeit in San Sebastian statisindende Schachturnier wird von der ganzen Schachwclt mit lebhaftem Interesse verfolgt. Numerisch zwar ist es schwach besetzt, aber nur deshalb, weil das Turnierkomitee bei der Auswahl der Teilnehmer sehr penibel zu Werke ging und sich aus die Elite der Schachmeister beschränkte. Erhöht , wird seine Be­deutung noch dadurch, daß es ein doppelrundiges ist. d. h. jeder muß mit jedem zwei Partien mit wechselndem Anzug spielen. Die in San Sebastian versammelten elf Meister haben demnach 20 Runden zu erledigen: eine schwere unb maßgebende Kraftprobe. Nachstehend geben wir eine interessante und lebhafte Partie, die am 26. Februar gespielt wurde:

Dr. T a rrasch (Weiß). S pielmann (Schwarz). 1. e2-e4, e7-e5; 2. Sgl-13, Sb8-c6; 8. Lfl-b5, a7-a6; 4. Lb5-a4, Sg8-f6; 5. Sbl-c3, Lf8-e7; 6. 0-0, b7-b5; 7. La4-b3, 67-66; 8. a2-a4, Lc8-g4 (Schwarz opfert einen Bauer im Interesse des Angriffs); 9. a4Xb5, Sc6-64; 10. Lb3-c4, L°4X13; 11. g2Xt3, D68-c8; 12. Kgl-g2, Sfo-hS; 13. 62-63, g7-g5; 14. f3-f4, g5-»4; 15. f4-(5, Th8-g8; 16. ScS-äS, Le7-68; 17. b5Xa6, c7-c6; 18. S65-e3, Ld8-b6; 19. c2-c3, Dc8-68; 20. c3X64 (Weiß sollte das Opfer nicht annehmen, sondern zunächst Kg2-hl spielen), Dd8-h4; 21. Tfl-gl,;g4-g3; 22. f2XgS, ShöXgS; 23.Se3-g4! (die einzige Der- teidignng), Tg8Xg4; 24. h2-h8, Tg4-g8 (stärker ist Tg4-g7); 25. Kg2-h2, Lb6Xd4; 26. Tgl-g2, Ke8-e7; 27. Lcl-62? (ein Fehler, mit Ddl-el würde Weiß im Vorteil bleiben), Sg3Xe4!; 28. 061-13, Tg8Xg2f; 29. Df3Xg2, Se4Xd2; 30.15-!6s-, Ke7-d7; 31. Dg2-g7, 862.13s-; 32. Kh2-g2, S18-g5! Weiß gibt auf.

» * *

ni San Sebastian, 29. Febr. (Priv.-Tel.) Heute gewann Marshall int Nachzug gegen Tarrasch, die Partie Teichmann- Spielmann wurde remis. Die Partie Forgacs-Schlechter wurde in besserer Stellung für Schwarz abgebrochen, Leon­hardt-Rubinstein bei etwa gleichen Chancen, Die Partie Duras-Niemzowitsch dürfte remis werden. Perlis war spiel­frei. Stand nach der achten Runde: Spielmann 6; Perlis 4J4; Rubinstein (1 Hängepartie) 4; Marshall 3%; Duras (1), Niemzowitsch (1), Tarrasch, Teichmann je 3; Leon­hardt (1), Schlechter (1) je 2%; Forgacs (1) 2,

sammengetragen, gibt ihm bas Recht, sich einenrechtschaffenen und getreulichen Kalendermacher" zu nennen.O. E. S.

[($in postalisches fturiofitnt.J Eigenartige Postbe- stellungsverhältniffe hat, wie dieKönigsberger Hartungsche Zeitung" berichtet, die ostpreußische Gemeinde Wolfs- d o r f, die nur eine sehr geringe Einwohnerzahl besitzt, Die Bestellung der Postsachen nach diesem kleinen Dorfe wird pon drei verschiedenen Postorten ausgeführt, nämlich von Neukirch, von Jbenberg und von Oschka. Zu jedem der drei Postämter gehört postalisch ein Drittel von Wolfsdorf. Schreibt z. B. jemand aus Heinrichswalde nachWolfsdorf per Jben­berg" und der Empfänger wohnt in dem Teile von Wolfs­dorf, der zu dem Bestellbezirk von Neukirch gehört, so ist Strafporto fällig. Richtig zu adressieren ist nur jeman­dem möglich, der den Ort genau kennt. Es sollen auch noch andere Ortschaften im Kreise Niederung ähnliche Bestellver- hältnissc haben.

I Deutsche Dichter Gedächtnis-Stift meß 1911.] Die Deutsche Dichter - Gedächtnis - Stiftung, bte sich seit einem Jahrzehnt die Verbreitung guter Literatur und die Bekämpfung der Schundliteratur zur Aufgabe macht, ver­sendet ihren Jahresbericht für 1911. Danach konnte sie ihre Tätigkeit wiederum erheblich erweitern. Ihre Biblio- t h e k s - Abteilung hat an allgemeine Volksbibliotheken im letzten Jahre 76 298 Bände, an Fortbildungsschulen 0069 Bände, an Mannschaftsbüchereien 4292 Bände, an Büchereien für Krankenhäuser und Heilstätten 3114, im ganzen also 9 2 7 7 3 Bande verteilt, außerdem in Wanderbüchereien an Feuerschiffe und Leuchttürme 1646 Bände versandt. Der Gesamt-Ladenpreis der 92 773 Bände (im Vorjahr- 79 041) belief sich auf 1202 25,50 Mk. (im Vorjahre 100 599,80). Insgesamt hat die Stiftung bisher 434 591 Bücher im Gesamt-Ladenpreiswerte von 504 249,18 Mk. an volkstümliche Büchereien verteilt. Die Verlags-Ab- teilung gab 1911 drei neue Bände derHausbüchcrei" und drei neue moderneVolksbücher" heraus. Von den früher er- schiencnen Bänden wurden neue Auflagen in 145 000 Exem­plaren gedruckt. Im ganzen hat die Stiftung bis Ende 1911 1495 00 0 Bände herausgegeben. Die Ortsgruppen- Abteilung hat. ihre. Mstgliederzahl um rund 310 zu steigern vermocht; sie umfaßt jetzt 221 Ortsgruppen mit 4 357 Mitglie- dern. Die Ortsgruppen erstrecken sich nicht nur über LaS ganze Deutsche Reich, sondern sind auch im Ausland, so z. B. in der Schweiz, in Argentinien, den Vereinigten Staaten, Italien und Rußland zu finden. Die Gewinn- und Verlust- rechnung sämtlicher Abteilungen der Stiftung stellte sich in Einnahmen und Ausgaben auf 234 627,57 Mk.; von den Ein­nahmen entfallen jedoch nur 36 576,03 Mk. auf jährliche Mit­gliederbeiträge. Durch ihre Wanderausstellung gegen die Schundliteratur ist die Stiftung an die Spitze die­ser Bewegung getreten. Die Ausstellung hat sich als überaus wirksames Aufklärungsmittel erwiesen; sie wurde 1911 in 31 Städten gezeigt. Drucksachen über die Organisation der Stiftung werden von der Kanzlei in Hamburg-Grotzborstel auf Verlangen jedermann kostenfrei zugesandt.

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Frankfurter HandeislilatB

Wiedergabe Merlnnt^bezeichnetetiArttkeHnnd, der-Privat-Depesehen > auchderemtelegraphische>oderrtelephonischeArorbreitung-iist5nur nrit deutlicher'Quellenangabe S.Frkt'Ztg.?gestattet.

* Oesterreichische Länderbank. Im Anschluß an die bereits mitgeteilten AbschlußziBern für 1911 berichtet uns noch unser Wiener iW-Korrespondent:

An Effekten- und Konsortial gewinnen sind diesmal K 449 000 mehr herangezogen worden. Verrech­net wurden die Beteiligungen an den Kapitalserhöhungen der Perlmooser Zementfabrik und der Nationalbank für Deutsch­land, den Garantiesyndikaten für die neuen Aktien der Re- unicne Adriatica, der (Kreditanstalt, Niederösterr. Eskompte- Ges. und Anglobank, die Emission von 4%proz. Kommunal­obligationen der Ungar. Eskompte- und Wechslerbank, die Mährische Landesanleihe, etwa die Hälfte des Gewinnes aus der Parzellierung des Findelhauses in Wien, die Emission der Ver. Karborundum- und Elektrowerke-Aktien, die beiden Emissionen österreichischer Kronenrente von 1910 und endlich die Realisierung eines Postens Aktien der Oesterr. Zentral­bodenkreditbank. Dagegen wurden an verschiedenen Enga­gements. Minderbewertungen vorgenommen, üaverre ch - n e t blieben an abgewickelten Geschäften die Emission der Aktien der Drogengroßhandlungen Fritz. Petzold und Süß, der ungarischen Rente und Schatzscheino von 1910 und der Oesterreichischen Kronenrente von 1911 sowie die zahlreichen industriellen und anderen Engagements aus neuerer Zeit, die noch nicht emissionsreif geworden sind.

Von den der Bank nahestehenden Banken werden die Ser­bische Kreditbank wieder 7 pCt. verteilen, die Rumä­nische Kreditbank mindestens wieder 10 pCt.; diese dürfte in naher Zeit ihr Kapital erhöhen. Die Zentralboden­kreditbank dürfte 8 pCt, gegen 7% pCt. verteilen, an der Bangue de Salonique ist die Länderbank nur noch mit einem sehr geringen Aktienbesitz beteiligt, da sie ihren Be­sitz allmählich und auch noch im vergangenen Jahre an die Gruppe der Societe Generale abgetreten hat. In der Verwal­tung bleibt sie vertreten. Die Banque de Salonique hat trotz der politischen Ereignisse keine nennenswerten Verluste er­litten und das Geschäft in vollem Umfange aufrechterhalten; ihre neuen Filialen entwickeln sich gut und die Aufrecht­erhaltung der. Vorjahrsdividende von 6 pCt. ist zu erhoffen. Die Kroatische Eskomptebank wird wieder 8% pCt. Dividende ausschütten, die Mitte vorigen Jahres gegrün­dete Galizische V o 1 k s b a n k entwickelt sich gut, kann aber für die erste Geschäftsperiode kein Erträgnis aufweisen. Von den älteren industriellen Engagements verzeichnet die Austria Emailfabrik andauernd guten Geschäftsgang. Die Brückenbauanstalt R. Ph. Waagner dürfte eine höhere Dividende als im Vorjahr (i. V. 6 pCt.) ausschütten, desglei­chen die Perlmooser Zementfabrik (i. V. 10 pCt.). Die 0esterr._ Siemens-Sohuc ke r t w e rkl e (dürf­ten auf das erhöhte Kapital die gleiche Dividende verteilen, ebenso die Schönpriesner Zuokörraffinerie (15 pCt.) Petzold und S ü & auf das erhöhte Kapital (12 pCt.) und die Karborundum - und Elektritwerke (12 pCt.), obwohl die Wassernot die Erzeugung an Rohware beeinträchtigt hat, während der Absatz an Fertigware sehr günstig ist. Die Solo Zünd Warenfabrik wird infolge des Konkurrenzkampfes in der Zündholzindustrie eine wesent­liche Reduktion der Dividende (i. V. 9 pCt.) eintreten lassen müssen. Die Boryslawer Erdwachs A.-G. leidet unter einer Abnahme des Erdwachsgehaltes in den tieferen Lagen bei steigenden Gestehungskosten und wird auch heuer keine Dividende verteilen. Die Verlagsanstalt Wald­fl eim -Eberle kann auch keine Dividende verteilen (i. V, 5 pCt.) weil die großen Reklamekosten für das zur Sicherung einer Forderung übernommeneModejournal den Ertrag des alten Geschäftes auf gezehrt haben. Für das laufende Jahr wird ein besseres Ergebnis erwartet Die Raab-W ernstädter T e x t i 1 A.-G. arbeitet dauernd mit großem Verlust, die Län­derbank ist bemüht das Engagement abzustoßen. Die Me­ta 11 werke 81. V eit verteilen gleichfalls keine Dividende (i. V. 7 pCt.) infolge des Konkurrenzkampfes mit mehreren neu entstandenen Fabriken; für heuer seien die Aussichten wesentlich günstiger. Die F1 o r a - G r u b e in Dombrava hat wieder ein sehr gutes Erträgnis geliefert. Von den neuen Engagements verteilt die Union Miniere et Metal­lurg i q u e d e R ussie für das erste Jahr 6 pCt. auf die Stamm- und 7 pCt. auf die Prioritätsaktien, so daß die Societe Generale in absehbarer Zeit die Emission der Aktien und Ob­ligationen vornehmen dürfte. Die Münchengrätzer 0 c n uh f a b r i k (i. V. 8 pCt. p. a.) und die Moosbrun- n e r G l a s f a b r i k (i. V. 8 pCt.) dürften ihre Dividende er­höhen. die Kesselfabrik Pauker & Söhne ein be­friedigendes Erträgnis verteilen, die Drahtstiftefabrik Be­t h er t & Co. wird für das erste Geschäftsjahr 6 pCt. aus­schütten. Die Holzindustrie-Akt.-Ges. Buko­wina wird mindestens 10 pCt. verteilen, auf die K 3 Mill. Aktien der Vereinigten Bandfabriken A.-G. hat sich die Länderbank Optionen gesichert. Die V er. Leder­fabriken Flesch & Gerlach haben das Geschäfts­erträgnis bei einer großen Insolvenz fast vollständig eingebüßt. Von den neuen Zuckerfabriken dürfte die Oester­reichische Zuckerfabriken A.-G. ein befriedigendes Ergebnis ausweisen, die Südungarische Zuckerindustrie A.-G. für die erste Kampagne eine mäßige Dividende ausschütten, die Ober­ungarische Zuckerindustrie A.G. kommt erst in der nächsten Kampagne in Betrieb. Schließlich hat sich die Länderbank auch an der Warenhaus A.-G. Gerngroß und der Uebernahme der Stummerschen Zuckerfabriken A.-G. beteiligt und bei Jahresschluß gemeinsam mit der Niederösterr. Es- kompte-Ges. an der Fusion der Landwirtschaft­lichen Maschinenfabrik Hofherr & Sohra ntz u.n d Clayton & Shuttleworth durch Uebernahme eines bedeutenden Aktienpostens beteiligt. Von der Wie­ner Stadt anleihe ist immer noch ein großer Posten unverkauft. Dagegen schreiten die verschiedenen Parzel­lierungsgeschäfte mit sehr gutem Erfolg vorwärts.

Die zahlreichen Neugründungen und Beteiligungen kommen in der Bilanz in einer wesentlichen Erhöhung des ESekten- und des Konsortialkontos zum Ausdruck. Der Effektenbesitz ist bei der Zentrale um K 4.64 auf 40.13 Mill, gestiegen, während er bei den Filialen um K 0.26 auf 6.99 Mill, zurückging. Das Konsortialkonto ist um K 6.13 auf 43.71 Mill, gestiegen. Beide Posten zusammen betragen fast 70 pCt. des Aktienkapitales.

Aktiv»

1909

1910

1911

Passiva

1909

1910

1911

Millionen Kronen

Millionen Kronen

Bar......

Wechsel Beports Effekten

15.41

121.88

64.15

36.76

1840

139.67

8247

42 47

19.57

15331

77.85

46.86

Aktienkapital inkl. Reserven

117.71

147.77

149 38

......

Tratten .....-

Depositen . .. Kreditoren

81.59

60A6

321.43

9883

70.74

367.39

112.85

97.79

383.82

Zus. leicht greifbar ....

Debitoren Konsortialhnto

238.00

324.45

26.72

282.71

379.27

37.59

297.59

419.28

43.72

Zusammen Aus Debitoren zu decken in Prozenten«

463 68

225.68

48.7

536.96

254.25

47.03

594.46

296L7

49.93

Die Liquidität der Mittel zeigt demnach eine Ver­minderung, da ein größerer Teil der fremden Gelder nicht in den als leichtflüssig angesehenen" Aktiven, sondern in den Debitoren gedeckt werden muß. Eine außerordentlich starke Vermehrung geigen unter den Passiven die Einlagen um K 27 Mill. Geringer ist die Zunahme der Kreditoren, was darauf zurückzuführen sein dürfte, daß die allmählichen Abhebungen der W iener Kommunalverwaltung von ihrem Guthaben die Steigerung der Kommerzkreditoren zum Teile kompensierten. Darauf, daß sich die Bank nicht so leicht wie im Vorjahr bewegte, deutet auch die starke Zunahme des Trattenumlaufes hin, der bei der Zentrale um K 14.0 Mill, oder fast 50 pCt. auf K 44.04 Mill, stieg, während die ausschließliche Rembours für die Kunden darstellenden Tratten auf die ausländischen Filialen um K 1.87 Mill, oder K 60.81 Mill, zurückgegangen sind. Unter den Aktiven zeigen die Debitoren die größte Vermehrung um K 40.01 Mill. Auch die Wechselbestände haben erheblich zuge­nommen und zwar sowohl bei den Filialen (+ K 5.43 auf 34.91 Mül.) als auch bei der Zentrale (+ K 8.21 auf 118.40 Mill.). Dagegen sind die Effektenvorschüsse bei der Zen- trale um K 9.73 auf 29.04 Mill, gesunken, während sie bei den Filialen um K 5.10 auf 48.81 Mill, zu genommen haben. Die Barbestände haben bei den Filialen um K 1.00 auf 5.30 Mill, abgenommen, bei der Zentrale um K 2.37 auf 15.27 Mill, zugenommen. Die eigenen Reserven werden durch die diesjährige Zuweisung auf K 21.33 Mill, oder 16.4 pCt- des Aktienkapitals steigen. Sie sind also immer noch ini X erhältnis zu den meisten anderen Wiener Banken sehr gering. Zweifellos bestehen daneben erhebliche stille Rücklagen. Nicht einbezogen ist der Spezialreservefonds mit K 4.84 Mill., der nur einen Ausgleichsposten für von altersher zu hoch bewertete Aktiva, vor allem der Borys- law-Aktien. darstellt und von dem vielleicht ein kleiner Teil einmal frei werden wird.

* Bostocker Bank, Rostock. Das Institut beruft nunmehr auf den 22. d. M. die ordentliche Generalversamm­lung, die auch über den bekannten Antrag auf Ausgabe von 1 Mill. Vorzugsaktien Beschluß zu fassen hat Ferner soll eine Reihe von Statutenänderungen vorgenom­men werden.

Bekämpfung minderwertiger Bankfirmen. Vom Zentralverband des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes in Berlin wird uns geschrieben:Im Anschluß an eine im Bank-Archiv vom 15. Februar d. J. veröffentlichte Entschei­dung des Reichsgerichts vom 19. Dezember 1911, in welcher festgestellt wurde, daß ein gewöhnlicher Geldverleiher zum Gebrauch der Bezeichnung ^Bankgeschäft nicht befugt ist, gehen die Gerichte nunmehr konsequent gegen Mißbräuche dieser Art vor. , So wurde in diesen Tägen der Geldver­leiher Oscar Heinicke in Berlin von der Strafkammer des Landgerichts I auf Grund eines vom Zentralverband des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes gestellten Strafan-

Mrettag, 1. MSrz 1913

trags wegen unlauteren Wettbewerbe in Tateinheit mit Betrug zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt Bei . der Zentralstelle des genannten Verbands zur Bekämpfung minderwertiger Bankfirmen sind neuerlich Beschwerden eingegangen, die sich auf Geschäfte mit folgenden Firmen, 'beziehen: Wilhelm Laupich 1 er, Gebrüder Leon-

_ rv l . thur Berliner, L. W. Mackensen u. Co., sämtlich in Berlin, Franz Xaver Aichinger in Dresden. Ebenso sind in den letzten Tagen wieder erneute Be­schwerden über die bereits mehrfach genannte Pariser rirma 0 h ar les F. M e u ni er eingelaufen, aus denen sich ergibt, daß diese Firma in offenbar schwindelhafter Weise deutsche Kunden, insbesondere Offiziere und Be­amte, zu Prämienspekulationen in Pariser Börsenwerten heranzieht: beschweren sich die Kunden über die ihnen widerfahrende Behandlung, 80 droht die Firma mit An­zeige bei Ehrengerichten oder vorgesetzten Stellen. Der Inhaber der bereits vielfach genannten berüchtigten Ani­mierfirma Brown, Saville u. Bro. in London, die sich in zahlreichen Fällen der Erfüllung liquider Verbind-' lichkeiten entzogen hat, ein gewisser D o n a 11 a n, scheint nunmehr, nachdem der Charakter seiner Firma in Deutsch­land alhgemein bekannt geworden ist, unter anderem harnen auf Kundenfang auszugehen. Im Hinblick hierauf' ist namentlich gegenüber der Firma Alexanders! Westgate u. Co. größte Vorsicht am Platze."

Anleiheprojekt der Stadt Moskau. Die Stadt Moskau beabsichtigt, wie wir einem Berichte des deutschen Konsulats in Moskau entnehmen, in 1912 wieder eine große Anleihe aufzunehmen. Der jetzt zu realisierende Anleihe­bedarf beträgt Rbl. 37 Mill. Der Erlös der Anleihe soll zu folgenden Zwecken verwendet werden. Zur Verstärkung der Leistungsfähigkeit der städtischen Wasserleitung von 5 auf 7 Millionen Wedro pro Tag mit Rbl. 6.6 Mill. Zur Erweiterung des städtischen Kanalisationsnetzes und der städtischen Rieselfelder mit Rbl. 16.8 Mill., zum Umbau der. von der 2. (sog. belgischen) Straßenbahngesellschaft im Sommer 1911 erworbenen Straßenbahnlinien zum elektri- schen Betrieb, Erweiterung der elektrischen Kraftanlage A i Vergrößerung des Waggonparks mit Rbl. 7.9 MilL, zur, Anlage eines Zentralfleischmarktes beim städtischen Schlacht­haus. mit Kühlhaus und Eisenbahnanschlüssen mit Rbl 3,1 Mill., zum Bau der Borodinobrücke über die Moskwa mit Rbl. 1.5 Mill, und zu Straßenregulierungen mit Rbl. 1.1 Mill. Die ObligationenschüW der Stadt Moskau betrug zum 1. Januar 1912 Rbl. 112,5 Mill., die schwebende Schuld. RbL 5.5 Mill. Von dieser Gesamtschuld von Rbl. 118 Mill, ent­fallen RbL 116.3 Mill, oder 98.45 pCt. auf werbende An­lagen und Rbl. 1.8 Mill, oder 1% pCt. auf nichiproduktiva Ausgaben für städtische Bedürfnisse.

* Jahresergebnisse der Boblnsoh-Gruppe. Aus London, v. 26. d. M., berichtet unser m-Korrespondent: Die Langlaagte E s täte & G. M. Co. verpachte 1911 mit 200 Stampfen 625 187 t (629 614 t), die £ 736 853 (£ 848 618) Gold lieferten gleich 23 sh 6% d pro t (26 sh 11,4 d), die Pro­duktionskosten beliefen sich auf 17 sh 2.9 d per t (16 sh 11% d) und der Produktionsgewinn stellte sich auf 6 sh 3,93 d pro Pochtonna (10 sh 0,15 d), d. h. auf £ 197832 (£ 315194). Der Gewinn aus dem Ländereibesitz belief sich auf £ 21037 (£ 16 679), so daß im Ganzen £ 218 870 (£ 347 336) verfügbar sind- Verteilt werden 15 pCt. (30 pCt.) gleich £ 130 425 . Steuern und Abschreibungen erfordern restliche

£ 64 392 (£ 54 022). Die Ausgaben auf Kapitalkonto beliefen sich außer den obigen Abschreibungen auf £ 18066, die mit den aus dem Vorjahre übertragenen £ 10117 zusammen £ 28 183 noch zu decken sind. Dio Erzreserven betragen 1 281 307 t (1 267 769 t), der Durchschnittswert derselben wird nicht mit geteilt. Wähnend des zweiten Semesters waren die Arbeiteryerhältnisse ungünstig, aber infolge neuer Kontrakte glaubt die Verwaltung, sich genügend Arbeiter' für die nächste

gesichert zu haben. Sehr unerfreulich ist die aus obigen Ziffern herv ergebende Verschlechterung des Erzes. Die Randfont ein Central G. M. Co. verpachte 2 158 333 t, indessen rührt die Produktion bis Februar von der anfangs des Jahres erworbenen Randfontein South G. M. Co. her, welche

,1168 611 t verpechte. Der Durchschnittswert war 24 sh 7,83 d (gegen 27 ati 5,05 d der Randfontein South in 1910), die Produktionskosten 16 sh 8% d (18 sh 2,44 d) und der Durchschnittsgewinn 7 sh 10,96 d (9 sh 214 d>). Der Pro­duktionsgewinn betrug £ 854 241, wozu ein Vortrag von kommt. Dagegen erfordern die Fusionsspesen

Zinsen £ 119 376, Steuern und diverse sowie ferner £ blO Oo2 Ausgaoen auf Kapitalkonto. Letzterer Betrag genügt sogar nicht zur Amortisation aller Kapitalausgaben, vielmehr (md sseitere £ 129 757 vorzutragen. Dio Erzreserven betragen ojss 271 t von 6633 Dwts Durchschnittswert, davon sind 5 658 859 t zu 7.29 Dwte. rentabel (i. V. 5 534 303 zu 7.54 Dwts ). Im Marz wurde das Aktienkapital um £ 2 auf Wi Mill., von denen £ 4 Mill, emittiert sind, erhöht. Die neuen Aktien dienten zum bereits erwähnten Ankauf der Ran df on te in r.k gesamte Claimsbesitz beträgt bis Ende des

50 (1125) Wie telegraphisch mitgeteilt, besteht die Absicht, auch noch die an den Besitz anstoßenden 120 Claims der South Randfontein Deep Co. (Goerz-Gruppe) zu erwerben, wodurch sich das Claim-Areal auf 2270 erhöhen wird. Die bouth Randfontein Deep hat bereits 1910 die Randfontein West-Adern auf ihrem Besitz festgestellt nud- einen Schacht . senken begonnen, welcher der Central Co. sehr wertvoll sein durfte. In der Generalversammlung stellte die Verwal- tnug eine Dividende für das laufende Jahr in Aussicht, da die bektl°? nunmehr vollständig equipiert sei, die Etektrifizierung derSouthern und» die Equipierung der Stubbs nahezu fertiggestellt seien und da infolge der ge­machten Arrangements die Arbeiterverhältnisse als günstige* gelten können. X on den 1911 entdeckten neuen Adern er­wiesen sich zwei (New-Reef und' East-Reef) als von befried digendem Werte. Die Randfontein Estates Co. er­zielte 1911 einen Rohgewinn von £ 185602 (£ 241815) und 7PmT^7mn £ 561.S7 (£ 225140) und verfügt über £ 356 760 (£ o39 170) unyerteilten Gewmnvortrag. Die finan- zielte Lage der Gesellschaft ist weniger günstig, indiem ihr Kstisabestand auf £ 864 (£ 145 246) zurückgegangen ist und die Schulden sich von £ 370 462 auf £ 447 569 erhöhten.

Roländ'Linic Akt.-Glcse« Die ßacaiL

scliaft, die ihren Geschäftsumfang 1911 wesentlich erweiterte (Konzern Js orddeutscher L1 o v d) spricht sich in dTr8 P fB 6 r h 4 befriedigend über den Geschäftsgang ^aus, der Ertrag stieg weiter auf Jl 2145 577 (i. V. M 16801851 davon werden auf Dampfer JZ 1039 679 Lft 747 7001 auf Rji 67RS)\Uahn "A5??50 130 000). auf Bojen M 18170 (Mark

67 889) abgeschrieben. Einschi. M 21 411 Vortrag ergibt sich 'V°n 7?7596>£ 503 021). daraus werden wrnder 5 pCt. Dividende auf M 9 Mill. (i. V. M 7 Mill.) Grundkapital verteilt aer Reserve II wieder M 100 000 und dem Erneuerungsfonds derselbe Betrag zugeschrieben. Der Vortrag erhöht sich auf 31199. In der Bilanz erschei- d dur,<i11 bedeutenden Zugang mit M 10.61 ni^VtoOOOO i^teihgungen an anderen Unternehmungen mit 160 000. Lm was es sich bei diesen Beteiligungen, die in den letzten drei Jahren nicht weniger als M 250 000 Ab­buchungen erforderten handelt, wird nicht gesagt. Unter rPi'Lnann1aen//61m4 m für ^erledigte Dampfer!

reisen und M 1. ,3 (0.56 Mill. Kreditoren hervorzuheben, wäh­rend Debitoren M 2 22 (2.02) schuldeten. Die vier neuen Dampfer sind inzwischen in die regelmäßige Fahrt nach Chile und Peru eingestellt worden. Gegen Ende des Berichtsjahres wurden weitere drei Dampfer von je ca. 10 500 t bei der Akt.! Ges.Weser in Bremen, Job. C. Tecklenborg Akt.-Ges in Geestemünde und Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft in Flens­burg in Auftrag gegeben. Die Dampfer dürften Ende dieses Anfang nächsten Jahres zur Ablieferung gelangen. Da die allgemeine Geschäftslage in Chile günstig ist, weil die wich- tige Salpeter-Industrie günstig arbeitet und auch die Land­wirtschaft auf eine gute Ernte zurückblicken kann, hofft man

V d e.J a r. genügende Ladung zu erhal- ten. Allerdings mfisso in einigen der Rannthäfon R6 Aftern un^.^ai)?el an Eisenbahnmatenal

in allernächster Zeit# wieder mit verlängertem Aufenthalt rlor Dampfer gerechnet werden. . BolivienTrofitere g^enwärtig

Gesellschaft in einer Zuschri^ an uns darauf 9eneralversamrplung vom 22. Februar eine worden rftdeSnak?FabapvtaIs bis 120 MiU- beschlossen Horden ist. , Das Fabrikanwesen, das mit M 1.10 Mill, zu 7 lstKn,ut nur M 176 000 Hypotheken belastet Die l?Ä8eniVW dTr .L?de 7910 begonnenen Reor- gamsation 606 000, also nach Abzug des Amortisationskontos xon M 28o OOO noch Jl 321 000, was für eine groß angelegte i a k e-V' ^ur?^ die Neubauten und die Anschaffung

n , eLn^le,r Arbeitsmaschinen erhöhten sich die Anlagekonten um c-it oyj uUv.

Seil- und Kabel-Werke Akt-Ges.. von-ms!!1 ? Im Jahre 1941 wurden M 219'941 (i'v tL sarwsiü' « Ä111, eelt- Abschreibungen erforderten 38 458); als Dividende werden wieder 10 nCt qq bOO OOO einbezahltes Aktienkapital verteilt und Mark oo ÄHU/t <52 b89) vorgetragen. Die- Reserve enthält ft 17 279

* Reichel t -Meta I Ischraiaben Akt-Ges., Piu- sterwalde. Die Gesellschaft hat, sich auch in diesem Jahre nicht zu einer ausführlicheren Berichterstattung entschließen können. Es wird lediglich .mitgetejlt, daß das Werk gut be­schäftigt war und daß die vorgenommenen Erweiterungen das Resultat günstig beeinflußten. Das Gewinnergebnis (14 pCt Dividende gegen 12 pCt. i. V.) wurde telegraphisch bereits ge- meldet. In der B11 a n z figurieren bei M 2JO Mill. Aktien- mipital Grundstücke und Gebäude mit Jt 1 24 (1.09) Mill die Kraftzentrale neu mit M 82 771 (ffi, Maschinen mit <.«o31 (0.32) Mill. Gegenüber M 0.13 (O.) Mill. Kreditoren waren vorhanden in bar und Wechseln M 0.12 (0.11) Mill., in Bank­guthaben M 0.42 Mill. (-L 81 427). Die Steigerung der flüssi­gen Mittel ist hervorgerufen durch die Aufnahme einer Hypo­thek von M 500 000, über die der Bericht ebensowenig etwas enthält wie über die Verminderung des Kontos für komman- ditistische Beteiligung auf M 0.14 (0.24) Mill. Bei Debitoren standen M 0.60 (0.44) Mill. aus. Die Warenvorräte sind mit M 0.27 (0.27) Mill., die Rohmaterialvorräte mit <Jt 0.25 (0.31) Mill, bewertet. Die Aussichten bezeichnet der Bericht also gut.. -