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Nlorrtag,18. September 1939 80 Pfg
84. Jahrgang
BEZVG8PBE18 flV ewelmatige Ausgabe en d Reiehaausgabe (einmal tiglich, vereinigt Abendblatt, 1. nnd XL Morgen blatt) In Deutschland monatl. RM g. - cuzilgl erteübL Zustetigeid. Poetprei« pM 6. einsrhließl Postaeituagegebühi bei .weimaiig. Ausgab 68,7 Pfg., <n. Stadt-Blatt fl,24 Pfg.,Rciabiauegabe51,8 Pfg. Zuzüglich gustellgeld bei s weimaligerAuegabe7$Pfg., geicbeauegabe 42 Pfg. Im Ausland nach dem Tarif der am Weltpostverein beteiligt. Poet- Anstalten. Unter Streifband Portozusehlag. Einzelpreis: zweimal. Ausgabe i Abend und LMorgenblatt( vereinigt): 20 Pfg. 11. Morgen- blatt 15 Pfg- Montag-Morgenblatt 20 Pfennig Reicbsaasgabei täglich 20Pfg.Sonnt.S0 Pfg. geiblätteri Technik and Betrieb, Reiseblatt. Pie Frau, Literaturblatt, Hochschule und Jugend. SportbL, Börsen- a. WlftschaftskaL |\ZEIG en.PREIS ft. Preisliste Kr. 10. Mi Hirn.-Zeile »6 Pfg. Rubrik 1t- Sonderpreisliste NachlalstafFel C. piats-o.Paten wünsche ohne Verbindlichkeit
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Weitere Zwei gute lien an da ngr Steren Orten,
Sowjetrusstscher Einmarsch in (OÜpokn.
ZUM Schutze der ukrainischen uud Weißrussische« Hevälkerung.
(fine sowjrtrussischr Itotr.
Moskau, 17. September. (TRB.) I» der Nacht eem Samstag auf Sonntag ist dem polnischen Botschafter in Moskau, Grzybowski, eine Note der Sowjetregierung überreicht worden, in per mitgeteilt wird, die Sowjetrrgierung sehe sich gezwungen, zur Wahrung ihrer eigenen Interessen und zum Schutz der Weitz- russischen und ukrainischen Minderheiten in Ostpolen ihren Truppen den Befehl zu erteilen, am Sonntagmorgrn um 6 Uhr Moskauer Zeit (4 Uhr MEZ) die sowjetisch-polnische Grenze zu überschreiten. Der Bormarsch der sowjetischen Armee wird aus der ganze» Linie der Grenze, een Polozk im Norden bis Kamenez-Podolsk im Süden gleichzeitig erfolge». Der Vormarsch der Sowjetarmee in Oftpolen erfolgt unter gleichzeitiger voller Wahrung der Neutralität Sowjetrußlands im gegenwärtigen Konflikt. Ta der polnische Staat zur Zeit nicht mehr als existierend zu betrachte» ist, komme», nach Ansicht der Sowjetregierung, die mit ihm früher «bgeschloffenen Verträge in Fortfall.
Die Sowjetregicrung handelt dabei in dem Bestrebe», Ruhe und Ordnung im östlichen Teile Polens «iederherzustelle», die im Augenblick des Zerfalls des bisherigen polnischen Staatsgebildes und der Flucht der Regierung nicht mehr gewährleistet werden können, sowie den natürlichen Schutz der ukrainischen und weißrussischen Bevölkerung Lstpolens wahrzunehmen.
Erregende Stunde« t« Moskau.
(Drahtmeldung unseres Korrespondenten.)
Pzg Moskau, 17. September. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag hat die Sowjctregiekung eine Entscheidung von großer politischer Tragweite beschlossen. Der polnische Botschafter in Moskau, Grzybowski, wurde in den frühen Morgenstunden aus dem Schlaf' geweckt und ins Jnnenkommissariat zu einer Rücksprache um vier Uhr gerufen. Der Erste Stellvertretende Volkskommissar PoteMkin übergab dem polnischen Botschafter eine Note mit der Mitteilung, daß die Sowjetregierung den Einmarsch der Roten Armee nach Polen beschlossen habe, um das Leben und Eigentum der Bevölkerung in der westlichen Ukraine und im westlichen Weißrußland unter ihren Schutz zu nehmen. Botschafter Grzybowski nahm den Inhalt der Note zur Kenntnis, lehnte es jedoch ab, da» Dokument rntgcgcnzuachmest. Eine Aoiwnfl der Note wurde im Laufe des heutigen Vormittags sämtlichen in Moskau beglaubigten diplomatischen Vertretungen übermittelt. In einem Begleitschreiben, das auch die Botschafter Deutschlands, England; und Frankreichs Erhielten, wies di« Sowjctregierung darauf hin, daß sie ihre Neutralitätspolitik gegenüber den jeweils
Polens besteht nicht mehr. Die polnische Regierung ist zerfallen und bekundet keinerlei Lebenszeichen. Das bedeutet, daß der polnische Staat und seine Regierung tatsächlich aufgehört haben, zu existieren. Dadurch haben die Verträge ihre Gültigkeit verloren, die zwischen der Sowjetunion und Polen bestanden. Sich selbst überlassen und ohne Führung geblieben hat sich Polen in ein bequemes Feld für jegliche Zufälle und Ueberraschungen verwandelt, die eine Bedrohung für die Sowjetunion schaffen können. Infolgedessen kann die Sowjetregicrung, di: bisher neutral war, sich nicht weiter neutral zu diesen Tatsachen verhalten. Die Sowjetregierung kann sich auch nicht gleichgültig dazu verhalten, daß die mit ihr blütinäßig verwandten Ukrainer und Weißrussen, die aus dem Territorium Polens leben und der Willkür des Schicksals ausgeliefert sind, schutzlos bleiben.
Angesichts dieser Sachlage hat die Sowjetregierung das Oberkommando der Roten Armee, angewiesen, den Truppen den Befehl zu erteilen, die Grenze zu überschreiten und das Leben und Eigentum der Bevölkerung der westlichen Ukraine und des westlichen Weißrußlands unter ihren Schutz zu nehmen.
Gleichzeitig beabsichtigt die Sowjctregierung, alle Maßnahmen zu treffen, um das polnische Volk aus dem unglückseligen Krieg herauszuführen, in den cs durch seine unvernünftigen Führer gestürzt wurde, und ihm die Möglichkeit zu geben, ein friedliches Leben wieder aufzunehmen."'
Die Dede Mololoms.
In seiner Rundfunkansprache sagte der sowjetrussische Regierungschef und Außenminister Molotow am Sonntagvormittag unter anderem:
„Genossen und Bürger ber großen Sowjetunion!
Die Ereigniffc, die durch den polnisch-deutschen Krieg hervorgerufen worden sind, haben die innere Haltlosigkeit und die offensichtliche Unfähigkeit der polnischen regierenden Kreise gezeigt. Die polnischen Regierungskrcise haben Bankrott erlitten. In der kurzen Zeit von zwei Wochen hat Polen alle wichtigen Industriegebiete verloren. Warschau existiert als Hauptstadt nicht mehr. Der Aufenthalt der polnischen Regierung ist unbekannt. Die Bevölkerung ist ihrem Schicksal überlassen. Der polnische Staat und die polnische Regierung haben aufgehört zu bestehen, und daher haben die Verträge zwischen der Sowjetunion und dem polnischen Staat keinerlei Gültigkeit mehr.-Die polnische Regierung ist nicht mehr in der Lage, die Sicherheit des Staates zu gewährleisten. Diese Umstände bildcn eine Bedrohung der Sowjetunion. Die Sowjetunion war bis jetzt neutral. In Auswirkung der jüngsten Entwicklung war es aber unmöglich,, neutral zu bleiben. Man kann nicht verlangen, daß wir diesen gesetzlos«» Zustand ruhig mitansehen. E? i'k heilige Pflicht, unsere hilfreich« Hand unsere» Blutsbrüdern, den Ukrainern und den Weißrussen, zu reichen und uns ihrer be
sonders anzunehmen. Die Regierung der Sowjetunion hat in dieser Nacht dem polnischen Botschafter in Moskau eine Note überreicht. Die Sowjetregierung hat dem Oberkommando der Roten Armee Weisung erteilt, die Grenze zu überschreiten und das Leben und Eigentum der Ukrainer und Weißrussen in Schutz zu nehmen. Gleichzeitig haben wir erklärt, daß wir alle Maßnahmen treffen wollen, um das polnische Volk aus dem Kriegszustand zu erlösen und es einem friedlichen Leben zuzuführen.
Rote Armee, Weißrussen und Ukrainer!
Die Lage in Polen ist unklar. Die Teilmobilisierung in Weißrußland und in der Ukraine und in anderen Wehrbezirken war eine Vorsichtsmaßnahme. Aber jetzt ist der unerwartete Zerfall uno das völlige Versagen der polnischen Machthaber Tatsache geworden, und es ist für die Rote Armee unmöglich, nicht einzugreisen. Die Rote Armee ist durch Reserven verstärkt und wird ihrer Aufgabe gerecht werden. Die Rote Armee wird ihre Schlagkraft und Disziplin beweisen und wird im Bewußtsein ihrer großen Befreiungsaufgabe neue Heldentaten vollbringen.
Abschriften der Note an den polnischen Botschafter sind an alle Regierungen, mit denen wir diplomatische Beziehungen pflegen, überreicht worden. Die Sowjetunion wird ihre Neutralitätspolitik gegenüber allen ihren neutralen Nachbarn wahren.
Arbeiter, Bauern und Bürger der Sowjetunion!
Die Aufgabe eines jeden Bauern, Angestellten und Intellektuellen ist, Selbstbeherrschung zu üben, und treu und uneigennützig auf seinem Posten zu arbeiten und damit der Roten Armee bcizustchcn, damit diese ihre Pflicht ruhmvoll erfüllen kann. Alle Völker und Bürger der Sowjetunion, alle Angehörigen der Roten Armee und Flotte stehen einig und geschlossen wie noch nie zuvor um die Regierung, die Partei und den großen Stalin. Auf neue ruhmreiche Siege der Roten Armee an der neuen Front!'
Im Laufe des heutigen Tages fanden bereits in allen Teilen der Sowjetunion, zahlreiche Versammlungen statt, die den Entschluß der Regierung zum Eingreifen in Polen begeistert begrüßten. Die Radioansprache des Regierungschefs Molotow wird stündlich vom sowjetrussischen Sender wiederholt. Außerdem gibt der Moskauer Sender eine Reihe von Begrüßungstelegrammen und Resolutionen wieder, in denen Truppenteile, Schiffsbesatzungen, Polarstationen ujw. der Rundfunkansprache Molotows Beifall spenden. Aus der sowjetischen Bundesrepublik Weißrußland wird gemeldet, daß sich dort nach Änhören der Molotow- rede die Me»fch«n mit Träne» -in »en Augen gratulierten. Aus aü.n Kundgebungen klinge immer wieder der Ruf: „Er leben 6u ukrainische« und weißrussisch«« Brüder!'
Marschau bittet um Annatzme eiaes Parlamentärs.
in Frage kommenden Adressaten aufrcchterhalte. Auch die Vertreter der Baltenstaaten und Rumäniens haben eine derartige Zusicherung bekommen.
Tic Moskauer Morgenzeitungen sind aus technischen Gründen nicht mehr in der Lage gewesen, dem Publikum diese wichtige Neuigkeit mitzuteilen. Erst gegen 11.30 Uhr ergriff der sowjet- russische Regierungschef und Außenkommissar Molotow in einer kurzen Rundfunkansprache das Wort. Die Ansprache wurde über alle sowjetrussische» Sender verbreitet. Molotow sprach mit starker Ueberzeugungskrast. Er wiederholte die Gedankengänge, die die Sowjetregierung in ihrer Note an den polnischen Botschafter zum Ausdruck brachte. Besonders hob er den Wunsch der Sowjet- regierung hervor, für die Herbeiführung des Friedens zu arbeiten, um das polnische Volk aus dem Kriegszustand zu erlösen. Desgleichen bekannte er sich zur Fortsetzung der sowjetrussischen Neutralitätspolitik gegenüber sämtlichen neutralen Nachbarn.
In Moskauer diplomatischen Kreisen verbreitete sich die Nachricht mit großer Geschwindigkeit bereits in aller Frühe. In der polnischen Botschaft erklärt man, daß Botschafter Grzybowski erst die Weisung seiner Regierung abwarten wolle, ehe er aus der ncucntstandenen Lage irgendwelche Folgerungen ziehe. Ob die polnischen Streitkräfte den einmarschierenden Soldaten det Roten Armee Widerstand leisten werden, könne man vorerst nicht sagen, da das von der Entscheidung der Regierung abhänge. Auf die Frage, ob die polnische Botschaft mit ihrem Außenministerium in Verbindung stehe, wurde den hiesigen ausländischen Korrespondenten geantwortet, der Aufenthalt der Regierung sei der Botschaft bekannt, und man stehe mit ihr in ständiger Verbindung. Wo' sich die Regierung befinde, könne man allerdings au§ naheliegenden Gründen nicht verraten.
Es wird angenommen, daß Botschafter Grzybowski zur Verständigung seiner Regierung die Vermittlung der polnischen Gesandtschaft in Bukarest in Anspruch nimmt, da mit Rumänien nach wie vor ein normaler Telcphonverkehr möglich ist. In verschiedenen Erklärungen kritisieren die Mitglieder der polnischen Botschaft das Vorgehen der Sowjetregierung ujib behaupteten, sie hätten vorläufig noch nicht begonnen, ihre Koffer zu packen, was allerdings nicht ganz den Tatsachen entsprechen dürfte.
In englischen und französischen Kreisen hat die sowjetrussische Entscheidung als eine große Ueberraschung gewirkt. Obwohl es an deutlichen Anzeichen für diese Wendung der Dinge in'den letzten Tagen nicht fehlte, scheint man einen so raschen Entschluß nicht erwartet zu haben. Auf Befragen der ausländischen Korrespondenten wurde übereinstimmend von beiden Botschaften er-
Gm Funksxruch des yn
Berlin, 17. September. (DNB) Nachdem der Kommandant von Warschau noch gestern abgelehnt hatte, einen in die Stadt gesandten deutschen Parlamentär zu empfangen, hat er heute durch Funkspruch an das Oberkommando des deutschen Heeres um Annahme eines polnischen Parlamentärs gebeten.
Von deutscher Seite wurde daraufhin dem Kommandanten von Warschau die Bereitwilligkeit, einen polnischen Parlamentär anzunehmen, übermittelt.
♦
liehet die gestrige deutsche Aufforderung, Warschau zu übergeben und das Leben der Zivilbevölkerung zu schonen, sieh« die ausführliche Darstellung an anderer Stelle des Blattes.
Kirtno und Deblirr genommen.
Truppen aus Nord und Süd vereinigen sich bei Wlodawa.
Berlin, 17. September. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Die Säuberung Ostgaliziens schritt am 16. September weiter fort. Lemberg ist von drei Seiten umstellt, polnischen Kräften zwischen Lemberg und Przcmysl der Rückzug nach Südostcn ycrleht. Nördlich der San-Mündung dringen unsere Truppen in Richtung Lublin weiter vor. Deblin wurde genommen. Hundert unzerstörte Flugzeuge fielen dort in unsere Hand. Bei Wlodawa südlich Brest haben sich die vordersten Aufklärungstruppen der aus Ostpreußen und der aus Oberschlesien und der Slowakei an- gcsctzten Armeen die Hand gereicht.
Die Schlacht von Kutno nimmt ihren planmäßigen Verlauf. Don Westen her wurde Kutno genommen, die Bzura nach Norden überschritten, Warschau ist eng umschlossen.
Um die Bevölkerung der polnischen Hauptstadt vor schwerstem Leid und Schrecken zu bewahren, hat die deutsche Wehrmacht den Versuch unternommen, durch einen Offizier den polnischen Mili- tärbefchlshaber von Warschau zur Aufgabe seine? zwecklosen Widerstandes in einer offenen Millionenstadt zu veranlassen. Der polnische Militärbefchlshaber in Warschau hat es a b g e l e h n t, den deutschen Offizier zu empfangen.
ruschen Kommandanten.
Der Versuch abgcsprengter polnischer Truppen, über Siedlce nach Südosten zu entkommen, endete mit der Gefangennahme von 1-2 000 Mann. Achtzig Geschütze, sechs Panzerwagen und elf Flugzeuge wurden außerdem erbeutet.
Bei weiter ungünstiger Wetterlage nahm die Luftwafse ostwärts der Weichsel durch wiederholt«-Angriffe auf Truppenansammlungen und Marschkolonnen dem zurückflutenden Gegner die Möglichkeit, seine Verbände zu ordnen. Die Rundfunksender Wilna und Baranowicze wurden durch Luftangriffe zerstört.
Im Westen .erlitt der Feind bei einigen Stoßtruppuntcrneh- mungen in der Gegend von Zweibrücken erhebliche Verluste.
Ein feindlicher Fesselballon wurde abgeschossen. Luftangriffe auf das Reichsgebiet fanden nicht statt
Krest-Atowslr gefalle«.
Auch die Zitadelle eingenommen.
Berlin, 17. September. (DNB.) Die Zitadelle von Brest-Litowsk wurde genommen. Damit ist die Festung Brest-Litowsk in deutscher Hand. Bei Wegnahme der Zitadelle wurden 600 Gefangene gemacht.
•
Wer die Mitteilungen des amtlichen Berichts auf seiner Karte nachschlägt, sieht schon aus diesen kargen Angaben, wie sehr das Schicksal des polnischen Heeres besiegelt ist. Brest- Litowsk ist mit seinen 56 000 Einwohnern (davon die Hälfte Juden) eine Stadt von mittlerer Bedeutung; als Festung war sie von ungemeiner Wichtigkeit. Brest bildet den östlichen Pfeiler des Festungsoierecks Deblin — Warschau — Modlin — Brest. Zwei von diesen Pfeilern sind mit der Einnahme von Deblin und Brest eingestürzt, zwei andere sind eng umklammert. Daß gerade der östlichste Pfeiler bereits zusammen- gebrochen ist, macht die Lage der noch östlich von Warschau stehenden polnischen Heercsteile hoffnungslos. In der Tat haben auch über Brest hinausgreifende Teile der von Ostpreußen heranrückenden Heeresgruppe sich mit den von Westen und Süden kommenden zweihundert Kilometer östlich von Warschau (bei Wlodawa) die Hand gereicht. Eine neue Zange ist also geschlossen. Außerhalb dieses neuen Kessels haben die noch übrigen polnischen Heercsteile keine große Bewegungsfreiheit mehr.
klärt, daß man keine Auskunft geben könne und noch auf Weisungen aus Paris und London warte.
Tie roten Truppen an der Westgrenze der Sowjetunion, die in den letzten zwei Wochen zusammengezogen wurden, schätzt man hier aus ungefähr zwei Millionen Mann. Ihr Vormarsch hat heute morgen um sechs Uhr Moskauer Zeit (vier Uhr mitteleuropäischer Zeit) auf der etwa tausend Kilometer langen Grenzlinie zwischen Lettland und Rumänien von Polozk im Norden bis Kamenez-Podolsk im Süden begonnen.
Der Wortlaut der <
Die Note der Sowjetregierung an die ausländischen Regierungen, die gleichlautend allen ausländischen Missionen in Moskau zugestellt wurde, ist am Sonntagmorgen auch dem deutschen Botschafter in Moskau überreicht worden. Sie hat den folgenden Wortlaut:
„Herr Botschafter! Der polnisch-deutsche Krieg hat die innere Unhaltbarkeit des polnischen Staates erwiesen. Im Laufe der zehntägigen Operationen hat Polen alle seine Industriegebiete und kulturellen Zentren verlöre«. Warschau als Residenzstadt
Erfolgreicher Handelskrieg.
Die Tätigkeit der Kriegsmarine.
Berlin, 17. September. (DNB.) Die Kriegsmarine führte in Ost- und Nordsee und im Atlantik den Handelskrieg erfolgreich fort.
In der Ostsee griffe» Seestreitkräfte mit ihrer Artillerie in den Kampf gegen die letzten noch Widerstand leistenden polnischen Truppen bei Gdingen und Hela ein. _
Kisher 190000 T»««e« trrrfrnkt.
Berlin, 17. September. (DNB.) Nach hier vorliegenden Meldungen und Nachrichten des Auslandes sind bis einschließlich 15. September an britischen Schifssoerluften dreißig Dampfer mit etwa 190 000 Bruttoregistertonnen als versenkt zugegeben worden. Dieses Ergebnis wurde erzielt unter strikter Einhaltung der internationalen Bestimmungen für die Führung des Handelskrieges.
Zwei englische Flugzeuge
»en einem deutschen U-Vevt adgeschessen.
Berlin, 17. September. (LKW.) Wie ein im Handelskrieg eingesetztes Ö-Boot meldet, hat es am 14. September während der gemäß Prisenordnung vorgenonmienen Untersuchung des englischen Dampfers „F a n a d h«a d" zwei angreifende Flugzeuge des englischen Flugzeugträgers „Ark Royal' zum Absturz gebracht und die Ueberlebenden (zwei Offiziere) der abgeschossenen Flugzeuge gerettet.
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Die Sswsetunio« erkennt die Slowakei an.
Preßburg, 17. September. (DNB.) Wie der Sowjetbotschafter in Berlin, Schkwartzew, dem slowajlscheu Gesandten in Berlin im Auftrage des Vorsitzenden der Volkskommissare der Sowjetunion und Kommissars für auswärtige Angelegenhelfen, Molotow, heute mitteilt, erkennt die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken die Slowakiswe Revublik de jure und äs k-wim an und beabsichtigt, mit ihr diplomatische Beziehungen anzuknüpfen.
Die alle Schuld.
Die Stunde der Sühne ist gekommen. Schwere Schuld, in zwanzig langen Jahren angehäuft, wird abgetragen. Unerbittlich fordert das Schicksal den Zoll, der für Ueberhebung und Gewalt gezahlt werden muß. Als der polnische Staat in den Jahren um 1919 neu erstand, hatte die Station anderthalb Jahrhunderte keinen eigenen Staat mehr besessen. Sie hatte über die Unfreiheit geklagt; kaum war sic mit deutscher Wasfeiihilfe frei geworden, verleugnete sie ihre eigenen Klagen, griff sie hinüber in fremden Volksboden, raubte sie weite Gebiete, begann sie ein Werk der Unterdrückung, das in unserem Jahrhundert wenige Beispiele kennt. Zwei Millionen Deutsche forderte der neue Staat von den Alliierten und erhielt sie auch zugesvrochen, in Versailles und dann durch den Völkerbund. Aber Bromberg und Graudenz waren noch nicht ein Jahr einverleibt, als die Polen schon den Eroberungskrieg nach Osten begannen. Sieben Millionen Ukrainer und zwei Millionen Weißrussen rissen sie von dem östlichen Nachbarn los. Von dieser Stunde an begann auch im Osten des Staates die nationale Vergewaltigung, die schon seit einem Jahre im Westen geübt worden war. Immer wieder versuchten sich die Ukrainer gegen die Gewaltherrschaft zu erheben; immer wieder wurde die Auflehnung mit blutiger Gewalt und mit jedem anderen harten Mittel niedergeschlagen.
Jeder dritte Einwohner des polnischen Staates war ein Nichtpole. War diese Zusammensetzung, war der ganze fremd- völkische Raub eine Sünde gegen den Seist der eigenen Ueber- lieserung — so wie sie in Polen immer verkündet worden war als die Ucberlieferung einer Nation, die um ihre Freiheit zu kämpfen bereit sei — war das alles ein Frevel, so war es doch nicht minder eine geschichtliche Torheit. Mögen die Eigenschaften der Maßlosigkeit, her Selbstüberhebung, der Unterschätzung fremden Rechts unfr fremder Kraft nun in der wirren Geschichte Polens erst geworden sein, mögen sie dem Charakter dieser Nation zugehörcn — sicher bleibt, daß politische Blindheit selten so unheilvoll gewirkt hat wie in den Jahren, als Polen deutsches und russisches (unb litauisches und tschechisches) Gebiet an sich riß. Zwischen zwei Großmächten lag der Staat; wer weiter dachte als Versailles, mußte in Warschau damals raten, man möge ein gutes Verhältnis mindestens doch zu einer dieser Mächte wahren. Aber es war niemand in Polen, der Macht gehabt hätte, so zu denken und so zu handeln.
Beide großen Mächte, die im Osten wie im Westen, schienen schwach und ohnmächtig, sic waren zerrüttet durch Krieg und Niederlage und Revolution — Teile von ihren Gebieten schienen eine leichte Beute. So ist cs ja auch gewesen — aber wie lange konnte, wie lange durfte das dauern? "Die Mächte waren wohl schwach; das konnte nicht ewig dauern, einmal würden sie wieder stark werden, und dann mußte die alte Rechnung vorgewiesen werden — von zwei Seiten auf einmal. Es hätte keines genialen Blickes, es hätte nur eines Sinnes für echte geschichtliche Entwicklung bedurft, es hätte die richtige Einschätzung der eigenen Kraft dazu gehört, zu sehen, wie gefährlich die leichten Eroberungen von 1919 und 1920 einmal für den eigenen Staat werden mußten. Im blinden Rausche hat man die Grenzen nicht gesehen, die von der Natur der Dinge der. polnischen Macht gesetzt sind, und die eine vorübergehende politische Konjunktur nicht für ewig verrücken kann. Heute muß man für bett Raüsch von damals bezahlen.
Noch in den letzten Jahren war den polnischen Ministern mehr als einmal Gelegenheit gegeben, die Fehler von damals wieder gutzumachen und in einem freundschaftlichen Verhältnis zu ihren Nachbarn die Wohlfahrt unb ine völkische Kraft Polens zur Blüte zu bringen. Deutschlanb war toteber geworden, was es 1919 nicht gewesen war: eine starke Großmacht.; dennoch suchte es immer wieder eine Verständigung mit dem Nachbarn, dennoch schlug es vor, das Unrecht von Versailles wenigstens zum Teil wiedergutzumachen. Starrsinnig wies man sie in Warschau zurück. Aber dann kam der deutsch-russische Pakt. Er hätte in Warschau wirken müssen wie ein Menetekel. Die Umrisse einer großen Abrechnung zeichneten sich ab. Man begriff in Warschau den Vorgang überhaupt nicht, man blieb in der alten Ueberhebung befangen, wie seit 1919 ohne Unterlaß. So brach das Unheil über den Staat herein. Heute stehen deutsche Truppen weit östlich von Warschau; und schon marschieren russische Kolonnen in die Gebiete ein, die ihnen 1920 entrissen worden jind. Die Rechnung ist lange angcschwollen; nun wird sie vorgczeigt.
Darüber hinaus hat sich mit dem russischen Einmarsch ein entscheidender Vorgang für die Weltpolitik vollzogen. Noch kennen wir die Wirkung in London nicht; sie wird nicht freundlich sein. Wenn man sich erinnert, daß noch vor drei Wochen die britische Militärmission in Moskau weilte, um die russische Armee gegen Deutschland vormarschieren zu lassen, bann kann man ermessen, wie sehr dieser 17. September in London als schwarzer Tag empfunden werden muß. Noch ist die weitere Entwicklung im einzelnen nicht zu erkennen; sicher ist heute schon eins: Ter Polnische Gewaltstaat, wie er vor zwanzig Jahren geschaffen wurde, besteht nicht mehr; er wird nie wieder kommen. Die polnische Regierung, die ihr Land und ihr Volk in unsägliches Unheil gestürzt hat, ist ein Haufen von Flüchtlingen ohne wirkliche Gewalt. Was im Osten künstlich aufgerichtet war, ist in Trümmer auseinandergeborsten; nun ist der Weg für eine neue Ordnung frei.
Die Kogik der Greiguiste.
Berlin, 17. September.
Es ist seltsam, daß die Welt zum Teil von dem Entschluß Rußlands, in den weißrussischen unb ukrainischen Gebieten des bisherigen Polens die Ordnung wiederherzustellen,, überrascht worden ist. Noch gestern hat sich England mit einem großen Rätselraten beschäftigt, welche Stellung wohl Rußlanb im deutsch-polnischen Konflikt weiterhin einnehmen werde. Aus den bisherigen Ereignissen glaubte man dort folgern zu können, daß Deutschland über die sowjetrussische Haltung ebenso unwissend sei und ebenso großes Unbehagen empfinde tote die übrige Welt. Die sowjetrussische Mobilisierung an der Westgrenze glaubte man, der ständigen Politik der Illusionen olgend, nicht anders erklären zu dürfen, als baß sich ber deutsche Vormarsch in Polen bedenklich ber sowjetrussischen Grenze nähere.
Von Deutschland aus ist dagegen wiederholt in aller Deutlichkeit dir Welt davor gewarnt worden, bas Maß des gegen- eiligen Einverständnisses zwischen Deutschland und Rußlanb zu unterschätzen. Der deutsch-sowjetrussische Konsultations- und Nichtangriffspakt hatte aber keinen anderen Sinn als den, in einem Gebiet Europas, das außer den unmittelbar betroffenen kleineren Staaten von den Großmächten nur das Deutsche Reich und die Sowjetunion etwas angeht, das Dreinreben anderer Möchte ein für allemal auszuschalten. Ta Polen selbst andere chrenvolle Lösungen ausgeschlagen hat, da sich die pol-
