Mittwoch, S0. € ffober 1040
Zweites Morgenblatt 6er Urankfvrfer Zeitung
Nummer 555 Teile S
den anderen ausüben und womöglich den Mann tadeln, der abends nach getaner Arbeit einen Kriminalroman Iejt. Die Hitler-Jugend sei kein literarischer Verein, und die breite Mafle des Volkes sei es erst recht nicht. So wie jede Stunde ihr besonderes Buch erfordere, so brauche es auch jedes einzelne Leben. Daran müsse man denken und einen Sian für das Verschiedenartige haben, um nicht in den Fehler zu verfallen, alles nach einer engen Doktrin auszu- richten.
Dr. Rainer Schlösser gedachte dann der Hitler-Jungen und ihrer Führer, die mit Buch und Schwert wohl ausgerüstet in das Feld gezogen seien und bewiesen hätten, daß Lesen und Stubenhoekerei nicht ein und dasselbe seien. Freilich erfordere e? Zeit und stille Must«, ein Buch zu lesen, und jeder müffe die Zeit dafür aufbringen, doch nur für Bücher, um die es sich lohne. Vorbildlich sei der Eifer, mit dem die Hitler-Jugend und der Bund deutscher Mädel sich der Pflege des Buches angenommen hätten, zumal im Krieg, da es gelte, den im Felde stehenden Kameraden regel- mästig Bücher zu senden. Auch im Krieg also sei diese Bemühung keineswegs schwächer geworden.
Der Kulturpolitiker, so schloß Dr. Rainer Schlöffer seine Rede, habe immer nur die Aufgabe, die Bahn für den schöpferischen Menschen freizumachen. Mit diesen Worten forderte er den Dichter Bruno Brehm auf, das Podium zu betreten und vor der versammelten Jugend auS seinen Werken zu lesen. Bruno Brehm las darauf von der Tapferkeit als einer selbstverständlichen Tugend, deren nicht nur der Soldat bedürfe. Der Führer habe die Rangordnung der Tapferkeit vorgelebt als Meldegänger im Striege, als Führer einer Partei und endlich als Führer des Volkes. Die großen Aufgaben dieser Zeit aber verlangten überall tapfere Herzen.
Die Rundfunkspielschar Frankfurt der Hitler-Jugend gab der Feierstunde mit Streichmusik und Chvrgesang das festliche musikalische Gepräge.
N-«- fraaMsche Gesetze.
StSndischer Aufbau der Landwirtschaft. — Frauenarbeit. Arbeitsämter.
P Zürich, 29. Oktober. Nach Schluß der Ministersitzung vom Montag ist, wie aus Vichy gemeldet wird, der stellvertretende Ministerpräsident Laval, der nunmehr auch die offizielle Leitung des Außenministeriums übernommen Hot, wieder nach Paris ab- gereist.
In der Sitzung des Ministerrats hatte der Landwirtschafts- Minister Caziot den Entwurf eines Gesetzes über eine Neuorganisation der Landwirte nach ständischem Prinzip vorgelegt. Einzelheiten über die Verwirklichung dieses Planes sind bisher nicht bekanntgeworden, jedoch wird in den Blättern betont, daß der ständische Aufbau der Landwirtschaft die einzige brauchbare Möglichkeit für die wirtschaftliche, politische und soziale Gesundung dieser wichtigsten Berufsstandes im neuen Frankreich darstelle. Das Ziel dieser Neuorganisation werde in der Verteidigung dieses Berufes gegen schädliche Entwicklungen liegen und gleichzeitig auch im Schutz der Staatsautorität. Voraussetzung für die Herstellung der Einheitsorganisation werde die Unterdrückung der bisher bestehenden unzulänglichen und oft der Landwirtschaft feindlichen Gruppierungen sein.
Im französischen Amtsblatt wurde ein Gesetz über die F rauenarbeit veröffentlicht. Tas Gesetz verbietet bis auf weiteres die Einstellung verheirateter Frauen bei der staatlichen Verwaltung, bei öffentlichen Diensten, bei Eisenbahngesellschaften und so weiter. Ausnahmen sind zugelassen zugunsten solcher Frauen, deren Ehegatte nicht in der Lage ist, für die Bedürfnisie des Haushalts aufzukommen und zugunsten von Frauen, die erfolgreich einen Wettbewerb für staatliche Anstellungen bestanden haben. Jede Frau dieser Gruppe von Arbeitenden, die ihre Stellung verläßt, um eine Ehe vor dem 28. Jähre einzugehen, hat ein Anrecht aus eine Entschädigung von höchsten? 10000 Francs. Frauen, im Alter von mindestens 50 Jahren, die bei den im Gesetz erwähnten öffentlichen Diensten oder Verwaltungen in Stellung waren, _ werden von Amlswegen pensioniert. \
Ein anderes Gesetz regelt die Organisation der Arbeitsnachweise. An die Stelle der bisherigen Stellenvermittlungen sollen künftig Arbeitsämter in den einzelnen Departements treten, welche nach einheitlichen Gesichtspunkten und nach den Bedürfnissen der Gesamtwirtschaft die Unterbringung von Arbeitssuchenden und die Unterstützung der Erwerbslosen durchzuführen haben. Da» Gesetz bestimmt auch, daß die Ablehnung einet von den Arbeit». Ämtern angebotenen geeigneten Arbeitsgelegenheit die Entziehung der Erwerbslosenustterstützung zur Folge hat.
Berlin, 29. Oktober. (DNB.) Die Presse de» britischen Imperiums, dessen unerschöpfliche Rohstoffvorräte der Londoner Nach, richtendienst zu Beginn des Kriege» so laut zu rühmen wußte, muß jetzt die Bevölkerung darauf vorbereiten, daß der Verkauf von Seidenstrümpfen und seidener Unterwäsche vom 1. Dezember dieser Jahres an verboten werden würde.
Das war der Angriff auf die „Empreß of Hritain.'
.....29. Oktober. (DNB-PK.) An dem Morgen, an dem das Schicksal der „Empreß of Britain" besiegelt wurde, war >«< erst spät hell geworden. Dunstiges, regnerisches Wetter behinderte die Sicht. Oberleutnant Jope flog zum erstenmal einen Auftrag gleich dem heutigen, und da» Wetter sah nicht danach aus, al» wolle da» Glück schon diesmal mit dem neuen Kommandanten sein, der sich allerdings bei den Stukas bereits dar Eiserne Kreuz I. Klasse verdient hatte. Fast wäre die „Empreß of Britain" sogar ungesehen an dem deutschen Kampfflugzeug vorübergekommen. Aber plötzlich hatte der Bordschütze das Schiff doch noch entdeckt, lief nach vorn zum Kommandanten und rief: „Ganz riesiger Pott". Ter Oberleutnant schaute nach links und sah, daß der Bordschütze nicht über- ttiebeu hatte. Wirklich ein „riesiger Pott". Die drei mächtigen Schornsteine wirkten überzeugend. Also drauf. Natürlich werden die Briten ihre imposante „Empreß" mit allerlei Abwehr au»- geftattet haben. Ter Tiefangriff auf einen stark bewaffneten Handelsdampfer ist ein gewagtes Stück. Aber hier war etwas zu holen.
Die deutsche Marine war bemerkt worden und wurde mit wütendem Flakfeuer beschossen. Sogar mittlere Flak schien die „Empreß" an Bord zu haben. Es nützte ihr nicht». Schon die erste Bombe traf das Achterschiff auf der Backbordseite, und e8 gab sofort eine mächtige Flamme. Beim zweiten Angriff sahen die deutschen Flieger, daß das Feuer schon ziemlich um sich gegriffen hatte. Der Brite schoß noch immer. Die zweite Bombe ging nun leider daneben. Der Brite versuchte jetzt, durch Drehen dem unvermeidlichen dritten Angriff auszuweichen. Ader auch diefer Manöver war vergeblich. Die Deutschen flogen ihn an, und diesmal saß die Bombe im Vorschiff. Sofort nahm der Brand riesige Ausmaße an. Die „Empreß" mußte stoppen und hatte Schlagseite, aber weit mehr noch verrieten die grell erleuchteten Fenster. Es war ein gespenstischer Anblick. Gerade so wie die „Empreß" in FriedenS- 8eit bei Nacht mit erleuchteten Fenstern auf Fahrt zwischen Kanada und England gewesen sein mag, war sie jetzt im Grau bei Regentages, von Rauchwolken umhüllt, mit diesen erhellten Fenstern anzuschauen, an denen sich der im Innern de» Schiffe» au»ge- brochene Brand abmalte. Sehr schnell breitete sich da» Feuer über dar ganze Schiff au». „Eine halbe Stunde haben wir um die „Empreß" herumgekurvt', erzählte Oberleutnant Jope. „Als wir sie verließen, brannte der Ozeanriese lichterloh,"
startet. Der Brite soll nicht zur Ruhe kommen, und er ist in der Tat schon reichlich nervös geworden. Manches hat er sich zu Anfang des Krieges nicht träumen lassen. Auch feine Zerstörer können ihm nickt helfen; unsere Kampfflugzeuge bringen trotzdem durch. Man hatte gerade eine solche — allerdings «inseitige Begegnung mit einem Zerstörerflugzeug hinter sich, als der Bordwart durch ein freundliches Loch in der Wolkendecke Rauchwolken erblickte. „Da» sieht nach einem Geleitzug au»,' sagte er, denn als Mitglied der Besatzung de« Hauptmann» D. hat er schon einige Erfahrungen im Handelrkrieg. In der Tat ein durch Zerstörer und andere Bewacher stark gesicherter Geleitzug mit Kurs Westen. Sofortiger Angriff über das erste Schiff hinweg auf das zweite, einen Frachter von 8000 Bruttoregistertonnen. Beide Bomben Treffer. Die eine genau in der vorderen Ladeluke, die andere auf der Brücke. Rauchwolke und Schlagseite nach Steuer- bord zeigen den Erfolg. Aber die Deutschen halten sich nicht dabei auf. Ihnen kommt es auf einen zweiten Schlag an. So ging e» sofort über den nächsten Dampfer hinweg auf den übernächsten, wieder einen Frachter von etwa 8000 Bruttoregistertonnen. Wieder ein Doppcltresfer. Beide Bomben sitzen im Vorschiff. Sofort ent- wickelt sich starker Rauch, und nach zehn Minuten ist das Vorschiff bir zur Hälfte im Wasser versunken. Die Zerstörer und Bewacher haben während der ganzen Zeit ein wilde» Flakfeuer auf da» deutsche Kampffluzeug unterhalten. Die Flakwölkchen verpuffen, und ohne jede Beschädigung löste sich das Flugzeug von dem Geleitzug, der inzwischen abgestoppt hatte und bereit! ein Boot an den zuerst angegriffenen Frachter zur Hilfe herangeschickt hatte.
Di« „Empreß" brennt noch . -,
Eine Stunde nach diesen beiden so erfolgreichen Angriffen sichtet da» Flugzeug de» Hauptmann» D. wieder eine Rauchwolke. Sollte e» sich da schon wieder um einen Geleitzug handeln? — Näher und näher kommt man, und e» zeigt sich, daß dieser Rauch viele Kilometer weit sichtbar ist. „Mensch, da» ist ja die .Empreß", ruft der Hauptmann au». Sie lag genau vor den Augen bet deutschen Flieger. Bis weit in den Himmel wirbelte der grauweiße Rauch des Riesenseuers empor. Da» ganze Sckisf war ein einziges Glühen. Die Wände, die vordem grau gewesen waren, waren jetzt weiß, so stark war die Glut. Auf diese» Schiff brauchte man keinen Angriff mehr zu verschwenden. Drei
AUS DEM REICH
Die „Schaufenster-Wahrheit".
Die Frage der DekorationS- und Ausstellungsstücke.
* Berlin, 29. Oktober. Die Fachgruppe Bekleidung wendet sich zur Klarstellung von Fragen der „Schaufenster-Wahrheit" an die Ladenbetriebe ihres Bereiches. Danach ist der Kaufmann zwar zivilrechtlich nicht verpflichtet, aus Verlangen Ware aus der Schaufensterauslage zu verkaufen. Der lautere Wettbewerb verbiete jedoch das Zurschaustellen von Lockartikeln. Wenn die im Schaufenster ausgestellten Waren nicht verkaufsbereit am Lager seien ober im Rahmen de? üMLe:n nicht geliefert werden könnten, so müsse man annehmen, daß die ausgestellte Ware als Lockartikel dienen solle. Eine solche Schaufensterdekoration sei aber unzulässig. Vielfach könne man beobachten, daß Kaufleute Schaufensterartikel mit dem Schild „Ausstellt^gsstück" oder „Nur für Dekorationszwecke" versähen. Mit allem Nachdruck sei darauf hinzuweisen, daß derartige Schaufenstervermerke meist unberechtigt und daher unstatthaft seien. Unter einem „Dekorationsstück" verstehe man lediglich einen Artikel, der die Schaufensteraurlage verständlicher und ansprechender machen solle, der aber im allgemeinen unverkäuflich sei, weil er von dem betreffenden Geschäft al» VerkaufSartikel nicht geführt werde. Das fei zum Beispiel der Fall, wenn ein Kinderbekleidungshaus lediglich für Deko- ration»zwecke Kinderfpielzeug mit ausstelle. Achnlich verhalte es sich mit dem „A u s st e l l un g s st ü ck". Wenn eine Firma zum Beispiel eine kunstgewerblich wertvolle Handarbeit in Auftrag erhalten habe, werde man nicht» dagegen einwenden können, wenn sie die besonders gelungene Arbeit eine zeitlang auch im Schaufenster zeig«. Ware aber, die noch verkäuflich fei, könne niemals al» „AuSstellungrstück" bezeichnet werden. In Zukunft werde dafür Sorge getragen werden, daß Firmen, die ihre Schaufensterauslagen nicht einwandfrei gestalteten, mit dem notwendigen Nachdruck zur Ordnung gerufen würden. Verkaufte Waren müßten aus dem Schaufenster entfernt werden. Endlich müßten auch die im Schaufenster angegebenen Preislagen der qualitativen Zusammensetzung de» Warenlager» entsprechen. Wer Konsumware im Schaufenster zeige, müsse auch ein Warenlager in den angebotenen Artikeln haben. Dasselbe gelte natürlich auch für hochwertige Ware.
Der Todestag Korlckes.
Dessau, 29. Oktober. (DNB.) Am Montag waren die Kameraden vorn Kampfgeschwader „Boelcke" aus ihrem Feldflughafen von der Front nach Dessau gekommen, um am vierundzwanzigsten Todestag Orwald Boelcke» am Grabe des am 28. Oktober 1916 in Frankreich gefallenen erfolgreichen Fliegerhauptmann» des Welt
krieges In stillem Gedenken zu verweilen. Schon früh am Morgen war ein Ehrendoppelposten aufgezogen, und da» Grab wurde g«. schmückt. Die Stadt Dessau ließ einen Kranz niederlegen. In den Mittagsstunden schritt eine £>ffijiet»abothnung mit der greifen Mutter des Fliegerhelden zum Grabe, um einen Kranz niederzulegen, der die Worte trägt: „Kampfgeschwader Boelcke".
Schokstade«rr;e«g«iffr;« Weihnachten.
ch Berlin, 29. Oktober. Obwohl in der Süßwarenwirtschaft wegen des Krieges die Herstellung gedrosselt werden mußte, ist inzwischen doch eine einigermaßen befriedigende Verteilung der anfallenden Erzeugnisse erreicht worden. Deshalb sind auch für bi« lausende Abgabe von Süßwaren an die Verbraucher keine weiteren Bewirtschaftungsmaßnahmen erforderlich. Zu Weihnachten sollen jedoch die Ernährungsämter für eine gerechte Verteilung der Schokoladenerzeugnisse sorgen, wie ein neuer Erlaß des Reichsernährungsministers bestimmt. Da eine Regelung durch Karten ober Bezugscheine nur für lebenrwichtige Waren in Frage- kommt und es örtlich große Unterschiede in den Verbrauchsgewohnheiten gibt, soll eine für da» ganze Reich geltende Regelung nicht eingeführt werden. Die Landes- ober Provinzialernährungsämter werden jedoch ermächtigt, von sich au» eine reibungslose- und gerechte Verteilung in den Großstädten und Jndustriegemeinben zu organisieren. Bei den Herstellern von Schokoladenerzeugnissen ist dafür gesorgt, daß wegen der Weihnachtrzeit allgemein etwas größere Mengen verfügbar sind als in den letzten Monaten. Außerdem kann den LandeSernährungsämtern für die siebzehnte Zuteilungsperiode (vom 18. November bis zum 15. Dezember) eine sätzliche Menge von mindestens 62,5 Gramm Schokolabenerzeugnisse je Kopf auf Anforderung für die Bevölkerung der Großstädte und Jndustriegemeinden zur Verfügung gestellt werden. Die Ernährungsämter sollen nun für ihre Bezirke die nötigen Vorbereitungen treffen; vor allem fall die Abgabe der Schokoladenerzeugniff« in irgendeiner Form kontrolliert werden, damit ein unberechtigter Bezug vermieden wird.
D- Berlin, 29. Oktober. Der ReichrerziehungSminister hat In einem Erlaß angekündigt, daß die Zahl-der staatlichen Aufbau- lehrgänge, deren erfolgreicher Besuch die Berechtigung zum Studium auf einer Hochschule für Lehrerbildung gibt, in den nächsten Jahren erhöht werden wird. Damit ist entschieden worden, baß die Einrichtung, die zur Behebung de» außerordentlichen.Mangels an Volksschullehrern getroffen wurde, zunächst beibehalten werden muß.
durchrinandrr rieb, und es zerplatzten, doch unhörbar, Tausende und Millionen Lärvchen der Mücken und Schnäkchen und war unter den langen Blättern von Linse und Lilie und auf den Früchten der Wassernuß saß, und alles Gift wurde vom Feuer gefressen und verstärkte mit seiner Kraft vielleicht die Flamme.
Und unter sich landwärts wälzender schwarzer Wolke und vor der gegen die Hochstufe hinmarschierenden Feuerwand flohen Menschen, Wagen, Pferde und Gefährte und kamen heil auf gesunde» Land, während langsam das Feuer im Feuchten zurückblieb und erlosch und abqualmte, und der Brandstifter Wilhelm hatte viele Menschen vor gefährlichem Fieber bewahtt.
Iayresausstcssung
der frankfurter KünlilergeseMchaft.
Wie üblich findet sich im November auch diese» Jahres da» Schaffen der in der Künstlergesellschaft vereinigten Maler, Bildhauer und Graphiker im Frankfurter Kunstoerein zu einer Ausstellung zusammen. Diese Veranstaltung brauchte durch ihr Gewohnheitkrecht keine Beeinträchtigung zu erleiden; es scheint jedoch, al» sei ihr die» Schicksal von Jahr zu Jahr mehr beschieden. Damit soll nicht gesagt sein, baß die Ausstellung nicht den Anblick von Werken biete, die man gerne kennenlernt; aber es kann trotzdem nicht mit Stillschweigen übergangen werden, daß man zugleich einem Kunstgute begegnet, da» seit längerer Zeit durch unsere Ausstellungen reift und also auf bet Jahresausstellung 1940 kaum gezeigt werben burfte. Die Frankfurter Künstler wahren durch diese Bequemlichkeit ihre eigenen Interessen in einer wenig weitschauen- den Weise; dar betrachtende Publikum könnte, durch Langeweile verstimmt, der Aufspürens des wirklich Guten überdrüssig werden. Man fragt Jahr für Jahr, ob ein Wandel nicht möglich sei, wartet jedoch vergeblich auf eine befriedigende Antwort. Aus die Gefahr, lästig empfunden zu werden, mag ich nicht aufhören, zu fragen; ein Kunstberichterstatter ist nicht nur ein Egoist, er nimmt auch Teil daran, ob die Frankfurter Künstler klug ober lässig für sich selbst sorgen.
Die Ausstellung gehört durch ihren Bestand wesentlich der Malerei; die Plastik ist bescheiden vertreten; reichhaltiger steht es um da» Aquarell und die graphischen Blätter. Die bei den Malern vorherrschende Methode leitet sich vom Impressionismus her, der keineswegs abgetan scheint. Im- Gegenständlichen pflegen viele Frankfurter Maler „eine Spezialität", so daß die meisten Land- schaftsbilber sogleich „zugeschrieben' werben können. Auf diesen Umstand fei jedoch, da das Individuelle in der Leistung anspricht, kein übermäßiges Gewicht gelegt, obwohl er nicht unerwähnt bfeiben soll. Er bildet einen charakteristischen Zug in der Physiognomie der Frankfurter Malerei, die einer lebhafteren Mimik, und das heißt einer lebhafteren Erfindung nicht gerade hold ist. Was geboten wird, beschränkt sich auf die Landschaft, das Stilleben und hier und da auf das menschliche Bildnis. Dadurch gibt es allerdings einige Landschaftsmaler, die ein nahes Verhältnis zur Natur pflegen und gute» Zeugnis von dieser inneren Beziehung ablegen. Es ist merkwürdig, welcke Bevorzugung die Winterland- ickaft auf dieser Ausstellung erfährt. Die Stunde des blauen Lichter (Fritz Schraegle), das Eingebetteisein der Hänge und Häuser in die weichen Flächen de» Schnees (Adolf Bode), der gelbliche Dunst eine# naßkalten Novembertage# (Fritz Wucherer), da» diÄretr Grau in Grau der nicht recht zum Tage erwachenden Be
leuchtung (Fritz Trinkewitz), solche atmosphärischen Zustände werden von den Malern mit überzeugender Einfühlung geschildert. Man hat seine Freude an dieser Hingabe, die jedes falsche Pathos meidet. Andere Landschafter sind dem saftigen Grün und der Sonne zugetan. Diese Gruppe, so meint man, wird durch die weiten Blicke von Professor W. Meyer besonders repräsentiert. Zügige Flächen in grünen Nuancen und schwere Wolkenballen bauen Aussichten zusammen, die da» Auge wohltuend atmen lassen. (»Rhön". „Oberhessische Landschaft'.) Friedrich Mook, der unablässig ist, das im Gelaube gebrochene Licht einzufangen, zeigt dieses Mal auch die Nahsicht einer Wiese, auf der gelbe, rote, weiße und blaue Blumen blühen. Karl Lippmann versteht ei, in einer impressionistischen Skizze „Weiden am Altrhein" lebendig zu schildern. Von Hanni Franke bleibt namentlich der herbstlich gefärbte, !uh schon entblätternde Baum auf einer Wiese im Gedächtnis; Otto sebueb schenkt seiner „Ansicht von Lichtenberg im Odenwald«" deutliche Töne in Rot, Grün und Blau. Friedrich Kaltwaffers „Waldlichtung" mit ihrem eigentümlich, gespenstig eingefangenen, graugrünen Lichte rechnet nicht unter die Neuerscheinungen.
Karl Luckhardt hat mit dem „Ortsdiener au» Oberhessen' ein genreartige» Porträt gemalt, dessen Verdienst« in dem gut modellierten Inkarnat und in dem lebendigen Ausdruck ruhen Wilhelm Runze belegt sein malerische» Können durch zwei Proben, die man icbon anderwärts betrachten durfte. („Interieur". „Zwei Fische', Stilleben.) Unter den Blumenstilleben bringt Georg Poppe wohl die reifste Lösung; flirrender wirkt die Pinselführung von Erich Mattin, während die „Gladiolen' von Fritz Fischer eine derbere Substanz besitzen.
Eine Ueberraschung auf dieser Ausstellung bedeuten die fünf Aquarelle von Karl Dörrbecker. (Man hätte die Blätter örtlich nicht trennen sollen; auch Wäre ihnen ein besserer Platz zu gönnen gewesen.) Die Aquarelle zeigen Ansichten an» den Alpen. („Altaußeer See". „Bergwelt'. „Pfronten im Allgäu". „Allgäuer Landschaft'. „Alpenlandschaft".) Der Gegenstand ist heikel, weil die Massivität der Berge ihm gefährlich werden kann, tjfine visionäre Feinfühligkeit bewahrt Dörrbecker vor jedem derben und billigen Effekt. Die entschiedenen Töne herrschen in den Vordergründen; je mehr das Bild in die Ferne aufsteigt, um so zarter geht der Maler mit der Schwere um. Dennoch erreicht er es, daß man von dem Ragen der hohen Berge und von ihrer Substanz überzeugt bleibt. Wie er als Techniker mit den Wasserfarben auskommt, erregt immer erneute Bewunderung. Wahrscheinlich ist e» falsch, von einem Techniker zu sprechen; da» Beste wird ihm aus dem Mitgefühle unbewußt zufallen. Noch seien die sorgfältigen Umrißzeichnungen von Han» Schopp und di« Jllusttationen von Carl Fischer erwähnt. ,
Von den Bildhauern ist Fritz Best am stärksten vertreten. So lebensnah feint Knabenakte scheinen, meint man dock, daß ihm mit der „Mädchenbüste' ein beruhigteres Werk gelungen ist.. Alexander ftraumann hat eine realistische Studie („Kopf einer lächelnden Frau") beigesteuert; August Bischofs einen „Weiblichen Kopf", der durch seine Vergoldung dekorativ gefaßt wird. Heinrich Gierig, dessen Name zum ersten Male begegnet, lehrt durch ein „Selbstbildnis", daß ihn da» Material des Modells noch intensiv beschäftigt. Harold Winter hat mit der in Holz geschnitzten, lebensgroßen „Sechzehnjährigen Range im Straßenkleid' ein bezeichnendes Beispiel seines Stil«»-ausgestellt. Die Tierplastik ist bei Georg Krämer („Wisent". „Fischotter") in guten Händen.
Ernst B e n k a r d.
Der nächste Schlag — ein Doppeltresfer.
Die Maschine de» Oberleutnant» Jope hatte auf dem Rückflug eine Zwischenlandung auf einem anderen Flugplatz machen müssen. Noch ehe sie heute zu unserer Gruppe zurückkehrte, war unter dem Kommando Bon Hauptmann D. bereit» ein anderes Flugzeug ge»
Schlepper und zwei Zerstörer verrieten, daß die Engländer bemüht waren, zu bergen, wa» noch zu bergen war. Vergeblich war ihr Bemühen. Deutsche Torpedo» gaben später dem Schiff den Fangschuß. ES versinkt für immer auf den Grund de» Meere».
Ludwig von Danwit*.
Der italienisch-griechische Konflikt.
Die Zusammenstöße an der Grenze.
Bericht« italienischer Blätter.
♦ Rom, 29. Oktober. (Europapreß.) lieber die Vorgänge an der albanischen Grenze berichtet der „Messaggero" jetzt ausführlicher au» Tirana. Die Herausforderungen im Grenzgebiet von der adriatischen Küste bis zu den Pässen Mazedoniens hätten einige Wochen angedauert. Die griechischen Behörden hätten eine Art politischer Generalmobilisierung unter der Bevölkerung von Tscha- muria betrieben. Sie sei von der verleumderischen englischen Propaganda durch Verbreitung alarmierender Nachrichten und großsprecherischer Lügen genährt worden, um in der Bevölkerung de» griechischen Grenzgebietes eine kriegerische Stimmung gegen Manien und Italien zu schaffen. Die Verbreiter dieser auf- peitschenden Propaganda seien in dem südlich von Kanitaki gelegenen griechischen Kloster Vela geschult worden. Auch mit der Organisierung von Banden, den berüchtigten Komitatschi, sei schon begonnen worden. In jedem größeren Ort des Epirus seien derartige bewaffnete Banden aufgestellt worden. An der Grenze seien von diesen Banden lärmende Kundgebungen veranstaltet worden, die schließlich zu dem bisher schwersten Zwischenfall, dem am Sonntag gemeldeten Zusammenstoß bei Kapehstika, geführt hätten. Die in Porto Edda und bei dem Semaphor von Kap Stil» explodierten Bomben dürften wahrscheinlich aus Korfu herangeschafft worden fein. Ein griechisches Segelboot sei von der Semaphor- Wache gesichtet worden, habe sich in der Richtung nach Port» Edda entfernt und sei am nächsten Morgen mit westlichem Kurs wieder int Kanal von Korfu entdeckt worden. Am Sonntagmorgen habe ein wahrscheinlich englisches Flugzeug über Argiro- kastro, Kontra und Valona Flugblätter in albanischer Sprache mit einem „Ausruf des griechischen Volke» an da» albanische Volk" abgeworfen. Der Text habe die echt englische Marke sofort erkennen lassen, denn in diesem Flugblatt wüxden die üblichen Gemeinplätze der englischen Propaganda und Beleidigungen de» fascisti- schen Italiens wiederholt. Die Ereignisse der letzten Tage, schließt der Bericht des „Messaggero", hätten in der Bevölkerung Albanien» den unwiderstehlichen Wunsch geweckt, an den Herausforderern Vergeltung zu üben. Nach der Feier de» Gedenktage» de» Marsche» auf Rom in Tirana sei der albanische Ministerpräsident zusammen mit allen Regierungsmitgliedern bei dem Generalstatthalter für Manien, Graf Jocomini, erschienen und habe den dringlich gesoßten Beschluß und Wunsch der albanischen Regierung zur Kenntnis des Generalstatthalter» gebracht, daß die Anmaßungen der dem Feinde versklavten griechischen Regierung energisch abgewiesen und bestraft würden. Gleichzeitig habe die Bevölkerung Tirana» vor der Statthalterei eine stürmische Massenkundgebung veranstaltet. Der Generalstatthalter habe vom Balkon der Statthalterei aus der Volksmenge zugestchert, daß der Wunsch der albanischen Regierung sofort dem Duc« übermittelt werde.
Rom, 29. Oktober. (DNB.) Zur Erläuterung der Notwendigkeit des Eingreifen» Italiens in Griechenland, wird in unterrichteten italienischen Kreisen darauf hingewiesen, daß in den italienischen Wehrmachtsberichten seit dem 1. Juli nicht weniger als dreiundzwanzig Fälle von direkten ober indirekten englischen Aktionen in den unter griechischer Kontrolle stehenden Gewässern verzeichnet worden sind. Es handelt sich dabei im wesentlichen um Zusammenstöße mit englischen Kriegsschiffen und englischen Geleitzügen im Aegäifchen Meer und nördlich und südlich von Kreta. Schon diese Tatsache allein zeige deutlich genug, daß Griechenland allmählich in einen großen Flottenstützpunkt für England verwandelt worden fei, und rechtfertige vollkommen die Aktionen Italiens, wie da» des näheren in der italienischen Note an die griechische Regierung au»= geführt und nach juristifchen, politischen und militärischen Gesichtspunkten au» Gründen der nationalen Sicherheit Italiens und Albaniens notwendig geworden sei.
I«goftawie« bleibt neutral.
Belgrad, 29. Oktober. (Europapreß.) Der Vizepräsident der jugoslawischen Regierung, Dr. Matschek, ist am Montag in Belgrad eingetroffen. Ministerpräsident Zwetkowitsch hatte eine Reihe von Konferenzen mit Kriegsminister General Neditsch und Außenminister Eincar-Markowitsch. Man verhandelte mit kroatischen Ministern und nachher folgte eine längere Konferenz zwischen Zwetkowitsch und Matschek. Von amtlicher Seite wird mitgeteilt, daß Jugoslawien in der neuen Lage auf dem Balkan neutral bleibe. Jugoslawien bebaute die Zwischenfälle zwischen Griechenland und Italien sehr, um so mehr, als eS stets bereit gewesen sei, zu vermitteln, um auf diese Weise den Krieg vom Balkan fernzuhalten. Jugoslawien verfolge mit Ruhe die weitere Entwicklung der Ereignisse und erwarte, daß seine Neutralität geachtet bleibe.
„Ei« Opfer des kritische« Intrigenspiels."
Das erste Echo in Japan.
I<A Tokio, 29. Oktober. Die italienische Note und der Einmarsch italienischer Truppen in Griechenland stehen hier int Vordergrund de» Interesses und haben allgemeines Verständnis gefunden. Nach der heutigen regelmäßigen Sitzung hes japanischen Kabinetts, auf der die neue Sage zur Sprache kam, wurde mitgeteilt, daß die japanische Regierung weiteren Informationen entgegensetze.
Die japanische Presse erklärt einmütig, Griechenland sei da» Opfer des britischen Intrigenspiels geworden. Die führende Zeitung „Asahi' schreibt, Griechenland habe, nach der britischen Flöte tanzend, Italien auf verantwortungslose Weise herauSgefordert. Griechenlands Schicksal sei damit besiegelt. Eine andere führende Zeitung „Nichi Nichi" meint ebenfalls, daß Griechenland fein Gegner füj Italien sei. Deshalb sind die hiesigen großen Zeitungen auch der Ansicht, der italienisch-griechische Konflikt sei wahrscheinlich schon sehr bald erledigt. Es wird auch die Hoffnung ausgesprochen, daß Griechenland keinen sinnlosen Widerstand leiste und die gerechtfertigten Forderungen Italiens anerkennen möge, bevor ein neuer Kriegsschauplatz entstehe. Besonders wird in der japanischen Presse unterstrichen, daß der Kampf gegen das britische Reich in ein neues entscheidende» Stadium getreten sei. Es sei unbedingt notwendig für den Neuaufbau Europas, daß England aus dem Mittelmeer oertrieben werde.
Schwedische Kommentare.
□ Stockholm, 29. Oktober. Die Kommentare der Stockholmer Zeitungen begnügen sich nicht mehr mit einer distanzierten Betrachtung des italienisch-griechischen Konflikte». Die Presse ntzigt dazu, mehr oder weniger offen ihre Gefühle deutlich zu machen. Es fehlt aber nicht an Stimmen, die dabei auch eine etwas unbefangener« Betrachtung des Ablaufs der Dinge einfließen lassen. Solche Stimmen sind von beiden Seiten der innerpolitischen Front zu hören. „Stockholms Tidningen" meinen, erst die Geschichte werde ein unparteiisches Urteil fällen. Niemand könne verkennen, daß Griechenlands Teilnahme am Kriege gegen die Achse für London wünschenswert fei und daß noch kürzlich Londoner Zeitungen die Regierung ermahnt hätten, sich im östlichen Mittelmeer nicht wieder, wie in Norwegen, überrumpeln zu lassen. Auch „Sozialdemokraten' meint, neben anderem, es sei unzweifelhaft richtig, daß Griechenland nicht immer habe verbergen können, auf welcher Seit« seine Sympathien in diesem Kriege lägen. Griechenland habe von jeher freundschaftliche Gefühle für England gehegt, und wenn man großen Wert auf die Garantie lege, fo sei das nicht so verwunderlich, da sie einem Land« mit langgestreckten Küstengebieten gegeben worden sei, und zwar von der bisher stärksten Seemacht. „Aftonbladet" sagt: „Die Botschaft von London an Athen enthält, ähnlich wie früher, di« Versicherungen, alle Hilfe, die in England» Kräften stehe, zu leisten, und da» Telegramm de» englischen Königs wählt Worte wie .Griechenland» Sache ist die unsere', Sätze, die in unserem nordischen Bereich einen wohlbekannten und wehmütigen Klang haben."
Die dritte Keich»flraße«samm1«ng
für das zweite Kriegswinterhilfswerk.
Berlin, 29. Oktober. Da? „Deutsche Nachrichtenbüro" teilt mit:
„Die dritte Reichsstraßenfammfung für da» zweite Kriegs- winteihilfswerk 1940/41 findet api 2. und 3. November statt. Sie wird von SA, SS, NSKK und NSFK ausgeführt. Auch bei dieser Sammlung werden Sammler und Spender ihre Pflicht tun und die heimatliche Front durch ihr Opfer stärken.
Daß immer nur an den festgesetzten Tagen, also am Samstag, den 2., und Sonntag, den 3. November, gesammelt werden darf, wird nochmals in Erinnerung gebracht."
Die Sukanft der Kriegerkamrradschafte«.
Der stellvertretende Gaukriegerführer, Generalmajor a. D. Waitz, hatte in Frankfurt und Erfurt die Kreirkriegerführer und Werbeobmänner zu einer wichtigen Tagung zusammengerufen. In der Frankfurter Tagung wie» SS-Oberführer Major G o e d i ck e von der Reichskriegerführung darauf hin, daß 'der RS-Reichs- friegerbunb nach dem Kriege vor einem Wendepunkt von größter Bedeutung in der Organisation stehe. In jeder Ortsgruppe der NSDAP soll nach dem Befehl des ReichskriegersührerS eine allgemeine Kriegerkameradschaft mit der Werbung und Erfassung der zur Entlassung kommenden Wehrmachtsangehörigen beauftragt werden. Wenn in Städten die allgemeinen Kriegerkameradschaften nicht ausrcichen, feien solche Sriegerfamcrabfcbaften neu zu bilden. TraditionSkameradschaften könnten zum gleichen Zweck in allgemeine Kriegerkameradfchaften umgewandelt werde«. Di» allge
meinen Kriegerkameradfchasten dürfen für die Zukunft nur Mitglieder aufnehmen, die im Bereich ihrer Ortsgruppe wohnen.
Der 17. Jahrestag der Gründung der türkische« Kepuklik.
Istanbul, 29. Oktober. (Europapreß.) Am Dienstag beging die Türkei den 17. Jahrestag der Gründung der türkischen Republik. Alle Städte und Dörfer in der Türkei waren festlich geschmückt. Die Feierlichkeiten begannen mit einer Rundsunkansprache de» Ministerpräsidenten S a Y d a m. Er widmete zunächst Worte de» Danke» dem Gründer der türkischen Republik, Kemal Atatürk. Er versicherte sodann dem jetzigen Präsidenten Jnönü der unerschütterlichen Treue des türkischen Volkes. Das türkische Volk, so führte der Ministerpräsident weiter aus, sei fest entschlossen, seine Ruhe und Sicherheit zu wahren, aber auch stets zur Verteidigung seiner Unabhängigkeit bereit. Am Nachmittag sand in Istanbul eine große Militärparade statt.
Di« türkische Presse bringt ausführliche Leitartikel, in denen sie die Bedeutung des Tages würdigt. Tas Blatt „Akfcham" erklärt, die Republik habe der Türkei eine Friedensperiode von siebzehn Jahren gesichert. Ta? Ziel der türkischen Politik sei e», diesen Frieden auch weiter zu erhalten. „Wir haben nicht bi« Absicht," schließt das Blatt, „unser Land in kriegerische Verwicklungen zu bringen und sind weit davon entfernt, nach abenteuerlichem Ruhm zu streben."
Hauptechriftlelter: Dr. Rudolf Kircher. Druck und Verlag: Frankfurter Souletlta-Druckerei G. m. d. H.. Frankfurt am Main.
Zur Zettlet PreulUte Nr. 11 rtitig.

