Donnerstag , 1 . Dezember 1932
Einzelnummer in Pmikfari « r . M . tmd Umgebung ( Rhetomainischer Städtekranz ) tO Pfg . , außerhalb iS Pfg .
2 . Jahrgang Nummer 282
Mimte
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Während bei uns politischer Wirrwarr herrscht -
schließt Frankreich wichtige Verträge ab
fSäiilM
Herrlot unterzeichnet den Nichtangriffspakt mit Sowjetrußland . Links hinter
ihm Botschafter Dowgalewski
Nationalsozialistisches Organ erklärt , Ihütingen sei wichtiger Englands Entschluß , wenn Amerika nicht den Zahlungsaufschub bewilligt
Der Endkampf ?
Wird es heute General v . Schleicher gelinge n , das politische Durcheinander zu beenden ?
( Nachrichtendienst d “ r „ Neuesten Z eitun g “ . )
B e r I in , 1 . Dezember .
kt es nicht ein Trauerspiel , das sich seit Tagen , seit
Wochen abspielt und sich „ Bildung einer deutschen
Reichsregierung " nennt ? Hitler ist gestern aui dem Weg
von München nach Berlin in Weimar ausgestiegen , und
sein Berliner Organ „ Angriii “ hat zu erkennen gegeben ,
die Thüringer Gemeindewahlen seien wichtiger als das
Zustandekommen einer aktionsiähigen Reichsregierung .
Der Führer der NSDAP hat also gestern nicht mit Gene ,
ral v . Schleicher verhandelt , sondern sich an klassischer
Stätte in Weimar mit seinen Unterführern unterhalten ,
während man allgemein aui eine baldige Entscheidung
der Krise wartete .
Wird er heute nach Berlin kommen , oder wird Hin -
denburg endlich einen Reichskanzler ernennen , auch
wenn diese oder jene Intrige — es wäre falsch zu
glauben , nur ein Ränkespiel störe die Regierungsbil¬
dung — nicht zu Ende gesponnen wird ?
Es scheint , als ob die zermürbende Zeit der Geheim¬
verhandlungen , der Dokumente und der Flüstereien vor¬
über ist .
Kommt er , kommt er nicht ?
Der Schwerpunkt der Krisenentwickiung lag gestern nicht in
Berlin , sondern in Weimar , weil eS von der dortigen Führer »
besprechung bei - Hitler abhing , ob der Ch es der NSDAP , am
Donnerstag der Einladung deS General von Schleicher zu einer
letzten Besprechung folgt . In Berlin wollte man gestern abend
misten , das ) die Geister in der Weimarer Besprechung ziemlich
scharf aufeluandergeprallt seien und das , der ursprünglich noch für
Mittwoch erwartete Besuch Hitlers deshalb nicht stattgefimden hat ,
weil die Situation innerhalb der Führung der NSDAP , noch
nicht geklärt war . In der Wilhelmstrahe wurde die Lage in den
Abendstunden dahin gekennzeichnet , daß noch keine Anzeichen dafür
vorliegen , daß Hitler heute nicht kommen werde .
Das Orakel
Die Reichsleitung der NSDAP in Weimar teilt soeben mlt :
Adolf Hitler , der zur Zelt im thüringischen Kymmunalwahl .
kamps weilt , berief gestern Gregor Strasser , Dr . Frick , Reichstags -
Präsidenten Goerlng und Dr . Goebbels zu einer Besprechung der
politischen Lage » ach Weimar . Die Besprechungen trugen rein
informatorischen internen Charakter .
Nähere Einzelheiten hierüber sind nicht zu erfahren gewesen .
fett für die Ernennung des Generals v . Schleicher zum Reichs¬
kanzler spricht .
Gerüchte Angeblich « Rücktriltsabsichien
Hindenburgs
Das Organ Stegerwalds und der christlichen Gewerkschaften
dringt gestern einen Alarm - Artikel , in dem es behauptet ,
daß die Kreise , die Schleicher bekämpfen , es offen zu einer
Diktatur treiben wollen .
Es sei kein Zweifel mehr , daß Hindenburg am Samstag
habe zurücktreten wollen . Dahin hätten eS viele Kreise treiben
wollen . Sie wollen die Einsetzung eines ReicqLverwesers , aber
man sei sich bei ihnen selbst nicht , klar gewesen , wen man vor -
ichlagcn wolle .
Die Gattin des früheren Kaisers , Hermine , war in Berlin .
Man weiß , daß der frühere Kaiser nicht damit einverstanden ist ,
daß der Kronprinz Reichs » rweser werden soll . Man weiß auch ,
daß die Kronprinzessin gegen die Betrauung des Kronprinzen
ist . Sie wirbt für ihren ältesten Sohn . Diese Pläne spielen , so
phantastisch das alles klingt , eine entscheidende Rolle im Spiel
hinter den Kulissen . ,
Also heute . . .
Während der Weimarer Konferenz ist di « Entwicklung
aber auch in Berlin weitergegangen . Ne ist bis zu der jetzt
ziemlich allgemeinen Auffassung gcdich - tn , daß nun heute unter
allen Umständen eine Entscheidung fallen muß , damit das
Kriscnspiel dieser Tage , das nieitcn Kreisen deS Volkes immer
unklarer wird , endlich aushört .
So erwartet man denn für den Donnerstag die Ent¬
scheidung des Reichspräsidenten auch dann , wenn
Hitler nicht kommen sollte , und zwar hat sich in den
letzten 24 Stunden , was die Kanzlerschaft anlangt ,
auch in der Personenirage ein starker Wandel voll¬
zogen . Man rechnet jetzt damit , daß der Reichspräsi¬
dent den General v . Schleicher ernennen wird .
In politi . chen Kreisen wurde heute abend behaupt ^ , daß
einer Wiederbetrauung des Reichskanzlers von Papcn auch
auS Kreisen seines eigenen Kabinetts Schwierigkeiten erivach -
sen würden .
„ Wir sagten . .
Der kritische 15 . Dezember / Was wird Fr ankreich tun ? / Hartnäckigkeit triumphiert
( Nachrichtendienst der „ Neuesten Z eitun g " . )
In den Berichten der Morgenblätter über die innerpolitischt
Lage konimt die bereits gemeldete Auffassung , daß die aller¬
größte Wahrscheinlichkeit für die Ernennung
Schleichers zum Reichskanzler besteht , ebenfalls überein¬
stimmend zum Ausdruck . Es werden in einigen Blättern sogar
schon Namen für die Umbesetzung des ReichSkabinetts ge¬
nannt , die allerdings ini einzelnen sehr erheblich voneinander
abweichen . Hinstchtlich der Frage , ob Hitler heute nach Berlin
kommen wird , gehen die Ansichten teilweise sehr auseinander .
In der überwiegenden Mehrzahl der Blätter wird die Haltung
der Nationalsozialisten als noch ungeklärt bezeichnet . Die
» Boss . Ztg . " dagegen spricht mit Bestimmtheit davon , daß
Hitler nach Berlin kommt . Das Blatt schließt aus den langen
Konferenzen in Weimar , daß die Nationalsozialisten der Ein¬
ladung Schleichers eine größere Bedeutung bcimessen , als bis¬
her nach den eigenen Veröffentlichungen anzunehmcn war , und
meint , sie wollten den Berliner Verhandlungen einen größeren
Radius gebe » . Die „ DAZ . " andererseits spricht davon , daß
nicht mehr mit einem Berliner Besuch Hitlers zu rechnen sei ,
au seiner Stelle werde voraussichtlich Gregor Strasser wieder
nach Berlin kommen .
Schleichers Absichten
Man geht sogar schon soweit , sich den Kopf darüber zu zcv -
brechen , in welcher Weise General v . Schleicher als Reichs¬
kanzler Vorgehen wird . Es gibt darüber zwei Versionen . Die
eine Richtung geht dahin , daß Herr v . Schleicher sich vor den
Reichstag stellen und von iym stürzen lassen werde . Dann werde
sein Kabinett gcsckstiftsführend im Amte bleiben . Die Krise
werde über Weihnachten vertagt und schließlich zu Neuwahlen
Ende März führen . Die andere Auffassung rechnet damit , daß
General v . Schleicher alle für die nächste Zeit notwendigen
Maßnahmen bereits bis zum 6 . Dezember ergreifen dürfte .
All das ist vorläufig aber Komoination , die wir nur ver¬
zeichnen , um einen Eindruck von der gestern abend in der
Reichshauptstadt vorherrschenden Stimmung zu vermitteln .
Sicher ist daran , daß die maßgebenden Kreise zu der Ansicht
gelangt sind , daß sich die Kris « jetzt nicht mehr hin - und her -
zerven läßt , daß am Donnerstag di « Entscheidung des Reichs -
Präsidenten Mn muß und daß die allergrößte Wahrscheinlich -
Teilstreik bei Krupp
Wegen abgebauter Akkordlöhne
( Nachrichtendienst der „ N eue s ten Z eitun g u . )
Essen , 30 . November .
Ein Teil der 185 Mann starken Belegschaft de « Kruppschen
HochoferiwerkcS in Essen - Borbeck ist heute in den Streik getreten .
Ais Grund für die Arbeitsniederlegung wird die mit den Gewerk¬
schaften und dcnl Arbeiterrat vereinbarte neue Mordregelung an - ,
gegeben , wonach der Akkordlohn für Dezember uni 1 Pfg . und für
Januar um einen weiteren Pfennig je Stunde gekürzt wird . Sämt¬
liche anderen Betriebe der Gußstahlfabrik sind von dem TeUstreil
unberührt geblieben .
Schweres Sprengunglück
Von einer 20 Meter hoben Steinwand lösten sieb große Massen
( Nachrichtendienst der „ Neuesten Z ei tun g “ . )
Trier , SO November .
In einem Steinbruch in der Nähe von Irsch bei Trier , in
dem heute nachmittag Sprengungen vorgcnommcn Wurden lösten
sich plötzlich von der 20 Meter hohen Sleinivand große Massen
Geröll und Sand , die den Sohn des Steinbruchocsitzers , den
Schießmeister , Vater von elf Kinder » , und einen Arbeiter , Vater
oo » sieben Kindern , begruben . Während der Sohn des Stein -
bruchbesitzers nur als Leiche geborgen werden konnte , wurde » die
beiden Familienväter lebend aus den Stclnmassen befreit . Sie
haben aber iebenSgesährliche Verletzungen erlitten .
Gefälschte Kar ' offelscheine _
Eine Provokation der Erwerbslosen ?
( Nachrichtendienst der „ Neuesten Z ei tun g “ . )
Berlin , SO . November -
Im Laufe deS heutigen TageS wurden im Bezirk Wedding
— besonders in der nähere » Umgebung der Arbeitsämter — eine
Anzahl gefälschter Anweisungen aus Freilartossein sür Erwerbs¬
lose verteilt . Ofsentsichtlich wollen die Urheber dieser gefälschten
Anweisungen größere Teile der Erwerbslosen des Bezirkes Äed <
ding aus einen Ort konzentrieren , um dann durch die begrclskiche
Erregung unter den Arbeitslosen über die Nichtverabsolguna der
angeblich versprochenen Kartoffeln Unruhe in die Massen hineinzu -
tragen .
Bisher ist eS nicht gelungen , die Hersteller und Berteiler dieser
gefälschten Anweisungen sestzustellen .
London , l . Dezember .
Am 15 . Dezember wird eine Kriegsschuldenrate der
Alliierten an die Vereinigten Staaten fällig . England ,
das sich in schwerster Not befinde 1 , dessen Valuta um
mehr als 30 ° /o gesunken ist , hat sich gestern entschlossen ,
zu zahlen , falle Amerika nicht von sich aus nachgibt
Das bedeutet , daß auch Frankreich nichts anderes
übrig bleiben wird , trotzdem es sich bis jetzt noch ge¬
sträubt hat .
Für Deutschland können diese Vorgänge nicht
gleichgültig sein . Nichts wäre ialfcher , als etwa Schaden¬
freude darüber zu empfinden , daß die Vereinigten Staaten
auf ihrem Schein bestehen . In den U . 8 . A . herrscht
auch — siehe Hungermärsche auf Washington — die
größte Not _ _ _ _ _
Sind wir nicht vom Ende der Wirtschaftskrise weiter
entfernt denn je ?
Herr Nevllle Chamberlain hat Im Unterhaus be -
fanntgcgeben , daß die Note an Amerika nunmehr fertig ist und
ohne Verzögerung abgehen wird . Sie wird in Chiffre über die
Kabel gegeben werden . Herr tzoover , der Adressat , hat mit dem
Empfang Eike , da er die Botschaft an den Anfang Dezember zu -
sammenlretenden alten Kongreß nicht aussetzen kann , bevor er
den englischen Schriftsatz in Händen hat .
Die Vorbereitung der Note hat der englischen Regierung
doch größere Schwierigkeiten gekostet , als ursprüngltch geglaubt
wurde , und zwar weniger wegen der Argumentation , die sehr
schlagend ausgefallen sein soll , als wegen anderer Umstände . Das
Kabinett wollte eigentlich im gegenwärtigen Stadium zu der
Frage noch nicht Stellung nehmen , ob im Falle weiterer ameri¬
kanischer Hartnäckigkeit am 15 . Dezember tatsächlich gezahlt wer¬
den soll oder nicht / Herr Chamberlain hat aber darauf hinge¬
wiesen , daß auch zu diesem Punkte schon setzt eine Entscheidung
notwendig sei . Er selber war als Schatzkanzler zusammen mit
den Sachverständigen der Treasury für Zahlungsverweigerung , da
nach seiner Meinung die Folgen einer Nichtzahlung nicht so
schlimm sein würden wie die einer Zahlungsleistung . Noch lang¬
wieriger Debatte hat sich der Schatzkanzler jedoch der MehrheitS -
ansicht des Kabinetts und den Wünschen der össentlichen Meinung
gefügt . Es ist nunmehr vom Kabinett beschlossen worden , am
15 . Dezember zu . zahlen , wenn Amerika nicht
den ZahlunnSausschub bewilligt . 1
Die andere Schwierigkeit war F ra n kreich . ES ist bereit » in
dem gestrigen Londoner Bericht kurz daraus verwiesen worden ,
( PT/ . ' } * : - « , i i . ? . 1 ' 1 ! " i ' VH . 1
, ■ > ' |
daß England in der Schuldenfrage gegenüber Frank¬
reich im Einklang mit dem . gentieweo ' s « greemeut von
Lausanne bleiben möchte . An dieser Absicht wird festgchalten trotz
des Kabincttsbeschlusses , im Falle weiterdaucrnder amerikanischer
Hartnäckigkeit am 15 . Dezember zu zahlen . Da jedoch für England
Ooumergue besuesit London
Dex frühere Präsident der franzö
trifft heute zu einem mDtqgigen Be
güö wird Säst der » ngÜsch « st « tzöMGen Bereinigung sein .
ischtzn Republik . Doum ^ rgue ,
ych tn Londpn ein . , Doumer
« MW
V - .
V *
, v
Wir zahlenl
So sagte Mr . Montagus Norman , der Gouverneur der Bank von
England , als dis englische Regierung gestern beschlössest hatte ,
die amerikanische Schuldnete zu bezahlen , obwohl das - Pfund
einen Rekordt - kfstani von 13 . 43 ( statt 30 . — Mark ) ’
erreicht hatte .
In Washington , wie in Schwelm . . .
Qungetmärfcbe , Qungemätfclje
Die Not ist international
( Nachrichtendienst der „ Neuesten Z eit an g “ . )
Washington » ! . Dezember .
Alter Urlaub für Polizei und Militär in Washington lvurdc
für die ganze nächste Woche , beginnend am Sonntag , gesperrt ,
da mau anläßlich der am Montag beginnenden Wintertagung
des Bundeskvngrcffes Demonstrationen und Un¬
ruhen befürchtet . Ans mehreren Teilen Anierikas sind
Arbeitslosentrupps auf . pem Marsch zur Hauptstadt begriffen ,
darunter ganze Familien mit kleinen Kindern . Seit der Aus¬
weisung der Kriegsteilnehmer im Juli d . I . hat die Stadt¬
behörde Washingtons den Zuzug geschloffener Trupps sowie
alle Umzüge dvrch die Straßen verboten . Die Stadtbehörde weist
täglich darauf hin , daß angesichts der großen Not unter
den Armen Washingtons kein « Mittel zur Unterbringung und
Ernährung von Auswärtigen zur Verfügung stehen . Trotzdem
kommen , zumal aus der Industriestadt Detroit sowie aus dem
Farinergcbiet Wiöconsin , lange Züge mit arbeitslosen,Arbeitern
und landwirtschaftlichem Personal , um vom Kongreß eine
schleunige Untersiühungöaltion zu verlangen . Die Einsetzung
von Militär gegen diese Demonstranten soll nach Möglichkeit
vermieden werden ; die Polizei ist deshalb mit Tränengas «
bomben ausgerüstet worden .
Lind im Schwelmer Land
Schwelm , 30 . November .
Der Schwelmer Bürgermeister erhielt am Dienstag von
mehreren Gemeindevertretungen des Enncpe - Ruhrkreises die
Mitteilung , daß Erwerbslose durch Pläkatänschläge und
Handzettel zu einem Hungermarsch nach Schwelm
aufgcfordert würden , um im KreiShausc gegen eine Herab¬
setzung der Untcrstüiinngösätzc zu dcnionstricren . Zur Ausfüh¬
rung dieses Planeö ist es jedoch nicht gekommen , da die Demon¬
stranten schon in ihren Gemeinden von der Polizei am Ab -
marsch gehindert wurden . Immerhin durchzogen heute mehrere
Trupps in Stärke von etwa 200 Mann die Stadt Schwelm
und versuchten , sich zu einem DemvnstrationSzug zu vereinigen .
Die Polizei säuberte die Straßen mit dem Gummiknüppel . Ins¬
gesamt wurden vier Sisticningen vorgcnommcn . Drei der Fest¬
genommenen wurden jedoch wieder srcinelaffen . Die Demon¬
stranten haben vier Fensterscheiben zertrümmert .
noch nicht einwandfrei scststcht , wie sich die französische Regierung
in solchem Falle verhalten werde , so kam eS daraus an , besonder «
Vorkehrungen zu treffen , um nicht den Kontakt mit Frankreich zu
verlieren .
Die Note setzt sich , so heißt eS , aui zwei Haupt -
teilen zusammen . Der erstere befaßt sich mit
den Argumenten gegen Zahlung des am 15 . Dezember fälligen
Betrages , der zweite weist erneut auf die Notwendigkeit einer all¬
gemeinen Schuldenrevision hin . Die englische Negierung
scheint ihr Arbeitsprodukt für sehr beweiskräftig zu halten , gibt
sich aber nach den Tag sür Tag von drüben eingegangenen Berich¬
ten hinsichtlich einer Acnderung der Lage vor dem 1 L . Dezember
nur noch sehr geringen tzossnungen hin .
Fi - anki - eich zögert
Der M i ni st e r p r ä s id e n t Herriot ist gestern » mb «
mittag vor den KcmrmerouSschüssen für Finanzen und Aus¬
wärtiges erschienen , um zu der interalliierteir Schuldeufrage
Erklärungen abzugeben . Herriot hal sich sedoch geweigert , aus
diese Fragen näher einzugehcn mit der Begründung , das ; die
Regierung noch in Verhandlungen stebc und infolgedessen nicht
in der Lage sei , dem Parlamente Mitteilungen über diesen Gegen¬
stand zu machen . Die beiden Ausschüsse haben sich den Gründe »
HerrioiS nicht verschlossen und sich bereit crkläri , die Aussprache
vorerst zu vertagen . Der Ministerpräsident mußte sich jedoch
verpsllchien , am S . Dezember die Debatte über die Interalliierten
Schulden vor dem Plenum der Kammer statlslnden zu lassen .
Die gestern von dem rechtsstehenden Abgeordneten Louis
Marin eingebrachie Entschließung , welche aus eine Zahlungs¬
verweigerung hinausläuft , wurde heute tn der Finqnzkommissioir
der Kammer besprochen , wobei die Kommission dem Wunsch : der
Regierung folgend sich für « in « Zurückstellung dieser Resolu¬
tion entschloß .
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