Sette 6

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Mitteldeutsche Knndscha« Nr. u.

Wasser (das ist etwa die für einen Waschkessel notwendige Menge erhält. Nach mindestens Vrstündigem Kochen wird die Wäsche gerieben und in das Fleiwasser gebracht. Sie wird dadurch nicht nur sauber, sondern auch blendend weiß, und man hat dabei mindestens % an Seife ge­spart."

Natriumperoxyd ist in größeren Drogenhandlungen zu haben, und dieselben geben auch Anweisung über die bei seiner Anwendung zu beachtenden Vorsichtsmaßregeln.

Das Seuer brachte es an 0en lag. Was alle Bundesratsverfügungen nicht ans Tageslicht brachten, das hat in Rybnik (Oberschlesien) ein Feuer offenbar werden lassen. Wie derRutiborer Kurier" berichtet, brach im Stadteil Smollna Feuer aus. Bei der Dürre t und bei der eigenartigen Bauart standen bald drei Häuser und eine Scheune in Brand. Während der Rettungs- arbeiten machte man einen sonderbaren Fund, der den Beweis lieferte, daß bei manchen Landwirten noch bedeu­tende Vorräte an Getreide und Fleischwaren versteckt ge­halten werden. Bei dem Besitzer Podlesny wurden 23 Zentner Korn vom Boden gerettet, etwa 20 Zentner Weizen und Gerste verbrannten teilweise. Da dieses Getreide nicht angemeldet war, beschlagnahmte es die Polizei sofort. Außerdem fanden sich im brettnenden Hause große Töpfe mit Reis im Gewicht von zwei

t entnern, Speck und Fleisch von zwei schweren Schweinen, alz in großen Mengen und andere Nahrungsmittel.

fln die Träger goldener Uhrfteffen. Da eben wieder der Ruf an das Publikum ergangen ist, sein Gold zur Reichsbank zu bringen, um damit die Metalldeckung der Noten zu steigern, beeilen sich viele Frauen, wenn wohl auch manchmal schweren Herzens, erinnerungsvollen, alten Schmuck zur Unterstützung wirtschaftlich so wichtiger Maßnahme herzugeben. Da mag es erlaubt sein, darauf hinzuweisen, daß noch viele Herren imstande sind, in Er­füllung des guten Zwecks sich gleichzeitig von einer Ge­schmacklosigkeit zu befreien, die heute, in den allem Grellen abgewandten und der Trauer zugeneigten Zeiten, beson­ders ärgerlich wirkt: wir meinen die dicke, goldene Uhr­kette, die ohne eine Spur von Kunstwert, unschön und maffig auf der Weste baumelt. Sie hat sich ja bei der jüngeren Generation zum Glück schon überlebt, sollte nun aber zu Gunsten einer schlichten Kette oder eines schwar­zen Bandes ganz verschwinden. Wer immer unter den älteren Herren noch mit der goldenen Kette belastet ist, versäume doch nicht diese dem Staat wie seiner äußeren Erscheinung dienliche Hingabe.

Tuberkulofe unö £he. So berechtigt und not­wendig alle Bestrebungen sind, dem Geburtenrückgang in Deutschland entgegenzutreten, so kann doch der Arzt der Erhöhung der Geburtenziffer um jeden Preis nicht zu­stimmen angesichts der Tatsache, daß die tuberkulöse oder tuberkuloseverdächtige Frau besonderer aufklärender Be­ratung, Fürsorge und Schonung bedarf und daß aus rassehygienischen Gründen die Quantität nicht auf Kosten

der Qualität überschätzt werden darf. Professor Dr. Roepke legt in derZtschr. f. Medizinalbeamte" dar, daß der Nation auch in Zukunft an Nachkommenschaften tuberkulöser Mütter nicht so viel gelegen sein kann, daß darüber das Leben der Mutter gegen das des Kindes zurücktritt. Er empfiehlt daher, daß tuberkulöse Mädchen überhaupt nicht und klinisch geheilte Mädchen nicht inner­halb der nächsten 2 Jahre nach einer Heilstättenkur eine Ehe' eingehen.

menfctilidiheif.

Was müßten wir in den letzten Monaten alles über Menschlichkeit" Horen! Die ganze trieft vonMenschlich­keit". Nur wir bösen Deutschen haben sie natürlich mit Füßen getreten. Die allgemeine Meinung der übrigen gesitteten Welt soll, wie sie sagen, dahin gehen, daß dieser Weltkrieg ein Krieg der alliiertenMenschlichkeit" gegen die deutsche, genauer gesagt, preußischeUnmenschlichkeit" sei. Wie fein berechnet sind diese ewig wiederholten Anklagen! Sie sollenivor allem unseres KaisersHaupt treffen. Allüberall gibt man sich große Mühe, den deutschen Kai­ser so schwarz wie möglich zu malen, ja, ihn von seinem deutschen Volk zu trennen, das viel gutmütiger sei wie er. Ruhig da draußen! In Deutschland braucht es nicht das Aufheben eines Fingers, geschweige denn einer Hand, um solche Versuche zurückzuweisen. Kaiser und Volk sind einig. Sie verteidigen bis zum äußersten gegen den Anprall der Völker ihr Land, ihre Heimat, ihre Geschichte. Aber eins werde einmal mit aller Schärfe gefordert: Kümmern wir uns grundsätzlich nicht mehr um solche Anwürfe! Was wir vor dem Krieg waren, sind wir im Krieg und werden es nach dem Kriege sein: Vertreter besterMenschlichkeit". Unsere Volksschulen bestehen ihre Prüfung vor der ganzen Welt. Die englischen Arbeiter haben es oft bezeugt, wie sie die deutschen Kameraden um ihre Wohnung und Lebenshaltung beneiden. Unsere Selbstverwaltung hat Vorzügliches geleistet. Kunst und Wissenschaft blühen, die besten geistigen Ueberlreferungen werden gepflegt selbst durch hunderte von Vor­trägen unmittelbar hinter der Front aber was nützt das alles? Wir sind es müde, diese Dinge immer wie­der herzuzühlen. Nur dessen dürfen wir nicht müde wer­den, uns unseres Volkes und unserer gegenwärtigen Ar­beit von ganzem Herzen zu freuen. Die wankelmütigen Toren sind leider noch nicht ausgestorben, auf die das Geschreibsel eines amerikanischen Professors oder eines französischen Schriftstellers mehr Eindruck macht, als die Güter, die man besitzt, und die geistige Höhenlage, auf der man steht. Darum halte deine Krone, deutsches Land, daß niemand sie dir raube!

Ach, Gott, wir würden mit einem Schlag in den Augen jener Welt überausmenschlich" dastehen, wenn wir uns nur unserer Haut nicht wehren und ruhig zu- sehen wollten, wie England, Rußland und andere Staaten die Welt unter sich verteilen. Wir sindunmenschlich",

weil wir Weltpolitik treiben. Das ist eine Frechheit, und sie muß selbstverständlich bestraft werden! Das ist und bleibt des Pudels Kern. Das WortDemokratie" hat heute die Gehirne wie im Rausch benebelt. Wir sollen einen Kniefall machen vor denDemokratien" der Welt, weil sie die Menschlichkeit vertreten gegenüber derMo­narchie" des deutschen Kaisers. Der russische Staat nimmt 'sich freilich in diesem Kreis demokratischer Hoch-' gebilde etwas seltsam aus. Aber über solche Schönheits­fehler sieht die höllische Heuchelei, welche heute Gehirn und Lippen jener Völker einhüllt, mit leichtem Lächeln hinweg. Auch Serbien, Montenegro und Italien sind scheints Demokraten, die an der Spitze der Menschheit schreiten.Ja, aber Frankreich und England und Ameri­ka !" Als ob die dortigen Verfassungen Habsucht, Partei­triebe, Verwaltungsmißbräuche mehr eingeschränkt hätten, als ob dort weniger Skandale die Oeffentlichkeit beschäf­tigten, als ob dort das gewöhnliche Volk wirklich mehr zu sagen hätte, als bei uns. Warten wir ab, bis die Geschichte gesprochen hat. Der Rausch wird verfliegen,- wir wollen nur wünschen, daß wir nüchtern bleiben. Wir treten für des Volkes Recht ein wie bisher, sonach dem Krieg, ja nachher noch nachdrücklicher. Aber wir leihen unser Ohr keiner demokratischen Phrase, sondern wissen, daß Recht nur mit Pflicht Hand in Hand geht und die größte Kraft jedes erfolgreichen Unternehmens nicht im Mißtrauen, sondern in einem durch Arbeit und Ordnung verdienten Vertrauen liegt.

Das deutsche Volk verbittet sich, immer von Schul­meistern bevormundet zu werden, welche die deutschen Zustände oft kaum vom Hörensagen kennen. Wir sind politisch mündig und brauchen keine Vorschriften über das, was sittlich oder unsittlich sei. Wir haben uns manchmal zu schlecht gemacht. Wir wollen uns heute nicht besser machen,^als wir sind. Aber wir heucheln nicht. Das ist unser großer Fehler, daß wir in dieser Kunst schlecht bewandert sind. Nein, das ist unser Stolz,- den soll uns kein fremder Pfaff der sogenanntenMensch­lichkeit" rauben. Das Geschick hat das deutsche Volk in seiner langen Geschichte wahrhaftig in eine rauhe Schule genommen. Wir haben viel gelernt. Heute lachen wir über euch, ihr stilvollen Apostel der Menschlichkeit. Unser Ltil heißt: Wahrhaftigkeit. Sie war noch immer die liebste Schwester wahren Menschentums.

Kollegen!

Gebt dieIllitfetöeutlche Rundfchau wenn Ihr sie gelesen habf, einem Kollegen, der sie noch nicht hat.

Spielplan 9er Sranhfurfer Theater.

Opernhaus

Schaufplelhaus

Neues Theater |

Samstag

10. Juni

7 7, Uhr Der Barbier von Sevilla." Im Ab. Gew. Pr.

VU Uhr ,Zu ebener Erde rnd erster Stock." Auß. Ab. Kleine Preise.

8 Uhr 1

Das Fräuleinl vom Amt."

Gew. Pr.

Sonntag

11. Juni

6 Uhr

Die Walküre." Im Ab. Gew. Pr.

7»/, Uhr

Zum 1. Male.

Rausch".

Im Ab. Kl. Pr.

S7, Uhr Herrschaftlicher Diener gesucht."

Bes. erm. Pr.

6 Uhr

Das Fräulein vom Amt."

Auß. Ab. Gew. Preise.

monlag

12. Juni

5 Uhr Parsifal". Außer Monn. Gewühnl. Pr.

77, Uhr

Zu ebener Erde und erster Stock". Im Abvnn. Kl. Preise.

37, Uhr Pension Schöller".

Bes. erm. Pr.

8 Uhr

Das Fräulein vom Amt." Gewöhnt. Pr.

Dienstag

18. Juni

77, Uhr Das Heimchen am Herd". Vorh.: /,Jm Frühling." Im Abvnn. Gew. Preise.

8 Uhr 1

Das Fräulein - vom Amt." Gewöhnt. Pr.

Mittwoch 14. Juni

8 Uhr

Das Fräulein vom Amt." Gewvhnl. Pr.

AM ESCHENHEIMER TORM.

Anfang8Uhr 10 T EI Hi AI' £1 fi Einlass 7 Uhr

3 Blanks, Fang- n. Gleichgew.-Akt. Else Bernried, Klaviervirt. Kap-Trnppe, akrubat, Kunstradf. Betty Wink, Operettensäng.

Gert und Gräfe, die Urkomischen Gebr. Kuttert, Sportakt Klara Borges De., gymnast. Neub, Heinr. Saitham, Kraftturner Hans Blädel, der mnsik. Komiker Elly Schadow, Verw.-Tänz.

Logenplatz M. 1.75, Reserv. Platz M. 1.20, Saal M. 0.65 Militär wochent. halbe Eintrittspreise. Wirtschafts-Betrieb. In den Logen nur Wein,

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Anfang 8 Uhr. Ende 12 Uhr. Eintritt 50 Pfg.

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KiknstlGr-Konzerte

Ab 4 Uhr. Ab 4 Uhr.

Sonntag-Nachmittag-Yorstellung

mit ungekürztem Programm.

Anfang 7,4 Uhr. , Einlass 3 Uhr.

Eintritt auf allen Plätzen Bör* 40 Pfennig 40

einschliesslich Garderobe und Steuer.

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