Norgen-Ausgabe
Frankfurter Journal ©egt. 1639 InELÜlHLAK - «egr.1722 Handels-Zeitung
Mit Anzeige-Blatt der städtischen Behörden, Amtsblatt und Oeffentlicher Anzeiger für den Stadtkreis Frankfurt a.M.
Die .Illustrierte Frankfurter Woche" liegt nur der Ausgabe 8. bei, das Amtsblatt und der Seffenlliche Anzeiger, sowie daL Anzeigeblatt muffen besonders abonniert werden.
Morgen-Ausgabe
Dir graut urut'Jiadjridjten erscheinen at» Äiorgen» ».Abonodlan tSmo. wüchenli. tau» Montags». Verlag «.vkedaktion: Gr Eallusirr xl »ftllale: Echtvervlast -1. Berliner v.edaltiou«- Bureau: L'otzuraS« 18. — Mannskripnenv. sinn an dre ReLattionvergrant-urlerÄtachrichteit, nicht an einz. Mitglieder der Redaktion *u richten Für unverlangt ringe». MannTkei-ite wird keine verantwort, übernommen, Rückporto vt beizulegen. - Fevuspr. N»n»a Rr. L488. 2484. 248L. 2488.
PezuftSpreife:
In Franliun «nv unseren Agenturen:
Durch ».P^i bezog.
Ausgabe A.
Franks. Nachr.
80 Pj p. Man. S.40 M. p. V« I. 90 Pf. P.Mon. ?.70 stlt. r. '/'«3
AuSgabe ^>. rz.dt.u ^».fsrki.Wocve
l-— M. v-Mon- M. v. '/« 3 MO M- p.Mon. 8.30 Uli. v, «/♦ 3.
Amtsblatt
n-Oeff-Anzeiaer »
l - Pi p. Mon.'
88 Pf. v- '/« 3.,
iäl-rltch M. 1.vo!
Alles
aus»
ichlietzl.
Bestell«
geid
---. 'rrr- ■ : .
Anzeigen: Die lv mm breite NonparelllezeUe rür Lotaunierale 30 Pig. Aus« wiirltge Anzeigen und Anzeige» am Montag 3ö Pia., mit Platzvorschrift 40 Pia. Reklamen die 71 mm breite Zeile Mk. 1.—, an bevorzugter Stelle M . Seitenpreise und Rabcutsätze taut Dari'. - Beilage-Gebühr für die Gesamt. Nuflage per Tau:end Mt. 8.-. aus!ch>iei,lich Per,and«Gebühren. Schluß oer Inseraten»Annahme für die nächste Nummer nachmittaq» ü Uhr.
Rümmer 38 d
Donnerstag, den 8. Februar 1917
196. Jahrgang
MlicherdeutscherMMericht
B liu, 7. Febr.. abends. sW.B.Amtl.)
An alle« Fronten nur mäßige Ge. fechtstä tigkeit.
Dem Angriff eines englischen Fliegergeschwaders auf Brügge fielen durch Treffer in eine Schule eine Fra« und 16 belgische Kinder zum Opfer. Militari, scher Schaden wurde nicht verursacht.
Wilsons trübe Erfahrung.
Daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen, hat schon der grosse Napo eon erfahren müssen. Warum ,ollte der kleine Wilson nicht das Gleiche Zerfahren? Gr hat cs sich so schön gedacht, er brauche nur die Beziehungen zu Deu.sch.Iand ab- zuörechen oder gar dem ,chon zweieinhakü Jahre heimlich und unehrlich bekämpften Reiche offen den Krieg zu erklären, und die ganze noch neutrale Welt werde mit lautem Hollah ins Lager des Herrn Wilson einschwenken. Trübe mag es schon sein, nun nach endlich vollzogenem Schritt sehen zu müssen, wie klein selbst ein Gelehrter auf dem Vier- jahrslhron des großen Amerika ist, aber das i'st sch ießlich seine Sache. Jedenfalls verhalten sich die europäijchen Neu'.ralen — wir haben schon in unserer gestrigen Abendausgabe davon berichtet — sehr, j.eT A ablehnend, und die Seifenblase des ämerikaücschen Schreckgespenstes gerät immer mehr ins Patzen. Das deutsche Volk ist, wie der Kaiser, der Generalstad, der Admiralsta'b und die Regie- rung bekräftigten, auf alles gerüstet, ihm kann der Stärkegräd Wil'sonamerikas gleich sein, aber die Entente hat ihren letzten Stein ms Spiel gesetzt. Sie mag, sie soll zittern! Von neueren Meldungen liegen vor:
A Köln, 7, Febr. Amtlich wird «ach der Köln. Ztg." aus dem Haag gemeldet: Aus Anlaß verschiedener Meldungen über Schritte, die bi:
. Regierung der Vereinigten Staaten bei der niederländischen Regierung getan haben soll, kanu mitgeteilt werden, daß der nie- derländische Miuister des Aeußere« auf die Mitteilung der amerikanischen Regierung mit der Bemerkung antwortete, für die niederländische Regierung bestehe kein Grund, das gleiche Verfahren wie die Vereinigten Staaten zu befolgen, da die Haltung der lrtztereu im Gegensätze zu der der Niederlande sich aus Unterhandlungen er- gebe, die in Berlin gepflogen wurden. Andere Schritte der amerikanische» Regierung oder iu - ihrem Aufträge sind bei der niederländischen Re- gierung nicht g.tan worden.
Kopenhagen. 6. Febr. lW. B.) Die Note des Präjwenten Wilson an die neu- tralen Staaten ist nach einer Meldung der Abendblätter heule gleichzeitig in Kopenhagen, Stockholm und K r i ft i a- n i a überreicht worden. Wilson fordert darin die neutralen Staaten auf, dem Beispiel Amerikas zu folgen und die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland abzubrechen. Nach
S icherem Verlauten wird die Antwort der däni- chen Regierung auf die Note Wilsons darauf »inweisen, daß die Stellung Dänemarks voü- tändig verschieden ist, es deshalb unmöglich sei, einen Vergleich anzustreben, und daß die skandinavischen Länder in Stockholm verhandelten, um gemein,ame skandinavische Vorstellungen auf völkerrechtlicher Grundlage anläßlich der deutschen AbsperrunMestimmungen in Berlin zu erheben.
Kopenhagen, 6. Febr. lW. B.) Anläßlich der No.e Wiljvns an die neutralen Staaten weist »Berlingske Lidende" auch aus oen u a i e r - schied der St,ellung Skandinaviens und der Amerikas hin, der u. a. in der von Amerika befolgten Ausfuhrpolitik zum Ausdruck komme. Niemand in der Bevölkerung des europäischen und besonders der nordischen Länder könne gegenüber diesem grundlegenden Unterschied in den Verhältnissen dieser Länder und Ameri as blind l fein, und man könne als sicher annehmen, da''; der Hinweis darauf in der Note an Wilson herdorgehoben würde. — „Extrablatt" schreibt:
Die deutsche Seefperre brächte die kleinen neutralen Staaten in ein» sehr peinliche Lage, aber die Note Wilsons mache die Lage noch peinlicher. Das Blatt sagt zum Schluß: Hoffentlich wird das skandinavische Zusammenarbeiten, das bisher so glückliche Proben bestanden hat, auch dieses Mal die drei Länder, bezüglich deren festen Neiitrali- tälswillen kein Zweifel herrschen kann, über alle Schwierigkeiten binwcgbringen. Gerade jetzt dürfe die skandinavische Einigkeit größere Bedeutung haben als je vorher.
Stockholm, 7. Febr. lW. B.j Der König von Schweden empfing nach ,'einer Rückkehr aus Dänemark den deu.schen Gesandten v. L u c i u s in Privataudienz.
Die Aufforderung Wilsons an die Neutralen, sich seiner Aktion anzufchließen, wird von der schwedischen Presse einstimmig aufs allerschärf st e verurteilt. Sogar Bran- ting meint, die Vereinigten Staaten verdienten keine Gefolgschaft, da sie bisher jede Gelegenheit versäumt haben, ihre Stellung als bedeutendste neutrale Macht für ein gemeinsames Austre!en sämtlicher Neutralen auszunützen. „Nya Dagligt Allehand-a" erklärt, die Maßnahme Wilsons überrasche nicht nur durch seine Rücksichtslosigkeit, sondern auch durch die primitive Auffassung, die ihr zugrunde liege. Auf eine solche Politik könne ein unabhängiger -neutraler Staat, wie Schweden, sich natürlich nicht e i n l a j s e n. „Svenska Tagöladet" schreibt: Viele einflußreiche Stimmen in den Ententeländern haben seit Beginn des Krieges das Recht, neutral zu sein, in Acdede gestellt und forderten Maßnahmen, um die neutralen Staaten als Hilfstruppen für das Kriegsziel der Entente mit in den Kampf zu zwingen. Daß ein solcher Versuch schließlich rn der jetzt gewählten Form gemacht wird, gehört doch zu den allergrößten Ueberraschun- gendesKrieges.
Kristiania, 6. Febr. lW. B.) Zu der Note Wilsons an die Neutralen schreibt „Astenpo-stcn", es müsse den europäischen Staaten überlassen bleiben, einen derartigen Schritt nach den eigenen Verhält- nissen zu entscheiden und nicht nach amerikanischen Stimmungen. Die skandinavischen Staaten hätten sich ihm angeschlossen, als er die Kriegführenden aufgefordert habe, Frieden zu schließen. Dagegen lägen nickt die gleichen Gründe vor, wenn Wilson einen Schritt tue, der bisher immer zum Kriege geführt habe. Auf die letzte Note habe Norwegen keine andere Antwort als tzin bestimmtes „Nein!" — „Sozialdemokraten" schreibt: Norwegen und die übrigen sk»ndinavi'chrn Länder lebten unter so gänzlich anderen Verhäbnissen. daß sie sich nicht darauf einlassen könnten, Wilsons Politik zu folgen.
Washington in Spannung.
* Rotterdam, 7. Febr. Der „Daily Telegraph" meldet aus New Aork: Das amtlicheWashing- ton will seine Hoffnung, auf die Aufrechterhaltung des Friedens nicht aufgeben, so lange Deutschland keine Kriegshandlung begeht. Washington hält es für ein ermutigendes Zeichen, bah der Dampfer „House- tanic" gewarnt und . seine Mannschaft gerettet wurde. Wilson selbst ist der Ansicht, daß eine Aenderung der deutschen Politik den Krieg noch verhindere. Er ist aber f e st entschlossen, daß Deutschland und nicht Amerika in dieser Krisis nachgeben soll. (Merkwürdig, zu welchen Lächerlichkeiten dieser Mann fest entschlossen ist. D. Schrift!.) In Washingion erwartet man mit größter Spannung, was die neutralen Staaten tun wevden. (Die Ernüchterung in Washington wird also maßlos sein. D. Schrifll.) Wenn eine Anzahl Neutraler die Beziehungen zu Deutschland abbracke. strebe der Präsident danach» einen Bund der Ne utralen zu'gründen, um gemeinschaftlich vorzugehen.
Die Schweiz und Deutschland.
X Schweiz. Grenze, 7. Febr. sEig. Meldg.s Die „Neue Zürch. Ztg." berichtet: Gegenüber der Zei- tunpsmeldung, daß der Bundes ' voraussichtlich in Verbindung mit anderen neutralen Staaten gegen die verschärfte U-Bootsperre bei der deutschen Regierung Einspruch erheben werde, ist die Sck- zerische Depeschenagentur in der Lage, festzustellen, daß der B u n d e s r tä in der Sache noch k e i n e n B e s ch l u ß gM a ß t hat. Auf jeden Fall ist noch keine RedAdavon. daß der Vun-
d e S r a t sich in Bezug auf feine Stellungnahme zu der deutschen Sperre mit anderen Neutralen in Verbindung zu setzen die Absicht hat.
Anser Bundesgenosse.
Sie wollten uns aushnngern. Es mißlang. Nun aber ist es an iknen, zu erfahren, daß der Hunger unser Bundesgenosse ist. In einem bekannten Fachblatte des englischen Getreidehandels werden die Ausführurgen des amtlichen amerikanischen Landwirtschastsstatistikers S n o w wiedergcgeben. Dieser führt aus, wie die letzte amerikanische Ernte eine Avfein- anderfolge von Enttäuschungen gewesen sei. Am Schluffe der Betrachtungen heißt es:
„Tie Welt ist auf knappe Brotkovfmengen gesetzt worden, und wenn man überhaupt bis zur nächsten Ernte dorchkommcn will, so ist es notwendig, nicht nur die Er'cngniffe dieses Jabres zu v--rbrau^en, sondern auch in gefährlicher Weise ans die Rück- lagen ?nrückzngreifen. die alljährlich als eine Srcherheitsgrerze gegenüber einer Brot- bunaersnot von einem Erntesahr in das ander: übernommen werden. Die Ansprüche Europas und die angesichts des verringerten Frachtranmes große Bedeutung der Nahe unserer Küsten bewirken, daß Nordamerika sicherlich, ehe eine neue Ernte herankommt. in seinen Wei'envor- ratcn ausgepumpt sein wird urd zwar zu Preisen, die sch nur an der Dringlichkeit der menschlichen Rahrungsmittelbedürfniffe messen la^en. Schon haben wir den Hauptbestandteil unseres Neberschnsses, soweit er ohne Inanspruchnahme der Sicherheitsrücklage verfügbar ist. aus ge führt, und zwar obschon erst das halbe Erntesahr vorüber ist."
Kriegerisches aus Amerika.
X S ch w e i z. G r e n z e, 7. Febr. fEig. Meld-.j Die „Neue Zürch. Ztg." berichtet über Paris: Aus Washington wird gemeldet die amer'ka ische Regierung habe die Einführung der militärischen Vorzensur für den Draht, und Preffeverkehr belch'offen. Die Bewegungen d:r amerika- Nischen Flotte werden streng geheim ge- halten. lGott. wie kriegerisch! D. Schriftl.s
Laut den „B.-sl. Nachr." melden die „Times" aus Washington: Roosevelt erkärtr dem Kriegsministerium, daß er sich im Kriegsfälle mit seinen vier Söhnen stellen und die Ermächtigung verlangen werde, eine Division zu bilden. lKein Wunder, daß Roosevelt solches zu tun gedenkt, bleiben doch die amerikanischen Divisionen weiit vom Schuß, denn leider ist es Krupp noch nicht gelungen, Geschütze zu bauen, die über den Atlantischen Ozean tragen. D. Schriftl.)
Bald muß sich's klären.
A Köln. 7. Febr. In einem längeren, die Haltung Amerikas geißelnden Aufsatze erklärt die ..Köln. Ztg.", deren Beziehungen zu amtlichen deutschen Stellen nicht unbekannt sind: In Berlin wird angenommen, daßkeinerderneutralen Staaten auf Wilsons Einladung ein? gehen wird. Tie Lage wird sich schnell völlig klären, da der ungehemmte U-Boot krieg im Gange ist. Ebenso wird sehr bald bekannt werden, was Wilson nach dem letzten Schritt zu tun gedenkt, der ihn als unschädlichen Feind an die Seite der Entente brc-chte.
Ein Teil von jener Kraft...
* Sofia, 7. Febr. Ministerpräsident Nabos- lawow äußerte sich einem Parteifreunde gegenüber. eine Einmischung Amerikas werde nicht verhindern, daß der V i e r b u ü d seinen Gegnern in Bälde den Frieden anszwingen werde. Eher sei anzunehmen, daß das Fallenlassen der Rücksichtnahme auf die Neutralen dem Kriege noch früher ein Ende setzen werde, als es sonst geschehen wäre. Dies: zuversichtliche Anschauung ist in der Einwoh- nersckurft stark verbreitet.
Die deutsche Sperre.
In der neutralen Preffe wird vielfach die Auf- faffung vertreten, die deutsche Sperrgebiets- e r k l ü r u n g vom 1. Februar 1917 sei eine Blvckadeerklärung, der gegenüber man zunächst abwarten müsse, ob die Blockade wirksam sei« um danach sein weiteres Handeln einzurichten.
Diese Auffassuna verkennt dos Wesen der deut-^ schen Sperrgebietscrllärunq vollständig, und es muß deshalb mit aller Deutlichkeit vor ihr gewarnt werden. Sperrqebietserklärung und Blockade haben nur eines gen; einsam, nämlich das Ziel, den Feind vom Seeverkehr abzusperren. Genau lo. wie England dieses Ziel gegenüber Deutschland nicht im Wege einer Blockade, sondern durch Schaffuna von Cefghrzonen für die Schiisahrt zu err.ichen suchte, genau estenso will Deutschland setzt durch seine Sperrgebietserklörung die gleiche Waffe gegen England anwenöen, um Enaland vom Seeverkehr s:'n?r-' seits gbzusperren. Enaland hat bereits am 3. No-' rembcr 1914 die Nordsee ..zum Kriegsaebiet" erklärt. Mit dieser Erklärung hat es angedroht, daß die gesamte Nordsee für jeglichen friedlichen Handelsverkehr gesperrt sei, daß dort die friedliche Schiffahrt den ernstesten Gefahren durch Minen, und Kriegsschiffe ausgesetzt sei und daß Handels-' schisse, die trotzdem dieses Gebiet zu durchfahren' suchten, dies auf eigene Gefahr taten. England sah' aber schon bald ein. daß es trotz dieses von ihm da-i mals willlürlich und entgeaen allem Völkerrecht er-^ klärten Krieasgehietes sein Ziel, Deutschlands! Frauen und Kinder dem Hungertods zu überliefern,! nickt erreichen werde. Deshalb erließ es ami 11. März 1915 jene berüchtigte Order in Coun-I eil. bei deren Ausführung es schließlich so weit! aing. die Neutralen auf Rationen zu setzen, sie zm blockieren. Als auch diese Maßnahme trotz zweijähriger brutalster Durchführung das Verhungern! Deutschlands immer noch nicht zur Folae hatte, er-j klärte Enaland am 26. Januar 1917 nochmals einen Teil der Nordsee znm Kriegsgebiet.
Zweimal also hat England eine« Teil der hohen See aesperrt. Zweimal; hat es erklärt, daß der. der sich in dieses gesperrtem Gebiet begebe. Gefahr laufe, und zwar nicht nur, Gefahr fatffe für sein Schiss, sondern auch für dasm Leben aller an Bord befindlichen Menschen. Obne! Rücksicht auf die Rechte der Neutralen und die' Rechte des friedlichen Handelsverkehrs hat England somit den Begriff eines Kriegsgebiet geschaffen. dessen Wesen ist: Ankündigung einer genau begrenzten Gelahrzone durch Androhung ungenannter Gefahren für Schiff und Leben seiner Besatzung,; ungehinderte Kriegführung gegen jeden Schiffs-! verkehr innerhalb dieses Gebietes.
Deutschland ist nunmehr diesem englischen Beisviel gefolgt. Seine Sperrgebiets erklärung unterscheidet sich nur darin von den englischen Kriegsgebiets- erklärungen, daß es neutrale Küsten nicht mit inbegriffen bat. Genau wie die englischen Kriegsgebietserklärungen keine Blockadeerklärungen sind oder sein wollen, genau ebeni» wenig hat die deutsche Erklärung mit einer Blockadeerklärnng gemein. DaS deutsche Sperrgebiet ist ein Gebiet, das nicht durchfahren werden kann, ohne daß Schiff und Besatzung sich der Gefahr der Vernichtung anss^hen. In diesem Gebiet wird uneinaesckränkt gegen deH gesamten Seeverkehr nack und von de« feindlichen Landern Krieg geführt, und für dieses Gebiet gilt das Wort: Wer. sich in Gefahr begibt, kommt darin um. !
Nach einer Neutermeldung erwäat. wie unS unsere Berliner Vertretung hierzu schreibt, das' Staatsamt in Washington gegenwärtig den Ge-! danken, ob die amerikanischen Handels-^ schiffe von Kriegsschiffen durch di« See sperre geleitet werden sollen, Wen« die Nachricht sich bestätigt, und der Plan Gestalt onnimmt. darf seine Vaterschaft wohl das gleich«! Deutschland in Anspruch nehmen, gegen das dies«! Maßregel sich richten soll, denn in einem frühere»! Abschnitte der deutsch-amerikanischen Auseinandersetzungen ist von unserer Seite angeregt worden, ob Amerika nicht versuchen wolle, die englische Beeinträchtigung des amerikanischen Außen» landels dadurch ab'uschwächen. daß. nach deut» schen Häfen bestimmte Schiffe durch ei» kvlckes Gebiet vor englischer Beschlagnahme geschützt werden. Aber davon wollte ma» in Washington nichts wissen.
Wo es sich um England handelt, liest man als» wiederum anders. In ihren Folgerungen kann bis

