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Lionrierstag, 8. tdmmr 1817.

Wrmtlfitrfet? Nachrichten un- ZttreMgenz-BsaLk

Absicht, wenn sie wirklich besteht, natürlich dahin führen, daß nicht allein der bis zum 31. Januar j gesetzmäßige amerikanisch-englische Handelsverkehr I dieses Schutzes teilhaftig gemacht wird, sondern auch jene Schisse, die unsere Feinde mit Munitivns- lieserungen unterstützen sollen?

Es ist doch ein eigenes Ding, diese Brille mit zwei grundverschiede n e n Augengläsern, durch die die amerikanische Politik ihr Verhältnis zu England und das zu Deutschland anschaut! Nun, sie bat uns sa durch 2 X A Jahre daran gewöhnt. Es ist klar, daß ihr Widerspruch auch gegen englische Eigenmächtig­keiten an sich nicht geheuchelt war. Von der Unter­bindung des deutsch-amerikanischen Verkehrs leider die Union schwer genug. Tie Waren, die die Deutschland" ihr aus dem Umwege über den bis dahin unbeschifsteu Meeresgrund zugeführt hat, waren den Leuten drüben aewiß hochwillkommen. Und Korn und Baumwolle führte man gar zu gern den Mittelmächten zu. um sich den ins üsabelhafte ge­steigerten Preisstand nickt entgehen zu lassen. Aber wenn nicht zwei fliegen mit einer Klappe geschlagen werden können, begnüat man sich mit der einen. Die Wahl aber hat der Zug des Herzens getroffen, dem die Angelsachsen nun einmal teurer sind als die Landsleute der ...Bindestrichler"! Gegen diese verschiedene Wertschätzung hat die Stimme der Vernunft umsonst geredet, die das An­wachsen einer Svannung beizeiten zu vermeiden predigte. So wird denn das Verhängnis seinen Weg gehen müssen! Für uns gibt es nach dem 1. Februar kein Zurück mehr?

Lesterreich-WlmWr TiMMW.

Wien, 7. Febr. (W.B.)

Oestlicher Kriegssck anplatz:

An der rnmäni'chen Front stellenweise regerer Geschützkampf. Nordöstlich von K i r l i b a b a wiesen wir einen Vorstoß zweier feindlicher Kom­pagnien ab.

An der B e r e s i n a wurden bei einer erfole, reichen Vorfeldmtternehmung 2 russische O'fi st".e, 50 Mann und 8 Minenwerfer eingebracht. An der Aktion nahmen österreichisch-ungarische Abtei­lungen teil.

Ztalrenischer u.sirdöstr.Krregsschaup latz

Unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Hofer, Feldmarschallentnant.

Die deutsche II-Booklvachk.

* Bern, 7. Febr. Von amtl'cher Seite erfahrt dasEcho de Paris": Seit Sonntag stellen wir fühlbare S ch i f f v e r l u st e fest, ohne daß die bisher bekannt gewordene Ziffer beunruhigend ist. Der französische Kohl-ndampferGa­briele" (1400 Tonnen) wurde ohne vorherige Warnung versenkt, die Besatzung ist gerettet.

Bern, 6. Febr. (W.B.) Die französische Presse meldet, daß die englischen DampferSal- w a y" undF r i n s" versenkt worden sind.

Amsterdam. 6. Febr. (W.B.) D>ie,Nieuws van den Dag" schreiben: Es sind vorläufig keine Nach­richten von größeren Torpedierungen eingctroffen. Vielleicht haben die Engländer und Franzosen Ab­wehrmaßnahmen getroffen. Daß kein neutrales Schiff einen britischen Hafen verlassen darf, spricht für diese Vermutung. Es muß für die englische Regierung setzt Aufgabe sein, so rasch wie möglich zu beweisen, daß trotz der Ankündigung des deut­schen U-Bvotkrieges ohne Gnade, düe Fahrt im Sperrgebiet auch für die neutrale Schiffahrt noch immer ziemlich sicher ist. Gelingt England das nicht, so müssen die neutralen Schiffe d>ie von den Deutschen blockierten Gewässer meiden. Dann hat das falbe Wort, daß England und die Seinen ^die See beherrschen, die Berechtigung eingebüht. (Gerade das Ausbleiben umfangreicherer Torpedie­rungen scheint uns zu dem Schluß zu berechtigen, daß England bereits zu Beginn des uneingeschränk­ten U-Bootkrieges den von ihm verlangten Beweis schuldig bleiben muß. D. Schristl.)

Rotterdam. 6. Febr. (W. B.) Heute früh sind die englischen DampferK i r k h a m Abbey" nach Hüll undS t a r l i n g" nach London ausge­fahren. Heute nacht war der englische Dampfer Amsterdam" nach Leich ausge fahren.

London, 5. Febr. (W. B.) Lloyds meldet: 20 Mann von der Mannschaft des englischen DampfersEavestue" (?) sind gelanget. Der Kapitän und vier Mann wurden getötet. Der dänische DampferLars K r u s e" soll ge­sunken sein. Das englische SchiffI s l e o f A r r a n" ist am 2. Februar durch ein deutsches Unterseeboot versenkt worden.

Haag, 6. Febr. (W-B.) Die holländische Regie­rung hat seit gestern das Auslaufen hollän­discher Schiffe nach England verboten. Zuverlässig wird berichtet, daß England am L Februar den holländischen Reedern erklärt habe, daß die in England befindlichen holländischen Schiffe er st nach dem 5. Februar die englischen Häfen per- lassen dürften. Außerdem sperrten die Eng­länder ihre Kohlenlieferungen für holländische Schiffe seit dem 29. Januar, um englischen Schiffs­raum zu erpressen. (Wer nun noch nicht die Ge­meinheit englischer Politik erkennt, der muß blind sein wollen. D. Schristl.)

Amsterdam, 7. Febr. (W. B.) Wie aus Vigo gemeldet wird, hat der holländische DampferSa- marifaa" aus Rotterdam, der gestern abend in Vigo elingetroffen ist. die Ueberlebenden von folgen­den untergegangenen Dampfern gelan­det : 89 Mann der Besatzung und 7 Reisende, des englischen DampfersPort Adelaid e", 27 Personen des norwegischen Schiffes ,.N o r g s a n g a", 17 Personen der norwegischen BarkM a s d a l e" und 22 Personen des norwe­gischen SchissesR e g a l" (892 Tonnen). Die Samarinda" landete diese Ueberlebenden in ver­schiedenen Häfen. In Beeng auf die obige Me düng stellt die englische Admiralität die in einem anderen Telegramm gemachte Angabe in Abrede, daß diese Schiffe an der brasilianischen Küste gesunken sind.

London, 7. Febr. (W. B.l M ldung des Reuter- schen Bureaus: Der schwedische Dampfer

B r a v a l l a" (1519 Tonnen) wurde durch ein Unterseeboot versenkt, das auf die Mannschaft während der Ein>chifsuug in die Boote schoz. (Immer die gleiche haltlose Beschuldigung!) Der Fijck'dampferResolute" (133 Tonnen) und der russische DampferCerera" (5512 Tonnen) sind wafacheimich untergegangen. Auch der englische DampferM artenfels" dürste gesunken sein.

Kristiania, 6. Febr. (W.B.) Nack einem Tele­gramm an das Ministerium des Aeußeren ist der Vergener Dampfer «Odiu", von Barry nach Lissabon unterwegs, am 2. Februar 4 Uhr 20. Meilen nordwestlich von Oucssant ohne War­nung versenkt worden. Ein Maschinist und ein Heizer, beide aus Bergen, wurden getötet.

Erfolgreiche Lufttämp'e

an der Westfron?.

Berlin, 7. Febr. (W. V.) Trotz strenger Kälte herrschte auch am 6. Februar an der ganzen West­front rege Flicgertätigkeit. In der Nacht vom 5. zum 6. Februar wurden die Bahnhofanlagen von Albert und Der noncourt von unseren Kampfgeschwadern erneut und mit gutem Erfolge mit Bomben belegt. Auf feindlich? Lager bi He­tz uterne und Proport wurden insgesamt 440 Ksto Bomben abgcworfen. Mehrere Treffer wur­den beobachtet. Im Luftkampf wurden fünf feind­liche Flugzeuge aögeschossen. Die Ucberreste von dreien fao in unserer Hand.

Rußland ist nicht erbauk.

X Schweiz. Grenze, 7. Febr. (Eig. Meldg.) Der BernerBund" meldet: Verschiedene russische Zeitungen sagen in ihren Besprechungen oKen heraus, für Rußland sei ein amerikanisch- deutscher Krieg gar nicht wünschens­wert. ,^U ro Rrssij" betont, im Kriegsfälle be­nütze Amerika seine gesamte Industrie für die Be­waffnung des eigenen Landes, was e nen großen Ausfall für die Alliierten bedeutete. Mit der ver­stärkten Bewaffnung Amerikas wird auch Japan seine Ausrü st ungshilfe für d e Alliierten e i n st e l l e u und für sein eigenes Land ver- wenden, zumal das Mißtrauen zwischen Amerika und Japan fortwährend sehr groß ist.

Ein Dämmern der Wahrheit.

Mit Ausnahme weniger Blätter ist die Pariser Presse heute weniger über­zeugt. daß die Neutralen das Beispiel Amerikas befolgen werden, da sie mit Aus­nahme der südamerikanischen Staaten durch große Interessengemeinschaft mit den Mittelmächten zur Erhaltung guter Beziehungen zu diesen genötigt seien.Jntransigeant" schreibt sogar, das Beispiel Rumäniens habe auf einige Neutrale abschreckend wirken müssen. Ueber den Ernst, der durch die Unterseebootsblockade geschaffenen Lage geben sich viele Blätter keinen Einbildungen hin.

DerTemps" erklärt. Deutschland habe den Krieg mit Amerika gesucht, da er ihm Frei­heit in der Führung des Unterscebootskrieges und militärische und politische Vorteile bringe. Es habe sich, da es den Plan wagte, einen festen Plan geschaffen, den man kennen und ver­eiteln müßte. Mehr als femals benötige die Entente eine Politik voll Besonnenheit, Sachver­ständnis und Entschlußkraft. Sich trägem Ver­trauen hinzugeben und mit der Formel zu be­gnügen, die ganze Welt sei gegen Deutschland, wäre gefährlich. Man stehe am Vorabend neuer A n st r e n jpu n g e n , zu deren Erfüllung Deutsch­land seine letzte Herausforderung erlassen habe. TerParis Midi" schreibt, mehr als jemals müsse bei den Anstrengungen der Entente Kaltblütigkeit die Losung sein.L'Heure" äußert, man dürfe sich durch die Aussicht auf einen baldigen Frieden nicht einlullen lassen. Welche neue Hilfe die Entente auch bekommen möge, mau müsse bedenken, daß der Krieg blutiger als femals einfetzte, und daß kKe Entente aller Kräfte und Hilfsmittel be­dürfe. um ihn zu einem guten Ende zu führen. Der Gaulois" wendet sich gegen die vielfach geäußerte Anschauung, die U-Bootsblockade sei ein Bluff: dies sei nicht deutsche Art. Deutschland stelle alle Hilfsmittel in den Dienst des neuen er» barmunaslosen Krieges, es wolle nicht nur die Welt einschuchtern. sondern einen wirklich ver­nichtenden Schlag führen.

Senator H u m b e r t schreibt imJournal", die Lehre aus den letzten Ereignissen habe ihn erschreckt. Er sähe, daß Deutschland noch immer die Entschluß­freiheit habe, während die Alliierten redeten, redeten, redeten, gegen Verbrechen Einspruch er­hoben, die Menschheit anriesen und sich gar an die l Neutralen wendeten. Die Entente habe gehofft, daß | die Mittelmöchte nicht wagten, die Neutralen zu treffen. Jetzt, da die Haltung Wilsons keinen Zweifel mehr lasse, erwartet die Entente die Ent­wickelung seines Eingreifens, anstatt ans sich selbst zu zählen. Man brauche nicht aenicrle Einfälle und Erfindungen, sondern Willensschlußkraft, Ordnung und Arbeitsfähigkeit. Ein Leitauffatz desBannet Rouge", der ebenfalls an den praktisch«'" Ergebnissen des Eingreifens Amerikas zu zweifeln scheint, ist bis auf den Anfang gänzlich gestrichen. Das Evönement" erklärt, selbst wenn sich alle Neu­tralen gegen Deutschland stellten, müßte die Entente doch alle ihre Kräfte zusam­men r a s f e n . um den Feind »u schla"en. Man müsse aus sich selbst zählen. DasJournal du Peuple" bemerkt, der Kriea. der gegen den prefaischen Militarismus gerichtet H, b ringe inzwischen den amerikanischen Militaris­mus zur Welt.

*

Bern, 7. Febr. (W. B.) DickZürch. Post" erhält vongeschätzter Schweizer Saite" eine Zu'christ, die darauf hinweist, daß Wilsons Verhalten die Neutralen sehr enttäuschen müsse, nnd daß Amerika keinen Ausweis für seine Auf­forderungzum Schutze gemeinsamer Interessen" besitze. Amerika habe lediglich von dem Standpunkt seiner amerikanischen, den europäischen nicht ent­sprechenden Interessen niemals erkennen wollen, daß stets englische Verletzungen des Völkerrechts erfolgten, ebe Deutschland seinerseits vorgegangen sei. Die Zu'chvift sagt dann wörtlich:Wilson kann nach seinem neuesten Schritt nicht mehr den Anspruch er­heben.im Interesse der Menschlich­

keit zu Handeln". Amerika brauchte nur materielle Opfer zu bringen, um den Krieg zu Ende zu bringen.

Argentinische Einsicht.

X Schweiz. Grenze, 7. Febr. (Eig. Meldg.) Der Zürch. Tagesanz." meldet aus Buenos Aires: Verschiedene von den Studenten veranstaltete E i n- spruchskundgebungen gegen Deutsch­land sind von der Pouzei verboten worden.

Opposition gegen WUson.

A Westgrenze, 7. Febr. Aus New Bork wird gem.ldet: Zuverlässigen Berichten zufoige finden im Westen der Vereinigten Staaten eine Anzahl Protestversammlungen gegen, Wilson statt, in denen der Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Deutschland als ungerechtfertigt erklärt wurde. Die Haltung der Iren sei in weit höherem Maße gegen Wilson gerichtet, als die der Deutsch-Am.rikaner. Der Inhalt der Botschaft Wilsons an den Senat wurde entschieden abgelehnt, da Wilson der nationalen Forderung Irlands nicht Rechnung getragen habe. sKölu. V.-Ztg.)

Oie Londoner Werbetrommel

London, 7. F br. sW. B.) Meldung des Reuter- schen Bureaus: Lloyd George sprach gestern nach­mittag in einer großen Versammlung des National­dienstes, die in der Zentralhalle zu Westmivster ab­gehalten wurde. Die Halle war dicht gefüllt mit einer Zuhörerschaft von Vertretern aller Klassen der Bevölkerung. Arthur Henderson führte den Vorsitz. Außer Lloyd George sprachen noch N e v i l l e, C h a m b e r I a i n. d r Generaldirektor des Nationaldirnfas John H o d g e, der Arbeits­minister, der Erzbischof von Canterbury und der Lordmayor von London.

Henderson sagte, mit Rücksicht auf die letzte Entscheidung der bunn'lchen Schrecklick.keff n l?) und des brutalen Despotismus (?) sei eine schnelle Antwort auf

Deutschlands letzte Herausforderung

nötig gewesen. Gleichzeitig mit der Aufrecht- crhaltung der Heereszahl müsse auch eine größere Zahl Männer und Frauen für das nationale Werk bereit gemacht werden. Diese Aufgabe könne nur gelöst werden, indem das ganze Volk das Gesetz Chamberlain unterstütze.

Chamberlain sagte: Das Vorgehen Deutsch­lands wurde allgemein richtig dahin ausgelegt, daß es ein Zeichen dafür i'ei, daß sich Deutschland in einer verzweif.elten Lage sehe. (Wäre das wahr, io ahmte wohl in England kein ver­nünftiger Mensch die deutschen Maßregeln der Verzweiflung nach.Spotten ihrer selbst und wissen nicht, wie!" D. Schristl.) Wenn wir den Sieg erringen wollen, erklärte Chamber- lain, ist es notwendig, unserem Heere funge und körperlich geeignete Männer zuzusühren, die allein die furchtbaren Anstrengungen neuzeitlicher Krieg­führung ertragen können. Diese Männer können nur in den Industrien gefunden werden, die für das Leben des Volkes wesentlich sind. Ersatzleute müssen schnell, gefunden werden, damit diese In­dustrien nicht in Verlegenheit kommen. Frei­willige müssen sich sofort melden; sie werden den Beschäftigungen zuaewiesen werden, für die sie sich am besten eignen. Jedermann im Alter von 18 bis 61 Jahren kann sich zum National­dienste melden, obwohl er dadurch nicht vom Mili­tärdienste befreit wird. Chamberlain fügte hinzu, daß das Schema mit gewissen Abänderungen auch auf Irland angewandt werden würde.

Lloyd George, der lebhaft begrüßt wurde, sagte: Wir haben weniger Männer ins Heer und in die Flotte eingestellt im Verhältnis zur Bevölkerung als irgend eine der großen W e st Mächte, Freund oder Feind. Frankreich hat einen Mann auf sechs gestellt. Nicht daß wir uns um unseren Anteil herumdrücken, aber wir haben einen größeren Beitrag in anderer Hin­sicht geleistet. Die Flotte hat einen großen Teil unserer Menschenkraft in Anspruch genommen. Lloyd George sagte weiter, er sei der Hoffnung gewesen, durch Freiwillige Mittel zum Ziele zu kommen. Diese Hoffnung sei aber gescheitert. Das Volk müsse sich selbst Hessen und dem Zwange der Regierung Nachkommen, die berechtigt sei, von jeder Klasse zu verlangen, daß sie alle ihre Hilfsmittel beisteuere, um dem Staate zu helfen. Das Volk kämpfe für sein Leben und für die Zivilisation. Die Behandlung der Kriegsgefangenen und der Zivil­bevölkerung in Belgien und den besetzten sranJö- sischen Gebieten und dazu die jüngste Entwicklung der Versenkung von friedlichen Kauffahrteischiffen auf Sicht hin stelle eine organisierte Wildheit und die gefährlichste Form von Barbarei dar, der Eng­land jemals habe begegnen müssen. (Die friedlichen Kauffahrteischiffe" mit Geschützen an Bord und ge­heimen Angriffsbefehlen! Danach bemesse man die Unwahrheiten und Gemeinheiten dieser ganzen Werberummelreden. D. Schristl.) Der Premier­minister erklärte, das Volk müsse

die deutsche Drohung sofort beantworten.

Wir müßten Schiffe bauen, um unsere Schiffahrt zu schützen und zu beweisen, daß der Mord aus hoher See schutzlos sei. Wir könnten das erreichen, aber eine Organisation des ganzen Landes müsse vorangehen. Wir müssen die Zivilisation organi­sieren, um der organisierten Barbarei die Stirn zu bieten. Weder Mann noch Weib hätten das Recht untätig zuzusehen, während andere sich anstrengten. Die deutsche Unterseepolitiik stellte nichts neues dar. Sie sei nur eine weitere Ent­wicklung. Deutschland habe nach und nach alle von der Zivilisation aufgestellten Schranken beiseite geschoben, die den Krieg menschlicher gestalten soll­ten. Was es gefährlich mache, sei die organisierte Grausamkeit. Und wenn die Verbündeten nicht noch in diesem Kriege die Möglichkeit des Triumphs eines solchen Systems beseitigten, dann würden wir in eine Barbarei wie von 2000 Jahren zurück­sinken. Lloyd George richtete dann die dringende Mahnung an Männer und Frauen des Landes, ihre ganze Kraft aufzubieten rnd, sich selbst einzu- ordnen in das Heer der-Zivilisation.

Wir begannen, so führte er aus, die Rekrutie­rung des Heeres durch Aufruf zum- freiwilligen ©intritt, und es war einender,glänzendsten Er­scheinungen der WeltgeschickM^Millionen kamen zu­sammen. Kein anderes Lan'Wbat femals ein solches I freiwilliges Heer hervorgebrMt. (Von den 2Vi Mil­

lionen deutscher Kriegsfreiwilliger tatsächlicher Freiwilliger! hat natürlich in England nie ein Mensch , etwas gehört. D. Schristl.) Wir verließen den freiwilligen Dienst nicht, ehe es sich überlebt hatte und es notwendig war, unser Heer durch ver­schiedene Organisationen auf voller Höhe zu er­halten. Der Premierminister zollte dann dem aut n Willen und der Zusammenarbeit der großen Ar­beiterorganisationen des Land.s sein Lob. wobei er erklärte, das wäre allein schon ein militärischer Gewinn. Lloyd George wandte sich schließlich m?l der Aufforderung an das Land.

Großbritannien und das umgebende Meer zu verteidigen.

Es sei ein reiches Land über und unter der Erde. Es habe eine große Vergangenheit, in der d^r Kamps von Generationen für die Freiheit zur cheberlieserung gereift sei. die 'einem Volke Krait und Würd-e verliehen habe. Diese Erbschaft ver­diene, verteidigt zu werden. Kein Mann und keine Frau, die an dieser, , Erbschaft teil hätten, bffäßen das Recht, diese Verteidigung den Nachbarnzu überlassen. , Wenn dieser Kampf erst vorüber sei, könne jeder nicht nur das Bewußtsein haben, Großbritannien von dem furchtbarsten Schrecken, der jemals seine Freih it bedroht Habe, frcigehalten zu haben, sondern auch das Bewußtsein, daß England in der ersten Reibe der Völker der Welt gestanden habe, die sich für die Verteidigung der ganzen menschlichen Zivili­sation in Reih und Glied gefallt hätten.

Noch seiner Rede nahm der Premierminister seinen Platz unter großem Beifall wieder ein. Der Arbeitsminister H o d g e sagte, alles was getan wer­den könne, um den Plan Chamberlains erfolgreich zu machen, werde geichehen, weil es im nationalen Erfordernis liege und weil nach der gewaltigen Katastrophe, in der man jetzt st.be, der Aufbau wie­der b:ginnen müsse. sMan soll sich hüten, auf solche R'dereien sachlich zu erwidern, sie sind für die urteilslose englische Masse bestimmt und haben den Zweck, den Letzten, die Letzte und das Letzte aus dem ennlischen Volke herauszuholen. Es 'ist eine andere Art Demagogie, was hier geübt wirs, und darum besteht die ganze Weisheit dieser Staats- männer darin, aus Deutschland, dem man all", aber auch alle Einrichtungen entlehnt, zu schimp'en, schimpfen, schimpfen. Mit dieser Feststellung sei es genug. D. Schristl.)

Italiens Angst.

* Italien, 7. Febr.Hindenbnrg t» Tirol" fo lautet der neue Alarm der i t a. l i e n i s ch e u Presse.

Bern, 7. Febr. (W. B.) Mailänder Blättern zu­folge hat der Herzog der Abbruzzen aus Gesundheitsrücksichten den Oberbefehl über die italienische Flotte n i e d c r g e l e g t. Sein Nachfolger ist Admiral Thaon de Revel, der zu­gleich die Leitung des Admiralstabes übernimmt.

Britische Arontverlängerung.

X Schweiz. Grenze, 7. Febr. (Eig. Meldg.) Laut «Zürch. Tagesanz." sind die Engländer gegen­wärtig daran, die englische Front von der Som m e b i s an die Oise, an den bekannten Stellungswinkel von Noyon, zu verlängern.

Dem gleichen Blatte zufolge meldenTimes": Die Engländer verloren in der zweiten Hälfte des Januar 293 Offiziere, wovon 83 tot. und 14114 Mannschaften.

Der Roman des Flüchtlings.

* Stockholm, 6. Febr. Der Kronprinz von Rumänien hat sich während seines Aufenthaltes in Zarskoje Selo mit der alte st en Tochter des Zaren verlobt.

Einberufung des Reichstages.

* Berlin, 7. Febr. (Eig. Meldg.) Der Reichs« tag ist, wie wir hören, soeben telegraphisch zu einer Sitzung auf den 22. Februar, nachmittags 3 Uhr, einberusen worden. Die Tagesord­nung der ersten Sitzung wird Präsident Dv Kampfs noch später bekannt geben.

Revolverattentat

im ungarischen Abgeordnetenhaus.

Budapest, 7. Febr. (W.B.) Im Abgeordneten­haus wurden während der Rede des G r a f e » Batthyany (Oppositionell) von der zweiten Galerie drei Revolverschüsse abgegeben. Niemand wurde verletzt. Der Täter wurde der Polizei über­geben. Anscheinend war er betrunken. Er brach bei seiner Festnahme in Tränen aus. Ueber die Ursache seiner Tat machte er unzusammenhängende An­gaben. Der Zwischenfall verursachte keine besonder« Erregung. Batthyany setzte seine Rede fort und sagte: Wir dürfen uns nicht durch einige Patrone» stören lassen! Nach ihm ergriff Ministerpräsident Graf Tisza das Wort.

Zw gefl.Beachtung!

Verschiedene auswärtige Bezieher haben I» letzter Zeit Klage über die unregelmäßige Ba­steilung unserer Zeitung geführt. Der Brunch dieser Unregelmäßigkeit liegt in der Einsehränr kung des Fahrplans und an den vielen Ver­spätungen der Züge, die es häufig unmöglich machen, die Anschlüsse zu erreichen.

Wir bitten auf diese durch den Krieg ve»* anlaßten Umstände gefälligst Rücksicht zu neh­men. Von unserer Seite geschieht alles, um ein* möglichst rechtzeitige Bestellung unseres Blatte* zu veranlassen. Die Nachsicht, die wir vo* unseren verehrlichen auswärtigen Beziehern er bitten, ist eben auch ein Kriegsopfer, das unser« Leser in dieser schweren Zeit bringen müsse».

ifrankfurter 9la<bricf)ten.