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Avertdvmrr v^r Araukfurrer AerlSNtz
AottttersLag, 1. Aprit 1915
Frankfurter Handelsblatt.
(VfKäßrgahe der mit * bezeiohneien Artikel tmd der Privafc-Depesche* tft unter "Wahrung der gesetzlichen Bestimmungen nur mit deutlicher L -v (JueUenangabo *Frk£ Ztg.“ gestattet
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* Oesterreiehisehe Credit-Anstalt, Wien.
4 ,W W i e n, 29. März 1915.
4 Der Abschluß der Oesterrcichischen Credit-Anstalt bringt eine Ueberraschung. Man. hatte angenommen, daß auch die Creditanstait die Dividende mit 5 pCt. oder nur wenig darin her, allerdings aus dem Erträgnis nicht aus den Reserven, /bemessen werde. Statt dessen wird die Dividende mit -K 22 oder 6% pCt. beantragt gegen K 34 oder 10% pCt. im ■Vorjahr. Dabei sind unter Heranziehung der Steuerreserve ‘von K 1.35 Mill. neben 'größeren Dubiosenverlusten als in Vien letzten Jahren und erheblichen Abschreibungen an der (Bewertung der Effekten- und Konsortialbestände. K 5 Mill. -zu Lasten des Erträgnisses in eine Kriegsreserve gelegt. Der 'Gewinnvortrag wird zum größeren Teil zur Dividendenausschüttung herangezogen und die Verwaltung erbittet von der 'Generalversammlung die Ermächtigung, die infolge der 'Kriegsereignisse sich ergebenden, den Betrag von K 5 Mill. übersteigenden Verluste durch Heranziehung des laußeror deutlichen Reservefonds von K 2 Mill. und eventuell des allgemeinen Reservefonds fzu decken. Maßgebend für den Entschluß der Verwaltung, \eine höhere Dividende, als angenommen worden war, zu (verteilen, ist in erster Linie, daß das erzielte Erträgnis die Erwartungen der Direktion übertraf, daß die Bilanz einen Rohen Grad von Liquidität und eine im Krieg ungeschwächte 'Position zeigt und daß eine Reihe von Ivonsortial- und Effek- jtenengagements steigende Gewinnchancen eröffnen, so daß ider Verringerung der in niedriger Bewertung der Wertpa- fpierbestände liegenden stillen Reserven eine teilweise Kompensation in dem höheren Wert anderer Beständen gegenübersteht. Die Verlustmöglichkeiten, die sich insbesondere ■an galizischen Engagements ergeben können, schätzt die Verwaltung nicht so hoch ein, daß die zu Lasten des Ge- i\vinn- und Verlustkontos bereits verbuchte Kriegsreserve ein Mißverhältnis mit den etwa noch erwachsenden neuen Ver- lustmöglichkeiten ergeben könnte. In den Erträgnissen zeigen die Zinsen, wie bereits mitgeteilt, einen Ausfall von K 3.4 Mill. oder 13.4 pCt.; sie liefern auf das Eigenkapital leine Verzinsung mit 8.97 pCt. gegen 10.45 pCt. im Vorjahr. Der Zinsfuß war im Eskompte durchschnittlich 4.326 gegen 6.009 pCt. i. V., im Report 5.281 gegen 6.868 pCt., der Bank- idiskont 5.083 gegen 5.955%. Sehr bedeutend war daher der Ausfall an Wechselzinsen und auch im Report, während Kontokorrentzinsen und Effektenzinsen ein höheres Erträgnis ergeben haben. Provisionen haben einen mäßigen Ausfall von kaum 3 pCt. ergeben, der eich auf die verschiedenen Quellen einschließlich der Warengewinne verteilt. Nur Subskriptions-Provisionen haben einen höheren Ertrag geliefert. Auf 'Devisenkonto ist eine Ertragssteigerung von etwa 30 pCt. zu verzeichnen. Auch die Realitätenerträgnisse zeigen eine Zunahme durch die Vermietung eines neuerworbenen Hauses in Wien, das mit einem anderen bereits früher erworbenen Komplex zum Umbau in eine Ergänzungsgebäutle iür die Bank bestimmt ist. Auf Effekten- und Konsortialkouto ergibt sich an Stelle des Vorjahresgewinnes von K 2.41 Mill. ein Verlust von K 1.34 Mill. Die mäßigen Konsortialgewinne wurden durch die Abschreibungen auf Effekten- und Kon- sortialkonto erheblich überschritten. Dazu ist natürlich noch die Schmälerung der stillen Reserven durch Kursvermindc- rungen zu rechnen. Der Bruttogewinn ohne Vortrag 'beträgt K 30.91 Mill. und bleibt um rund K 5.7 Mill. oder 18 rpCt. hinter der Vorjahrsziffer zurück. Er verzinst das eigene .Kapital mit 12.56 pCt. gegen 15 pCt. im Vorjahr. Unter den Lasten ist zunächst der bereits erwähnte Verlust an Effekten und Konsortialgeschäftcn zu erwähnen. Die Ge- ' halte zeigen eine Zunahme um K 512 000 oder 7 pCt. Spesen- ,konto zeigt nur eine kleine Zunahme um 3 pCt., daneben .werden K 400 000 Kriegsspenden besonders ausgewiesen. Die Abschreibungen an Realitäten und Inventar sind um K 85 000 erhöht. Die Steuern und Gebühren sind um Kronen 1.4 Mill. verringert, doch ist zur Steuerentrichtung die (mit K 1.35 Mill. unter den Kreditoren verbuchte Steuerreserve also außerhalb des Gewinn- und Verlustkontos verrechnet. Im nächsten Jahr wird sich mit der Verminderung nies Reingewinns natürlich eine bedeutende Steuerersparnis 'ergeben. Die Verluste an Forderungen übersteigen die Vornahrshöhe um 160 pCt., es sind zahlreiche Kundenverluste, die hauptsächlich hei den Filialen eingetreten sind und zumeist nicht unmittelbar mit dem Krieg Zusammenhängen. (Für die möglichen weiteren Verluste, die sich insbesondere «in Galizien, woselbst die Creditanstait. das größte Geschäft (hinter allen Wiener Banken bat, und bei den Exportunterneh- unungen Alois Schweiger und Austro-orientalisohe Handeis- fgesellschaft ergeben können, ist die Kriegsverlustreserve von iK 5 Mill. bestimmt. Während das Engagement hei der letzteren so tief zu Buch steht, daß erhebliche weitere Verluste jkaum mehr eintreten können, ist bei der hauptsächlich nach Feber,see arbeitenden Exportgesellschaft Schweiger die Lage ^absolut nicht zu übersehen, da ein großer Teil der Niederlassungen sich in Feindesland befindet. Die gesamten Ausgaben betragen 22.44 Mill. gegen 15.99 Mill. Kronen im Vor- jjahr. Scheidet man die beiden Posten für Effekten- und JKonsortialverluste und Kriegsverlustreserve aus, so zeigen jeiie Ausgaben eine Zunahme um nur 0.1 auf K 16.09 Mill ’hmd absorbieren 54.4 pCt. des Bruttogewinns nach j'Abzug der Effektenverluste gegen 43.5 pCt. im Vorjahr. Der (Reingewinn ohne Vortrag bleibt mit K 8.47 Mill. um )K 12.21 Mill. oder 59 pCt. hinter der Vorjahrsziffer zurück. Er entspricht einer Verzinsung des Aktienkapitals mit f5.65 pCt. gegen 13.8 pCt. und des Eigenkapitals einschließlich der Reserven mit 3.45 pCt. gegen 8.57 pCt. Aus dem (Reingewinn werden K 10.31 Milk zur Ausschüttung der Divi- idende verwendet — Tantiemen und Reserven-ZuWeisungen (entfallen und der Gewinnvortrag wird .von K 2 361400 auf K 520 000 ermäßigt.
) ln der Bilanz ist das 'Aktienkapital unverändert mit iK 150 Mill. Die im Vorjahr von der Generalversammlung beschlossene Kapitalserhöhung um K 20 Mill. ist noch nicht zur Durchführung gelangt. Die Reserven sind um die Vor- jjahnsdotationen von K 2% Mill. vermehrt. Auch ist die 'KTiegsverluetreserve von K 5 Mill, bereits in die Passiven einteestellt. Ohne diese betragen die Reserven K 96.11 Mill. jund setzen eich aus der Kapitals- (Aktienagio) Reserve von )K 62.61 MiU., dem allgemeinen Reservefonds von K 80 Milk, (der außerordentlichen Reserve von K 2 Milk und der iin- imobilien-Roaerve von K 1JÜ Mill. zusammen. Heber die [übrigen Bilanzziffem wurde bereits berichtet. Bemerkenswert ist, daß die fremden Gelder sowohl an Einlagen als auch im Kontokorrent trotz der großen Abhebungen für die Kriegsanleihe eine Erhöhung zeigen, die Einlagen um K 28.63 (Milk oder 86 pCt., die Kreditoren um K 16.08 Milk, womit der vorjährige Rückgang ungefähr ausgeglichen ist. Dazu kommt, das KrieManleme-Einzahlungskonto von K 146.71 Milk, welches die Forderung der Postsparkassa aus dem bei der Kreditanstalt gezeichneten Betrag darstellt. Das Guthaben ist seither bekanntlich vollständig abgehoben worden. Mit Einschluß dieses Konto« betragen die gesamten fremden Gelder in der Bilanz iK 1103.96 gegen 914.52 Milk und das ^Verhältnis der eigenen Gelder zu den fremden stellt sich auf '1:4.5 'gegen 1:3.75 i. V. Von den Aktiven zeigen die Kassen- bestände eine Vermehrung um fast K 42 Milk auf 72.8 Milk (Vorübergehend waren sie mehr als doppelt so hoch und Wären auch zum Jahresschluß wesentlich größer gewesen, wenn die Creditanstait nicht, abgesehen von dan Vorschüssen, die sie ihren Kunden auf die gezeichnete Kriegsanleihe ^gewährt hat, zahlreichen Fiuanzinstitutcn vorübergehend qjrofie Vorschüsse aus dem gleichen Anlaß gegeben hätte. Einschließlich der Zeichnungen der Bank für eigene Rechnung sind bei der Creditanstait auf die österreichische und 'ungarische Kriegsanleihe zusammen gegen K 220 Milk gezeichnet worden. Die den Kunden und fremden Kreditinstituten gewährten Vorschüsse auf die Kriegsanleihe erscheinen unter den Aktiven mit K 133.51 Milk, der Posten i|t seither wesentlich vermindert. Das Effektenkonto
S f^ig t die beträchtliche Steigerung um K 28' auf 74.69 Milk, sie ist fast ausschließlich durch die Zunahme des Besitzes an festverzinslichen Wertpapieren bewirkt, vor allein an Kriegsanleihen. Die Creditanstait hat von österreichischer (Kriegsanleihe K 20 Milk, von ungarischer K 11.3 Milk über- monunen und bis Jahresschluß nur geringfügige Beträge da- yptt verkauft. Der Kurswert der Bestände ist natürlich fast ajjgemein vermindert, sodaß die Vermehrung der Nominal- theträee über die Steigerung der Bilanzziffer hinausgeht. Eine Detaillierung der Effektenheständ8 unterläßt die Creditan- jstalt leider seit Jahren.
T Von den Unternehmungen, an denen die Creditanstait beteiligt ist, dürften die Bi eütz Bialaer Escompte-und (w echalerbank und,die Bosnische Landesbank dieselben Dividenden vrie im Vorjahr, 10 bezw. 9 pCt. verteilen. f)ie Galizisehe Bank für Handel und Industrie in (Krakau dürfte dividendenlos bleiben. Die ungünstige Lage der Außtro - Orientalischen Handels-Gesellschaft ja.-G. hat durch den Krieg noch eine Verschlimmerung erfahren. Von der Alois Schweiger Ges. m. b. H., an der die Creditanstait. mit K 3 Milk Kapital und bedeutenden Krediten beteiligt ist, war schon die Reue. Auf der neu er öffneten M i fcr ten-waldbahn ist der Verkehr seit dem Sommer.natürlich'
sehr arg eingeschränkt, sodaß die Unterstützung der österreichischen Staatsbahnenverwaltung, die nicht in einer Garantie der Obligationen, sondern in einer Betriebskostenstundung besteht, finanziell nicht ausschlaggebend ist. Die A. E. G. Union Elektrizitäts-Gesellschaft wird eine geringere Dividende ausschütten als im Vorjahr (7 pCt.) Auch die Skoda werke werden vorsichtshalber ihre Dividende etwas ermäßigen, ln den ersten zwei Kriegsmonaten trat in den Friedensbetrieben eine Stockung ein, im allgemeinen sind sie seither sehr gut beschäftigt. Die großen Kriegslieferungen kommen erst künftig zur Abrechnung. Stabili- mento teenico verteilt dieselbe Dividende wie im Vorjahr, die Beschäftigung — allerdings nicht für große Scbiffs- einheiten ■— ist befriedigend. Die Ringhof'fer-W erke sind normal beschäftigt, bei derLokomotivfabrik vorm.Sigl ist die Beschäftigung unverändert geblieben. DerGeschäftsgang derEiseu- werke R o t ha u-Neudek hat sich erheblich gebessert. Die Mit t e nberger Kupi er A.-G. ist sehr gut beschäftigt. Die A.-G. zur Nutzbarmachung der Wasserkräfte Dalmatiens mußte ihre Werke aus Kriegsrücksichten längere Zeit ganz still stehen lassen und arbeitet auch jetzt noch in reduziertem Umfang. Bei der M ineralölraffinerie A. - G. hat die Raffinerie günstig gearbeitet und an den Vorräten große Gewinne erzielt, die Lage der Rohölgruben ist gegenwärtig nicht zu übersehen. Die Dividende dürfte wie im Vorjahr mit 10 pCt. bemessen werden. Die verschiedenen Zuck erratfincrien arbeiten mit gutem Erfolg, die Rohzuckerfabriken mit wesentlich besserem als im Vorjahr. Die S p i r i t u s u n t c r n e h ui u n g e' n ' haben iür, die abgelaufene Kampagne die hohen Vorjahrsdividenden nicht voll aufrechterhalten, arbeiten aber auch heuer mit ziemlich befriedigendem Erfolg. Die Z ü n d w a r e n A. - G. H clios. die für das erste Geschäftsjahr 4 pCt. verteilt fiat, besitzt Fabriken, die im Kriegsgebiet liegen, im übrigen arbeitet sie mit befriedigendem Erfolg. Die beiden Z e m”e n ttabriken an denen die Bank beteiligt ist. in Golleschau und Szegakowa» werden die Dividenden wesentlich herabsetzen. Das galizisehe Holzunternehmen der A..G. für Mühlen- und Holz- incl ustrie liegt im Kampfgebiet und ist daher seit,Kriegsausbruch nicht iin, Betrieb. Der Schaden ist vorerst nicht abzuschätzen, auch die Tizitaer Waldexploitation A. G. Bukarest, die im Vorjahr 6 pCt. verteilt hat, ist durch den Krieg im Betrieb und Export sehr behindert.. Die beiden Bugbolzmöbel- Gesellschaften leiden unter dem Krieg. Einen teil weisen Ersatz finden sie in Kriegslieferungeu. Der Absatz der Linoleum- fabri k "ist beeinträchtigt. Die ,'Wollhandels - Gesellschaft m. I). H. erzielte sehr gute Ergebnisse. Die seit langem mit großem Verlust arbeitende A. G. der Brünner Lederfabrik wird diesen durch einen kleinen Ueberschuß pro 1914 ermäßigen. Der Absatz der Oesterrcichischen Fezfabriken ist im Hauptartikel fast ganz zur Stockung gelangt. doch hat sie in anderen Artikeln bedeutende Heereslieferungen. Die vereinigten Brauereien Mauthncr, Dreher, Meichl haben 6 pCt. verteilt, desgleichen die Gösser-Brauerei. Die Verhältnisse der Stöhle Glas A. G. für Glasfabrikation haben durch den Krieg eine weitere Verschlimmerung erfahren. Die M j Ich Industrie A. G. dürfte ungefähr das gleiche Ergebnis wie im Vorjahr erzielen, die Hirtenberger Patronenfabrik arbeitet mit sehr günstigem Ergebnis, desgleichen die Metallwarenfabrifc G; Roth, deren Aktien bekanntlich durch Optionsausübung zum Teil in den Besitz der Bank übergegangen sind. Die Spitzenindustrie A. G. wird keine Dividende ausschütten, die Warenhaus A. G. Gerngroß wird wieder ein gutes Erträgnis ausweisen. Die Oesterreiehisehe und die ,U ngärtsche Eie k- t r i 7. i t ä t s - A.- G. E r i c s o n entwickeln sieh weiter befriedigend. Die Fabriken der Maschinen- und Waggonfabriken Ziel eniewski und Sanok sind in vom Feind besetztem Gebiet und daher hart betroffen.' Der Geschäftsgang der P r o v i d e n t i a a 11 g e m e i n e n V' e r siclierungs- Gesellschaft ist Befriedigend, während die Erste österreichische Versicherungsgesellschaft gegen Einbruch wegen notwendiger Kursabschreibungen die Dividende ermäßigen wird.
Insgesamt ist das K o n s o r t i a 1 k o, n t o um K 13.75 auf K 71 Mill. zurückgegangen, hauptsächlich durch die Auflösung der verschiedenen Ende,1913 bestandenen Syndikrde für die ungarischen Staatsanleihen. Zugewachsen sind auf diesem Konto vor allem der Anteil an dem Syndikat für die Austro-Americana-Aktien und die Beteiligung an der mit K 30 Mill. Kapital finanzierten Berndorfer Metallwerke A.-G. vorm. Krupp, deren Konstituierung demnächst erfolgen wird, deren laufendes Geschäftsjahr aber bereits für Rechnung der Aktiengesellschaft geht. Die,Werke sind sehr stark beschäftigt. Effekten- und Konsortialbestände erreichten mit K 145.7 Mill., beinahe die Höhe des Aktienkapitals. Der Immobilie nbesitz ist durch die Erwerbung des bereits erwähnten Hauses um K 2.2 Mill. gesteigert.
* Baiikdiskontsälze. Gegenwärtig sind folgende offiziellen Sätze in Kraft Deutschland seit 23. Dezember 5 pCt., Amsterdam seit 19. August 5, Italien seit 9. November 51/2 pCt., Lissabon 5 1 ! 2 , London seit 8. August 5, Madrid 4 l / 2 , Paris seit 21. August 5, Schweiz seit 31. Dezember 4Va, Petersburg 6, Wien seit 29. Oktober 5V a , Kopenhagen seit
Januar
5. Januar 5 l / 2 , Kristiania 5Va, Stockholm seit 5
•Rheinische Creditbapk, Mannheim. Der Geschäftsbericht für 1914 verbreitet sich in gewohnter Weise über die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands im abgelautenen Jahre und schildert die Einwirkungen, welche der Kriegsausbruch auf das Geschäftsleben, die Börse und die Tätigkeit der Banken hervorgerufen hat. An allen durch die allgemeine Lage herbeigeführten Wirkungen habe das Arbeitsgebiet des Instituts und damit dieses selbst teilgenommen mit der Maßgabe, daß bei ihm, als einer Provinzbank, die ßörsenverhiütnisse nicht mit ihrer vollen Schwere ins Gewicht fallen. Zu beachten sei auch, daß die Wiederbelebung der Erwerbstätigkeit weder geographisch, noch hinsichtlich der wirtschattlichen Gliederung gleichmäßig wirksam werden konnte. So vermochte der Bezirk Pforzheim an der im September einsetzenden Besserung der Verhältnisse nicht teilzunehmen, da die für Konjunkturschwankungen an sich schon sehr empfindliche, dort, fast ausschließlich gepflegte Schmuck* Industrie, zumal bei ihrem großen Auslandsmarkt, von dem Krieg besonders schwer betroffen wurde und auch nach ihr er ganzen Art am wenigsten im Stande sei zu einer Ersatzfabrikation Überzug eben. Die im Geschäftsbereich der Bank stark vertretene Hoteiindustrie habe naturgemäß unter den Kriegsvvirkungen besonders zu leiden ; auch für das Baugewerbe habe sich die ohnehin schwierige Lage verschärft. Angesichts der auch im Berichtsjahre geübten großen Zurückhaltung mit Kreditgeschäften habe die Bank bei Kriegsausbruch ohne Mühe allen an sie herantretenden berechtigten Ansprüchen nachkommen können. Unter Aufrechterhaltung der gewährten Kredite habe sie erhebliche Mittel für Gesunderhaltung des Arbeitsmarktes, wie auch für Heereslieferungen bereitgestellt. Die bisher geltenden Theorien über „liquide Mittel* und deren praktische Anwendung dürften nach Anschauung der Bankleitung in Zukunft nach den gemachten Erfahrungen sich wohl ändern. Die wn ihr vertretene Ansicht, daß in der Qualität der Debitoren und der Liquidität in kritischen Zeiten und besonders in Kriegszeiten ein Hauptmoment der Liquidität einer das Kontökorrentgeschäft treibenden Bank zu suchen sei, habe sich als richtig erwiesen, ebenso ihre Ansicht, daß die gewährten B 1 a n k o k r e d i t e, d. h. Kredite, die lediglSffi in Rücksicht auf die Güte der Debitoren als »ungedeckte“ gewährt werden, die wichtigste Nummer in der Zahl der liquiden , Mittel bilden. Diesen Anschauungen der Bankleitung ist insofern ohne weiteres zuzustimmen, als zweifellos iür die Liqidität einer, Bankbilanz die Güte der Debitoren ein sehr wesentlicher Faktor bildet. Was sie aber, über die Blankokredite sagt, ist nur mit Einschränkung hinzunehmen, unter der Voraussetzung nämlich, daß tatsächlich auch bei der Gewährung der ungedeckten Kredite mit der, weitgehendsten Vorsicht vorgegangen wird. Auch unter , dieser Voraussetzung aber werden Blankokredite, die eine Bank gewährt, niemals unter ihre liquiden Mittel eingereicht werden können, da sie doch, selbst wenn sie bei noch so solventen Firmen ausstehen, doch in der Regel nicht sofort einzuziehen sind. Im übrigen wird es sich erst nach dem Kriege in vollem Umfange ermessen lassen, wie weit die Außenstände der Banken Schaden gelitten, wieweit also auch die Blankokredile und damit die Liquidität die Feuerprobe bestanden haben. Dieser Anschauung scheint auch die Leitung des Instituts zu sein, denn sie führt m einem späteren Teil des Berichts aus, es sei nicht ausgeschlossen, daß Rückwirkungen auch bei
solchen Debitoren eintreten, die bei einem normalen Verlauf des Wirtschaftslebens als vollkom
men zuverläßig anzusehen wären. Aus diesem Grunde wird beantragt, die bei der Bank sonst übliche Summe für diese Zwecke beträchtlich zu erhöhen; sie glaubt aber mit den 3 Mill., die diesmal zu Abschreibungen bezw. Rückstellungen für Dubiose verwendet werden, den Verhältnissen Rechnung zu tragen. Die Gesamtumsätze einschließlich derjenigen der Mannheimer Bank haben sich weiter von iflj 21484 auf 19159 Mill. vermindert. Nach den schon mitgeteilten Abschlußergebnissen erbrachte das Zinsenkonto JL 480 0 00, das Wechselkonto 246 000 und dasEffektenkonto bei erheblichen Abschreibungen JL 182500 weniger» letzteres damit aber immflt noch 495 000. Durch günstige Abwicklung erheblicher, Konsortialg4:schäfte im ersten Halbjahr wurde ein Mehrgewinn daraus von 187 000 erzielt. Die Unkosten hielten sich etwa auf Vorjahrshöhe. Der Reingewinn blfeibt bei einem um i€ 131000 niedrigeren Vortrag um J(> 851 000 hinter dem vorjährigen zurück. Die von 7 aut 5 pCt. ermäßigte D i v i d en d e erfordert 1.90 : Millionen weniger, , zu Tantiemen dienen 580 000. weniger,
während für Dubiose J!> 1.70 Mill. mehr verwendet wurden, wonach der Vortrag eine Kleinigkeit anwächst
(in Mark)
Aktienkapital » -
Vortrag ..
Gewinn an Wechs.
Efiekten.
Xonsortial-Betheil. Coupons u. Sorten Provisionen -»••••
Zinsen.
Kommandite.
Von Pfalz. Bank •• örntto-öawinn Unkosten u. Steuer
Provisionen.
Reingewinn -- do samt Vortrag Talon- xi. Wehrst. Dividende ....
Prosent .
Abschreibungen •• Abschr. Gebende Pensionsk.u. Grat. Organ isationsjds.
Tantieme .
An Pfalz. Bank •• Vortrag .
1909
1910
85 Mill. 1 , 000.000 1,810.861 1,161,595 517,302 117.006 2,722,651 +313,418 145,473
11788306 3,571,564 72.826 7.1+3.917 8,143,917 85,000 5,425,000 7
400-000
150.000
315,000
768,209
1 , 000,000
85 Hill. 1000000 1890369 1318 385 469 508 118679 2 919 430 4 829 712 147 756
12693838
3733205
73552
7 887 081
8 887 081
85 000 5950000 7
500000 150000 318 152
883 929
1911
1912
1913
95 Mill. 1000000 1964809 1325117 638434 135787 3 155 043 5278508 148 515 500 000 14146212 3935218 62669
95 MiU. 95 Mill. 1340,690 1 327586 3472 773 12910 433
1161576 373 091 187131
678318 213 891 147426
3 443 443 3 620 600
5847624 160000 500 000 15436332 4161500 "2 972
9 148 325 19 861167 10148325 111201857 85000 85000
6300000 !66500v<0 7 i 7 1100 000'1200 000 150 000* 150 000 266 628 . 4 2 462 i 300000 846 697 11014 395 59 310 1 72 414
1340 690 1 327 586
6275985 160000 500000 15834240 4426542 65789 10014322 11341909 245 000 6 650 000 7
1300000 150000 405 234. 800000 1041 674 103448 1196552
1914
95 Mill. 1196552 2 664 045 495 818 401004 162 628 3624022 5 845 269 105 797 500 000 14995135 4 458 441 45862 9294280 10490832 180000 4 750 000 5
•3 000 000 150000 398 934 300000 481897
1230 000
1000000
Ueber den Abschluß der Mannheimer Bank entnehmen wir dem Geschäftsbericht folgendes.
Von dem Bruttogewinn von 657 354 (i. V. JL 809 163) bleiben nach Abzug dor Unkosten und 450 00t) ff# 589 000) Zinsen auf das Dotationskapital und Beitrag zu den Unkosten Jl 52450 {JS 75 463) Reingewinn. Nach der Bi 1 an z betrugen, abgesehen von JL 1.95 (1.90) Mill. Avalen, die'Verbindlichkeiten aus Akzepten Jl 3.79 (5,60) Mill.. die sonstigen Kreditoren ^ 16.89 (14.50) Mül., darunter ^ 3.76 (3.43) Mül. Einlagen und unter diesen
0.14 (0.20) Mül. innerhalb sieben Tagen fällig, während von den sonstigen Kreditoren ^ 2 87 (2,43) Mül. innerhalb einer Woche verfallen. An Bär und Bankguthaben waren andererseits JL 0,64 (0.46) Mill. vorhanden, m Wechseln 3.18 (3.33) Mill., in Reports und Lombards JL 2.69 (2.54) Mül. in Effekten t K, 0.50 (0.51) Mill.. während bei Debitoren * % 19.39 (18.89) Mill. ausstanden, davon JL 0.85 (1.04) Mül. Blankokredite. Die Reserve enthält J{, 100000 bei 5 Mill. Dotations- und JL 1 Million Aktienkapital.
Die Bilanz der Rheinischen C r c d i t b a n k zeigt, abgesehen von M 29.19 (i. V. 29.21) Mill. Avalen, an Verbindlichkeiten aus Akzepten und Schecks cK 85.61 (102.08) Mill., welche im laufenden Jahr fortgesetzt weiter zurückgegangen seien, während die Kreditoren von 184.59 auf 192.63 Mill. angewachsen sind. Darunter sind JL 11.78 (18.84) Mill. Guthaben von Banken, JL 89.66. (84) Mill. Depositen und Dt' 91.19 (81.74) Mill. sonstige Kreditoren. Die innerhalb sieben Tagen fälligen Einlagen haben sich von Mark 36.15 auf 42.32 Mill. erhöht, die innerhalb einer Woche fälligen sonstigen Kreditoren von ./(i 58.32 auf 73.81 Mill. Gegenüber den Gesamtverbindlichkeiten von JL 278.24 (286.67) Mill. waren vorhanden an bar und Bankguthaben S 33.02 (22.60) Mill.-, an Wechseln JL 59.99 (63.98) Mill., an Staatspapieren JL 5.26 (2.88) Mill. und an sonstigen reichsbanklombardfähigen Effekten <.K 1.49 (2.56) Mill. Die liquiden Mittel 1. Ranges haben sich somit weiter auf Jl 97.94 (91.90) Mill. erhöht und damit ist das Deckungsverhältnis, das bei diesem Institut gegenüber anderen großen Banken immer ein wenig günstiges war, von 31.80 auf 85.20 pCt. aufgebessert. Unter Berücksichtigung der S 54.99 (46.70) Mill. Reports und Lombards, der Jl 0.90 (5.13) MiU. gedeckten Wärenvor- schüsse und der Jl 7.45 (4.51) MiU. sonstigen -börsengängigen Wertpapieren als liquide Mittel 11. Ranges ergibt sich ein Deckungsverhältnis von 58.0 pCt. (51.50 pCt.). Es bleibt also auch diesmal ein sehr großer Teil der.Verbindlichkeiten auf die JL 192.35 (210.30) Mill, betragenden Debitoren angewiesen, von denen immer noch Jt 95.21 (105.07) Mill. Blankokredite darstellen. Zu dem Rückgang der Außenstände bemerkt der Bericht, daß der Kundschaft aus Heereslieferungen so erhebliche Mittel zugeflossen seien, daß sic teilweise nicht nur keinen Kredit mehr brauchte, sondern sogar Guthaben bei der Bank unterhalten konnte. Insbesondere wird auf die Mühlen, die Getreide-. Tabak- und die Ledergeschäfte, sowie auf die Maschinenfabriken verwiesen. Auch die Uhrenindustrie des Schwarzwaldes sei in weitgehendem Maße mit Heereslieferungen bedacht worden. Der sonstige W e r t p ap ie r b cs 1 1 z beträgt " JL 6.55 (6.48) Mill., sodaß also der Gesamtbestand an eigenen Wertpapieren von Jl 16.43 auf 20.76 MiU. gestiegen ist. Die Erhöhung setzt sich in der Hauptsache zusammen aus Stücken der ersten Kriegsanleihe, aus Aktien der Badischen Anilin- und Sodafabrik aus der letzten Emission. Aktien der Deutschen Bank und dev Mannheimer und Gontinentale.n Versichorungsgcsoil- schali. Ueber die Zusammensetzung des Effektenbestandes im Einzelnen macht der Bericht keine Angaben. Das Kon- sortialkanto ist mit JL 1,8.13 (24.95) Wl. eingestellt, ohne daß auch dazu über die Zusammensetzung Näheres mitgeteilt wird. Das Institut hat bekanntlich im ahgelaufenon Jahre u. a. mit anderen Konsorten Aktien und Obligationen der Sulzer Unternehmungen Akt.-Gc?. übernommen. Die dauernden Beteiligungen bei anderen Unternehmungen sind weiter von Jl 11.34 auf 11.54 Mill. gestiegen, durch die Erhöhung der Einlage bei der Bankfirma Leo, Roesle und Konsorten in Säckingen mit JL 200 000. Auch über die Ergebnisse der einzelnen Beteiligungen macht der Bericht keine Mitte ihm gen. Die Bankgebäude sind nach Abschreibungen von‘bisher Jl 2.68 (2.53) MiU. mit Jl 7.12 (7.17) Mill. eingestellt neben JL €.38 MiU. Bankgebände-Neubauten. Außerdem sind noch JL 1.19 (1.16) Mill. sonstige Immobilien vorhanden. Die Reserven betragen unverändert Jl 16.83 Mill. bei & 95 Mill. Grundkapital.
* Daimler Motoren-Gesellschaft, Stuttprart-Un- tertürkheim. Dem Beschluß des Aufsichtsrats, die Dividende für 1914 mit 16 pCt. vorzuschlagen, gegen 14 p£t. im Vorjahr, scheinen Erörterungen mannigfacher Art vorangegangen zu sein; auch hat es den Anschein, daß innerhalb des Aufsichtsrats-Gremiums nicht von vornherein Einstimmigkeit inbezug auf den Dividenden-Vorscblag geherrscht hat, sondern daß einzelne Mitglieder die Verteilung einer höheren Dividende bis zu 20 pCt. befürwortet hatten, bis schließlich die Vertreter der bei der Gesellschaft von jeher geübten konservativen Dividenden - Politik die Oberhand gewannen und der Dividendenvorschlag von 16 pCt. akzeptiert wurde. Diese konservative Dividenden-Politik hat die Gesellschaft seit Jahren betätigt. Es sei daran erinnert, daß die Verwaltung in der Generalversammlung vom April
1911 ausdrücklich erklärt hatte, an ihrem Dividendensatze von 10 pCt. in den nächsten Jahren festhalten und etwaige Mehrgewinne zu Abschreibungen und Rückstellungen verwenden zu wollen. Diese Mehrgewinne waren aber so groß, daß bei starker innerer Kräftigung die Dividende für
1912 auf 12 pCt. und für 1913 auf 14 pCt. erhöht wurde, und dieser stetigen Divideuden-Steigerung soll jetzt eine weitere aut 16 pCt. folgen. An sich muß natürlich ein derartiges graduelles Anwachsen des Aktien-Erträgnisses durchaus befriedigen. Allein die Aktionäre hatten mancherseits doch noch eine höhere Ausschüttung erwartet. Es ist seit länserer Zeit bekannt, daß die Gesellschaft sehr ansehnliche Aufträge für Heereslieferungen hat: schon im Dezember hieß es, daß die Arbeiterzahl mit 4500 um etwa, 1000 höher sei als zur Zeit der Hochkonjunktur und daß neue ansehnliche Betriebserweiterungen in der Ausführung begriffen seien. Daran hatten sich auch entsprechende Erwartungen hinsichtlich des erzielten Gewifmresultäts geknüpft. Diesen Erwartungen dürfte auch durch das jetzt vorliegende Ergebnis durchaus entsprechen. Wie die Gesellschaft uns mitteilt, beläuft sich der Reingewinn einschließlich der aus dem Vorjahr übernommenen 447 281 UM 502 947) auf JL 4 604471 gegen 3 214168 im Vorjahre. In der am 4. Mai stattfindenden Generalversammlung soll neben einer Dividende von 16 pCt. (i. V. 14 pCt.) beantragt werden, JL 1070826 US 934183) zu außerordentlichen Abschreibungen — neben Jl 341 393 (JL 538 109) ordentlichen Abschreibungen — zu verwenden, ferner sollen einer Kriegsreserve JL 1000 000 und dem Reservefonds Jl 500 000 (wie i. V.) überwiesen werden. Nach einer Dotierung der Arbeiterunterstützungskasse sowie eines Dispositionsfonds lür Wohlfahrtszwecke und Bestreitung der Tantiemen wird der Rest von Jl 496 978 . (JL 447 281) vorgetragen. Die Gesellschaft verwendet mithin auch jetzt wieder ansehnliche Teile ihres Gewinnes zu ihrer inneren Kräftigung, um allen Eventualitäten, die sich für sie aus ihrem Besitze und ihren Forderungen im feindlichen Ausland ergeben könnten, mit Ruhe entge^ensehen zu können. Wjr hören noch, daß man die Bilanzierung als außergewöhnlich vorsichtig bezeichnet, daß die Setriebsbestände niedrig eingesetzt, ferner Buchwerte für Maschinen, Patente usw. so gut wie nicht mehr vorhanden und die Immobilien etwa auf den Grundstückswart hemntergebracht sein sollen. Das Bankguthaben der Gesellschaft dürfte von JL 10 Mill. U&2.S0 Mill.) nicht mehr weit entfernt sein. A ’lerdings ist im neuen Jahre ein größerer Betrag Kriegsanleihe gezeichnet worden, doch bleibt der Gesellschaft noch genügende Bewegungsfreiheit, um die in der Ausführung begriffenen Neubauten durch- zutühren. Die Beschäftigung für das Jahr 1915 ist, nach Angabe interessierter Kreise, durch Heeresaufträge derart gesichert, daß die Aussichten für die Aktionäre als weiter sehr zufriedenstellend bezeichnet werden können.
* Deutsche I>ast-A,utomot»tl A.-V., Ralingen.
Der Autaiabtajat beschloß di« Verteilung einer Bivideaße von -10 pCt. gegen ffgCt. im Vorjahre zu beantragen*
* Wolfsegg-Traunilialer Kohlen werke A. • Ci.,
Wien« Die Gesellschaft, der neben der Unionbank in Wien auch die Deutsche Effecten- und Wechsel-Bank und der Tellns in Frankfurt a. M. nahestehen, verzeichnet tür 1914 einen Kohlenabsatz von 339 Mill. Mefcr.. <1. i. 307 690 Mctr. weniger als im. Vorjahr, während der Bruttoertrag mit K 1045382 um K 116107 gestiegen ist. Der Reingewinn beträgt K 389164, woraus nach Dotierung der Reserven mit K 19458 wieder 6 pCt. Dividende verteilt und K 33987 (K 31251) vorgetragen werden.
* A.-14. lür Rheinisch - Westfälische Zement- Industrie, Beckum i. W. Aus Münster, 31. r. M.„ berichtet man uns: »Die Gesellschaft batte, wie alle westlichen- Zementwerke, im abgelaufenen Geschäftsjahre unter den ungünstigen Absatzverhältnissen zu leiden, sodaß es ihr nicht möglich war, aus der wesentlich höheren Quote im rbeinisch- wesifäliscbenZementverbande Nutzen zu ziehen. Die Verhältnisse wirkten schon auf die Erträgnisse des ersten Semesters ungünstig ein; durch den Krieg ist dann eine weitere wesentlich« Verschlechterung der Situation eingetreten, sodaß das Gesamterträgnis dem Vorjahre gegenüber einen erheblichen Rückgang aufweist. Ob infolge der auch für das laufende Jahr einstweilen noch wenig günstigen Aussichten überhaupt eine Dividende nO Vorschlag gebracht werden soll und in welcher Höbe, ist noch Gegenstand von Verhandlungen; für den Fall, daß die Verwaltung sich entschließen sollte, eine Dividende zur Verteilung zu bringen, wird der Prozentsatz gegenüber dem Vorjahr jedenfalls eine erhebliche Herabminderung erfahren. (Für 1913 wurde die Dividende von 10 auf 12 pCt. erhöbt)."
finanzielle Draht-lleläungen. ,
r BerliiJ, 1. April, 11.15 V. Nach dem Bericht über dz» Gründung der Deutschen Holzvertriebs A.-G. haben Aktiem übernommen u. a. die Firmen Benz &<Jo.-Matmbeim, Hannoversche Waggonfabrik. Siegmund Michalski, David Franeke Söhne, der Verband Deutscher Waggonfabriken und das Berliner Holzkontor, außerdem eine weitere Reihe von Gründern. Der Aufsichtsrat besteht aus den Herren Vorwann Düsseldorf, Martin Michalski Schöneberg. Artur Francke-Berlin, Karl Selzer - Berlin, Alfred Brügmann - Dortmund. Hugo Waltz- Scbmargendorf, Huntnelsbacli-Freiburg j. B.. Xurt Soberuhemi- Oharlottenburg, Bernhard Meyer-Leipzig, Friedrich Nallinger- 'Mannheim. Otto Schrey - Charlottenburg. Paul Ablers - Bremen. Karl Rahadt-Berlin. Zum Vorstand wurde Herr Albrechfc v. Rouwaldt ernannt.
Bei der Vereinigte Thfiringische Saiinen-A.-G. iu Erfurt.
die im Vorjahre 1 pCt. Dividende verteilte, und auch bei der Saline nnd Sooibad Salzungen (i. V. 3 piff.) i>t. laut .Berliner Börsen-(Jour." mit einer Erhöhung der Dividende zu rechnen.
Von der 4 p r o z e n t. 8 11 b e r a n 1 e i h e der Kronprinz- Rudolf - Bahn wird der April-Zinsschein zu 80.65 iri Deutschland eingelöst.
Der Verein für die Interassen der Fondsbörse in Berlin
bespricht im Jahresbericht die die Börse angehendeil Kriegsmaßnahmen. Für die Gesundheit der Verhältnisse der hiesigen Börse sei es ein erfreuliches Zeichen gewesen, daß der zu Ende Oktober geforderte oproz. Einschuß für schwebende Engagements, die ohne vereinbarte Uebcr- deckung abgeschlossen w a-r e n, von seiten der Geldnehmer anstandslos geleistet wurde. Er beklagt, daß der Stand der Börsenbankiers und Makler schwerer als irgend ein anderes Gewerbe durch den Krieg berührt, wurde. Aber angesichts der schwerwiegenden Bedenken, die gegen eine, wenn auch' nur teilweise Wiedereröffnung des rmtiiehr-n Börsenverkehrs au den maßgebenden Stellen bestanden und vorderhand noch bestehen, habe man bisher nicht für richtig gehallem von Vereinswegen für die Wiederaufnahme der amtlichen Notierungen, einzutreten. Die zur Verbessern n g de r G e s c h ii f 1 w- bedingungen im Bankverkehr ein geleiteten Verhandlungen hätten im ersten Halbjahr eine auch den Privatfirmen des hiesigen Platzes genehme Grundlage ergeben. Das Zustandekommen sollte allerdings außer von der Zustimmung der maßgebenden Berliner Firmen noch von dem Beitritt der außerhalb Berlins bestehenden Banken und Bankiervereinigungen abhängig sein. Nach. Beendigung des Krieges werde man diese Bestrebungen tatkräftig wieder aufnehmen, um die Vorbedingungen für einen lebensfähigen Privatbankierstand zu schaffen.
k Breslau. 1. April. 40.4! V. Die Preise für oberschlesisches Walzeisen sowie Fein- und Grobbleche wurden heute für 1 Je/.ihm vom Breslauer Lager nach der ,Brest. Ztg! um JL 10 pro Tonne erhöht.
t Magen. !. April. 9.10 V. Jn der Versammlung der Vereinigung r lieinisch-westfiilis c*. h er 8 chwe i ß - eisen w a I z w erke wurde besehiossen. im Hinblick a'uf dm Erhöhung der fcioheisenpreise die Schweißeisenpreise um JL B> pro t zu erhöhen, sodaß der Grundpreis iür iSehweißeisen in gewöhnlicher Handelsqualität sich jetzt aut iS 158 tür die Tonne stellt. .
E Hamburg. 4. April. 40.6 V. Die Export- und Importfirma Hemandos Liders geriet in Kon ku r s.
R Mbiachen, 1. April. 11.10 V. Der Gewerkschaft Werden- fets wurde unter dem Namen Ilöllental 2 das Bergwerk s e i g ent u m _ in einem in der Gemeinde Obergreinau, Bezirksamt Gar misch im Regierungsbezirk Oberbayern gelegenen Felde von 200 ha Flächeninhalt zur Gewinnung von Bleierzen verlieben.
W Wieai» 31. März, 10.45 N. Direktor Ludwig Neurath tqu der Oester r'eichiscben (! r e d \ t a n: s t a 11 hat nach Einvernehmen mit dem ueterrotohiscihs« tjandetiministei iu re. auf dessen Wunsch er seinerzeit in den Autsichtsrat - der Deutschen. Erdöl A.-G. eingetreten ist, von der O s - mission abiieseheii.
üproz. Sädbalm-Prioritfiten wird Ku - Frs. 6.50 emgelöst.
Der Aprilkupon- der in Oesterreich-Ungar» zu K (
Bei dsr österreichischen (
gerechnet.
Bei der Skodawerke A.g A prilkupon. K 14 508 K 483495). Nach Abzug der
mts werden K 105 für Fr. 100
.■Trägt der Bruttogewinn beim (gegen das Vorjahr mehr
.... _ „. ... Unkosten von K 3331687 (mehr
K 27126l) bleibt einschließlich K 654 021 (mehr K 59589) Gewinn- vertrag ein Reingewinn von K 7076626 (wertiger K 543 083). Daraus werden, wie schon gemeldet. 14 gegen 15 pCt. D ividende aut das um K 2 aut K 42 Mill. erhöhte Kapital ausgesebüttet, K 200 000 (weniger K 151858) dem Reservefonds ■ zugewiesen und K 584365 (weniger K 169 656) vorgetragqn. Der Ausfall ist darauf zurückzuführen. daß die Maschinenfabrik an die Prager Maschinenbau-A.-G. vormals Ruston verkauft, große Kriogs- licferungen noch nicht abgerechnet und die Vorräte und Straßenstände besonders vorsichtig bewertet wurden.
n Basel« 31. März, 9.50 N. Dem Vernehmen nach wird dießanque Internationale de Binxelles für 1914 keine Dividende verteilen, dorh sollen. Aktienkapital und Reserven unversehrt sein (i. V. 6 pOt. Dividende).
Dem Vernehmen nach wird die Schweizerische Gesellschaft für Anlagewerte m Basel für 1914/15 wieder keine D ividende zahlen (i.V. Frs. 320 571 Passivsaldo, der aus derSpezial- reserve gedeckt wurde).
d Zürich. 31. März. 9.45 N. Die Bank in Baden verteilt als Dividende 4 pCt. (i. V. 5 pCt.)
. Der Credit du Xi&nan in Vevey schüttet 5 (i. V. 1)4) pCfc. Dividende aus.
Paris» öl. März. Kassakurse.
' 30. ,
3% Beate ..- 72.85 Spanier 8nß. j —.—
3% Italieneri —.—
Türken nnlt. 1 65.25 Aegypter....i 91.25 5% Bassen 06! 92.50 flo. 96' 59.10 Serben .... —.—
Panama K... —
Bann. deParis; — do. Ottomane! —- Banqne Hex. | —
Credit Mobil.i — do. Lyonnais! 1080
London« 30. März. (W. B.) Fondsbörse. 2Kproz. Engl. Kou- sols 66 9 5« (66 ö /is), 4 ! /2proz. Japaner 85 l /2 |85'ff). Türken 591 2 (60),
Portugiesen-(--—), Peruvian com. S'ff (3Vs). Atchison T6 •
peka u. Santa Fe 403Vs (103Vs), do. pref. 102^ (10248). Denver — (—), Eris 24 5 /s (24K). Missouri Kansas 13)% OSVs). Ontario 283s
(-), Southern Pacific 9t— (90V+). Southern Railway 17— (46481.
Union Pacific 4304+ (129Vs). United Staates Steel 52 1 /« (5Fff). Privatdiskont 2 3 /s (2 3 /$), Silber -28% (28-'.'s).
Wechsel auf Amsterdam 12.14—, Scheck "auf Amsterdam 12.07-, Wechsel auf Paris 25.90. Scheck auf Paris 25 47, Wechsel aut Petersburg 414—. Bankausgang £ 600 000. -
p Petersbnrgr« 31. März. (Indir.) Die Petersburger Privathandelsbank bestätigt die schwebenden Verhandlungen mit der russischen Regierung wegen Uebertührung des Institutes in die zu begründende Industriebank, die mit Staat*- garantie für die auszugebenden Obligationen ausgftstattet wird.
31.
73.—
Hex. Tramr.
30.
31.
200
Hartmans ..
30.
31-
Union.
Baku .
1540
Atchison....
Uanosoif ..
310
Metropolit...
Malt reff ....
555
553
91.50
NoröSadParis
äosnorice ..
830
93 —
do.de l’Espag.
Toala.
1070
59.30
Saragossa .. Snezkanal ..
Platine ....
480
66 .-
4380
4350
Rio Tinte ..
1555
1567
Cables.
China Copper Cape do.
202
205—
Thomson ...
575
465
Phosp. Bafsa
Tbarsts ....
kleine Stücke
De Bern....
297—
305.—
Türk.Tsb.Ueg
Rsndmines..
1080
Briansk ....
363
365
Wechs. lond.
— —
—
IiOitdou« 30. März. (W.T.B.) Bei der heutigen WoMauklion war die Nachfrage gut. Die Tendenz war, fast ausschließlich Merinos, welche kaum behauptet, waren.
KdTerpool,30. März. (W.T.B.) Der Getreidemarkt verkehrte bei schwächerer Tendenz in ruhiger Haltung.
Liverpool, 30. März. (VV'.B.) Baumwolle. Umsatz 5000 B. (5000 B.). Import 31900(10 400) Ballen, davon. Amerikaner 30500 (8000) B. Amerikaner loko middling 5.48 (5.47). Notierungen per Mai-Juni 540 (5.41), Juli-August 5.54(5.52), Oktbr.-November 5.67 (5.68), Jan.-Fehruar 5.75 (5.76). Aegypter per Mat 7.91. (7.95),
London« 30. März. (W. B.) Metallmarkt. Kupier per Cassa 69— '68Vs), per 3 Monate 69 5 /s (KN,tz). Electrolytic 764* (764/4), Zinn per Cassa 472h« (1703-D. per 3 Monate 169— (L66 %). Blei loco 23V+ (2314). Zink per März 44- (44^).
CSlasgow. 30. März. (W.B.) Roheisen per Kasse 67.2 (68.0), per l Monat 67.7 (68.4).
Ni ew York, SO.’äiärz. (W.B.) Hafer loco Nr. 2 654)
(-), Roggen loco Nr. 2 125— (-). — Baumwoll-
s a a t ö 1 per Mai-(-). do. yellow-(—). — Terpentin in Savannah 43—f-). — Zucker per Mai 3.08
(-). per Jufi 4 00 (-). — Zink 14.50 (11.50). — Blei 4.12
bis 4.17 (-).
Öulnth. 30. März. (W. B.) Leinsaat Mai 195Vs (-),
per Juli 197(-).
Verantwortlich. Für den politischen nud illgöinemen Teil Albert Büsching; t. d. Feuilleton: Br. Heinrich Simon; t d Handelsteil: Hermann Stern; t. d. Inseratauteill Robert Puckert; sämtlich i» Frankfurt a. M t>rnc« and Verlag der Frankfurt«» Societätsdruckevei (üeseUschMt. mit besoiuraukter ijaftup«
