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ba£> nächste Jahr und ein gutes Stück in das Jahr 1917 ! hinein -- vielleicht noch länger. Man erklärte mir, weshalb !ein so großer Teil der britischen Truppen in England zurück- 'gehilten und nicht nach dem Festland gesandt 9v r r 5. Ich kann die Möglichkeit, mit der gerechnet wird, hier nicht nennen, aber eine nicht allzuferne Zukunft .wir- es zeigen, ob die Beftirchtungen begründet sind. Im D'yigen bewegte die Mlmitionssrage alle Gemüter in Eng­land. Während ich mich in London aufhielt, ließ Lloyd ^George seine große Rede in Manchester vom Stapel, worin 'ec frei heraussagte, daß der Erfolg der Deutschen nur auf ihre lieberlegenheit in der Ausrüstung zurückzufühven fei.

Am Tage vor meiner Ankunft in London war der große Angriff der Zeppelin - Luftschiffe erfolgt, die über verschiedene Teile der Stadt etwa neunzig Bomben geworfen chatten. Ich machte einen Rundgang durch die betroffenen .Stellen in Whitechapel und anderen Bezirken des Saftend, um mich von der Wirkung der Bomben zu überzeugen. Man .erzählte mir, daß an verschiedenen Stellen Feuer aus- ' gebrochen sei. und daß u. a. eine Leder- und Schuhfabrik bedeutenden Schaden erlitten habe. Natürlich war die Auf­regung über den Zeppelinangriff ganz außerordentlich groß, und es wurden in der City Versicherungen gegen Luft- vangriffsschäden in gewaltiger Höhe abgeschlossen. Die Prämie betrug in der Regel fünf Schilling für 100 Pfund. In einem Theater im Piceadilly wurden im Zwischenakt Verhaltungs­maßregeln bei einerPanik irgend welcher Art" kinematogra- phisch vorgeführt.

Auf der Fahrt über den Kanal von Falkestone nach Bou- ,logne sah ich manches, was ich hier nicht erzählen kann. Ich traf schließlich in Paris ein und fand erst am nächsten Morgen in den Zeitungen die Nachricht von der Zurückeroberung von .Przemysl, die ich in London bereits 3 6 Stunden früher gelesen hatte."

Der Bergarbeiter-Konflikt in Südwales.

London, 17 Juni. (Priv.-Tel. Jndir. Ctr. Frkft.) Der Konflikt der Bergarbeiter in Südwales nimifit den üblichen Verlauf. Die Bergwerksbesttzer haben es abgelehnt, mit den Arbeitern über ihre Forderung auf 50 Prozent Kriegszulage überhaupt zu verhandeln, da die Ar­beiter bei der letzten großen Lohnbewegung bereits 17^ Pro­zent Zulage erhalten hatten und die neue Forderung von 50 Prozent Zulage eine jährliche Mehrauslage von 2 400 000 Pfund verursachen würde. Die Arbeiter antworteten mit der Einberufung von 269 Delegierten, die 133 600 Arbeiter ver­traten. Diese faßten einen Beschluß, in dem es hieß, daß die Arbeiter jede Verantwortlichkeit für den Streik ablehnen, wenn die Grubenbesitzer an ihrer jetzigen Haltung festhielten. Die Arbeiter drohen aber auch hier, mit nicht mehr und nicht .weniger als mit dem Generalstreik. Gleichzeitig lassen ssie aber durchblicken, daß sie zu weiteren Verhandlungen be­reit sind und es ist sicher, daß diese weiteren Verhandlungen auch stattfiuden werden. Am Ende werden also auch hier die -Arbeiter so ziemlich alles zugestanden erhalten, was sie ver­langen. Die Kosten des Betriebes der Bergwerke tverden aber wiederum außerordentlich wachsen, und die an und für sich schon anormalen hohen Kohlenpreise werden noch weiter

tieftet irerf hierbei!

DiaDaily Mail" teilt mit, daß während des Monats Mai die Mehrausgaben für Lohnerhöhungen 188 000 Pfund in der Woche betrugen und daß hiervon 970 000 Arbeiter profitierten. An die Bergarbeiter allein wurden während des Monats Mai 169 000 Pfund pro Woche nehr ausbezahlt.

Zur Iudenhetze m Rußland.

Wir gaben kürzlich eine Zuschrift von polnischer Seite wieder, worin es hieß, daß die antisemitischen Auf­reizungen der russischen Militärbehörden den polnischen Poli­tikern in Warschau die schwersten Sorgen bereiteten, und dann eine Ausführung desDziennik Polski" wiedergegeben wurde, die dahin ging, daß die polnische Gesellschaft mit dieser Arbeit (der Aufstachelung des Hasses) nichts gemeinsam habe. Dazu geht uns eine Erwiderung von russisch-jüdischer Seite zu, in der es heißt, daß sich dennoch der in polnischen Bevölkerungsschichten zum Durchbruch kommende Antisemitis­mus nicht wegleugnen lasse, und daß derDziennik Polski" 'nicht als maßgebend für die polnische OeffenÜichkeit be­zeichnet werden könne. Die Zuschrift führt dazu aus:An den guten Absichten des Herausgebers desDziennik" wollen wir nicht zweifeln, nur haben wir es mit der Aeußerung eines Blattes zu tun, das leider macht- und einflußlos dasteht, mit einem äußerst begrenzten Leserkreis, mit Stim- ' mungeu und Ansichten, die jetzt im öffentlichen Leben Polens 'nicht den mindesten Anklang finden. Das gelesenste und ein­flußreichste Blatt Polens ist jetzt leider dieD w a Grosz e". Dieses Blatt hat auf den erwähnten Artikel des Dziennik" dessen Redakteur verhöhnt und verspottet. Zum Unglück verhält stch die überwiegende Mehrheit der polnischen Bevölkerung mit Ausnahme der orga­nisierten Arbeiterschaft den Juden gegenüber - gerade so, wie es in denDwa Grosze" zum Ausdruck kommt. 'Es ist eine bedauerliche Tatsache, daß die russische Regierung seit Ausbruch des Krieges in ihrer Ausrottung der Juden in der einflußreichsterl und größten polnischen Partei Naro- 1 dowa Demokracja und sehr weit über diese Parteigruppierung hinaus die eiftigsteil Helfer gesunden hat. Schreiber dieser Zeilen will dabei ausdrücklich betonen, daß er den pol- -nischen Freibeitsbestrebungen seine wärmsten Sym- patien entgegenbringt."

aus der Brüsseler Straße bis auf die Höhen von Mont Saint-Jean (zwei Meilen südlich von Brüssel) zurück, wo er eine schon im Vorjahre ausgesuchte Stellung bezog. Da er inzwischen die Verbindung mit der preußischen Heeres­leitung, die ein paar Stunden unterbrochen gewesen war, »wieder angeknüpft und erfahren hatte, daß das preußische .Oberkommando ihm mit wenigstens zwei Korps Blücher .versprach sogar in, der Nacht vom 17. zum 18. Juni mit der ganzen Armee zu Hilfe kommen werde, wenn er von Na- poleorl angegriffen werde, so beschloß er, nachdem er bereits die Preisgabe Brüssels erwogen hatte, in der genannten Stel­lung stehen zu bleiben und eine Verteidigungsschlacht anzu­nehmen.

Napoleon glaubte die Preußen in voller Auflösung ,ouf dem Rückzuge nach Osten, jedenfalls aber in einer Ver­fassung, daß sie für einige Tage aus feinen strategischen Be­rechnungen ausscheiden konnten. Er hatte es daher mit ihrer Verfolgung nicht sehr eilig, um so weniger, als er in den -frühen Morgenstunden von dem Reitergeneral Pajol einen ! Bericht erhielt, der, durch oberflächliche Beobachtungen irre- gefirhrt, den ungeordneten Rückzug der Preußen auf Namur 'und Lüttich- meldete. Erst um die Mittagsstunde des 17. Juni betraute er den Marschall G r o u ch y, dem er 33 000 Marm unterstellte, mit der Verfolgung der Preußen. Da der 'erdrückenden Hitze des Tages von Ligny gewaltige Regen- 'güsse gefolgt waren, so konnte die Verfolgung, auch abge-

> sehen von ihrem späten Beginn, nur langsam in Gang gefetzt , werden, und es dauerte lange, bis Grouchy auch nur gefunden l hatte, in welcher Richtung er die Spur der Preußen zu suchen 'habe. Seine Aussendung aber war das Einzige, was Napo­leon tat, um sich gegen Ueberraschungen von dieser Seite zu sichern. Eine irgendwie ausreichende Aufklärung nach Osten

.'hin hätte ihn, da die Preußen am Morgen des 18. Juni nur

> etwa 15 Kilometer von der großen Brüsseler Straße enffernt bei und um Wavre standen, auf die große Gefahr aufmerk- i stlm machen müssen, der sein rechter Flügel bei einem Angriff

gegen Wellington ausgesetzt war.

, Auch gegen diesen wandte er sich erst zu später Tagesstunde, * nachdem er vorher noch einmal das Schlachtfeld von Ligny ' besucht und dort wertvolle Zeit verloren hatte. Als er dann ., von Ney um die Mittagszeit die Kunde erhielt, daß Wellington noch mit starken Tnchpen bei Quatre-Bras stehe, ging er , sofort nach links, um die Engländer anzugreifen, aber -inzwischen hatte auch der britische Feldherr den Stand der , Dinge erfahren und da Ney, der ihm gegenüberstand, sich nicht rührte und erst auf Napoleon» Befehl hin vorgtng. ungestört tz» Rückzug gegen BMel allgetretcr, Wtervohl Lapole«»

Grffes Morgerrölatt der Ararrkfitrler Ierlimg

Zur jüngsten amerikanischen Note schreibt Kapitän zur See z. D. v. K ü h l w e t t e r:

Me deutsche Note vom 28. Mai hatte behauptet, daß die Lusitania" bewaffnet war. Die amerikanische Antwort sagt dazu:Es wäre ihre (der amerikanischen Regierung) Pflicht gewesen, darauf zu achten, daß dieLusitania" für ein angriffsweises Vorgehen nicht bewaffnet war. . Die Regierung der Vereinigten Staaten hat diese Pflicht er­füllt" . . . Damit muß als zugegeben angesehen werden, daß dieLusitania" bewaffnet war und es wird damit der Grund­satz ausgesprochen:Handelsschiffe dürfen zu ihrer Vertei­digung bewaffnet werden." Es ist bekannt, daß England schon vor dem Krieg Handelsschiffe bewaffnet hat und Herr Churchill dazu die Erklärung aügaü, es geschehe das lediglich zur Verteidigung. Zeitlich vorhergegangen waren die Ver­handlungen der 2. Haager und der Londoner Konferenz, bei denen sich die Großmächte nicht einigen konnten, unter welchen Umstünden Handelsschiffe rechtsgültig in Kriegsschiffe Hilfskreuz er verwandelt werde:: könnten. Davon hing natürlich ab, was für Hilfskreuzer zur Anhaltung und Aufbringung von Handelsschiffen befugt waren. England und die Vereinigten Staaten wollten die Zulässigkeit in einer Weise beschränken, die weder Deutschland noch Frank­reich und Rußland annehmbar schien. So wurde der Gegen­stand von der Tagesordnung abgesetzt und es klaffte hier zwi­schen den Mächten ein Gegensatz, von dem z. B. Schramm in seiner Abhandlung überDas Prisengericht in seiner neuesten Gestalt" sagt, daß ihn nur das politische In­teresse einzelner Seemächte, ihre in dem Besitz zahlreicher überseeischer Stützpunkte begründete Ueberlegenheit nicht er­schüttern zu lassen, erklärt. So konnte man folgern, daß Eng­land, wo es seinen Standpunkt nicht durchsetzte, sich durch Bewaffnung von Dampfern, gegen Schiffe, die es nicht als Kriegsschiffe anerkannte, schützen wollte. Die Berechtigung dieser Handlungsweise ist wiederum von Deutschland von jeher bestritten worden. Daß solche Bewaffnung sich gegen Kriegsschiffe richten dürfe, war noch niemals irgendwo amt­lich erklärt; hier geschieht es, denn nach Englands Ansicht nicht rechtmäßige Kriegsschiffs schwimmen nicht mehr aus dem Ozean. Das Aeußerste, was in einzelnen Prisenordnungen versteckt austauchte, war die Zulässigkeit eines Widerstandes von Handelsschiffen unter gewissen Voraussetzungen. In der englischen und amerikanischen Literatur wird allerdings von einem Recht der Notwehr gesprochen. Ich möchte mich hierin Schramm in seinem schon genannten Werk anschließen, der ausführtDie Notwehr ist begrifflich die Verteidigung gegenüber einem rechtswidrigen Eingriff in ein Rechtsgut." Der Kriegführende handelt nicht rechtswidrig in Ausübung der Gewalt, die das Völkerrecht zuläßt, und es ist anerkannter Rechtsgrundsatz, daß die Anwendung von Waffengewalt nur den organisierten Streitkräften zusteht. Selbst Widerstand heißt noch nicht Bewaffnung. Die amerikanische Ansicht fuhrt in der Praxis notwendig zu dem Postdampfer voll Passa­giere mit Verteidigungsgeschützen. Faßt das Unterseeboot ihn: Barbaren, die das Völkerrecht verletzen und selbst das Leben unschuldiger neutraler Passagiere nicht schonen. Faßt er das Unterseeboot: Tapferer Kapitän der tapferen Handels­flotte, die England verteidigt, mit Geld, Offizierspatent, gol­dener Uhr und Diplom zu belohnen. Insgesamt klafft also hier eine alte grundsätzliche Meinungsverschiedenheit, deren Kluft aber durch die Note wesentlich erweitert wird, und die Vereinigten Staaten stützen sich hier nicht auf anerkanntes Völkerrecht, sondern vertreten einseitig ihre und Englands Auffassung.

Dr. Meyer-Gerhard in Berlin.

^ Berlin, 17. Juni. (Priv.-Tel. Ctr. Bln.) Geh. Ober- regierungsrat, Dr. Meyer-Gerhard ist derB. Z." zu­folge gestern Abend in Berlin eingetroffen, wo er im Auf-^ trage des Grafen Bernstorff dem Auswärtigen Amt über die Stimmung der Vereinigten Staaten von Amerika Bericht er­stattet.

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Untergang eines französischen Torpedobootes.

r Genf, 17. Juni. (Priv.-Tel. Ctt. Frist.) Aus Cher- burg wird gemeldet, daß das französische Torpedö- b o o t331" 6 Meilen nordwestlich von Barfleur mit dem eng­lischen DampferArleya" zusammen stieß. Das Tor­pedoboot338" suchte331" in Schlepptau zu nehmen. In­folge sehr hoher See rissen die Taue. Auch der dänische DampferSjold" .versuchte vergeblich es zu schleppen. Eine wasserdichte Zwischenwand gab nach und das Torpedoboot sank sofort. Sechs Mann kamen um.

Der Drelbundvertrag.

,(- Lugano, 17. Juni, (Priv.-Tel., Ctr. Frkft.)Secolo" verlangt die sofortige Veröffentlichung des Dreibund­vertrages durch Italien. Wahrscheinlich habe man ihn aus Rürfficht auf Deutschland nicht veröffentlicht. Da aber drei seiner Artikel von österreichischer Seite veröffentlicht wor­den seien, liege kein Grund mehr vor, den: italienischen Volk zu verheimlichen, welches Aktenstück 33 Jahre lang seine auswärtige Politik bestimmt habe. Es sei schlimm genug, daß man über das Dokument erst Authentisches erfahren habe, nachdem es außer Kraft gesetzt worden sei.

in Eilmärschen vorwärts eilte und durch seine. Reiterei Wel­lington festzuhalten suchte, gelang es ihm doch infolge des Vorsprungs, den dieser gewonnen hatte, und infolge des ab­scheulichen Regenwetters, das mehrmals losbrach und die Fel­der in einen ttefen Lehmbrei verwandelte, nicht, an die britische Hauptmacht heranzukommen. Ein kleines Nachhutgefecht bei G e n a p p e, in dem Wellingtons Reiter übrigens Napoleons Vorhut zurückwarsen, diente nur dazu, Wellington den wei­teren ungestörten Marsch bis in seine Stellung, die etwa 3 Kilometer südlich von Waterloo, seinem Hauptquartier, lag, zu ermöglichen. Erst nach Einbruch der Dunkelheit ge­langte der Kaiser auf die Höhen in die Nähe des Pachthofes La Belle-Alliance, etwa 6 Kilometer südlich von Waterloo und etwa 3 Kilomter von Mont Saint-Jean ent­fernt. Seine Truppen waren noch ziemlich zurück, und nur die Spitzen waren etwa bis auf die Höhen gelangt. Die Haupt­maste mußte in dem schrecklichen Regenwetter zu beiden Sei­ten der großen Sttaße, ohne Feuer, die dem Feinde ihre An­wesenheit verraten hätten, und ohne genügende Nahrungsmit­tel auf dem nassen Boden die Nacht zubringen. Der Kaiser war sich ganz sicher, daß er Wellington, wenn dieser seine Stel­lung behauptete, entscheidend schlagen würde. Mitten in der Nacht, um 1 Uhr, stand er auf und begab stch in Begleitung Bertrands von seinem beinahe 3 Kilometer zurückliegenden Quartier Le Caillon aus zu Fuß auf die Höhen von Belle- Alliance, um stch zu überzeugen, daß der Feind nicht abgerückt sei. Als er dies durch den Schein der Wachtfeuer festgestellt hatte, kehrte er beruhigt und in bester Stimmung zurück. Eine Meldung, daß Kavalleriepatrouillen gegen Abend starke preußische Kolonnen hätten nordwärts in der Richtung Wavre ziehen sehen, machte ihm keinen Eindruck. Er sah nur Welling­ton und den gewissen Sieg vor sich, der ihn zum Herrn der Lage machen mußte.

Den A n g r i s hatte er auf 9 Uhr vormittags festgesetzt, da ihm daran liegen mußte, dem Feind so wenig wie möglich Zeit zu dem von ihm befürchteten Rückzuge zu geben. Aber, um diese Zeit irgendwie einzuhalten, hatte er seine Armee am Tage vorher viel weiter Vorbringen müssen als es tatsäch­lich geschehen war. Es rächte sich nun der späte Aufbruch, dessen Wirkung durch das Wetter Noch verstärkt worden war. Der Anmarsch der Truppen erforderte, da nur die große Heer­straße dafür zur Verfügung stand, den ganzen Vormittag, und so war erst um 1 Uhr der Aufmarsch beendet. Der Zeitverlust war entscheidend. Denn er nahm Napoleon die Möglichkeit, Wellingion zu überwälttgen, che noch Blücher mit seinen Preu­ße» von Oste» her in den Kampf eingreifen konnte. Dormtt- ittfl tte ixx auf Bl ücher noch keine R ü ck sicht zu nch»

London, 17. Juni. (W. T. B. Nichtamtlich.) Bei dem letzten Zeppelinangriff auf die Nordostküste sind 16 Personen getötet und 40 verwundet worden.

Das Preßbüro berichtet, bei dem Angriff am 6. Juni seien 24 Personen getötet und 49 verwun­det worden.

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Me presse über Asquiths Rede.

London, 12. Juni. <W. T. B. RichlmMch.) Der Par-

lamentskorrespondent derDaily News schreibt: Asquiths Rede war voll geschickter Enthüllun­gen. Sie besagt an einer Stelle, daß Asquith in die Koali­tion hinein überredet wurde. Er widerstand dem Druck brs zum letzten Augenblick. Sein wirklicher Beweggrund war, die Verbündeten zu beruhigen, für die die Koalition b^> deutet, daß keine Neuwahlen Asquith, Grey und Lloyd George beseitigen werden. Der Parlamentskorrespondent der Daily Mail" schreibt:. Asquiths Erklärung über die Gründe für die Bildung der Koalition machte augen­scheinlich auf das Haus keinen Eindruck. DieDaily New s" sagen irr einem Leitartikel: Asquiths Erklärung über die Gründe für die Bildung der Koalition war n i cht sehr überzeugend Die wirklichen Tatsachen, die zürn Sturze der liberalen Regierung geführt haben, können jetzt nicht erörtert werden, wir stehen einer zu ernsten Lage gegen­über. Asquiths Rede läßt durchblicken, wie ernst sie ist. Das Blatt begrüßt Asquiths Worte über denfreiwilligen Dienst", die allem Gerede über einen staatlichen Zwang bei dem Mili­tärdienst und der Jndustriearbeit ein Ende machten. Die Times" sagt in einem Leitartikel: Die Rede Asquiths war oratorisch eins schöne Leistung, aber die Zeit für Reden ist vorbei, die Nation verlangt Führung und eine klare Darlegung dessen, was die Regierung zu tun ge­denke. Das wäre in diesem Augenblick mehr wert, als viele schöne Reden. Das Blatt erinnert Asquith an seine Gnild- hallrede, in der er gesagt habe, daß England das Schwert nicht in di» Scheide stecken werde, ehe Belgien alles und mehr, als es verlor, wiedergewonnen habe, ehe Frankreich ent­sprechend gegen Angriffe geschützt sei, und ehe die Militär- Herrschaft Preußens völlig und endgültig zerstört sei.

Der autzerordeMlche Pessimismus in England.

/S. London, 17. Juni. (Priv.-Tel. Indirekt. Ctr. Frkft.) DieDaily News" veröffentlicht einen interessanten Artikel von Arnold Ben nett, der sich die größte Mühe gibt, dem englischen Volke Mut zuzuspvechen und es mit dem Gedanken vertraut zu machen, daß England weder die nötige Zahl der Soldaten, noch Geld fehle, sondern nur die M u- n i t i o n, für die aber gesorgt werde. Auch wird erwähnt, daß Rumänien seine Neutralität zu Gunsten der En­tente aufgeben werde. Interessant ist der Artikel aber des- ;halb, weil er offen den außerordentlichen Pessi­mismus zugibt, der jetzt in England herrscht. Es heißt darin:Abgesehen von den Zeitungen herrscht gegenwärtig in England ein außerordentlicher Pessimismus, und zwar eine Art von Pessimismus, der überhaupt nicht in die Zu­kunft blicken will. Man sagt nicht gerade heraus, daß wir geschlagen werden, aber man geht gedrückt und ttaurig um­her, und stumme Fragen liegen in den Augen. Die Erklä­rung hierfür ist dreierlei Art. Erstens: Der Mangel an Zu­versicht und an Vertrauen, nicht allein in das Glück der Waffen der Verbündeten, sondern der Mangel an Vertrauen , in Alles. Man hat nicht die Fähigkeit des Vertrauens. Dann aber eine allgemeine tiefe Depression. So zeigte man fast keine Genugtuung darüber, als Przemysl von den Russen genommen wurde, trotzdem es voll von Soldaten und Mu­nition lvar. Ebenso zeigte man eine Gleichgültigkeit, als Przemhfl wieder durch die Deutschen genommen wurde. Der dritte Grund ist eine starke Ungeduld, die die Nerven auf­reibt."

Englische Ainanzfragen.

London, 17. Juni. (W. T. B. Nichtamtlich.) Der Daily Telegraph" schreibt: Die City wird über die außerordentliche V e>rmehrung der Kriegs­kosten jedenfalls überrascht sein. Die Frage ist, wie viel die Regierung der B a n k v o n E n g l a n d an Vorschüs­sen schuldet. Asquith hat das ungesagt gelassen. Anschei­nend lieh die Bank der englischen Regierung 4 0 Millio­nen Pfund und den Alliierten auf Rechnung der eng­lischen Regierung erheblich mehr. Augenblicklich deckt die' tägliche Begebung von Schatzscheinen die Kriegskosten nicht; es ist klar, daß im Juli eine sehr große An­leihe ausgenommen werden muh.

Englische Skaatsemnahmen.

V London, 17. Juni. (Priv.-Tel. Indirekt. Ctr. Frkft.) Die Ei n n a h m e n d e r e n g l i s ch e n Regierung be­trugen vergangene Woche Lstr. 2,57 (i. V. 2,76) Mill. Außerdem ergaben stch vergangene Woche aus der Placierung von S ch a tz w e ch s e l n Lstr. 12,48 Mill. Die Ausgaben be- ttugen Lstt. 20,32 (i. V. 2,25) Mill. Das Regiernngsgut- haben ging um Lstt. 5,07 Mill. auf Lstr. 106,15 Mill. zurück.

men braDen. Als er aber um 1 Uhr seine Angriffskolonnen vorrücken lassen wollte, gewahrte er im Osten auf der Höhe von St. Lambert bereits dunkle stch in der Richtung auf das Schlachtfeld bewegende Linien, über deren Bedeutung er bald durch einen gefangen genommenen preußischen Patrouil- lenretter aufgeklärt wurde. Es war das Korps Bülow, das sich in einer Entfernung von etwa einer Meile sammelte und seinen rechten Flügel bedrohte.

Aber auch jetzt noch hielt er einen Sieg über Wellington vor. dem Eingreifen der Preußen für möglich und sogar für sicher. Man meint den Schritt der Schicksalsgöttin zu verneh­men, wenn man sieht, wie der gewaltige Kriegsmann, der das Glück in so vielen Schlachten an seine blutigen Fahnen ge­fesselt hatte, in immer erneuten Anstürmen seine Infanterie, dann seine Reiterei, zuletzt seineunbesiegbaren" Garden einsetzte, um den Kriegsgott zu zwingen, ihm gnädig zu sein; wie aber sein Arm von Anfang an gelähmt war, weil nun doch die zu spät erwachte Sorge um seinen rechten Flügel ihn zwang, 10 000 Mann seiner besten Kräfte ungenützt zurückzu­halten und später weitere 5400 Mann seiner Garde nach dieser Seite zu werfen; wie eben diese Sorge seine Aufmerksamkeit gerade in dem Augenblick von der englischen Schlachtreihe ab­lenkte, da in deren Mitte infolge seiner mit grimmiger Uner­müdlichkeit fortgesetzten Angriffe bereits eine kilometerbreite Lücke klaffte; und wie schließlich der letzte Stoß seiner Garden sich brach und in einem wilden Strome zurückflutete, weil der kühne Soldatenkaiser innerlich erschüttert bei diesem Aeußer- sten doch nicht mehr gewagt hatte, seine Kräfte bis zum letzten Rest einzusetzen, vielmeür drei- oder viertausend Mann Gar­den ein fruchtloses Bemühen für die Deckung des Rück­zuges aufgespart hatte.

Die letzte der napoleonischen Schlachten ist die am meisten dramatische, man könnte sagen, die heldenhafteste. Nicht nur in dem, was in ihr auf dem Spiele stand und ver­loren wurde, sondern auch in der Art, wie sie ans gefachten wurde. Ans zwei etwa je eine halbe Meile langen Höhen­rücken, zweitausend Schritte von einander entfemt, standen, durch eine lang hingestreckte Talmulde getrennt, die beiden Schlachtreihen einander Auge in Auge gegenüber, in einer ähnlichen Stellung, wie sie die deutschen Ritter bei Tannen­berg den Polen gegenüber eingenommen hatten. Hinter der Mitte der englischen Stellung lag Mont Saint-Jean, hinter der Mitte der ftanzöstschen der Pachthof La Belle- Alliance, beide an der großen Sttaße nach Brüssel. Unten im Tal, von Truppen Wellingtons besetzt, lagen vor dessen Front die Meiereihöfe Hougomont im Westen, La Haye Satttte ist bet Mitte und ist Osten Mt ffVifgr 2t

_ Arertag, 18. Irnri 1918

Der Anschlag gegen bas Karlsruher Aesideuzschlotz.

Wie die amllicheKarlsruher Zeitung" meldet, teilt das Wolffsche Telegraphenbüro über den ruchlosen, nach dem Ge­ständnis des französischen Bulletins den feindlichen Fliegern mit voller Absicht anbefohlenen Ueberfall auf das Residenzschloß des Großherzogs von Baden noch folgendes mit:

Vor. dem Großherzoglichen Schloß wurde eine Bombe heraügeworfen, durch welche etwa 70 Fensterscheiben zer­trümmert wurden. Allein in den von Ihrer Majestät der Königin von Schweden bewahnten Räumen wurden elf Scheiben zerstört. Ein Bombensplitter drang eines dieser Zimmer. .

Eine Bombe fiel in den Garten des Großherzoglichen Palais und explodierte in der Nähe des Küchenbaues, wobei einem Bediensteten ein Splitter durch die Mütze drang. Auch zahlreiche Fenster des Küchenbaues wurden zertrümmert.

Eine dritte Bombe siel auf das Palais des Prin­zen Max, durchschlug das Dach und explodierte. Teile der Bombe blieben in der Decke zwischen Bodenraum und einem bewohnten Zimmer stecken." ;

B Karlsruhe, 17. Juni. (Priv.-Tel.) Der Groß-' h erz o g hat heute vom Kriegsschauplatz aus folgendes Tele­gramm an den Oberbürgermeister^gerichtet:Der Kaiser telegraubiert mir seine tiefe Empörung über beni ruchlosen Angriff auf das liebe Karlsruhe. Die armen, un­schuldigen Opfer der Bürgerschaft, mit der er sich in Leid und, Freud verbunden fühle, haben ihn sehr betrübt. Ich freue mich. Ihnen diese warmempfundene Teilnahme unseres! Kaisers mitzuteilen. Friedrich, Großherzog." Der Ober­bürgermeister hat daraufhin den Großherzog telegra-^ phisch gebeten, dem Kaiser für diese Kundgebung warmen Mitgefühls den Dank der Karlsruher Bürgerschaft zu über­mitteln,

Zlalieu.

m Mailand, 17. Juni. (Priv.-Tel. Indirekt. Ctr. Frkft.) ^ Aus Rom wird demSecolo" gemeldet Marconi habe' das Kriegsministerium ersucht, als Unterleutnant den Genie­truppen zugsteilt zu werden. Er wird in die gegenwärtig in Florenz stehende Telegraphsnbrigade erngereiht werden.

Mailand, 16. Juni. (W. T. B. Nichtamtlich.)Cor- riere della Sera" meldet: Ein Schweizer namens Bür gi ist wegen Uebertretung des Pressegesetzes vom 23. Mai 1915 vom Ntailänder Gericht zu einem MoMt Ge­fängnis und 100 Lire Geldbuße verurteilt worden. Bürg! brachte eine Nummer einer Zürcher Zeitung nach Italien.

Die ^Erlösung- Welschlirols.

u Jmrsbruck, 17. Juni. (Priv.-Tel., Ctt. Frkft.) Der k om- m a n d i e r e n d e General der ins obere Vallarsatal eingedrungenen italienischen Truppen erließ an' die Bevölkerung einen großsprecherischen Ausruf, worin es heißt: Ihr gehört nunmehr zu der großen Familie, die eure Sprache spricht, und durch Jahrhunderte alte völkische Bande mit euch verbunden ist! Lasset von den Häusern die Trikolore wehen! Das fremde Joch, dem ihr unterworfen ward, hat aufgehört. Habt Zutrauerr zu der neuen Regie­rung und zu den neuen Behörden, zeigt den Truppen Ent­gegenkommen ! Im gegenteiligen Falle werden bie strengsten Strasen angewendet.

Mareoms romantische Heimreise.

t Amsterdam, 17. Juni. (Priv.-Tel., Ctr. Frkft.) Das Allgemeine Amsterdamer Handelsblatt" veröffentlicht nach derNew Tribüne" eine eigenartige Erzählung über die Vorsichtsmaßregeln, die Marconi getroffen haj/ als er an Bord des SchiffesSt. Paul" nach Italien fuhr. Angeblich war dem Schiffe gesagt worden, daß es durch Unterseeboote verfolgt würde, die absolut Herrn Marconi anläßlich-der wichtigen Stellung, die er als Ober­befehlshaber des drahtlosen Telegraphensystems in Italien einnehme, gefangerr nehmen wollten. Der 3tame Marconi wurde nicht in die Passagierliste des Schiffes eingetragen, und es lvar unter den Reisenden ein stilles Uebereinkommen getroffen worden, unter jeder Bedingung, falls das Schiss durch Unterseeboote angeyalten würde, Marconi zu ver­leugnen. Marconi kleidete sich derart, daß er sich jeden Augenblick in den tiefen Räumen des Schiffes verstecken konnte, und zwar so, daß ihn, nach Aeußerung des ersten Maschinisten des Schiffes, selbst der Kommandant des Schiffes nicht hätte finden können. Als ein Konzert an Bord des Schiffes gegeben wurde und irrtümlicherweise der Name Marconi auf dem Programm verzeichnet lvar, zerrissen sämt­liche Passagiere in stilleni Uebereinkommen das Programm. Das Schiff fuhr lnit größter Schnelligkeit, nur um Herrn Marconis Leben zu sichern. Als das Schiff in Liverpool ankerte, erzählte der Kommandant, daß tatsächlich ein Unter­seeboot die Verfolgung bis in den Hafen Mersey durchgc- führt habe.

Neue Internierungen in England.

London, 17. Juni. (Priv.-Tel. Indirekt. Ctt. Frkft.) DieDaily Mail" teilt mit, daß demnächst alle noch in Lon-> don anwesenden 17 000 feindlichen Fremden, von denen gegenwärtig nur eine kleine Zahl interniert ist, in zwei neu errichteten Internierungslagern untergebracht > lverden. Die Rückbeförderung von etwa 1500 deutschen Frauerl nach ihrer Heimat ist inzwischen erfolgt.

Haye, Smohain und das Dorf Frichermont. Durch den Talgrund hindurch gingen die französischen Angriffe deli jenseitigen Hang hinauf rrach Mont St.-Jean, wo sie an den Linien deseisernen Herzogs", die mehrmals schwer - er­schüttert sich immer wieder aufs neue schloffen, zerschellten. Schon der Verzicht Napoleons auf jede Umfassung an den Flügeln, der rein frontale Angriff, fteilich in der Hauptsache dem Mangel an Zeit entsprungen und auch sonst napoleonl- scher Kriegskunst nicht fremd, wirkt wie ein Znrückgreifen auf 5lampfmetyoden der im Heldenlieds gefeierten Vorzeit- Heroenhaft ist der gewaltige Schwung, mit dem die Kolonnen Erlons, Reilles, die Reitergeschwader Neys, Milhauds und Kellermanns die Höhe nach St. Jean hinaufftürmen, tief in die feindlichen Reihen eindringen, um, zurückbrandend, immer aufs neue gegen den eisernen 'Wall vorzubrechen, bis nur noch Trümmer von ihnen in das Tal zurückfluten. Heroenhaft ist auch die finstere Ruhe, mit der die alte Garde, als schon die Schatten lang geworden sind, und vom rechten Flügel der Franzosen und halb von ihrem Rücken her, von Frichermont und Plancenoit, immer drohender und lauter die preußischen Kanonen herüberkrachen, das Tal des Todes durchschreitet, um den letzten Sturm gegen die feind­liche Höhe zu laufen. Und wie sich dann, aw sie durch den Eisenhagel hindurch, immer mehr zusammengeschmolzen, den Höhenrand erreicht. Tausende von Rotröcken vor ihr vom Boden erheben, um sie mit einem entsetzlichen Feuer zu zer^ schmettern, da würde die Phantasie der Alten geglaubt haben, Pan selbst habe die feindlichen Reihen geordnet. Selbst das derb zynische Soldatenwort, mit dem General Caw" b r o n n e nach der Legende aus einem Viereck der Garde heraus die Aufforderung des englischen Generals Hak" kett zur Uebergabe abgelehnt haben soll, erinnert mit sei-' nem unbesiegten Trotz an längst verklungene Heldenmären.

Aber nicht auf der französischen Seite allein sind diese Züge zu finden. Die eiserne Ruhe Wellingtons und seiner Linien, die unterschütterlich all diesen Stürmen stand" halten, die lakonische Kürze, mit der der Herzog seinen Schlachtplan in die zwei WorteDie Nacht oder dl< Preußen" zusammenfaßt, der unbewegliche Gleichmut, nru dem er in dem gefährlichsten Moment der Schlacht auf ^ ie : Frage, was man tun solle, wenn ihm etwas Menschliches be­gegne, kalt antwortet:Aushalten bis zum letztm Mann, stellen sich der stolzen Größe der geschlagene« Franzosen würdig an die Seite.

Die wahren Bollsivecker de» Geschicke» de» einstige» beherrschers aber waren doch die Preuße«. Zwei TE

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