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Ziellen britischen K o ntrolleur ihr« Buch« und. «ihre Geschäftskorrespondenz auszulirfern und die
sen • Kontrolleur mit ihrem eignen norweg i s ch e n Melde zu bezahlen! Und dies verlangt, wie „Morgrn- Madet" schreibt, die britische Negierung nicht nur pon den norwegischen Konservenfabrikanten, sondern
u. a. auch von hiesigen Reperbahnen. DaS Blatt spricht weiter von der Schmach, die Norwegen sich bisher widerspruchslos antun lieh durch eine Legion neuangestell- ter, von England ausgesandter Vizekonsuln, sogenannter '„Hsndelsattachäs", und, wie das Blatt wörtlich schreibt, -»von Spionen verschiedener Art". Leider hätten sich viele nor- Iwegische Kaufleuts allruviel von diesen Herrschaften bieten /lassen. Wenn das Blatt nicht speziell von englischen Sendungen spricht, sonder» auch Deutschlands Namen nennt, so Hat es dies gewiß nur aus neutraler Höflichkeit getan. Denn weder hat Deutschland jemals von der norwegischen Handelswelt die Unterschrift derartiger Erklärungen» swie sie England den norwegischen Exporteuren vorzulegen 'wagt, verlangt, noch gefördert, daß die norwegischen Expor- fteuch einen von Deutschland ernannten Kontrolleur zulassen 'oder bezahlen sollten. Auch hat die deutsche Regiemng in seinem Falle ihre bisherigen Wühlkonsuln in Norwegen, die 'norwegische Staatsbürger sind, entlassen und durch deutsche ReichSangchörlge erseht, noch hat sie Skandinavien mit Han- fdelsattachäs und anderen „Spionen" überschwemmt. Wühl aber hat England sowohl in Bergen, Krlstmnksand, Stavnn- fier, Trondhjem usw. neue Vizekonsuln angestellt, die sämtlich lEwzMnder sind, und in vNtn Fällen, ich nenne die «Orte Kcistiansfand und Stavanger, die früheren Konsuln, weil sie norwegische Staatsbürger sind, ent- Iqtffcn und dafür Engländer eingesetzt. All dies geschah unmittelbar Kriegsausbruch. Daß sich augenblicklich mindestens doppelt soviel britische Konsuln tn Norwegen brftndrn, wie vor Kriegsbeginn, ist eine Tatsache, auf 4>ie hier bereits des öfteren hingewiesen wurde. Ganz gewiß ,lässtn sich die norwegischen Kaufleute diese englischen Send- liüae nicht gern gefallen, aber diese Herren tragen einen osMellen Titel, sie müssen also im Lande geduldet werden, wenn auch ihre Tätigkeit oft herzlich wenig mit der eines ^Korrsüls zu tun hat, was man am besten konstatieren kann, «wenn man Gelegenheit hat, sich z. B. in K r i st i a n s s a n d ^Anhalten. Dort wird man allerwärts einem blassen, schlanken. Herrn begegnen, meistens im Hafen, wo er jedes Kollo MMMelft in dew Geschästskontoren, in den Fabriken, wo er GjMHr in die Geschäftsbücher verlangt usw., und immer mit distent kleinen schwarzen Päckchen bewaffnet, das er nicht aus der Hand läßt. Dieser Unermüdliche, von dem ich die merk- würdMen Dinge erzählen kann, ist der königlich englische VtzekbnsUl in Kristi ans fand, und es gibt viele in Kristians- ‘fcrirfc die ihm im geheimelt einen anderen Titel gegeben. In -NoLveßeNs Häfen findet mau viele seiner Art. .
! Diese Zustände meint „Morgenbladet", wenn es folgenden SstßscÄfzer von sich gibt: Man sieht, „daß wir bereits weit 'auf die schiefe Bahn gekommen sind, die unser Land zu der 'StMprg eines Portugal oder vielleicht gar eines Aegypten hlnehführl . . . *
Es ist bezeichnend für die Art, wie verschieden die einzelnen Krii^sührenden mit Norwegen umgehen, wenn man die Lrtftlche Verdrehung der Tatsachen im Falle „Arp" mit der bxufl^n Verbalnote der deutschen Regierung anläßlich des Falles „Swein Jarl" vergleicht. Hierin erklärt dir deutsche Regierung, an Hand des vorliegenden Materials hcche sich herausgestellt, daß „Svein Jarl" mit einem bisher .iiNbHkannten Schiffe identisch sein müsse, das in der gleichen Pamt von einem II-Boot torpediert worden fei, in der „Svein IM" umkam. Das Unglück sei nur deshalb möglich gewesen, steil entgegen den Wehenden Vorschriften das betreffende; Schiff mit ungenügenden Lichtern, die ein Erkennen der ,Nationalfarben 'unmöglich machten, gefahren sei, weshalb das deutsch» 17-Voot den Dampfer für ein feindliches Schiff habe halten müssen. Die deutsche Negierung hat sich aber trotzdem bereit erklärt, der norwegischen Regierung vollen Schadenersatz für das. Schiff und die dabei bedauerlicherweise umgekommenen Menschenleben auzubieten, als einen Beweis der freundschaftlichen Gesinnung, die Deutschland für das norwegische Volk hegt.
Torsverwendung Ln Dänemark.
« Kopenhagen, 13, Septvr. (Priv. - Tel., zens. Frkst.) '„Politiken" teilt mit, oaß aus Aufforderung des dänischen LandwirtschaftsminiftcriumS die großen Torfmoore Jütlands und Seelands wahrend der letzten Monate sachgemäß behandelt und die Torffabrikation durch Anwendung neuer Mcsschincn derart ins Werk gesetzt worden fei, daß der Torf eine regelmäßige und feste Form bekomme und durch Pressen beinahe vollständig vom Wassergehalt befreit werde. Größere Mengen Torfs sollen durch dar neuerrichtete städtische Torflontor in Kopenhagen billig verkauft werden. Untersuchungen durch die staatliche Prüfungs anstatt ergaben eint geringe Feuchtigkeitsmenge und großen Heizwert des Txrfs. Während die Kohlen-- und Kokspreise aufs Doppelt« Liegen,Liegen die Torspreise Nur um 25 Prozent. Man hofft, der KMen- und Kokskalamität durch Verwendung von Torf erfolgreich entgegenzuwirken.
' Berlin, 18. Septbr. (W. T. B. Nichtamtlich.) Der ,„NeichSanzxiger" veröffentlicht die Bundesratsver- n rum um gen vom 16. September über die Regelung des Absatzes von Erzeugnissen der Kartoffteltrocknerei ,n. i w.
- SBgnt, 18. Septbr. (SB. T. B. Nichtamtlich.) Das SchrEzer Militärdepartement hat ab 20. September den (83« r.kaxrf s p re rs ftrr 100 Kilo We4ze n auf Frs. 37.50, statt wie bisher 40 Frs., den für Me hl auf 46 statt 48.75 und für H aft r auf 33 stcG M M. MMM-
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' Mmählich bildete sich im Familiemat die Ansicht heraus: 'bei der unrastigen Umgebung, den Zerstreuungen der Großstadt und der starken Geselligkeit deS Elternhauses könne ein .Knclte von Erwins Veranlagung nicht gedeihen. Die Eltern 'empfanden diese Erkenntnis als eine Art Befreiung; sie er- ^Abjgten sich nach irgend einem gut geleiteten Gymnasium iUder Provinz, wo Erwin den Unterricht genießen und iwoer .Familie eines Professors wohnen könnte. Es war ihnen, .wie namentlich M Mutter versicherte, ein Opfer, ihren Aelte» .stan von sich zu kaffen. Aber die Rücksicht auf sein Wohl gab /natürlich den Ausschlag.
So rcnn Erwin, noch nicht fünfzehnjährig, in die stille iMitLtzldeutrche Stadt.
Er hatte sein« hochmütigste Miene aufgesetzt, entschlossen, mit dem Maßstab überlegener Kritik alles und jedes zu .tKeflcnt. Nicht, daß er nicht gern von daheim fortgegangen wäre! Es galt nur, den guten Leuten hin gleich zu zeigen, ,daß ihm nicht leicht zu imponieren sei!
! Aber da stand an der Tür eine junge schöne Frau, in einer Kleidung, die man gar nicht auf ihre Kostbarkeit beurteilen konnte — so anmutig sah sie darin aus! „Simplex munditm" — müßte Erwin denken, mit dem Ausdruck eines trömischen Schullyrikers, in dem er Lei einer vorzeitigen Ent- dsckuilgKrei.se allerhand Verwundersames gesimden hatte: 'Zarthmten und Derbheiten, die ganz jenseits der Schul- ffphären lagen.
' Di« Junge, Schöne streckte ihm die Hand hin; ihr erstes Wort lautete: „Herzlich willkommen bei uns!"
, Und Erwin wußte nichts zu sagen, sondern küßte ihr 'nur linkisch die Hand. Es war, als habe er mit dieser unwillkürlichen Gebärde von vornherein seine Unterwerfung bessegelt.
| Frau Diky Tiedemann merkte nicht, wenn er den Blasierten und den Skeptiker zu spielen versuchte. Sie ging darüber hinweg, oder wenn sie es gewahrte, lachte sie ihn einfach aus. 'Dinge, die er daheim als unerhört empfunden hätte, muiete sie ihm. zu wie etwas Selbstverständliches. Vier Wochen war -er im Hause, da rief sie ihn an. ihr den Korb mit Bohnen zu tragen, die sie im Garten selbst geerntet hatte. Und als er Zögerte, machtSMe ihm «me tiefe Verbeugung — so einen Knicks aus der Biedermeierzeit — und bctt: „Will der Herr Sekundaner vielleicht die. Huld uttb HerablLssung haben, den Korb zu Nehmen? Mir ist er nämlich zu schwer." i Er nahm ihn, natürlich ! Und ein paar Tage, später, wohl zur Belohnung, rief ihn die junge Frau in die KÜtze,-Erwin,^
Drittes ZKorgenSralL der MaulLfurker ZeLknug
Der Reichsausschuß für Sriegsbeschädigkeu- fürsorge.
Berlin, 17. Septbr. (W. T. B. Nichtamtlich.) Im Lan- deshaus der Provinz Brandenburg ist (wie bereits kurz gemeldet wurde. D. Red.) Donnerstag nachmittag in einer Versammlung von Vertretern der deutschen Bundesstaaten ein R e i ch s a u s s ch u ß für Kriegsbeschädigten- fürsorge gegründet worden. Als Kommissar des Reichs- amts des'Innern wohnte Geheimer Regirningsrat Klehmet der 'Besprechung bei. Landesdirektor v. Winterseldt begrüßte die Vertreter der Bundesstaaten und teilte mit, daß am 25. August >d. I. im LandeZhaus eine außerordentliche Konferenz der preußischen Landesdirettoren getagt habe, in der die Einrichtung einer preußischen Geschäftsstelle für KriegZ- beschädigtenfürsorge einstimmig beschlossen worden sei. Dabei sei auch zur Sprüche gekommen, daß der sächsische Staatsminister Graf v. Vitzthum die Anregung gegeben habe, unter Heranziehung aller deutschen Bundesstaaten einen Reichsausschuß für LkriegÄbeschadigtenfürsorge zu gründen. Nachdem der preußische Staat als seine Vertreter in dieser Frage die Provinzen Westfalen, Pommern und Brandenburg bestellt und den Vorsitz der Provinz Brandenburg übettragen habe, sei diese Versammlung einberufen worden, um die dankenswerte Anregung zur Begründung eines Reichsausschusses zu verwirklichen.
Der Landeshauptmann der Provinz Westfalen, Dr. von H a m m e r s ch m i d t, sprach dann über das einheitliche Zusammenarbeiten der einzelnen provinziellen und bundesstaatlichen Organisationen. Ein besonderes Augenmerk sei der Aufklärung über die Kriegbeschädigtenfürsorge durch dis Tagespreise und der Befriedigung des Unterrichtungsund /Lesebedürfnisses der Kriegsbeschädigten selbst durch eine gemeinsame Zeitschrift für das ganze Reich zu widmen. Der Redner empfahl außerdem, eine wissenschaftliche Fachzeitschrift für die gesamte Kriegsbeschädigtenfursorge zu schaffen. Eine besondere, reiche Arbeit werde dem Reichsausschuß auf dem Gebiete der Gesetzgebung und Verordnungen erwachsen. Der einstimmige.Beschluß des Reichstages, eine Zentralstelle für die Kriegsbeschädigtenfürsorge von Reichs wegen zu gründen, sei von der ReichZregieruna nicht durchgeführt worden, weil diese gegen dir Zentralisierung durch das Reich selbst Bedenken erhob. Das Bedürfnis, einen Mittelpunkt für die Kriegsbeschädigtenfürsorge ganz Deutschlands zu schaffen, sei aber vorhanden und der natürliche Weg hierzu sei ein engerer Zusammenschluß der in der Arbeit stehenden einzelstaatlichen Organisationen. Aus allen diesen Gründen empfahl der Redner die Gründung eines Reichs- ausschuffes für Kriegsbeschädigtenfürsorge, in dem jede bundesstaatliche Organisation eine Stimme haben solle.
In der Besprechung, die sich an den Vortrag schloß, kam übereinstimmend die MeiMng zum Ausdruck, daß es notwendig sei. die einzelnen bundesstaatlichen Ausschüsse für Kriegsbeschädigtenfürsorge im Deutschen Reich einheitlich zusammenzufassen. Der Gedanke, zu diesem Zweck einen Reichsausschuß ins Leben zu rufen, wurde von den Vertretern . der bundesstaatlichen Regierungen und Ausschüssen für Kriegs-Jnvalidenfürsorge warm begrüßt. In diesem Sinne sprachen Geh. Reg.-Rat Dr. Dietz für Hessen, Oberreg.-Rat Dr. Schweyer für Bayern. Wirkt. Staatsrat v. Kern für Württemberg, Geh. Rat v. L3 elck für Sachsen, Staatsminister Dr. Laue für Anhalt, Ministerialrat Dr. Ritter für Baden, Geh. Ministerialrat K icn b t für Mecklenburg-Schwerin, Senator H o lthu fen für Hambmg, Senator H i l d eb ra n d t für Bremen, Oberreg.-Rat N e Y-- naber für Vraunschweig, Senator Dr. v. Mehren dt für Lübeck und Regiemngsrat A b r y für Lippe-Detmold. Die Versammlung beschloß darauf einsümmig die Gründung eines Reichsausschusses der Kriegsbeschädigtenfürsorge (Hauptversammlung der einzelstaatlichen Organisationen) als anregende, beratende und begutachtende Stelle und' trat dann als solche zum ersten Mal zusammen. Der Reichsausschuß wählte zum Vorsitzenden den LandeSdirettor der Provinz Brandenburg, v. Wi n ter fe-l d t. Di« Versammlung wählte ferner einen Reich sarb elts aus schuß der .Kriegsbeschädigtenfürsorge, bestehend auS>je zwei Vertretem der norddeutfchm, mitteldeutschen und süddeutschen Staaten und entsandte in diesen je einen Vertreter von Preußen, Mecklenburg, Sachsen, Hessen, Bayern und SVürttemberg. Diesem ReichsardeitSausschuß wurde weiter das Recht der Zuwahl verliehen, ebenso das Recht der Bildung von Sonderausschüssen aller'Art. Er hat semer die Befugnis, eine ReühSgeschäftsstelle einzutichten und die dafür erforderlichen Kosten durch Umlagen auf die Kriegsbeschädigtenfürsorge- Organisation der angeschloffenen Bundesstaaten nach Maßgabe der Bcvölkerungszahl zu verteilen. Der Arbeitsausschuß erhielt die Befugnis, eine Geschäftsordnung für sich selbst und eine solche für den Reichsausschuß (Hauptver- samytlung) zu beschließen.
Krieger-Wikwen und -Dalsen.
Auf der Tagung „Soziale Fürsorge für Krieger-Witwen und -Waisen" wurde aus Vertretem der fiihrenden Zentralocganisationen ein „Arbeitsausschuß der Krieger-Witwen- und -Waisenfürsorge" gebildet. Aus seinen etwa 50 Mttgliedem wählte dieser Hanptausschuß einen Unterausschuß mit der Befugnis zur Anstellung einer Geschäftsftchrung. Die Leitung des Unterausschusses übemahm Professor Dr. E. Francke. Der Arbeitsausschuß hat seinen Sitz in Berlin 8. W., Bernburgerstr. 24/25. Die Geschäftsführung leitet Frl. Helene Simon. Der Arbeitsausschuß der Krieger- Witwen und -Lsialsenfürsorge ist in der Hauptsache gedacht als Au-skunfts- und Beratungsstelle für alle Fragen der Kriegshinterbliebenenfürsorge.
mögen Sie gem rohen Kuchenteig? Hi« meine große Vack- schüssel, die dürfen Sie aus schlecken!" Erst regte sich empörte Abwehr in ihm; aber die vergaß er über dem Lächeln der Frau. Sie hatte Atugen von zättlich warmem Braun, in denen, wenn sie lachte, goldene Lichter aufblitzten. Da kostete « von den Teigreften in der Schüssel; und sie schmttkten ihm so gut, daß er sie rein ausaß.
„Er ist ein lieber Junge!" — war Vikys Meinung von ihm.
Dieser ihr fester Glaube wirkte so stark auf ihn, daß er den lieben Jungen, der er teilweise war, wirklich in sich entdeckte und herauskehrte. Die Engigkeit der Zucht daheim hatte das eine Gute gehabt, ihn innerlich kindhaft zu erhalten. Seine Herrenmanieren, die nur äußerlich gewesen waren, fielen von ihm ab; er, der sich viel damit gewußt hatte, als « in Obertertta zum erstenmal mit „Sie" angesprochen wurde, bat nach kurzer Zeit die Zieheltem um das vertraulichere „Du". Er ward ein betulicher Haussohn, ritterlich gegen die junge Pflegemutter, respektvoll gegen ihren Mann. Den hielt er freilich für einen Spieß«; aber es wäre ihm nicht möglich gewesen, ihm in Vikys Gegenwart unartig zu begegnen. Auch war, trotz seiner wunderlichen Pedantenmanieren, der Professor Tiedemann entwaffnend durch eine wehrlose Gutherzigkeit. Erwin wußte bisweilen nicht: war das ein Mangel, dies duldende Hinwegsehen über äußere Dinge und Geschehnisse? Oder war es das Zeichen einer gewissen inneren Ueberlegenheit?
Freilich, die Lust am Lernen brachte Tiedemann seinem Kostgänger nicht bei. Erwin blieb ein schttchter Schüler, bis nach ein paar Mdnaten der neu bestallte Lehrer für Deutsch, Latein und Geschichte, Dottor Pfeil, sein Amt antrat.
Da vollends begann eine wunderschöne Zeit.
Der junge Pädagoge mit der militärischen Haltung und den hellen Augen bemerkte den schlgff und träumerisch in der Bank hockenden Jungen. Und setzte seinen Ehrgeiz darein, ihn munter zu machen.
Die Klasse war nicht so groß; so konnte auf den einzelnen geachtet werden. Wie Doktor Pfeil es verstand, den Anteil Erwins rege zu hallen, ihn dahin zu bringen, daß er unverwandt, gespannten Blickes an seinen Lippen biug! Für vnfehlte Arbeiten tadelte er ihn nie in beschämender Weise, sondern wußte ihn anzuspomen. „Aber Richter, so was sollte Ihnen nicht geschehen! Ich weiß doch. Sie konncn es besser." Wie Frau Tiedemann das Wollen, so setzte er bei Erwin das Können voraus. Und,Erwin entdeckte,- wie zuvor die Kräfte
Deutsche Hilfstätigkett in der Schwei).
-Q- Dem 51. Jahresbericht des Verbandes deutscher Hilfsvereine in der Schweiz» den der Vorsitzende des Vorortes Zürich, Professor Dr. Arnold Meyer auf der Jahresvnsammlung zu Bern erstattete, entnehmen wir folgendes:
Der Verband, bet sich im letzten Jahrhundert recht stetig entwickelt hat, umfaßt gegenwärtig die Hilfsvereine Aarau, Basel, Bern, Biel, Ehaux-de-Fonds, Chur, Einsiedeln, Freiburg, Genf, Lausanne, Lugano, Lüzern, Montreux/ Neuenburg, Olten, Norschach, Solothurn, Schaffhausen, St. Gallen, Vevey, Winterthur und Zürich, zusammen 22 V«eine. Die Mitgliederzahl ist von 3670 auf 3810 gestiegen. Die Einnahmen aus Mitgliederbeiträgen haben sich von 31 632,75 Frs. auf 34 321,52 FrS. vermehrt. Am deutlichsten zeigt sich die Hilfsbereitschaft d« Deutschen in der Schweiz in der gewaltigen Zunahme b« Einnahmen durch Spend en und Sammlungen, auf 169 319 Frs. im Jahre 1914 gegen 31961 Frs.' im Vorjahr. Die GesamtauSgaben für Vorort und Vereine betrugen 214 689,58 Frs. (102 663,75 Frs. mehr). Unterstützt wurden 20 309 Personen, 9094 mehr als im Vorjahr, darunter 2350 Oesterreich«. Für Familiennot gaben die Vereine 115463 Frs. aus, die heimischen Behörden spendeten 52100 Frs. Sehr zugenommen haben in diesem Jahre naturgemäß die Reiseunterstühungen, nämlich um 10806 Frs. Für Krankenpflege wurden ausgegeben 3711 Frs. gegen 1192 Frs.
Zu dies« Arbeit bet Vereine ist infolge des Krieges die ihnen von den deutschen Konsulaten übertragene Auszahlung der staatlichm K r i e g s n n t e rstü tz u n g und der sogen. Reich snothilfe getreten. D« Hilfsverein Zürich, unterstützt von den Vereinen St. Gallen, Winterthur, Ror- schach, Schaffhausen, Neuhausen und Einsiedeln, besorgt die Auszahlung für den. Konsulatsbezirk Zürich, d« 10 Kantone umfaßt. Die hierzu «forderliche Summe bettägt für den Konsulatsbezirk Zürich zur Zeit monatlich etwa 500 000 Frs., für die ganze Schweiz monatlich etwa 800 000 Frs.
Der Kriegsunt«stützung zur Seite steht die Reichsnothilfe. Durch den Kaiserlich Deutschen Gesandten in Bern wurde d« Vorort und der V«b.and dn Hilfsvneine bald nach Ausbruch des Krieges mit ber Ausrichtung ein« Unterstützung an solche Familien beauftragt, dnen Ernährer nicht im Kriege ist, denen ab« durch die Kriegslage Arbeit und V«dienst ab geschnitten-öd« bedenttich vermindert worden, ist. Die für diesen Zweck zur Verfügung gestellte Sunune beträgt monatlich 40 000 Frs. Wach und nach sind alle Hilssv«eine in diese Arbeit «ingetreten. Die Anforderungen an diese Mittel sind natürlich nach den vnschiedenen Orten sehr verschieden. Im ganzen sind bis heute aus d« Reichsnothilfe etwa 300 000 FrS. teils verausgabt, teils den einzelnen Vereinen vorgeschossen.
Besonders anzuerkennen ist auch die Tätigkeit der einzelnen Hilfsvereine und die Gebefteudigkeit ihrer Mitglieder; nicht zum wenigsten zeichnet sich darin d« Zürich« V«° ein aus.
---- D«Nn. Bei den preußisch-hessischen Eisenbahndirek- tionen werden zurzeit Ermittlungen angestellt, welche Arbeiterstellen mit Kriegs- oder Eisenbahninvaliden besetzt werden können. Es kommen beispielsweise Kehr«, Lampenputzer, Avisboten, Hilfsbureaudjener, Torwächter, Hauswart«, Fahrkartensortierer, Aktenheft« usw. Schranke nw är ter v o st en sollen dagegen nach wte vor mit noch rüstigen Männern oder Frauen besetzt werden, die vor allem auch das erforderliche Hör» und Sehvermögen besitzen.
-Q- Köln. Die Unterstützung für Frauen d« zum Kriegsdienst Einberufenen soll einem Beschluß der Stadt Köln gemäß, von 12 auf 21 Mark erhöht werden. Für Kinder bleibt d« Reichssatz von 6 Mark bestehen. Insgesamt erhalten 123178 Personen von bet Stadt Köln Kriegsunterstützungen. Es wurden bereits rund 20 Millionen Mark Kriegsunterstützungen aus gezahlt.
„ d Halle a. ®. D« Deutsche Notarv erein (Sitz Halle) beschloß nrit Rücksicht darauf, daß der Krieg mit der -Bewegung des Grundkredits die Haupteinnahmequelle der Notare zum Verstechen gebracht hat, die Errichtung einer K ri egS hilfs kasse für gefährdete Exsstenzen im Notariat und deren Angehörige. Es wird von den 8500 Mitgliedern 4% Mark Beitrag mehr erhoben. Fern« soll eine freiwillige Sammlung «ingeleitet und dn neuen Kasse die Hälfte des UebnfchusseS der Bercinskasse sowie ein beträchtlicher Teil deS VereinSvermögcns überwiesen werden,
Gerichtszeitnng.
Nochmals Prozeß Ohm.
D Dortmund, 17. Septbr. Der Prozeß gegen den Bankier Okhm von der Niederdeutschen Bank Wird nochmals von der hiesigen Strafkammer am 20. d. M. verhandelt. Möglich«- weise dauert die Verhandlung mehrere Tage, da wahrscheinlich dar ganze Urteil, das über 1100 Seiten umfaßt, Detlefen werden muß. Die neue Verhandlung wird bekanntlich erforderlich, weil das Reichsgericht den Teil des Urteils, wonach Ohm auch des Vergehens gegen den 8 88 Abs. 3 des Börsen- Gesetzes verurteilt war, aufgehoben und Ohm deshalb außer Verfolgung gefetzt ist. Für dieses Vergehen war eine Strafe von 9 Monaten in Ansatz gebracht worden. Das Gericht hat deshalb eine andere Gcfamtstrefc festznsetzen. In dem ersten Urieil ist die von Ohm bis zur Urteilsfalluug verbüßte Untersuchungshaft brücksichtigt worden, es fragt sich nun. ob auch die 22 Monate, welche seit der Urteilsfällung am 21. November 1913 bis jetzt verflossen sind» dem Ohm aus die Strafe angerechnet werden können. Ohm sitzt bekanntlich seit Juli 1910, also über 6 Jahre, in Haft.
seines Herzens, nun die Fähi(ckeiten seines Kopfes. Alles Schlummernde ward wach; alle Keime begannen sich zu entfalten. Er hatte sein Vorbild gefunden und strebte ihm nach.
Dem Gefühl, verständen und ermuntert zu werden, gesellte sich das körperliche Erstarken durch die freien Stunden, verbracht in Lust und Licht. Doktor Pfeil nahnr die Schul« gem auf Spaziergängen mit, in die nächste Umgebung der Stadt, auch zum Baden in dem kleinen grünspiegelnden Fluß. Obwohl er dabei ganz menschlich vertraut, nicht aus unnahbaren Höhen herab, zu ihnen sprach, befestigte doch dieser Verkehr «außerhalb der Schule noch seine Herrschaft und seinen Einfluß. Als Mensch wie als Pädagoge bildete er den geraden Gegensatz zum Wesen TiedemannS. Er war die verkörperte Selbstsicherheit.
Nichts Eitles oder Schauspielerisches an ihm, nichts, was um Beifall geworben hätte! Ab« die Art, wie « von den Dingen sprach, unbekümmert um jedes andere Urteil ihnen die entscheidende Prägung zu verleihen schien, zeugte von einem starken Glauben an sich selbst. Der Ton, das Lächeln, womit er gegenteilige Ansichten erwiderte: „Meinen Sie?" — oder: „Gefällt Ihnen das?" hatten nichts Verletzendes und wirkten doch verwirrend. Ebenso versetzte sein nachsichtig« leiser Spott bei irgend einem kindischen Schül«streich den Täter mehr in Beschämung, als es die längste Straftede vermocht hätte. Weil er ein gewisses Vorrecht vor den übrigen beanspruchte, wie ein ihm von Natur Zukommendes, so deuchte es auch diesen: ja, es käme ihm zu!
Erwin vor allem empfand es so. Deshalb fühlte er sich namenlos geehrt durch jedes verttauliche Wort. Er muhte seiner jungen Ziehmutte: gedenken, die oft fast kindlich mit ihm scherzte und ihn doch stets im Bann ihrer einfachen fraulichen Würde hielt. Er erlebte auch die Genugtuung, daß ihr und ihrem Manne sein Lieblingslehr« ebenso wohlgefiel als ihm.
Die unvermählten Kollegen pflegtm im Haufe d« v«> heirateten zwanglos zu verkehren. Bisweilen fand Pfeil sich des Abends am Tische der Tiedemanns ein und untnhielt sich mit den Leiden in seiner wannen, die Dinge von innen heraus belebenden Art. Er vermochte es üb« den ungelenken Haush«rn, daß auch der gesprächig ward und weit mehr zu sagen wußte, als man ihm zugetraut hätte. Die junge Hausstau saß mit glänzenden Augen dabei und hielt durch eine gelegentliche kluge Frage das Gespräch im Gang. Erwin wurde das Herz weit vor Stolz auf sie.
, Eines war, y>as ihn oft wundrr nahM wLe ffe eiMW
Sonntag, 19. September 1915
Frankfurter Handdsblatt f
Wiedergabe der mit c bozclehneton Artikel and der •ach deron telegraphische oder telephonische Verbreitung ist
' deutlicher Quellenangabe «Frkt Ztg,* gestatt«. **•
* Petersburger Börsenverkehr. Et rrird ans
schrieben: „In der russischen Presse erscheinen tagiU Berichte, die sich mit der Kursbewe punfim f> ei^ Verkehr beschä(tia:en. Diese Berichte, die den ländischen Börsenplätzen telegraphisch übermiUelt wer<w gründen sich nun nicht auf Feststellungen, die aus Angefou und Nachfrage gewonnen sind, sondern haben bei dtm] Fehlen jeder börsenmäßigen Kontrolle einen rein zufälligen! Charakter. Die. Festlegung des Kurszettels der Petersbumi 1 Börse hat schon in Fnedenszeiten im offiziellen Verkehr' wiederholt Aniah zur Beanstandung gegeben; es war beij spielsweise möglich, schon auf Grund einer ganz minimal^'! Abgabe eines Papiers die entsprechende Kotieiungsnoliz Z J verlangen, obwohl es sich sichtlich nicht um einen ernst.! haften BörsenabschluS bandelte, sondern nur die Absmhti vorlag, einem Kuts Verbreitung zu geben, der keineswegs! dem Börsen wert des betr. Papiers entsprach. Seildem d^i russische Finanzministerium aber die offizielle Börse schloß! und gleichzeitig duldete, dah Dividendenwerte im freienj Verkehr kontrollfrei kotiert wurden, ist der belK}^.] rischen Spekulation Tür und Tor geöffnet. Die Regierung sich nur Vorbehalten, auf die Kursnotiz der Staatswerte und der Valuta Einfluß zu nehmen; sie setzte damit freilich nur die ! auch im offiziellen Veikehr geübte Praxis fort, derzeitige der Regierungskommissar den Kurs für diese Werte meist ehnei Rücksicht auf getätigte Abschlüsse bestimmte. Infolgedessen' war die Differenz zwischen Wirklichkeit und Schejn äugen, fällig, wenn man die offizielle Notierung mit der Kursnotlj der im freien Verkehr getätigten Abschlüsse verglich. ßj g l vor kurzem fand der freie Verkehr in den 6eschLlt5i8umen der Sibirischen Bank auf dm Newski statt. g 5 dürfte nun ein Uebereinkommen der Petersburger Banken zustande gekommen sein, das eine Fortsetzung des freien Börsenverkehrs in den bisher geübten Formen nicht für opportun erachtet, denn die Sibirische Bank entgog der Börscnversammlung ihre Geschäftsräume. Allein es hat den Anschein, als wünsche das Finanzministerium den freien Verkehr, der nun vollständig der Oeffentlichkeit entrückt ist, auch weiterhin aufrecht zu erhalten. Nach ; nur ein»' tägiger Pause erscheinen nämlich in sämtlichen Peters, burger Tageszeitungen wieder ausführliche Kursberichte, di e zwar als „im Ireien Ver kehr 4 entstandene bezeichnet werden, ohne daß aber des Ortes der Börsen Versammlung Erwähnung geschieht. Gegen diese Praxis und die damit verbundene offensichtliche Irreführung des Publikums nimmt che Peters», burgpr „Börsenzeilung* Stellung. Es sei Gefahr, dafc das Publikum seinen Effektenbesitz verschleudere und gewissen Banken Gelegenheit gegeben werde, aus dieser Geschäfts» Unkenntnis Nutzen zu ziehen. Das Blatt fordert vom Fiftana» ministerium, daß es die Veröffentlichung der Kurse verbiete, namentlich „da die Dtvidendenvyerte augenblicklich bereits ein so tiefes Kursniveau erreicht hätten, dafi die Gefihr eines weiteren Kurssturzes ausgeschlossen erscheine*.
* JEneliliteratiir. Das Handbuch der süd
deutschen Aktiengesellschaften ist soeben in 32. Auflage (Jahrgang 1915/16) erschienen.*) Infolge des Kriegsausbruches war der Jahrgang 1914/15 nicht zur Ausgabe gekommen, und da inzwischen in den Verhältnissen der süddeutschen Gesellschaften erhebliche Veränderungen cingetreten sind, wird das Buch diesmal den Interessenten besonders willkommen sein. Es berichtet mit rühmlich bekannter Zuverlässigkeit üher 882 Gesellschaften in Bädern, Württemberg, Baden und Hohenzollern. Aufgenommen sU auch alle Staats- und - Kommunalanleihen, Bank- und In- dustrie-Aktien, Eisenbahnwerte usw., welche in München, Augsburg, Stuttgart und Mannheim notiert werden. Diesmal haben die bis Ende August 1915 veröffentlichten Geschäfts- berichie und Bilanzen Berücksichtigung gefunden! An Neugründungen werden für 1914/15 7 Aktiengesellschalten niit zus. Jl 18.88 Mil!. Aktienkapital (darunter 5 Kriegskredit-, banken mit Jt 10.38 Miil. Kapital) verzeichnet. >
* .St» Louis & San Francisco Knilroad. Nachstehend
geben wir die Einnahmen des ersten Monats im neuen Fiskaljahr wieder: j
Juli ... . . 1915 . 1914
Brutto-Einnahmen •• $ 3551000 (mmni 206000) $ 3817000
Netto-Einnalunen) -- $ 929000 (minus 26000) $ 955000 i
(Naah Abaug 4er Stouerq,) ( !
* Eine Konvention In der Stelnirnt-Branchf.
Aus Fachkreisen wird uns geschrieben: „Das schon Seit Jähreh bestehende S f n d i k'a t de rSth i’ngut-Fa- b r i k e n uhd der Wasscrleitunasbrahche war .durch das Entstellen von außersteJienden Fabriken und dürfen Ürher« bietungen schwer erschüttert worden, wobei auch diese außenstehenden Fabriken durch den Niedergang der Preise den erhellten Verdienst nicht gefunden hatten. Da unter diesem Preissturz nicht nur die Fabriken, sondern auch die Händler sehr gelitten hatten, so hatten die maßgebenden Persönlichkeiten in beiden Lagern schon vor dem Kriege die Notwendigkeit eingesehen, eine gemeinsame Organisation zur Besserung der Verhältnisse zu schaffen. Diese Verhandlungen, welche schon vor dem Kriege eingesetzt und die zunächst dazu geführt hatten, dah die außenstehenden Fabriken dem Syndikat beitraten, haben nunmehr nach langen schwierigen Erörterungen zum Abschluß geführt. Die Vereinigten Deutschen St ei n g u t vir e r k e, bestehend aus nachfolgenden Fabriken :
Yillorojr «fc Hoch in .Mettlach, Dresden, WaUerfaneen, Mweiff., J)iamnnt-SteiDgnt werke -Frankfurt a.ML, G. m. b. H. in J?l<jrsheim »• .Franz Anton Mehlem in Bonn,
Uloinsnlfiibrik WiMebarg in Fargo a. d. Wesel« j
Gobr. Urbnrb in Teplitr/Böhmön, .
Ulzwchnoidcr & Co.Jin Sanrgemünd, |
Bchwarzwäldcr Stoingntfabnk in Hornberft Jaidw. Wcasel A.-U. in Bonn,
Fabrik Tcchn. Stcingutwareu in Breslau,
weiche quantitativ und qualitativ in der Lage sind, demdent* sehen Bedarf vollständig zu decken, haben mit dem „2<n* tra 1 verband der Großhändler der Wasserleitungs-Branche“, welcher wiederum sämtliche in Deutschland bestehenden Verbände der Großhändler def Wasserleitungsbranche umfaßt, am 15. September in Köln unter dem Vorsitz des Generaldirektors der Firma Villeroy
*) Berlin und Leipzig, Verlag für Böjsea-
zu ihrem Manne gekommen sei? Sie paßten doch gar so wenig zusammen. Freilich begegneten sie einand« M freundlich und gut; die Frau nützte jeden Anlaß, um ihrsö Gatten Charakter zu rühmen. Warum sie das tat? Erb"" deuchte es im Grunde üb«flüffig. Er war steilich in dttlei Dingen unerfahren und schämte sich zugleich seiner Unerfeh' renheit. Deshalb Verbarg « sie; nur einmal, da « Doktor" besuchte, brachte er vorsichtig die Rede aus den Pr^ fessor und dessen Frau. AL« Doktor Pfeil, obgleich nB Erwins Meinung der llügste all« Menschen, schien chn tw 1 zu Verstechen: « lenkte kurzweg ab.
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syec Äög vvs iiuaijeiies war angeororyen. warten ein sttahlender Tag.
Bis am Abend zuvor hatte es geregnet in. Strömen, ^ war sich schon einig gewesen, daß das Fest verlegt wer» müßte. Nun bewirkte die angenehme Enttäuschung und ! rade der Umstand, daß die ungläubig und lässig betriebe« Vorbereitungen in aller Eile vollendet werden mußten, ei allgemeine fröhliche Geschäftigkeit. Viele stellten sich am D sammlungsort ein wenig erhitzt und kurzatmigen, «btt bester Stimmung. Eine kleine Strecke hatte man mit l Sekundärbahn zu fahren; dann ging es zu Fuß durch m liche Wälder nach der alten Eiche oberhalb des Forsthaup Das junge Lichtgrün d« Laubbüume, von der Sonne du>^ leuchtet, schimmerte wie Edelgestein; zwischen den brau" Blättern vom Vorjahr, die unter den Füßen raschelten, ten blaßrosige Anemonen und blaue Hundsveilchen Erwin, der als Pflegling des Professors ntitgedurst hm empfand ein Wohlgesühl, das er hätte himmsschteien,. Sprüngen und Räderschlagen hatte kundtun mögen. ~ nicht lange, an Ostern, waren die Zensuren erteilt ward« zum erstenmal hatte er ein glänzendes Zeugnis gehabt. To darauf war ihm Doktor Pfeil begegnet und hatte ihA Hand gegeben. „Ich freu« mich, Richter!" Auch »n Hause hatten sich gestellt; sie hatten es in einem langen «u geschrieben! Und die Frau Professor, seine Frau MoD hatte ihm angekündigt, daß sie nun doch mit zum komme! Gewiß, ihm zu Gefallen, ihm zur Belohnung £ sie es getan! Da vorn, unter den Damen, ging sie. in Kleid, in dem sie wie eine Hhazinthe aussah; wenigsten», innerte ihn das zarte duftige Blaßlila daran. <Än Ka"^ flüfterie ihm zu: „Du, die Frau Deines Alten ist eine pF Erscheinung^ Er nickte mit gespielter K2hleddozn.^r ^
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