. gelte 2. Wrrrwrrs« 14_

9 iand b>?$ steilen, aus der Bucht von Cattaro aufsteigenden , Berges krönten, angescht werden konnte. Dieser Angriff ev- folgte in mehreren Kolonnen, die in breiter Front gegen dir montenegrinische Südwestfront angesetzt wurden. Von der h e r z e g o rv i n i s ch e n Grenze her griffen unsere Truppen in der Richtung auf die Hochebene von Gvahowo flan­kt e r c n d irr diesen Kampf ein. Ebenso rückten Truppen druck) die berüchtigte Feldtvildnis der K r i w o s i j e vor, wo­bei sie iit siebzigstündigen .Kämpfen den Feind vertrieben und . den felsigen Hang der Hochebene aus montenegrinischem ; Boden erreichten.

Gegen den Lowtschen selbst rückten als erste eine aus Freiwilligen der Fußtruppen zusammengesetzte Jnfanterieab- i teilung, in welcher auch mohammedanische Free- wiilige sich befanden, in der Nacht vom 10. auf den 11. Januar vor und gaben am Morgen, nachdem sie sich über­ras ch c n d einer der Spitzen bemächtigt hatten, auf optischem 4 > r ge Meldungen ab, wovauf, am 11. der Haupt-

t j L n erfolgte. Die auf der Straße mach Cetinje vov- ll s lonne erreichte den Ort Njegusch, die Heimat des n a c fita, während eine andere Kolonne die Grenz- u ti cy von Orahowatz erreichte. Die am rechter: Flü- a r o ^ ! ig.mde Angriffsgruppe erreichte nach Niederrin- ^ aung d"-" sich tapfer wehrenden Feindes die Höhen westlich - und nordwestlich von Budua.

' 4 2 Ges ch ü tz e wurden erbeutet, darunter die

E s ch w e r st e n K a l i 6 c r, während es den Montenegrinern ' gelang, die leichteren Geschütz- zu retten. Am 11. mittags wehten unsere Fahnen ans dem Gipfel des Lowtschen. Am , Mittwoch Abend kämpften unsere Truppen bereits nur mehr sechs Kilometer auf den westlich von Cetinje gelegenen Höhen in der Linie von Golo Brdo über den Belje Vrh, auf der Höhe JezerSki und nahmen den 1315 Meter hohen Maini Brh sechs ^ Kilometer nördlich der Stadt Budua. Nachdem sie den Feind auch im dieser Linie niedergerungen batten, drangen sie, den geschlagenen Gegner ungestüm verfolgend, gestern Nachmittag AnC e tinje ein und pflanzten unsere Banner auf das mon- ' tenegrinische Königsschloß. Die Montengriner haben an allen ! Bunkten ihrer Süd- und Westfront den Rückzug angetreten E und unsere Truppen sind bereits über die Linie Budua CetinjeGrabGrahovo vorgedrungen, während sie auch östlich von Biletza und Awtcvatz bereits auf montenegrinischem i Gebiete vorrücken.

DepescheKwLchsel-

Aiw G. Jan. (W. T. B. Nichtamtlich.) -Kaiser Franz I o f e f find am 11. Januar von dem D e u. t s ch e n K a i s c r und vom König v o n wachsen nachstehende Tcllorannne zug: gangen:Darf ich Dir von Herzen meinen l^lückwunsch aussprechen zur Erstürmung des Low- t s ch e n, die Drille tapferen Truppen mit bewunderungs- würdiaer Ausdauer und Geschick durchgeführt haben. Gott ^ hat sichtbar aeholftn. Er wird ferner mit uns sein. Wil- i bclrn."Habe heute n-.it großer Freude dte Eroberung des Lowtschen -wiesen und 'spreche Dir nreinen herzlichsten Glück- wunsö/ zu 'dieser glänzenden Waffentat Deiner Armee aus.

, (S-'r-it helft uns weiter! Friedrich Augusts

.Hierauf ergingen am 12. Januar nachstehende Antwort- telcgramme:An S. M. Wilhelm ID, Deutscher Kaiser und l,!mng von Preußen: Hocherfreut durch Peine freundliche Teilnahme an der neuerlichen Waffentat meiner tapferen Truppen, welchen es gelang, die starke Position des Lowtschen stürmend zu erobern, bitte'ich Dich, meinen wärmsten Dank für Dun freundtiches Telegramm empfangen zu wollen. Got°

' ws Bestand wird ums zum. guten Ende unseres gemein­samen Kampfes i «eteiten. Herzlichst Franz Joses."

An S. M. Friedrich August, König von Sachsen: Wärmstens danke ich Dir für Deine mich sehr erfreuende Bs- m!ückv)ü!'.schuug zu denn glänzenden Erfolge, den meine tap- fr-ert Truppen eben in Montenegro errungen haben. Gott , ist mit imn Truun Joses."

n >r xi chW T. B. Nichtamtlich,) Die Be- sc - iti i :> rief, obwohl erwartet, allgemeine Ge- rui p auch in der Beflaggung der öffentlichen

piill lache zum Ausdruck kommt.

«r * M >an. (Priv.-Tel., zens. Frkft.) Nach einer ^ '»m,r >oa r Re'dung derZürich. Zeitung" wird der nächste K r r i .ut i Verbündeten endgültig über die weitere i Vww nduim d ^ cbischen Heeres entscheiden.

'' lt Budapest, 14. Jam (Priv.-Tel., genf. Frkft.) Nach einer Sofioter Meldung äußerte ein höherer griechischer -Offizier, daß die Entente in Salonik den kürzeren ziehen .müsse, denn Salonik könne nicht mit halbfertigen Befesti­gungen und eurer geringen Anzahl von Soldaten, die über- ' dies erschöpft und demoralisiert seien, verteidigt werden. Die .Zentralmachte und ihre Verbündeten würden wahrscheinlich ibic Konzentration ihrer Truppen bald beendet haben.

M Rom, 14. Jwn. (Priv.-Tel., indir., zens. Frkft.) DemGiornale d'Jtalia" wird nach der Agenzia Stesani ' aus Athen gemeldet: Die telegraphische nVerbin- »dungen mit Salonik und Ostmazedonien sind unter- 'b r oche n.

I 1- Paris, 15. Jan. (Priv.-Tel., indir., zens. Frkft.) Havas berichtet aus Salonik: Die Flieger der ' Verbündeter: melden, daß unter den feindlichen Truppen jen­seits der griechischen Grenze eine lebhafte Tätigkeit herrsche. Außer heftigen LuMämpfen herrscht längs der Grenze ^Rnhe. Der Feind vermeidet es, mit den französischen und englischen Kavalleriepatrouillen in Berührung zu kommen.

t Paris, 15. Jan. (Priv.-Tel., indir., zens. Frkft.) Die K am merk om Missionen der auswärtigen Ange- 'legenheiten, des Krieges und der Marine, die am Freitag .Vormittag zusammentraten, um die Berichte ihrer Delegierten in Salonik entgegenzunehmen, nahrnen einstimmig einen .Beschlußantrag an, der die Regierung einlädt, solche Maß­in,ahmen zu ergreifen, wie es die Lage im Orient sowohl hin­sichtlich der Truppenbestände als hinsichtlich des Kriegs- >Materials verlangt. Der Ministerpräsident Bri an d empfing bie Delegierten, die beauftragt worden waren, ihm diesen Be­schlußantrag zu überbringen, und unterhielt sich mit ihnen ftiber die politische und militärische Lage in Salonik. Zwi­schen der Regierung und den Kommissionen herrscht, der iAgence Havas zufolge, volles Einverständnis.

Ein Tagesbefehl des Königs von Rumänien.

. Bukarest, 15. Jan. (W. T. B Nichtamtlich.) Der . K ö»i g hat anläßlich des Jahreswechsels einen ^Tagesbefehl an die Armee erlassen, in dem er seine lebhafte Dankbarkeit für die Pflichterfüllung im abgelaufenen 'Jahre ausspricht. Ir: dem Tagesbefehl heißt es sodann: st,Das vergangene Jahr hat von Euch eine besonders ange- ! spannte Tätigkeit gefordert, deren Zweck die Erreichung der 'vollständigen Kriegsvorbereitung war. Mit -der Ergebenheit, die ich an Euch kenne, habt Ihr Euch den ' im allgemeinen Interesse gestellten Forderungen unterworfen. Sie waren Euer Ruhm in der Vergangenheit und werden 'unser Stolz in der Zukunft sein. Das Land und ich sind 'stolz auf Euch. Unsere Blicke sind mit Vertrauen und Liebe l j cutf Euch gerichtet." m

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Liebknecht.

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Berlin, 15. Jan. DerVorwärts" vecöffenllicht eine Er­klärung der Minderheit der sozialdemokrati­schen Fraktion, der Liebknecht angehört. Darin wird der Fraktion die Befugnis abgesprochen, einem Mit­glieds die Rechte, die aus der Fraktionszugehörigkeit ent­springen abzuerkennen, ' '

AöerrdßQrLr der IrerrrLfArler Jerturrg

profeffor kraus über seine griechische Reise.

IV Berlin, 14. Jan. (Priv.-Tel.) Der bekannte Ber­liner Kliniker Geheimvat Professor Kraus, der mit dem Wiener Chirurgen Eiselsberg jüngst ivieder in Atyen beim König Konstantin von Griechenland war, ist zurück- gekehrt und hat sich demBerl. Tageblatt" zufolge dahin ausgesprochen, daß lediglich ärztliche Gründe ihn und seinen Kollegen nach Athen geführt haben, obivohl die Athener Re­gierung die Reise veranlaßt hat. Die Regierung sei durch geringe Temperaturschivankrmgen beim König beunruhigt worden, die aber lediglich auf einem Prozeß der Abheilung der früheren Operationswunde beruhen. Lunge und Herz des Königs seien ganz normal. Der König sei wohl, könne seine schweren Regierungsgeschästr täglich durchführen, habe an Gewicht zugenommen, sei frisch und kräftigen Temperaments. Man könne mit dem Verlauf der Krankheit durchaus zufrie­den sein.

Geheimrat Kraus hat sich dann auch noch über p o l i - . tische Fraaen geäußert und gesagt:

Der Aktiv n gegen Salonik kam: mm: im Gefühl ruhiger Sicherheit entgegen sehen. Nur mögen die Ungedul­digen bedenken, daß die B o r b e r c t i«tt g c n, wenn das Werk rasch gelingen soll, einen gewisse Zeit deanspruchon. Der König treibt griechische Politik. Diese Politik sticht aber einer äußerst schwisrigeN Situation gögsnüvür, der jürernnächtigen Seemacht Englands, die rücksichtslos eingesetzt wird, der in­folge der mangelhaften Verwaltung Veniseloö' schon jetzt be? stehenden Knappheit der Nahrungsmittel, der Kohlen, des Pe­troleums, danrr der Verfassung, die dein König, der streng kon­stitutionell denkt, vielfach Schrauben setzt. Die N e u t r a l i - tat Griechenlands wird nicht bloß von der Regierung festgehalten, sondern ist Wich beiin besten Teile des Volkes der ehrliche Wunsch. Die Volksstimmung ist natürlich nicht sehr erfreut über ein Ucüergreifen der Zcntralmächte auf griechü schm: Boden aber in der ehrlichen Gntrüstuirg über das Ver- haltütt der Entente wird das Einrücken deutscher und öster­reichisch-ungarischer Truppen sogar gewünscht. Es Hot sich hier ein bemerkenswerter U m s ch w int g in der V o l! s st i m- m u n g vollzogen."

Gcheimr-at Kraus bestWgft dann wetter, daß er und frm Kollege die Rückreise iiber Serbien und Bulgarien zu Lande gemacht haben, weil sie bei der Seefahrt in Gefahr gewesen wären, von den Engländern abgefangen zu iverden.

Die Besetzung äozfm.

t Paris, 15. Jan. (Priv.-Tel. Indirekt, z-rns. Frkft.) Hevas meldet aus Athen: Die griechische R eg i e r u n g beschloß, gegen die Landung der Truppen der Verbündeten auf Korfu zu protestieren, weil die Landung ausge- führt worden fei, bevor die Antwort Griechenlands auf die Mitteilung der Entente, die Serben auf der Insel landen zu zu ivollen, abgegangen sei. Die Ententekreise lassen erkennen, daß jene Mitteilung keine Antwort verlangte, weil die alliier­ten Mächte Griechenland nur benachrichtigten, daß sie genötigt seien, Koxfu zur Reorganisation der serbischen Truppen zu benützen und zwar unter der Zusicherung, daß keineswegs die Absicht bestehe, der griechischen Souveränität Eintrag zu tun.

Amsterdam, 14. Jan. (W. T. B. Nichtamtlich.)Nieuvs van dm Dag" schreiben zur Besetzung Korfus durch die Franzosen:Die Entente tut jetzt genau dasselbe, was immer so sehr an Deutschland gerügt wurde. Sie be­trachtet einen Neutralitütsvertrag als ci:ren Fetzen Papier, obwohl immer behauptet niicd, daß England für die Freiheit und die Rechte der kleinen Nationen kämpft."

Der dmische Kaiser an Liman v. Sanders.

Konstmüinopel J4. Jan. (W. T. B. Nichtamtlich.) Der deutsche K a i s.er hat an Marschall L i man v on San- dcrs folgende Depesche gerichtet: Mit der endgültigen Vev° tre i b u n g der Feinde von der Halbinsel G al l i p o l i hat ein Kriegsabschnitt sein Ende gesunden, in dem Sie an der Spitze der anderen nach der Türkei entsandten deutschen Ossiziere und der Ihnen von Seiner Majestät dem Sultan anvertrauten tapferen osmanischen Armee unvergängliche Lorbeeren errungerr haben. Ich und das Vaterland danken es Ihnen, daß Sie mit eiserner nie ermüdender Tatkraft die Wacht an den Dardanellen hielten und alle An­schläge der Gegner zu nichts machten. Llls Zeichen meiner Anerkennung verleibe ich Ihnen das E i * :laub zum Orden P o u r k t nt 61 i t e.

Die seiMchen Kriegsherichke.

f Paris, 15. Jan. (Priv.-Tel., indir., zens. Frkft.) Amtliche Mitteilungen vom 14. Januar:

'S Uhr nachmittags. Schwache Tätigkeit der A r t i l l e r i e im üänfe der Nacht. Südlich der Somme im Abschnitte von Lihons griff eine unserer Patrouillen eine feindliche Pa­trouille an, die sich flüchtete, indem sie zwei Tote und einen Verwundeten auf dem Gelände zurücklietz. In der Cham­pagne haben tvir deutsche Truppen, die sich in den Vorbin- dungsgräbcn der Anhöhe von Le Mesnil in Bewegung befan­den, unter unser Feuer gctwmrnen und zerstreul

11 Uhr abends In Belgien rief das auf die femd- lichen Werke im Norden vort S t e c n ft r a a t e gerichtete Feuer unserer Artillerie zwei starke Epptosioncn hervor. Nördlich der AiSne nahmen wir einen feindlichen Proviant- transport unter unser Feuer. Südöstlich von Berry-au-Bac gegen Punkt 108 ließen wir eine Gegenmine springen, bie die Miltenarbeiten des Gegners zerstörte. Zwischen den Ar- gönnen und der Maas zerstörten unsere großkalibrigen nge- schütze ein feirrdliches Blockhaus in der Gegend vor: Forges.

Belgisches Communique vom 14. Januar: A r t l l. lerieduelle insbesondere im Zentrum des belgischen Ab­schnittes. Der Bombeukampf wurde in der Gegend Von S t e c n st r a a i e wieder ausgenommen.

US Rour, 15. Jan. (Priv.-Tel., indir., zenf. Frkft.) Kriegsbulletin vom 14. Januar, nachmittags 4 30 Uhr:

In der Jone zwischen der Car ca und der Etsch haben wir zum Schutze von Loppio die Stellungen am Eingänge des Crestatales besetzt und befestigt. Im T c r r a g n o n o t a I hat die feindliche Artillerie am 12. Januar fortgefahren, Brandbomben zu schlendern, ohne uns jedoch Schaden zuzu- fügen. In der Bergzoue im Norden des Suganatales hat die Tätigkeit nuferer Sibtciluugen zu einigen Jufammen- stößen mit feindlichen Gruppen mit für uns glücklichem Ausgange geführt^ Im H o ch c o r d e v v l e wurde die An­wesenheit des Gegners in I o r z festgestellt. Unsere Slrtillerie beschoß das Dorf, äscherte es ein und trieb die Truppen, die es besetzt hielten, in die Flucht Mit dem nämlichen guten Erfolge wurden die militärischen Werke beiut Predilpatz beschossen. Auf dem >K a r st zeigte sich die feindliche Artillerie, die durch die unsere systematisch bekämpft wird, gestern weniger tätig. Die Befestigungsarbeiten werden fortgesetzt.

General Cadorna.

f Petersburg, 15. Jan. (Priv.-Tel., indir., zens. Frkft.) Dkitteilung des Großen Generalstabes vom 14. Januar, 7 Uhr abends:

W e st s r o n t : Keine Veränderung. K a n k n s u s f r o n t: Im Verlaufe der Kämpfe auf der slaukasusfront machterr wir mehr als 300 Gefangene, erbeuteten 4 Kanonen und eine große Menge Kisten mit Munition. Eine Si it r b e n a b t c t * lung, die in der Gegend nordwestlich der Stadt Ardjiche zur Offensive übergegairgen war, winde irr westlicher Richtung z u r ü ck g e w o r f e n

Zer Seekrieg.

i" Paris, 15. Jan. (Priv.-Tel. Indir., zens. Frkft.) Aus Washington meldet die Agmee Havas: Das Staatsdepartement hat die Abfahrt eines itali- eüischen Dampfers gestattet, der zwei Geschütze an Bord hatte, nachdem die Zusicherung gegeben worden ivar, daß diese Geschütze tritt int Falle der Notwehr gebraucht werden sollen. ^

Berichtigung. In dem Artikel des Zweiten Morgen­blattes über denBaralong"-Fall muß es in der ersten Zeile des ztweiten Absatzes statt:Man kann beinahe verstehen" heißen:. Aixm kann h i e n a ch verstehen."*

Der englische Handelskrieg.

England verlangt die Geschäftsgeheimnisse amerikamscher Gesellschaften.

New?)ork, 15. Jan. (W. T. B. Nichtamllich.) Durch Funksprnch von dem Vertreter des Wolffschen Bureaus. Unter der Ueberschrift:England verlangt die Ge­schäftsgeheimnisse amerikanischer Gesell­schaften" berichtet dieWorld": Amerikanische Metall- gefellschaften, besonders solche, die hauptsächlich an der Kupferausfuhr beteiligt find, tvurden auf Veranlas­sung der englischen Regierung durch deren Agen­ten oder andere Vertreter Englands eufgefordert, dieser Regierung Auskunft über ihre Gesellschaften und das von ihnen betriebene Geschäft, und zwar Auskunft von solch ver­traulicher Art zu geben, die die amerikanische Regierung selbst niemals von den Gesellschaften verlangte. Die.Gesell­schaften, die die Aufforderung erhielten, waren nahezu be­stürzt. Ihre Beamten erklärten gestern freirnütig den BeriÄt- erftaÜLrn desNew Aork World", daß sie nicht wagen !vm- den, eine Ermächtigung zu der Veröffenüichung der von ihren eigenen Agenten erhaltene Mitteilungen über daS Verlangen Englands zu geben, weil sie fühlten, daß sicher­lich eine solche Veröffentlichung die englische Regierung verdrießen würde und das Ergebnis hätte, daß sie auf die schwarze Liste gesetzt mürben. Die Beamten her Gesellschaf­ten drückten aus, daß eine Autmort nicht gegeben tverden könne, bis die Fimge den: Staatssekretär Lansing vorgelegt worden sei. Die Weigerung, an England Auskunft bezüglich der^ geschäftlichen Verhältnisse durch die Direktoren der Ge­sellschaften zu geben, ist hauptsächlich durch den Umstand begründet, daß die so durch eine im Handel konkurrierende Nation gewonnene Kemüuis nach ihrer Ateinung benützt tvürde, britischen Gefeilschasten für eure ernsthafte Konkur­renz Vorteile zu verschaffen. Sie würde im wesentlichen die Geschäftsgeheimnisse amerikanischer Firmen an die Kon­kurrenten auslikftrn. Schließlich wird das von England gestellte Verlangen nur als ein toeiterer Schritt in ihrem Feldzuge betrachtet, den a rn e r i k a n i s ch e n Kupfer- a u ö f u h r h a n d e l unter Benutzung des Krieges als Vor- wand^ zu e r d r o s f e l n.

DieNew Aor? World" berichtet pon dem englischen Vor- gehpn, durch das die Gesellschaften trusgefordert werden, Aus­kunft bezüglich der Adressen und der Nationalität der Akiien- besiher zu geben, die Namen ihrer Kunden zu nennen usw. Das Blatt führt weiter aus:Die Beamten einer amerika­nischen Gesellschaft, an die ein solches Verlangen gestellt wurde,^ wiesen aus die Geschicklichkeit Hirt, mit der das Vor­gehen rns Werk gesetzt worden sei, und sagten, dadurch wäre es England fvejgeftellt, nach Belieben und ohne weitere Er- klämng, als daß die Gesellschaft einen deutschen, öster­reichischen, türkischen oder bulgarischen Aktionär habe, sie auf die schwarze Liste zu setzen. Deutsche besaßen tatsächlich von jeder bedeutenden Kupfer- oder Metallgesellschast Anterikas Aktien."

Entrüstung in Amerika.

New York, 15. Jan. (W. T. B. Nichtamtlich.) Funk- spruch des Vertreters des Wolsfbureaus. Die. britische A n k ü n d i g u n g deL Planes, den deutschen Handel nach dem Kriege zu boykottieren, wird lebhaft erörtert, besonders da die Verwirklichung des Planes die Entwickeltmg des anrerikanischen Außenhandels ungerechter Weise treffen würde. Viele Kreise einschließlich der Kongreß­mitglieder bezeichnen den Plan in Ausdrücken höchster Ent­rüst:.' n g als eine neue Beschränkung des neutralen Handels. Die Zeitungen tadeln bett Gedanken, den Krieg auch auf ivirtschaftliches Gebiet zu übertragen. DieHandelözeitung" sagt:Dies ist der Wrltkonflikt, und das Interesse der jetzt neutralen Völker wird beobachtet werden müssen." Die Timcs" sagt:Bon den Neutralen kann nicht erwartet wer­den. daß sie dam Gedanken zustimmen, daß die Ueberlegen- heit des deutschen Handels durch militärische oder politische Mittel besiegt werden müsse "

International News Service" nieldet in einer De­pesche aus Washington, es herrsche dort Tftsorgnis Die De­pesche sagt, viele Senatoren Hütten erilarä, daß jetzt nichts den Ausbruch einer Stimrmmg im Senate gegen Englands Behandlung der neutralen Schiffahrt verhindern könne. Das Staatsdepartement werde dem Senat jetzt die mit England strittigen ^Fragen unterbreiten. Von der Entscheidung des Senats hänge es ab, ob da§ Verhältnis zu England gefährlich oder akut iverden könne. Das Staatsdepartement habe aus nichtamtlicher Quelle die Nachricht von dem englisch-franzö­sischen Abkomrncn erhalten, nach dem keinem deutschen Han- delsschiff meh^eclaubt sein soll, in einem britischen oder ftanzösischen Hafen cinzulauftn. Der Senator Hoke S rn i 1 h rverde bem Senate aus Deutschland stammendes Ma­terial vorlegcn, das seine Behauptung beweisen soll, daß Englands Handlungsweift. Baumwolle als Bannware zu er­klären, vollständig ungesetzlich ist. Die Depesche fügt hinzu, einige der konservativsten Senatoren Hütten ihre Enirüstung über die Tatsachen ausgesprochen, die sie als einen Beweis für den Entschluß Englands anfthen, dem deutschen Handel ein Ende zu machen.

In einer Unterredung rnit dem Vertreter derNew Uork American" erklärte der Senator C h a m b e r l a i n aus dem Staate Oregon, England habe während des Krieges alle Mittel zur Erdrosselung des feindlichen Handels gerecht­fertigt, aber es gebe keine Rechtfertigung dafür, eine solche Politik auch nur einen Augenblick nach der Beendigung der Feindseligkeiten sortzttsetzen. Zu sagen, England plane ernst­lich die Vernichtung des deutschen Handels nach dem Kriege und beabsichtige, Deutschland oder irgend ein anderes Land auch nach dem Kriege zu verhindern, sich von der unaussprech­lichen Verwirrung des Welthandels, unter der es litt, wieder zu erholen, sei eine offeneMißachtung deöRechts jeder Nation.

Der Papst und die Medensfrage.

Rom, 14. J-an. (W. T. B. Nichtatutlich.)Corriere d'Jtali-a" hebt hervor, daß man sich in den letzten Ausein­andersetzungen fragte, wie der Heilige Stuhl über zwei Punkte dettke: über die Teilnahme des Papstes an der künftigen Friedenskonferenz und über die Ab­sicht, bei dieser Gelegenheit die römische Frage zu lösen. Zu den: ersten Punkt sagt derCorriere d'Jtalia": Der Hei­lige Stuhl tat bis heute keinen Schritt, um eine Einladung zur Teilnahme an der Friedenskonferenz oder zur Uebernahme des Vorsitzes herbeizuführen. Ueber die allgemeinen Ziele heg Heiligen Stuhles schreibt derCorriere d'Jtalia", daß der Papst dahin wirken will, die Lage der Menschheit in der gegenivärtig-en kritischen Zeit zu erleichten:, es sei aber falsch, anzuuehtnen, daß der Papst andere weniger edle Ziele verfolge.

Kardinal 2llerci§r in Rom.

HI Nom, 15. Jan. (Priv.-Tel., indir., zens. Frkft.) Die Agrnzia Stesani meldet: Kardinal Mcrcier traf Frei­tag Abend in Rom ein. Eine sehr zahlreiche Menge hatte sich zum Bahnhof begeben, um der Ankunft des Kardinals beizuwohnen. Sie wurde durch Militär in Ordnung gehal- teii. Der Oberstkämmerer des Papstes, die belgischen Ge­sandten beim Vatikan und beim Quirinal, der englische Ge­sandte beim Vatikan, der belgische 5konsul in Rom, der bel­gische Abgeordnete Destr 6 e und zahlreiche Notabilttäten waren anwesend. Man bemerkte auch ein Kind, das einen Blumenstrauß mit Bändern in den italienischen und belgi­schen Fraben und mit der InschriftDie italienischen Kinder dem großen lkardinal" trug. Ter Zug, der um 7.15 Uhr eintraf, wurde mit lebhaften Beifallsbezeigungen und mit dem Rufe empscnrgen:Es lebe lllelgien, es lebe der Kar- di:tal Mercier!" Der Kardinal rmhm die Begrüßung entgegen und bestieg dann ein Automobil. Die Menge umgab ihn so dicht, daß der Wagen nur sehr langsam fahren konnte. Der Kardinal stieg im Collöge Belge ab, wo die Menge ihre Sympathiekundgebungen wiederholte. Der Kardinal mußte auf den: Balkon erscheinen, worauf er von begeistertem Bei­fall begrüßt wurde. Er dankte und zog sich dann zurück.

_ Samstag, 15. gannat 191 6

Me Behandlung Kriegsgefangener ! in Senifchiand. j

Abweisung englischer Verleumdungen, i

Berlin, 15. Jan. (W. T. B. Nichtaiwlich.) DieNord, deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt unter dem S ch m Ühliche Verleumd u :t gen": Die KaiskM,' Regierung hat dem amerikanischen Botschafter folgend Aufzeichnungen zur Uebermittlung an die britische Regier»

4tb ergeben: ü

In der englischen Zeitui:gDaily Mail" vom 7 . Unb 9. September 1915 finden sich zwei Artikel einerGefangene^ erzählung" (.Pi'isonei's stories) überschriebenen Artikel-' reihe, in welchen über die angeblich unwürdige und grausame Behandlung der Gefangenen.^ den Lazaretten M ü l h e i m an der Ruhr und P a d e r b o r n berichtet wird. Nach dem Artikel vom 7. September soll ein aus Winnipeg stammender t^anadier im Lazarett Mül­heim gelegen und am eigenen Leibe erfahret: hab,^, daß dort zwar die E i n r i ch t u n g g u t, die Behandlung! aber sehr schlecht war. Schwerkranke mußtn: in der strengen' Winterkälte Bäder im Freien nehmen. Die Verbände wurden« au: Körper gelassen, bis sie üble Dünste verbreiteten.

Kranke tvurden rauh behandelt. Wenn die Verbände gewechsen' wurden, tvurder: sie mit roher Gewalt von den Wundei'i heruntergerissen. Mülhein: tvürde der in Rede stehense Kanadier sobald nicht vergessen. Tie von der beutfefjen Heeresverwaltung über diesen Fall cingeleit-etcn Ermittlung^ hatten das Ergebnis, daß in Mülhein: niemals ein Mann aus Winnipeg, überhaupt kein Kanadier sich in Lazarettbe-. ! Handlung befand. Schon hieraus ergibt sich ohne weiteres die U n Wahrheit der Meldung derDaily Dtail".

Am 9. September berichtet dieselbe Zeitung, daß ein stm- ger Manu namens H Le e 8 aus Gritisch-Kolnmbien fco» einem kanadisch en Kontingent ut das Lazarett P a d e r- dorn gebracht wurde, wo er einige Wochen Zubrachte; ^ wurde darm in das Sennelager übergesührt. Im bczeichneic» Lazarett sollen die Aerzie die englischen Gefangenen nach sti- neu angeblichen Mitteilungen stets oht:c Betäubung operirck I haben; auch ihm sei ein Auge ohne Betäubung herausgenvin- ! men worden. Diese Meldung hat gleichfalls Anlaß zu einer genauen Untersuchung ergeben, Lei der folgendes festgestellt wurde: Der Soldat Harald Le es vom dritten kanadische» Jnfanterieöataillon (Maschinengervehrkompanie) wurde ü» stiefervelazarett Paderborn vom 7 Mai bis 2. Juli 1915 ärzt­lich behandelt. Bei der Einlieferung war das rechte Auge bereits entfernt. Irgendwelche Operation an dem Mann wurde in Paderborn überhaupt nicht vorge­nommen, es wurde ihm lediglich nach Ausheilung der Wunde ein künstliches Auge eingesetzt, worauf er als genesen nach dem Sennrlager übergesührt wurde. Die sämtlichen in den Laza­retten in Paderborn tätigen Aerzte haben gegen die Behaup­tung, daß an gefangenen Verwundeten irgendwelche Operati­onen ahne Betäubung vvrgenommen wurden, nachdrücklichst Verwahrung eingelegt. Bei allen größeren Operationen^ wird die Narkose, bei kleineren stets eine örtliche Betäubung angewandt. >

In der Behandlung der deutschen und gefangene-: feind­lichen Verwundeten wird nicht der geringste Unter­schied gemacht. Die Erklärung der Aerzte ergibt somit ein­wandfrei, daß die von derDaily Mail" veröffentlichten Be­hauptungen eine schmähliche Verleumdung sind und offenbar nur bezwecken sollen, den ?> des englischen Volkes gegen Deutschland zu schüren. Artikel, wie die hier bespro­chenen, liefern den traurigen Beweis dafür, daß die eng­lische Presse in diesem Bestreben selbst die verwerf- li ch st en Mittel nicht scheut.

Sie LevjLhrsAövsche des Zaren Hifeitras.

"f Petersburg, 14. Jan. (Priv.-Tel., indir., zens. Frkft.) Die Petersburger Delegraphen-Agentur meldet: Zar Ni­kolaus richtet folgenden Tagesbefehl an Heer und Flotte:

Das Jahr 1915 ist soeben abgelaufen voll Taten der Selbstverleugnung nreiner ruhmreichen Truppen. In einem horten Kampfe mit einem starken, zahlreichen und an allen ! Hilfsquellen reichen Feinde haben sie den Gegnern ermüdet und die feindliche Invasion gehemmt, inden: sie ihm ihren Widerstand wie einen unbesieglichen Schild und Schirm des Vaterlandes entgegenstellten. An der Schwelle des neuen Jahres entsende ich meinen tapferen Soldaten meine Grüße. Von Herzen und in Gedanken bin ich bei euch, die ihr in den Schützengräben kämpfet, anflehend die Hülfe des Allerhöch­sten für eure Arbeiten, eure Tapferkeit und euren Mut. Be­haltet dies wohl: Unser heißgeliebtes Rußland kann sich nicht die Unabhänsigkeit und do§ Recht, seine Arleit zur Geltung zu bringen, und seine Reichtümer zu entwickeln, si­chern, ohne den entscheidenden Sieg über drn Feind davongetragen zu hallen. Lasftt euch also von dem Bewußt­sein durchdnng n, daß kein Friede möglich ist; ohne den Sieg. Wir müssen dem Vaterlande den Sieg verschaffen, welche Ovter es uns auch kosten möge.

Kürzlich hatte ich Gelegenheit, gewisse Regimenter auf den Schlachtfeldern von Molodetschno und Wilejka zu be- grüßert, die berühmt geworden sind durch die Kämpfe vom September. Ich habe das begeisterte Eerz und den festen Willen aller gespürt, die heilige Pflicht geg'nüber dem Vater­lande zu erfüllen. Ich trete in das neue Iah ein mit dem festen Ebaullen an die Gnade Gottes und an die moralische Macht, den unwschüiterlichen Entschluß und die vollkommene Treue der russischen Nation sowie an den krieg rischen Wert meiner Armeen zu Wasser und zu Lande."

AuMreffende Angaben

über die ^Nethodistenkirche in Rom.

Berlin, 14. Jan. (W. T. B. Nichtamtlich.) Wir haben am 27. Dezember 1915 einen Auszug aus Mitteilungen ver­öffentlicht, durch die Kardinal Hart mann derKöl­nischen Volkszettung" die Rede des P a p st e s an den Vorstand der Opera Pella Preftrvazione della Fede ln Roma erläuterte. In diesen Erläuterungen finden sich Angaben über die M e t h o d i sten k i rch e in Rom, zu denen u::3 von autoritativer rnethodistischer Stelle folgendes geschrieben wird:Die dem Henn Kardinal gewordenen Informationen sind durchaus unrichtig und unzutreffend. Die beiden von ihn: gertannten Gemeinden in der Via Nazionale und an der Piazza Cavour sind nicht methodistifch, sondern gehörett den^ Waldensern, einer iialienischei: evangelischen Kirchen-' gemeinschaft deren Anfänge bis in das Mittelalter zurück'^ reichen. Auch in Italien betätigt sich die Methodistenkirche ln durchaus einwandfreier Weift in religiöser und sittlicher Rich- tung. Ohne jede Begründung ist, was d:e Grtvährs-'> Person des Kardinals über methodistische Demonstrationen» Konferenzen und Reden gegen die Mittelmächte zu sagen weiß. Stehen die italienischen Methodisten auch ßetüife ( ebenso loyal zu ihrer Regierung, wie die Methodisten jeden anderen Landes, so haben doch ausgesprochet: methodistische Kundgebungen niemals stattgefunden. Auch die angebliche Unterstützung durch FreimaMer und die sogen,methodistifch' fteimaurerischen Treibereien" sind in das Reich der. Fabel zu verweisen." -

Kirchliche Korporaüonsrechke für Mohammedaner in Ungarn.

Budapest, 14. Jan. (W. T. B. Nichtamtlich.) Der^ Gesetzentwurf.über die Verleihung kirchlicher K o Po rationsrechte an M ohan: e d a tter wurde im All' geordnetenhauft angelwmmen. Der Präsident des Abge­ordnetenhauses sandte an den Präsidenten der türkischen Kammer ein Telegramm, in dem er ihn von der AMahme, des Gesetzentwurfes verständigt mit dem Hinzufügen, daß aus diesem Anlaß im Abgeordnetenhause alle Parteien die warnrsten Sympathien für die islamitischen Bundesgenossen, und Waffengefährten zum Ausdruck gebracht hätten. J