Seile 4 Mrrmmer 215
Der Preis für Schuhreparaluren.
Die itu gestrigen Abendblatt -aus der Versammlung selbständiger Schuhmacher berichteten Ausführungen können nicht ohne Widerspruch bleiben. Es ist schon ein seltsames Zusammentreffen, daß die Ankündigung neuer, schwerer Preiserhöhungen für Schuhreparaturen gerade in dem Augenblick ersolgt, in dem für das Reich eine Herabsetzung der Lederpreise angekündigt wird. Aber selbst davon abgesehen: die grundsätzliche Stellungnahme der Redner ist einfach irrig, sie verkennt dir- Hauptregel unserer Kriegswirtschaft, die uns allein ein Durchhalten ermöglicht hat und weiter ermöglichen kann — dir Regel nämlich, daß jeder einzelne sich mit seiner Arbeit aus den Krieg ^umstellen nruß. Die Redner haben ausgeführt, daß der selbständige Schuhmacher jetzt höchstens so viel Leder erhalte, daß er vier Paar Stiesel wöchentlich besohlen könne; davon aber könne bei den jetzigen Preisen kein Schuhmacher existieren. So hart es klingt, muß gesagt werden: er darf auch nicht verlangen, von dem Besohlen von vier Paar Schuhen wöchentlich zu leben. Sondern er nmß, wenn er in seinem alten Fache nicht mehr genügerrd Arbeitsmöglichkeit findet, sich für die Dauer des Krieges eine andere Arbeit suchen, sei es eine Arbeit, die er nebenher in seiner Werkstatt treiben kann, sei es, schlimmstenfalls, eine Arbeit : in der Fabrik. Wir müssen im Kriege alle unsere Arbeitskraft aufs äußerste auspMnen, wenn die Arbeitsmenge geleistet werden soll, die für das Heer und für das Leben der Daheimgebliebenen notwendig ist. Arbeitskraft ist heute gesucht und sie wird hoch bezahlt. Also gilt es, sich diesen besonderen Erfordernissen der Kriegswirtschaft anzupassen und die Arbeit dort zu nehmen, wo sie vorhanden ist, nicht aber einfach bei der alten Arbeitsweise zu verharren und zu verlangen, daß der Verbraucher nun jeden Preis zahle, bloß damit durch den überhohen Preis die ungenügende Arbeits- mengr ausgeglichen werde. Sache der Handwerks - Organisationen und der vermittelnden Mitwirkung der Behörden sollte es dann sein, die Tinge so zu regeln, daß die Zahl der selbständigen Existenzen für die Zeit nach dem Kriege möglichst erhalten bleibe, auch wenn jetzt zeitweilig ein Teil sich anderer Arbeit zuwendet. Denn schließlich sind die unter den Fahnen stehenden Handwerker alle in einer noch viel schwierigeren Lage, die sie doch in klarer Erkenntnis der Notwendigkeit rvillig tragen.
— Der Arbritsmarki im In!r. Im Monat Juli war. wie das st ä d t i s ch e. Arbertsa m t berichtet, Wohl als Folge des eingetretenen guten Wetters eine stärkere Bewegung ans devr Arbeiswarkt zu verzeichnen. Die Fahl der Vermittlungen nahm in fast allen Berufen zn, die Arbeitsuchenden wnrdew, abgesehen von den' kaufmännischen Berufen, fast restlos untergebracht. Den erheblichen Anforderungen der Landwirtschaft . wegen Erntearbeiten konnte nicht wie gewünscht entsprochen werden. Im Metall« und Holzgewerbe konnten bie gemeldeten offenen Stellen bei weitem nicht besetzt werden, int Baugewerbe nur 'zu einem Drittel. Im Bekleidungsgewerbe war die Nachfrage nach Schneidern und Schuhmachern weiter stark, auch hier konnten nicht alle Stellen besetzt werden. In der Gruppe der Ungelernten stieg die Zahl der Vermittlungen wieder und zwar um rund 230, in der Abteilung der Jugendlichen war ebenfalls eine Zunahme in der Vermittlung zu verzeichnen. In der weiblichen Abteilung nahm die Vermittlung mit Ausnahme der Abteilung für Wasch- und Putzfrauen ebenfalls zu. Dieser Rückgang dürfte ans die Ferien- und Reisezeit zurückzusühreu sein. Irr der Abteilung für kaufmännische und technische Angestellte fehlte es an gut ausgebrl- deten Spezialkräften. Insgesamt betrug die Zahl der offenen Steller: 5524 (im Vormonat 4429), der Stellesuchendcn 4838 (4005), der besetzten Stellen durch männliche Bewerber 2272 (1858), durch weibliche Bewerber 1427 (1502).
— Deutscher Studententag. An die Studentenausschüsse der deutschen Universitäten hat der Allgemeine Studentenausschuß der Universität Frankfurt nach einer Mitteilung der „Frankfurter Universitäts-Zeitung" die Aufforderung zur Gründung eines Deutschen Studententags gesandt. Dieser soll die Aufgabe haben, die allgemeinen Interessen der gesamten rcichsdoutschen Studentenschaft rrach innen und außen zu Vertreter!. Ihm würde zufallcn: 1. die Vertretung studentischer Interessen gegenüber den akademischen Behörderr einerseits und der Oesferrtlichteit andererseits unter unbedingt neutraler Stellung irr parteipolitischer und konfessioneller Hinsicht und unter gleichmäßiger Berücksichtigung der inkorporierterr und nichtkorpörrerten Gruppen; hier tarne besonders rnbetracht, die Gründung studentischer Ausschüsse an denjenigen Hochschulen anzurggerr, die solche noch nicht besitzen, ferner irn gegenwärtigen Zeitpunkt Stellungnahme zur Frage des Ausländerstudiums; 2. die Pflege gemeinnütziger studentischer Einrichtungen, zürn Beispiel fogiaXe Arbeit, Wohnungswesen nsw. (Zentralisation des studentischen Arbeitsmarktes); 3. gemeinsames repräsentatives Auftreten im Namen sämtlicher Ausschüsse. In dern Aufruf wird zum Schluß die Ab- hatzung einer Konferenz in Frankfurt irn Herbst 1016 angeregt.
* Gemüse und Obstmarkt. Aus dein heutigen Markt war das Angebot von Gemüsen noch stärker als am letzten Samstag. Wirsing, Weißkraut und Rotkraut, Kernerbscn, vor allem aber Bohnen standen in reichlichen Mengen zuin Verkauf. Auch Crnmachgurken waren stark angeboten und wurden, je nach Große, das Hundert mit 2.50 Mark bis 6 Mark bezahlt. Brr Gemüse ist irn allgemeinen ein mäßiger Preisrückgang zu verzeichnen. Der Obstruarkt war gering. Preißelbeeren kosteten 63 Pfg., Heidelbeeren 50 Pfg. das Pfund. Bei sehr hohen Preisen war der Geflügelmarkt schtvach. Der sonst so starke Käs everkauf in Halle 1 hat fast ganz ausgehört. Reger Verkehr herrschte beirn st ä d t i s ch e n Verkauf in Halle 4, wo große Posterr Bohnen, Kernerbsen und Gelberüben eingetroffen sind. Zwetschen kosteterr 35 Pfg. das Pfund.
* Vorn Tage. Auf dem ErchwaldEopf bei Schmitten wurde ein Aus sichtsturm gebaut, der zu Ehren des Vorsitzenden der Wohltätigkeilsabtc i ln n g des Taunusklnbs bnt Namen „Joseph Wisla ch - Tur in" tragen soll. Die Einweihung findet voraussichtlich am 18. August statt. — Im N e u e n Theater gelangt am Sonntag Nachmittag und Aäorrtag Abend bei ermäßigter! Preisen „Filmzauber" zur Ausführung. Sonntag Abend wird die Posse „Der selige Bulduin" gegeben. — Irn Hanse Kronprinzensiraße 54 wurden in der letzter! Nacht Einbrecher bei der Arbeit überrascht und cm 18 jähriger Schlosser festgenornrnen. Seine Komplizen ergriffe;! die Flucht. — In der Eisenbahnbetriebswerkstätte in der Carnbergerstraße wurde der 88 Jahre alte Hülfsarbeiter Wilhelm Besse erdrückt. Ter Tod war auf der Stelle ein- getreten.
ii« i i ii nI I I i » i w i m -—
NmeMmr oer LrmukMrrer mwtat%+
Opernhans
Schauspielhaus
Neues Theater
Sonntag
6. August
7 Uhr. Tannhäuser.
Im Ab. Gew. Pr.
71/2 Uhr.
Neu einstudiert: Gastspiel Steinrück Judith. Gew. Pr. Sonnt.-Sond.-Ab.
BOy Uhr. Filmznuber. Erm. Pr.
8 Uhr. Der selige Balduin. Gew. Pr.
Montag
7. August
1% Uhr.
Die Kaiserin. Aust. Ab. Erm.Pr
71/2 Ubr.
Fuhrmann Henschel Im Ab. KlHr.
8 Uhr. Filmzauber. Erm. Preise.
Dienstag
8. August
l l /2 Uhr. Salome. Tänze von Brahms. Im Ab. Gew. Pr.
7-/2 Uhr. Judith.
Im Ab. Gew. Ar.
8 Uhr.
Der selige Balduin. Gew. Preise.
Mittwoch
9, August
l l A Hör. Mignon-
Auß.Ab. Kl. Pr.
6 Uhr.
Jaust,
Im Ab. Gew. Pr.
8 Ubr.
Ter selige Balduin. Gew. Pr.
Donnerst. 10. August
71/2 Uhr. Undine.
Im Ab. Gew. Pr.
71/2 Uhr.
Die Journalisten. A. Ab. Bes. erm.Pr.
8 Uhr.
Vater und Sohn. Gew. Pr.
Freitag
11. August
6 Uhr. Die Meistersinger v. Nürnberg. Aust. Ab. Gew. Pr.
Geschlossen.
8 Uhr
Vater und Sohn. Gew. Pr.
Samstag 12. August
TA Uhr.
Der Zigeunerbaron Im Ab. Gew. Vr.
7Vs Uhr. Rausch.
JmAbon. Kl. Vr.
8 Uhr.
Daier und Sohn. Gew. Pr.
Sonntag
13. August
7 Uhr.
Königskinder.
Im Ab. Gew. Pr.
VA Uhr. Othello.
Auß.Ab. Gew.Pr.
3A Uhr. Pension Schyller.
Bes. erm. Pr.
8 Uhr, Der Herr Senator. Gew. Pr.
Wasserstand vom 4. August früh.
Hdningen Ith. 248— 4 cm I Lauterbg. Ith. 510— 8cm I Minden i\y.W 220 —Ocm Sirafitarg Eh. 339 — 4cm|Heilbr. Neck. 45+ lom|
Wasserstand vom 5. August früh.
Gr.Steinh.Mn. 98— 3cm 'FrankfurtM ii. 227— 7cm lostheim Au, 124— 4cm
Kostheim Schleusen- Dnterpegel 319 om Fahrtiefe 230 cm Sam Ehern 502— 8cm
Bingen Rhein 235— 5cjn Kann ßhein 271— 6cm leitoerita Elb. 25+ 5cm Dresden Elbe 141+ 8cm Magdbrg. Elb. 122— 6cm
ASeNdMÄtr Ser IrsrrMfrrrrer Aei?rrr?g
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* ßondseitaQ.
Oie reiche Ernte. — Die kommende Kriegsanleihe. — Kriegsgewinne. — Oie Einschränkung des Effektenmarktes.
Noch niemals bat die städtische Bevölkerung mit einem auch nur annähernd gleichen Interesse wie in diesen Tagen die Aussichten der Ernte besprochen und verfolgt. Das ist begreiflich nach Wochen, die ihr mancherlei Entbehrungen auferlegt hatten. Man darf wohl hoffen, daß aller Voraussicht nach die deutsche Zivilbevölkerung die schwersten Wochen dieses Krieges hinter sich bat, denn ganz abgesehen davon, daß jetzt endlich nach zwei vollen Jahren dieLebens- mittelorganisatiou wirklich gut zu arbeiten beginnt, sind die Aussichten der neuen Ernte mit jedem sonnigen Tage ganz erheblich besser geworden, und wir dürfen für weitaus die meisten Produkte eine gute, wenn nicht sehr gute Mittelernte erwarten. Gerade jene Bodenerzeugnisse aber, die uns seither am meisten gemaugelt haben, Futtermittel für die Tiere, sind sogar geradezu im Ueberlluß vorhanden und versprechen in sehr vielen Teilen des Landes eine Rekordernte. Das gilt vor allem ' lür Heu und Hafer. Nachdem seit wenigen Tagen, durch das Ueberan- gebot von Frühkartoffeln veranlaßt, die Regierung das Verlütterunesverbot für Erdäptel aufgehoben hat, ist alle Aussicht vorhanden, zusammen mit der sehr gut arbeitenden Fleischkarte die so empfindlich zurückgegangenen Viehbestände noch im Kriege erheblich zu kräftigen, was letzten Endes auch wiederum auf die Verbesserung in unserer Milchversorgung wirken wird. Von den für die menschliche Nahrung in Betracht kommenden Getreidesorten verspricht trotz stellenweise starker Unkrautbildung der lür Deutschland weitaus wichtigste _ Roggen außerordentlich viel, während der bei uns unvergleichlich weniger angepflanzle Weizen das vorjährige Ergebnis vermutlich weniger stark übersteigen wird. Ueber die Landwirtschaft wird sich bei den heutigen hohen Getreidepreisen ein wahrer Geldstrom ergießen; für sie brachte buchstäblich jede sonnige Stunde der vergangenen Woche Millionen. Das läßt sich in einer einfachen Rechnung beweisen. Wenn mail mit einer Steigerung des Getreideertrages um nur 6 bis 8 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahre rechnet, so ergibt das bei den heutigen Preisen von Getreide allein für dieses eine Mebreinnahme von IV 2 bis 2 Milliarden Mark.
Die ohnehin stark erhöhte Kaufkraft der agrarischen Kreise steigt so ganz gewaltig und ruft ein ungewöhnliches Anlagebedürfnis hervor. Das wird gerade im richtigen Augenblick kommen: bei der Ausgabe der fünften deutschen Kriegsanleihe. Die Leiter unserer Finanzverwaltuug sind zur Zeit mit der Vorbereitung darauf beschäftigt. Wiederum dürfte es sich iu der Hauptsache um ein ßproz. Papier handeln, neben dem vermutlich noch eine niedriger verzinsliche, aber auch natürlich imKursebilligere kurzfristige Schatzanweisung angeboten werden wird. Die Hoffnung, daß auch diesmal das Ergebnis hinter den vier früheren nicht Zurückbleiben dürfte, wird neben der Kaufkraft der Landwirtschaft vor allem bestärkt durch die Beobachtung, daß wiederum die Sparkassen geradezu verblüffende Bestände aufweisen können. Bei ihnen erhöhte sich der Einlagezufluß irn ersten halben Jahr 1916 um rund eine halbe Milliarde gegenüber der gleichen Vorjahrszeit. Auch die kluge Maßnahme der Banken, ihren Einlegern statt der gewohnten 114 pCt. fortab 4% pGt. Zinsen zu vergüten, sofern die Einlagen später in öproz. Reichsanleihen Anlage linden, verspricht guten Erfolg. Außerdem ist bekannt, daß seit Wochen sehr beträchtliche Kapitalien in Schalzwechseln eine vorübergehende und in Anbetracht, der großen Geldflüssigkeit recht lohnende Anlage fanden, mit dem ausgesprochenen Zwecke, bald in Kriegsanleihen konvertiert zu werden. Mit anerkennenswertem Eifer bemühen sich Handelskammern und andere Korporationen auch diesmal wieder die Arbeiter und Angestellten für die neue Anleihe zu interessieren, ihnen die Zeichnung zu ermöglichen und zu erleichtern.
Daß auch die 1 ud u s t r i e wieder neue große Gewinne angesammelt und direkt oder indirekt in Anleihen anlegen kann, zeigen einige besonders charakteristische A b- Schlüsse der letzten Zeit, ln erster Linie wird man dabei an den aus manchen Gründen typischen Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation denken mit seinen 25 pGt. Dividende gegen 14 im Vorjahr und einem Rohgewsnn von nicht weniger als JL 22.60 Mill. gegen rund M 8 Mill. im Durchschnitt der vier letzten Friedensjahre. Kleinere Unternehmungen zeigen noch ganz andere Ergebnisse, so das vor dem Kriege zwar schon immer technisch glänzende, aber finanziell keineswegs fest fundiert gewesene Stahlwerk Becker, dessen Dividende in den letzten fünf Jahren von 6 und 8 zunächst au! 12 und 25 und schließlich auf 30 pCt. hinaufschnellte. Auch die Motorenfabrik Ober- izrsel darf in diesem Zusammenhang erwähnt werden, ferner die Eisenindustrie zu Menden und Schwerte, mit 10 gegen 4 pCt. Dividende, van der Zypen mit 25 gegen 12 pCt, und das Gußstahlwerk Wittmann, das seine Dividende von 10 und 15 pCt. auf 30 pCt. steigern kann. Dabei haben wohl all diese Gesellschaften in sehr reichlichem Maße innere Rückstellungen vorab vorgenommen. In Anbetracht der ungeheueren Kriegskosten und der schweren Belastung der großen Masse des Mittelstandes und der Arbeiter, aber auch eines Teils der weniger glücklichen Großgewerbe, wird bei diesen Ziffern die Frage auf- taueben, ob die seither geplante Kriegsgewinnst e u e r einer gerechten Steuerpolitik vollauf genüge, oder ob man nicht schon jetzt wiener ein Stück weitergehen könnte. Das ott dagegen erhobene Argument, jene gewaltigen Kriegsgewinne seien in allererster Linie der hohen Intelligenz und Umstellungskratt der Industrie zu danken, und diese Umorganisation habe zunächst ein außerordentlich hohes Risiko mit sich gebracht, hätte vielleicht für die Gewinne aus einem kurzen Kriege genügt; Lei einem nunmehr schon ins dritte Jahr laufenden Kriege aber läßt sich damit doch nicht mehr restlos operieren. Denn heute, wo diese zweifellos bewundernswerte Umstellung längst vollendet ist, arbeitet gar manche Gesellschatt in vieler Beziehung sogar sorgenfreier als im Frieden, denn die Mühe uni den Absatz fällt weg, wo doch an Stelle vieler von der in- und ausländischen Konkurrenz umworbenen Kundschaft ein einziger warenbungriger Abnehmer, der Staat, getreten ist. Man kann die Wirkung dieses Umstandes direkt an der auffallenden Verringerung der Geschäftsunkosten immer wieder ablesen. Selbst der im allgemeinen gewiß nicht leichte Rohstoffbezug regelt sich bei vielen Kriegslieferanten leicht, wenn die Rohmaterialien von staatlichen Stellen gewissermaßen automatisch zugewiesen werden. Auch die Möglichkeit, an den Ausständen zu verlieren, ist für die Kriegsindustrie bei dem so schnell zahlenden Käufer Staat weggefallen. Selbstverständlich bleiben trotzdem lür den Fabrikdirektor noch eine Unmenge im Frieden nicht gekannter Schwierigkeiten, von denen vor allem der Mangel an geeigneten Arbeitskräften und auch die Notwendigkeit fortwährenden Weiterexperimewtierens zu nennen sind. Das sind aber Begleiterscheinungen, die für jene Industrien, die am Kriege verlieren, nicht minder groß sind. Wir führen diese Ueherlegungen auch darum ins Feld, um vör einer allzu starken spekulativen Bewertung der letzthin veröffentlichten Bilanzen zu warnen. Die gegenwärtige vollständige Stille an der Börse macht diese Warnung nur scheinbar überflüssig.
Gerade die neuen, den We r t p ap i erh an d el scharf einschränkenden Bestimmungen bringen nämlich die Gefahr jäher Sprünge nach oben wie nach unten recht nahe. Denn bei der bewußten Ausschaltung aller berufsmäßigen Schichten kann der freie Börsenverkehr nicht mehr seine volkswirtschaftliche Aufgabe erteilen, ausgleichend zu wirken. So richtig an und für sich zweifellos ein Einschreiten gegen jeden spekulativen Uebereifer ist, so bekämpfenswert vor allem die Kreditgewährung zu solchen Zwecken war, so ist man mit den behördlichen Eingriffen doch diesmal offenbar wieder einmal zu weit gegangen. Größere Wertpapierposten sind infolgedessen ohne einen unverhältnismäßig starken Kursdruck gar nicht zu verkaufen. Ferner entstehen ständig zwischen den einzelnen deutschen Börsenplätzen an und für sich unberechtigte Kursdifferenzen in denselben Papieren, weil die Arbitrage angesichts der kurzen Lieferfristen nicht mehr ihre ausgleichende Arbeit erfüllen kann. Es wäre daher zum mindesten erforderlich, diese auf mindestens 5 bis 6 Tage zu erhöhen.
iieielisgersteugesellsehalt m. I>. H., Berlin. Aus Berlin, 4. d M., wird uns geschrieben: „Zugleich mit der Auflösung der Gerstenverwertungs-Gesellschaft ist gestern die Errichtung der neuen Reichsorganisation lür Gerstenverteilung beschlossen worden. Die neue Reichsgerstenstelle mit zwei Abteilungen, einer Geschäftsabteilung und einer V erwaltungsabteilung behördlichen Charakters, ist eingegliedert in die Reichsfuttermittelstelle und bildet eine öffentlich-rechtliche Kriegswirtschaftsgesellschaft. Ihre Errichtung soll die Möglichkeit geben, die Gersten*
bewirtschaftung kaufmännisch und doch gedeckt durch staatliche Autorität sowie geregelt durch staatliche Mitwirkung gemeinnützig zu bearbeiten. Die zu erstrebenden Ziele können, was der bisherigen Gerstenverwertungs-Gesellschaft nicht möglich war, unter Umständen mit Hilfe der Staatsgewalt erreicht werden. Die Organisation erstreckt sich über das ganze Reich, doch wird anstelle der sich mit auflösenden Münchener Zweigniederlassung der Gerstenverwertungs-Gesellscbaft wiederum eine bayerische Filiale der neuen Reichsgerstenstelle erstehen, und zwar wird diese Filiale im Gegensatz zur autzulösenden Zweigniederlassung der Gerstenverwertungs-Gesellschaft auch das linksrheinische Bayern mitumfassen. Darin kommt zum Ausdruck, daß Bayern sich vorzugsweise mit eigener Gerste soll versorgen können, jedoch bleibt für diesmal in praktischer Beziehung zu beachten, daß die bayerische Gerstenernte, die in 1915 besonders gut ausfiel, diesmal weniger günstig beurteilt wird, während umgekehrt die Gerstenernte Norddeutschlands, die im vorigen Jahre schlecht war, diesmal Gutes versprichL
Das Gesamtergebnis der deutschen Gerstenemte wird schätzungsweise mit 3 600000 t zugrundegelegt. Davon sind beschlagnahmt 60 pCt. oder 2160 000 t. Die Verteilung dieser Menge ist wie folgt gedacht; 500000 t erhalten die Viehmast-Organisationeu zu einem Preise überwiesen, der noch nicht endgültig festgesetzt ist, der aber ganz erheblich unter den Einkaufspreisen der Reichsgerstenstelle liegen wird, d. h. unter den Preisen, die auf der anderen Seite den Landwirten gezahlt weiden (vergl. unten), 900000 t .sind den Brauereien zugedacht, kodann 330000 t den Graupenmühlen, 320000 t den Malzkaffee* fabriken und 50 000 t den Extrakt- und Preßhefefäbriken usw., sodaß insgesamt über 2100 000 t der beschlagnahmten Mengen verfügt ist, und noch etwa 60000 t in Reserve bleiben. Was die Brauereien anbelangt, so werden jene 900000 t ungefähr ausreichen, um nicht ganz 50 pCt. der Braukontingente zu befriedigen, nämlich etwa 48 pCt. Es bleibt also bei der seitherigen Vermälzungshöhe. Der P reis, den die Brauer bewilligen sollen, wird dem Vernehmen nach mit ungefähr JL 400 geschätzt; d.i. höher als die Landwirte pro Tonne erhalten sollen. Die Erklärung liegt darin, daß die den Mastern gewährte Preisvergünstigung von den Brauern wieder eingebracht werden soll durch einen entsprechenden Aufschlag auf den Preis der zu vermälzenden Gerste. Dieser Preis wird alsdann, wie gesagt, mit etwa Jl 400 erwartet. Die Landwirte selbst erhalten für die ersten 700000 t JL 340. für die zweiten 700 000 t JL 320 und für die letzten 700 000 t ^ 300; das wären im Durchschnitt JL 320.
Ueber Grundkapital und Stimmverhältnisse in der Reichsgerstengesellschaft m. b. H. ist in Ergänzung der seitherigen Meldungen folgendes zu bemerken; Von den Jl 5 Mill. mit 25 pCt. einzuzahlenden Stammanteilen übernimmt das Reich JL 2 Mill. Preußen Jt 1.480,000, Bayern Jt 500,000, Sachsen JL 125,000, Württemberg Jt 150,000, Baden JL 100,000, Hessen JL 100,000, Oldenburg JL 10,000, Braunschweig JLi 10,000, Reuß ä. L. Jt 5000, Lübeck JL 20,000. Elsaß- Lothringen JL 200,000; nur die restlichen JL 300,000 (nicht also, wie gestern gemeldet, oft 200,000) erwirbt die bisherige Gerstenverwertungs-Gesellschaft, bezw. ihre Anteilseigner. Der materielle Einfluß der Gerstenbezieher ist hiernach also gering. Die Zuteilung an Preußen von t,}L 1,480,000 zerfällt in JL 1 Million für den preußischen Fiskus selbst und in JL 480,000 für die von ihm gegründete Preußische Landesfuttermittel -Gesellschaft m. b. H. (Kapital Jt 8-Ä Mill.).
Dei Aufsichtsrat wird 49 Mitglieder haben, wovon die Landwirtschaft 8 stellt, die gewerblichen Verbraucher 18. Hiervon entfallen auf die Brauereien 9, die Graupenfabriken 2, die Malzkaffeefabriken 2. die Preßhefefabriken 1. der Gerstenbandei 2. die Malzfabriken 2. Das Reich beansprucht 4 Sitze, die sieben meistbeteiligten Bundesstaaten je 2 und die übrigen vier Bundesstaaten je einen Sitz; endlich ist der künftigen Preußischen Futtermittel-Gesellschaft ein Sitz zugedacht. Diese Verteilung läßt erwarten, daß die Mehrheit der Stimmen nicht nur in der Versammlung der Anteilseigner, sondern auch im Aufsichtsrate sich um Reich und Bundesstaaten gruppieren wird. Für den Vorsitz im Aufsichtsrat ist aber wie man hört, der bisherige Vorsitzende der Gerstenverwertungs-Gesellschaft in Aussicht genommen. Im Vorstande der Geschäftsabteilung wird anstelle des vor einiger Zeit genannten Landrats Dr. Schwendy, der zu anderer Verwendung auserseben ist, der Landrat Hagedorn, früher Schleswig, den Vorsitz lühren. Hagedorn war zuletzt im preußischen Ministerium des Innern in Gerstenangelegenheiten tätig. Außer ihm werden den Vorstand der Geschäftsabteilung bilden in Berlin: die Herren Scheuer, Sperling und Weingart; in München: Herr Bcigel.
Hinsichtlich der Uebers.chüsse ist im Statut bestimmt, daß die Anteilseigner einen Gewinnanteil von bis zu 5 pCt. ihrer Einzahlung empfangen, und daß der Rest dem Reiche zutällt.
Die Gerstenverwertungs-Gesellschaft m. b. H. feilst wie gemeldet wurde, in Liquidation. Aus den bei den Gerstenbeziehern erhobenen Zuschüssen zur Unkostendeckung (von JL 5 pro Tonne) sind erhebliche Beträge unvei braucht und werden jetzt den Einzahlungen vertragsgemäß zurückgewährt.“
* Abrechnungsverkehr der Reiclisbank. Der Clearingverkehr hat im Juli eine weitere Erhöhung um Jt 313 Mill. gegenüber dem Vormonat erfahren. Im Vergleich zur Parallelzeit des Vorjahres bat sich die Ziffer sogar um JL 452 Mill. erhöht. Der Monat Juli 1914 hatte bekanntlich infolge des aulgeregten Börsenverkehrs während der kritischen Tage vor Kriegsausbruch damals nahezu Rekordhöhe mit JL 6942 Mill. gebracht.
iu
Mill. Jl)
11)08
1909
1910
1911
1912
1913
1914
1915
1916
.Januar
3 966
4 433
4738
5 362
6331
6692
7300
4847
4910
Febr. ••
3 501)
3 949
4,241)
4446
5526
5 276
6526
4309
5152
März ••
3 725
4 332
4,583
5142
5922
5851
6948
5788
6431
April ••
4300
4541
4 786
5039
6444
7087
7111
5612
5035
Mai • -
3722
4:554
4171
5068
590t!
5927
6124
4161
5533
Juni ••
3747
4312
4383
4921
5656
6078
6170
4709
5155
Juli - • ••
42411
4 411
4524
5502
6598
6521
6942
5041
5468
August
8444
3 762
4234
5119
5447
5219
2938
4202
Septbr.
3567
4112
4374
5354
5577
5 903
3212
5410
Ok'tobr.
4268
4 556
4 723
6130
6962
6925
4473
4851
Covbr.
3596
4116
4 534
5 370
6008
5582
4427
4459
Dezbr.
3974
4 543
5049
5562
6173
6 623
4474
4719
.
ganz.Iahr
45961
51 428
54342
63015
72544
73 534
66645
58108
Jan./Juli
27109
30336
31428
35408
42377
43382
47121
34464
37684
* Hohe Kriegssewinne der Ver. Stahlwerke Van der Zypen. Die Ver Stahlwerke v ander Zypen und Wisfsener Eisenhütten A. - G. weist für das am 30. Juni abgelaufene Geschäftsjahr ein derart hohes Erträgnis aus, daß sie trotz reicher Rückstellungen eine Dividende in mehr als doppelter Höhe der vorjährigen verteilen kann. Für die Geschäftsjahre 1911/1912 und 1912/13 waren je 12 pCt. zur Ausschüttung gekommen. Im letzten Geschäftsjahr vor dem Kriege (1918/14) mußte dann eine Ermäßigung aut 8 pCt. stattfinden. Schon im ersten Kriegsjahr 1914/15 wurde aber wieder so gut verdient,daß man zu dem frühernDividendensatz zurückkehren konnte. Inzwischen hat die Gesellschaft durch bedeutende Heereslieferungen in Qualitätsmaterial sowie durch die sehr günstige Preisgestaltung weitere beträchtliche Gewinne erzielen können und beantragt daher jetzt eine Heraufsetzung der Dividende auf 25 pCt Der Rohgewinn hat sich im Jahre 1915/16 verdreifacht. Er wird mit JL 17 Mill. angegeben (i. V. 5.23 Mill.). Die Abschreibungen sind mit JL 3.8 (1.7) Mill. mehr als verdoppelt. Weiter wird ein erheblicher Betrag, nämlich JL1% Millionen, zur Wiedereinstellung der Betriebe aufdie Friedensarbeit verwendet. Für Kr legsgewinn- Steuer werden nicht weniger als JL 5 Millionen zurück- gestellt, d. h. mehr als der ganze Reingewinn des vorletzten Jahres (1914/15) mitsamt dem Gewinn vertrag betrug. Als Reingewinn bleiben alsdann noch JL 6.9 (3.4) Mill. Davon werden lür die Dividende JL 4.25 (2.04) Mill. beansprucht. Außerdem werden aus dem Reingewinn große Zuwendungen zu Wohlfahrtszwecken gemacht, u. a. an die Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen JL 500 000 und lür Arbeiterwohnungsfürsorge M 750000 verwendet.
* (Gußstahlwerk Wittuaann A.-CJ., Haspe i. W.
Die Gesellschaft gehört gleichfalls za jenen Industrie-Unternehmungen. die aus der Kriegskoniunktur großen Nutzen ziehen konnten. Schon im vergangenen Jahre in die Lage versetzt, ihre Dividende von 10 aut 15 pCfc. zu erhöhen, kann sie für das am 30 Juni beendete Geschäftsjahr 1915/16 mit 30 pCt. eine Verdoppelung des letztjährigen Satzes bei JL 1.45 Kill. Aktienkapital vornehmen. Bei einem Bruttogewinn von Mark 1 162 712 (i. V. JL l 091 383) verbleiben nach Jt, 452 892 (,A 490 292) Abschreibungen JL 709 820 (JL 601 091) Reingewinn, der durch den vorjährigen Vortrag auf JL 1 192 803 (oll 795 483) erhöht wird. Hieraus sollen außer der Dividendezahlung JL 250 000 (JL 75 000) der Reserve zugewiesen, wieder Jt 20 000 als Aufsichtratstantieme vergütet und JL 487 803 (JL 483 827) vorgetragen werden. Nach der Bilanz belaufen sich die Kreditoren aut JL 655 319 (JL 745 097). denen an Debitoren Jt 1 077 770 (Jt 704 822). an Vorräten JL< 514 659 (.// 692 070) und an Guthaben bei Banken etc. JL 1 288 408 (Jt* 854 471) gegenüberstehen. Für Neuanlagen wurden JL 262 892 (Jt 223 000) verausgabt. Außer Grundstücke und Gebäude sind sämtliche Anlagen nunmehr bis auf Jii 1 abgeschrieben.
HaadeSskank Lodz. In Ergänzung der telegraphisch gemeldeten Abschlußziffern für 1915 (Rbl. 16 547 Reingewinn, der vorgetragen wird) tragen wir aus der Bilanz noch nach, daß den auf Rbl. 24,78 ( 1 . V. 15.69) Mill. gestiegenen Kreditoren und Rbl. 11.68 (16.34) Mill. Depositen an Bar Rbl. 2.87 (0.72) Mill., an Wechseln Rbl, 19.72 (25.75) Mill., an Devisen Rbl. 0.31 (0.20) Millionen, an Effekten Rbl. 2 (1.89) Mill. und an Debitoren Rbl. 26.24 (19.31) Mill. gegenüberstehen. Das Depot bei der Reichsbank ist auf Rbl. 5.32 (0.67) Mill. gestiegen.
Sckloßkotel A.-H., Gotha. Die Gesellschaft, die mit JL 525 000 Aktienkapital ausgestattet ist, schließt nach -A 26 400 (i. V. Jt, 28501) ordentlichen Abschreibungen und 189500 (0) Extraabschreibungen mit JL 234775 Verlust ab, um den die
Samskag 5. August 1916 •
Unterbilanz auf ^ 263 247 ansneigt. Die mit Jti 0.S1 Mill. be» werteten Immobilien sind mit ^0.44 Mül. Hypotheken belastet
——- 7
* ßheinschiffahrt. Aus Duisburg, 4. d. M„ wird un 5 geschrieben: „Während der letzten beiden Wochen war dep Verladebetrieb in den Hafen gebieten, sowie der Schlepper- kehr rheinaufwärts durch Hochwasser stark beeinträchtigt. Die Verladungen in den Rubrhäten waren sehr unregej. mäßig und infolge der starken Strömung konnten die berg. wärtsfahrenden Schleppzüge meistens nur mit großer Verspätung nach den Bestimmungshäfen am Mittel- und Ober- rhein sowie nach den Mainplätzen befördert werden. Der Ausfall in den Verschiffungen war erheblich und es mußten die Kohlenlagerbestände angegriffen werden, um den äugen, blicklichen Bedarf decken zu können. Die durch die Hochflut verursachten Störungen zogen sich bis in die laufende Woche hinein. Inzwischen ist der Wasserstand im ganzen Stromgebiet soweit zurückgegangen, daß jetzt wieder geordnete Verhältnisse im Verlade- und Schlepp, betrieb eingetreten sind. Angebot und Bedarf an Schiffsraum waren weit auseinandergekommen, jedoch konnte sich die Festigkeit der Marktlage irn. allge- meinen behaupten, man nimmt an, daß sie sich in der nächsten Zeit noch verstärken wird. Die Bergfrachten von der Ruhr stehen unverändert für die Tonne nach Mainz-Mannheim auf JL*. 1; nach Frankfurt auf JL 1.10; nach Karlsruhe auf JL 1.15; nach Lauterburg auf JL 1.25; nach Straßburg auf JL 1.50; auch der Schlepplohn steht unverändert auf JL 0.60 für die Tonne nach St. Goar, auf JL 0.80—0.85 nach Mainz-Gustavsburg und auf JL 0.90—0.95 nach Mannheim; weiter rheinaufwärts sind die Sätze ebenfalls unverändert, desgleichen auch die Talschlepplöhne vom Oberrhein nach dem Mittel- und Niederrhein. Die jüngst bezahlten Tal trachten von der Ruhr betrugen für kleine Schiffe nach Tiel JL 8.05 für die Tonne, für mittelgroße JL 2.45, nach Leiden JL 2.50, nach Sclnedam JL 2.85, nach Zeeland JL 3.25, für kleine Schiffe nach Doesburg JL 3.35 (100 Fl. zu JL 226 gerechnet). Seit einiger Zeit wird der Schiffsverkehr auf der mittelrheinischen Gebirgs- strecke durch Frühnebel etwas beeinträchtigt. Bisher konnten die größten Kähne mit voller Belastung bis nach Straßburg fahren. Nachdem das Wasser am Kauber Pegel bis auf 2.84 m gesunken ist und auch auf der oberrheinischen Strecke ein starker Rückgang erfolgte, werden voraussichtlich in der nächsten Zeit Ladungseinschränkungen bei den großen Kähnen erforderlich sein. Sobald Leichterungen aul den Strom notwendig sind, werden die Bergfrachten zweifellos anziehen. Die Verladungen am Oberrhein für Talfahrten, welche eine »zeitlang abgeschwächt waren, haben sich nach dem Mittel- und Niederrhein wieder etwas gehoben, dagegen haben die Verschiffungen nach Belgien und Hofland stark nachgelassen. Die Frachten nach dem Mittel- und Niederrhein sind ziemlich stark befestigt, im übrigen aber gegen die Vorwochen nicht wesentlich verändert. Die Bergschiffabrt auf dem Main ist noch ziemlich lebhaft; dagegen die Fahrt auf dem Obermain nach den Rheinhäfen mangels genügender Gütermengen und infolge niedrigen Wasserstandes abgeschwächt, Allem Anschein nach muß auch bezüglich der Rheinschifffahrt nach dem eingetretenen warmen Wetter in der nächste» Zeit mit einer gründlichen Veränderung des Fahrwassers und der Verkehrslage gerechnet werden.“
* Verband Beutsdaer Schuhputzmittel- und Bolmerwaefesfabrl kanten. Man schreibt uns: „Dieser kürzlich gegründete Verband ist ein neues Glied, in der Kette der Vereinigungen, wie sie die Kriegsverhältnisse zusammengefügt .haben. Der Zusammenschluß entsprang der Notwendigkeit, welche sich aus der Regelung iu der Verteilung der Rohstoffe ergab, außerdem wurde er als erforderlich erachtet im Interesse der Ueberführung der Kriegswirtschaft in die Friedenswirtschaft. Eine Preiskartellierung den Annehmern gegenüber faßte der neue Verband nicht ins Auge. Dagegen soll die Gründung einer Zentralstelle für techniscjia und juristische Beratungen, für Bekämpfung des ausländischen Wettbewerbs und der Lieferungsverbände beabsichtigt sein. Erster Vorsitzender ist Paul Heyde (Firma C. F. Heyda, G. m. b. II.), Berlin-Britz, zweiter Vorsitzender Rübsam (Firma Carl Rübsam), Fulda, Beisitzende Lemm (Firma Urban u. Lettin»'., Berlin-Charlottenburg, Dr. Isaac (Finna Siebenhon) u. Go.), Köln-Zollstock, Leibholz (Finna Emil Wegen er) Bromberg innl Direktor Söhring (Firma Lüneburger Wachsbleiche) Lüneburg,"
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Briet [Herwegen 5.39—(Schweiz 226^ Oest. • Dng. 158- Rumänien . lS8H!8nfgsrien . S Dortmund, 5. August, 9.5 V. turgisclie Bergwerks- und Hüttea-A, maschmenfabrik Wagner & Co.
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5- Angnit
Söhngen geht zur Verwaltung der Deutsch-Luxemburgischen Gesellschaft über. Direktor Wagner tritt in den Ruhestand. '
Mamburg:, 5. Aug.. 10.15 V. Die Hamburg-Bremer Feuer versicherungs Gesellschaft in Hamburg beruft zum 15. August eine außerordentliche Generalversammlung, um über die Erhöhung des Aktienkapitals um -/F 3999 500 auf JL 10 Mill. Beschluß zu fassen. Die _ neuen Aktien sind vom 1. Oktober 1916 ab dividendenberechtigt. Das Bezugsrecht der Aktionäre bleibt ausgeschlossen. Die bisher in Umlauf befindlichen Aktien von nom. Jti 1500 sollen in Aktien von nom. JL lOOü umgetauscht werden. Ferner soll § 25 der Statuten betreffs Vergütung an die Mitglieder des Aufsichtsrates mit • iick- wirkender Kraft vom 1. Januar 1916 ab eine Aendei i erfahren.
Wien, 4. Aug. Devisenkurse. Marknoten 143.80 (voriger Kurs 143.80). Holland 324.75 (324.75), Schweiz 150.25 (149.75). .Skandinavien 227.— (227.25). Bukarest 124.50 (124.25). Sofia 114.75 (114.75), New York 770.— (770.-). Rubel 268.50 > 268.50) ’•
F JPragr, 4. Aug, 10.17 N. Der Braunkohlencxport auf der Elbe nach Deutschland betrug im Ju 1 1 1,1 Mill. Meterzentrier (minus 0,1 gegen 1915) und seit Jahresbeginn 5,5 (minus 0,4) Mill, Meterzentner.
Paris, 4. Aug. Kassakurse.
3<>/oRente .. 50/a Anleihe 40/oSpan.äuß. 5»/oBüssen08 3 O /0 do. 86 4 0 0 nnif.Türk. Banq.de Paris Creduonnais Un.Parisienn, Metropoütain Nord d’Espag
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g Amsterdams, 4. August, 4.10 M. An der Amsterdamer Böisa war heute für rumänische Petr 0 le u m werte starke Haussetendenz aut' die Beruhigung in der Auffassung der politischen Lage in Rumänien.
V liiMldoii, 4. Aug. Die Versammlung der. Inhaber von Debentures der Cordoba Gentral-Bahn war infolge mangelnden Quorums bezüglich des Fundierungsplans beschlußunfähig. Von Lst. 2)4 Millionen Debentures sind iedoch bereits über Lst. 2 Millionen angemeldet.
Die „Times“ meldet, daß Frachtschiffe den Panamakanal nur jeden zweiten Tag passieren dürfen. Auch die Fährt von Passagierschiffen findet nur unter gewissen Beschränkungen stat t.
Im Salanskigebirgc in Sibirien sollen reiche Silber- nnd Kupferlager entdeckt worden sein.
New 1 ork, 4 Aug. (Schlufl-Notierungen).
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g Nürnberg, 5. Aug. 12 M. Am Hoplenmarkl war cjAS
Geschäft während dieser Woche sehr unbedeutend. Der Umsatz betrug kaum 200 Ballen, während Zufuhren von ca. 300 Ballen eingetroffer. waren. Trotz des äußerst ruhige 1 Geschäftsverkehrs blieben die Preise ziemlich unverändert. Heute notierten geringe cM 50 bis 55, mittlere und gut mitE lere Jt 58 bis 68, prima JL 70 bis 85.
Gerbstoffe.
ß Vom Gerbstoffmarkt, 4. Aug. Die Versorgung des Harkte* wurde durch stärkere Heranbringnng von Eichen- und fichtenrinden erleichtert. Das günstige Wetter förderte die Schälungen in den Wal - dangen. Unter Höchstpreisen war indes nichts zn kaufen. Eich«0- hölzer für die Herstellung von Gerbstoff-Auszügen waren stark begehrt. Inder elsässischenObertörsterei Hart-Nord erlösten Eichen« Scheithölzer Z. Kl. 10 (Taxe Jl 5) das rm ab Wald.
Verantwortlich: Politik nnd Allgemeines: A. Bü.sch.ing'; Feuilleton: Budolf Geck; Handel: Hermann. Stern; Anzeigen: 5>. Puckert; sämtlich in Frankfurt a. M.,
Prack und Verlag der Frankfurter SocietätsdruckereiG.m. b. B, ‘
