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Wsrge«Vrstt ver Irankfurrer Pett««s

Wsrrtag, 12. MeSrrmr 1917

Die A mlrale«.

Das hoLändWe Weißbuch.

' t Haag, 11. Febr. (Priv.-Tel., zf.) Ein niederlänbi- fchcs Weißbuck enthält die Antwort, die der nieder­ländische Minister des Aeußern dem deutschen Gesandten im Heurg «uf die deutsche Note erteilt hat. In dieser Antwort heißt es:

-Schiffahrt offen bleibt. Dagegen ist im östlichen Mittelländischen MeereZ die Durchfahrt gänzlich abgeschlos­sen zwischen Port Said und dem Vorwasser, das von Gibral­tar nach Griechenland führt, fodaß der Weg na ch I nd i e n, der von so hervorragender Wichtigkeit für den Hatttel der .cre- derlaude als Kolonialmacht ist, abgeschnitten tvrvd. Dre >tle- gierung Ihrer Majestät hat inebr als einmal im Laufs des Krieges ihre Ansicht hinsichtlich der willkürlichen Abgrenzun­gen, die kriegführende Mächte in einem Teil des Meeres vor­nehmen. die für militärische Kriegsoperalionen bestnrunt waren, und wodurch der Handelsverkehr allen ^echhrrn^aus- gesetzt wurde, bekannt gegeben.. So hat die Niederlande che Regierung in einer Note vom 10. November 1014 an den Gesandten Großbritanniens protestiert gegen dw Er­klärung der Nordsee als militärische Zone, in der Handels­schiffe und Fischerfahrzeuge sich Gefahren aussetzen, wenn sie nicht genau die von der britischen Admiralität gegebenen An- toeisungeu befolgen. Die niederländische Regierung P ro­te st i c r t e in gleicher Weise durch ein Memorandum vom 12 Jainuar 1916 gegen die von der deutschen Regierung erfolgten Erklärung eines großen Teiles der Nordwe und des Kanals als Kricgsgeb'et.

Da nun diese beider: Fälle Anlaß zu eine«: Protest von Seiten der niederländischen Regierung geben konnten, sieht sich die niederländische Regierung mit umsomehr Grund ver­pflichtet, mit der äußersten Kraft sich gegen ein System zu wenden, das jetzt- durch die Regierung Eurer Erzellenz em- gelcitet wird, ein System, das nicht allein sich auf ein weit ausgedehnteres Gebiet erstreckt, sondern das auch den vor­bedachten Angrif! auf neutrale Schiffe umfaßt, einerlei welche Ladung und welche Bestimmung sie auch haben mögen, und ohne Unterschied zu macken, ob ihre Anwesenheit in dem ge­nannten Gebiet eine freiwillige ist oder lediglich eine Folge von Umständen, die unabhängig sind von ihrem Willen. Selbst wenn die kaiserliche Regiarung, die Maßnahme, die sie soeben getroffen hat, mit dem Namen einer Blockade bezeichnest würde die gnadenlose Vernichtung eines jeden neutralen Schiffes, das sich nach einem feindlichen Hafen begibt, oder diesen verläßt, m Widerspruch zum Völkerrecht stehen, das lemglich die Beschlag­nahme und nickt die Vernichtung von Schiffen kennt, die die Blockade zu durchbrechen versuchen. Uebrigens würde die Be­zeichnung Blockade, die die kaiserliche Regierung auch rich- tig vermied, offenbar nicht für eine so unermeßliche Ausdeh- >nung auf dem Meere passen, wie sie mit den beiden militäri­schen Kriegsoperationsgebieten umschrieben toorden. Dies ist mmso weniger möglich, da vom Standpunkt des Völkerrechts aus, die Blockade allein gerichtet ist gegen den Verkehr nach den Häfen des Gegners und in keiner Weise sich gegen die direkte Schiffahrt zwischen zwei neutralen Ländern richten darf.

Dir kaiserliche Marine hat nun den Befehl erhalten, in der: genannten Gebieten alle Schiffe, die sie antrifft, zu vev- nichten, ohne den geringsten Unterschied zu urachen zwischen Schiffen, die sich nach den feindlichen Häfen begeben oder dar­aus abfahren, und solchen Schiffen, die zwischen zwei neu- tcalen Häfen Verkehren ohne einen feindlichen Hafen anzu- laufen. Dem stets in diesem Kriege befolgten Prinzip ge»

, treu, kann die Regiemng ihrer Majestät in der Vernichtung neutraler Schiffe durch Kriegführende lediglich eine Ver­letzung des feststehenden Völkerrechts sehen, ganz zu ichweigeu von der Verletzung der Gesetze der Mensch­lichkeit. falls die'e Vernichtung erfolgt, ohne daß man sich dabei um die Sicherheit der in den Schiffen befindlichen Per­sonen kümmert. Die Verantwortung für die even­tuelle Vernichrung niederländischer Schiffe in den betreffen­den Gebieten und für den Verlust von Menschenleben, der hierdurch entsteht, wird auf die deutsche Regierung zurück­fallen. Ihre Verantwortung wird besonders schwer sein. in solchen Fällen in denen die Schiffe durch Zwang von Zeiten feindlicher Kriegsschiffe, die das UntersuchungSrecht ausüben, genötigt waren, sich innerhalb der gefährlichen Zone zu be­geben.

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t Haag, 11. Febr. (Priv. - Tel., zf.) Die nieder­ländische Regierung meldet amtlich:

Ter Minister des Aeußern teilte mit, daß der nieder­ländische Gesandte in Berlin, wie sein Auftrag es verschrieb, sich an die d euts ch e R eg ie rung gewandt hat, um Auf­klärung über die Vernichtung dcs niederländischen ' DampfschiffesG a m m a" durch ein deutsches Tauchboot zu erbitten. Die deutsche Negierung antwortete, daß die Ver­nichtung des genannten Schiffes in keinem Falle als eine ' Folge der Erweiterung des Tauchbootkrieges anzusehen sei. Die deutsche Regierung sagte eine genaue Unter­suchung des Falles zu, sobald das betreffende Tauchboot Zurückgekehrt sein werde. Außerdem erklärte die deutsche Regierung, daß, wenn sich aus dieser Untersuchung ergeben würde, daß der Bericht über die Vernichtung richtig sei, die deutsche Regiemng nicht zögern werde, vollkommene 'Genugtuung zu geben."

Rotterdam, 10. Febr. (W. B.) Heute sind v ier eng­lische Dampfer aus London zm Nieuwe Water- .w e g angekommen. Der TemrpftcWe st erd i j k", der aus New Jork in Rotterdam angekommen ist, hat feine Post in Falmouth zurücklassen müssen.

Die Nolle Spaniens.

A Madrid, 11. Febr. (Priv.-Tel., zf.) Graf R o tu ^ \tjo n c v erklärte dem Vertreter der Radioagentur, die Re- 5gierung habe die spanische Antwortnote im Geiste voll- rsmmener Versöhnlichkeit mrd mit den: Vertrauen ab gefasst, ,daß die deutsche Regierung von den gleichen Gefühlen der 'Freundschaft gegenüber Spanien beseelt sein werde. Spa- itienö Haltung habe sich seit Kriegsbeginn in voller Unab­hängigkeit fern von jeder Einflüsterung bewegt und werde oas auch weiterhin tun.

Alle Parteiführer äußerten ihr Einverständ­nis nrit der internationalen Politik der Regiemng, selbß der Reformist Alvarez sagte, daß augenblicklich mehr nicht getan werden könne. Ein Teil der spanischen Presse meint, der gleiche Protest wie an die Zenivalmächte, hätte an die Alliierten gerichtet tverden sollen.Epocs" schreibt:

Nack dieser Note wende sich die Aufmerksamkeit der Neu- traten Spanien zu, um das sich nunmehr die Nationen, die eine ähnliche Haltung beobachteten, scharen würden. Der Mittelpunkt der Friedensbestrebungew verschiebe sich von Washington rmck Madrid.

Die UMhhängigkeit der spanischen Politik vom Weißen Hause wird in dieser wie in anderen Pressestimmen mit Be­friedigung festgestellt.

Ein außerordentlicher Ministennt besprach die schwierige Lage an der Ostküste und in Bilbao. Die Frachtraumnoi ver­hindert die ObstauSfuhr. Die Zahl der Arbeitslosen wächst. Die Hochöfen von Bilbao fürchten, wegen Kohlen­mangels feiern zu muffen.

Proteste aus Südamerika.

' y Bafel, 11. Febr. (Priv.-Tel., zf.) Aus Rio de Ja­neiro meldet Havas: Brasilien hat an Oester­reich-Ungarn eine gleichlautende Note wie an Deutsch­land gesandt.

Die gleiche Agentur meldet aus L i m a: Der Minister des Aeußern hat den peruanischen Gesandten in Berlin beauf­tragt, gegen die Versenkung des peruanischen Seglers -Lord" in den spanischen Gewässern zu protestieren . Amsterdam, 10. Febr. (W. B.) DieTimes" meldet aus San I a g o, daß die chilenische Regierung am 8. Fe­bruar dem deutschen Gesandten die Protestnote gegen .den verschärften Tauchbootkrieg überreicht habe. Chile be­hält sich für den Fall, daß seine Rechte verletzt werden sollten, Freiheit des Handelns vor. Die Antwort Chiles an dir Vereinigten Staaten wird vermutlich ableh­nend lauten

, Erlitt, 10. Febr. (W. B.) Zuverlässige Nachrichten aus Chile besagen, baß die dortige Preffe fast ouSnahmS» los ebenso wie die gesamte öffentliche Meinung sich nachdrück» Uch dagegen wehren, von den Vereinigten Staa» .LS^N ins -Schlepptau genommen gst werden.

Deutscher Tagesbericht.

Abgewrefene Angriffe der Engländer.

Großes Hauptquartier, 11. Febr. (W. B. Amtlich.) Westlicher Krieg siümuplütz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Westlich von Lille, beiderseits des Kanals von La Basssie und der Serre, sowie im nördlichen TeU des Somme-Gebiets lebhafter Artilleriökampf.

Aus dem Nordufer der A ncre griffen die Englän- de r nrit starken Kräften nordöstlich von Beaumont, auf dem Südufer östlich von Grandcourt und nördlich von Conrcelette mit schwächeren Abteilungen an. Am Wege von Pusieux nach Beaucourt drangen sie in Kompanie- breite ein, an allen übrigen Teilen sind sie zum Teil im Nah­kampf zurückgewiesen worden.

Heeresgruppe Kronprinz.

Auf dem linken Maasufer nahm wie am Vortage das Feuer von Mittag an zu, ohne daß sich ein Angriff ent­wickelte.

Im Walde von Ailly (südöstlich von St. Mihiel) und beiderseits der Mosel erfolgten französische Vor­stöße, die durch unser Börvehrfeuer und im Handgemenge ab­geschlagen winden.

Erkundungs- und Angriffsanfzaben führte« unsere Fliegergeschwader weit hinter die feindliche Front. Für die Gegner wichtige militärische und Berkehrsairlagen wurden bei Tag und bei Nacht wirkungsvoll mit Bomben bewiesen.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des GeneralfeldmarschaÜS Prinz Leopold von Bayern.

Mit nachlaffender Kalte nahm die Gefechtstatigkeit in vielen Abschnitten zu.

Bei P v st a w y (nördlich des Narocz-Sees) und süd­östlich von Zloczow wurden russischeJagdkomman- dos ab gewiesen.

Am Unterlauf des S t o ch o d holten unsere Stoßtrupps ohne eigenen Verlust eine Anzahl Gefangener aus den feind­lichen Gräben.

An der

Front der Generaloberst Erzherzog Fofeph mrd bei der

Heeresgruppe des GeneralftldmarschallS von Mackensen außer Borfeldgrfechten und nur vereinzelt lebhafterem Ge- schützfenrr keine besonderen Ereigniffe.

Mazedonische Aronk.

Nordwestlich von Monastir blieb ein französischer Vorstoß, südwestlich des Dojran-Sees ei« nach starkem Bor- beveittmgsfeuer einseirender Angriff der Engländer ohne jeden Erfolg.

Der Erste Generalquartiermeisterri Ludendorff.

Die Sümpfe bei SSrz.

Ern rkaüenrscher Angriff am Sttlfser Zoch abgewiesen.

Wien, 11. Febr. (W. B.) Amtlich wird verlmrtbart:

Oestticher Kriegsschauplatz.

Südwestlich von Ocna, bei Bekas und südöstlich von ZlocZow wurden feindliche JagdkommandoS abgewiesen.

Am unterm S t o ch o d holte ein Stoßttupp eine Anzahl Gefangener rmZ den russischen Stellungen. ^

Jlaliemfcher Kriegsschauplatz.

Im Görzifchen wurde an rnehreren Stellen mn die vorr unseren Truppen eroberten Gräben gekämpft. Die feindlichen Gegenstöße scheiterte». Weikere 370 Ge. f an gelte blieben in unseren Händen. Abteilungen des k. k. Landwehr-Jnf.-RegimentS Nr. 37 zeichneten sich lm An­griff ans.

Italienische Flieger warfm ar»f T r i e st, M u g g i a, die Werften von San Roceo und daS FeldfpitaL in Opcina Bomben ab. Nördlich von Tolmeln brachte eine ge­lungene Unternehmung 42 Italiener ein. Ein feiiwlicher An­griff auf unsere Stellungen cm StNfser Joch wmde blutig abgewiesen.

SüdZfMcher Kriegsschauplatz.

^ Unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs deK Generalstabs:

v. H öfer, FAdmarschallentnant.

Der Abendberrcht.

Berlin, 11. Febr. 1917, abends. (W. B. Amtlich.) Bei- derseits der Ancre lebhafte Attillerie- und Gmbeickampf- tatigkert.

Sonst im Westen und Osten Mfts WesenLicheS.

Die Opfer des ILregeraugriffs auf Brügge.

(Privattelegramm derFrankfurter Zeitung").

Brügge 16. Febr. Unter großer allgemeiner Teilnahme der Bevölkerung fand heute Vormittag die Bestattung der 16 5? i n d e r statt, die dem englischen Fliegeran­griff vorgestern zuni Opfer sielen. In der alten Frauen­kirche, wo die Toienfeier sbattfand, drängte sich Kopf an Kopf; die Straßen, die der Trauerzug durchschritt waren schwarz von Menschen. Der Kommandierende General des Marinekorps hatte als Zeichen seiner Teilnahme einen pracht­vollen Kranz gesandt. Eine Militärkapelle spielte während der würdigen Trauerfeier auf dem Friedhofe einen Choral

Die Stimmung der Flamen in Brügge ist ziemlich gereizt gegen die Engländer. Das Volk begreift es nicht, daß die Engländer gegen den ausdrücklichen Wunsch des Königs Albert die schönen Städte des Landes durch der­artige Vombenattentate verwüsten und unschuldige Ein­wohner töten. Die 5kinder waren teilweisi im Begriff ge­wesen, von ihrer Klosterschule das Essen aüzuholen, als die Flieger kamen. Heute Nacht wurde die Stadt abermals zwei­mal mit Bomben beworfen, die glücklicherweise fehlgingen.

Eugen Kalkschmidt, Kriegsberichterstatter.

Imnkrelch.

Die Kohlen- und Transporikrife.

Bern, 10. Febr. (W. B.) In der gestrigen Sitzung des französischen Senats kam es bei Erörterung der Interpellation über die Kohlenkrise zu heftigen An­griffen auf die Regierung. Besonders wurde dabei die Unfähigkeit des früheren TransportminIsterS Sem- bat gerügt. Minister H e r r i o i verwarf eine Tagesord­nung, in der Sembat^ein Tadel ausgesprochen werden sollte, und stellte unter bissigen Zurufen gegen SemÜat die Ver­trauensfrage. (Lebhafte Erregung.) Sodann tvurde eine Tagesordnung angenommen, in der der Regierung das Vertrauen ausgesprochen und gewünscht wird, sie möge der Kohlennot und der Transportkrise steuern.

»

J Basel, 10. Febr. (Priv.-Tel., zf.) Wie das Ministerium des Innern mitteilt, sollen zur Erzielung von Ersparniffen an Materia! die französischen T a g e s b l ä 1 t e r vom 15. Februar an in der Woche zweimal mit beschränkter S ejt e»zah l erscheine«, ^

Schwere Kümpfe am Ilgris.

Türkische Berichie.

Kvnstautinopel, 11. Febr. (W B.) Gmemlstabsbericht { vom 9. Februar.

Tigrisfroni: Nach Nachrichten, die infolge Draht- unterbrechung erst kürzlich eingettoffen sind, fand am 3. Fe­bruar südlich vom Tigris ein größeres Treffen statt. In der Nacht zum 3. Februar und am Morgen nahm der Feind unsere Stellungen unter heftiges Geschützfeuer und griff um 11 Uhr vormittags an. Bei seinem ersten Angriff gelang es dem Gegner, sich eines Teiles unserer ersten Linie zu bemächtigen. Er wurde aber durch unseren Gegenangriff teilweise zurückgeworfen. Der Feind drang abermals vor, aber es gelang uns, unsere zweite Linie bis auf einen kleinen Bmchtell durch einen heftigen Gegenangriff wieder zu nehmen. Weitere Angriffe am Nachmittag desselben TageS wurderr a b g e w i e f e n. Weiter östlich wurde eine Kavalleriebrigade nebst Artillerie, welche gegen den Tigris vorzudringen versuchte, durch das Feuer unserer Kanonenboote gezwungen, den Rückzug anzutteten. Am 8. Februar und an den folgenden Tagen Infanterie- und Ar-> tilleriefeuer südlich vom Tigris, in der Stellung von Fellahie.

KaukafuSfront: Im Abschnitt des rechten Flügels sind unsere Sturmtruppen in die erste Linie des Feindes eingedrungen, brachten ihm viele Verluste bei und erbeuteten eine Menge Ausrüstungsstücke und Kriegs­gerät.

An den anderen Fronten kein Vorgang von Bedeutung-

Konstantinopel, 11. Febr. (W. B.) Heeresbericht vom 10. Februar.

T i g r i s f r o n t: Am 9. Februar griff der Feind nach Artillerievorbereitung, die bereits morgens begann, um 10 Uhr vormittags unsere Stellungen südlich von Tigris an. Der Angriff wmde unter großen Verlusten für den Feind abgeschlagen. Bei einem zweiten Angriff des Gegners gelang es einem einzigen seiner Bataillone, anfangs in unsere Linie einzudringen. Es wurde jedoch info.^e Handgranaten- und Bajonettkampfes wieder aus unserer Stellung vertrieben. So waren um 3 Uhr nachmittags unsere Stellungen völlig wieder genommen. Ein feindlicher Flieger wurde durch unser Jnfcmteriefeuer zur Landung gezwungen.

Kaukasusfront: Jnr Abschnitt des linken Flügels wurde ein Ueberraschungsversuch starker feindlicher Aufklämngsabteilungen gegen zwei unserer Stellungen voll­kommen abgeschlagen.

Von der übrigen Front ist kein wichtiges Ereignis zu melden.

Englischer Bericht.

10. Februar: Die bei unserem Vorrückcu am 8. Februar gewonnenen feiMichcn Stellungen wurden jetzt b e - f e st i g t. Während der Befestigungsarbeiten wurden meh, vere Minen» und Bombenunternehmungen auSgeführt. Die Artillerie beschoß bei mehreren Gelegenheiten eine vom Feind stark besetzte Süßholzfabrik. Am 7. Februar wurde bei er- folgreichen Kavallerieunternehmungen eine große Menge Korn erbeutet. Am 9 Februar wurde die Offensive wieder ausgenommen, unter dem Schutze schwerer ^Be^chieß- ung ein Teil der neuen feindlichen Frontlinie westlich von H a i genommen und angesichts zweier Gegen­angriffe befestigt. Weiter westlich drangen wir nach einem erfolgreichen Bombenkampf in feindliche Schützengra­ben ein, die auf einer Fron! von 1200 Aards gesichert und befestigt wurden. Während dieser Unternehmungen trieb un­sere Kavallerie auf dem Westflügel feindliche vorgeschobene Truppen südlich und weststch von S ch u m r a n garück.

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t Haag, 11. Febr. (Priv.-Tel,. zf.) Der ^Manchester Guardian" sagt zu den Kämpfen in Mesopotamien: Die letzten Berichte Ms Mesopotamien zeigen, daß dort ein höchst emstes Gefecht im Gange ist, dch Fortschritte jedoch nur schwer zu erzielen sind und daß wir nicht u> rasch vorangegangen sind, wie die etwas unbestimmten Be­richte über die Operaiionn uns giauben machten. Dis Kämpft dort scheinen fast gerade so vor stch zu gehen wie in Europa.

AMche Megsberlchle der Gegner.

(Privattelogramms der .Frankfurter Zeitung-, zf.)

Französische Berichte vom 10. Februar, 3 Uhr nachmittags: Fm Verlaufs der Nacht führten wir Handstreiche auS auf feindliche Posten westlich von Aubrive Und in den Abschnitten von Bezanges und des ParwywaldeS. Wir haben Gefangene gemacht. Gestern abend war heftiger Artillerie- k a-m p f auf der Front Vacherauvrl! eW alb von Caur^iSre. Keine Jnsanterieattion.

Flugwesen: Ein deutsches Flugzeug wurde im Verlauf des gestrigen TageS bei Rogniöville-en-Haye durch das Feuer unserer Spozialgeschütze abgeschossen. In der Nacht vom 9. auf den 10. Februar bombardierte eines unserer Flugzeuge den Bahnhof umi> di- Kasernen von Karlsruhe. Die Ziele wurden getroffen. Der französische Apparat war um 10.50 abends aufgestiogen und kehrte um 2.10 Uhr nach Verrichtung dieser Aufgabe zurück Deutsche Flugzeuge bombar- di-erteu heute morgen die Gegend von Dünkirchen und ztveimal tvährend der letzten Nacht und heute früh die Stadt Amiens In Dünkirchen gab es keine Opfer, in AmienS wuvde eine Frau getötet. Auf Na ncy und ?ont < 6t. Vincent wurden Bomben abgsworfen. Unter der Zivilbe­völkerung gab es einen Toten mrd vier Verletzte.

11 Uhr abendS: Westlich von Pont-L-Mousson gelang uns ein Handstreich Wir brachten zehn Gefangene zurück. Euf beiden Maasufern gogenfeitige Artillerietätigkeit. Kerne Fnfanterieaktion. Uebliches Geschützfeuer auf der übrrlgem Front.

F l u g w e s e n: Im Laufe der letzten Jlacht wurden Kahl- reiche Bombardements durch unsere Flieger ausgefuhrt, so auf die Hochöfen von B r o m b a ch und H a g e n d i n g e n, aus die Bahnhöfe von M e z t L r e S und T e r n i e r, auf dre Bahnanlagen und Fabriken im S a a r t a l e, toober bei St. Ingbert ein Zug entgleiste und in Brand geschossen wurde. In der gestrigen Nacht fanden zahlreiche Luftka mp f e statt. Zwei feindliche Flugzeuge, darunter em Drenitzer, fielen in unseren Linien ab, nachdem sie von unserem ^euer heruntergebolt wovden waren, wobei der Leutnant Guynemer seinen 81 Sieg verzeichnet-.

Englischer Bericht vom 10 Februar, 8.30 Uhr abends: Der Feind griff vergangene Nacht nach einem heftigen Bombar­dement unsere neuen Stellungen cm Osten von Sari ly- Sa Uli sei an. Er wuvde überall abgewresmi. Wrr be- haupteten die Linien ganz. Vorstöße im Lauft der Nacht rm Südosten von Neuvill-eSt. Baust, im Osten von Bermelles und im Süden von Neuwe Chapelle scheitertlsn mit schweren Verlusten für den Angveiftr, der eine Anzahl Gefangener in unseren Händen ließ. Eine unserer Abletlungen drang oftllck von NeuvilleSt. Vaast in die feindlichen Lrnien ein und zerstörte einen betonierten Maschinengewehrunterstand, ohne Verluste zu erleiden. Am Nachmittag führten w:r gegenüber von G i v e n ch y einen erfolgreichen Handstreich aus und machten 25 Gefangene, darunter einen Offizier. Im Verlauft der letzten 24 Stunden fielen 38 Gefangene, darunter zwei Offiziere, in unsere Hände. Tätrgkeit der beiderseitigen Ar- tiUeric nördlich der Somme, in der Gegend von Serre und im Abschnitte von Iper u. Durch unser Feuer wurderr in den deutschen Linien vier Explosronen hervorgerufen.

Gestern warfen unsere F l i e g e r auf eine Anzahl Punkte von militärischer Bedeutung Bomben ab mrd fügten einem Flugzeuge schweren Schaden zu. Ein feindliches Flug­zeug wurde im Verlauft eines Kampfes zerstört. Ein anderes wurde durch unsere Spezialgeschütze heruntergeholt. Am v. Februar nachmittags überflogen englische Marine- flugzcuge den Flugplatz von Ghistel!e. Sie warfen eine große Anzahl Bomben ab und beobachteten deren Explo­sionen bei den Zielpunkten. Die Flugzeuge ftnd unversehrt HurückZeköhrst, ---^

Sie neutrale Schiffahrt.

Em engLffches AuZkLaneruKgSVeröoL? '

Haag, io. Febr. (SB. B.) Nach einem Telegramm {J KorrespondenzbmeauS schreibt der »Nieuwe Courant: 5

»ES hat den Anschein, als ob England nach der 3(J kündigung des verschärften U - Bootkrieges ein allgcMj^? auch für die Kolonialhäfen geltendes Ausklarierungs,' verbot erlassen habe. Diese Maßregel kann nicht «;»' dauernd gedacht fein, aber trotzdem fragt mm: stch nicht oW Aerger, wie lange es in Kraft bleiben soll und was die cegel bedeutet. Kaum weniger unangenehm ist die neue dcrung, die England an unsere Schiffahrt stellt, daß ein nixl derlündischeZ Schiff, das in einem englischen Hafen ob«i einer englischen Ko-hlenstation Bnnkerkohlen nimntt, sich ^ einer Reift mit Ladung für die britische Regierung oder nist Kohlen von England nach Frankreich verpflichten muß' Wenn diese Forderung best.hen bleibt, dann wird unse^ Schiffahrt daraus bedacht sein müssen, ohne Bunkern in eng, lischen Häfen oder Stationen zu fahren, was keine einfaL Sache ist." i(

Ein enMch-hoMndifch§s Aebereinkomme^

i Haag, 11. Febr. (Priv.-Tel., zf.) Halbamllich wich bekannt gemacht: >

Dank der Bemühungen des Niederländischen Ueberse«, trustes ist im Grundprinzip mit der englischen Regie, tung eine Uebereinstimmung erzielt worden behuft einer Regelung, wonach aus den Vereinigten Staa­ten nach den Niederlanden kommende Schiffe nicht verpflichtet werden, einen Hafen in England anzulmr- fen, sondern daß sie statt dessen in Halifax oder in Ver. muda an lau fen. Bezüglich der aus anderen Länder und^ den niederländischen Kolonien nach Holland fahrenden Schiffen und der Schiffe, die an niederländischen Hafen aus, fahren, sind die Unterhandlungen mit der englischen Regie­mng noch im Gange." ,,

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Haag, 10. Febr. (SB. 2*,) Amtlich wird gemeldet: Das

Marinedepartement teilt mit, daß das Leuchtschiff Terschellipger Bank jetzt in 63 Grad 29 Mim'ten nördlicher Breite und 4 Grad 17 Minuten östlicher Länge von Greenwich verankert ist.

Aorwegische Verluste.

h Kristiania, 10. Febr. (Priv.-Tel., zf.) Der norwegische DampferB e s k i n ck" (539 Bmttoionnen) wurde am 7. ds. Mts. versenkt. Die gesamte Mannschaft wurde, wie der Reeder erfährt, gerettet. Der norwegische Dampfer S a n g e l v" (2063 Bruttotonnen, 1883 erbaut) wurde am 3. ds. Mts. versenkt, die Mannschaft wurde gerettet. Das norwegische SegelschiffRag na" (1072 Bruttotonnen) wurde am 3. ds. Mts. von einem deutschen Tauchboot auf­gebracht mit der Order, nach Esbjerg zurückzugehen. Weil es leck war, wurde es von der Mannschaft verlassen, die am 5. ds. Ms. England erreichte. 66 Mann des versenkten norwe­gischen DampfersRiegel" und der SegelschiffeSong- dal" undW a s da l" wurden von einem holländischen Dampfer in Vigo gelandet. Bis jetzt sind 3 30 norwe­gische Dampfer durch den Krieg verloren gegangen.

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& Kristiania, 10. Febr. (Priv.-Tel., zf.)Middagsavis" zufolge werden mit England Verhandlungen gesühtt zwecks Aufhebung der Kontrolle in K i r k w a l l für norwegische Schifft, die man künftig in kanadischen Häfen zu kontrollieren vorschlägt, damit die Schiffe das Sperrgebiet, umgehen können. j

Me englische Kanfofferke. i

I* Kristiania, 10. Febr. (Priv.-Tel., zf.) Hrnier dem englischen Ankaufsgebot der norwegischen Handels- tonnage steht die C u n a r d l i n i e. In hiesigen Reeder­kreisen findet die Offerte immer größeren Anklang, weil die Ueberzeugung vorhanden, daß der deutsche Tauchbootkrieg die Fahrt in die Blockadezone vollständig unmöglich mache. Socialdemokraten'' warnt auch heute eindringlich vor den Verkauf, da dies als unneutrale Handlung Norwegens aus-! gelegt werden müsse. .

* H

® Kopenhagen, 10. Febr. (Priv.-Tel., zf.) Der Verkehr im hiesigen Hafen ist äußerst gering geworden. Der ganze Export nach Westen hat aufgchött. Die Schiffahrt nach den näheren Stationen sowie nach der Ostsee und den norwe­gischen Häfen ist selbst bei dem jetzt eingetretenen Tauwetter noch hochgradig erschwert. Trotzdem ist nichts von einer Arbeitslosigkeit unter den Seeleuten zu merken, und auch in! der Industrie ist vorläufig die Arbeit in vollem Gang. Man; ermattet eine neue Regelung aller Möglichkeiten zur Roh- stosfdeschaffung, die sich in ver Richtung einer erhöhten Zentralisation unter Anschluß an die schon bestehen­den Organisationsformen des Jndustrierades erfolgen soll.

Stockholnl, 10. Febr. (W. B.) Nach Meldungen aus London ist die Beschlagnahme aller Holzvor- rate in England, sowie ein Importverbot für pri­vate R e ch n u n g zur Sicherstellung des Kriegsbedarfs be­absichtigt.

Stockholm, 10. Febr. (W. B.)DagenS Nyheter" meldet, daß die gestrige Zusamenkunst der Reeder bekannt gab, daß die schwedische Tonnage ausreiche, um Schwedens not­wendige Einfuhr sicherzustellen, unter der Voraussetzung, daß die in den Häfen Kriegführender liegende Tonnage frei­gegeben wird und freie Fahrt nach Schweden erhält, so­wie daß die nötige Bunkerkohls zu erhalten wäre, ohne dabei Fahrten ausführeu zu müssen, die nicht den schwedischen In­teressen dienten. Eine Deputation der Reeder gab obige Be­schlüsse dem Ministeriunl bekannt und forderte Maßnahmen^ welche Schweden die für seine vitalen Interessen nötige Ton­nage sichern.

Stockholm, 11. Febr. (W. B.) Hier aus London «tage- trofftnen Meldungen zufolge läßt England keine schwedischen Schiffe mehr aus den englischen HOn heraus. Der DampferT u le" rvar der letzte schwedif^ welcher Großbritannien verlassen durfte. J -

Verluste der spanischen Handelsflatte.

^ Madrid, 11. Febr. (Priv.-Tel., zf.) Nach Erklärun­gen beteiligter Kreise hat die spanische Handels­marine, dis im Juli 1914 640 Fahrzeuge mit einem Gesamtinhalt von 846 491 Tonnen zählte, bis zum 31. Ick- nuar 1917 infolge des Weltkrieges folgend« Verluste er­litten:

22 Dampfer mit 60508 Tonnen wurden durch Untersee­boote versenkt; 7 Dampfer mit 18 562 Tonnen gingen durch Minen verloren. Die Verluste stellen 12 Prozent der spanischen Handelsmarine und einen Wert von ungefähr 70 Millionen Pesetas dar.

Bern, 11. Febr. (W. B.) DemTemps" zufolge ist der als versenkt gemeldete spanische DampferMacearena" vorgestern in Bilbao eingetroffen. u

Ein Telegramm des Kanzlers.

Auf eine von der Fortschrittlichen Volks Par­tei in Minden-Lübbecke an Herrn von Bethmann Hollweg gerichtete Zustimmungserklärung ist folgende Ank- wott des Reichskanzlers eingegangen:

Für die mir fteundlichst übermittelte vaterländische Kun> aebung der Vertrauensn>änner des Wahlkreises Minden-Lüv-, decke sage ich verbindlichen Dank. Sie ist mir ein weiteres wertvolles Zeugnis für die unbeirrbare Entschlossenheit, Mt der das deutsche Volk den Weg verfolgen witt», der in ruhi­ger Ueberlegung beschnitten und jetzt a m schnellsten dem sisgreichen Frieden errtgegenIuführen ver« mag. v. Bethmann H ollweg. i

* Haag, 10. Febr. (Priv.-Tel., zf.) Die japanischen Hatt^ delsberichte teilen mit, daß das japanischeOberhauS den vor einiger Zeit von der japanischen Regiemng gemach« ten Vorschlag, zwei Banken zur Förderung deS j^ p a n i s ch - ch i n e fl sch e p Handel S zu ernchtm, ab Jj* lehpt hat, ^

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