Serie 2 Nummer 337

3 weites Mergerrvlatt der Ararrkfurter Jeitung

Jannerstag, S. Pezemvee 1 S 13

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Schslreiormen In Vreutzeu.

Ameakhall in desetzlea und neutralen Gebiet.

Berlin, 4. Dezbr. (W. 23.) Das neue prcußische.KuftuSmini- ^ Nach Erkundigungen, die wir eingezogen haben, gelten für sterium erläßt Aufrufe an die Lehrer- und Schülerschaft de?. Aufenthalt im besetzten und neutralen Gebiet folgende Be- höheren Schulen, in denen die Richtlinien für die Neugestal- .

vuna des gesamten Erziehungssystems m frechelt- sichern Geiste aufgestellt sind. In dem Aufruf an die Lehrerschaft, von' der wissenschaftliche Objektivität im Unterricht und Unter- lossunä jeglicher politstcher Verhetzung verlangt wird. Hecht eS:

Deutschlands furchtbare Niederlage stellt auch die Erzieher vor qine schwere Probe der Einsicht und des Charakters Es liegt nahe, runrnehr in der Jugend das Gefühl von Haß und Rachsucht gegen ^ rnsere Feinde zu nähren und dabei des Glaubens zu sein, daß' r tan lediglich ein hochgesteigertes vaterländisches Empfinden tn f*r Jugend zu wecken suche. Wir müssen uns aufs ernsteste gegen Ziesen billigsten, mit ungcläuterten Trieben arbeitenden Patriotis­mus wenden. Haß und Rache darf auf keinen Fall der Jugend gepredigt werden, auch dann nicht, wenn die Femde uns offen- Wttich Unrecht tun. Mit dem Gedanken des Rachekrieges darf Nicht gespielt werden. Immer müssen wir an der Hoffnung und äü dem Willen festhalten, daß einstmals der Völkerhaß auf der

t rde ganz aussterbe und daß dieser Krieg der letzte gewesen sei.

tir, bestehen unverbrüchlich daraus, daß jedenfalls die Schule me wieder zur Stätte der Völkerverhetzung und Kricgsverherrl'.chung werde. Der Auftuf wünscht, daß die Erzieher sich nicht als Vor- gdsetzten. sondern mehr als ältere führende Kameraden ihrer Scküler betrachten und wenigstens im amtlichen Verkehr mit itn Schülern diesen die Freiheit des Wortes und der Ueberzeugung 6inräumen sollen. . ^ x L . _ ,

' In dem Aufruf an die Schüler wird erklärt, daß sie in Anbetracht auch der von der Jugend gebrachten Opfer nicht mehr ÄS unreife und unmündige Masse behandelt werden, sondern vrel- Mehr unter eigener Verantwortuna an der Gestaltung ihrer Lebens Mitwirken sollen. Dazu werden folgende Einrichtungen bestimmt:

AN sämtlichen höheren Lehranstalten findet alle zwei Wochen ein­mal eine Schulgemeinde. d. h. eine völlig freie Ansprache pott Lehrern und Schülern usw. statt. Die Leitung der Versamm- lvng hat ein von der Schülerzahl in geheimer und gleicher Wahl ernannter Lehrer. An der Schulgemeinde hat der Schulleiter und däS'ganze Kollegium teilzunehmen, sowie alle Schüler von Ober-

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Besetzte» Gebiet.

Die bisherigen Vereinbarungen der Waffenstillstandstom- Mlssion hinsichtlich deS Aufenthaltes wehrpflichtiger Per­sonen in dem vom Fernde zu besetzenden Gebiet besagen:

1. Alle bei Abschluß des Waffenstillstandsabb.mmens >m vom Feinde zu besetzenden Gebiet b<efindlichen Per'onen wehc- psUchtigcn Alters können bei Besetzung des Landes wohnen bleiben, auch wenn sie vor dem Kriege noch nicht dort gewohnt haben, sondern erst während des Krieges zugezogen sind.

2. Alle nach Abschluß deS Waffenstillstandsabkommens ent­lassenen und zur Entlassung kommenden Offiziere, Militär­beamten und Mannschaften dürfen nur dann in dem vom Feinde zu besetzenden Ewbiet sich aufhalten, wenn sie schon vc-x dem Kriege dort ansässig waren.

3. Entlassene Mannschaften usw., denen nach vorstehen­den Ziffern 1 und 2 die Rückkehr oder das Verbleiben im vom Feinde zu besetzenden Gebiet nicht möglich ist, werden, wenn sie den Jahrgängen 1806/99 angehören, von den Bezirkskom­mandos wieder eingezogen und im Korpsbezirk bei ihrer Waf­fengattung wieder eingestellt. Zu diesem Zweck haben sich die in Frage kommenden Mannschaften bei ihren zuständigen Le- zirkskommandos zu melden. Anderen Jahrgängen steht der Wiedereintritt frei.

4. Alle entlassenen Militarperscnen müssen vorschrifts­mäßige EntlassungsPapiere haben. Als ordnungs­mäßig, gelten nur Militärpapiere, die lediglich mit dem Adler­stempel und der Unterschrift der entlassenden Dienststelle ver­sehen sind. Unterschrift und Stempel des Arbeiter- und Sol­datenrates erkennt der Feind nicht an.

* Neutrales Gebiet.

Im neutralen Gebiet, also auch für Frankfurt, gelten freiere Bestimmungen als im besetzten Gebiet. Im neutralen Gebiet können sich alle ordnungsmäßig entlas­senen Milrtärpersonen, ohne Rücksicht auf die

tertia aufwärts. Die Schulgemeinde kann ihre Wunsche und Mei m r , £

,'unaen in Form von Entschließungen zum Ausdruck bringen, an- jJahrgange und den früheren Wohnort, a u f - ordnende oder gesetzgebende Befugnis hat sie jedoch zunächst nicht, halten. Sollst gibt e« im neutralen Gebiet keine den Aufent- hn der Schulgemeinde hat jeder Scküler und jeher Lehrer eine ^- ri * 1 ~ rr ^ v £

Mimme; sie beschließt mit einfacher Mehrheit. Die Schulgemeinde wählt aus der Schülerschaft einen S ch ü l e r r a t. der ständig die In­teressen der Schülerschaft zu vertreten und im Einvemehmen mit der Schcklleitung und der Lehrerschaft für Ordnung zu sorgen hat. Den Schülern wird völlige Freiheit zur Bildung unpolitischer P er« ine im Nahmen de» geltenden Rechts gewährt.Wir er­warten von der Jugend/ so fährt der Aufruf fort,daß die neue Freiheit nie zur Entsestelung niederer Triebe mißbraucht wird, insbesondere würde es einer edlen Jugend unwürdig sein, sie zu itgendeincr Ungehöriakeit oder gar'Rache für früher erlittenes Un­recht zu benutzen. Wir hoffen, daß die neuen Moalschkeften zur Mitwirkung an der Gestaltung Eures Schul- und Gemeinschafts­lebens Euch mit einem neuen Gefühl der Mitverantwortung für

halt behindernde Besinn mungen. Es kommt also nicht darauf an, ob die Männer hier früher gewohnt haben oder nicht. Alle Leute, also auch Studierende, die nicht mehr unter der Fahne weilen, dürfen im neutralen Elebiet bleiben, gleichgülftg. ob sie gedient haben oder nicht. Selbstverständlich muß die Entlassung ordnungsmäßig erfolgt sein. Natürlich können auch die Frauen im neutralen Gebiet bleiben.

*

Die Waffenstillstandskommiff'.on teilt mit: Die Franzosen er­kennen im besetzten Gebiet mit Brückenköpfen bei ent­lassenen Militärpersonen Entlassungspap'.ere nur an, wenn sie von einem Truppenteil oder einer militärischen Behörde ordentlich aus­gestellt und gestempelt sind. Diejenigen Militärpersonen, die von Soldatenräten unterzeichnet« Entlassungspapiere vor

verrotteten Resten einer überlebten Zeit befreien und nach den For­derungen der neuen Zeit und der ewigen Werte der Menschheit um- gestalten wollen. Möge die Jugend durch Ernst und Treue das Vertrauen rechtfertigen, wie es ihr in der Geschichte bisher noch nie entgegengebracht worden ist."

Bagern.

«Sine militärische Kundgebung vor dem Ministerium.

. w München, 4. Dezbr. (Priv.-Tel.) Mehrere hundert Pioniere zogen heute nachmittag mit schwarz-rot-goldener Fahne und einer Tafel, die die Aufschrift trug:Hoäh die deutsche Republik!" unter Musikbegleitung vor das Ministerium des Aoußern. Eine Abordnung begab sich zum Ministerpräsi­denten. um im Namen von 4000 Pionieren, sowie fast der gesamten übrigen Münchener Garnison zu fordern, daß die .Regierung, wenn sie eine antirevolutionäre Propaganda ver­hindern wolle, sofort den Termin der bayrischen Nationalversammlung bekannt geben solle. Mmister- mäsident Kurt Eisner entschuldigte die Verzögerung der Nationalversammlung mit den Schwierigkeiten, die das neu gewährte Frauenwahlrecht bereite. Er versicherte aber, daß der Termin der Wahlen in den a Ilern äch stenTagen bekannt gegeben werde. Der Ministerpräsident begab sich darauf mit dem Minister des Innern, Auer, auf die Straße, wo beide in wiederholten Ansprachen an die Pioniere und das 2. In­fanterie-Regiment. das inzwischen mit klingendem Spiel ebenfalls angerückt war, sowie an die Volksmenge, die sich der Demonstraticn angeschlossen hatte, das Versprechen -rneuten. Die Soldaten setzten dabei durch, daß eine Sicher- hellwache, die sofort zum Schuhe des Ministerpräsidenten erschien, und Automobile, die mit Maschinengewehren gegen die Demonstranten aufgefahren waren, sich zurückziehen mußten. Dann rückten die Pioniere und das Infanterie-Regiment ,n geschlossenem Zuge, in dem sich auch eine Anzahl Offiziere be­fanden, unter Marschmusik in die Kasernen ein. In der Be­sprechung mit den Ministern gaben übrigens die Soldatenber- trbter auch ihrem mangelnden Vertrauen gegen den ersten Ddrsitzenden des Soldatenrates, Sauber, deutlich Ausdruck. Sauber, der Führer der allervadikalsten Richtung, hatte auf der Tagung des Landessildatenrates vor einigen Tagen^ für morgen /Donnerstag) eine Aktion angekündigt, die die Stärke seiner DlnhängerscAft erweisen werde.

ifapfung des MünchenerRates d;r geistigen Arbeiter.

München. 4. Dezbr. (Priv.-Tel.) In einer Sitzung des Münchener RateS der geistigen Arbeiter, die unter dem Vorsitz Professor Brentanos in einem Raume des Land- jagsgebäudes stattfand, erschienen der Polizeipräsident und oer Stadtkommandant in Begleitung bewaffneter Soldaten und tzöben die Sitzung auf. Der Sekretär des Rates. Schriftsteller Äurk W a l d m a n n, wurde unter dem Verdacht, . gegen die republikanische Regierung konspiriert zu haben, verhaftet. Die übrigen Teilnehmer der Versammlung mußten ihre Papiere aus­liefern und konnten das Haus verlassen.

Berlin und München.

^ n Prag, 4. Derbr. (Priv.-Tel.) Die Berliner Re­gierung hat nach derNarodni Lisch" gegen die Verein­barung des VolkSstaates Bayern mit der tschecho­slowakischen Republik betreffend wechselseitigen Austausch von Wirtschastsprodukten Protest erhoben.

Die Ernöhrungssragen.

- 1 Mainz, 4. Dezbr. (Priv.-Tcl.) Zur Wahrnehmung der wirtschaftlichen Vorgänge wie Versorgung mit Kartoffeln. Milch, Getreide und Fleisch hat sich hier in einer Versammlung von Ver­tretern von 70 Arbeiter- und Soldatenräten aus Rheinhessen ein Bürg er aus schuß gebildet, der dem Arbeiter- und Soldatenrat bezw. dem künstigen Volksrat angcglie- de'rt werden soll. Man hofft, daß in dieser Form die Ausschüsse unter der fremden Besatzung weiterbestehen können.

, s Stuttgart, 4. Dezbr. (Priv.-Tel.) Der Ernährungsministcr B a u m a n n teilte bei einer Besprechung der Frage der Volks- ernährung mit, daß er von der provisorischen Regierung be- «iftragt worden sei, den Entwurf einer Verfügung über die Ein- fl'chrüna einer Landwirtschastskammer ausarbeiten zu lassen und ble baldige Einführung einer solchen berufsständischen Vertretung der Landwirtschaft einzuletten.

Die Ausländsdeutschen.

' Die Lage der Ausländsdeutschen kann als ganz be­sonders schwierig bezeichnet werden. Sie haben durch den Welt­krieg ihre wirtschaftliche Existenz verloren; nun kehren viele von ihnen aus dem Krieg zurück, um im Mutterland sich eine neue Existenz zu suchen Sie werden dabei auf Schwierigkeiten stoßen, die' ihnen wie vielen Jnlandsdeutschen entgegentreten werden, nur werden sie diese Hindernisse, die vor allem in der Ungunst der politischen Verhältnisse begründet sind, doppelt schmerzlich fühlen Es erscheint deshalb erwägenswert, ob nicht die schwierige Lage der Ausländsdeutschen durch eine stärkere Organisation ihrerseits gebessert werden kann. Und zwar müßte eine zentrale Organisation die Aufgabe der Stellenvermittlung übernehmen; sie könnte sich hierbei bereits auf die schon an manchen Orten be­stehenden Hilfsorganisationen der Ausländsdeutschen stützen Neben ihrer eigentlichen Aufgabe, der Stellenvermittlung, könnte sie eine wirksame Propaganda auf der Arbeitgeberseite entfalten, indem sie mit Recht darauf hinwiese, daß gerade den Ausländsdeutschen gegenüber neben der allgemeinen Anstandspflicht die Erwägung Platz zu . greifen habe, daß es sich hier um besonders wertvolle Kräfte handelt, die über erweiterte Kenntniffe und Erfahrungen (verfügen, und deren Ausnahme im Augenblick vielleicht ein 'Opfer bedeutend sich vielfach später reichlich bezahlt machen dürfte.

j Ttordschleswkg.

Kopenhagen, 4. Dezbr. (SS. 23.) Der Leut''che Reichstagsab

geordnete Haussen ist heute hier eintzetrossea^

von Soldatenräten gestempelten Entlassungspapiere, wenn sie nach­träglich von deutschen Lokalbehörden (Bürgermeister-, Polizei-, Kre'.sämter usw ) anerkannt würden, Gültigkeit haben sollen. Aus diesem Grund ist eS zweckmäßig, daß alle Militärpersonen, die Entlassungspapiere vom Soldatenrat haben, sich von der nächsten deutschen Lokalbehörde diese Entlassungspapiere bescheinigen lassen.

Auf verschiedene Anfragen von Zivilbehörden, ob der Zivil­bevölkerung Schußwaffen belassen werden können, wird zur Kennt­nis gebracht, daß Einziehung aller Waffen der Zivilbe­völkerung in dem zu besetzenden Gebiet durch die besetzende Macht zu erwarten ist. In der neutralen Zone haben die ört­lichen Polizeibehörden hierüber zu bestimmen. Das Waffenstill­standsabkommen sieht nichts vor.

Trotz mündlicher und schriftlicher Vorstellung hat General Nu- dant entschieden, daß verwundete und kranke Militär­personen, die sich in den Bädern der besetzten Gebiete und Brücken­köpfe noch befinden, innerhalb der vorgeschriebenen Fristen die Bäder, falls sie transportfähig sind, zu räumen haben. Es empfiehlt sich, daß sämtliche in Betracht kommenden Militärper­sonen sich sofort auf Transportfähigkeit untersuchen lassen und ge­gebenenfalls die in Frage kommenden Orte alsbald verlassen, da an eine Milderung dieser Bestimmung nicht zu denken ist.

*

Berlin, 3* Dezbr. (SB. B.) Die Alliierten und die Vereinigten Staaten haben flüstern der deutschen WaffenstillstandsLom- Mlssion erklärt, daß sie es nicht dulden werden, daß deutsche Soldaten nach dem Ausscheiden aus ihrem Truppenteil in den besetzten Gebieten umherirren. Jeder Soldat, der aus dem linken Rheinufer verbleibt, w'irp von den Alliierten als Kriegsgefangener behandelt.

IC Lndwigshasen a. Rh., 3. Dezbr. Seit gestern ist ein französisches Infanterie-Regiment im Vormarsch auf Lud- tvigshafen, dessen Besatzung am 5. Dezember in der Stärke von vermutlich 3000 Mann erfolgen wird.

Jirankfurter Angekegenßeitm.

Wirtschaftsstelle für Hessen und Wiesbaden.

Von dem hessischen Staatsministerium und der Regierung in Wiesbaden wurde am 3. Dezember die W irts ch a fts stelle Frankfurt a. M. für die Bezirke Hessen und Wies­baden mit dem Sitz Frankfurt a. M., Blittersdorf- p l a tz 2 7, als Organ der Demobilmachungskommissare unter der Leitung des Herrn v. Braunbehrens geschaffen. Die Wirtschafts- stclle hat den Anordnungen der Demobilmachungskommissare zu entsprechen. Ihr Arbeitsgebiet umfaßt: Allgemeine Arbeiterfragen (Schlichtungsausfchüsse Arbcitsnachweiswcsen, Abfindung der Helfer), wirtschaftliche Demobilmachung, Umstellung der Kriegs­in die Friedenswirtschaft, Betriebsaussicht über Gas- und Elcktrizi- tätsweUe, Freigabe von Baustoffen (Ziegel und Dachpappe), Rohstoffe, Schuh- und Bekleidungsfürsorge für die Arbeiterschaft, Forderung der Produktion von Düngemitteln, Eisenbahnwagcnge- stellung und Entladung. Kohlcnbewirtschastung der gesmnten In­dustrie, Rationierung des Verbrauchs an Gas und Elektrizität, Für­sorge für weibliche Arbeitskräfte und ihre Kinder, Abfindung der Helferinnen.

Frankfurter Handeisbiait.

Wiedergabe nnd drahtliche Verbreitung der Artikel mit * und der trivatuepeschen nur mit genauer QuellenangabeFrkf. Ztg. gestattet.

Zur Börsenlage. Aus Berlin, 4. d. M., wird ans draht­

lich berichtet:Das Bild, das die Börse seit einiger Zeit bie­tet, ist genau das Gegenteil von dem. das noch vor einigen Monaten zu schauen war. Strömte damals aus allen Gegen­den eine Uebprfülle von Aufträgen an der hiesigen Börse zu sammen, die teilweise überhaupt nicht, und wenn, dann nur zu immer höheren Kursen erledigt werden konnten, so sucht sich jetzt jeder seines Effektenbesitzes um jeden Preis zu entledigen; ja teilweise ist es bereits dahin gekommen, daß manche Aktien überhaupt nicht untergebracht werden kön­nen. Trotz aller damaligen Warnungen, daß die Kursbewer­tung bereits stark übertrieben sei, daß ein Rück­schlag unbedingt kommen müsse, hielt die Hausse­periode unvermindert an. Man verwies gern auf die

starke innere Fundierung der einzelnen Gesellschaften, die allein schon einen so hohen Kurs rechtfertige, man betonte immer wieder die glänzenden Aussichten der Industrie, und zwar besonders auch mit Rücksicht darauf, daß allein der Wiederaufbau un.i die Wiederinstandsetzung im Inland un derer Industrie auf lange Zeit hinaus Beschäftigung geben werde. Das alles ist heute vergessen. Es ist natürlich selbst­verständlich, daß der militärische und politische Zusammen­bruch Deutschlands zum Teil jene Hoffnungen vereitelte und daher auch eine gewaltige Minderbewertung an der Börse zur Folge haben mußte. Die Angst vor dem uns bevorstehen­den Frieden und vor der Sozialisierung, und die allmählich immer unangebrachter erscheinende Furcht vor dem Bolsche­wismus drängen aber die Aktienbesitzer immer auls Neue dazu, um jeden Preis zu verkaufen. Dazu kommt ein höchst gewissenloses Treiben verschiedener Spekulanten, die sich die augenblickliche Börsenlage zu Nutze machen und jeden Tag aufs Neue Blankoverkäufe vornehmen. Wissen diese Leute nicht, daß ihre Profitsucht in dieser bitter ernsten Zeit geradezu an Vaterlandsverrat grenzt? Wissen sie nicht, daß sie damit immer wieder neue Beunruhigung in das Pri­vatpublikum hineintragen? Die Fälle mehren sich anschei­nend, wo trotz der weiteren Rückgänge Zwangskäule vorgenommen werden müssen, weil von diesen Leuten die dreitägige Lieferfrist nicht eingehalten wird. Es wäre sehr zu überlegen, daß sich der Börsenvorstand mit diesem Treiben eingehend befaßt und ihm Einhalt gebietet, Dom wirklichen Effektenbesitzer aber ist anzuraten, daß er bei seinen Verkaufsaufträgen nunmehr etwas größere Vorsic! walten läßt. Schon aus den vielen beruhigenden Erklärungen von seiten der Regierung, von denen man nur wünschen möchte.*daß sie präziser und genauer wären, geht zur Ge­nüge hervor, daß derartige umwälzende Maßnahmen, wie sie die Sanierung mit sich bringt, nicht übers Knie gebrochen werden. Die unerhörten und ruinösen Arbeiterforderungen, wie sie allenthalben aus der Industrie gemeldet werden, glei­chen einstweilen einem Rausch, dem über Kurzem doch das Erwachen folgen wird, wenn die Arbeiter erst einsehen ler­nen. daß bei deren Bewilligung jedweder Betrieb zu Grunde gehen wird, daß auch sie dann nicht mehr verdienen können und brotlos werden. Wenn nun auch viele Gesellschaften in­folge dieser Wirren, infolge von Wagenmangel; Kohlen- und sonstigen Schwierigkeiten für einige Zeit mit Verlust arbei­ten, wenn infolgedessen auch die Dividenden zurückgehen und zum Teil womöglich auch ausfallen werden, so sollte man doch annehmen, daß die Gesellschaften, die sich im Kriege so stark gemacht und füi die Übergangswirtschaft er­hebliche Reserven angesammelt haben, gefestigt genug sind, auch diese schwierige Zeit, vorausgesetzt, daß sie nicht allzu lange andauert, überwinden zu können. Natürlich hängt alles von den Friedensbedingungen ab, die uns unsere Feinde auferlegen werden Aber*auch in Bezug hier­auf scheinen die großen Angstverkäufe überwiegend einst­weilen nicht gerechtfertigt. Mit solchen Verkäufen schädigt man jetzt nicht nur sich selbst, sondern auch die Gesamt­heit.

* Tivoli-Brauerei, A.-G., Stuttgart. Nach dem Bericht für 191 i/18 ist das Ergebnis infolge der geringen Gerstenzuteilung gegenüber dem Vorjahre zurückgegangen. Der Bierverkauf wurde beeinträchtigt..

(30. 8ep ember)

1912/13

1913114

Aktienkapial

Vortrag ..

Uei ritti-tu-pahm. 1 i'an.twirt J eli»t*eii Brutto gewinn

Zinsen ..

Unkosten..

Ao-tc-m*. lUun^en - Kupara'uren »>> Reingewinn - do ink). Vortrag Talonsteuerres. Hpeziftlr> serve*»*-' Kriegsreserve Ts tiem., <li tik. Delkrederekonto" U 1 v i o c ii il e

>n Prozenten..

Voitri«; ..

Jt

2 Hill. 44981 8175o4 11 143 51)8 I Kit; 053 137 894 397321 179 214 75 107 171437 216 518 3000

35707

10000

120000

6

47811

2 Mtll. 47811 800775 14762» 996 211 1233(5 388 4i»3 182758 77884 17202) 219840 3000

40000

23806

10000

90000

4%

53034

1914115

1915116 1916/17

1917/18

2 Mill. 53034 794167 134 620 981820 124 360 372210 187004 71 Oll 174140 227 174 3000

34 228 ! 2000 » 110000 5V a I 594691

2 Mil'. 59 946 769 078 121822 950 841 116 851 341714 191604 68018 172714 232 660 3000

33942 20000 110000 5 l /j 65 717

2 Mill. 65 717 726 265 125 306 917 288 101 »49 331596 189 353 58 749 169 922 235 639 3000 18 893

33605*)

110000

5'Ä

70140

2 Mill. 70140 588 819 121882 780 841 92369 293605 131357 42926 150 443 220 583

16000

30888

110 090 5V a 63695

) Ü irunter auch Beiträgo zur Kriegshilfe.

Die Liegenschaften stehen mit A 4.33 (i. V. 4.89) Mill. zu Buch, Hypotheken- und Zielcrforderungen mit A 0.68 (0.70) Mill., Bier­debitoren mit M 82 190 (A 58 716), Darlehnsforderungen mit A 74 837 (A 83 325), Bankguthaben mit A 0.47 (A 0.33) Mill., Wertpapiere mit A 0.24 (0.21) Mill. und Vorräte mit A 94 540 {A 0.11 Mill.). Bei A 2 Mill. Aktienkapital, A 200 000 gesetzlicher und A 300 000 Spezial­reserve sowie A 170 UOO Delkrederereserve beträgt die Obligationen­schuld noch A 0.26 (0.29) Mill., die Hypothekenschuld Jl . 2.65 (2.67) Mill.; Kautionen und Einlagen betragen A 0.27 (0.28) Mill., Kredi­toren A 42 091 (A 25 801). (G.-V. 16. Dezbr.)

Frankfurter Abendbörse vom 4. Dezember.

Bei stillem Geschäft zeigen die Kurse größtenteils ein unverändertes Aussehen. Im Kassaindustriemarkt waren Kursermäßigungen von durchschnittlich V* bis 1*/* pCt. vorherrschend. Es notierten gegen Mittag Zellstoff Waldhof 155 (minus 1), Höchster Farbwerke 2üU/t i i>/), Daimler Motoren 135'/« ( */«>, Deutsche Verlagsanstalt 182 (M, Lothringer Omentwerk 125 (unv.), Cementwerk Heidelberg 149'/« (_ i/' 4 ), Bchiffahrtsaktien lagen schwächer, Hamburger Paketfahrt 81 ( Poizedan Wessel 100. Im freien Verkehr lagen Petroleumwerto und Heldburg-Aktien schwach.

Auflösung des stellvertretenden Generalkormnandos. Der

kommandierende General des aktiven 18. A.-K. v. Etzel gibt bekannt: ^Tas stellvertretende Generalkommando 18. A.-K. Wird mit dem 9. Dezember aufgelöst. An seine Stelle tritt mit diesem Tage wieder das aktive Generalkommando 18. A.-K. in Nau­heim. Von da ab sind sämtliche Eingaben betreffend militärische Angelegenheiten nicht mehr an das stellvertretende Generalkommando Frankfurt a. M., sondern an daz Generalkommando des 18. A -K. in Nauheim zu richten In den Räumen des bisherigen tellvertretenden Generalkommandos in Frankfurt, Taunusanlage 9 wird ein »Zivil-Departement für den Bereich des 18. A. - K." errichtet. Die Leitung dieses Zivil-Departemenis liegt in den Händen des Generalmajors v. S t u d n i tz, der mit der Auflösung des stellvertretenden Generalkommandos aus seinem Militärverhältnis ausgeschieden ist."

Verordnungsblatt des Arbeiter- und Soldatenrats. Das Nachrichtenamt des Arbeiter- und Soldatenrats in Frankfurt a. M. gibt von jetzt an ein Verordnungsblatt heraus, dessen erste N u m. m e r soeben erschienen ist. ES soll ein« Sammlung der Wichtigsten Kundgebungen, Verordnungen und Bekanntmachungen sein und ist hauptsächlich für die Vertreter der A-. und S.-RLte und die sonstigen Behörden bestimmt.

Zuganderungen. Der Personenzug Wiesbaden ab 6 06 Dm., Frankfurt an 7.28 hält ab heute nicht mehr in Sindlin­gen. dafür erhält der nachfolgende Zug daselbst Aufenthalt und- fährt 7.19 in Sindlingeiz ab Ein neuer Zug verkehrt ab heute .Hofheim ab 6.45 Vm., Kriftel 6 50, Höchst 7 00, Griesheim 7.11. Frankfurt an 7.19. ferner Frankfurt ak> 7 40 Vm., Griesheim an 7-48, Nied 7 56, Höchst 8 02. Kriftel 813, Hofheim 8.20. Vom

9 Dezember ab fahren noch folgende Personenzüge: Hofheim ab 2 06 Nm., Frankfurt an 2 41. Höchst ab 1014 Abds., Frankfurt an

10 34, Frankfurt ab 1110 AbdS., Höchst an 11.30.

Vom Tage. Der am 11 Novbr ausgefallene AbendTanz als Ausdruck" von Clarisse von Robert findet Dienstag den 10 Dezbr. 7 Uhr im Hochschen Konservatorium statt. Die gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit. Am 30. Novbr. Vormittags zwischen 9 und IQ Uhr wurde in der Schäfergasse ein Mann von einem mittelgroßen, rötlich-braunen Zughund in die Hand gebissen. Der Hund soll auf Tollwut untersucht werden. Zeugen des Vorfalls werden ausgefordert, näheres der Polizei mitzuteilen Führerin des Hundewagens war eine Frau von etwa 60 Jahren

Tagesanzeiger. Donnerstag, 5. Dezember. Konz Forchhammer: kl Saalbaus., Nm. VA\ V. f. Theater- u. Musik kultur: Schauspielhaus. Strindberg Abd., f. Karten mit d. Auf dmck I, Nm. 7M; Aufklärungs Abd. b. Arb - u. Soldatenrats: Saalbau, Dr. Sinzheimer:Revolution u. Verwaltung", Nm. 8: Freunde d. christl. Freiheit: Bürgersaal, Pfr. Foerster:D. evang Christen u. d. polit. Umwälzung" Nm 8J4; V. Franks. Presse: Kaistrhof:Vertretung i Arbeiterrat", Nm SA. Samstag 7 Dezember. Vortrag: fl. Saalbausaal, Moritz Lederer:Der Sintflut Ende", Nm. 8. ..

stand bekanntlich kein fester Preis. Die verschiedenen Werke e, hielten für die Militärlieferungen nach speziellen Vereinbarungen »w den Preis von A 80 gewisse Zuschläge. Die Höchstpreise und B«/ schlagnahmen sind bekanntlich jetzt aufgehoben. Dty Vorräte seien einstweilen noch genügend. Der Verband wurde Ende Juni nächsten Jahres verlängert.

Die Magdeburger MDhlenwirke, Nudel- un, Couleurfabrik in Magdeburg arbeitete nur für di» lteich8gctreidestelle und andere Kriegsgesellschaften. Ein Teil dw Betriebe litt unter geringer Getroidezuwcisung. Zu dem befriedi genden Ergebnis habe di« neuerworbene Magdeburger Hafenmühli in erwarteter Weise beigetragen. Nach Verbuchung der Krieg, gewinnsteucr unter Kreditoren (A 0.96 Mill. gegen A 1.01 Mill.), s« wie nach A 171 000 (119 000) Abschreibungen verbleibt ein Reingcwim von A 323 931 (221 646), au« dem bekanntlich wieder 10 pCt. Divi, d e n d e verteilt werden. Bankguthaben sind auf 1.27 (1.08) Mill 1 Effekten auf 0.75 (0.51) Mill. gestiegen.

Di8 Lichtenberger Terrain - A. -G. verkaufte ztve) Blocks von zusammen ca. 2000 Quadratruten an die Stadt Berlin ,l L ichtenberg. ?

Die Merckiche Guano - nnd Ptaosphatwcrke A.-Q beruft jetzt die G.-V., die über die bereits erwähnte Kapitals; erhöhung um A 1.50 auf A 4 Mill. Beschluß fassen soll. Dii neuen Aktien sind für 1919 zur Hälfte dividendenbercchtigt und wet den zu 130 pCt. ausgegeben, wovon 65 pCt. am 1. Februar und real, liehe 65 pCt. am 15. Dezbr. nächsten Jahres einzuzahlen sind.

Die Beschlagnahme aller Vorräte von Kautschuk» Gutta« pereba nebst den Waren daraus wird aufgehoben, zugleich auci|( die Höchstpreise außer Kraft gesetzt. Das gleiche gilt von der B-.A schlagnahrne von Fasern aus Kolbenschilf. Besen ginateiV Hopfen usw. ^

Eine G.-V. der Spinnerei und Weberei L um her tu May A.-G. in M.-G!adbach soll den kürzlich gefaßten Kapital»t erhölntngsbeschluß um A 300 000 wieder aufheben. 1

Die P1« n t o r A.-G. für Platteneprechmaaehlaei n ' in Beriin-Schöneberg, die Ende 1916 eine Unterbilänz rotd A 196 112 aufwies, beantragt jetzt die Zusammenlegung det Kapitals von 10 zu 1 auf A 100 000 und gleichzeitige Wieder.,- erhöhung auf A 200 000. Die 1913 gegründete Gesellschaft blieb bi»i her ohne Dividende.

Die G.-V. der holländischen Kreisen nahestehenden Griendts, veen Torfstreu A.-G. ln Köln, die L V. nach A 810 456 Ak.lt Schreibungen mit einem Reingewinn von A 837 114 abschloß. solJV auch über die Erhöhung des Kapitals nm A 250000 attl*- A 1 Mill. Beschluß fassen. &

K Bremen, 4. Dezbr. Der Bremer Reedcrverein hat ebenst^ wie der Verein Hamburger Reeder nach einer vorige Woche mll& dem Demobilmachungsamt in Berlin stattgefundenen Besprechung seinen Mitgliedern dringend empfohlen, die bereits früher ang» knüpften Verhandlungen mit den Werften wegen Neubau voi Handelsschiffen schleunigst zum Abschluß zu bringen uni die Werften mit entsprechenden größeren Aufträgen zu versehen. Dii Bremer Reeder haben dieser Anregung sofort Folge gegeben.

In der heutigen G.-V. der Virsurgis, Heringsfischercl A.-G. in Nordenham-Bremen, In der 8 Aktionäre 120-1 Aktie* vertraten, teilte der Vorsitzende zunächst mit, daß der Antrag au! Verteilung einer Dividende von 4 pCt wegen der fettigen Umgfrj staltung der deutschen Wirtschaftslage zurückgezogen werde,; ebenso der Antrag auf Erhöhung des Aktienkapitals von A 1.80 auf 8 Mill, weil die Aussicht auf Erzielung eines Agio weggefallen seL Ost Verwaltung könne alsdann aber auch die Umwandlung der Motor, schiffe in vollwertige Fischdampfer nicht vornehmen; das finanziell* Ergebnis werde dadurch recht beeinflußt werden, sodaß mit einem,] schweren Verlust in diesem Jahre zu rechnen sei. Der Vorstand es klärte, daß sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats ihr Amt nieder, legten, weil der Vertreter der gegenwärtigen Aktienmehrheit erklärt hatte, daß er von dem verstärkten Aufsichtsrat verlange, zum Vor. stand ernannt zu werden, wozu die bisherigen Mitglieder ihre 2u<H Stimmung nicht geben konnten, weil der Betreffende nach Auffassung^ der bisherigen Mitglieder des Aufsichtsrats nicht die Gewähr fürSe eine sachkundige Leitung des Unternehmens gebe. Für die Deutsch«^ Nationalbank erklärte ein Aufsichtsratsmitglied, daß die Bank dor|, Virsurgis jeglichen Kredit kündigen werde, wenn Herr Schröder,!, der Vertreter der Aktienmehrheit, alleiniges Vorstandsmitglied werd&B An Gewinn erzielte die Gesellschaft A 107 866 (i. V. 80 643). Davon® werden A 8820 der Reserve zugeführt und A 104 040 vorgetragej (i. V. 4 pCt. Dividende).

d Dresden, 4. Dezbr. Das Hotbrmhius Aktien, blerbrauerei und Malzfabrik in Dresden schlägt wieder 10 pCt. Dividende auf die Vorzugsaktien Serie 1 und 4 pCt. aui Serie 8 vor. '

h Meiningen, 4. Dezbr. Der Gründer und Aufsiehtsratsvor-Il sitzende der Bank für Thüringen, Geheimrat Dr. Gustav S t r u p p in Meiningen, ist plötzlich gestorben.

o Stuttgart, 4. Dezbr. Die Maschinenfabrik Wein, garten vorm. Sachs in Weingarten beantragt für 1917/18 ein« Dividende von wieder 20 pCt.

L Amsterdam, 4. Dezbr. Sämtliche holländischen Zflnd. h o l z f a b r i k e n haben sich zttsammengescblossen und bezwecke»? damit, dem Bau neuer Zündholzfabriken vorzubeugon.

Die Akt. - Ges. Frische Olieslagery beabsichtigt, ein« Oelfabrik in Argentinien zu gründen.

Unter Mitwirkung einiger holländischen Banken wurde eine neu« Schiffsverbandsbank gegründet, welche Nordhollandsck« Scbeepsverband ba n k firmieren wird.

Nach dem HaagerVaderland beabsichtigt Herr Deterding, Präsident der Königlichen P e t r o 1 e u ra g # e 11 a ch » f t, demnächst zurückzutreten. Herr Colyn, Direktor der Bataafsdu Petroleummaatschappy, wird wahrscheinlich sein Nachfolger.

Ueber den erwähnten Bau einer Fabrik von Eisenbahn- Waggons aus Betoneisen wird gemeldet, daß bereits Prob«, waggons fertiggestellt wurden, welche hohen Anforderungen ge­wachsen sein sollen. Das System würde patentiert. Ein größer« Quantum soll in sechs Wochen fertiggestellt werden können.

Zürich. 4 Dez. Wechselkurse:.

Paris.... 90. (90.15)

Italien .. 7675 (77. i Kopenhg.131. (131.)

Stockhlm.136.(135.50) BAires.. 233. t223H i Paris, 3. Dezbr. Kassakurse.

Wien .... 31.75 (32.. Holland 207 25 , 207.' New York 4.90 (4.90 London .. 23.35 (23.42)

ueutsemanu 61.75 62.-! Kristiania Hl. H ).5fl) Petersburg 81. (80. 1 Madrid ....98.50 98.50) BAires.. 233. (.223.!

2

87.90

3

37. 0

Snsz.

2.

5560

3

5534

Caps Copper

62 90

6290

Th. Houston

751

China Copper

93-

Rad Say .»

475

Ötaii Copper

63.15

63 50

Caontchosc

252

257

1harsis....

40.25

39 7s

Malakka ..

139

133

Oa Beers ..

71 60

71 80

Baku ......

Briansk....

1540

15*3

Soldfields ..

1387

1380

302

500

Lena Bold ..

1327

1325

LianosoB ..

320

311

Tanpanyika

881

840

KaltzeS ....

356

3)5

Randmtnew

4S0

499

La fiaphla..

325

315

Spasski Copp.

389

339

Tonis ....

-2'

üüariered .

Rio Tinto ..

1815

1ö06

Gable Tatest.

\ 3.

103- 2äU 509 350 <t3i.- 56-

J: 102 100 - 55 t/ft 54-

102

354

432-

57

47-

Drahtmeldunsen.

r Berlin, 4. Dezbr. Die G.-V. der Kammgarnspinnerei

Meerane genehmigte die Neufassung der Statuten, obwohl auch danach die alten Gründerrechte (Paribczug von Stammaktien bei Kapitalserhöhungen) bestehen bleiben.

Von heute ab wurde die Notiz der Boden A.-G. Berlin- N o r d eingestellt, vom 6. d. M. ab die Notiz für W i 11 e n e r Stahlrohren -Aktien. Als Ausnahme von der am 14. Oktober 1916 ergangenen Bestimmung hat der Börsenvorstand Sj^proz. Buenos Aiies Provinzanleihe von 1906, bei der der am 1. Juli 1917 fällig gewordene Zinsschein mit einem Firmenstempel versehen ist, für lieferbar erklärt.

Die Bleiproduktion wird, lautLokal an z.", frei- gegeben und die Höchstpreise aufgehoben. Die bei den Werken lagernden Vorräte worden ebenfalls freigegeben, dagegen die bei den amtlichen Stellen noch lagernden Mengen nur gegen Kontingentie­rungsschein.

Die Verwaltung der Maschinenfabrik A. Ventzk! A.-G.,

die sich bekanntlich mit dem erwähnten Sozialisierungs­projekt trägt, ist lautVoss. Ztg. wohl imstande, dieselbe Divi­dende (10 -f 5 pCt.) veranschlagen, meint aber, daß die Gesell­schaften im Ausschütten von Dividende gegenwärtig vorsichtiger sein sollten als je zuvor. Die Gesellschaften, die nicht bestrebt seien, aus dem Recht der Verdienstzeit soviel als irgend möglich Reserven zurück zulegen, würden die bevorstehenden schweren Krisen nicht überstehen.

Zugelassen wurden A 1860 000 als Vorzugsaktien bezeichnet«; Aktien der Eisenhüttenwerk Tbale A.-G. und Jt 3 Mill. der Rheinischen A.-G. für Braunkohlenbergbau in Köln.

Die Dividende der Oberschlesischen Bierbrauerei A.-G. vorm. Haendler in Hindenburg ist lautBörsencourier wieder auf 7 pCt zu schätzen.

Die Danziger Aktienbierbrauerei erzielte nach Mark 203 087 (i. V. 185 095) Abschreibungen einschließlich A 61 084 (63 922) Vortrag einen Reingewinn von A 184 965 (207 638), woraus wieder 8 pCt. Dividende ausgeschüttet werden sollen. Für die Zukunft rechnet die Verwaltung mit geringeren Erträgnissen.

Die Stillegung im Betrieb der F e 1 d m ü h 1 e A G. in Berlin bezieht sich einstweilen nur auf den Betrieb in Kosel. Die Betriebe in Odermünde und Liebau arbeiten weiter.

Der Reingewinn der Cottbuser Maschinenbau­anstalt und Eisengießerei A.-G. ist trotz geringer Ab­schreibungen von A 89 674 (238 176) auf A 193 753 (370 164) zurück­gegangen. Trotzdem wird eine höhere Dividende von 10 (8) pCt. vorgescblagen. Wo;auf der starke Rückgang im Erträgnis zurück­zuführen ist, geht auB dem uns vorliegenden Berichtsackszug nicht hervor. Die Kreditoren einschließlich Einzahlungen sind auf Mark 0.88 (0.65) Mill. gestiegen gegenüber 1.08 (1.20) Mill. Debitoren und 0.37 (0.23) Mill. Effekten. In den nächsten Jahren würde die Ma­schinenindustrie infolge der Arbeiteransprüche, der Steuerlasten und der erschwerten Absatzmöglichkeit nach dem Ausland auf eine harte Probe gestellt werden. Auch nach Fortfall der Hoereslieferungen sei für das neue Geschäftsjahr, genügende Rohmatcriallieferung vor­ausgesetzt, ausreichende Beschäftigung gesichert.

In der heutigen Sitzung des Zinkhüttenverbandes < wurde der Zinkpreis auf A 130 per 100 Kilo festgesetzt. Bisher be-

50/a Anleihe 30/ 0 Rente .. iO/oSpaaäuE. j'J/^BussenCG i0/ 0 do. 9E 4%nnif.Titrk. 8anq.de Paris CrddLrnonais Un.Pariaienn.

Saragossa ..

London, 3. Dez. Wechsel Amsterdam kurz U S1/», 3 Monat«

I <-, Paris kurz 25.98, 3 Monate 26.42. Petersburg.

Berlin, 4 .Dezbr. (W. B.) Produktenmarkt Im hie­sigen Verkehr zeigt sich anhaltend Nachfrage für Rüben aller Art, Abschlüsse kommen indes nur in geringem Umfange zustande, da infolge der Verkehrsschwierigkeiten und durch Beschädigung auf dem Transport während der letzten Frostperiode nur wenig War« zur Verfügung steht. Im Handel mit Sämereien hat sich nicht« Neues ereignet. Seradeila bleibt unverändert schwach. Im Verkehr mit Futtermitteln bleibt die Nachfrage für Ersatzmittel in Er* mangelung von Heu und Stroh lebhaft, namentlich Hülsenfruchtstroh, Torfstroh und Heidekraut sind begehrt.

A N iirnbergr, 4. Dezbr. Hopfe nbericht Bei ruhigen» Verkehr sind seit Wochenbeginn bis heute 60 Ballen neue Hopfen verkauft worden. Es waren etwas mehr Käufer für bessere Holler* dauer vorhanden und die Stimmung wurde etwas zuversichtlicher. Es erzielten Markthopfen 430 bis 465, Württembergs»* A 440 bis 485, Hollerdauer ohne Siegel 450 bis 490, mit Siegel 470 bis 525. Zu* fuhren sind nicht cingetroffen, In 1917er Hopfen und in älteren Jahrgängen sind die Preise unverändert.

New York, 3. Dez.

2 .

fast

Schlußnotierungen.

3.

ruhig

1 2

Lond. 60TgJ4.73.35

T

4.73.5C

Am. Smelt.

2

82-

Cabla Trsl.;4.76.50 SilberPnll. 1011/8 Balt.&Ohlo 551/2

4.76.45

1011/fl

553/8

Anac&nda Bethl. Steel More M. c.

273/4

Ganad. Pac. 159/2

1551/2

v^too^o.

Äkt.-Dms.

115 -

5.45.62

äiss Pacil. 2H/2 ?ennsy)T...| 463/a

M

483o5c

3.

527/,

661/4

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Tend.t.Geld Old. Std Cnrch*

scncr.* 51/2

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Wachs. Pa- äiss Pacil.l 2H/2 Tfifc ö. Steel*'c. 957/«

ris(Sich»),5.46 5.45.62 ?ennsyl»,..| 463/* 47 Äkt.-Dms. 1483Ö0C 5700

Baltimore, 30. Novbr. (W. B.) Die Bruttoeinnahme d et Baltimore and Olno-Eiscnbahn hat im Monat Oktober eine Zunahm« von 6 736 000 Dollars zu verzeichnen. Das Defizit in der Netto* einnahme hat sich auf 3 880 000 Dollars vergrößert.

Montreal, 30. Novbr. (W. B.) Die Bruttoeinnahme d«r Canadian Pacific-Eiscnbahn erfuhr im Monat Oktober eine Zunahm« von 919 000 Dollars, in der Nettoeinnahme eine Zunahme von 32 000 Dollars.

New .York, 2. Dez

Weizen

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Staaten

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Hafers- Koggen Gerate -

2. Dez.

Sichtbare Vorräte.

Diese Woche:

134 820000 Bsh. 25 570000 do

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4 153000

22 660000 10 749000 4744000

Bsh.

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30

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Minneapolis, 3. Dez.

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Leinsaat per Mai Duluth, 3. Dez.

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Toledo, 3. Dez.

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New York. 3 Dez.

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29.25

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Verlosungen. (Ohne k^ähr > Pretttzisch-SttSventfdre Maflenletterie Eoonittags ZieHung vom 4. Deznnder. A 10 000 nein auf Nr. 37750 213164, A 3000 aui *t* -j721 4610 18953 19333 23829 23940 25464 38218 83332 117393 134024 145628 146572 155817 176008 178262 183175 189399 218760 220127 22233* 224231 228497 233879.

Wetterbericht von heute. (Phys. Verein Frankfurt.) Na*«h kürzet* Aufklären erneute Trübung, böige südwestliche Winde, etzas kÄltet« Wasserstand

3. Bezomber trtLh I 4. Dezember txfUu llsgftbtg . gib . 4- Li <I> Kehl Xtbeiu 172 8cm|üresaeu Eil/« 19i um