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Von Major -a-. D. v. Schreibe cshofcn.

Las wichtigste Ereignis, des sich in, den letzten Tagen , auf dem östlichen Kriegsjchcuplatz zugetcagpn hat, ist der Teil­erfolg, den die deutsche S ü d a r m * e: in den Karpathen errungen hat. Sie hat den nördlich vom Tucholka gelegenen Swinirücken in überraschendem St urmangrcfse genom­men. Diese Höhe hat eine außerordentlich, große Bedeutung. Der Rücken ragt als mächtige Erhebung can der Stelle empor, an der die aus dem Opormie tommenou Baynun.e m.l j)ct durch das Orawatal geführten Straße ,yusammcntrisst. So­lange diese Höhenstellung von den Russe n besetzt war, mußte jeder Versuch, in der Richtung auf Sorsii: vorzugehen, vergeb­lich sein. Es ist daher auch sehr wohl begreiflich, daß die Russen außerordentliche Anstrengungen n lachten, den Rücken zu halten. Der Angriff gegen diese .höhensiellung war sehr schwierig, und es ist ein Zeichen für die vorzügliche Aus­bildung und für die hervorragenden Eigenschaften der deut­schen Truppen, daß es ihnen gelang, sich in den Besitz dieser ' wichtigen Stellung zu setzen. Auch die umliegenden Höhen- züge wurden erobert. Noch läßt es sich nicht genau übersehen, ob es sich bei diesem Vorgehen nur m euren rein örtlichen ' Erfolg handelt, oder ob dies der Anfang einer allgemeinen größeren Offensive sein wird.

Dies hängt sehr wesentlich davon ab, ob die Nngriffskraft der Russen durch die vorhergehenden stumpfe schon vollkom­men erschöpft ist, und ob die Verluste, die sie bisher erlitten haben, zu ihrer vollkommenen Erschöpfung geführt haben. Nach den Berichten der Augenzeugen mich nach den Meldun- gen des österreichischen KriegspresscquarLierS sind zwar schon 'zahlreiche Anzeichen vorhanden, daß die Widerstandskraft der Russen abzuflauen beginnt, ob dies aber schon sa> weit fort­geschritten ist, daß überhaupt die alla/ameine Offensive der Verbündeten einsetzen kann, erscheint noch fraglich. Jeden­falls hat der bei Tucholka erzielte Erfolg der deutschen Waf­fen sich schon in den Nebentälern bemerkbar gemacht, wo in den letzten Tagen die russischen Angriffe vollkommen zum Stillstand gekommen sind. Dies ist nur so bemerkenswerter, als jetzt schon die gesamte durch den FciU von Przemysl frei- gewordene Belagerungsarmoe in den Kümpfen eingesetzt wor­den ist und es sehr fraglich ist, ob die Uiussen noch über wei­tere Verstärkungen verfügen.

Bisher hat die Ermattungsstrategie, wie sie die Verbündeten ausgeübt haben, sehr gute 'Erfolge erzielt. Diese Art der Kriegführung war lange Zellt iu der Theorie und m der Militürliteratur des deutschen Hce5.es verpönt, weil man dabei in erster Linie an die Ermattungsstrategie vergangener Jahrhunderte dachte, beider durch kunstvolle Manöver, Be­ziehen fester Stellungen und Bedrohungen der zur Ernährung .der feindlichen Heere unumgänglich no '.wendigen Lebensmittel 'der Gegner erschöpft werden sollte. Dies alles sollte aber möglichst unter Vermeidung von Schlechten erreicht werden, mm das kostbare Menschenmaterial, das; durch Werbung nur schwer aufgebracht werden konnte, zu schönen. Diese Art der Ermattungsstrategie hatte es hauptsächliü't auf den Geldbeutel und die finanzielle Kraft des Feindes abgesehen, die jetzige ErmattungStheorie zeigt aber einen ganz anderen Charakter. Sie schont das Menschcnmaterial in keiner Weise, im Gegen­teil, es wird rücksichtslos eingesetzt, in eii4w Art und Weise 'wie es die Kriegsgeschichte bisher überhaupt noch nicht kannte. ,'Die Verbündeten lassen die Russen an ihrem gut ausgebautcn und zähe verteidigten Stellungen onrennen und hoffen, daß die Feinde durch die außerordentlich großen' Verluste, die sie .dabei erleiden, in ihrem Menschenmaterial allmählich erschöpft werden, so daß ihnen die Möglichkeit fehlt, den Kampf in offensiver Weise fortzusetzen. Ist dies erst einmal erreicht, )fo kommt allerdings der nächste Schritt hinzu: Die Ausnahme der eigenen Offensive. Dann muß es sich zeigen, ob die innere ^Widerstandskraft der Russen durch die vor angegangenen Kämpfe derart vermindert ist, daß die Angriffe der Verbün­deten nunmehr Aussicht auf Erfolg haben. Ob dieser Zeit­punkt jetzt schon gekommen ist, läßt sich noch Mit übersehen, '.aber jedenfalls ist mit der Eroberung der Swininh öhe nördlich Tucholka durch die brutschen Truppen der Südurmee unter 'dem General von Linsingen bereits ein viel versprechender Anfang gemacht.

> Auf dem äußersten rechten Heeresflugel in dir Buko­wina nördlich Czernowitz haben die österreichisch-ü ngarischen Truppen das ganze Gelände zwischen Dnjestc und IPruth von -den Feinden gesäubert und alle Versuche der Russen, wieder über den Dnjesir in südlicher Richtung vorzugehen,, vereitelt. ,O5 die Oesterreicher sich zunächst mit dem jetzt erzielten Er- -folge begnügen oder die Uebergänge über den Dnjesir zu er­kämpfen suchen werden läßt sich aus den bisherigen IReldun- 'gen nicht erkennen. Sollte eine allgemeine Ofensive in nörd­licher Richtung beabsichtigt sein, so würde das Vorgehen über den Dnjesir in der allgemeinen Richtung auf Lemberg auch »auf die Entwicklung der Kämpfe auf den übrigen Teilen der 'Karpathensront von großem Einflüsse sein.

1 ' Ueberblickt man die Gesamtlage auf den* öst­lichen Kriegsschauplatz, so hat sie sich im allgemei­nen für die Verbündeten günstig entwickelt und läßt im Ver­gleich mit der vorigen Woche einen entschiedenen Fortschritt erkennen, der namentlich in den Teilerfolgen bei Tucholka^und nördlich Czernowitz deutlich in die Erscheinung tritt.

' (Sir. Sin.)

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' Feldpostbrief eines deutschen Osfiiziert'. im OPor. Thal.

S w i n i n 1 bci Orawa. den 6. April.

S win in! Welch ein schöner Name! Auf ei er gulen KmI tonnt Ich ihn finden. Es ist ein 992 M tcr hoher Berg, der an der Nordseile der Kappe vo» den Nnssin äußerst stark befestigt tf.l oie hier in Anbetracht der Wichtigkeit Meter Stellung, sibirisch Awhw und was sie sonst vom besten besitzen.zusammengezoaen baden Wir werden nuielerseits unser Bestes tun, ihnen den Berg gan, zt emrctßen und sind ihnen auch schon mit unseren Schiitzenarßbn vis auf 40. selbst bis auf 12 Meter auf den Leib ne, lickt. B'shci die höchste Stelle leider immer noch in ihren Händen. — Heuv Morgen haben wir ihnen eine größere Zahl von Handgranatcr omndergeworsen.. Zur Antwort schickte man uns einige eisern, ohne Wertung in nnser Quartier in Orawa. Wv bnddctn «ns jm steinigen Boden ganz langsam bergan. Recht« von uns liegt ein von den Rüsten stark besetzter Berg. O st r o a von wo wir ebenfalls F uer erhalten. Unser Berg ist ,ingl von mtt Schnee bedeckt n Höhenrücken umgeben und selbst mi . ,in ' un bewachsen. — Ein wunderbarer Blick von hier ring! rn die stunde. — Soeben fährt ein feindlicher Flieger übe, ”n 5 "h fc " s^che Höhenluft ist glänzend. Das Wetict ifl uvekHaupt letzt am Tage sehr schön. Nachts sinkt die Temp ratw jwoeh bedeulmo Sobald es Dunfel ist. hebt von beiden Seitu 5!"; Knattern an. das auch bei Tage nie ganz verstummt

Unfcre Aitillene lprichi am Tage, zumal Vormittags, eine gan klare Sprache zu den Russen. -L °Nun lebt wohl/ Noch bwo Euch dies erreicht, werdet Ihr vielleicht von uns gelesen haben.

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Die Schtschl in ken Kawalhen.

839 Gefangene.

, Wien, 12. April. (W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 12. April 1915 mittags. Die allge­meine Lage ist unverändert.

In Russisch-Polen und Westgalizien stellenweise Geschütz- kampf.

An der Karpath enfront wurden im Wald­gebirge, besonders in den Abschnitten östlich des Uzsoker Passes, mehrere russische Angriffe unter großen Verlusten des Feindes abgewiesen. In Summa 830MannGefangene.

In Südosigalizien und in der Bukowina vereinzelte heftige Geschützkämpfe.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnänt.

Entflohene Kriegsgefangene.

Berlin, 12. April. (W. T. B. Nichtamtlich.) In diesen Tagen ging unter der Sp'.tzmarke „Flüchtige belgische Ossi- zieve" eine Notiz durch die Presse über die Flucht von Offizieren aus dem Osiziersgefangenenlager in Mag­deburg, deren Inhalt bezüglich der Zahl, der Namen und der Nationalität^ der Flüchtigen größtenteils unrichtig war. Tatsächlich sind 'vier gefangene Offiziere entflohen, nämlich der belgische Oberstleutnant Jules Bastian und die russi­schen Offiziere Wladimir K i s i l o f f, Joseph K o z i z a tz k i und Mirski S w j a t o v o l k. Bastian ist 25 Jabre alt, 1,73 Meter groß, hat dunkelblonde Haare, gestutzten Schnurrbart und trug eine neue schwarze Uniform, blaue Pelerine und neue Stiefel. Kisilosf ist 29 Jahre alt, von mittlerer schmäch­tiger Fiaur, bat blonde Haare und trug ledernen Flieger- anzng. Ein besonderes Merkzeichen ist das Festen der Atrgen- brmwn. Kosizatzki ist ebenfalls 29 Jabre alt, 1.62 Meter groß, hat blondes kurz^eschorenes Hauvibaar. ist bartlos und trug eine Lederioppe. Swjatovolk ist 27 Jahre alt. von schlan­ker Figtkr und M schwarzes Haar. Er war Oberleutnant im Lrchauischeu Lelb-Garde-Regiment. Bastian und Kosizatzki sind der deutschen Spraebe mächtig.

Das «Roke kreuz" mit 2Uumliou.

Konstantinopel, 12. April. (23. T. B. Nichtamtlich Di: französische Note Kreuz - Mission ist auf dem Dampfer „Memphis" in S a l o n i k angelangt, um sich von dort nach N i s ch zu begeben. Auf dem Dampfer befand sich auch Munition für Serbien sowie zwei fran­zösische Offiziere, die in die serbische Llrmee eintreten wollen. Eine weitere Rote Kreuz-Mission für Serbien mit vier fran­zösischen Majoren, zwölf Fliegern und vierzig anderen für Serbien bestimmten Offizieren wird demnächst erwartet. Ein großes englisches Schiff brachte vor einigen D-agen aller­lei K r i e g § m a t e r i a l für Serbien und Rußland nach Salonik.

Abgeschlagene russische Angriffe.

b Budapest, 12. April. (Ctr. Frlft.) Von der Zempliner Seite aus haben die Rüsten den Versuch un­ternommen, unsere Stellungen bei U z s o k zu umgehen. Die­ser Versuch wurde jedoch Untergrößen Verlusten für die Rus­sen, die zwischen Volosate und Kiesvoelyy zwischen zwei Feuer gerieten, zurückgewiesen, wobei wir auch viele Gefangene machten. Auch oberhalb P atakujfalu wurde ein Versuch der Nüssen, von dort aus in das Unotal zu ge­gangen, in einer für den Feind überaus verlustreichen W-eise vereitelt.

Die Greuelkaken der Russen in Memel.

I> Königsberg i. Pr., 12. April. Nach amtlichen Feststellungen wurden bei dem Nusteneinfall im Kreise und in der Stadt Memel 63 Personen ge­tötet, 43 verwundet, 458 verschleppt, darunter 189 Frauen und 109 Kinder. Geschändet wurden, soweit bekannt, 14 Frauen und Mädchen.

Major v. Liedemann f

Berlin, 13. April. Jm „Tag" widmet Karl Peters dem am 7. April in Frankreich einem tückischen Nervenleiden er­legenen Kolonialhelden Major von Tiedemann einen ehrenvollen Nachruf T'edemann war der Sohn des be­kannten Mitarbeiters deS Fürsten Bismarck, der sich im Jahre 1889 der Petersschen Emm Pascha-Expedition anschloß, und nach der Rückkehr von derselben zu manchen außerordentlichen Milit-mnssionen verwendet wurde. U. a. war er deutscher INilitärattachS auf Kitcheners Feldzug nach Onburnutti und Khartum. In der Heimat arbeitete ec die meiste Zeit im Großen Generalstab, '" - •

Großes Hauptquartier, 13. April. (W. T. B. Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz:

Die Franzosen behaupten, 150 Bomben auf Seebahnhof und Gießerei Brügge abgeworfen zu haben. In Wirklich­keit fielen nenn Bomben in der Umgebung von Ostende und zwei bei Brügge nieder, ohne Schaden anzurichteu. 23ir be­warfen dafür heute Nacht ausgiebig die von den Engländern belegten Orte Popcringhe, Hazebronk und Cassel.

Bei Berry-au-Dac drangen die Franzosen nachts in einen unserer Gräben ein, wurden aber sofort wieder zn- rnckgcworfcn.

Ein feindlicher Fliegerangriff in Gegend östlich von Reims mißglückte. Nordöstlich von Knippes wctrden gegen uns wieder Geschosse mit betäubender Gasentwicklung verwendet.

Zwischen Maas und Mosel setzten die Franzosen ihre Angriffstätigkeit an einzelnen Stellen mit Heftigkeit, aber erfolglos fort. Drei Llngriffe in den Vormittagsstmrden Lei Maizerey östlich von Verdun brachen unter schwersten Verlusten in unserem Feuer zusammen. Die mittags und abends bei M a r ch 6 tt i I i c südwestlich von Maizerey unternommenen Angriffe, bei denen der Feind starke Kolonnen zeigte, nahmen denselben Llnsgang. Ein heule bei Tagesanbruch gegen die Front Maizerey—Marchsville ge­führter Angriff wtrrde wieder mit sehr erheblichen Verlusten für den Feind zn.rückgeschlagen. Jm Priesterwalde fanden Tag rwd Nacht erbitterte Nahkampfe statt, bei denen wir langsam Boden gewannen«

Südlich des Hartmannsweilerkopfes wurde gestern abend ein französischer Angriff abgewiescn.

Oestlicher Kriegsschauplatz

Jm Osten ist die L a g e u n v e r a n d e r t.

Oberste Heeresleitun

Das franzsftschs Vrogmmm.

Kopenhagen, 13. April (W. T. B. NichtamNicb) „Na- tionnliidende" meldet an? London: General Cherfi ls schreibt im .Le Pcuvle": Der Krieg wird wahrscheinlich im Laust des Sommers durch eine» entscheidenden Schlag zwischen Maas und Mosel entschieden werden, wo die deutsche Lime auf einer Strecke von 30 Mei en Länge und 6 Meilen Tiefe durchbrochen werden wird. Danach wird eine all­gemeine Offensive der Alliierten die Deirlscheu bis zum Rhein zu» tiieftrctbin. Darauf wird ein enlseheidender Schlag auf dem rechten Rhrinufer erfolgen.

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Der Anfang, den die Franzosen bisher zwischm Maas und Motel gemacht haben läßt vermuten, daß der Weg auf das rechte Rheinnfcr für die Franzosen und Engländer erheblich weiter ist als nach Tipperary.

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Eine dunkle

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Berlin, 13. Avril Die .Boss Zeilung" brachte am Montag früh unter der Ueberschrift .Kundgebungen der Llebknechtgrnppe" (?) die Uebcrsltzung eines sozialdemokratischen Mani­festes nutz der .H u m a n i t k“, von dem sie sagte daß es wenn es sich nicht um eine Mystlsikatron handelte, einen Vorstoß gegen die Mehrheit der sozialdemokratiseheir Reichstagsfraktton ans dcnj?lkiten der Minderheit be­deutet. Die Pariser „Hnmanil^" vom 7. Avril schreibt: Sie habe ein au4 Holland erhaliencs Mainfest der Minorität der deut­schen Sozialdemokratie veröffentlicht, die den Prinzipien der Inter­nationale IrcugebÜcbcn sei, nnd vornehmlich Karl Liebknecht. Lcde- bonr Rühle. FranzMehring Klara Zetkin. Rosa Luxemburg umfasst. Ihr könnt uns glauben, so lneß cs in dem Manifest daß das deuisebe Proletariat durclaus nicht einverstanden ist mit den Erkläiungen etnes Scheidemann nnd einrS Heine. Das Mamsest b rief sich auf dte unabhängige Arbeiterparter in England und die rnssijcheSozial- dcmokiane nnd sagt von der Haltung der sozialdemokratilchen Ge­raffen in Fraukreich. England und Belgien bängt für uns die Möglichkeit einer Aktion gegen den Krieg ab. Der „Vorwärts" äußert sich heute zu der M.ttcitung: Er sagt der Aufruf siudet sich in deutscher Sprache bereits in dem Berner Partei­organ. Er trägt dort keinerlei Unterschriften. Auch die „HumantiL" brzcichnkt die Gknosscn Liwknecht. Leoebour usw. nicht als V e r f a s f er, sondern die „HumanitL" nimmt n nt an. daß der Aitfrnf aus den Kretstn der Nimderheit stammt. Die .Berner Tagwacht" stc^r.übrigens ausdrücklich stst, daß die g e n a n n t e n G c n o s j e.e n i ich t a n d e m A u f r u f b c» t^e i l i g t sind, lehnt es aber ad, dir Urheberjchast des Ausrufes näher mitzulcile«.

Berlin,. 12. April. (W. T. B. Amtlich.) Die von der englischen Regierung angcordnete Maßregelung der in trsuester Pflichterfüllung in ihre Gewalt geratenen Besatz trugen von Unterseebooten durch Ver­sagung ehrenhafter» KriLgsgLsaagenschast und Unterbringung in Naval Detention Baracks bat die deutsche Regie­rung zu der Gegenmaßnahme veranlaßt, für jeden Gefangenen der Unterseebootsbesatzungen für die Dauer seiner völkerrechtswidrigen harten Behandlung, einen kriegsgefan- genen englischen Offizier ohne Ansehen der Person in gleicherWeisezu behandeln. Dementsprechend sind heute, am 12. April, aus Ossiziersgefangenenlagern 3 9 englische Offiziere in entsprechende Haft in Militärarrest- a n st al t e n übergeführt worden.

Berlin. 13. Avril. (W. T. B. Nichtamtlich.) Die „Nord- deuiseheAllgemeineZcilung" veröffentlicht in üempoliliseh n Tages­bericht den Notenwechsel zwizchen Deutschland und den B e r e i n i g r e n Staaten über die Behandlung der in England gefangen gehaltenen Besatzungen deutscher Unterseeboote: In der V.rbalnote des deutichen Aus- wäetigen Amts an die Botschaft der Vereinigten Staaten in Beilm vom 16. März wird aus die Meldungen der cnglitchen Presse hrngewiewn, baß die briliiche Admiralilät die Absieht kultdgegeben babe, den in Gefangenschaft geratenen Ossizicren und Vtanntchaslkn der deuijchen Unterseeboote nicht die ihnen et 13 Kue.jsgefangene gebührende Behandlung ztneil werden zu lassen, rn-besondere den Offizieren nicht die Vorzüge ihres Drensigrades zuzubilligen. Das Auswärtige Amt bittet die Boifehaft der Vereinigte» Staaten, auf telegraphischem Wege durch «Bermiltlung der amerekanischen Polschaft in London bei der groß- dritani'itcheir Regierung ansragen zu lassin. ob und in welcher Welle sie Die gefangen genommenen Offiziere und Mannschaften der dculichen Unterjecboole irgendwie schlechler als andere Kriegs­gefangene zu behandeln gedenkt. Sollte dies der Feill sein, so wrrd die weitere Bitte ansgejprochkn. im Name« der deutichen Regierung gegen ein derarttges Verfahren bei der britischen Negierung s ch ä r f st e n P r o l e st einzulegcn und ihr keinen Zweifel darüber zu lassen, daß für jedes in drinsche Gefangenschaft geratene Mit­glied der deutichen Unlkrtkebootsbesatzungen ein in Krlegsgefangen» fchaft defierdlrcher eirglischer Armeeoffrzier eine entsprechend schlechte Behandlung erfahren wird. In der Verbalnote der amerikanischen Botschaft in Berlin an das deutsche Auswärtige Amt vom 6. April wird die bereits bekannte Antwort der engltschkn Negierung auf die Anfrage der amerrkerurschen mitgeleilt. wonach dregeretteten Offiziere und Vtannsehafttn der deutschen Unlerieebooie „Ü 8" und „U 12" mit Rücksicht auf die Notwendigkeit ihrer Absonderung von anderen Kriegsgefangenen in Marriiearresjanstallell (Naval Detention Baracks) mrbracht sind. Hierauf erging am 11 April eine Nöte des Staatsiekreläis des deutschen Auswärtigen Amtes an den Botichajttc der Vereinigten Staaten in Berlin, in welcher es heißt: Die deuliche Negierung »ahm mit Befremden und Entrüstung da­von Kcnniilis. daß die biinsche Regierung die kriegsgefangencn Offizrere und Vtannschasten der deutichen Unterseeboote nicht als chienhaftc Gegner ansicht. und sie demgemäß nicht wie andere Kriegs- g^cnrgene. sondern wre Arrestanten behandelt. Diese Offiziere und Ätannschaflen handelten als tapfere Ätänner in Erfüllung ihrer mrlilänschcn Pflichten. Sre havcn daher vollen Ampruch daraus, ui bertelbcit Weise wie andere Kriegsgefangene, gemäß den völlerrechtlichen Abmachungen gehalten zu werden. Die deutsche Regierung legt' daher gegen das völkerrechtswidrige Vor­gehen E n g t a ir d s cruss s ch a r f st e Verwahrung e'.n. Sie siht sich gleiehzerlig zu ihrem Bedauern gezwungen, nunmehr unverzüglich die von Uh angetündlgte Vergeltungsmaßnahme aus- zuiührerr uno eine eniwrechende Anzahl kritgsgefangener englischer Almeeoffiztcre einer gleich harten Bchandlung zu unterwerfcn. Wenn übngens die britische Regierung am Schlüsse ihrer Ausführungeir bemerken zu solle» glaubt, dag die dcutiche Marine im Gegenfatz zur briiisihen die Retlung von Schtfsbrüchigcn unterlassen habe, so kann die darin liegende tlntclstellnng, als ob eine solche Rettung den deutschen Krtcg-schrfsin möglich gcwescn. aber von ihnen ge- fltssentlrch unterlassen wenden sei. nur mck Abscheu zurückgewieleir iverdcn. Der Unterzeichnete bittet den Herrn Botschafter, der bri- li-chen Rcgierui g eine enliprecheiide Miueiliing zugehen zu lassen, auch Sorge dafür zu IragHl. daß sich ern Muglred der amenkaui» scheu Botschaft tri Londe^n alsbald periönlich von der Behandluiig der deutschen Unterleevoors-Gesangenen überzeugt und über Einzel- hettell ihrer Uinerbringung. Verpflegung und Bcfc!)äjtigung Benet;t kistaltel. Das weile,e Verfahren gegetiüber den ankstlerten brüt- sehen Offizieren, Die vor läufig m Offizrcrshafl genommen wer en, würde alsoailn der Behaitdlung der öcuischcn Gefangenen angepaßt werden.

Der Schrecken der Meere.

Reuter meldet: Der englische Dampfer „W a y f a r e r" ist auf der Höhe der Scilly-Jnseln torpediert worden. Das Schiff sollte nach Queenstown geschleppt werden, ist aber gestrandet. Der „Wayfarer" ist ein stählernes Dampf­schiff von 9529 Tonnen Inhalt, wurde 1903 gebaut und ge­hört nach Liverpool.

Der Kapitän des Schiffes „A m e r i c a" erzählte, daß er auf der Reife von New Pork nach Neapel südlich vom Kap F i n is- t e r r e den Funkspruch eines japanischen Dampfers erhalten habe, der Schutz gegen ein ihn verfolgendes deut­sches Unterseeboot erbat. Der Dampfer gab das Radiotelegramm an die Sbation in Gibraltar weiter. Diese antwortete, ein Torpedojäger gehe sofort zum Schutz ab. Wie es heißt, brachte der japanische Dampfer Munition und Kanonen von Liverpool nach Marseille.

Paris, 13. April. (W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung der Agence .Havas. Der' französische Dampfer „Fr6d6ric Frank" ist gestern auf der Höhe von Portsmouth torpediert worden. Die Besatzung ist gerettet. Der englische Dampfer „President" aus Glasgow wurde Sonnabend bei Eddy- stone von einem deutschen Unterseeboot versenkt und auch hier ist die Besatzung gerettet worden.

Kalmar, 13. April (W. T. B. Nichtamtlich.) Der Ham­burger Dampfer „M a g d a l e n a B l u m e n t h a l", mit 2200 Tonnen Steinkohle von Stettin nach Oxeloesund unter- lvcgs, ist gestern abend an der südlichen Landzunge von Oe- land gestrandet. Die Lage ist kritisch. Vier Schiffs­planken sind leckgesprungen. Bergungsdampfer sind nachmit­tags eingetrofsen. •

Ein neues englisches Unterseeboot.

^ Lottvon, 13. April. sCtr. Frkft.) Die Engländer haben ein n e u e s U n t er s e r b oo t gebaut, dem der Name »B o 1 h a" beigclegl wurde.

Gute Prise.

g Hamburg, 12. April. Der russische Dampfer »Fe u ix", der in Ballast aufgebracht war und vom Prisenqericht emgczogcn w»>de ist heute für 298.000 Mk. an die hiesige Schiffs- maklerfirma August Bolten, Wilhelm Millers Nachfolger meifl- biktend verkauft worden. ,