Kleine PreM

^eits 2. Mr. 85.

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Uns folgt da Ruhm, der ewig bleibt, Venn wir gestorben sind.

Gestorben für das Vaterland Den ehrenvollen Tod!

kartosfeiveksorgaug.

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ALiegeraugriffe gegen englische Schiffe.

Das englische DampfschiffSerrula", das in vergangener Nacht in Rotterdam eingclausen ist, wurde in der Nahe von Lord Hindcr durch zwei Flugzeuge verfolgt. Der

scheinen jedoch das Schiff auch getroffen Zu haben, da ocr Kapitän erklärte, daß Sprengsiücke der Bomben kleinere Be- schäbigungen des Schiffes hervorgerufen hätten. Der Kapi­tän schoß nach einer der Flugmaschincn und behauptet, sie getroffen zu haben. Jedenfalls fetzten die beiden Flug­maschinen ruhig ihren Flug fort und verschwenden.

Die englischen Dampfschiffe der Cor? Steam- Ship-Co., die auf der Fahrt von Rotterdam nach Manchester mehrmals durch deutsche Flugzeuge angegriffen wurden, fahren gegenwärtig mit den Rettungsbooten außen an Bord, so daß diese sofort heruntergelafsen werden können.

Kronprinz Wilhelm" in Newport-News.

London, 12. April. (23. T. B. Nichtamtlich.) Neuter meldet cms Newport-News, der deutsche Hilfskreuzer Kronprinz Wilhelm" sei gestern früh in den Hafen eingelaufen uns habe gemeldet, er habe Mangel an Kohlen und Lebensmitteln.

Ztalievische Stinraanpn.

Der die Kriegspartei anführendeCorrieredella Sera" fordert, daß die Entente den Italienern ö e st i m tu U Zusicherungen gebe, ehe Italien den Krieg beginne. E 3 wäre ein schwerer Irrtum der Verbündeten, wenn sie ruhig abwarten wollten, bis das Schicksal Italien zu den Waffen riefe, ohne mit Anerbietungen und Bürg­schaften den Italienern entgegenzukommen. Italien möchte zwar, daß seine Interessen mit denen der Entente überein­stimmen, aber der Entente-Diplomatie komme es zu, An-er- bieten mit Bürgschaften zu machen.

Unter dem LeitwortKrieg oder Revolution" hatte die radikale Kriegspartei auf vergangenen Sonntag zu großen Straßenkandgebunyen in ganz Italien eingeladen. Die Negierung verbot jedoch, wie schon gemeldet, diese kriegerischen, wie alle geplanten neutralisti­schen Versammlungen. In Mailand war der Domplatz von mehreren Regimenter aller Waffen auf allen Setten be­setzt. Die Reiterei führte Bewegungen aus, um Ansamm­lungen zu verhindern, infolgedessen ging der Abend ohne bemerkenswerte Vorkommnisse vorüber. Am Nachmittag wurden Teilnehmer an einem Dauermarsch zur Vorbereitung einer kriegktüchtigen Jugend von der Bevölke­rung zweier Dörfer in der Nähe von Mailand verprügelt. Trotz behördlicher Verbote kam es zu Kundgebungen mit klei­neren Zusammenstößen Leider Parteien in Neapel, Florenz, Ancona, Parma und Turin. Wahrend der Kundgebung m Seron a, wo außer auf Oesterreich auch auf Deutschland P e r e a t r u f e laut wurden, riß die Menae deutsche Firmen­schilder ab und warf sie in die Brunnen auf den Hauptplätzen.

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Die Krisis in Wien.

Revolutionäre Bewegung.

Leber von den Engländern sorglich verheimlichte ^Vor­gänge in Indien veröffentlichtTanin" aus indischen Blättern eine Blütenlese, die besonders die in Süd­indien weitverbreitete Aufstandsbewegung ent­hüllt. In ganz Jnd'en herrscht täglich wachsende Unsicher­heit. Große Banden durchziehen das Land, plündernd und raubend. Die Obrigkeit ist machtlos, dem Treiben zu steuern. Borgänge dieser Art werden aus H o g h l i bei Kalkutta und aus D a n d i b u r gemeldet, wo nach Hunderten Zählende Banden ohne Furcht vor Polizei die Häuser der Reichen völlig ausplünderten. Ausstände ernster Art werden aus Barisal und Firuspnr bei Lahors berichtet. In Barifal waren Zwei anarchistische Ge­sellschaften namensWalka" undAnischillad" am Werk. Sie verübten viele Bombenanschläge und ver­breiteten Schrecken unter den englischen Beamten und Offi­zieren. In Firuspur gelang es, sieben Aufständische zu ver­haften. Die Untersuchung stellte fest, daß der Ausstand von in China lebenden Indem auf kanadischem Boden vorbe­reitet worden war. Dort wurden die Waffen beschafft. Durch Aufhetzung der Truppen, besonders des Regiments Patan, sollte der Stein ins Rollen gebracht werden. Die Führer sammelten einen zahlreichen Anhang in Madras und verteil­ten ihn über das ganze Land. Da die Enaländcr von dem geplanten Raub der Regiemngsgelder in Mogah Kenntnis erbielten, mußten die Verschwörer vorzeitig losschlagen. Biele Führer fielen in die Hand der Engländer. Bei Alighar wur­den die Gleise 509 Meter weit zerstört, ein Zug e n t- gleiste. In Delhi wurde die Festung durch Bom­ben beschädigt. Vorgänge dieser Art und Aufstände von kleinerem Umfang werden aus vielen Gebenden gemeldet.

(Voss. Ztg." Ctr. Bln.)

Berlin, 12 . April. (W. B. Anttlich) Um den Kartoffel­bedarf. riamcnilM) der minderbeautlelteli Bevöl ttrung in größeren Smoien, für daS Frühjahr und den Sommer 1915 rm» beomgt sicher zu stellen, muß eine angemessene Karroffelmenge aus dem Verkehr gc;og n und seslgclegt melde». Die ReichSverwaUung leikie dirhrr feil Jlnfauf möglichst großer Vorräle in dre Wege; außerdem beichloß der Bunvcsiat in lewer Eitzing vom 12. Avnl 1915 tt.rtere Maßregeln. Zur Turchsührung der Karioffelv r» rcttiwg rst eine Behörde in rer rem 'JifuinnR e ich s si e l l e i ü r K a r l o f f e! v c r i o r g u n g" voigeichrn. Die dem Rerch> fa;'jtir unterstellt ist. Sie soll ans einem Reichskommissar und nnndestcns zwei Mitglieder» bestehen. TXr Behörde siehi ein Beirat zur Serie, der sich ans Vertretern der Lern owrri schaff der Städte, ocs Handels nud der Verbraucher zmaimmnsetzt. Das ZrviichcngUrd zwilchcn der Acichsstclle u»d den Verbrauch rn sollen dre Kommunalorrbände bilden, vre ähnliche Ausgaben bereits a»f anbeieu Gebieten mu Erfolg übrrtta.ien erhieiteu. Von ei» er allgemeinen B e j ch l a g n a h m e dcr Kmlofsekn wie beim G<- trerse i,t wegen technischer Schwierigkeiten und wegen »er Gefahr des Verderb.ns bei ungenügender Behandlung und Au be-vah- run z der deichlagnahmten Kartosjcln abgefehen worden. Jn;o- wett die zur Ernährung der B-vötkerung notwendigen Kartoffeln nicht innerhalb eines Beirrtes vorhanden sind melden die Kom- munatverbände den Fehlbetrag, der durch freihändigen Ankauf nicht gcdcelt werden kann, nnier eingehender Begründung seiner Höhe der dcr Rerchsstelle an, welche darüber eittschcldel, ob die An- mrtdunzen zu berücksichtige« sind oder nicht. Dre Reichs stelle kann dre Uebcuverirmg von Lkartosseimengen aus einem Kommui'akoer» band an culen anderen Komm-»naloerband oder an die Reichsstelle verlornen. Kommunaiverbäude. aus denen Karlossiin obzugebcn sind, löiincn dreie Mengen freihändig ankaujen, sie nötigenfalls auch z w a n g s io e i s e sicher stell.«.

Aus Mengen die zur Erfüllung von Verträgen erforder­lich sind, darf mcht zurrickgegrrffcn werden, wenn diese Verträge nachweislich vor I kraj t 1 re 1 e n dieser Verordnung abgc- schloffen sind und ihr Inhalt von erncm d^r Dertragichlreßenokr, brS zum 2 6 . April 1915 eiiifchlreßlich dem Kommunalverband, m fern die zu lufcniden Kartoffeln lagern. mitgUeilt ist. Der Rück­griff st zulässig. wenn die RcichSstclle es genehmigt oder verlangt. Auch soll dre Reichsstelle berechtigt fern, m die bei dem Jirkraft- lretcn dieser Verordnung lau'ciden Lieferungsverträge als Eiimr- ber einjUtrctcn. Von diesem Recht wird im allgemeinen jedoch Mir mit aller gebotenen Vorsicht Gebrauch gemach! werden. Die Konr- mrmatvcrbäiide können im übrigen alle zur Versorgung derminvcr- bemittelicn Bevölkerung mit Kartoff In erforderlichen Maßnahmen in ähnlicher Weise treffen wie sie bei Ergebung des Verkehrs mit Getreide und Mehl zuläfflg find

Erwähnt iei hierbei aiiSdiückach, daß A u S fu h rverd o t t von Karlossein aus dem Bezirke eines Kornmunaloerdandes sich nicht erstrecken dürfen aus Mengen, die »m Eigentum des Reiches, eines Bundesstaates, von Mrliiärverwatiungen. eines Kommunal- vcrbandcs, der Tiochillarloffelverwertuugsgescllrchait oder dcr Zer>trc>Iei»lauffgc ellschost in Berlin stcheu. oder auf Mengen, dre zur Erfüllung von Verträgen erforderlich sind, wenn drcsr V r» trüge vor Jnkiasrirclen dreier Verordrumg abgeschlossen sind und ihr Inhalt bis znm 26. April 1915 dem Kommm al- verband, in dem di' zu liefernden Kariosseln lagern mitgcrertt rst. Der 'Ankauf von Kartoffeln wird zu den Preisen erfolgen müssen, die dem Landwirt neben dem Höchstpreis ein Emgelr für Aufbewahrung Behandlung und Risiko btctel. Düse Prerie werden vielfach für dre minderbcmutcite Bevölkerung zu hoch lern. Die Neichssinanzverwaltung iviid daher Kommunalverbäiidcn beim Eiwerb von Kartoffeln, dir zur Versorgung ihrer mlnverbemittellen Bcvöllcrung durch die Rerchsstelle erlolgi. die Mehrkosten erietzen, die durch die genannte Son cerverfügung den Landwirten über den Höchstpreis gezahlt werden. Dadurch werden die Kommun-lver- bände rn die Lage gesetzt, diese Kartoffeln zu demselben Pretse ad- zugcben. wie sie sich nach den gegenwärtig n Höchstpreifen für die Landwirte zuzüglich der Fracht und der hmzutrelendc» geringen Spesen stellen.

Die Schweizer Neutralität.

Basel, 13. April. (W. B. Nichkamlkich ) Einer Privat- meldring derBasler Nachrrchlcn" zufolge bat der B u n d e s r a t beschlossen, duß dre deunche Ueders.tzung des brüchliglen sranzösi- scheu Beilchics Über die angkblrcben deutschen Greuel- laten in dem b e s e tz 1 e n G c b i e t im offenen Umschlag von der eidgenössischen Post nicht spediert werden darf da der propagandistische Charakter der deutschen Uebcrsctzung. die sich an vre Deutschshweizer wendet, um gegen Deutschland Stimmung zu machen, auf der Hand liege

Das Eiserne kreuz I. Klasse für den Sultan.

KonstantlNSpe!, 13. April. <W B. Nichtamtlich.) General» feldmar chall v. d. Goltz Pafcha wurde gestern vom Sultan in Audunz empfangen. Er überreichte dem Sultan.das ihm von Kaiser Wilhelm ver sehene E i j e r n c Kre u z i. Klaffe.

veciiiiWes.

Dr. Walther Nathenan ist von dem Amte eines Direktors der KriLgZrohstoff-Abteilung zurückgetreten, nachdem jetzt die Organisation dieser Abteilung vollendet ist. Für die Ver­dienste, die er sich um diese Organisation erworben hat. hat er, wie wir erfahren, das E i s e r n e K r e u z am weiß-schwar­zen Bande bekommen.

SazialLemokratischer Stadtrat« Die Schöneberger Stadtverordueten-Versammlung wählte ein­stimmig den sozialdemokratischen Neichstagöaögeordnetcn Molkenbuhr zum Stad trat.

^ London, 13. April. (W. T. B.)Daily Telegraph" ver­öffentlicht eine Unterredung mit V eni s el o s, der erklärte, er wolle eine Reise nach Amerika machen, da er seit nunmehr fünf Jahren mit Arbeit überbürdet sei.

Lranksrrrt. 13. April.

KkiegsbeschMgteir-Msirrge.

In Frankfurt hat sich wie. schon nntgrlelit. im Anschluß an den Miircideulichen Arbei snachrveisvcidand ein Hau p t au s» a u s j ch u 8 für o re K r r e g s b e f ch ä d i g 1 e n - F ür j or ge gcdiltct der während und nach der HnlbcHandlung durch die Mllilärvenvnliui'g dre s.zrale Flirjorge jür Krltgsbcjchäcirglc uno Krreg-li'vrlidt übernehmen will Er erstreckt sieh aus die KnegLsur- lorge im Großheizog um Hessen, der Provinz Hessen-Nassau und des Fürstlntuin Wettdeck. Dre Tällgsirt des Ausschusses ist in elfter Lime ans Erhaltung des K r r e gs d e f ch ä b r gl e n rn einem Berufe und in ferner Hermat genräet und umfaßt die Berufsberatung. St e t l en v e r m it l l n n g und erforderlichenfalls B e r u s s u m b r l d u n g aller Krregsierl- vehmrr. die rnfolge Verwundung oder Verletzung vorauc-sichtllch als dienstuntauglich aus den Lazarett.» eutlasfcir rverdcn oder bcrctts entlassen fi* b und zwar aller Ticnstgraüe und aller Berufe. Dlefe Ziele fnchr der Aasichuß zu erreichen:

Nach Möglrehkert wird ver>ucht. soweit Organi ationen in Dunoesstaateu ooer Landeslerlcu bestehen, engste.ilnngnahme mu ihnen hcrznsteücri. Die Gcjchäitsränme des Ausschusses be­finden sich in Frankfurt a. M. Große F r r e d d e r g e r - ftra ße 2L. Fcrnrrrs Autt Hania 411.

Dre Beratung erfolgt auf Grund einer von den Jnva iden und dem bkha»dellrdr.n Arzt «uszujüllenoen F r a g e k a r t e und unter Mitwirkung e l n e s Arztes, d.r zunächst w ö ch e n l l r ch zweimal Sprechstunden abhält. Dle vorderctlenden Schritte zur Bltcung von besonderen Ausbilonngslurjen in Ver- brnoung mit der Gewi.rb.schule irr Frai.tfurt a. Bt. foivee der Eur» nchinng einer E'nerrmigemchnle verch Heioelberger Vorbrl) sind u, l.rnommen. De« Zuau,pluchnahme ist jür alle Interessenlen vollständig losterrlos.

Mngers §0.

Heute begeht Projesscr Dr. Ludwig E d r n g r r fernen 60. Ge­burtstag. Er ist rn Worms geboren, fiuDicne in Heidetb.rg. S.raßburg und Gretzen m^d «st fett 1683 pratti chcr Arzl rn Franc- furt. fett 1904 ist der beruhmle Nerve, arzc Dcrekror des Ncniolo^r- jchen Iustuuls der Surckeubergifcherr Naluifvrjehrrcden Ge>eUjchaft.

Er iss mit der Fr-anksurlerin Anna Gokdschmidt verheiratet. Pro» sissor Eoinger der namentlich grundlegende Arbeiten über dir ver­gleichende Anatomie des Nerverrsystenls geichrieben, bat an der jungen Frankfurter Universität das Ordinariat für Nen- rologie inne a"s erste? Ordinariat dieser Wissenschaft in Deutlch'and. Sei, e Forschnngcn haben in der ganzen mediLiur- scheu Welt die verdiente Anerkenmrng gesunden.

Das Erbe der Frau von Meyernberg.

F. C. Die vor vierzehn Tagen in Bayrenih verstorbene Frau von Meyernberg, frühere Freiu Bäckermeister Kirsch in Fr.rnkfnrt a. M.. morganatische Gemahlin des verstorbenen Herzogs Alrrander von Württemberg hat eine große Reihe von wohl tätigen Str ftungen Hintersassen, aber als H aupi­ek b i n ihres fr baitaiben Verniögcns ihre Nickte A ! er an dr a von Keudell eingesetzt. Frau von Keüdell. die Gemablrn des früheren deutschen Bottchasilers in Nom. ist die Tochter des Bm^crs des Herzogs Aleraireer von Württemb:rg. dcs Herzogs Ernst ans seiner Ehe mit Anna Katharina Natalie Eschborn ans Amoibach. die durch den letzten Krndgrafen von Hessen-Hombnrg ^ rd!''N"d zur Frau von Grüilwf-erhaben wurde und nach Lrm Tode dcS Herzogs mehrere Jahre in Wiesbaden wohnte.

Die Umgehungsbahn bei Bebra.

Am 1. M a i d. Js. wird voraussichtlich.die 11 m g ehu u gs - b a h n bei Bebra in Betrieb gerrommen, sodatz kimfüg die Durchgangszüge von Thüringen nach Frankfurt die Kopßftcrüoir Bebra nicht mehr b erühren. Da bereits durch die 1914 erfoltztr Inbetriebnahme des Tunnels bei SÄLchtern der Umweg über Elm weggefallen ist, so wird der Schienenweg von Thüringen nach Frankfurt vom 1 . Mai d. Js. ab msgesamt etwas m ehr als zehn Kilometer kürzer rmd die Fahrzeit von Thüringen nach Frankfurt verkürzt sich um dreisiig Minute n. Durch die Ausschaltung des Durchgangsver­kehrs in Bebra wird der dortige Bahnhof ganz wesentlich ent­lastet.

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Goethe und «TorWen".

In Goethes Tagebüchern findet sich unter dem 28. Sep­tember 1899 verzeichnet: «Der junge Knebel mit dem Studie­renden aus Jever." Dieser «Studierende aus Jever" ist, wie mit Sicherheit anzunehmen ist, der damalige Jenaer Student August Friedrich Rumps gewesen. Rumpfs Erlebnisse bei seinem Besuche im Hause Goethes kennen wie aus der Wieder­gabe von Hermann Allmers, der sie von Rumpfs Tochter hotte; Theodor Siebs macht den Bericht in seiner eben bei Ernst Siegfried Mittler u. Sohn in Berlin erscheinenden neuen . Mmers-Biographie zum ersten Male bekannt. Nach der Er­innerung Rumpfs war seine Einführung bei Goethe nicht durch den jungen Knebel, sondern durch des Dichters Sohn August v. Goethe erfolgt. Ihn hatte Rumpf auf dem Burg- ke'ller kennen gelernt, da beide in Jena derselben Verbindung angehörten und da der Oldenburger schon damals ein feu­riger Eoetheverehrer war. Wie es bei seinem Besuche abging, berichtet er wie folgt:Ein Diener in Livree öffnete auf das Klingeln und begrüsite freundlich den Sohn des Hauses. Es war fast gegen elf Ubr.Sieh, da ist der Bater schon," svrach August und eilte auf diesen zu, der, in einen dunkelgrünen Schlafrock gehüllt, gerade vor uns die untere Hausfiur über­schritten.Ei, da hast Du Deinen Oldenburger. August, das rst schön. Besuch ist nicht da. Wir wollen sofort nach oben gehen." Aeusierst freundlich reichte er mir die Hand und winkte, ihm die Treppe hinauf zu folgen. Wer war glück­licher als ich, sich so willkommen zu sehen. Bald sasi ich ihm in seinem einfachen Studierstübchen gegenüber, wahrend er beschäftigt war, still ein mäßiges Blatt Papier zurechtzn- schneiden, und betrachtete voll Aufmerksamkeit ihr, selber so- wie seine Umgebung, seine Bücher und umherliegende Steine. Augutt hatte mich sogleich verlassen und war zu den Haus­genossen gegangen. 4 »

^So war ich mit Goethe ganz allein. Wie preis ich mich glücklich. Jetzt war er nUt seinem Pavierschneiden fertig und wandte sich zu mir.Mein August schreibt mir, daß Sie ein Oldenburger wären?"Ein Oldenburger. Exzellenz." Gut. Was brennen Sie da."Fast nur Torf."Wie in Ostfriesland, nicht wahr?"Ich glaube, Exzellenz," war meine Antwort.Wie wird d"r Torf dort gewonnen?"- Er wird er wird aus der Erde gegraben"Das wukt ich schon,^ daß er nicht von den Bäumen gepflückt wivd ich will zunächst genau wissen, mit welcher Art von Instrumen­ten er mi? dem Boden gehoben wird? Wann gräbt man ihn? Wre lange läßt man ihn trocknen? Wie lange Feit bedarf er dazu? Und, wie ich schon einmal wissen möchte, wre rst solch ern Werkzeug gestaltet, womit man den Torf bei Ihnen grübt. Nun sagen Sie mir und zeichnen Sie mir

Hier r

doch einmal die Form genau hier auf das Papier, haben Sie einen Bleistift dazu."Nun, können Sie "das nicht zeichnen?" fuhr er dann fort, da ich noch verblüfft schwieg.So beschreiben Sie es mir wenigstens, Sie sehen ja, daß ich mich dafür interessiere." Ich beharrte in festem Schweigen. So einen Torfsoden hatte ich zwar oft genug ge­sehen und sogar in der Hand gehabt, beim Osenheizen. Aber da ich aus der reinen echten Marsch stammte, so war mir doch die eigentliche Gewinnung des Torfes völlig fremd.Sie brennen also den Torf täglich und wissen dennoch nichts da- von, wie er gewonnen wird? Junger Mann, das mögen Sie 0 ffen gestehen?"

Mit durchdringendem Blicke sah mich Goethe an, und ich fühlte, wie mir das Blut zu Kopfe stieg. Ein eisiges Schwei­gen folgte. Mir ward es immer ungemütlicher. Goethe nahm ein Buch zur Hand und blätterte darin bis der Diener kam und meldete, daß das Essen bereit sei. Ber Tische waren noch Frau Christiane von Goethe und August zugegen. Den zog der Vater nun ins Gespräch und unterhielt sich sehr lebhaft mit ihm. Mich ignorierte er völlig. So verlief der Mittag. Dann eine kurze Verabschiedung, und ich war entlassen. Ja, was hat mir nun mein heißes Verlangen, den bedeutendsten Mann seiner Zeit kennen zu lernen, eingebracht? Einen schönen Namen als Mitgabe für mein ganzes Leben: früher war auf der UniversitätTorso" mein Spitzname gewesen; jetzt nach meiner bedeutungsvollen Zusammenkunft mit Goethe hieß ich immer nurTorfsoden"."

Lee Krieg tmfl

Aus der nun vorliegenden abschließend:n Statistik deS Kar- serlichen Patentamtes über daS Jahr 1914 läßt sich, so liest man in derV. Z. am Mittag", erkennen, daß der Krieg auch auf die erfinderische Tätigkeit nach mancherlei Richtungen hin erngewirkt hat. Zunächst hat sich gezeigt, daß die erfinderische Tätigkeit im allgemeinen crnen Rückgang aufzuweisen hat. Die Zahl der Patentanmeldungen hat, während sie keit dem Bemühen des Patentamts, also seit dem Jahre 1877, stets von Jahr zu Jahr eine Zunahme aufwieS, nun zum ersten Male eine Abnahme, und zwar eine ziemlich beträchtliche, zu ver­zeichnen. Es sind gegenüber dem Vorjahre 12760Patente weniger angemeldet worden. w-aS eine Verminderung von 25.8 vom Hundert, also ziemlich genau um den vierten Teil, bedeutet.

Man wird Wohl nickK fehlgchen. wenn man diesen Rück- gang zwei Umständen zuschreibt: zunächst einmal dem, daß sofort nnch der Kriegserklärung wie «uS einer schon früher veröffentlichten Teilstatistik hervovKng, der Einkauf an Anmel- düngen eine Zertlang fast ganz aufhörte. Er hob sich erst, als man sich von den ersten Eindrücken etwa» erholt hatte.

Dann aber sind natürlich die Anmeldungxn aus dem Aus­land spärlicher geworden, die mit uns im Kriege liegenden feindlichen Staaten scheiden von vorneweg aus. Zieht man diese Tatsache in Rechnung, so ergibt sich der Schluß, daß die deutschen Erfinder nach wie vor rüstig an der Arbeit sind und daß der Rückgang nur dem Aussehen während einiger Wo­chen, kowie dem Fehlen der ausländischen Anmeldungen zu- zuschrciben ist.

> Besonders bemerkenswert erscheint es, daß trotz des all­gemeinen Rückganges vier Klassen, eine höheW AnZahl von Anmeldungen auszuweisen haben als rm Vorjahre. Wie .es angesichts der Kriegslage eigentlich selbstverständlich rstz^iist der größte Zugang an Anmeldungen ber Klasse 72 zu verze'ch» neu, die Schußwaffen, Geschosse und Verschan- zungen umfaßt. Es wurden hier 187 Patente mehr angr- meldet als im Vorjahre. Zu den eine Zunahme zeigenden Klassen gehört auch die Klasse 17. die sich auf Eis- und Kälteerzeugung, Eisaufbewahrung und Wär­meaustausch bezieht. Vielleicht hat auch aus diesem Ge­biet der Krieg insofern befruchtend auf den Erfindergeist ge­wirkt, als infolge der Notwendigkeit großer Schlachtungen und.Herstellung von Fleischdauerwaren die Erzeugung von Gefrierfleisch, 'sowie die Verbesserung von Kühlhäusern rin für die Erfinder aussichtsreiches Gebiet geworden $a fern scheint.

Unter den Patentklassen, die wenn man sich so ausdrücken darf, am meisten unter dem Krieg gelitten haben, bei denen also der Rückgang an Anmeldungen der größt« ist. stehen die Klasse 63 fSattlerei und Wagenbau, Motorwagen und Fahr­räder) sowie die Elektrotechnik oben an. Die ersteoe zeigt einen Rückgang von 881 Anmeldungen, die letztere ^e'nen lob- chen von 645. Die Ursachen liegen klar auf der Hand: Dir Industrie der Klaffe 63 ist mit Heereslieferungen derart br- schäftigt, daß für. Erfindungen keine Zeit bleibt, uns da auch die elektrotechnischen Fabriken mit voller Kraft für den HLerrs- bedarf arbeiten, so liegen hier die Verhältnisse ebenso »Da auch die ^Cvielzeugsabriken zum großen Teil Aufträge der eben erwähnten Art angenommen haben, so darf es uns nicht wundernehmen, daß auch bei ihnen gleichfalls ein starki-r Rückgang zu verzeiebnen ist, der sich gegen daS Vorjahr auf 642 Anmeldungen beläuft.

Besonders bemerkenswert ist eS, daß sich die Güte d«H Erfindungen im Lause der Jahre ständig gebessert ba^ Es läßt sich dies anS der Zahl der Ectelluag.'n erkemrcr». Während noch im Jahre 1910 von den angemeldeten Vatente-r nur 32 vom Hundert erteilt wurden, waren es rm Jah«e 1913 schon 85.4 und 1614 41.2 vom Hundert. Stellen wir noch fest, daß rm Jahre 1914 nicht weniger als 78.2 fcStfr ein gegangenen Paten tanmeldungen auf das Inland entfallen, so können wir im Zusammenhang mit der eben erwähnten

* HittDenvurgs DML§. Grner.iltcidmarlchaÜ v. Hinben- b u f g hat an Oberbürgermeister Borgt solgenblS Telegramm geriMet: Mit großem Jnttnsse besichtigte ich heute den hervor­ragend ausgerüstclen H r l j s l a z a r e t t z u g Franlfur! welchen boilijie Bürger gestiitct. Chtcr Hochwohlgebcuen bitte ich ven Dan k der mir anvertraulen Truppen au drr gloßherzizen Stisrer zu übermitteln.

" Derteikun- ver tteat« Brolscherne. In den nächsten Tao rn werben neue Br»r sch eine veiletti. Wann und >00 die Berlcilung vorgerrvrnmc« wird, ist aus dem Inseratenteil ersichtlich.

* Enve Des StrLkenhcrttVeks mrL Obst. Um den

Höt'dlern mit Obst Ge egeulrrrit zu gebe», ihre Vorra e abtt>sitzcn. hat dre Polizei gcstaffcl, daß der Handel noch bis 15. April betriebe« werden darf.

* Der NMeM:e§t<rg. Ter gestrige N i ck e l ch e S t a q raar infolge des güustiaeu Wetters der beste T a a der dies­jährigen Frühjahrsmesse für die Meßleuie auf der M.nmmsse. Schon von Miltog ab brcUhten die L 0 k a l z ü g e Hundert« non Meßberuchern. für die der Nicsilchestug trotz dcs Krieges noch ein Fffer tag ist Die Lollribahn batte für Zug­verstärkung gesorgt »nd auch die Straßenb rhn hotte sich auf ver Offcnba her Streck: vortzeiehen ; auch au> den Linien der Jlinm- sfadt war ein sehr reger Berricd. da ihr viele Efftkomuruni- foiiten mrt ihren Ar''ge.!örk<ge» aus der Umgegend gekommen waren, um Frankiurl und ferne Gehensivürdigleitcu zu beiuchen.

* L«i<wen- un'ö Wialsev-K tffe Ul- enrncstcNte Karr fl nie. Es fand unterm Brwsitz. des Herrn Ernst Meyer-Selbach die 69. General-Bersammfinng dieser Kasse statt, welche jetzt im 70. Jahr ihrer Tätigkeit stehst unld während dieser Zeit nicht weniger als Mk. 859,647. als 'Wsi/wenpensionen ausgezahlt hat. Es ist zu verwundern, daß dtze kemfmännischen Berufsaenossen nur in ver­hältnismäßig gerirNer: Zahl diesem sozialen Unternehmen beige- rretcn sind, zumal keiner anderen Versorgungskasse in ganz Deutschland bei sp niedrigen Beträgen auch nur an­nähernd eine so hälfe Witwenpension erzielt wrrd, welche z. Zt. 420 Mark jähest ich beträgt. Hm letzten Jahre wurden an 37 Witwen die Ust lle Jahrespension in dieser Höhe ausgezahlt. Der unangreifbare Kapitalfonds ist auf Mk. 250,086. ange­wachsen und der verlvendbare Fonds auf Mk. 22,366., sodaß das gesamte Bermöczi n Mk. 272,452. beträgt. Es kann Daher den hiesigen kaufma» nischen Angestellten nur empfohlen werden, der Kasse als Mitgl'^d beizutreten, weil auch die Kriegsge­fahr mit ü&eriiiOtnmen wird.

* Dei,»,t;irng twx Kra.trastr engen. Mit Bezug aus die BurtdesratsverordimUg vom 25. Februar 1915, betreffend die Zulassung vern Kraftfahrzeugen zum Verkehr auf öffentlichen Wege rr And Plätzen macht der Herr Regierungs- präsideLt von Wiesbaden darauf aufmerksam, daß die erneut zu- gelassenen Fahrzeugü, lediglich zu den in dem Begleit­schreiben zn Lev Zulazsungsverlängerung besonders ange­gebenen Zwecken Verwendung finden dürfen, durch welche die Zulassung bcgri/ndev worden ist, daß bei solchen Fahrten die Fahrzeuge zwar durch Familienangehörige m i t b e n u tz t wer­den dürfen, eine seLafftändige Benutzung durch Familienange­hörige jedoch vctrbotan ist, daß dasBegleitschreiben" ebenso wie die Zulaffung-Leschekinigung usw. bei allen Fahrten in Ur­sch r i s t öden in beglaubigter Abschrift mit* zuführen ist rmd daß sofern es nicht ausdrücklich von der zuständigen O'ttspol^Libehöroe zugelassen ist, der Motor eines jeden Kraftwagens uc-t Berbrennungsmaschine beim Halten a tz- gestellt werden rrauß und erst wieder rn Tätigkeit gesetzt wer­den darf, wenn der Kraftwagen weiterfahren soll.

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wenn schon das Hanl nicht bis zum letzten Platz gefüllt war. Und man ließ sich durch dt es, was geboten wurde, um eiu Wort des

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TaHachs wohl eine^Lohe Genugtuung darüber empfinden, taß sieht ncÄjezn die Hälfte aller von Deutschen gemachten Crfin- . druWM. auch zur Erteilung eines Patentes führt.

Die GymnaNal'Oberlehrerin. Es iss bereit? kurz- sich Mitgeterlt. daß v»n ocir gesamten Ober lktirern dre a» reut'chen hödrnen Schulen läng sind, -"geuwärlig ein Drittel sich ,m Frlde ^ befhitct. Zurneingeschrän! en Aufrechter Haltung dcs Unterrichts sitrdrine ganze Reihe von Maßnahmen grlrosfen, wie z»m Bei piel Wrejerbcschäittgm'g bereits m den Ruh stand getretener Oberlehrer. Trr^rtnngen durch die im Berns Verbliebenen. Zulammentegnng vmr Klassen usw. Außerdem ist aber zugetaffen. daß auch Lkdrc- »i«Wen der Unierriefit rn denjenne'i Klaffen und Lehrgegenständen. siü? die ihre Lehrbefähigung ausrcicht. vertreiungswerse nbr-rtragen wr^den darf. So rst jetzt an das Königliche G.,mnasium m Aarrenbnrg eine ans Schteswig-Holstein stammende Ober- lchrerin zur Berlrctin'g eines zum Heere erngkzogenen Piostssors k»rdenrfen worden, um fremde Sprachen zu niiiernchten.

Es dürste dies wob! der erste Fall siin, wo eine Obcrlchrcrr!» an eenem Gymnasium Un'.ernchi erteilt.

C. Iv. Gadelmcffer für Einarmige Um für die nicht geringe Anzahl Klieg--vcrivu»deter. die den Verlust einer Hand «der auch eines Armes beklagen, die Nahrung?«-snahme unab­hängig von fremder Hufe zu rrmöglichen. h.rt ma>', wie die Deutsche Medizinische Wochenichrrst" berichtet, rin sehr zwrck- müßiges Instrument in den Handel g-bracht. das .Gabelwrssir" genannt wu^. Es gestattet Fleisch und B>ot mrt einer Hand zu zerschircidrn und dient, mit Leichtigkeit «useinandirgenommkn. flerchz itig dazu mit dem einen gabetsörmige» Tril die Svctfeu zum Munde zu führen Die Zweckmäßigkeit des Jnstrnme»ls ist in Lazaretten berrrts erprodr. Das Gabelmisscr kann auch lkrankcn, die vorübergehend nur eine Hank» gebrauchen tonnen n ie eS B. bei Grchltteur oder Gelähmten der Fall rst, gute Diensir killen.

--- Wahres GefchlchtHen. Ilses heimischer Bräutigam ist im Feld. Eifrig strickt sie für ihren Feldgrauen, aber immer nur Müffchen und Strümpfe. Ich frage sie, warum sie ihm nicht lieber eine vollständige warme Ausrüstung, also auch Brustschüher, Kniewärmer und Leibbinden stricken will. Voll Entrüstung entgegnet sie mir:Ja, was glaubst du denn, so, intim sind wir doch noch nicht". (Jugend.") . J