verabfolgt werden. §ür diese ortsfremden Tagesgäste erhalten die Speisebetriebe einen besonderen Zuschlag zu den ihnen nach den abgelieferten Gasthausmarken zu­stehenden Lebensmitteln.

Ortsfremde Uebernachtgäste erhalten dagegen in ihrem Gasthaus oder sonstigen Uebernachtungsbetrieb täg­lich unaufgefordert zwei Gasthausmarken. Sie können also Essen nur gegen Abgabe von Gasthausmarken beanspruchen. Es ist zuzugeben, daß es nicht immer möglich ist, zu unter­scheiden, ob es sich um einen Tagesgast oder einen Ueber- nachtgast handelt. Als klusweis wird in der Regel die Fleischkarte dienen, aus der der Wohnort des Fremden hervorgeht. Ist dieser ein Grt in der Nähe Frankfurts, so wird der Fremde als Tagesgast anzusehen sein, liegt der Wohnort aber nicht in der Nähe Frankfurts, so wird angenommen werden müssen, daß der Fremde ein Ueber- nachtgast ist, und es wird dann der Fremde zu befragen sein, ob er in einem Gasthaus oder sonstigen Logierbetrieb übernachtet hat,- in diesem Falle darf ihm Essen nur gegen Gasthausmarken verabfolgt werden.

2. Soldaten. Auch Militärpersonen unterliegen dem Gasthausmarkenzwang. Militärurlauber erhalten Gasthaus­marken gegen Umtausch gewisser Lebensmittelmarken bei der Kartenausgabestelle für Militärpersonen (Garnison­kommando, Hochstraße 18). hier in Garnison stehende Militärpersonen erhalten Gasthausmarken von ihrem hie­sigen Truppenteil, hier auf der Durchreise befindliche Mi­litärpersonen bei der Dahnhofskommandantur.

Ts geht nicht an, daß an Militärurlauber außer ihren Lebensmittelkarten noch in den Wirtschaften und Speise- betrieben Essen verabfolgt wird, also eine Doppelversorgung stattfindet. Ebenso wenig liegt ein Anlaß vor, den hier in Garnison stehenden Militärpersonen, die ihr Essen in der Kaserne erhalten, ohne Gasthausmarken weiteres Essen in den Wirtschaften und Speisebetrieben zu verabfolgen. Wir haben zwar nichts dagegen einzuwenden, wenn in be­sonders gearteten Ausnahmefällen, etwa an Militärurlauber mit kurzem Urlaub (von etwa drei oder weniger Tagen) oder an Militärpersonen, die hier auf der Durchreise sind, Elfen ausgegeben wird. Am allgemeinen muß aber daraus gehalten werden, daß auch an Militärpersonen Essen nur auf Gasthausmarken verabfolgt wird.

Spart kohlen unö Licht.

Wir sind vom Ueichskommissar damit zwar nicht ratio­niert, trotzdem ist es unsere heiligste Pflicht, mit alten Mitteln zu sparen, wo wir können. Geschieht das von allen Stellen, so ergibt sich eine Unmenge Heizmaterial, das ge­spart wird. Besonders beim Ausräumen der Kessel wird noch viel Brauchbares aussortiert werden können. Spar­samkeit ist auch nötig bei Gas und elektrischem Licht. Wenn jedes Mitglied unseres Personals hilft, nur das Notwendigste an Leuchtkraft zu verbrauchen, dann lassen sich auch hierdurch große Ersparnisse erzielen. Wir werden

den besten drei Küchen, die verhältnismäßig am wenigsten an Licht und Heizung gebrauchten, am Schluß des Winter­quartals Prämien aussetzen. Die Küchen, die am billigsten pro Portion Heizmaterial verbraucht haben, werden dabei bedacht. Also nochmals: sparen.

Schuht üas Gemüse durch dünnes Schälen.

Lei dem Nundgang durch die Küchen finden wir oU, daß das Schälen des Gemüses und der Kartoffeln nicht so pfleglich geschieht, wie es nötig ist. In wenigen Wochen wird die Gemüsekalamität groß sein,' was wir ein­sparen durch vorsichtige Behandlung, das kommt uns später zugute. Also achtet überall auf die größte Spar­samkeit auch in dieser Beziehung.

Schützet und schonet das Geschirr.

Wir leben in einer Zeit, in der die Preise von Gebrauchr- gegenständen so enorm steigen, daß man aus dem ver­wundern gar nicht herauskommt. Lin solcher Artikel, der geradezu unheimlich in die höhe klettert, ist das Geschirr. Lin Teller, der früher für fünf bis sieben Pfennige zu haben war, kostet heute das Zehnfache,, das gleiche ist der Fall bei allem übrigen Geschirr, besonders bei Töpfen, Kesseln usw. hier ist es zudem oft unmöglich, Ersatz zu bekommen. Wir sind deshalb gezwungen, die größte Vorsicht bei diesen Dingen walten zu lassen. Unsere Mit­arbeiterinnen in den Küchen sollten nicht auf dem Stand­punkte stehen, es geht nicht von dem ihrigen, wenn etwas in Stücke fliegt, sie müssen vielmehr alles schonen, wie ihr eigenes Hab und Gut. Es tut einem oft weh, wenn man sieht, wie in den Küchen mit dem kostbaren Geschirr um­gegangen wird. Ganze Stöße fliegen da umher, als kosteten sie gar nichts. Wir bitten dringend, hier wirklich die pein­lichste Vorsicht zu üben. Ls kann auch nichts schaden, wenn die Leiterin den Gästen ab und zu einen kleinen Vortrag hält, denn auch diese erlauben sich oft Dinge, die bei den heutigen Zeiten geradezu unverständlich sind.

Personal.

In solchen Küchen, wo personal überflüssig ist, bitten wir,, es direkt der 3. K. K. zu melden, damit wir einen Austausch vornehmen können. Da in anderen Küchen oft personal fehlt, können wir dann die ln anderen Betrieben nicht nötigen Mitarbeiterinnen versetzen. Auf diese Weise sparen wir Entlassungen und Neueinstellungen, behalten immer unsere geschulten Kräfte, was für einen glatten Le- triebsgang wichtig ist.

Neue Lohnzulagen.

Um den entsprechenden Teurungsverhältnissen gerecht, zu werden, hat die letzte Sitzung der Kommission beschlossen,' zu den bisherigen Löhnen einen Zuschlag von Mark 10. zu zahlen. Mit den gesamten inzwischen bewilligten Zu-