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Die Backe»
1911
Geschäftsvcrlcgung. Die weltbekannte Stahlwaren- Firma C. W. Engels (Engclswerk) Fochc-Solingen, hat ihre hiesige Niederlage nach Zeil 128 (Zcilpalast) verlegt. Interessenten sind zur Besichtigung freundlichst eiugeladcu.
Das altbekannte Hotel Pariser Hof am Schillerplatz schlicszt am 1. Juli seine Pforten und wird im August als sogenanntes Hausahaus tviedcr eröffnet wcr- den. Alle Räume werden für Büro- und Geschäftszwecke bcreitgestcllt. Das Gebäude wird mit allen technischen Neuerungen versehen und komfortabel eingerichtet. Seine vorzügliche Lage au erster Stelle des Stadtzentrums am Kreuzungspunkt aller Straßenbahnen wird cs für die neue» Zwecke hervorragend geeignet machen.
Die Polizei Frankfurts zu gütig! — Freilich ohne, dah sie es Ivill. — Durch Verbote und Verordnungen hat sic nämlich schon Leuten zu guten Geschäften verhelfen, die es nicht verdienten. — Das gilt auch von der Dänin Karin Michaelis, die durch ihren unwahren Schundroman über die klimakterischen Jahre der Frauen in der Menschen Mund gekommen und den ungeahnten Erfolg ihres Blechs noch dadurch auszubeuten sucht, das; sie herumreist und Reden hält die Steine erweichen, Menschen rasend machen können. — Und diesem Geschäftsweib verbietet die gütige Frankfurter Polizei den Vortrag, um ihr damit den Abschlus; zehn weiterer Engagements zu erleichtern, da die Leute in keinen Vortrag lieber gehen, als wie in einen solchen, der ihre Sexualsphäre zu erregen droht. — Warum setzt sich denn die Polizei bei solchen Sachen nicht einmal mit hiesigen Journalisten und Schriftstellern in Verbindung und fragt sie um ihre Meinung? Hätte sie es in diesem Falle getan, würde jeder der Befragten erklärt haben: „Um Gottcswillen, lassen Sic das Weib reden, Herr Dezernent, denn wenn Sic ihr den Quatsch verbieten, mache» Sie sie zur Märtyrerin und helfen ihr zu glänzenden Einnahmen." — Bei der anerkannten rednerischen Talentlosigkeit der Madame Michaelis würde sie, hätte man sie babbeln lassen, sich schon selbst „totge- rcdet" haben.
Kiiidermaskciifest in der Fcsthalle. Die rührige Direktion der Rollschuhbahn ist bemüht, während des Faschings auch den Kindern und ihren Begleitern einen angenehmen und unterhaltenden Nachmittag zu verschaffe». Aus diesem Grunde veranstaltet sie am Mittwoch, den 15. Februar a. c., in der Festhalle ein Kindcr- maskensest, das durch die Kinderumzüge und Massen-
spicle wohl alles bietet, was des Kindes Herz crfreu'tdürfnis des Publikums vollste Rechnung. Die färben und außerdem ist auch noch dafür Sorge getragen, daß prächtige Fcerie „Der Rivale des Satans" ist eine der
außer guter Musik auch noch entsprechende Unterhaltung für die die Kinder begleitenden Erwachsenen vorhanden ift.
Theater und Kunst.
Apollo-Theater, Frankfurt a. M. In den Räumen dieses gemütlichen Musentempels hat sich seit 1. Februar eiu hübscher Prograinm- und Rcpertoirwechscl vollzogen. Nachdem der fleißige Kapellmeister Willi Krüger seine lustigen Weisen hat erklingen lassen, leitet Elly Brabant als fesche Soubrette die Vorstellung ein. Ihr folgt der rührige Karikatur-Humorist Edi Schreiner, der mit viel Witz seine Kouplcts vorträgt. Sodann sehen wir Fritzt Gödicke als gutpointierendc Diseuse, welcher der Rezitator und Satyriker Willy Rieck mit seinen gehaltvollen und verständnisvoll vorgetragcnea Dichtungen sich anschließt. Hierauf erfolgt die Aufführung einer Budapester Burleske, betitelt: „Eine feine Gesellschaft", die mit viel Witz und heiterem Temperament recht flott gespielt wird. Im zweiten Programmteil lernen wir zunächst die vorzügliche Gesangssoubrcttc Paulct Bersaly kennen. Ihr schließt sich der recht spaßige Komiker Zöldi Marlon würdig an. In Fräulein Ellen de l'Hiver sehen wir eine internationale Soubrette, welcher sich als Schluß des Soloteils Herr Direktor N. Herbst mit seinem originellen Schlagerrepertoir zur Seite stellt. Den Clou der Vorstellung bildet natürlich der Sensationsschwank „Waffen- Ucbung" von Glinger & Taußig, von Herrn Direktor Herbst in Szene gesetzt, in dem das lustige Völkchen der Budapester den Humor geradezu herausfordert. Wir sehen die urgclungcnsten Situationen, die man sich überhaupt nur von einer Budapester Komödie verstellen kann Dazu kommt die vorzügliche mustergültige Eigenart dci typischen Darstellungsweise. Außerdem ist die ganze Handlung des Stückes dazu augetau, jedem der einzelnen Mitglieder Gelegenheit von seinem Können in aus- rcichenster Weise zu geivährcn.
Das Tonbild-Theatcr bringt diese Woche ein ganz hervorragendes Programm, welches nicht weniger als drei dramatische Schlager enthält. Das Sittcnstück „Entsagung" ist das beste aller bisher herausgckommcncn Dramen dieser Gattung und trägt dem Scnsationsbe-
bcsteu Leistungen der hochentwickelten französischen Kinematographie. Kräfte, wie die berühmte Tänzerin Napicr- kowska und der Charaktcrspieler Georges Wague verbürgen eine glänzende Darstellung. Viel Interesse dürfte auch eine ausgezeichnete Dramatisierung des berühmten Tolsoisicheu Romans „Anna Karenina" erregen, zumal das Stück von ersten Petersburger Schauspielern gespielt, ist. Die Optische Berichterstattung enthält wie üblich Bilder aus aller Welt, während der Marine-Film „Unsere blauen Jungcns" eine der gern gesehenen fesselnden Schilderungen von der deutschen Flotte bringt. — Sehr gute humoristische Nummern vervollständigen das Programm. —
Union-Thcntcr. Mit erlesenem Geschmack ist das dieswöchcntliche Programm des Union-Theaters zusammengesetzt, aus welchem wir nur die Hauptnummcrn hervorhebcn möchten, Entsagung, ein Opfer der Mutterliebe, Anna Karenina, Rat Pinkerton ac. x.
Reuniorv
Cigaretten
Das Hohenzollcrii-Thcater bringt diese Woche ein höchst aktuelles Programm: Eisenbahnunglück am Baumschulenweg in Berlin. — Das derselben Gesellschaft gehörige Metropol-Thcater in der Vilbelcrgassc bringt das hochinteressante Scnsationsdrama „Abgründe".
Neue Operette. Die Herren Oskar Klein und Willi Prager haben eine drciaktige Operette geschrieben, welche sich betitelt: „Nur einmal Kaiser", Musik von Oskar Jascha. Die Operette ist im Manuskript von Direktor S. Zacharias in Mannheim zur Uraufführung angenommen worden und geht im Mai d. I. in Szene. Gleichzeitig hat der Direktor Laßmanu in Straßburg i. E. die Operette für sein Theater erworben.
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Eigentum u. Verlag der Ne»I»-S>«s,llschast, C. Müller & (£». Für den Tegt verantwortlich: I. B. Mtller-Hersurth; für den Inseratenteil: Leopold Dgltzmüller, sümtltch tn Franlsurt a. Main. Druck: I. Scherz, Ossenbach a. Main.

