Anno 1753. Dienstags, den 16. OQobr. Nlo. 166.

JOURNALS ANHANG

In Franckfurt am Mayn.

Wien, den S.Qctobr. iEr kürzlich hier angelangte Durchlauchte Erb«Prinz von Modena, hat den »ten dieses, des Vormittags, bey beyden Kayserlich - Kömglichen Majestäten, und bev denen Durchlauchtigsten Herrschaften, seine erste Audienz gehabt. Mittwochs, den 3 ten geschähe ein gleiches, M) des Herrn Grafens vou Nhlefeld Erceüeuz. Man hat nachgerechnet, daß vom April an, bis an den Sept. dieses Jahrs, sich über 9000 . Menschen in dem Königreich Ungarn, häuslich niedergelassen haben.

Palermo, den 19 . Sept.

Derjenige Renegat, den man neulich als Skla­ve hiehergebracht, knd der mit eigener Handzwey Christliche Capitains, weil sic sich gegen sein Schiff so tapfer gewehret, nach deren Brlnachtigung, medergesebelL hat, ist verurtheilet worden, vor unserm Häven lebendig geradbrecht zu werden, so auch geschehen.

Neaxolis, den »o.Sept.

Nachdem man in hiesiger Stadt den Bericht eingezogen hatte, daß fünf Algierifche Chiabecken, nebst einer grossen und wohl bewafneten Barque, sowohl in dem Sicilianischen, als Saromischen Gewässer sich hätten sehen lassen; so ist hierauf die Nachricht eingclauffen, daß von diesen Räu­bern nicht nur ein Spanisches Kauffarthey-Schiff mit Getrayde beladen, sondern auch zwey von unfern Barquen, nebst einer Germeßühen Polucke hinweg genommen worden, welche letztere Schiffe nach Meßa.a haben seglen wollen. Hingegen kä­me der Bericht aus St.Contaldo, daß der Don Joseph Martine;, Eommandant der Neapolita­nischen und Scilianischen Cöiabecken, dm Mn dieses Monats auf der Höhe von St. Contaldo, rine neueLripolitanische Fregatte, »8 metallene Ca« nonen führend, und welche r 8 r. Barbaren an Dvord gehabt, entbeekt; wmj rr derselben

nachgesetzet, und auf der Höhe von Brindes ein- geholet, dieselbe angegriffen, auch durch das grobe Geschütze seines Schiffes, der heilige Januarius genannt, so beschädiget, daß diese Tripolitanische Fregatte ihren Mast und Thauen verlohren habe, und weil dey dieser starken Eanoncu e die Barba­ren viele Todte und Verwundete bekommen, so sind sie gezwungen worden, sich ohne einige Gna­de, an den Don Joseph Martinez, zu ergeben, worauf die übrige, als Sklaven nach Meßina gebracht, und daselbst in die grosse Quarautaine in Ersen und Banden geleget worden. Der Ca- pitam ans dieser Fregatte ist ein vornehmer Afti-. canischer junger Mensch, von etwa 16 . Jahren. Es hat derselbe für zwey Monat Lebens-Mitt- len, ««.bst t»<tskyiedcnen Kriegs-Vorrath, und ungefehr 70000. PiasterS, an baaren Geld, an Beord gehabt. Es hat diösergefangene Capitain ausgesagt, daß dieses Geld, nebst dem Kriegs- Borrath rhme von den Juden zu Tripolis anver­trauet worden , um solche« an die mißvergnügte Corsicaner zu liefern, wre er dann Willens gewe­sen wäre, seinen Cours nach der Insu! Corsicazu nehmen.

Weichsel - Strom, den 16 , Sept.

Die Nachrichten aus der Türkey, lauten wegen der leidigen Pest - Seuche sehr schlecht: indem die­ses Übel bereits b;s nach Oczakow und Vendern, sich soll auSgebrettet haben; daher ist auch der Schluß gefasset worden, daß man auf denen Grenzen, gegen die Turkey zu, die Postirungen mit noch mehreren Trouppe» verstärken soll.

Stockholm, den r8. Sept.

Am ehegestrigcn Tage hatte der hier anwesende Königlich - Französische Ambassadeur, MarquiS d'Avrincourt, bey beyden Königlichen Majestäten eine Privat - Audienz, in welcher er nicht nur münd­lich berichtete, wie Jhro König!. Hoheit, die Dau- phine, mit einem jungen Primen mären entbunden