Sk wird ausgezeichnet fein werben," sagte'der Apotheker,sie sollen sehr eigen sein mit den Ein­ladungen, und nur die Gentilsten bekommen Billete, das ist sicher."

Josephinr zog den Mund ein bischen zusammen und sagte:sie wüßte nicht recht, er wäre doch möglich, daß sie dort Einigen aus der arbeiten­den Claffe begegnen könnte, sie "

Sagen Eie nicht nein, es würde mein Herz brechen," rief der liebeud: Apotheker.Treiben Sie mich nicht dazu, Ihretwegen Gift zu nehmen, o thun Sie dies nicht."

Miß Josephine sprang halb erschrocken in die Höhe und flüsterte sie wollte den Apotheker nicht treiben, Gift zu nehmen, und mit auf den Ball gehen. Kaum hörte der Apotheker diese Worte, warf er sich eiligst vor ihr nieder und küßte nach Herzens­lust die vier kleinen Finger, die aus ihrem halben Handschuh hervorschauten.

O, sagen Sie nur noch das Eine," rief er, und ich werde so glücklich sein, ich werde vor Ver­gnügen aus meiner eignen Haut springen wollen." Dabei zitterte und zuckte er am ganzen Leibe.

Um Gotteswillen, war meinen sie? Was ist Ihnen?" sagte sie.

Hier auf meinen Knien bitte, flehe, beschwöre ich Sie schönste der Frauen, gehen Sie nicht allein mit mir auf den Ball, sondern durch's ganze Leben, das sich vor uns wie ein großer Garten, voll von blühen­dem Wurmkraut, und Rhabarber und Salbei aus­breitet. Erröthen sie nicht, mein Engel, sprechen Sie."

Miß Josephine wußte nun wohl recht gut, daß sie jetzt hätte recht bestürzt und befangen au?,sehen, auf jeden Fall jedoch bis an die Ohren erröthen müssen; das Stück Baumwolle aber, welches sie stets dazu benützte, einen etwas rötheren Teint hervor­zubringen, hatte sie unglücklicherweise nicht zur Hand und mußte sich daher begnügen, auf ihrem Stuhle fitzen zu bleiben und drein zu schauen, als ob ihre Großmutter gesto.bm wäre.

Lassen Sie mich ein Wort der Hcffaug hören," sagte der ängstliche Apotheker, "nur ein einziges!" prehte dabei der Putzmach-rin Hand zwischen seine beiden, legte seinen K.pf auf eine Seite und rollte seine Augen wie eine Henne in die Höhe, die eben getrunken hat.

Ach, Du lieber Gott, war soll ich antworten", sagte Mrß Josephine, verdrehte die Schultern und bedeckte sich das Gesicht mit der Hand.So ist mir in meinem Leben nicht zu Muthe gewesen."

Treiben Sie mich nicht fort von Ihnen, Nie­mand wird Sie je wieder so lieben", sagte der Eifrige, und damit schlug er die Hand gegen das Herz, dar unter der gelben Weste krampfhaft pochte.

Stehen Sie auf, o, stehen Sie auf", sagte Miß Josephine, und warf dem Apotheker einen verstohlenen Blick durch die Finger zu.

Ein Wort der Hoffnung", rief dies er, und

schlug noch einmal gegen die Brust.Sag', daß Du mein sein willst."

Ich will es mir überlegen", seufzte Miß Josephine durch die Finger.

Sag' daß Du die Meine sein willst, oder'ich sterbe auf dieser Stelle und werde der Nachwelt als ein lebendiges Monument weiblicher Hartherzig­keit überliefert", rief der Apotheker, und fuhr mit der Hand durch die Haare, daß sie nach allen Richtungen hinaus standen.Willst Du mich auf­reiben und mein liebendes Herz durch Hinhalten und Zögern zu Tode quälen? Willst Du die» nicht, dann sprich, daß meine Liebe erwidert ist."

(Fortsetzung folgt.)

Jer verräterische Schatten.

(Fortsetzung.)

Die düstere Stimmung, in der ich mich befand, konnte der übrigen Gesellschaft im Hotel nicht ver­borgen bleiben; die Herren, mit denen ich bei Tisch zusammenzutreffen pflegte, ahnten wohl, wa» mir fehlte ich merkte er an ihren verdächtigen Mie­nen und an der Beflissenheit, mit der sie e» ver­mieden, war sonst wohl geschehen war, ein Ge­spräch mit mir anzuknüpfen. Nur einer von ihnen machte hierin eine Ausnahme, und gerade Der­jenige, dessen Wesen bisher für mich etwas Ab­stoßendes gehabt hatte. Er war ein noch junger Mann, aber mit verlebtem Gesicht und scheuen Augen; er war, wie ich im Fremdenbuch gelesen, aus P. und hieß, doch ich habe Grund, seinen wahren Namen nicht herzuktzrn, er mag in dieser Geschichre Saryt heißen. Gleich mir hielt er sich in Wien zu seinem Vergnügen auf; aber es schien nicht, als ob er ssmen Zweck erreicht hätte, denn er zeigte sich stets in sich gekehrt und übelgelaunt.

Dieser Herr nun näherte sich mir jetzt in dem­selben Grade, als sich die andern von mir ent­fernten. Doch ich war wenig aufgelegt zur Unter­haltung; ich schützte Kopfweh vor und zog mich in mein Zimmer zurück. Aber er folgte mir; er bat mich, seine Zudringlichkeit nicht übel zu deuten; er wünsche, mir nützlich zu sein, er habe bemerkt, daß ich oft und vergebens nach Briefen für mich ge­fragt; ich sei vielleicht augenblicklich in Geldver­legenheit ob er mir helfen dürfe?

Man kann sich denk n, daß diese Worte wie Musik in meine Ohren tönten. Ich «öffnete ihm meine Lage; er ließ mich kaum ausreden und lieh mir, was ich brauchte, ein Hundert Gulden. Er wollte nicht einmal einen Schuldschein nehmen. Schicken Sie da« Geld," sagte er,wenn eS Ihnen paßt, ich bedarf eS sobald nicht; hier ist meine Adresse in P."

Das war ein Retter in der Nothl Ich be­mühte mich, ihm meine Dankbarkeit zu erkennen zu g-den. ippen» iL während der Tags, die ich noch

er. und «eben, rnde». ,c

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