Frankfurt a. M. die Haupttagung des Rhein-Mainischen Siedlungswerks und in Verbindung damit die Lehrtagung des Deutschen Siedlerbundes und des Deutschen Frauenwerks statt. Hierbei wurden insbesondere die Bestrebungen betont, eine Ausweitung der Siedlungen und Dauerkleingärten zu erstreben, um eine Verbindung der arbeitenden Stände aller Berufe mit dem Grund und Boden zu erzielen. Wiederholt tagte im Jahre 1942 auch das Führerkorps der Partei des Gaues Hessen-Nassau in Frankfurt a. M. Zumeist wurde dann die Arbeitstagung noch zu einer Wirtschaftstagung erweitert.
Frankfurt a. M. hat trotz des Krieges die Kraft gefunden, auch im vergangenen Jahre zahlreiche sportliche Veranstaltungen durchzuführen und damit den unerschütterlichen Willen bekundet, seinen Ruf als vorbildliche Pflegestätte des Sports zu mehren. Allein schon die Frühjahrs-, Sommer- und Herbstrennen in Frankfurt a. M. haben dieses Bestreben besonders deutlich herausgestellt. Wenn man bedenkt, welche Schwierigkeiten unter Kriegsverhältnissen mit der Vorbereitung und Durchführung solcher Veranstaltungen verbunden sind, so muß man um so mehr den Erfolg würdigen, den diese sportlichen Großveranstaltungen gezeigt haben. Auch auf dem Gebiete des Rudersports — um nur ein weiteres sportliches Fachgebiet zu nennen —war Frankfurt a. M. im letzten Jahre besonders rege. Allein für die 23. Herbst- und HJ.-Ruderregatta des Frankfurter Regattavereins wurden 82 Meldungen abgegeben und es beteiligten sich 21 Vereine, darunter auch solche aus Gelsenkirchen, Koblenz und Metz.
Daß auch die Erheiterung des Lebens, wie sie im Singen und Musikspiel ihren Ausdruck findet, in Frankfurt a. M. nicht zu kurz kommt, hat die Staatliche Hochschule für Musik, das Musikkorps der Frankfurter Heeres-Musikschule und ein Musikkorps der Wehrmacht die Frankfurter Bevölkerung mit einer Großveranstaltung auf dem Römerberg durch Märsche, Lieder und Volksweisen erfreut. Diese einzigartige Veranstaltung hat in besonders eindrucksvoller Weise die innige Verbundenheit zwischen Volk und Wehrmacht betont.
Was den Fremdenverkehr angeht, so traten in noch ausgeprägterem Maße als im Vorjahr in der diesjährigen Sommerreisezeit die Merkmale des grundlegend veränderten Konjunkturbildes des Fremdenverkehrs in Erscheinung. Auch in Frankfurt a. M. trat unverkennbar die fortschreitende Ausweitung des Reise- und Erholungsbedürfnisses hervor. Ihr Ausgangspunkt ist nicht nur das Kriegsgeschehen mit seinen vielfältigen und zwangsläufigen Nebenerschei
nungen, wie etwa die allgemein gesteigerten Arbeitsanforderungen. Stärker als diese zeitbedingten Anreize zu Reise- und Erholungsentschlüssen sind die Früchte der durch Aufklärung und Erkenntnis erwachten Überzeugung, daß der arbeitende Mensch durch seinen Urlaubsanspruch auf Erholung und Entspannung hat. So war denn auch in Frankfurt a. M. wie überhaupt im Rhein-Main-Gebiet die Zahl der Fremden und Übernachtungen im vergangenen Jahre hoch, überhaupt darf als erfreuliche Tatsache gebucht werden, daß Frankfurt am Main auch in den Kriegsjahren in seinen Fremdenverkehrszahlen eine Stetigkeit aufweist, die vom Standpunkt einer möglichst gleichmäßigen Beschäftigung des Fremdenverkehrsgewerbes nur zu begrüßen ist. Gerade hier muß Frankfurt a. M. auf der Hut sein, und es ist unserer Stadt auch Dank aller Anstrengungen gelungen, sich ein hochwertiges Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe zu erhalten, dessen Leistungsfähigkeit trotz aller Schwierigkeiten des Krieges vollste Anerkennung verdient.
Es versteht sich von selbst, daß im innerstädtischen Verkehr vor allem während des Krieges die Straßenbahn eine besonders starke Belastung auf sich nehmen mußte. Sie hat diese Aufgabe in vorbildlicher Weise bewältigt und sich stets rechtzeitig den technischen Erfordernissen entsprechend umgestellt. So sind u. a. die Vorarbeiten für die Kraftomnibuslinien auf Obus-Betrieb weitergeführt worden. Als erste Obus-Linie in Frankfurt a. M. wird voraussichtlich im nächsten Frühjahr die Linie 60 von Heddernheim über Römerstadt nach Praunheim betriebsfähig sein. Auch die Planungs- und Vorarbeiten für die Umstellung der Höchster Linien 54 und 55 sind eingeleitet. Der Zeitpunkt für die Eröffnung dieser beiden Obus-Linien läßt sich allerdings im Augenblick noch nicht angeben. Wie in einigen anderen deutschen Großstädten, so in Berlin und Leipzig, hat die städtische Straßenbahn die Abbeförderung eines wichtigen Teiles der Güter des Frankfurter Großm^rktes übernommen. Gleisanlagen und Oberbau bis zur Rampe der Großmarkthalle wurden in kürzester Zeit fertiggestellt und die Straßenbahn befördert bereits mit ihren Marktzügen Gemüse und Obst nach verschiedenen Stadtteilen. In diesem Zusammenhänge verdienen die Leistungen der städtischen Gärtnereien im Kriegsgemüsebau besondere Erwähnung. Seit September 1939 hat sich die Stadt in diese wichtige Aufgabe eingeschaltet und viele Tonnen Gemüse an die Krankenhäuser, Lazarette, Kindergärten und städtischen Werkküchen geliefert.
ARNO KRAFFT
STAHLSCHRAUBEN FRANKFURT AM MAIN
MOSELSTRASSE 40 • FERN RU F SAMM EL-N R. 34551
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