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Hutfedsrn bey dem Seewesen verbsthe-n, macht solches sehr vieles Aufsehen. Der Herr Necker hat sich z Monat Zeit-ausge- betben, um alles, was in sein Gefach ein­schlägt, einsehen zu können. Er hat noch immer eine starke Parthey gegen sich.

Der berühmte I. I. Rousseau, welchen ein grofer Dänischer Hund umgeworfen, und sich sehr zerfallen batte, wird wieder besser. Er hat seine Lieblingsbeschäftigung Noten abzuschreiben wieder angefangen. Beym Pferderennen am izten hak das Pferd des Herrn Graf von Artois, welches er in England gekauft, gegen des Herzogs von Chartres seines verlohren. Es sind auf 7 bis8osoLouisd'ors gewettet worden. Man sagt, es wäre das letzte Pferdrennen ge- weftn, und soll ein Tournier-Spiel künf­tig gehalten werden.

Der arme Knabe so als Schiffsjunge ei­nige Fahrten und sonderlich nach Indien mit dem Herrn Kerguelen gemacht, und von einem legitimirren natürlichen Sohn des Heinrich N. abstammet, ist von Brest nach Hof berufen worden. Sern Vater starb als Dragoner Capitain im Hospital. Er führet jetzo den Namen emes Baron Remi. Der König hat ihn mit zovo Livres Gehalt zum Schiffs-Fähndrich gemacht. Der Graf von Estaing besichtiget von Ton- len dis Antibes alle Häfen, die mit Artil­lerie besetzt werden können.

Dessau, vom iz. Nor».

Der an das Phrlanrhropin berufene Cu- rator, Herr Campe, hat von Sr-Hochfürstl. Durch!, den Titel eines Educarions-Rardes erhalten. Der Stifter und Curator, Hr. Bassedow, enthält sich bis Ostern aller Cu- ratur, ausser der Arbeit an Lehrschriften und in einigen Lehrstunden, damit ereiner seiner Gesundheit ndthigen Ruhe geniest, und in der Zwischenzeit übersehen könne, wie er auch Masse des Beyfalls, und der Mithülfe des Publikums und nach Erfolg andrer Umstände, seine ins Weite gehen- de gute Absichten auf eine daurende Schul­verbesserung entweder fortsttzen köune, öder rinschränken müsse._

Rürzgefaßte Nachrichten.

Die Familie der Cambiagion in Genua,

welche aus dem Kaufstande vor etwa iso Jahren in den Adelstand erhobenen Stamm sich herleitet und in fünf Aeste theilet, ge. hört unter diejenigen Familien in Europa, die durch eine besondereArt von Großmuth und Mildthätigkeit gegen die Armen sich merkwürdig gemacht haben Alle Armen, so viel sich ihrer Thüre darstellen, bekommen alle Tage ein jeder eine Schüssel Suppe, und ein Pfund Brod; und in Ermange­lung des genügsamen Vorraths an Suppe, die Erwachsene 4, und die Kinder 2 Sol. di. Die Anzahl dieser Armen, die alle fremd und vom Lande sind, (in der Stadt gstbts keine) beläuft sich gemeiniglich auf Zoo bis 500 Menschen. Ueber das werden armen Weibern, auf ihre Bitte, Hemde, Mäntel- Schuhe rc. ausgetßeilt, und nach Verlauf eines Jahrs kriegen sie dergleichen Klewungsjrücke neu, neun sie nur die allen aufweistn. Um allen Mißbrauch vvrzubeu- gen, mußjedcrArme ein authentisches Zeug, niß seinerArmuth, von seinem Pfarrer un­terzeichnet, vor;eigen. Eine so merkwür­dige Anstalt von Wvhlthätigkerr auf die Zukunft im gehörigen Zustande fortrupflan. zen, hat unlängst ein würdiges Mitglied dieser »erehrungswürdigen Familie, ein sehr reicher Banquier, in seinem Testament ein beträchtliches Capital ausgesetzt.

In Wien ist der Zulauf des Publicums zu dem National-Lheater so groK, daß ei- vec Person der Arm unter dem Gedränge ausgedrehet worden.

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Im Kaisers. Staats-Zeikungs-Cowtoir Lit A. No. 156. sind i» Commission, zu haben: Von der Sammlung prosaischer Dichter und Schriftsteller, Reuilinger WSgabe. Klopstocks Messias, 4Tb»

1 fi. 44 kr. Dessen geistliche Lieder, 26 kr. Wie­lands goldner Spiegel, - fl. 24 kr. DessenBey- rräge zur Geschichte des menschlichen Verstandes,

2 Theile, 26 kr. Dessen Cvmische Erzählungen und Idris, 26 kr Hagedorns Werke, z Tbeile, 1 fl. 12 kr. Sal. Gesners Tod Abels und Idyl­len, i fi. 12 kr. Leffmgs Werke, 4 Theile, je­der a 26 kr. Von Vossums Kirchengeschichte von Cramer cvnttnmret, der 4te Theilifi. 8, kr. Mo- seS Mendelschns Phädon, g2 kr. Sophiens Rerf- fe nach Memel, zter Lheil) 50 kr.