< 774 r
dringen, Hey der von der Admiralität Zr Kanonen abgefeuret wurden.
Abends war Ball in der Gallerte und hierauf in Gegenwart Ihro Kaiser!. Ho. Heiken im grosen Saal Souper an figmir- ten Tafeln, an denen Ihro Durch!., die Herzogin vonCurland, die Damen undCa. valiers der vier ersten Elasten und die ausländischen Minister nach dem Loose fassen. Bey der Tafel ließ sich die Bocal- und In- Krumental-Musick. nebst dem Hof-Sänger- Chor ausnehmend hören.
Auch an diesem Abend waren beyde Fe- stungen nebst derganzen Stadt illuminirt.
Am zten Tage, den 28len Sept. war Rasttag.
Am 4ten Tage, den 2-ten Sept. geru- heten Ihro Mas. die Kaiserin, gegen Mittag, bey Vortretung Dero Hofstaats und ! Begleitung der Staats-Damen und Hof- Fräulein Sich zu Ihro Kaiser!. Hoheiten nach Ihren Apartements zu erheben.
Zu der Zerr wurden, auf ein mit 5 Ka. «onen-Schüssen von der Admiralität gegebenes Sirnü!, gebratene Ochsen auf zwo vor dem PalaiS errichteten Piramidendem Volk Preiß gegeben, wobey aus zwoen ne- ben bey aufsefüdrten Fontaine« rother und weiffer Wein sprang.
London, vom 16. Nor>.
Man hat hier eine seltsame Anecdote von den Begriffen der wilden Indianer irr Ca- nada, über die gegenwärtigen Handel in Amerika. Selbige sollen sich vorstellen, daß der Eongreß, eine Mannsperson sey, oder ein streitbarer kühner Mann. Sie glauben, er bade eine Gemahlin, und weil m vielen Gegenden von Amerika Deutsche wohnen, und sie die Derschen für wackere Leute halten, so decken sie, diese Dame sey Deutscher Nation; ferner erwähnen sie, Me hätten einen Sohn gezeuget, der König von Amerika dereinst feyn solle.
Da der General Howe vom 24km nichts gemeldet, daß er sich Ämboys nebst 500 Ge- fangeneu bemächtiget, so scheint solches falsch gewesen zu seyn.
Man versichert, Washington habe an den Eongreß geschrieben, nichts könnte ihn vermögen, wider seinen eigenen Willen zu fechten, und dem EngeSändifchen Generale
werde es unmöglich fallen, ihn in seinen kr. nien zu überwältigen, wo er Lebcns-Vvr- rath genug hätte, abzuwarten, dis man ihm eine jo vollzählige Armee zukommen lassen könne, die den Ausschlag einer Schlacht versichere. Solchemnach sey in dem Con- gresse der Schluß dahin ausgefallen, daß ein Heer von 6otaufend Mann vorrücken sollte, die König!. Truppen zwischen zwey Feuer zu bringen.
Eines unserer öffentlichen Blätter liefert folgende Betrachtung: ,,Jn dem Verfahren wid r die Amerikaner muß eine Aende. xung vvrgenommen werden, oder Engelland ist verlohren. Jeder Augenblick führt das Reich zu diesem unglücksvvllenEnde. Alle bisherige Versuche, Matrosen auszuheben, stimmen schlecht mit unseren Absichten ein. Man braucht vergeblich Kunstgriffe, um die Stocks zum Steifen zu bringen. Wir ha» den uns über eine ansehnliche Bankerote zu beschweren, die norhwsndigerweise andere nach sich stehen wird. Betrachten wir die beständigen Beuten, welche die Amerikanischen Caper über uns machen, so beweisen uns alle diese vereinigten Umstande, daß die Gefahr bevorstehend, und unser Verlust unvermeidlich ist. Um diesen r raurigen Wahrheiten mehr Gewicht zu geben, laßt uns se« hen, in was für einer Lage wir un Anfänge des letzten Krieges waren, und wie sie fetzt'ist. Bey dem Ausbruche des Krieges vereinigten Grosbrittannicn und seine Co- lonien ihre Bemühungen wider Frankreich; dermalen hat Engelland allein sich wider ! die verbundene Macht der Amerikaner, und, auf den Fall, wider andereMächte zuver- theidigen- Die Nativnakschuid betrug da« mals nur 86 Millionen; itzt läuft sie über 150 hinaus. Damals war die Abgabe von den Grundstücken nur z Schilling; nun- mchro ist sie auf 4 gekommen; alle alte Imposten sind fast verdoppelt, und neue erfunden worden. Unsere Handlung war blühend; nun kömmt sie täglich in Verfall, und unser Credit nimmt ab- Amerika steuerte uns 20 tausend Mann Landtruppen und iz tausend zur See; dermalen brauchen wir an die 50 tausend Mann Soldaten, und 15 tausend Matrosen wider dieEinwohner drrjts Weirtheils. Wir find folglich 65 tau-
