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Wien zu einem Juden führte, welcher dem- ftlben sogleich 6ooo Gulden auszahlte, und dem Krämer auch seinen Gewinn mit Freu- den zukommen ließ: Nun aber ist die Sache entdeckt worden , und ist bey d- r Kayserb. Kammerproluruttrr anhängig, ivelche ver- muchüch einen Q eersickch in die Sache ma chen wird.
Derjenige Kutscher, welcher vor einem Jahre seine Geliebte aus Eifersucht umbrach, te, deshalb gebrandtmarkt und geprügelt wurde, erhielt vergangenen Monat sein zweykes öffentliches Hosenfest, worauf ihm baare 50 Stockschläge abgezählet wurden. Der Zulauf war ungemein, und die Gelassenheit des Maleficanten wurde allgemein bewunde t.
Bayreuth, vom 5 Aug.
In Cafchau war sonst alles paritätisch Di" Herren Katholiken gewonnen aber, wie es gar leicht geschehen konnte, die Oberhand, verdrängen die Evangelischen von dem An- theil der Regierung, und drückten sie auf alle mögliche Weise. Die Protestanten halten ihre Kirche eine gute halbe viertel Skuw de vor der Stadt, ttm nun ihre» Mitbürgern die Sache recht sehr zu erschweren, vermauerten die Katholiken das Thor, wodurch der nächste Weg zu ihrerKwche gieng und zwangen sie, Lurch das entgegen ste- gerrde Thor zu wandern, welches beynahe eine Stunde ausmachte, und im Herbst und Winter so wob! für die Kirchengänger als für die zur Schule gehende Jugend äuff ferst drückend und kostspielig war. Sodann machten sie ein neues Gesetz, daß wann ein protestantischer Burger und Handelsmann stürbe; so sollte dasGewerb für femeKinder ver ohren ftyn, wovon ei» paar Bcyspiele vorhanden. Man beklagte und beschwerte ßch, all in die Klagen drangen entweder nicht zu den Ohren der Monarchin, oder, wann es geschah, so wurden sie dergestalt bemäntelt, daß die Sachen immer den Gang liefen, und mit jedem Jahre arger wurden. Kaum vernahm mau aber, daß der dultsame Monarch in die e Gegend kommen würde; so vereinigte man sich, einen Fußfall zu wagen, und die Sache im reinen Lichte der Wahrheit vorzntragen. Da alles deutlich D
, erwiesen war, da der Herrscher alles mit eigenen Augen sähe; so befahl Er in seiner ; höchsten Gegenwart, das vermauerte Thor ! sogle.ch zu öffnen, beruhigte die gedruckten '' S pplicanten auch in denen Stucken, die Ihnen nach den alten Gesetzen der Menschheit und des Landes von Gott und Rechtswegen zukommen, und verstände Ihnen, sich a-'sobald zu beklagen wann in Zukunft ! e-.was »»gesetzmäßiges sich ereignen sollte.
' Als Se. Majestät der Kayftr in der um glücklichen Stad Neusohl waren, wo durch die elenden Feucr-Ansialte» das Unglück so sehr groß rvade; so machte ihm der dortige Magistrat die allerurue.thänigste Aufwartung. Ter Monarch antwortete ihnen: „Ich dachte, die Herren waren alle verbrannt, wenigstens hakten sie es verdient, wann dadurch die Stadt hätte erhalten werden können." Einer von ihnen versetzte: Wir ha- den jetzo schon eine Feuerspritze. „Ist mir lieb," erwiederte derKayser, und verließ sie, ohne weirer ein Wort zu verlieren.
Der Magistrat zu P.. .g machte eöe» nermasse- feine devoteste Aufwartung. Man keß die He: reu zwey Stunden warten. Und' als der K yftr aus dem Zimmer gieng, so würdigte Er keinen seines Anblicks; sondern wandre Si zu dem Rathsdiener, der Sorten Trabant heißt, und frug ihn, wer er wäre?' Ich bin der Trabant von der Städte „Er soll es auch bleibe»," gieng die Treppe hinunter, stieg in Wagen, und fuhr fort, ohne Sich um die andern zu bekümmern, pohlnrsche Gränze, vom 26 Juk.
In Petersburg soll die Allianz zwischen beyden Kayferlichen Höfen nun bekannt gemacht worden seyn. Aller Anstalten und eifrigen Zubereitungen ungeachtet, scheint doch der Krieg noch kein rechter Ernst zu seyn, und neuere Briese aus der Ukraine ver» sichern auch, daß der Friede erhalten werden dürfte. Eben diese Briefe em hatten auch die Neuigkeit, daß di- Russen die erbliche Besitznehmung von der Krimm pnblicirt hstten-
Das Hamtquartier der in Pobken ein- g rückten Russischen T uppen ist noch in N emirow. Es sotten' verschiedene Feld- kraulheiten unter ihnen herrsthm, und das
