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Mir Röm- Kaiserl.Majeftät allergnädigsiem Privilegio.
Dienstag den i. Januar 1799.
Ne ujahrslied
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er höchste Jubel soll dir tönen/
Du längst erwünschtes Jahr!
Du bietest uns, nach so viel langen Svenen,
Den geldne« Friede» dar!
Den Franken reichten Deutschlands
Fürsten
Noch jüngst den Oelzweig hin,
Und sie, die längst, wie wir, nach Ruhe,
dürsten,
Sie nahmen friedlich ihn. >
Deß freue fich, «er an dem Segen
Der Menschheit gern sich freut l
Sein Jubel töne diesem Jahr entgegen,
Das uns den Frieden beut ;
Das Zwietracht, die den Krieg gebie,
ret.
Und dann, von Wuth entbrannt,
DaS Mordgewehr dem wilden Krieger
führet,
Htnah zur Hölle dannt; v <
Das Mütter tröstet, und die Thränk
Verlasiuer Bräüte stillt.
Und Vater nicht mehr für die theure»
Söhne
Mit banger Furcht erfüllt;
Das gegen sittenlose Krieger
Getreue Lugend schützt,
Und mit dem Stab der Hoffnung arme
Pflüger
Auf beßre Zukunft stützt;
Das Länder, die in Ärmuth zagen,
Z« neuem Flor belebt, ^ .
Und Städte, die in Schutt und Trum»
mern lagen.
Aus ihrem Nichts erhebt.
Ja. laut soll dir der Jubel tönen.
Du laugst erwünschtes Jahr!
Du bietest uns, du bietest Deutschlands
Söhnen
mm Frieden wieder dar r