„Wolfgang, mein herziges Buberl, wahr und wahrhaftig, du wirst noch ein richtiger Musikus!"
Dann rief er die Mutter und die Schwester herzu, theilte ihnen die gemachte Wahrnehmung mit, und ließ den kleinen Wolfgang sein Kunststückchen wiederholen, was derselbe auch auf das Beste exekutirte. Da gab es eine allgemeine Freude. Die Mutter herzte und küßte ihren Knaben, die Schwester klatschte fröhlich in die Hände, der Vater stand dabei mit strahlenden Äugen, und nur der kleine Wolsgang blieb ruhig, und schien sich zu wundern, daß man von seiner Spielerei so viel Aufhebens machte.
„Was ist's denn weiter," sagte er, „ich hab's ja gleich von vorn herein gewußt, daß es gehen wird. Du sollst sehen, Papa, ich werde bald schon noch weit mehr lernen!"
„Gott geb' es, — ich, für mein Theil, zweifle nicht mehr daran," versetzte der Vater tief bewegt, und an mir soll's nicht fehlen, daß du Alles lernst, was ich dir zu lehren im Stande bin.
Mittlerweile war die Stunde zum Schlafengehen heran gerückt, und der kleine Wolfgang wurde müde. Der Vater selber brachte ihn dieses Mal zu Bett, sprach ihm, wie das die Mutter sonst immer zu thun pflegte, das Abendgebet vor, und deckte ihn dann weich und warm mit den Kissen zu. Kaum war dieß geschehen, so schlief auch der Kleine schon tief und sanft. Vater Mozart aber kniete noch ein Weilchen neben dem Bette und erhob Herz und Geist zum ewigen Vater im Himmel.
„Herr, mein Gott," betete er still, „du hast mir eine seltene Wunderblume gegeben, so gib mir denn auch Kraft und Ausdauer, daß ich sie pflege und zur schönsten Entfaltung bringe. Dir zur Ehre und mir zum Heil!"
Und Gott hörte das Gebet, es stieg auf zu Seinem himmlischen Throne und fand Gnade und Gewährung vor Seinen Augen.

