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Wilhelm war durch die heftigsten Leidenschaften bewegt und zerrüttet, die unvermutheten und schreckhaften Anfälle hatten sein Innerstes ganz ans aller Fassung gebracht, einer Leidenschaft zu widerstehn, die sich des Herzens so gewaltsam bemächtigt hatte. Felir war ihm wicdergegeben, und doch schien ihm alles zu fehlen, die Briefe von Wernern mit den Anweisungen waren da, ihm mangelte nichts zu seiner Reise, als der Muth sich zu entfernen. Alles drängte ihn zu dieser Reise. Er konnte vcrmuthen, daß Lothario und Therese nur auf seine Entfernung warteten, um sich trauen zu lassen. Jarno war wider seine Gewohnheit still, und man hatte beynahe sagen können, er habe etwas von seiner gewöhnlichen Heiterkeit verloren. Glücklicherweise half der Arzt unserm Freunde einigermaßen aus der Verlegenheit, indem er ihn für krank erklärte, und ihm Arz- ney gab.
Die Gesellschaft kam immer Abends zusammen, und Friedrich, der ausgelassene Mensch, der gewöhnlich mehr Wein als billig trank, bemächtigte sich des Gesprächs, und brachte nach seiner Art, mir hundert Citaten und eulenspiegelhaften Anspielungen, die Gesellschaft zum Lachen, und setzte sie auch nicht selten in Verlegenheit, indem er laut zu denken sich erlaubte.
An die Krankheit seines Freundes schien er gar nicht zu glauben. Einst, als sie alle beysammen waren, ries er aus: Wie nennt ihr das Uebel, Doktor, das unfern Freund angefallcn hat? paßt hier keiner von den drcy- tauscnd Nahmen, mit denen ihr eure Unwissenheit ansputzt? An ähnlichen Beyspielen wenigstens hat es nicht gefehlt. ES kommt, fuhr er mit einem emphatischen

