Beschluß. 239
Sinn jenes berühmten Verses aus dem Tasso umzu« kehren, und von dergleichen Arbeiten zu sagen:
I«'srte che nulla fa, tutta fi fcuopre *).
indem er sich nicht das Anfehn gibt, als wolle er ihn leiten, sondern neue Gegenden mit ihm aussuchen.
Eben so sollte der Anleger die Mittel, an die rührendsten Stellen zu gelangen, erleichtern, aber selten den Zuschauer auf einen einzigen Weg — auf einen einzigen Punkt hinzwingen, und sogar, wo möglich, es verbergen, daß er überhaupt einen Gang ange- legt. Wir fühlen von Natur selbst bey Kleinigkeiten eine Widerseßung gegen Despotismus, und wir sind niemahlS so innig vergnügt, als wenn wir uns frey, ungezwungen und nicht geleitet glauben,
*) Kein Der« ist allgemein bekannter, als dieser:
L'arte che tutta fa nulla li fcuoprej «ns keine Vorschrift so durchgängig angenommen; gleichwohl darf sie nicht ju genau in allen Fällen de« folgt werden.
Nahe btpm Wohnhause sollte künsilkche Scenerke in Verhälmiß gegen den Stil und Eharaerer de« Ge. däude« Statt finden; und ein Hauptfehler der neuern Bärten (im beschränkten Sinne de« Wo««,) ist ein gewisse« Streben nach Einfachheit und Schlichtheit, da« sich mit dem Reichkhum und der Pracht der archi. tektonischen Verzierungen nicht verträgt. An ander» Stellen sollte die Vorschrift ihre völlige Kraft haben, und der Anleger sich, wie ein wrffän&fqrr Anleger vrrberqen, der dir Einbildungskraft bey feinem Leser in Thäti'gteit setzt.
