Hochgeehrter Herr Doctor,
Aus dem Verlage des Herrn Rudolf Küntze in Dresden werden Sie in
diesen Tagen eine kleine Schrift übersendet erhalten haben, die eine
Darstellung und kritische Beleuchtung der Principien Ihrer Philo-
sophie zu geben sucht. Mit Schüchternheit wage ich, Ihnen diesen Ver-
such vorzulegen, der Ihnen nur zu sehr die Spuren des Anfängers
verrathen wird.
Die philosophische Facultät zu Leipzig machte, wie Ihnen schon
bekannt geworden ist, das Thema der Abhandlung im vorigen Jahre
zum Gegenstand einer Preisaufgabe. Da nun zu eben dieser Zeit mich Ihre
Lehre lebhaft beschäftigte und mir ein klares und eingehendes Ver-
ständniß und innige Aneignung derselben gerade damals sehr am
Herzen lag, so kam jene äußere Veranlassung meinem Wunsche
entgegen: eine Zeit lang unausgesetzt dem Studium Ihrer Philo-
sophie obzuliegen; auch schien es mir, selbst bei der Aussicht auf schlech-
ten Erfolg, von einigem Interesse zu sein, die Begutachtung einer
gelehrten Facultät zu erfahren, das um so mehr, als ein Compe-
Aus dem Verlage des Herrn Rudolf Küntze in Dresden werden Sie in
diesen Tagen eine kleine Schrift übersendet erhalten haben, die eine
Darstellung und kritische Beleuchtung der Principien Ihrer Philo-
sophie zu geben sucht. Mit Schüchternheit wage ich, Ihnen diesen Ver-
such vorzulegen, der Ihnen nur zu sehr die Spuren des Anfängers
verrathen wird.
Die philosophische Facultät zu Leipzig machte, wie Ihnen schon
bekannt geworden ist, das Thema der Abhandlung im vorigen Jahre
zum Gegenstand einer Preisaufgabe. Da nun zu eben dieser Zeit mich Ihre
Lehre lebhaft beschäftigte und mir ein klares und eingehendes Ver-
ständniß und innige Aneignung derselben gerade damals sehr am
Herzen lag, so kam jene äußere Veranlassung meinem Wunsche
entgegen: eine Zeit lang unausgesetzt dem Studium Ihrer Philo-
sophie obzuliegen; auch schien es mir, selbst bei der Aussicht auf schlech-
ten Erfolg, von einigem Interesse zu sein, die Begutachtung einer
gelehrten Facultät zu erfahren, das um so mehr, als ein Compe-
