Erstes Capitel.

Blick auf Walleusteins frühere Zeit.

Wallensteins (dessen Geschlecht jedoch gewöhnlich Wald­stein sich geschrieben hat) früheste Begegnisse sind bekannt. Daß er in seiner Jugend derTolle von Waldstein" genannt wurde *), wirft nicht wenig Licht auf sein späteres Thun, zumal nach seiner Anstellung als oberster Feldhauptmann deS Kaisers. Er begann die Kriegslaufbahn in Ungarn zur Zeit, da Erz­herzog Matthias dort den Oberbefehl führte. Bei der Bela­gerung von Gran, wo der jüngere Tilly ^) als Oberstfeldzeug- ineister 3) diente, gewann er seine erste Auszeichnung. Seine Heirath mit der reichen Wittwe Lucretia, aus dem mährischen Geschlechte der Nickeß von Landeck, Herrin auf Whsedin, Lu-

') Volum cuiusdam secrcti consiliarii Imperaloris, in quo demon- stratur, cur Friedland a suo Generalatu amoveri merito debeat et niste possit; voll dem böhmischen Canzlar Slawata , inAretlnS Wellenstein, Uvf. Reo. 29.

2 ) Der berühmte Tillh, nicht z» verwechseln mit dem altern, der im Jahr 1594 ans Lothringischem Dienst (er war dort Feldmarschall mare- clial de camp) durch Erzherzog Ernst für denjenigen des Kaisers gewonnen »nd des Fürsten Carl von Mansfeld Gcneral-Llentcnant wurde.

2 ) Zn dieser Zelt ein wirkliches Amt, nicht wie heutzutage eine bloße Rangbezeichnung; Tilly war als Oberstfeldzengmeistcr dem militärischen Grad nach bloß Oberst und ist erst nachher General-Feldwachtmeister geworden, v. Harter. Wallrnstein. 1