V o r b e r i ch t.

!Dcr Magenkrampf ist ein Uebel, woran jetzt viel­leicht die Hälfte des menschlichen Geschlechtes, der eine mehr, der andere weniger, leidet; zugleich ein Uebel, gegen welches eine ungeheure Menge von Mitteln von Aerzten und Richtärzten v rgeschlagen, gebraucht, gerühmt und verworfen werden. Dem einen hat dieß, dem andern jenes geholfen, und beydes hilft oft dem dritten nichts. Das Ueoel höhnt auf die Gelehrsamkeit und den guten Willen des besten Arztes, und treibt den Kranken, Hülfe bey Kuhhirten und Scharfrichtern zu suchen. Bisweilen gelingt es, daß der unwissendste Mensch und das widersinnigste Mittel Hülfe schaffen, oder zu schaf­fen scheinen, welches oft ganz andere Umstände be­wirkt haben. Indessen wird das gefährliche Miß­trauen in vernünftige Hülfe dadurch befördert und das Unheil vermehrt, so, daß man nicht abgeneigt ist, zu glauben: der Magcnkrampf sey eine Krank­heit, die die Aerzte noch nicht zu heilen verstün­den. Gute Aerzte aber. Betrogener, verstehen es wohl, und doch können sie oft nicht helfen! Aerzte sind auch Menschen, und werden durch ihre Ver­hältnisse oft gezwungen, zu schweigen, wo ste reden möchten. Mündliche, persönliche Erinnerungen und Vermahnungen, wegen Vergehungen und Laster, erbittern den Kranken gegen den Arzt. Man geste­het diesem Freunde das Recht nicht zu, gute Lehren zu geben, wenn sie nicht Ärzneyen verschreiben.