§. 1.
Unterschied der Ernährung vor und nach dem Eintritte in die Welt.
Vo bald der Mensch geboren ist, hört er auf, di« Nah. rung seines Körper- auf diejenige Art zu genießen, wie er sie im Mutterleibe erhielt. Er tritt in eine ganz neue, und von der vorigen sehr unterschiedene Lebensweise, wo er gewisser Maßen gezwungen ist, durch seinen Mund der Luft und den Nahrungsmitteln den Eingang zu eröffnen, welches bepdeS vorher, ehe er an das Licht der Welt her» vor trat, der Fall nicht war; weil er nicht nöthig hatte, Odem zu schöpfen, oder seine Lunge zu gebrauchen, um den Umlauf des Blutes zu befördern; indem zu diesem Endzwecke bep der Frucht im Mutterleibe ganz andere Anstalten vorhanden waren, da sie ohnedieß auch in ihrem Zustande nicht Odem hohlen konnte; so wie auch die Nahrung des noch ungebornen Menschen nicht in Speisen , sondern bloß in dem Blute der Mutter besteht, folglich der Gebrauch des Mundes nicht nöthig ist, da diese Nahrung durch den Nabelstrang unmittelbar in die Blutgefäße der Frucht selbst über geführt wird.
§. 2 .
Erster Weg, den die Speisen nehmen.
Durch die bewundernswürdigste, gehrimnißvolle Anstalt de- großen Naturschöpfers weih der kaum geborne Erdbürgrr, was er vorher nicht wußte, seine Nahrung durch den Mund zu erlangen, und der Magen, der vor-
