Abführmittel die am gelindesten wirkenden, Laxirmittel diejenigen, welche etwas stärker wirken, und Purgirmittel endlich die heftig und schnell wirkenden Mcdicamente die­ser Art.

Abführmittel der gelindesten Art sind Honig, besonders mit Butter auf Brod oder Semmel gestrichen, Pflaumen­mus, Kassienmark, Tamarindenfrüchte und Tama- rindenmus; man wendet diese in ganz unbestimmter Menge bis zu 6 und 8 Loth an, je nach dem Alter, Geschlecht und der Constitution der Patienten. Laxirmittel sind meist Salze, als Polychrestsalz oder schwefelsaures Kali (1 bis 1^2 Loth für Erwachsene); Bittersalz oder englisch Salz, Saidschützcr, Seidlitzer, Epsomcr Salz, Glaubersalz, (von allen diesen Salzen bis 3 Loth für Erwachsene); Perlsalz, phos­phorsaures Natron, Natronweinstcin, Seigncttsalz, Ro- cheller Salz, einfach wcinsaurcs Kali oder löslicher Weinstein (zu 2 bis 3 Loth); Rhabarber (1 bis 1^/r Loth in Aufguß) und Ricinusöl (1 bis 3 Eßlöffel). Heftig wirkende Abführmittel, sogen. Purgirmittel, sind Sennesblättcr, Jalape, Crotonöl, Gummigutti, Scamonium und Coloquintcn. Mit Ausnahme der ersten dürfen diese Mittel ohne Verord­nung eines Arztes in den Apotheken nicht verabreicht werden.

Ein sehr beliebtes, aus einem Aufguß von Sennesblät- tern bestehendes Abführmittel, in welchem Manna und Na­tronweinstein aufgelöst ist, sind die sogen. Wiener Tränkchen. Kindern gicbt man davon 2 bis 4 Eßlöffel, Erwachsenen 1 bis 2 Thectassen voll. Es ist diese Form der Abführung zu empfehlen (da, wo sie überhaupt an ihrem Platze ist), weil dieselbe ziemlich schnell wirkt, keine großen Beschwerden ver­ursacht, nicht so sehr schlecht schmeckt und weniger schwächend auf die Eingeweide wirkt als viele andere Laxirmittel.

Der hier und da bestehende Gebrauch, in bestimmten Zeiträumen ein Abführmittel zu nehmen, oder Kinder ein