Vorrede.
vernehme ein ungeduldiges Pochen an meiner Herzenspforte. Bittend und grollend steht da ein junger schmucker Geselle. Aus den weißen Schultern sproßt ein zartes Flügelpaar, und kündet den Sohn der Unsterblichkeit. Auf den goldenen Locken schimmert ein zierliches Käppchen ans lichtblauer Seide, geschmückt mit den Bildern des Hiinmels. Auf der freundlichen Stirne glänzt der Freudenthau der Jugend, und auf den Wangen glühen zwei rosige Morgenwölkchen. In das grünsammtne Röckchen hat eine kunstfertige Hand frischfarbige Blumen eingestickt; doch an der Stelle des Herzens erblicke ich ein Sträußchen von Nesteln und Dornen. Das ist der Liederfrühling, den ich so lange tief geheim in meiner Brust getragen, den ich gehegt und gepflegt als meinen herzliebsten Freund, der nun hinaus will in die weite Welt, verlockt von unseliger Wanderlust.
Der lose Junge kletterte jüngst hinauf an mein Herzensfenster, das allzusehr offene Auge, und besah sich das Leben und Weben des irdischen Frühlings. Da hat er es nun abgelauscht, wie der Frühling seine
