VI

Vöglein nicht in dem Käfig, und seine Blumen nicht in dem Körbchen behält. Er hat gesehen, wie der Frühling die Vöglein auf die Bäume setzte, und fie da trilliren und flöten ließ. Er hat gesehen, wie der Frühling mit den Blumen Berg und Thal bewarf, und sie da unter freiem Himmel blühen und duften ließ. Er hat gesehen, wie sich darüber Himmel und Erde freuten, wie die Thiere hervorkamen aus Wald und Höhlen, und so froh auf den Wiesen umhersprangen, alle Thiere, selbst die mit den langen Ohren und die Menschen. Darum will es ihn nicht länger mehr dulden in der Herzensklause. Der unsterbliche Liederfrühling will auf der Flur spielen mit dem sterblichen Erden­frühling. Er hat alle seine Vöglein und Blumen zusammengerafft, um sie hinaus zu tragen auf die fremden Gefilde. Er will die zarten Licdervöglein zu den Waldvöglein auf die Bäume setzen, und sie mit ihnen lesen lassen in den grünen Notenblättern, daß sie die himmlische Musik zart mit der irdischen ver­schmelzen. Er will die holden Liederblumen zu den Berg- und Thalblumen pflanzen, und sie mit ihnen blühen und duften lassen zur allgemeinen Freude. Er will die Sonne, den Mond und die Sterne seines Käppchens mit den irdischen Himmelslichtern leuchten lassen, denn er meint, daß es des Lichtes nie zu viel geben könne.