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Zungen, die nicht lieblos Hohn und Schmach versprühen, wenn die ersten Liedervöglein und die ersten Liederblumen nicht mackellos singen und duften. Im Vertrauen auf diese, will ich dir, mein unsterblicher Freund, die Herzenspforte öffnen. Ziehe hin, und kebre mir bald wieder mit dem alten freudigen Lächeln, mit dem lieben ungetrübten Auge, gesegnet durch Liebe. Siehe! du hast noch daheim gelassen in meinem Herzen eine junge zarte Brut von Liedervöglein, und viele hoffnungsgrüne Blumenkeime. Die sollst du dann wieder pflegen und warten, und sie bei deiner zweiten Wanderung der freundlichen Erde bringen, und den lieben guten Menschen.
Diese Vöglein werden wohl schöner singen, und diese Blumen werden wohl lieblicher duften, als jene, die du jetzt mit dir nimmst, hoffend auf glückliche Pilgerzeit? Gewiß! Er nickte so hold der unsterbliche Freund! —
Geschrieben zu Brünn im Jahre 1839.
F. V. Dorrrreh
