Vorwort.

Man ist so gerne geneigt daö Schöne und Erhabene was Natur, Kunst und Menschen­leben bieten in weiter Ferne zu stlchen und der trokene Buchstabe der Schilderung des Verfassers ist es öftestens, woran sich der Verstand bilden und das Herz erfreuen soll; gleichsam ob der heimathliche Boden zu arm wäre und hiefür nichts zu liefern hätte.

Wir glauben die Sache anders. Begleite mich einmal, mein Freund, aus einen der Schwa­benberge ! Wahrlich dein Herz muß sich erfreuen an dem schönen Lande, daS du deine Hcimath nennest.

Welche Manigfaltigkeit an herrlichen Er­scheinungen, die sich hier den Sinnen und dem Geiste darbicten! Ueberall wechseln wogende Saatfelder mit grünenden Wiesen, prachtvolle Wälder mit anmuthigcn Höhen und Thalgründcn. Quellen, Bäche, Flüsse und Ströme durchziehen das schöne Land und bringen cd in die manig- faltigstcn Gruppen.

Dazwischen erblikft du auf hohen Berg« rüken Burgen und Ruinen, deren stattliche Uebcr- rcstc (Zeugen einer großen Vergangenheit) weit

in des Himmels Bläue hineinragen. Und wie sind erst die Thäler und Ebenen des Landes mit Städten, Dörfern und Gehöften besäet? Denkst du dir nun, wie viele Veränderungen und Umgestaltungen die verschiedenen Zeitläufte in das Bild, welches vor deinen Augen liegt gebracht haben, so wirst du zu unzähligen Fragen Veranlassung nehmen lind deine Neugierde wird stets neuen Stoff zu neuen Fragen sinden.

Die Beantwortung dieser Fragen in volkö- thümlichcr Weise wird sich die

Chronik von Schwaben

zu ihrer Aufgabe machen. Und indem die Chronik in ausgewählten Bildern getreu und wahr dem Leser einen der schönsten Landcstheile Deutsch­lands vorführen wird, so wird sic dabei, ihre j Blike dem Alterthum zuwendend, sowohl unsere ! Voreltern in ihren Urwäldern aufsuchcn und

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den Kampfspielen der Ritter in ihren Burgen beiwohnen, als auch auf dielängst verklungenen feierlichen Horen der Mönche in den Klöstern zu sprechen kommen.

Sie wird aber auch der Neuzeit Gebühr j tragen und nicht vergeffen: des Segens einer ! J