Urgeschichte unserer Voreltern.

(Hüfssmlttes: Schmitz, v. Zok, Wen, Mster, Schwab.)

Heil'ges hehres Geisterwehen Rührt die ahnungsvolle Brust, Von der Sterne klaren Höhen Strömet namenlose Lust:

Wenn aus ferner Vorzeit Tagen Aus der Väter grauer Zeit Bilder uns herüber ragen;

Würdig der Unsterblichkeit!"

Zwischen den beiden Hauptflüffen Deutsch, lands, dem Rhein und der Donau verbreitete sich vor noch ungefähr 2000 Jahren ein mäch­tiger Wald, der hercynische Wald genannt.

Dieser Wald stand da in seiner ursprüng­lichen Wildheit; nie ertönte in ihm der Schall einer Holzart, nie streute eine menschliche Hand hier Samen zur Anlegung eines Forstes aus. Ueber den Trümmern der morsch gewordenen und umgestürzten Riesenstämme erhoben sich in ungestörtem Naturwuchse die verschiedenen Wald­gräser und Schlingvflanzen. Kein Wunder, wenn in diesem wilden, üppigen Pflanzenwuchse eine reichhaltige Thierwclt bereit einzelne Arten wir oft blos noch dem Namen nach kennen ihren Aufenthalt nahm und hier ihr Lustrcvier hatte.

*) Jede Partikular-Geschichteffolchcr Art muß, wennsihr ein festes Fundament gegeben wer­den soll, aus der Universal-Geschichte hervorgehen, bis zu jenem Momente, wo das Ein;eine.seine Selbstständigkeit er­langt hat.

Da, wo jetzt das scheue Reh als be­reits unser einziges größeres Waldthier durch Gebüsche eilt, wetzte ehedem der gewaltige Ur (Auerochse) seine Hörner, brummte drohend der Bär, zeigte der wilde Eber seine gefürchteten Hauer, oder heulte vom Hunger getrieben ein Wolf. Diese Beschaffenheit hatte die Hei- math der Deutschen und auch die unserer Vor­fahren der Sucven unser Schwaben- land.

Rauh, wie ihre Heimath, war auch die Lebensweise unserer Altvordern. Kraftmänner von Natur,stark, wie ihre Eichen" den Körper blos mit Thierhäuten bedeckt; die Hör­ner ovcr das Geweih der erlegten Beute als Kopfschmuck tragend, lebten sie umgeben von ihren dichten, den' Strahlen der Sonne beinahe unzugänglichen Wäldern, nährten sich vornehm­lich von der Milch ihrer Heerdcn und von dem zahlreich erlegten Wilde; ihre Hauptbeschäf­tigungen waren der Krieg und die Jagd.*)

*) Im Verlaufe der großen Völkerwanderung,