Portugal und Spanien

oder:

die Pyrenäische Halbinsel.

IvCit völlig entgegengesetzten Gefühlen wendet der Geschicht­schreiber seinen Blick nach dem westlichen Ende Europas; von Freude und Schmerz bewegt, betritt er den an historischen Mo­menten so unendlich reichen Boden der Pyrenäischen Halbinsel. Freude und Begeisterung für ein edles, hochherziges Volk schwellen seine Brust, wenn er der Erinnerung die erhabenen Bilder der Vergangenheit zurückrust, aber bitterer Kummer und tiefgefühlter Schmerz über die greuelvollen Verirrungen des menschlichen Geistes erfüllen seine Seele, wenn er bei den ab­scheulichen Blutscenen des unglücklichen Bürgerkrieges verweilt, welcher Spanien fast zwei Decennien hindurch in den Schauplatz der unerhörtesten und rohesten Grausamkeiten verwandelte. Dort bietet stch ihm das schöne Bild einer für die edelsten Güter des Lebens kämpfenden Nation dar; mit inniger Verehrung erblickt er den freiheitsglühenden Viriathus, den Edelsten und Tapfer­sten unter den edlen und tapfern Lusttaniern; mit hoher Be­wunderung sieht er die Bewohner von Numanz nach helden- müthiger Gegenwehr sich unter denTrümmern der brennenden Stadt begraben, um so einem schmachvollen, bedrückten Leben unter der Sclaverei des übermüthigen, treubrüchigen Noms zu ent­gehen; und hier welch' ein Unterschied! Hier sieht er die entfesselte Furie des Bürgerkrieges mit der verderbnißvollen Fackel

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