Alantwurzel.

Sie wächst in Deutschland, England, Frankreich und Holland wild, ist ein gelinde reizendes, etwas erhitzendes Mittel, welches den AuSwurf befördert; man wendet es innerlich an bei schleunigen Brust­krankheiten, bei Nervenschwäche, Lähmung und Zittern der Glieder. Die Anwendungsart ist folgende: 1 Loth feingeschnittene Alantwurzel wird mit einem halben Schoppen kochendem Wasser übergössen, als­dann noch eine Stunde an einen warmen Ort gestellt, demnächst durch reine Leinwand geseiht, und von der durchgeseihten Flüssigkeit wird alle zwei Stunden eine halbe Tasse genommen.

Aeußerlich bedient man sich ihrer gegen die Krätze, indem man auf folgende Weise eine Salbe daraus bereitet: man nimmt eine be­liebige Quantität ganz klein zerschnittene Alantwurzel, oder noch besser, gröbliches Pulver derselben, und kocht diese so lange mit Wasser, bis sie sich in einen Brei verwandelt. Zu diesem Brei fügt man so viel Schweineschmalz und schwarze Seife, wie erforderlich ist, um eine konsistente Salbe» zu bilden. Mit dieser Salbe wird der Körper des Abends eingeschmiert, und am nächsten Morgen wird eine allgemeine Abwaschung mit Seifenwasser vorgenommen.

Alaun.

Ist mäßig reizend und stark zusammenziehend; innerlich wendet man ihn an gegen anhaltende Durchfälle, und zwar dreimal täglich '/i Quentchen in einer Tasse Zuckerwasser oder Haferschleim aufgelöst; auch als Gurgelwasser gegen Halsbeschwerden und Heiserkeit hat er sich oft sehr heilsam bewiesen. Zu diesem Zwecke löst man 1 Quent­chen Alaun in 3 Tassen Salbeithee auf und gurgelt sich öfters damit.

Aeußerlich hat er sich als ein treffliches Mittel gegen Frostbeulen bewährt, und wird in verschiedenen Formen dagegen angewandt, z. B. man nehme 1 Qtchn. Alaun, 1 ^ Loth Eichenrinde, und koche Beides mit 1 Pfund Wasser bis zur Hälfte ein. Mit der durchgeseihten Flüssigkeit werden die erfrorenen Stellen öfters gewaschen. Folgendes Mittel soll pon vorzüglicher Wirksamkeit sein:

Es wird aus Essig, Brod und Alaun, von letzterem 1 Loth, ein Brei bereitet, welcher eine ganze Nacht hindurch heiß auf die Frost­beulen gelegt wird. Später werden Einreibungen von Steinöl gemacht.