Anhang.

Mehrung über die hitzigen Krankheiten «ab über das diätetische Verhalten in denselben.

Alle Krankheiten verfallen zuvörderst in zwei große Klassen, näm­lich in die hitzigen, schnell verlaufenden, und in die langwierigen. Da aber in dieser Schrift einzig von den ersteren die Rede sein wird, so mag es genug sein, hier diesen Unterschied nur im Allgemeinen zu erwähnen.

Der Charakter der hitzigen Krankheiten ist folgender: Sie sind bestimmt und regelmäßig in der Art ihrer Auftretung, ihrer Entwicke­lung, ihres Verlaufes und Typus. (Der Typus ist die Ordnung, nach welcher eine Krankheit zu- und abnimmt, steigt und fällt.) Diese bestimmte Regel ist den hitzigen Krankheiten einzig eigen. Die Zeit dieses regelmäßigen Verlaufes ist sehr verschieden; die Dauer der Krankheit kann sich von einigen Tagen bis auf mehrere Wochen er­strecken. Die Art der Entscheidung ist verschieden nach der Verschie­denheit der Krankheitssormen, und wenn die Entscheidung nicht erfolgt, so gehen sie sehr oft in langwierige Krankheiten über. Zu den hitzigen Krankheiten gehören besonders die hitzigen Fieber.

Ein Fieber ist ein Allgemeinleiden deö Organismus, auf einer bestimmten Art der verletzten Lebensthätigkeit beruhend. Diese Er­klärung ist lange nicht erschöpfend, denn die Hauptsache, worauf es hier ankommt, ist uns unbekannt. Auf die Frage: wie muß die Ver­letzung der Lebensthätigkeit beschaffen sein? in welchem Grade muß sie verletzt sein, um die Krankheitserscheinungen hervorzubringen, welche wir Fieber nennen? läßt sich keine befriedigende Antwort geben. Es